Schlagwort: Fincantieri

Mit europäischem Know-how: China vor weiterem Meilenstein im Bau von Kreuzfahrtschiffen

Nachdem China als weltgrösste Schiffbau-Nation bereits mit der Fertigstellung der ersten drei von sieben für amerikanische Rechnung (SunStone) bestimmten und nach norwegischen Plänen (Ulstein) sowie mit umfangreichen europäischen Zulieferungspaketen fertiggestellten Expeditionskreuzfahrtschiffen der Infinity-Klasse große Beachtung gefunden hat, sind jetzt auch signifikante Fortschritte beim vor allem durch italienische Partner unterstützten Bau von sehr großen Kreuzfahrtschiffen für den heimischen Markt zu vermelden.

Animation: Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding (SWS)

Erst vor wenigen Tagen hat die italienische Klassifikationsgesellschaft RINA bekanntgegeben, dass das bei der zur staatlichen China State Shipbuilding Corporation (CSSC)-Holding gehörenden Werft Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding Co. Ltd. (SWS) in Bau befindliche erste große Kreuzfahrtschiff für chinesische Rechnung nach ihren Vorschriften und unter ihrer Aufsicht erstellt wird. Der die Klasse-Zusatznotierungen „Green Plus“ und High Voltage Shore Connection (HVSC) erhaltende und den Biosafe Ship-Anforderungen von RINA für die an Bord-Infektionskontrolle entsprechende Neubau, ein 341 m langes und mit ca. 140 000 BRZ vermessenes Schiff für mehr als 6500 Personen, soll im Dezember 2025 geliefert werden. Man sei stolz darauf, mit beim Bau des bisher größten chinesischen Passagierschiffes mit SWS zusammenzuarbeiten.

Das Schiff ist Teil der 2017 von dem italienischen Fincantieri-Werftkonzern, der China State Shipbuilding Corporation und der Carnival Corporation & plc unterzeichneten Vereinbarungen im Wert von 1,5 Mrd. USD über den Bau von zunächst zwei Kreuzfahrtschiffen und vier weiteren als Option für die CSSC Carnival Cruise Shipping Ltd, ein Joint Venture von Carnival und CSSC. Die Münzzeremonie für das erste Schiff, für das u.a. 2800 Kabinen bei der Fincantieri-Tochter Marine Interiors bestellt wurden, hat bereits Anfang November 2020 bei der Kiellegung des ersten Blocks im erweiterten Trockendock Nr. 2 der erst 1999 an der Mündung des Yangtze gegründeten SWS-Werft stattgefunden.

Auf ihrer Website zeigt die Werft eine aus Design-Elementen der Carnival-Marken Costa und AIDA zusammengesetztes Rendering als Platzhalter für den ersten eigenen Kreuzfahrtneubau. Für seine Fertigung waren erst am 19. Juni zwei Schlüsselprojekte der Werft zum Abschluss gekommen. Dabei handelt es sich zum einen um die innerhalb von 20 Monaten erfolgte landseitige Erweiterung des 540 m langen Bau-Docks Nr. 2 um weitere 200 m. Das jetzt 740 m lange und 76 m breite Großdeck mit einem Gesamtumfang von 1,612 km verfügt damit über eine Fläche, die etwas sieben Standard-Fußballplätzen entsprecht. Darin können jährlich ein großes und ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff gleichzeitig montiert und ausgerüstet werden.

Nur 18 Monate erforderte die Erstellung der benachbarten Dünnblech-Werkstatthalle als zweites Schlüsselprojekts. In dem 450 m langen und 111 m breiten Gebäude mit einer Arbeitsfläche von 54396 qm, das mit modernsten computergestützten Technologien für die Stahlvorbehandlung und die Fertigung von Komponenten, Paneelen, Stahlstrukturen sowie Blöcken einschl. adäquater interner Transportfazilitäten ausgestattet wurde, wurde der Betrieb bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 aufgenommen. Schon während des Probebetriebs der ersten Stationen konnte innerhalb eines Monats das erste Los von zehn Dünnblech-Blöcken fertiggestellt werden. JPM

Mit Spannung erwartet: Holland America Line nimmt die neue Rotterdam in Empfang

Pressemitteilung

Holland America Line nahm heute, am 30. Juli 2021, die neue Rotterdam als elftes Schiff der Flotte in Empfang. Die feierliche Übergabe fand am Abend des 29. Juli in der Fincantieri-Werft in Marghera, Italien, in Anwesenheit des Kapitäns des Schiffes, Kapitän Werner Timmers, und Cyril Tatar, Vice President of Newbuilding Services der Holland America Group statt. Jan Swartz, Präsident der Holland America Group, und Gus Antorcha, Präsident der Holland America Line, übermittelten per Videobotschaft ihre Glückwünsche. Nach der Auslieferung wird die Rotterdam am 20. Oktober 2021 zu ihrer Transatlantiküberquerung von Amsterdam nach Fort Lauderdale in Betrieb genommen, um von dort ihre erste Saison in der Karibik anzutreten. Die Planung zur offiziellen Namensgebung ist noch nicht abgeschlossen und wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

 „Die Rotterdam ist eine Schönheit und wird ihrem Namen als neues Flaggschiff unserer Flotte alle Ehre machen. Sie setzt unsere Tradition der Exzellenz fort, die unsere Gäste seit fast 150 Jahren schätzen. Wir danken unseren Partnern bei Fincantieri und unseren eigenen Mitarbeitern, die unermüdlich daran gearbeitet haben, das Schiff in diesen schwierigen Zeiten termingerecht fertig zu stellen. Wir können es kaum erwarten, unsere Gäste in diesem Herbst an Bord zu begrüßen und stolz unser neues Schiff zu präsentieren.“ sagte Holland America Präsident Antorcha in seiner Videobotschaft.

Über die Rotterdam

Die Rotterdam ist das dritte Schiff der Pinnacle Class Serie und das siebte Schiff, das diesen Namen für Holland America Line trägt.  Sie bietet Platz für 2.668 Gäste bei 99.800 BRZ. Die Rotterdam hat all die besonderen Features, die mit ihren Schwesterschiffen Koningsdam und Nieuw Statendam eingeführt wurden, darunter die 270-Grad-Surround-Screen World Stage und den Music Walk, auf dem jeden Abend Live-Musik auf verschiedenen Bühnen angeboten wird. Das musikalische Spektrum reicht von  Klassik auf der Lincoln Center Stage bis Jazz und Blues im B.B. King’s Blues Club, härteren Klängen im Rolling Stone Rock Room und Chart Hits in Billboard Onboard.

