Schlagwort: Cuxhaven

Als Reiseziel ist Bremerhaven niedersächsisch

Seestadt pflegt enge touristische Netzwerke mit dem Nachbar

Pressemitteilung

Mit der Unterschrift unter den Gesellschaftervertrag der „Tourismusagentur Nordsee GmbH“ – kurz Tano – rückt Bremerhaven am 24. Januar 2022 noch näher an die niedersächsischen Urlaubsregionen heran. In der Kooperation wollen sich die Landkreise Ammerland, Aurich, Cuxhaven, Friesland, Leer, Wesermarsch und Wittmund sowie Wilhelmshaven und Bremerhaven als Reiseziel gemeinsam und damit schlagkräftiger vermarkten. „Für Urlauber:innen stellt die gesamte Küste ein attraktives Urlaubsgebiet dar. Mit der TANO haben wir endlich ein Instrument, um uns gemeinsam der starken Konkurrenz von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Wettbewerb der Destinationen zu stellen und die niedersächsische Nordseeküste inclusive Bremerhaven zu vermarkten. Zudem sind die rund 43 Millionen Übernachtungen im gewerblichen und privaten Bereich an der niedersächsischen Nordseeküste ein riesiges Gästepotential für unsere Stadt mit ihren touristischen Attraktionen und Shopping-Möglichkeiten“, argumentiert Dr. Ralf Meyer als Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH diese länderübergreifende Verbindung. Obwohl selber im Tourismusmarketing sehr aktiv und erfolgreich, schlägt Bremerhaven den Weg über Kooperation mit niedersächsischen Partnern schon lange ein. So bestehen seit Jahren enge Beziehungen zu unterschiedlichen Zusammenschlüssen, in den unter anderem Angebote im Bereich Aktivurlaub entwickelt oder gemeinsam besondere Urlaubergruppen angesprochen werden.

Erlebnis Bremerhaven-Chef Dr. Ralf Meyer (Mitte) zusammen mit den
Gesellschaftern der Kooperation „Die Nordsee GmbH“ und
Staatsbad Norderney GmbH-Geschäftsführer sowie Gastgeber
Wilhelm Loth.
Foto: Die Nordsee GmbH

Tourismusverband Nordsee e.V.

Vorantreiber der Tano ist der Tourismusverband Nordsee e.V. mit Sitz in Jever. Der Verband versteht sich nicht als Marketingorganisation, sondern als touristischer Lobbyverband. Er dient seinen angeschlossenen Mitgliedern als Interessenvertretung gegenüber dem Bundesland Niedersachsen, dem Bund und auch der Europäischen Union. Der Verband bringt die Landkreise Ammerland, Aurich, Cuxhaven, Friesland, Leer, Wesermarsch und Wittmund; die kreisfreien Städte Emden, Wilhelmshaven und Bremerhaven; die Tourismusmarketinggesellschaften Die Nordsee GmbH, Ostfriesische Inseln GmbH und Ostfriesland Tourismus GmbH; die Industrie- und Handelskammern Oldenburg, Ostfriesland-Papenburg und Stade für den Elbe-Weser-Raum sowie die Jade Hochschule, Fachbereich Wirtschaft am Standort Wilhelmshaven zusammen. Die Erlebnis Bremerhaven GmbH ist Mitglied im Verband und dort im Vorstand vertreten. www.tourismusverband-nordsee.de

Die Nordsee GmbH

An rund 16 Millionen Urlauber:innen wendet sich die touristische Dachmarketingorganisation „Die Nordsee GmbH“ mit Sitz in Wilhelmshaven. 1998 gegründet, will diese Kooperation die niedersächsische Nordsee als Reiseziel für verantwortungsvolle und gesundheitsbewusste Individualist:innen etablieren. Bremerhaven ist gleichberechtigter Partner mit Butjadingen und Dornum, der Wurster Nordseeküste und Wangerland, Krummhörn-Greetsiel und den Städten Norden, Otterndorf und Wilhelmshaven. Das Naturerbe Wattenmeer, Thalasso und Radtourismus stehen im Zentrum der gemeinsamen Aktivitäten. „Die Nordsee GmbH“ betreibt eine Website, die sich an Urlauber:innen richtet und kommuniziert via Pressearbeit und über Facebook und Co. Die Erlebnis Bremerhaven GmbH ist Gesellschafterin und stellt den zweiten Aufsichtsratsvorsitzenden. „Im Zuge des weiteren Entwicklungsprozesses der TANO“, schaut Dr. Ralf Meyer voraus, „ist geplant, die „Die Nordsee GmbH“ in die TANO zu integrieren und den „Tourismusverband Nordsee e.V.“ aufzulösen“. www.die-nordsee.de

