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Mit Rad und Schiff entlang der Seine

Die Kombination klingt verlockend: Tagsüber Frankreich mit dem Rad erkunden und abends mit dem Schiff dem nächsten Ziel entgegenfahren. Gerhard von Kapff hat das Konzept ausprobiert und war mit der FLEUR auf dem Canal du Loing und der Seine unterwegs.

Was braucht man im Leben mehr als ein Fahrrad? Gut, ein Schiff vielleicht, um irgendwann rasten zu können, ein paar Kilometer auf dem Fluss zurückzulegen und die Landschaft aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Ideal wäre eines, das auch auf kleinen Kanälen wie denen in Frankreich fahren kann und einen Guide mit an Bord hat, der seinen Gästen die Schönheiten der Region auf dem Rad näher bringt. Die FLEUR ist ein solches Schiff, sie fährt in den Sommer­monaten von Montargis nach Paris und eine Woche später­ wieder zurück. Vor allem aber hat sie Räder und E-Bikes­ an Bord. Es kann also losgehen.



Es gibt Menschen, die nichts aus der Ruhe bringen kann. Marcel Fris ist so ein Zeitgenosse. Er weiß, dass es immer etwas länger dauert, bis alle Gäste tatsächlich auf den zum Teil neuen und perfekt gewarteten Rädern sitzen, und er lächelt auch dann noch, wenn sie einfach vor, und nicht wie besprochen, hinter ihm losfahren. Auf einer Strecke wohlgemerkt, die sie gar nicht kennen – und in die falsche Richtung. Irgendwann, das weiß er, kommen sie ohnehin wieder zurück. Danach kann er die so ziemlich einzige Regel dieser Tage wiederholen. „Ich“, sagt der 62-Jährige, und deutet grinsend auf seine neon­farbene­ Warnweste mit dem Boat Bike-Logo, „fahre immer ganz vorne.“

Foto: Gerhard von Kapff

Der Niederländer ist zwar bereits teilverrentet. „Aber ich bin gerne mit Menschen unterwegs“, sagt er, „und ich fahre gerne Fahrrad.“ Besser kann er es sowohl beruflich als auch privat kaum treffen, als Reiseleiter zu sein auf einer Rad-Flusskreuzfahrt. Wobei die FLEUR kein Kreuzfahrtschiff im eigentlichen Sinne ist.

Das Boutique-Schiff steht für solides, gemütliches Reisen und hat alles an Bord, was man eben so braucht. Die zehn Kabinen liegen im unteren Deck, sind etwa neun Quadratmeter groß und verfügen jeweils über ein Fenster. Dass man es nicht öffnen kann, ist wohl auch besser so. Schließlich liegt die Unterkante nur gut zehn Zentimeter über dem Wasserspiegel und die Wellen vorbei­fahrender Schiffe schwappen schon mal gegen das Glas. Während die Einrichtung zweckmäßig und schlicht ist, wurden die Bäder vor dieser Saison renoviert und bieten einen sehr guten Standard….

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