Zu den weiteren Besonderheiten, die Holland America Line so viele treue Stammkunden bescheren, gehören außerdem der zugewandte, preisgekrönte Service, die hervorragend ausgestattete Kabinen und Suiten, einschließlich Familien- und Einzelzimmern sowie die gewohnt exquisite Küche unter der Leitung eines achtköpfigen Culinary Council. Neben dem beeindruckenden Dining Room erwarten die Gäste die Spezialitätenrestaurants Rudi’s Sel de Mer, eine französische Brasserie mit frischen Meeresfrüchten; Tamarind, das die Traditionen Südostasiens, Chinas und Japans verbindet; Nami Sushi mit köstlichem Sushi und asiatischen Spirituosen; Pinnacle Grill, das ultimative Steakhouse auf See; Canaletto mit italienischer Küche im Familienstil und Club Orange exklusiv für Gäste des Club Orange. 

Weitere kulinarische Treffpunkte sind das Grand Dutch Café, das Dive-In am Pool, das New York Deli und der Lido Market, der mit seinen thematischen Servierstationen Buffet-Konzept an Bord revolutionierte.

Die Geschichte des Namens Rotterdam

Das erste Schiff von Holland America Line war die Rotterdam I, die am 15. Oktober 1872 ihre Jungfernfahrt von den Niederlanden nach New York absolvierte und am 18. April 1873 zur Gründung des Unternehmens führte. Die Rotterdam II wurde 1878 für die British Ship Owners Co. gebaut und 1886 von Holland America Line gekauft. Die Rotterdam III kam 1897 hinzu und war bis 1906 im Dienst der Reederei. Die vierte Rotterdam wurde 1908 in die Flotte aufgenommen und diente am Ende des Ersten Weltkriegs auch als Truppentransporter. Nach dem Krieg machte sie regelmäßig Kreuzfahrten von New York ins Mittelmeer.

Die Rotterdam V, auch bekannt als „The Grande Dame“, stach 1959 in See und begann mit Transatlantiküberquerungen in zwei Klassen. Später, im Jahr 1969, wurde sie zu einem Einklassenschiff umgebaut. Sie fuhr 38 Jahre lang bis 1997 für Holland America Line, einschließlich mehrerer großer Weltreisen, und ist heute ein Hotel- und Museumsschiff in Rotterdam. Die Rotterdam VI wurde 1997 als erstes Schiff der R-Klasse vorgestellt. Die Rotterdam VII ist das 17. Schiff, das von der italienischen Fincantieri Werft für Holland America Line gebaut wurde.

Text: PM Holland America Line

Übergabe der MSC Seashore: MSC Cruises nimmt auf der Werft von Fincantieri das 19. Schiff seiner Flotte entgegen

Pressemitteilung

  • Das neue Flaggschiff von MSC Cruises verfügt über einige der neuesten und fortschrittlichsten Umwelttechnologien, die derzeit auf See verfügbar sind und bestätigt damit sein langjähriges Engagement für Nachhaltigkeit
  • Es ist das zweite neue Schiff, das in 2021 zur Flotte stößt und sie damit auf 19 Schiffe erweitert
  • Die MSC Seashore wird im Sommer Kreuzfahrten im Mittelmeer unternehmen, bevor sie für die Wintersaison ihren Heimathafen in Miami ansteuert

Die Kreuzfahrtsparte der MSC Group hat heute offiziell ihr neues Flaggschiff, die MSC Seashore, übernommen. Es ist das größte Kreuzfahrtschiff, das je in Italien gebaut wurde. Das Schwesterschiff, die MSC Seascape, wird derzeit in der Werft in Monfalcone gefertigt und soll im Winter 2022 in Dienst gestellt werden. Vier weitere Schiffe der MSC Luxusmarke Explora Journeys sind ebenfalls bei Fincantieri in Auftrag gegeben.

Anlässlich der Übergabe fand eine exklusive Zeremonie auf der Fincantieri-Werft in Monfalcone statt. Teilnehmer waren Pierfrancesco Vago, Executive Chairman von MSC Cruises, weitere Mitglieder der Familien Aponte und Aponte-Vago, Giampiero Massolo und Giuseppe Bono, Aufsichtsratsvorsitzender und CEO von Fincantieri, sowie Vertreter des MSC Neubauteams und weitere Führungskräfte und Werftmitarbeiter. Während der Zeremonie überreichte Roberto Olivari, Werftdirektor von Fincantieri, dem Kapitän der MSC Seashore, Giuseppe Galano, eine Ampulle mit dem Wasser, das den Schiffsrumpf berührte, als das Schiff erstmals zu Wasser gelassen wurde – eine Hommage an eine jahrhundertealte, maritime Tradition.

Gianluigi Aponte, Giuseppe Bono, Alexa Aponte-Vago, Giuseppe Galano und Enrico Giovannini (vlnr),
Foto: Ivan Sarfatti/MSC Cruises

Pierfrancesco Vago, Executive Chairman der Cruise Division der MSC Group, sagte: „Der Bau der MSC Seashore ist eine Investition, die sich mit etwa fünf Milliarden Euro auf die italienische Wirtschaft auswirkt und die Beschäftigung von bis zu 4.300 Arbeitern in den letzten zwei Jahren sicherte. Darüber hinaus ist unser neues Flaggschiff ein wichtiger Wirtschafts- und Beschäftigungsmotor.“

„Im aktuellen Kontext ist die Auslieferung dieses neuen Schiffes für uns ein entscheidendes Signal, dass das Vertrauen unseres Unternehmens sowohl in die Zukunft des Kreuzfahrtsektors als auch in die Kapazität der italienischen Fertigung und Industrie bekräftigt. Insgesamt sieht unser Investitionsplan in Italien mit Fincantieri – zusätzlich zu den drei bereits gebauten Schiffen, darunter die MSC Seashore – derzeit den Bau von fünf weiteren Schiffen vor, die dem Land einen weiteren wirtschaftlichen Gesamtnutzen von über 13 Milliarden Euro bringen können.“

