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Mit Siemens-Batterie: Weltgrößte vollelektrische Fähre in Dienst gestellt

Am 1. März um 08.00 Uhr ist mit der Bastø Electric, die weltweit größte vollelektrische Fähre, auf der Strecke zwischen Moss und Horten in Dienst gestellt worden. Bei dem 139,2 m langen und 21 m breiten Neubau handelt es sich um die erste von drei batteriebetriebenen Fähren, die von der Reederei Bastø Fosen auf der Strecke über den Oslo-Fjord in nächster Zeit eingesetzt werden. Mit den Fähren zwischen Moss und Horten werden bei 20 bis 24 Abfahrten pro Tag jährlich 3,8 Millionen Passagiere und 1,8 Millionen Fahrzeuge befördert. Mit der neuen Fähren sollen die Emissionen auf Norwegens verkehrsreichster Fährverbindung im Laufe des Jahres 2022 gegenüber 2020 um 75 Prozent gesenkt – das entspricht etwa 10.000 neuen Autos mit Verbrennungsmotor.

„Wir wollen zum grünen Wandel beitragen. Der Bau der Bastø Electric ist nicht nur für uns ein Meilenstein, sondern auch für die Entwicklung emissionsfreier Fährtechnologien in Norwegen und international“, sagt Øyvind Lund, CEO von Bastø Fosen. Der für 600 Gäste sowie 200 Pkw bzw. 24 Lkw ausgelegte Neubau wurde in der Türkei erstellt. Sowohl Batterie- als auch Ladesysteme zum Schnellladen werden für alle drei Fähren von der Batteriefabrik von Siemens Energy in Trondheim zugeliefert. Die Batterien an Bord haben eine Kapazität von 4.300 kWh oder ungefähr so viel wie die Batterien von 107 Pkw des Typs Nissan Leaf. Das Ladesystem, das bis zu 9.000 kW liefert, ermöglicht die Aufladung der Batterien bei jedem Festmachen. „Die Elektrifizierung des Schiffsverkehrs ist eine der wirksamsten Maßnahmen, die wir als Gesellschaft ergreifen können, um zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beizutragen. Norwegen ist weltweit führend bei der Entwicklung dieser Art von Technologie. Im Laufe des Jahres werden wir in Norwegen bis zu 70 elektrische Fähren haben“, kündigt Bjørn Einar Brath, CEO von Siemens Energy, an. JPM

FSG-Neubau wird von Fosen fertiggestellt

Seit dem 1. September d.J. ist die Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) wieder in der Hand der Tennor-Gesellschaft des Investors Lars Windhorst. Doch gestaltet sich der Neustart des traditionsreichen Unternehmens nach der zweiten Insolvenz schwierig. Zwar kann die „neue“ FSG mit der Hälfte der Belegschaft weiterarbeiten und ist weitgehend von Schulden befreit, doch für die verbliebenen 360 der ehemals 650 Beschäftigten der Werft, die am 2. November mit dem zuvor in der Geschäftsführung der German Naval Yards in Kiel tätigen Philipp Maracke (40) auch einen neuen Chef erhält, gibt es derzeit wenig zu tun. Neue Aufträge konnten zwischenzeitlich noch nicht herein geholt werden und am 25. Oktober hat auch die seit ihrem Stapellauf Mitte Dezember 2018 am Ausrüstungskai liegende Ro/Pax-Fähre (Bau-Nr. 774) ihre Bauwerft in halbfertigem Zustand verlassen.

Dabei handelt es sich um ein bereits im Juni 2017 von der französischen Reederei Brittany Ferries zur Lieferung im April 2019 für rd. 200 Mio. Euro bestelltes 42400-BRZ-Schiff mit Flüssiggas (LNG) Antrieb, das als Honfleur auf der Route Caen-Portsmouth zum Einsatz kommen sollte. Aufgrund der Verzögerungen war die Reederei im Juni dieses Jahres von dem Auftrag zurückgetreten. Im Zuge der vorangegangenen Insolvenz wurde das angearbeitete Schiff von dem früheren Eigner der Werft, der norwegischen Siem-Gruppe, erworben. Sie hat mit der norwegischen Fosen Yard AS in Rissa einen Vertrag zur Komplettierung und Endausrüstung des Neubaus unterzeichnet. Als Anhang der Schlepper Svitzer Thor und Carlo Martello wird der Rohbau des 187 m langen und 31 m breiten Schiffes, das über 2000 Spurmeter für rollende Ladung (ca. 120 Trailer) und 261 Kabinen verfügt sowie maximal 1680 Gäste befördern soll, an diesem Wochenende (31.Okt./1.Nov.) in Rissa erwartet. Dort soll das Schiff bis Ende April/Anfang Mai 2021 fertiggestellt werden und von der Siem-Gruppe – wie zahlreiche andere Neubauten der Werft zuvor – verchartert und/oder verkauft werden. Über den mit Fosen ausgehandelten Preis für die Komplettierung wurden keine Angaben gemacht, ebensowenig wie darüber, ob auch der ursprüngliche Auftraggeber zu den potenziellen Interessenten für den Neubau gehört. JPM