Region Nordsee-Elbe-Weser

Ebenfalls seit 2003 arbeitet Bremerhaven in der Kooperation „Reiseregion Nordsee-Elbe-Weser (NEW)“ mit. Partner sind die Landkreise Osterholz, Stade, Rotenburg (Wümme), die Wesermarsch und Cuxhaven. Urlauber:innen sollen die Partnerregionen vor allem für den Aktivurlaub wählen, in denen zahlreiche Rad- und Wanderwege sowie Kanugewässer zur Verfügung stehen und für die gemeinsames Kartenmaterial herausgegeben wird. www.reiseland-niedersachsen.de

aboutcities 

Einen digitalen Vermarktungsweg schlägt die Kooperation „aboutcities“ seit 2012 ein. Unter diesem Namen bloggen 17 Städte aus Niedersachsen (u.a. Hannover, Braunschweig, Göttingen, Oldenburg, Osnabrück, Wolfburg) plus Bremerhaven regelmäßig über touristische Themen, um Aufmerksamkeit in neuen Zielgruppen zu wecken und damit den Städtetourismus anzukurbeln. Aboutcities versteht sich zudem als Impulsgeber und Innovationstreiber. Mit Workshops und Projekten bietet das Netzwerk einen großen Mehrwert für die Partnerstädte, die zudem vom regelmäßigen gemeinsamen Austausch profitieren. Zusammen stellt man auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin aus und veranstaltet mit dem „Niedersachsencamp“ ein anerkanntes Forum für den Austausch unter allen Beteiligten der Tourismusbranche. „Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir nicht nur in diesem Netzwerk für den Städtetourismus in Niedersachsen mitwirken dürfen und dadurch neue Zielgruppen ansprechen können, sondern als Erlebnis Bremerhaven sogar die Geschäftsstelle für dieses Marketingbündnis stellen“, freut sich Dr. Ralf Meyer. www.aboutcities.de

Deutsche Fisch Genuss Route

Um die Vermarktung eines wichtigen touristischen Bausteins voranzutreiben, hat Bremerhaven zusammen mit Brunsbüttel, Cuxhaven und Glückstadt eine deutschlandweit einzigartige Qualitäts-Reiseroute rund um das Thema “Fisch-Genuss” entwickelt. Sie bietet Trips oder mehrtägige Touren für Radfahrer:innen, Reisende mit dem Wohnmobil und Segler:innen mit dem Schwerpunkt auf kulinarische Erlebnisse. 2021 gestartet, steht diese jetzt vor der ersten Saison. „Die Deutsche Fisch Genuss Route ist ein wichtiger Baustein in unserem touristischen Geschäftsfeld „Fischerlebnis“ und zugleich ein attraktives Angebot im Deutschland-Tourismus“, so Dr. Ralf Meyer über die interessante Kooperation von Städten aus den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen www.fischgenussroute.de

Flusskontor Ems 

Auch für ein ganz neues Seestadt-Angebot geht die Erlebnis Bremerhaven GmbH den Weg über eine Kooperation: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, verstärkt Flusskreuzfahrten zu gewinnen und Bremerhaven als Flusskreuzfahrt-Destination zu etablieren“, sagt Dr. Ralf Meyer über das neue Ziel. Um dies zu erreichen, bedarf es einer regionalen Zusammenarbeit von interessanten Städten, wie sie das Flusskontor Ems bietet, das bisher nur das Revier der in ihm organisierten Städte Lingen, Papenburg und Emden vermarktet. „Wir arbeiten mit Papenburg, Lingen und Emden schon in unterschiedlichen Bereichen zusammen und führen jetzt Gespräche über eine Zusammenarbeit im Rahmen des Flusskontors Ems“, so Dr. Ralf Meyer. www.flusskontor.de