Giuseppe Bono, CEO von Fincantieri, fügte hinzu: „Die MSC Seashore ist das vierte Kreuzfahrtschiff, das wir in diesem immer noch äußerst anspruchsvollen Jahr in Italien ausgeliefert haben, was die Effektivität unserer Produktion und unseres Managements beweist. Die Erreichung dieser und auch die der kommenden Meilensteine ist derzeit nicht selbstverständlich. Deshalb betrachte ich dieses Schiff nicht nur als Symbol für die Regeneration des gesamten Kreuzfahrtsektors, sondern auch als Symbol für die Fähigkeit unseres Unternehmens, seine Kompetenzen und Solidität zu nutzen, um unsere Auslastung voll zu erhalten.“

Neueste und fortschrittlichste Umwelttechnologie
MSC hat sich verpflichtet, einige der innovativsten Kreuzfahrtschiffe der Welt zu bauen und diese Innovation gilt auch für die Umweltleistung. Mit dem langfristigen Ziel, bis 2050 einen CO2-neutralen Kreuzfahrtbetrieb zu erreichen, stellt jedes neue Schiff einen weiteren Schritt in Richtung dieses Ziels dar. Die MSC Seashore bildet da keine Ausnahme und verfügt über die neueste Generation von Technologien und Maßnahmen, die ihre Auswirkungen auf die Umwelt minimieren. Dazu gehören hybride Abgasreinigungssysteme (EGCS) und hochmoderne selektive katalytische Reduktionssysteme (SCR), die eine 98-prozentige Reduzierung der Schwefeloxid-Emissionen (SOx) und eine 90-prozentige Reduzierung der Stickoxid-Emissionen (NOx) erreichen. Das Abwasserreinigungssystem wurde in Übereinstimmung mit der Resolution MEPC 227(64) der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation entwickelt und erreicht Reinigungsstandards, die höher sind als die der meisten Abwasserreinigungsanlagen an Land.

Neue RINA-Klassifizierungen
Die MSC Seashore hat von der Klassifikationsgesellschaft RINA zwei zusätzliche Auszeichnungen erhalten. Die erste ist „Sustainable Ship“, da das Schiff mit einigen der fortschrittlichsten Umwelttechnologien ausgestattet ist, die derzeit verfügbar sind. Dabei handelt es sich um eine zielgerichtete Bezeichnung, die an Schiffe vergeben wird, die nachweislich die Anforderungen erfüllen, um die von der UN verabschiedeten strategischen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. 

Die zweite ist die „Biosafe Ship“-Auszeichnung für die Minderung von Infektionsrisiken, die auch von der MSC Grandiosa erreicht wurde. Es handelt sich um eine zielorientierte und freiwillige Notation, die bescheinigt, dass das Schiff mit Systemen und Komponenten ausgestattet ist und über Betriebsverfahren verfügt, die das Infektionsrisiko verringern.

Über die MSC Seashore
Die MSC Seashore ist das erste Seaside-EVO-Schiff, eine Weiterentwicklung der Seaside-Klasse, mit den Schwesterschiffen MSC Seaside (2017) und MSC Seaview (2018). Diese Schiffsklasse ist bekannt für ihr innovatives und stilvolles Design und wurde konzipiert, um die Gäste auf besondere Weise mit dem Meer zu verbinden. Die MSC Seashore bietet eine ganze Reihe neuer Funktionen, Areale und Erlebnisse für die Gäste, da 65 Prozent der öffentlichen Bereiche neugestaltet wurden. Das Schiff bietet 13.000 Quadratmeter Außenfläche mit einer großen Auswahl an Bars und Restaurants im Freien, Pools und Decks zum Entspannen und Sonnenbaden sowie verschiedene Aussichtspunkte rund um das Schiff, um den Blick auf das Meer zu genießen. 

Sommer im Mittelmeer und Winter in der Karibik
Die MSC Seashore beginnt ihre erste Saison im Mittelmeer mit der beliebten „Six Pearls“-Route, die die italienischen Häfen Genua, Neapel, Pompeji und Messina auf Sizilien, Valletta auf Malta, Barcelona und Marseille anläuft. 
Am 31. Oktober verlässt das Schiff Genua für eine besondere 18-Nächte-Kreuzfahrt, während das Schiff nach Nordamerika fährt. Ab dem 20. November bietet das Schiff dann 7-Nächte-Kreuzfahrten in der Karibik an, bei denen San Juan in Puerto Rico, Charlotte Amalie in St. Thomas, Puerto Plata in der Dominikanischen Republik und anschließend Ocean Cay MSC Marine Reserve, die Privatinsel von MSC Cruises auf den Bahamas, angelaufen werden.

Die MSC Seashore im Überblick:

  • Länge/Breite/Höhe: 339m/41m/76m
  • BRZ: 170.400 
  • Gäste: 5.877 (maximale Kapazität bei Belegung der Oberbetten)
  • Kabinen: 2.270
  • Besatzungsmitglieder: 1.648
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 22,4 Knoten

Text: PM MSC Cruises

MSC, Fincantieri und Snam kooperieren für den Bau des weltweit ersten wasserstoffbetriebenen Kreuzfahrtschiffes

Pressemitteilung

  • Eine erste Machbarkeitsstudie soll die Anforderungen für den Bau des Schiffes und seiner Versorgungsinfrastruktur untersuchen
  • Das Projekt soll die Dringlichkeit von Wasserstoff als Treibstoff für Schiffe auf dem Weg zur CO2-Neutralität unterstreichen
  • Für die Umsetzung sollen in großem Umfang private und öffentliche Investoren gewonnen werden
  • Die Initiative ist Teil des Ziels von MSC Cruises, bis 2050 einen CO2-neutralen Betrieb zu erreichen

Heute gaben die Kreuzfahrtsparte der MSC Group, Fincantieri und Snam die Unterzeichnung einer Absichtserklärung (MoU) bekannt, um gemeinsam die Bedingungen für das Design und den Bau des weltweit ersten wasserstoffbetriebenen Kreuzfahrtschiffs festzulegen.