Corona trifft jetzt auch die Fährgesellschaften

Die Entwicklung im Reiseverkehr schien sich im Sommer zu normalisieren. Doch spätestens seit dieser Woche ist klar, es wird ein sehr ungemütlicher Winter. Die Fährreedereien stellen die Weichen für den Winter. Zusätzlich belastet noch der Brexit in Westeuropa den Fährmarkt.

Die Color Line wollte eigentlich im Oktober das 30 jährige Jubiläum der Gründung feiern. Doch statt Freude und Feste bereitet Reedereivorstand Trond Kleivdal das Unternehmen auf einen stürmischen Winter vor.

Bereits im ersten Halbjahr 2020 hat die Reederei durch eine fast dreimonatige Unterbrechung auf der Linie Kiel-Oslo einen Verlust von rund 500 Millionen norwegischer Kronen eingefahren.

Nachdem im Juni die Grenzen in Norwegen wieder geöffnet wurden, gab es zarte Entwarnung. Seit September ist jetzt wieder Unruhe im Haus. Die Linie Strömstad – Sandefjord wurde komplett eingestellt und die Linie Kiel-Oslo wieder auf eine Frachtlinie mit kleinem Kreuzfahrtangebot für norwegische Urlauber weiter betrieben.

Da auch in Norwegen die Regierung vor der Ausweitung der Pandemie warnt, ging die Nachfrage nach Kurzkreuzfahrten mit der Color Line deutlich zurück. „Deshalb musste die Reederei reagieren und wird eine der beiden Kreuzfahrtfähren auf der Route Kiel-Oslo durch eine Frachtfähre ersetzen“, sagte der deutsche Geschäftsführer Dirk Hundertmark.

Ab dem 4. November wird die Color Fantasy im Oslofjord geparkt. Grund sind die Reiseeinschränkungen und die damit einhergehenden Einbrüche bei den Buchungszahlen.

Eine Reaktivierung soll es laut Color Line erst geben, wenn sich das Infektionsgeschehen bessert und die Reisebeschränkungen der norwegischen Regierung gelockert werden. Die Schiffe verfügen über knapp 1000 Passagierkabinen für 2990 Passagiere. Auf den Fahrzeugdecks ist Platz für 1270 Lademeter, was etwa 120 Ladungseinheiten entspricht. Das jüngere Schwesterschiff Color Magic wird weiter im Liniendienst bleiben und nur norwegische Kreuzfahrtpassagiere und Lastwagen befördern.

Die norwegischen Passagiere dürfen in Kiel aber nicht an Land. „Die Kapazitätsreduzierung ist leider erneut erforderlich. Es ist auch von entscheidender Bedeutung, dass die norwegische Regierung und das Parlament im Herbst und auch für das nächste Jahr Entschädigungsregelungen vorsehen“, sagt Trond Kleivdal, Vorstand der Color Line.

Color Magic, Foto: enapress.com

Die Reederei hat bereits im ersten Halbjahr einen Verlust von umgerechnet 45 Millionen Euro eingefahren und mit drastischen Maßnahmen versucht, die Kosten zu reduzieren. Die 2004 gebaute Color Fantasy und die drei Jahre jüngere Color Magic fahren seit Ende August nur als Kreuzfahrtschiffe für norwegische Gäste.

Deutsche Urlauber dürfen wegen der strikten Abschottung Norwegens seit August nicht mehr an Bord. Bereits eingestellt wurde die Verbindung zwischen Sandefjord in Norwegen und Strömstad in Schweden. Die Schiffe Color Hybrid und Color Viking liegen auf. Auch der Wettbewerber Fjord Line nimmt eine Fähre außer Betrieb nehmen und kündigte einen Personalabbau an.

Gleichzeitig wird der Ruf nach staatlichen Hilfen laut. In einem weiteren Schritt hatte die Reederei im September einen Hybrid-Kredit über 44 Millionen Euro aufgenommen und den Abbau von 300 der 2400 Mitarbeiter eingeleitet. Mit der Stilllegung der Color Fantasy sollen nach Angaben der Reederei weitere 400 Mitarbeiter vorübergehend entlassen werden.