Text: PM Erlebnis Bremerhaven

Hurtigruten Expeditions nimmt in Cuxhaven das Kreuzfahrtgeschäft wieder auf

Kritik gibt es für den Anlauf, der nur der Kostenreduzierung dienen soll

Mehr als 10 Jahre ist es jetzt schon her, dass in Cuxhaven ein Kreuzfahrtschiff regulär mit Passagieren abgefertigt worden ist. Dies passierte seinerzeit am traditionellen Anleger Steubenhöft direkt an der Elbe mit den dahinter befindlichen Hapag-Hallen, doch ein Teil des Anlegers steht infolge der Einrichtung der Elbfähre nun nicht mehr zur Verfügung. Somit macht am vergangenen Dienstag, spät abends gegen 22.30 Uhr, das norwegische 138 Meter lange Kreuzfahrtschiff Otto Sverdrup der norwegischen Reederei Hurtigruten Expeditions von Hamburg kommend erstmals an der Seebrücke fest. Rund drei Dutzend Schaulustige verfolgten im Dunkeln den Erstanlauf von der Besuchergalerie. Der erste Zwischenstopp auf der Reise nach Norwegen, wo nach dem Willen der Reederei die Gäste an Land gehen und den Beginn der Reise nach Norwegen feiern sollen. Hier hatte die Tourismuswirtschaftsgemeinschaft Cuxhaven (TWG) eine Willkommenszeremonie geplant. Rund 70 Gäste des Schiffes nahmen das Angebot an, und wurden von der Seebäderbrücke mit Reisebussen zum Steubenhöft gefahren, wo sie von einem Shanty-Chor aber auch von Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) empfangen wurden. Dieser übergab nach alter Schifffahrtstradition im Rahmen des Erstanlaufs der Schiffsführung auch offiziell die Stadtplakette von Cuxhaven. Nach einer Führung für die Passagiere durch die Hapag-Hallen mit Einblick in das maritime Museum der Hallen ging es wieder zurück zum Schiff und gegen 2.00 Uhr nachts legte das Schiff wieder ab mit Kurs auf Norwegen.

Foto: Christian Eckardt

Auch in der nächsten Zeit wird die Otto Sverdrup nach dem Willen der Reederei immer wieder für ein paar Stunden in Cuxhaven auf der Fahrt nach Norwegen anlegen. Für das Bestreben von Cuxhaven wieder in das Kreuzfahrtgeschäft einzusteigen keine schlechte Idee, denn die Stadt an der Elbmündung hat eine sehr lange Tradition mit den Seereisen, von hier aus startete im Jahr 1891 mit dem Schnelldampfer Augusta Victoria der Reederei Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (Hapag) die erste Kreuzfahrt der Geschichte, wobei die Reise seinerzeit in das Mittelmeer ging.

Zukünftig wird alle 14 Tage dienstags zu später Stunde die Otto Sverdrup nun in Cuxhaven anlegen. „Und somit hoffentlich den Startschuss für die Wiederaufnahme Cuxhavens als Kreuzfahrtstandort in Deutschland geben“, erklärte die TWG. Doch zwischenzeitlich geriet Hurtigruten Expeditions für diesen Erstanlauf öffentlich in die Kritik, da man den Anlauf in Cuxhaven nur in das Programm genommen habe, um Kosten zu sparen, so der Vorwurf. Auf den vorherigen Reisen gab es auf dem Weg nach Norwegen noch einen Besuch der dänischen Hafenstadt Esbjerg. Dies war offensichtlich aber wohl zu teuer. Denn durch den zweiten Zwischenstopp nach Hamburg in einem Land außerhalb Norwegens wird es der Reederei erlaubt, internationale Mitarbeiter zu engagieren, die deutlich niedrigere Löhne verdienen als es eine norwegische Besatzung.

Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer hatte den Willkommensempfang für die Gäste verteidigt, denn das Kreuzfahrtschiff bringt auch die Hoffnung auf eine neue Industrie für die Stadt mit, so Santjer gegenüber den Cuxhavener Nachrichten.

Nach Angaben von Hurtigruten war Cuxhaven ursprünglich schon fester Bestandteil der Route. Da der Hafen von Cuxhaven seine Zertifizierungen und Verfahren aktualisierte, um zukünftig internationale Passagierschiffe wie die Hurtigruten Schiffe zu betreuen, wurde der dänische Hafen Esbjerg vorübergehend statt Cuxhaven angelaufen, so die Reederei, um den Gästen ein attraktives Programm anzubieten.

Das im Jahr 2002 in Norwegen auf der Kleven Werft als Finnmarken erbaute 138,5 Meter lange und 21,5 Meter breite Kreuzfahrtschiff mit einer Vermessung von 15.900 BRZ verfügt nach einem umfassenden Umbau im letzten Jahr über eine Passagierkapazität von 919 Gästen in 263 Kabinen und verkehrt für Hurtigruten Expedtions. Anders als die Schiffe auf der täglich bedienten Küsten-Postschiffsroute von Hurtigruten handelt es sich bei den Reisen mit der Otto Sverdrup um reine touristische Kreuzfahrten ohne Fährpassagiere. Für alle Expeditionskreuzfahrten, so auch für die Reisen auf der Otto Sverdrup, verlangt die Reederei von allen Passagieren einen vollständigen Impfschutz.