Der Eigentümer der drittgrößten Kreuzfahrtmarke der Welt – MSC Cruises ist Teil des weltweit führenden Logistik- und Schifffahrtskonglomerats MSC Group –, eine der weltweit größten Werften und ein führender internationaler Betreiber von Energieinfrastrukturen haben sich zusammengeschlossen, um zunächst eine Machbarkeitsstudie durchzuführen. Diese soll untersuchen, unter welchen Voraussetzungen die Konstruktion und der Bau des weltweit ersten mit Wasserstoff betriebenen Hochseekreuzfahrtschiffs – das in bestimmten Bereichen einen emissionsfreien Betrieb ermöglichen würde – sowie die Entwicklung der zugehörigen Wasserstoff-Bunkerinfrastruktur, durchführbar wäre.

„Grüner“ Wasserstoff kann ohne fossile Brennstoffe hergestellt werden und ist, wenn erneuerbare Energien zur Aufspaltung von Wasser bei der Elektrolyse verwendet werden, über den gesamten Lebenszyklus emissionsfrei. Er kann zur Erzeugung von elektrischem Strom durch eine Brennstoffzelle verwendet werden, wobei nur Wasserdampf und Wärme freigesetzt werden. Diese Art von „grünem“ Wasserstoff birgt ein großes Potenzial, um zur CO2-Reduzierung der Schifffahrtsindustrie, einschließlich der Kreuzfahrt, beizutragen – sei es in seiner reinen Form oder als von Wasserstoff abgeleiteter Kraftstoff.

Pierfrancesco Vago, Executive Chairman der Kreuzfahrtsparte der MSC Group, sagte: „Als Unternehmen, das seit langem einen Fokus auf ökologischer Nachhaltigkeit hat, wollen wir uns an die Spitze der Energierevolution unserer Branche setzen – Wasserstoff kann dazu einen großen Beitrag leisten. Allerdings sind die Produktionsmengen heute noch gering und Wasserstoff als Kraftstoff ist noch weit davon entfernt, in großem Umfang verfügbar zu sein. Mit diesem Projekt übernehmen wir die Führungsrolle, um diese vielversprechende Technologie in unsere Flotte und in die Industrie zu einzuführen und gleichzeitig ein starkes Signal an den Markt zu senden, wie ernst wir unsere Umweltverpflichtungen nehmen. In dem Maße, wie wir Entwicklungen neuer maritimer Technologien treiben, werden wir auch dafür sorgen, dass die Energieversorger auf uns aufmerksam werden und die Produktion hochfahren. Auch die Regierungen und der öffentliche Sektor werden sich dann einschalten, um notwendige Unterstützung für die CO2-Reduzierung der Kreuzfahrt und der Schifffahrt zu leisten.“

Giuseppe Bono, CEO von Fincantieri, sagte: „Jede Gelegenheit für neue Lösungen und Technologien ist für uns eine Quelle des Wachstums. Diese hier ermöglicht es uns, unseren Kunden das Beste an Innovation zu bieten, um die Umweltauswirkungen zu minimieren.“

Marco Alverà, CEO von Snam, fügte hinzu: „Wasserstoff könnte ein Schlüssel zum Erreichen des Null-Emissionen-Ziels der Schifffahrt sein, die für etwa drei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist. Der Sektor zählt zu denjenigen, in denen eine Reduzierung schwierig ist. Snam engagiert sich für konkrete Initiativen für einen nachhaltigen Schwertransport – auf der Straße, der Schiene und auf dem Seeweg – und fördert den Einsatz von erneuerbaren Gasen wie Wasserstoff und Bio-LNG. Diese Vereinbarung ist für uns Teil einer umfassenderen Strategie, um unsere Erfahrungen, Kompetenzen und Technologien in Bezug auf grüne Gase und Energieeffizienz zu nutzen, um zur vollständigen CO2-Neutralität der Wertschöpfungskette in der Schifffahrt beizutragen, einschließlich der Häfen und der Logistik, die in unseren Volkswirtschaften zunehmend an Bedeutung gewinnen werden.“

Gemäß den Bedingungen der Absichtserklärung werden die drei Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten wichtige Faktoren im Zusammenhang mit der Entwicklung von wasserstoffbetriebenen Kreuzfahrtschiffen untersuchen. Dazu gehören die Anordnung der Schiffsräume zur Unterbringung von H2-Technologien und Brennstoffzellen, die technischen Parameter der Systeme an Bord, die Berechnung der potenziellen Treibhausgasemissionen sowie eine technische und wirtschaftliche Analyse der Wasserstoffversorgung und -infrastruktur.

Die Kreuzfahrtsparte der MSC Group hat sich verpflichtet, bis 2050 einen CO2-neutralen Betrieb zu erreichen. Dafür arbeitet das Unternehmen mit einer Vielzahl an Werften, Zulieferern, Herstellern und anderen Organisationen zusammen und investiert in verschiedene Zukunftstechnologien und Lösungen für seine Flotte.

Die Umsetzung der beschriebenen Zusammenarbeit wird möglicherweise Gegenstand zukünftiger verbindlicher Vereinbarungen sein, die von den Parteien in diesem Zusammenhang zu diskutieren sind.

Text: MSC Group

Die Kreuzfahrtsparte der MSC Group und Fincantieri werden Partner für den Bau eines hochmodernen Terminals im PortMiami

Pressemitteilung

  • Das neue Terminal wird bis zu drei Schiffe der neuesten Generation gleichzeitig und damit bis zu 36.000 Passagiere pro Tag abfertigen können
  • Der Bau ermöglicht MSC Cruises, einige seiner umweltfreundlichsten Schiffe von PortMiami aus einzusetzen
  • Das Projekt soll im Dezember 2023 abgeschlossen werden

Heute gaben die Kreuzfahrtsparte der MSC Group und Fincantieri die Unterzeichnung eines Vertrags über ein neues Kreuzfahrtterminal in PortMiami bekannt. Der Bau des Terminals in Miami, dem Drehkreuz der Kreuzfahrtindustrie in Nordamerika und der Karibik, wird durch Fincantieri Infrastructure Florida umgesetzt.

Das neue Terminal entspricht einer Investition von rund 350 Millionen Euro, wird aus einem mehrstöckigen Hauptgebäude bestehen und bis zu drei Schiffe der neuesten Generation gleichzeitig abfertigen können, das entspricht bis zu 36.000 Reisenden täglich. Es wurde von dem preisgekrönten globalen Architekturbüro Arquitectonica entworfen und soll bis Dezember 2023 fertiggestellt werden.

