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„Express 5“ für Molslinjen zu Wasser

Nach Angaben der dänischen Reederei Molslinjen A/S wird ihr jüngster Neubau Express 5 – gemessen nach der Zahl der Fahrzeuge und Passagiere – die derzeit größte Schnellfähre der Welt.


Express 5, Foto: Austal

Der zwischen Rønne und Ystad einzusetzende Katamaran, der bis zu 1.610 Passagiere und 451 Autos auf seinen beiden Autodecks (617 Spurmeter) aufnehmen kann, wird vom Austal-Werftbetrieb in Cebu auf den Philippinen erstellt und hat jetzt nach mehreren Jahren in einer Halle erstmals Wasser unter seinen beiden Rümpfen.

Molslinjen hatte den Dienst nach Bornholm im Herbst 2018 übernommen. Seitdem wird die Ostseeinsel zunehmend von Touristen aus Dänemark und dem Ausland besucht. Das Interesse an Bornholm war so groß, dass die Kapazität der Fährverbindung schnell in Frage gestellt war. Deshalb beschloss Molslinjen gemeinsam mit dem Verkehrsministerium, den Bau der Express 5 bereits im Oktober 2019 für 83,65 Mio. Euro in Auftrag zu geben. Der erste Stahlschnitt für den als Werft-Nr. 423 geführten Neubau war am 8. Juli 2020 erfolgt.

Das in Aluminiumbauweise erstellte Schiff mit einer Länge von 115 m und einer Breite von 37 m, das eine Dienstgeschwindigkeit von 37 kn erreichen soll, verfügt über vier Wärtsilä-16-Zylinder-Viertaktmotoren des Typs W16V31 von zusammen 53684 PS, die für den Dual Fuel-Betrieb ausgelegt sind.

Die Arbeiten zur Fertigstellung und Endausrüstung der Express 5 werden nun auf dem Wasser fortgesetzt. Der Neubau soll mit knapp einjähriger Verzögerung um die Jahreswende 2022/2023 an Molslinjen geliefert werden. Die Fähre wird dann die lange Überführungsreise nach Bornholm und zum Heimathafen Rønne antreten, wo die Express 5 am 20. März 2023 zu ihrer ersten Passagierfahrt starten soll. JPM

2020 mehr als 1,9 Passagiere abgefertigt: Hafen Ystad bereit für neue Fähren

Mit Fördermitteln der Europäischen Union hat der schwedische Hafen Ystad seine seeseitige Infrastruktur deutlich verbessert: Neben zwei neuen Fähranlegern wurden auch die bestehenden Liegeplätze ausgebaut. Jetzt wollen Hafenverwaltung und Kunden die größeren Potentiale heben: Mit ausgebautem Hinterland und dem Einsatz neuer und effizienterer Fähren. Für Verkehre von Zentral- und Osteuropa nach Stockholm, Göteborg oder Mittelschweden ist Ystad schon heute ein wichtiger Knotenpunkt.

Animation: Bornholmslinjen

Trotz pandemiebedingter leichter Rückgänge im Jahr 2020 wurden zuletzt 2,6 Millionen Tonnen Ladung und knapp 210.000 Frachteinheiten in Ystad umgeschlagen. Noch stärker ist der Standort im Passagierverkehr: 2020 nutzten mehr als 1,9 Millionen Passagiere das Angebot der Fährlinien von und nach Ystad, dabei wurden mehr als 600.000 Pkw befördert. Um den landseitigen Anschluss nach Norden und in Richtung Öresundregion weiter zu verbessern, setzt sich die Hafenverwaltung für einen Ausbau der Zufahrtsstraße E65 von Ystad nach Malmö ein. Die Maßnahme könnte den Hafenverkehr insbesondere zu Stoßzeiten entzerren und die Fahrzeiten in die Metropolen Malmö, Göteborg und Stockholm deutlich verkürzen. In Folge des seeseitigen Ausbaus setzen auch die Kunden des Hafens auf Wachstum: Die dänische Reederei Bornholmslinjen plant im Frühjahr 2022 mit der bei der Austal-Werft 5 in Cebu auf den Philippinen für 83, 65 Mio. Euro (136 Mio. AUD) mit Sektionszulieferungen von der Schwesterwerft im vietnamesischen Vung Tau in Bau befindlichen Express 5 den größten Katamaran der Welt auf der Route Ystad-Rønne/Bornholm einzusetzen. Das 115 Meter lange, 30 m breite Aluminiumschiff, das mit vier 16-Zylinder-4-Tktmotordeen des Typs W16V31 mit zusammen 53694 PS von Wärtsilä als Antrieb ausgerüstet wird und durch seine DF-Auslegung auch alternative Treibstoffe verbrennen kann, bietet Platz für 1.610 Passagiere und 451 Pkw. Brennstart für den als Werft-Nr.423 geführten RoPax-Neubau war am 8. Juli 2020.

Knotenpunkt in Südschweden: der Hafen Ystad und seine neuen Fähranleger. Foto: Ystad Hamn

Die Route Ystad-Rønne ist die kürzeste Verbindung nach Bornholm, und konnte auch im Coronajahr 2020 dank des hohen dänischen Inlandsreiseverkehrs stabile Passagierzahlen vermelden. Auf den Verbindungen nach Swinoujscie haben die beiden Reedereien Unity Line und Polferries im letzten Jahr den Transportkorridor zwischen Schweden und Polen aufrechterhalten. Angesichts des stetigen Wachstums der Passagier- und Frachtverkehre plant die Reederei Polferries nun die Verlängerung einer Ihrer Fähren, sowie die Bestellung einer brandneuen Fähre für 2024. „Wir freuen uns über den Ausbau unseres Hafens, ruhen uns aber darauf nicht aus. Mit dem Commitment der Kunden und einer stärkeren Infrastruktur im Hinterland sind wir zuversichtlich, dass das starke Wachstum des Standorts der letzten Jahre in allen Segmenten auch in Zukunft weitergehen kann. In Bezug auf Deutschland sind wir optimistisch, dass wir im Sommer viele Tagesgäste und Urlauber aus Sassnitz und von der Insel Rügen bei uns begrüßen können“, sagt der Geschäftsführer der Hafenverwaltung Ystad Hamn, Björn Boström. JPM