Foto: Christian Eckardt

Ende August legte die in Tromsö beheimatete Otto Sverdrup erstmals in der Hansestadt ab. Die 14-tägigen Norwegen-Expeditionsreisen vereinen dabei nach Reedereiangaben das Beste der traditionellen Postschiffroute mit neuen Attraktionen entlang der norwegischen Küste. Die speziell auf die Jahreszeiten abgestimmten Routen lassen die Gäste in das Leben und die Natur an Norwegens Küste eintauchen, teilte die Reederei mit. Ziel und Wendepunkt dieser Reisen ist der nördlichste Punkt Europas, das Nordkap.

„Wir alle können es nach über einem Jahr Pause kaum erwarten, wieder ein Gefühl von Normalität zu spüren und zu neuen Entdeckungsreisen aufzubrechen. Wir freuen uns sehr, dass dieser Zeitpunkt nun in greifbare Nähe rückt“, erklärte kürzlich Asta Lassesen, CEO von Hurtigruten Expeditions. „Die jüngsten positiven Entwicklungen mit der Öffnung der norwegischen Grenzen unter Berücksichtigung der Gesundheit und Sicherheit von Reisenden und Einheimischen, begrüßen wir sehr. Der lang erwartete Schritt wird das internationale Reisen in diesem Sommer deutlich vereinfachen.“

„Die Abfahrten ab Hamburg bieten die ideale Möglichkeit, Hurtigruten auf eine neue Art kennenzulernen und bereits in Deutschland an Bord zu gehen,“ sagt Heiko Jensen, Hurtigruten VP Sales Europe. „Wir möchten unseren Gästen das bestmögliche Expeditions-Erlebnis und den größtmöglichen Komfort bieten. Die Otto Sverdrup wurde daher komplett modernisiert und zu einem Premium-Expeditionsschiff mit neuem, modernem Interieur umgerüstet“ so Heiko Jensen weiter.

Das moderne Expeditionsschiff wurde bei dem letzten Werftaufenthalt mit einem Hybrid-Antrieb ausgestattet, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Zudem kann die Otto Sverdrup nun mit einer Kombination aus Biodiesel und normalem, schadstoffreduzierten Marinediesel (MGO) betrieben, was den Ausstoß von Emissionen noch weiter reduziert. Der zertifizierte Biokraftstoff wird aus Abfall erzeugt und enthält kein Palmöl, so dass die Herstellung keine negativen Auswirkungen auf die Regenwälder hat. Weiterhin kann Schiff Landstrom beziehen, was die Emissionen weiter senkt.

Benannt wurde die Otto Sverdrup nach einem großen norwegischen Polarhelden, er war der Erste, der Grönland auf Skiern durchquerte. Er war zudem ein wichtiges Mitglied der Polarexpeditionen und Kapitän des legendären Arktisschiffes Fram. Zwischen den Expeditionen war er auch als Kapitän der Hurtigruten tätig. Wie sein Namensgeber erkundet nun die Otto Sverdrup neben der schroffen norwegischen Küste auch die arktischen Regionen. ChrEck

„Grüner“ Neustart im nächsten Frühjahr

Die von dem ehemaligen Cuxport-Geschäftsführer Heinrich Ahlers, dem Unternehmensberater Ulrich Kalthoff und einem Hamburger Unternehmen neu gegründete Elbferry GmbH will mit der von der norwegischen Reederei Fjord1 ASA zu charternden oder möglicherweise zu erwerbenden und in Greenferry I umzubenennenden Flüssigerdgas-Fähre Fanafjord die Fährverbindung zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven am März 2021 wiederbeleben. Die 2007 erbaute und 100 m lange Doppelendfähre, auf der 600 Personen sowie 150 PKW und 28 Lkw Platz finden, wird derzeit bei einer Werft auf ihren neuen Einsatz vorbereitet.

Nach Angaben von Elbferry ist ein Drei-Stunden-Takt geplant, wobei die Transitzeit des mit umweltfreundlichem LNG betriebenen Schiffes bei maximal einer Stunden liegen wird. Aus verschiedenen Gründen – vor allem wegen des Einsatzes nicht optimal für dieses durch Revier geeigneter Schiffe – waren die letzten drei Vorgängergesellschaften gescheitert. So hatte die Elb-Link Fährgesellschaft im November 2017 nach nur wenigen Monaten Insolvenz beantragt. Davor hatte bereits die Elb-Link-Reederei, den Betrieb eingestellt. Sie hatte die Strecke mit zwei Schiffen bedient. Von 1999 bis 2001 pendelte die Elbe-Ferry zwischen den Anlegern in den beiden Häfen ohne den erhofften wirtschaftlichen Erfolg. JPM