Schlagwort: Flusskreuzfahrt

Der Flusskreuzfahrt-Evergreen

2020 ist kein normales Kreuzfahrt-Jahr. Nur Flusskreuzfahrten sind hierzulande nahezu uneingeschränkt möglich – wenn man von den Hygienemaßnahmen in den öffentlichen Bereichen absieht. Ein Klassiker ist ein Törn über den Rhein. Christoph Assies war an Bord der INSPIRE, die in diesem und auch im kommenden Jahr an den Düsseldorfer Anbieter Viva Cruises verchartert ist.

Vier Nächte, eine kurze Auszeit, von Düsseldorf bis Mainz und zurück in die Rheinmetropole Düsseldorf – in diesen turbulenten Zeiten eine schöne Abwechslung für Kreuzfahrt-Liebhaber. Für Fluss-Neulinge an Bord der INSPIRE eine lohnende Schnuppertour. Der erst vor zwei Jahren gegründete Anbieter Viva Cruises setzt das 2013 gebaute 135 Meter lange Schiff auf Rhein, Mosel und im kommenden Jahr auch auf dem Ijsselmeer ein.

Gechartert ist die INSPIRE vom amerikanischen Anbieter Tauck. Durch die anhaltenden Reisebeschränkungen kann das Kernpublikum aus Übersee den Luxus an Bord derzeit nicht genießen. Deutschsprachige Gäste kommen dafür in den Genuss eines großzügigen und luxuriösen Flusskreuzfahrtschiffes, das über 22 Master-Suiten auf jeweils 28 Quadratmetern verfügt.

Die Sonne brennt an diesem Tag, als der Check-in für die INSPIRE unweit der Düsseldorfer Altstadt beginnt. Auch wenn in diesen Zeiten zunächst die Körpertemperatur gemessen werden muss, später einmal pro Reisetag, geht das Boarding schnell und unkompliziert. An Bord der klassisch eleganten INSPIRE stehen maximal 142 Passagieren vier Passagierdecks zur Verfügung. In Zeiten der Corona-Pandemie sind nur maximal 104 Gäste auf dem Schiff, das von der Schweizer Flusskreuzfahrt-Größe Scylla bereedert wird.

Foto: Christoph Assies

Stewards und Kreuzfahrtdirektorin Monica Prince bitten die Neuankömmlinge in der Lobby des Schiffes zunächst zum ausführlichen Desinfizieren der Hände, ehe die Bordkarten ausgehändigt werden und die Gäste zu den Kabinen geführt werden. Der Autor dieser Zeilen bewohnt eine Master-Suite auf Deck 3. In der luxuriösen Kabine mit zwei französischen Balkonen, einem vollwertigen Wohnbereich mit Couch und Sessel, einem begehbaren Kleiderschrank und einem sehr großzügigen Bad mit Regendusche fühlt man sich schnell wohl. Ein solches Platzangebot ist auf dem deutschsprachigen Markt auf einem Flusskreuzfahrtschiff nahezu einmalig. Gepäck lässt sich vollständig verstauen. Für das krause Hemd aus dem Koffer steht sogar ein Bügeleisen bereit.

Foto: Christoph Assies

Nach einem Willkommensdrink in der Panorama-Lounge am Bug legt die INSPIRE ab. Die Düsseldorfer Skyline mit dem prägnanten Rheinturm, dem Fernsehturm der Stadt, zieht langsam vorbei, der kühlende Fahrtwind lässt die schwüle Hitze der Innenstadt vergessen. Das entspannte Dahingleiten ist das, was eine Flusskreuzfahrt auszeichnet. Hier ist der Weg das Ziel.

Im „Compass Rose Restaurant“ bekommen Gäste ganz klassisch ihren festen Tisch. Auch wer nicht unmittelbar am Fenster sitzt hat dennoch einen guten Blick auf die vorbeiziehende Landschaft. Die Gerichte sind kreativ und schön angerichtet, die Qualität und Auswahl der Speisen bietet für Allergiker, Fisch-, Fleischfreunde und Vegetarier gleichermaßen eine solide Auswahl. Zum Essen werden täglich verschiedene hochwertige Weine gereicht, die während dieser Reise durchweg von guter Qualität waren….

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Mehr Leben auf dem Fluss

Mit einem klaren Konzept und ohne großes Aufsehen zu erregen hat sich der jüngste deutsche Flusskreuzfahrtveranstalter Viva Cruises auf dem Markt etabliert. Peggy Günther war an Bord der JANE AUSTEN zu Gast.

Gerade mal zwei Jahre ist das Düsseldorfer Flusskreuzfahrtunternehmen Viva Cruises alt. Doch das Produkt wirkt bereits ausgereift und erwachsen. Kein Wunder, schließlich steht hinter der jungen Marke eine Größe der Flusskreuzfahrt – die Schweizer Reederei Scylla. Zunächst sollte Viva deren Schiffe nur in der Nebensaison vermarkten. Doch inzwischen fahren einige Einheiten ganzjährig für die Düsseldorfer. Mit der VIVA TIARA bekommt das junge Unternehmen zudem bereits ein gebrandetes Schiff. Die in Blautönen frisch renovierte SWISS TIARA soll Anfang Juni mit reduzierter Gästezahl auf dem Rhein starten.