Das neue Terminal wird die größten und umweltfreundlichsten Kreuzfahrtschiffe von MSC Cruises aufnehmen können. Dazu gehört auch das neueste Flaggschiff, die MSC Seashore, die derzeit auf der Fincantieri Werft in Monfalcone fertiggestellt wird und noch in diesem Jahr von Miami aus in See stechen wird, sowie die zukünftigen LNG-betriebenen World-Class-Schiffe der Reederei. 

Im Einklang mit den Plänen von PortMiami Landstromanschlüsse zu ermöglichen, können die dort eingesetzten Schiffe am Liegeplatz an das lokale Stromnetz angeschlossen werden.

Animation: MSC Cruises

Pierfrancesco Vago, Executive Chairman der Kreuzfahrtsparte der MSC Group, sagte: „Seit mehr als 35 Jahren ist die MSC Group als eines der weltweit führenden Unternehmen in der Containerschifffahrt sowie als Terminalbetreiber für Fracht und Passagiere ein wichtiger Partner für die US-Wirtschaft. Dabei war insbesondere Miami schon immer ein wichtiges Drehkreuz für beide Bereiche. Das neue MSC Terminal am PortMiami festigt unsere Gesamtpräsenz in diesem wichtigen, maritimen Zentrum.
Es wird sowohl Stil wie auch Komfort für alle Passagiere ausstrahlen, die durch diese ‚Kreuzfahrthauptstadt‘ der Welt reisen. Darüber hinaus wird es als Plattform dienen, um die Expansion unserer Kreuzfahrtsparte in der Region und in der Karibik für die kommenden Jahre zu fördern. Es wird uns auch erlauben, dort einige unserer modernsten und umweltfreundlichsten Schiffe einzusetzen, die zusammen mit unseren anderen Investitionen in den USA unser Engagement für den lokalen Markt, unsere Handelspartner und Gäste repräsentieren.“ 

Giuseppe Bono, CEO von Fincantieri, kommentierte: „Miami ist zweifellos das Zentrum des weltweiten Kreuzfahrttourismus, ein Drehkreuz für den gesamten karibischen Raum und daher das perfekte Schaufenster für ein Werk, das das Beste von ‚Made in Italy‘ repräsentieren wird.“

Neben hochmodernen Einrichtungen für die Passagierabfertigung wird das neue Terminalgebäude auch Büroflächen, ein mehrstöckiges Parkhaus für mindestens 2.400 Fahrzeuge und eine neue Straßenverbindung umfassen. 

Gemäß den Bedingungen des Projekts wird das Unternehmen zwei neue Docks mit einer Gesamtlänge von 750 Metern bauen. Der Bezirk Miami-Dade wird einen dritten Liegeplatz bauen. 

Das Projekt sieht auch den Bau der zugehörigen Küsteninfrastruktur vor, einschließlich Wasserversorgungsstationen und vier Decks zum Einschiffen der Passagiere.

Text: PM MSC Group

Fincantieri-Neubau in Ancona übergeben

Viking Venus“ ungetauft auf Überführungsreise nach England

Foto: Fincantieri

Vierundzwanzig Monate nach dem ersten Stahlschnitt und zehn Monate nach dem Aufschwimmen im Baudock hat der Fincantieri-Werftbetrieb in Ancona am Donnerstagmorgen (15.04.2021) mit der Viking Venus den als Bau-Nr. H 6283 fertiggestellten jüngsten Neubau für die Viking Ocean Cruise-Flotte abgeliefert. Noch am gleichen Tag nahm der unter norwegischer Flagge in Fahrt gekommene 47842-BRZ-Neubau via Malta Kurs auf das Vereinigte Königreich. Dort soll er am 17. Mai von der britischen Journalistin Anne Diamond getauft werden, um anschließend die für das im Frühjahr und Sommer geplanten Reisen im Rahmen des England‘s Scenic Shores-Programm aufzunehmen. Erst kürzlich hatte die Reederei für Mai dieses Jahres den Restart ihrer Pandemie-bedingt eingestellten Reisen mit ausgewählten „Welcome Back“-Reisen in England, Bermuda und Island angekündigt, die ausschließlich von bereits geimpften Gästen gebucht werden können.

Bei dem für 930 Gäste in 465 Kabinen – ausschließlich Balkonkabinen und großzügige Suiten – auf sechs seiner 10 Decks ausgelegten Schiff handelt es sich bereits um die siebte Einheit einer bis 2027 von den italienischen Werftbetrieben der Fincantieri-Gruppe zu liefernden Serie von insgesamt 16 Einheiten dieses Typs. Das skandinavisch inspirierte Innendesign des 227,20 m langen, 28,80 m breiten und auf 6,7 m Tiefgang ca. 4900 tdw tragenden Neubaus, dessen Kontraktpreis mit ca. 340 Mio. EUR angegeben wird, stammt von der Londoner SMC Design und den in Los Angeles ansässigen Rottet Studios. Zur Ausstattung gehören zwei Pools, davon ein Infinity Pool am Heck sowie vier Aufzüge, ebenso wie ein großzügiger SPA-Bereich mit Sauna und Schnee-Grotte. Zur dieselelektrischen Maschinenanlage gehören vier MAN-Diesel – je zwei Motoren des Typs 9L32/44CR mit je 5040 kW bzw. 12V32/44CR mit je 6720 kW. Über zwei Wellen wird eine Leistung von 2 x 7250 kW auf zwei Propeller übertragen, womit eine Maximalgeschwindigkeit von 20 kn erreicht werden soll.

Video: Youtube/FincantieriChannel

Mit dem 2012 bestellten Typschiff Viking Star hatte die 1997 von Torstein Hagen als Flusskreuzfahrtunternehmen gegründete Reederei Viking Cruises ihre Aktivitäten um den Hochseebereich erweitert und die Zusammenarbeit mit der italienischen Fincantieri-Gruppe begonnen. Während der 2015 gelieferte Erstling Viking Star vom Fincantieri-Werftbetrieb in Marghera erstellt worden war, stammen alle zwischen 2016 und 2019 in Dienst gestellten Folgebauten, die Viking SeaViking SkyViking SunViking Orion und Viking Jupiter, aus Ancona.

