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PONANT übernimmt offiziell Le Commandant Charcot

Pressemitteilung

Revolutionäres Polarexpeditionsschiff jetzt offiziell Teil der Flotte

Es ist der siebte Neubau in vier Jahren: Mit der Übernahme der Le Commandant Charcot gehört die Flotte von PONANT zu den modernsten und umweltfreundlichsten auf dem Markt. Ende letzter Woche, am 29. Juli 2021, wurde das erste hybride elektrische Polarexpeditionsschiff auf der VARD-Werft, einer Tochtergesellschaft der Fincantieri, in Norwegen im Rahmen einer Flaggentauschzeremonie offiziell an PONANT übergeben. Es dauerte insgesamt sechs intensive Jahre, von den ersten Skizzen bis zum fertigen Schiff, bis die Le Commandant Charcot als mittlerweile dreizehntes Schiff in der Flotte begrüßt werden konnte. Das französische Unternehmen hat sich mit einer Vielzahl von Experten auf ihrem entsprechenden Gebiet zusammengetan, um dieses außergewöhnliche Schiff zu entwerfen und zu bauen, darunter Stirling Design International, Aker Arctic und VARD.

„Die Auslieferung der Le Commandant Charcot ist für das Unternehmen zugleich Höhepunkt und Beginn eines neuen Abenteuers. Der Bau dieses Schiffsprototyps stellte höchste Ansprüche an die Qualität. Ich bin stolz auf die Arbeit, die unsere Teams geleistet haben. Wir begrüßen in unserer Flotte ein Schiff, das so viel mehr bietet als nur eine Expeditionsreise, sondern eine wirklich inspirierende und faszinierende Entdeckung und Erkundung einer noch wenig bekannten Polarwelt“, so Hervé Gastinel, CEO von PONANT.

Foto: Kristin Stoylen

Ein bahnbrechendes Schiff für die Erkundung und Entdeckung der Polarwelt

Ausgestattet mit nur 125 Kabinen ist die Le Commandant Charcot das erste hybride elektrische Polarexpeditionsschiff, das mit LNG (Liquefied Natural Gas) betrieben wird. Eine wichtige Premiere die das Engagement des Unternehmens für einen nachhaltigen Tourismus stärkt. Der Neubau verfügt über die Eisklasse PC2 und echte Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit, Technik und Navigation im Eis. Damit nimmt es Kurs auf die entlegensten Polarregionen, die bislang kaum von klassischen Expeditionsschiffen angesteuert werden können, wie etwa den geografischen Nordpol. Auch die Wissenschaft soll von diesen neuen Möglichkeiten der Passagierschifffahrt profitieren. Als sogenanntes „Schiff der Möglichkeiten“ ist die Le Commandant Charcot mit Einrichtungen und Geräten für die Forschung ausgestattet und bietet den Wissenschaftlern an Bord eine Plattform für Beobachtung, Forschung und Analyse, um Wasser, Luft, Eis und Biodiversität in extremen Polarregionen zu untersuchen.

Für die Gäste an Bord der Le Commandant Charcot wird eine Vielzahl von Aktivitäten angeboten, dazu zählen die sogenannte Citizen Science (partizipative Wissenschaft), Vorträge von Experten, Kajakfahren, Fahrten mit Luftkissenfahrzeugen, Wandern, Eisfischen, Eisbaden und viele mehr. Mit Platz für bis zu 245 Gäste wird die Le Commandant Charcot jenseits der Polarkreise, im Herzen rauer Landschaften, unterwegs sein, die bisher nur sehr wenige Menschen betreten haben, wie den geografischen Nordpol, den Nationalpark Nordostgrönlands, die Umrundung des Spitzbergen-Archipels, die Bellingshausen-See, die Inseln Charcot und Peter-I., das Weddellmeer und das Larsen-Schelfeis. Bisher unzugängliche Routen und nie zuvor angebotene Aktivitäten ermöglichen Reisenden ein beispielloses Eintauchen in dieses weiße Paradies. 