Wir waren bereits vorher an Bord der JANE AUSTEN zu Gast. Der Flusskreuzer für 148 Passagiere war 2005 für den britischen Anbieter Riviera Travel gebaut worden. Das Designkonzept besticht nicht gerade durch Leichtigkeit, aber die großzügigen Kabinen mit viel Stauraum überzeugen. Wasserkocher oder Nespressomaschine gehören zum Standard. Die Nasszelle verdient im Gegensatz zu vielen anderen Flussschiffen eindeutig die Bezeichnung Bad und wartet mit einer geräumigen Duschkabine hinter Glastüren sowie Ritualsprodukten auf. Apropos Wellness: Für ein Flussschiff verfügt die JANE AUSTENüber einen beeindruckend großen Spabereich!

Foto: Mapics/shutterstock.com

Zwei Lounges stehen den Passagieren zur Verfügung, in denen ein All-inclusive-Konzept gelebt wird. Sowohl der Latte Macchiato beim Frühstück als auch der Aperol-Spritz am Abend ist im Reisepreis inkludiert, ebenso wie alle weiteren nicht-alkoholischen Getränke, ein weißer und ein roter Hauswein, Sekt, Bier, Longdrinks und ein Cocktail des Tages. Im Lido am Heck sorgt ein Kaffeeautomat rund um die Uhr für Koffeinnachschub. Mittags wird hier ein Light Lunch serviert und auch abends kann man nach Voranmeldung mit Blick aufs Fahrwasser speisen. Im Hauptrestaurant gibt es eine freie Tischzeit von 19 bis 21 Uhr und die Qualität des Essens ist auf einem gehobenen Niveau…

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Fotos: Peggy Günther, VIVA Cruises, Mapics/shutterstock.com, Val Thoermer/shutterstock.com

Flusskreuzfahrt modern

Die Flusskreuzfahrt zu verjüngen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. nicko cruises hat mit der nickoVISION alle Voraussetzungen geschaffen und das Produkt kommt gut an. Das ist kaum verwunderlich: Drei Restaurants und eine lange Tischzeit, moderne Kabinen und aktivere Ausflüge sprechen für sich, findet Peggy Günther.

Achtzehn Uhr – Abfahrt in Wien. Viele Gäste der nickoVISION stehen noch an Deck, genießen den Blick auf die Strände der Donauinsel. Manche bestellen einen Aperitif in der Lounge und suchen sich dabei schon mal optisch einen Tisch im Hauptrestaurant aus. Der lichtdurchflutete Übergang zwischen Bar und Restaurant ist zwischen den Decks fließend gestaltet. Einige Passagiere entscheiden sich für einen Platz am Heck mit Blick aufs Fahrwasser in Mario‘s Grill. Hier werden unter anderem Steaks und Lachs serviert. Außerdem lockt noch das intime Spezialitätenrestaurant „Manhattan“ mit Jazzclub-Atmosphäre und festem Menü. Dank drei kulinarischer Alternativen herrscht eine entspannte Stimmung an Bord. Niemand muss pünktlich beim Abendessen sitzen und trotzdem läuft der Service zügig ab. Das ist ein Novum in der Flusskreuzfahrt.

Zum Wohlfühlfaktor trägt auch das moderne Design bei. Der Gast wird von einem schicken Interieur in Blau und Beige, kombiniert mit dunklen Hölzern empfangen. Das Konzept stammt aus der Feder von Robert Reitsma, dem kreativen Kopf der Reederei Scylla, dem Eigner der nickoVISION. Die gut geschnittenen Kabinen messen 14 Quadratmeter und ihre vierte Wand besteht auf dem Ober- und dem Mitteldeck komplett aus Glas. Entspannen mit Blick ist auch in der Sauna oder im kleinen Fitnessraum auf dem Hauptdeck möglich. Das frische Konzept wendet sich an ein jüngeres Publikum: Die nickoVISION ist ein Schiff für die Generation 60 plus. Und da diese oft noch deutlich fitter sind als die 70- bis 80-jährigen, sind nun auch aktivere Ausflüge im Programm: mehr Stadtrundgänge statt Busfahrten.

Das lässt sich auf den Donaufahrten hervorragend umsetzen: Das historische Ybbs können die Passagiere beispielsweise wunderbar vom Anleger aus zu Fuß erkunden. Zwischen Salzamt und Weinmaut läuft man durchs Sandtörl in die Altstadt, wo die Donauschiffer früher in 14 Wirtshäusern die schwierige Passage des Strudengaus feierten…

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Fotos: Peggy Günther, enapress.com

Ins Herz von Schlesien

In den vorpommerschen Häfen ist sie während der Sommermonate ein bekannter Gast, die schneeweiße THURGAU SAXONIA. Peer Schmidt-Walther hat sie noch als SAXONIA oft in Stralsund erlebt. Im Frühjahr jedoch weicht sie von ihrem Fahrplan ab.

