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Segelschiff Eye of the Wind nimmt Kurs auf Island

Pressemitteilung

Rückkehr zur Atlantik-Insel nach einem halben Jahrhundert

Seit 111 Jahren ist der Zweimaster Eye of the Wind auf den Ozeanen der Welt unterwegs. Nach seinem Stapellauf im Jahr 1911 wurde das legendäre Schiff auf vielfältige Weise genutzt, unter anderem in der Südamerikafahrt, als Filmkulisse in Hollywood-Produktionen und – zeitweise umgebaut zum Motorschiff – für den Heringsfang vor Island. Dorthin kehrt der Windjammer im August 2022 zurück – mit einer segelbegeisterten Besatzung und reisefreudigen Passagieren.

Foto: FORUM train & sail

Eine segelnde Legende mit Hollywood-Vergangenheit
Die maritime Zeitreise des Schiffs beginnt im Jahr 1911, als ein in Brake an der Unterweser gebauter Gaffelschoner mit dem Namen Friedrich im Hamburger Schifffahrtsregister eingetragen wird. Nach mehreren Eignerwechseln und Namensänderungen, einer Strandung und einem Brand im Maschinenraum scheint das Ende im Jahr 1970 unausweichlich. Stattdessen beginnen englische Segelschiffs-Enthusiasten damit, den Rumpf komplett neu aufzuriggen. 1976 ist der Zweimaster unter seinem neuen Namen Eye of the Wind dann bereit, großen Abenteuern auf See entgegenzufahren. Einer Umrundung des Globus folgt die Expeditionsreise „Operation Drake“ unter der Schirmherrschaft Seiner Königlichen Hoheit Prince Charles.

Das Erscheinungsbild der Eye of the Wind erregt in der Filmbranche Aufmerksamkeit, und so trotzt die Eye of the Wind auch vor der Kamera wilden Stürmen, strandet, brennt aus und sinkt. Namhafte Hollywood-Stars wie Brooke Shields und die beiden Oscar®-Preisträger Tommy Lee Jones und Jeff Bridges nehmen auf der seetüchtigen Brigg das Steuerrad in die Hand. In den Filmen „Die Blaue Lagune“, „White Squall – Reißende Strömung“ und anderen Abenteuerstreifen dient die segelnde Hollywood-Diva als Handlungsschauplatz.

Fangfahrt vor Island

Von 1946 bis 1966 nutzt ein schwedischer Reeder das mittlerweile in Merry umbenannte und hauptsächlich als Frachtschoner eingesetzte Schiff in den Sommermonaten für die Treibnetzfischerei. Bei der ersten Fahrt nach Island sind Fischer aus dem schwedischen Küstenort Mollösund an Bord, zur Besatzung gehören neben dem Kapitän und dem Steuermann ein Smutje und vier bis sieben Matrosen. Die Islandfahrt ist nicht immer ungefährlich: Im August 1948 rammt ein norwegisches Fischereimotorschiff mitten in der Nacht die Merry nördlich von Island und beschädigt sie schwer. Ende der 1950er-Jahre entwickelt sich die Fischerei vor Island rückläufig, die Heringsvorkommen werden geringer. Merry ist inzwischen in Rose Marie umbenannt worden und 1962 einer von nur noch drei Schonern auf Heringsfang vor Island. Umgebaut zum Motorschiff, wird 1966 aus der Rose Marie wieder Merry, im gleichen Jahr fährt sie ein letztes Mal zum Heringsfang.

Komfortable Kojen im einstigen Laderaum

Im August 2022 kehrt die Eye of the Wind nun für insgesamt vier Wochen zurück in die Gewässer rund um Island. Auf dem Reiseplan stehen Hafenbesuche in Reykjavík, Grundarfjörður und Ísafjörður. Wo vor über einem halben Jahrhundert silberne Heringe den Laderaum des Schiffs füllten, befinden sich heute sechs Gästekabinen, die eine einzigartige Atmosphäre aus seemännischer Tradition und modernem Reisekomfort vermitteln. „Wir erwarten einen in nautischer Hinsicht anspruchsvollen Törn, gleichzeitig freuen wir uns darauf, unter Segeln den 66. nördlichen Breitengrad zu erreichen“, beschreibt Kapitänin Megan Watt die Stimmung unter ihren Besatzungsmitgliedern. „Im Kielwasser der Heringsfänger des letzten Jahrhunderts zu fahren, wird ein ganz besonderes Erlebnis, denn wir sind uns der langen und abwechslungsreichen Geschichte unseres Schiffs bis in die Gegenwart hinein sehr bewusst“, ergänzt die 35-jährige Schiffsführerin.

Unterwegs auf allen Meeren
Die Eye of the Wind wird weltweit für Segeltörns und Führungskräfte-Trainings auf See genutzt. Ausgangspunkt der Island-Expedition ist Kiel; von dort aus geht es in mehreren Einzel-Etappen über Kopenhagen, Göteborg, Stavanger und die Färöer-Inseln zur „Insel aus Feuer und Eis“. Im Spätsommer und Herbst wird der Windjammer dann Schottland und Reiseziele entlang der europäischen Westküste ansteuern, anschließend Kurs auf die Kanarischen Inseln und weiter ins Karibische Meer nehmen. Mitreisende jeden Alters sind an Bord willkommen, seglerische Vorkenntnisse sind für eine Törn-Teilnahme nicht erforderlich. Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird der Zugang zum „Sailtraining“ an Bord eines traditionellen Segelschiffs erleichtert: Törn-Teilnehmer/innen im Alter von 16 bis 25 Jahren fahren als Segel-Trainees zur Hälfte des regulären Preises mit.

Text: PM FORUM TRAIN & SAIL GMBH