Text: PM PONANT

Longyearbyen: Tender-Neubau für Kooperation mit Ponant bestellt

Die Verwaltung des Spitzbergen-Hafens Longyearbyen hat mit der französischen Kreuzfahrtreederei Ponant eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Sie sieht den Bau und Betrieb eines Hafenlogistik-Schiffes zur Bedienung ihrer Expeditionsschiffe bei Anläufen dieses auch über einen Flughafen verfügenden und deshalb häufig auch für Passagierwechsel genutzten Arktis-Hafens vor. Hintergrund ist die wasserseitige Ver- und Entsorgung des neuen Flaggschiffes der Reederei, ihres derzeit beim norwegischen Vard-Werftbetrieb in Sövik in der Endausrüstung befindlichen ersten über die Eisklasse PC2 verfügenden Luxus-Expeditionsschiff-Neubaus Le Commandant Charcot, der mit seinem Tiefgang von 10 m an keinem der Kais von Longyearbyen direkt festmachen kann und deshalb auf Reede ankern muss. Wegen seines großen Tiefgangs war der auch u.a. mit verflüssigtem Erdgas (LNG) und Batterie zu betreibende 31757-BRZ-Polarexpeditionskreuzer bereits während seiner Komplettierungsphase von der norwegischen Vard-Werft nach Saint-Nazaire Frankreich verschleppt worden, weil vor Ort kein für die Installation der beiden je 17 MW leistenden-Azipod VI-Antriebe mit jeweils einem fünfflügeligen Propeller in den in Rumänien gebauten Kasko geeignetes Dock zur Verfügung stand.

Bei dem vom Port of Longyearbyen als Werft-Nr. 41 bei der erst 2012 gegründeten Werft Lextor Marin AS in Bolandet (Fosnavag) südlich von Alesund bestellten Neubau handelt es sich um einen 15 m langen und 5 m breiten Katamaran mit einer bis 20 t belastbaren Decksfläche von mehr als 40 Quadratmetern, der u.a. mit einem 8 t hebenden Faltkran im Vorschiffsbereich ausgerüstet wird. Seine Hauptaufgabe ist es, im Hafenbereich vor Anker liegende Schiffe nicht nur mit Versorgungsgütern, Ersatzteilen, Post, Gepäck usw. zu beliefern, sondern ihnen auch z. T. vorsortierte oder behandelte Abfälle sowie flüssiges Entsorgungsgut wie vegetabilische oder mineralische Altöle bzw. Schlämme oder Gemische (Sludge) zum Recycling bzw. Entsorgung abzunehmen. Als Antrieb kommen zwei Motoren mit einer Gesamtleistung von 660 PS zum Einbau, die auf feste Wellen und Propeller arbeiten. Zur Verbesserung der Manövrierfähigkeit wird der mit den erforderlichen Kommunikations- und Navigationsanlagen auszustattende Tender, der nach Angaben von Hafenchef Kjetil Braten selbstverständlich bei Bedarf auch allen anderen Kunden des Hafens zur Verfügung steht, auch mit einem Bugstrahler ausgerüstet.

Foto: Le Commandant-Charcot © Ponant – Stirling Design International

Da die Indienststellung des neuen Tenders für Ende Juli dieses Jahres geplant ist, könnte es dann auch zu einer Premiere – wenn nicht auch Taufe – kommen, da am 24. Juli in Longyearbyen auch die verzögerte 15-Nächte Jungfern-Rundreise der Le Commandant Charcot zum geografischen Nordpol beginnen soll und sich die beiden Flaggschiff-Neubauten dann erstmals begegnen dürften. JPM

Erst im Juli auf Jungfernreise zum Nordpol: Neues Ponant-Flaggschiff kommt mit zweimonatiger Verspätung in Fahrt

Ursprünglich im April/Mai dieses Jahres unter französischer Flagge als neues Flaggschiff der auf Expeditionsreisen fokussierten Reederei Ponant in Fahrt kommen sollte der über eine auch für den Betrieb mit Flüssiggas (LNG) geeignete Hybrid-Antriebsanlage verfügende Kreuzfahrt-Eisbrecher Le Commandant Charcot. Da der derzeit noch in Norwegen an der Werft liegende Neubau Pandemie-bedingt nunmehr erst im Juli in Dienst gestellt werden kann, mussten die ersten zum Teil bereits gebuchten Reisen abgesagt werden. Den Gästen wurden Umbuchungen bzw. Rückerstattungen angeboten. Seine Jungfernreise von Longyearbyen zum geographischen Nordpol soll das einzigartige Schiff nunmehr am 24. Juli antreten.