Zwei weitere deutlich kleinere Neubauten erhält die mit Zentralen in Miami und Basel ansässige Reederei von der Fincantieri-Tochtergesellschaft Vard. Dabei handelt es sich um zwei bereits 2018 für ihre Neugründung Viking Expeditions bestellte Expeditionskreuzfahrtschiffe der Polaris-Klasse mit denen man sich ein weiteres Marktsegment erschließen will.

Nach Angaben von Viking-Chairman Torstein Hagen soll das erste dieser für 378 Gäste in 189 Kabinen ausgelegten Schiffe, deren Kaskos von Vard in Rumänien gebaut und bei einem norwegischen Vard-Zweigbetrieb komplettiert werden, im Januar 2022 als Viking Octantis in Fahrt kommen und das Schwesterschiff Viking Polaris im August 2022 folgen. Einschließlich der Option für zwei weitere Expeditionskreuzer dieses Typs umfasst das von Viking an die Fincantieri-Gruppe vergebene Gesamtauftragsvolumen damit 20 Neubauten. JPM

„Discovery Princess“ komplettiert Royal-Sextett

Aus Fincantieri-Baudock ausgeschwommen

Es ist der 19. Neubau des italienischen Fincantieri-Werftkonzerns für die zur amerikanischen Carnival Corporation gehörende Kreuzfahrtmarke Princess Cruises: Am 18. März hat die Discovery Princess nach dem Aufschwimmen ihr Baudock beim Fincantieri-Werftbetrieb in Monfalcone nahe Triest verlassen und wurde mit Schlepperassistenz an den Ausrüstungskai verholt.

Bei dem coronabedingt nunmehr erst im nächsten Jahr abzuliefernden Neubau handelt es sich nach dem am 30. September letzten Jahres von der gleichen Werft abgelieferten Schwesterschiff Enchanted Princess um die sechste und letzte Einheit einer 2013 mit der von dem Typschiff Royal Princess eingeleiteten Serie von 145 000-BRZ-Schiffen, zu der auch die Regal Princess, Majestic Princess und Sky Princess gehören. Das 329,92 m lange, 38,42 m breite, 8,6 m tiefgehende und über 19 Decks verfügende Schiff kann 3660 Gäste in 1830 Kabinen sowie 1346 Besatzungsmitglieder unterbringen.

Zur dieselelektrischen Maschinenanlage gehören vier Wärtsilä Dieselmotoren, darunter zwei Motoren des Typs 12V46 F à 14400 kW und zwei Motoren des Typs 14 V 46 à 16800 kW. Die Propulsion erfolgt über zwei Propeller, die von je einem 18 MW leistenden Elektromotor angetrieben werden. Damit wird eine Dienstgeschwindigkeit von 22 kn und eine Maximal-Geschwindigkeit von 22,9 kn erreicht.

Die Partnerschaft der Reederei mit der Werft in Monfalcone soll nach Komplettierung dieser letzten Einheit der Royal-Klasse mit einer neuen Schiffsgeneration fortgesetzt werden. Dabei handelt es sich um zwei Ende 2023 bzw. Frühjahr 2025 zu liefernde 175 000-BRZ-Schiffe für jeweils 4300 Gäste. Sie sind nicht nur die bisher in größten in Italien erbauten Kreuzfahrtschiffe, sondern auch die beiden ersten Schiffe der Reederei, die mit Dual-Fuel-Motoren ausgerüstet werden, die überwiegend mit emissionsarmen verflüssigtem Erdgas (LNG) betrieben werden. JPM

„Viking Mars“ in Ancona auf Kiel gelegt

Es ist bereits die achte Einheit dieses Typs für die Reederei Viking Ocean Cruises: Am 4. Februar fand mit dem Absenken einer weiteren Bodensektion auf die Pallen im Baudock des Fincantieri-Werftbetriebes im italienischen Ancona die Kiellegungszeremonie für die dort als Werft-Nr.6284 in Bau befindliche Viking Mars statt. Die Ablieferung des für 930 Gäste in 465 Kabinen ausgelegten 47800-BRZ-Neubaus soll nach Komplettierung, Endausrüstung und Erprobung Anfang 2022 erfolgen.

Von diesem sich durch moderne Sicherheitssysteme, hohe Energie-Effizienz und Umweltschutzstandards auszeichnenden Typ sollen von den italienischen Werftbetrieben der Fincantieri-Gruppe bis 2027 insgesamt 16 Einheiten an Viking geliefert werden. Mit der 2012 erfolgten Bestellung der Viking Star als Typschiff dieser Serie hatte die von dem norwegischen Reeder Torstein Hagen 1997 zunächst als Flusskreuzfahrtunternehmen gegründete Reederei ihre Aktivitäten um den Hochseebereich erweitert und die Zusammenarbeit mit der italienischen Fincantieri-Gruppe begonnen. Während der 2015 gelieferte Erstling Viking Star vom Fincantieri-Werftbetrieb in Marghera erstellt worden war, stammen alle zwischen 2016 und 2019 in Dienst gestellten Folgebauten, die Viking Sea, Viking Sky, Viking Sun, Viking Orion und Viking Jupiter, aus Ancona. Dort befindet sich derzeit auch das noch in diesem Jahr zu liefernde siebte Schiff, die Viking Venus, in der Endausrüstung.

Zwei weitere deutlich kleinere Neubauten erhält die mit Zentralen in Miami und Basel ansässige Reederei von der Fincantieri- Tochtergesellschaft Vard. Dabei handelt es sich um zwei bereits 2018 für ihre Neugründung Viking Expeditions bestellte Expeditionskreuzfahrtschiffe der Polaris-Klasse mit denen man sich ein weiteres Marktsegment erschließen will. Das erste dieser für 378 Gäste in 189 Kabinen ausgelegten Schiffe, deren Kaskos von Vard in Rumänien gebaut und beim norwegischen Vard-Zweigbetrieb in Sövik komplettiert werden, ist dort am 22.12.2020 aus dem Dockschiff ausgeschwommen und an den Ausrüstungskai verholt worden. Es wird als Bau-Nr. 906 geführt und soll im Januar 2022 als Viking Octantis geliefert und zu Reisen in die Antarktis sowie auf den Großen Seen in Nordamerika eingesetzt werden. Einschließlich der Option für zwei weitere Expeditionskreuzer dieses Typs umfasst das von Viking an die Fincantieri-Gruppe vergebene Gesamtauftragsvolumen damit 20 Neubauten. JPM