Damit der Gütertransport nicht leidet, wird in den Fahrplan der Color Fantasy die Frachtfähre Color Carrier eingesetzt. Die Color Carrier hat auf ihren Fahrzeugdecks 1775 Lademeter – 500 mehr als die Fantasy. „Die Aufrechterhaltung des Güterverkehrs ist für die Lieferketten sehr wichtig“, so Hundertmark. FB

Tallink ist die erste Reederei, die das Label Sustainable Travel Finland erhält

Pressemitteilung

Tallink Silja ist das erste Reedereiunternehmen, welches das von Visit Finland entwickelte Label Sustainable Travel Finland erhalten hat. Das Label ist für Unternehmen bestimmt, die im finnischen Tourismussektor sowie in den finnischen Tourismusregionen tätig sind. Das dem Unternehmen verliehene Label Sustainable Travel Finland erkennt an, dass Tallink Silja die von Visit Finland festgelegten Kriterien für wirtschaftliche, ökologische, soziale und kulturelle Nachhaltigkeit vollständig erfüllt.

„Uns war von Anfang an klar, dass wir Teil der Entwicklung eines nachhaltigen Reisens in Finnland sein und diese Botschaft weit und breit verbreiten möchten. Wir haben die verschiedenen Kriterien des Labels vollständig erfüllt und uns gründlich mit dem Programm für nachhaltiges Reisen in Finnland vertraut gemacht. Nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Reisen ist für uns als Reederei die Lebensader und wir sind ständig bemüht, besser zu werden, da immer neue Höhen erreicht werden müssen und die Arbeit noch nicht abgeschlossen ist “, kommentierte Margus Schults, CEO von Tallink Silja OY, die Auszeichnung mit dem Label Sustainable Travel Finland.

„Umwelt, soziale Verantwortung und nachhaltige Entwicklung sind ein wichtiger Bestandteil der Geschäftstätigkeit von Tallink Silja. Wir sind stolz auf das Label Sustainable Travel Finland, das wir erhalten haben. Die Verantwortung für unsere Umwelt ist jedermanns Aufgabe. Wir sind gemeinsam dabei und hoffen, dass unser Beispiel auch andere Unternehmen der Reisebranche dazu inspirieren kann, sich uns anzuschließen, um das Reisen nachhaltiger zu gestalten“, fuhr Schults fort.

Die finnischen Unternehmen der Reisebranche und die Reiseregionen, denen das Label verliehen wurde, haben sich verpflichtet, zusammenzuarbeiten, um das Reisen nachhaltiger zu gestalten. Jede Organisation hat die einheitlichen Kriterien erfüllt, einen nachhaltigen Reiseaktionsplan erstellt und an Schulungen teilgenommen.

Foto: Jens Meyer

„Das finnische Küstenland und der Archipel der Ostsee sind für viele Finnen die Heimat oder das Urlaubsziel, und das Bewusstsein für das Wohlergehen der Ostsee wächst. Es ist wirklich beeindruckend, wie Tallink Silja sich um die Umwelt kümmert, in der das Unternehmen operiert und die Liste konkreter Maßnahmen zur Gewährleistung eines nachhaltigen Reisens ist in der Tat umfangreich. Tallink Silja ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie soziale Verantwortung von Unternehmen die wesentliche Säule von Aktivitäten sein kann“, sagte Liisa Kokkarinen, Projektleiterin für nachhaltiges Reisen bei Visit Finland.

„Für unsere internationalen Kunden, die Finnland mehr denn je besuchen, wird nachhaltiges Reisen für die Zukunft immer wichtiger. Wir haben lange Zeit in verschiedenen Bereichen unserer Branche sehr hart gearbeitet, um nachhaltigere Produkte zu entwickeln. Bei Visit Finland möchten wir Finnland international als nachhaltiges Reiseziel fördern, das Reisenden auf der ganzen Welt auf lange Sicht bedeutende Reiseerlebnisse bietet“, kommentierte Nina Tähtinen, Leiterin des internationalen Vertriebs bei Tallink Silja.

Das Label Sustainable Travel Finland zielt zusammen mit seiner Agenda für nachhaltige Entwicklung darauf ab, den Bereich des nachhaltigen Reisens in Finnland zu entwickeln, Finnland als nachhaltiges Reiseziel besser zu fördern, Reisenden bei der Auswahl ihrer Reiseziele zu helfen und die Zusammenarbeit im Bereich des nachhaltigen Reisens innerhalb des Tourismus zu verbessern. Bisher haben rund 50 finnische Tourismusunternehmen oder Tourismusregionen in Finnland das Label erhalten.

Mehr zu Sustainable Travel Finland: https://www.businessfinland.fi/en/do-business-with-finland/visit-finland/sustainable-travel-finland-label/

Text: PM Tallink Silja GmbH