Der im Dezember 2017 für rd. 274 Millionen Euro bei der norwegischen Fincantieri-Werfttochter Vard bestellte 31757-BRZ-Neubau, der dank seiner Eisverstärkungen mit Polarklasse PC2 und eines innovativen Streckenführungsprogramms auch für gängige Expeditionsschiffe unzugängliche Polarrouten wie den geografischen Nordpol, das Rossmeer, die Weddel-See oder die Charcot-Insel befahren kann, war im Dezember 2018 beim rumänischen Vard-Werftbetrieb in Tulcea auf Kiel gelegt worden. Nach der Fertigstellung des fahrklaren Kaskos ging es am 19. März dieses Jahres über eine Strecke von rd. 5000 Meilen über das Schwarze Meer, durch das Mittelmeer, die Biskaya und durch den Ärmelkanal an die norwegische Küste, wo der nach dem als „Gentleman der Pole“ bekannte französische Entdecker Jean-Baptiste Charcot benannte Neubau Ende April zur Komplettierung des Innenausbaus und der Endausrüstung am Ausrüstungskai des Vard-Werftbetriebes in Sövik eintraf. Bei der Überführung kam es am 13. April vor Gibraltar zu einem seltenen Treffen von gleich vier Ponant-Schiffen, als die drei auf der Reise nach Marseille befindlichen Schwesterschiffe L’Austral, Le Boréal und Le Lyrial in enger Formation den noch unter Werftflagge fahrenden Polarkreuzer passierten.

Der Entwurf des weltweit ersten Luxuseisbrechers für Kreuzfahrten mit LNG/Elektro-Hybridantrieb, der nach den Vorschriften und unter Aufsicht der französischen Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas erbaut wird, stammt von Stirling Design International (SDI) in Nantes. Bei der Entwicklung des 150 m langen, 25,60 m breiten und 10 m tiefgehenden Schiffes wurde eng mit Aker Arctic zusammen gearbeitet, um auf deren auf Eisbrechern und Polar-Versorgern bewährtes Double-Action-System (DAS) zurückgreifen zu können. Damit soll das Schiff nicht nur in der Vorwärtsfahrt mit mittlerem, mehrjährigem Treibeis klar kommen, sondern bei Rückwärtsfahrt auch extreme Eis-Situationen beherrschen und durch bis zu 2,5 Meter dickes, mehrjähriges Packeis fahren können. Mit den von Wärtsilä gelieferten Dual-Fuel-Motoren soll das neue Ponant-Flaggschiff auch umweltfreundliches verflüssigtes Erdgas (LNG) als Treibstoff nutzen können. Die LNG-Tanks – die Gasanlage wurde von GTT zugeliefert – sind so dimensioniert, dass das bei Lieferengpässen auch mit Marinediesel zu betreibende Schiff nur wenige Bunkerungen benötigt. Zusätzlich verfügt das Schiff über Hochleistungsakkus, so dass es kürzere Strecken komplett emissionsfrei mit Elektroantrieb betrieben werden kann. Die beiden Azipod-VI-Antriebe mit sechs Meter im Durchmesser grossen Propellern wurden von ABB zugeliefert. Weil es wegen der Pandemie in Norwegen Probleme gab und vor Ort wegen des extremen Tiefgang des Schiffes auch kein geeignetes Dock für die Installation gefunden werden konnte, wurde der Neubau nach Frankreich zurückgeschleppt, wo zwischen dem 21.7. und 3.8.2020 im Dock der Chantiers de l’Atlantique in Saint Nazaire der Einbau der Antriebe erledigt werden konnte, bevor es wieder zurück nach Norwegen ging. Mit einer kombinierten Leistung des Antriebs von 34 MW soll eine Geschwindigkeit von 15 kn in offenem Wasser erreicht werden. Bunkertanks und Vorratsräume sind für eine Autonomie bis zu 1,5 Monaten dimensioniert.

In 135 Suiten, davon 68 mit Fensterfront und privater Terrasse, können 270 Gäste untergebracht werden. Die Besatzung umfasst 187 Personen. Den Gästen stehen neben einer verglasten Aussichts-Lounge auf dem Oberdeck u.a. zwei Panorama-Restaurants und ein Grill-Restaurant sowie eine Außen-Lounge auf dem Achterschiff zur Verfügung. Für Exkursionen wird es u.a. 16 Zodiacs sowie zwei in Hangars auf dem Vorschiff untergebrachte Helikopter geben. Eine weitere Besonderheit ist ein Pool über die gesamte Breite des Hecks. JPM