Atlantic Shipyards: Paris und Rom schaffen den Ausstieg

Der italienische Konzern Fincantieri wird nicht die Kontrolle über die Saint-Nazaire-Werften übernehmen. Die Operation, die 2017 initiiert wurde und Gegenstand einer Vereinbarung war, die im Februar 2018 zwischen Frankreich und Italien unterzeichnet wurde, wurde vorgestern offiziell beerdigt. Nach einem Telefonat zwischen dem französischen Minister für Wirtschaft und Finanzen Bruno Le Maire, seinem italienischen Amtskollegen Stefano Patuanelli und Margrethe Vestager, der für Wettbewerb zuständigen Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, gaben Frankreich und Italien ihre Entscheidung bekannt, die geplante Fusion zwischen Fincantieri und Chantiers de l’Atlantique zu stoppen. Mit dieser Entscheidung endet eine vierjährige Angelegenheit, die sich zu einem politischen und diplomatischen „Sumpf“ für die beiden Länder entwickelt hatte, bevor die Europäische Kommission eingeschaltet wurde.

Bis die Gesundheitskrise die Karten neu mischte und eine Möglichkeit bot, das es allen beteiligten Akteuren, auch Brüssel, erlaubte, sich aus einer Angelegenheit herauszuwinden, die ohne Schaden unlösbar geworden war. Offiziell verantwortlich für dieses Versagen sind daher das Coronavirus und die von ihm ausgelöste Krise: „Die Welt von 2021 ist eine ganz andere als die von 2017. Der Austausch zwischen Bruno Le Maire, Stefano Patuanelli und Margrethe Vestager hat zu der Feststellung geführt, dass die Voraussetzungen heute nicht mehr gegeben sind, um diese Operation erfolgreich durchzuführen“, heißt es aus ministerlichen Kreisen, wo betont wird, dass Covid-19 „sehr starke Unsicherheiten in allen Sektoren, insbesondere in der Tourismusbranche und der Kreuzfahrtindustrie, ausgelöst habe. Nur ein starkes Wachstum habe Anlass zu diesem Projekt gegeben, einen führenden europäischen Akteur in der Marineindustrie aufzubauen“.

Die Gesundheitskrise und ihre schweren Auswirkungen auf die Wirtschaft haben die Arbeit der Werften in St. Nazaire und Italien, deren Haupttätigkeit der Bau von Ozeanriesen ist, sehr deutlich beeinträchtigt. Die meisten Kreuzfahrtschiffe der Welt liegen seit März 2020 still, und vor 2022 wird keine nennenswerte Erholung mehr erwartet. In der Zwischenzeit verbrennt die Branche ohne Einnahmen und hoch verschuldet Milliarden von Dollar, um ihre Betriebskosten zu bezahlen und Kredite zurückzuzahlen. Unter diesen Bedingungen werden die von den Unternehmen geplanten Investitionen bestenfalls verschoben oder vorübergehend eingefroren, und wenn der Einbruch anhält, werden einige der anstehenden Aufträge oder Projekte einfach aufgegeben oder auf unbestimmte Zeit verschoben. In jedem Fall bietet der Markt keine mittelfristige Visibilität mehr, insbesondere im Segment der sehr großen Kreuzfahrtschiffe. Für Fincantieri ist die Übernahme von Saint-Nazaire logischerweise deutlich unattraktiver geworden.

Allerdings war das Projekt bereits vor der Pandemie in vollem Gange. In Brüssel waren die Dienststellen der GD Wettbewerb, die sich Anfang 2019 mit der heißen Kartoffel in den Händen wiederfand, nachdem Deutschland und Frankreich die Eröffnung einer Untersuchung der Fusion beantragt hatten, nicht für das Vorhaben in seiner jetzigen Form. Es hätte Fincantieri, einen öffentlichen Konzern, der bereits führend in diesem Sektor ist, in eine zu dominante Position gebracht, so dass nur der private deutsche Hersteller Meyer Werft als einziger wirklicher Konkurrent übrig geblieben wäre. Die Kommission hatte daher Fincantieri, dem etwa 15 Werften in Italien, Norwegen und Rumänien gehören, aufgefordert, einige seiner Vermögenswerte zu veräußern, um das Vorhaben akzeptabel zu machen. Die Italiener lehnten, wenig überraschend, ab. Und dann hatte Fincantieri von der ersten bis zur letzten Stunde erbitterte Gegner, angefangen bei den Präsidenten der französischen Region Pays de la Loire und des Departements Loire Atlantique sowie der Gewerkschaft Force Ouvrière. Seit 2017 gab es dann einige ziemlich spektakuläre Umkehrungen. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass der Auftragsbestand der Chantiers de l’Atlantique bereits vor der Krise ein historisch hohes Niveau erreicht hatte, so dass es weniger offensichtlich war, dass man sich auf einen großen Partner stützen musste, der zudem ein alter Konkurrent ist. Auch die Präsenz des Staates als Mehrheitsaktionär war eher beruhigend, und die Befürchtung, Fincantieri würde mit den Chinesen kooperieren, um ihnen beim Bau ihrer ersten Liner zu helfen, wurde zur Realität. Die Italiener verstanden jenseits der diskreten Zurückhaltung, dass sie an der Loire-Mündung offiziell nicht mehr willkommen waren. Warum dann, angesichts der Feindseligkeit, die unter den lokalen Akteuren einhellig geworden war, und wenn das industrielle und wirtschaftliche Interesse des Betriebs mit Covid-19 stark reduziert worden war, warum weiter darauf bestehen?

Um das Gesicht nicht zu verlieren, war es daher zwingend notwendig, den Rückzug intelligent zu organisieren, unter Mitwirkung der Franzosen. Während sich die Schlussfolgerungen der eingehenden Untersuchung in Brüssel verzögerten, wurde die Frist für die Umsetzung des französisch-italienischen Abkommens von Paris mehrfach verschoben. Das fünfte und letzte Mal Ende Dezember, für einen weiteren Monat. Praktisch war diese Verschiebung natürlich völlig unnötig; sie sollte nur ein letztes Mal den französischen guten Willen in dieser Frage demonstrieren. Und um ein wenig mehr Zeit zu haben, die Strategie zu verfeinern, den Abbruch des Projekts unter den bestmöglichen Bedingungen öffentlich bekannt zu geben. Es war zu erwarten, dass die Schuld auf Europa geschoben wird, das seit langem als Sündenbock für die nationalen Probleme einiger Mitgliedstaaten herhalten muss. Aber nicht dieses Mal. Nach dem durchschlagenden Widerstand von Margrethe Vestager gegen die geplante Alstom-Siemens-Fusion im Jahr 2019 wollten die Europäische Kommission und ihre hartnäckige Wettbewerbskommissarin offensichtlich nicht die Verantwortung für das Scheitern eines weiteren europäischen Konsolidierungsprojekts übernehmen.

Die drei Akteure haben sich daher offenbar darauf geeinigt, Covid-19 und seine Folgen auf dem Kreuzfahrtmarkt, die sehr real, aber noch nicht genau zu bestimmen sind, zu den Hauptschuldigen für diesen Verzicht zu machen. Und was passiert jetzt? Der Staat, dem 84,3 % der Chantiers de l’Atlantique gehören – der Rest des Kapitals wird von der Naval Group (11,7 %), der lokalen Unternehmensgruppe COFIPME (1,6 %) und den Arbeitnehmern (2,4 %) gehalten – wird wahrscheinlich nicht auf diesem Niveau bleiben. Eine Dringlichkeit ist jedoch nicht mehr gegeben. „Wir werden die Konsequenzen aus dieser Entscheidung ziehen und uns die Zeit zum Nachdenken nehmen. Es besteht kein dringender Handlungsbedarf, da Chantiers de l’Atlantique über eine stabile öffentliche Beteiligung verfügt und der Auftragsbestand über mehrere Jahre hinweg signifikant bleibt“, so das französische Finanzministerium, es bestätigt, dass es bereits Interessensbekundungen von potenziellen Käufern erhalten habe. „Wir werden uns alle Lösungen ansehen, ohne besonderen Druck, um uns die Zeit zu nehmen, an der besten zu arbeiten. Wir werden dies mit allen Beteiligten tun, dem Standort, den Mitarbeitern, den Subunternehmern, den lokalen Behörden… Wir werden auch über die Industriestrategie nachdenken müssen, die in der Verantwortung des Unternehmens und nicht des Staates liegen wird.“

Vincent Groizeleau/Mer et Marine

„Silver Dawn“ aus dem Baudock ausgeschwommen

Um den dritten Neubau der Muse-Klasse der in Monaco ansässigen Reederei Silversea Cruises handelt es sich bei der Silver Dawn, die am späten Nachmittag des 14. Januars aus dem Baudock des Fincantieri-Werftbetriebes im italienischen Ancona aufgeschwommen und anschließend an den Ausrüstungskai verholt worden ist.

Nach seiner Komplettierung, Endausrüstung und Erprobung soll der Neubau Anfang November abgeliefert werden und am 9. November von Barcelona zur einer ersten 10-tägigen Reise mit 10 Hafenanläufen nach Lissabon starten, die zugleich erster Teil der 23-tägigen Transatlantik-Überführungsreise nach Fort Lauderdale in Florida ist, zu der man auch in Lissabon oder Funchal zusteigen kann.

Foto: Silversea Cruises

„Unsere langjährige Zusammenarbeit mit Fincantieri erweitert weiterhin die Maßstäbe im Ultra-Luxussegment der Kreuzfahrtindustrie, wobei die kontinuierliche Unterstützung und Expertise der Royal Caribbean Group von unschätzbarem Wert für den Bau des Schiffes ist“, betonte Silversea Cruises-Präsident und CEO Roberto Martinoli nicht ohne Stolz den mit der Ausdockung erreichten Meilenstein.

„Für eine Werft kann es keine größere Anerkennung geben als die eines herausfordernden und anspruchsvollen Auftraggebers, der auf Innovation mit Enthusiasmus setzt“, ergänzte der für den Bereich Handelsschiffe bei Fincantieri verantwortliche General Manager Luigi Matarazzo unter Hinweis darauf, dass dies inzwischen der vierte Neubau sei, den man für Silversea erstelle.

Foto: Fincantieri

Nach den 2020, mit Corona-bedingten Verzögerungen übernommenen Neubauten, der von De Hoop in den Niederlanden erstellten Silver Origin und der von Fincantieri in Ancona erbauten Silver Moon verstärkt die Silver Dawn die Flotte der zur amerikanischen Royal Caribbean Cruises Ltd.-Gruppe gehörenden Reederei auf insgesamt zehn Schiffe. Das mit einer Bruttoraumzahl von 40791 vermessene Typschiff Silver Muse war bereits im April 2017 vom Fincantieri Werftbetrieb in Sestri Ponente bei Genua und das Schwesterschiff Silver Moon Ende Oktober letzten Jahres von der Werft in Ancona abgeliefert worden.

Foto: Fincantieri

Die 212,80 m langen, 27 m breiten, 11,50 m seitenhohen und auf 6,55 m Tiefgang 4060 t tragenden Neubauten können in 298 Suiten zwischen 36 und 174 qm mit Marmorbädern und begehbaren Schränken – davon 96 Prozent mit einem eigenen Balkon – bis zu 596 Gäste unterbringen. Die dieselelektrische Maschinenanlage besteht aus vier je 6,525 MW leistenden Wärtsilä-Dieselmotoren, die auf je einen 3-Phasen-Generator arbeiten. Die Propulsion erfolgt durch zwei je 8,5 MW leistende elektrische VEM-Fahrmotoren, mit denen über zwei Festpropeller eine Dienstgeschwindigkeit von 19,8 kn und eine Maximalgeschwindigkeit von 21 kn erreicht werden soll. Die Besatzung wird 411 Personen umfassen.

Erwähnenswert sind die von der beauftragten italienischen Klassifikationsgesellschaft RINA zu zertifizierenden Zusatznotierungen „Green star 3 Design“ und „COMF-NOISE A PAX“ sowie „COMF-NOISE B CREW“, die die besondere Umweltfreundlichkeit und das niedrige Geräuschniveau an Bord bestätigen sollen. JPM