Dann nämlich geht die THURGAU SAXONIA auf einen geschichtsträchtigen Südost-Kurs.
In Berlin-Spandau startet der Tausendtonner. Weiter über die Havelseen-Kette, den Oder-Havel-Kanal, Eberswalde, das Schiffshebewerk Niederfinow nach Frankfurt/Oder. „Ich wäre zwar lieber ab Hohensaaten links herum Richtung Ostsee nach Stralsund gefahren, aber auch eine Oder-Fahrt hat ihre speziellen Reize“, weiß der Kapitän aus langjähriger Schiffer-Erfahrung auf dem deutsch-polnischen Strom.
Frischer Wind weht den zusteigenden Passagieren ins Gesicht. Oder-Kreuzfahrt-Pionier Magner hingegen freut sich auf sein heimatliches Revier.

Naturbelassenes Bauernweib
Als die THURGAU SAXONIA in den trägen Fluss dreht, ist das Zittern kaum zu spüren. „Wie ein sanfter Schauer“, meint eine Seniorin poetisch, „kriechen die Schwingungen aus dem Maschinenraum durch die Kabinen.“
Mit dreifacher Schrittgeschwindigkeit und 1000 PS gleitet die THURGAU SAXONIA zu Berg, wie die Flussaufwärts-Richtung in der Fachsprache heißt. Kilometer um Kilometer schlängelt sich das 82 Meter lange Vier-Sterne-Schiff auf dem windungsreichen Fluss mit seinen oft schilfgesäumten Ufern voran. Er hat für Auge und Kamera nur stille Sensationen zu bieten: Landschaft satt samt seltene Vögel wie Seeadler und Kraniche – Hauptunterhaltung für die 60 Passagiere. Hin und wieder äsen Rehe auf den Wiesen. Ortschaften werden selten passiert, so dass die Reiseleiterin wenig ansagen muss. Die für Abwechslung sorgende Frachtschifffahrt ist seit der Wende fast eingeschlafen.
„Unter den deutschen Flüssen ist die Oder wie ein Bauernweib unter Großen und Edlen“, schrieb einst ein schlesischer Dichter. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich an den weitgehend naturbelassenen Ufern nicht viel getan. Nachdenklichkeit erzeugen allerdings zerschossene Brücken- und Hausruinen, die manchmal hinter den ausgefransten Ufern über den Deich ragen. Buhnen – sie sollen die Strömung regulieren und das Fahrwasser ausreichend tief halten – sind auf polnischer Seite, wo alte Landkarten die preußische Provinz Schlesien verzeichnen, unter- und überspült….

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Fotos: Peer Schmidt-Walther, nicko cruises, Thurgau Travel, daimon77/istockphoto.com

Brücken, Bouchons und Bouillabaisse

Eine Flusskreuzfahrt durch Südfrankreich klingt verheißungsvoll: Entschleunigung auf dem Sonnendeck, Genussradeln durch die Camargue, alles garniert mit französischer Cuisine und Lebensart. Christofer Knaak war unterwegs mit der AROSA LUNA auf der „Route Classique“ durch Burgund und Provence.

Die Handbreit Wasser unterm Kiel, die Seemänner sich sprichwörtlich einander wünschen, bleibt Kapitän Frederic Touzelet buchstäblich noch zwischen Schiffsrumpf und Schleusenmauern. Wie souverän der Schiffsführer in fünfter Generation immer wieder durch die engen Kammern auf Rhône und Saône manövriert, fasziniert die Passagiere der AROSA LUNA ein ums andere Mal. 25 Schleusen mit bis zu 23 Metern Fallhöhe zählt die 840 Kilometer lange „Route Classique“ von Arosa. Sie führt in acht Tagen von Lyon aus erst auf der kanalisierten Rhône gen Süden in die Provence, dann zurück in die Zwei-Flüsse-Stadt und von dort nordwärts auf der naturbelassenen Saône ins Burgund. Dazwischen liegen etliche Brücken, weshalb das erhöhte Achterdeck mit Swimmingpool und Sonnenliegen häufig gesperrt wird. Das Kopfeinziehen auf dem Vorderdeck amüsiert die Passagiere aber immer wieder.
Mit 153 Gästen ist die Reise ausgebucht – alle Passagiere haben sich für den Premium-Alles-inklusive-Tarif entschieden. Auf dem Sonnendeck sitzend einen „Arosa Spritz“, eine Aperol-Variante mit Rosensirup, bestellen ohne dabei auf den Preis schauen zu müssen – dieses Savoir-Vivre genießen die Gäste bei ihrem Frankreich-Urlaub auf dem Fluss in vollen Zügen.

Und natürlich die Gastronomie insgesamt an Bord, die deutsche Küche und französische Cuisine miteinander kombiniert. Mittags und abends offeriert das Live-Cooking-Buffet Fisch, Fleisch und Gemüsesorten sowie Salate, Suppe und Desserts. Die Auswahl ist ausgezeichnet. Ab und an gibt das Küchenteam an Deck auch regionale Snacks aus, beispielsweise eine provenzalische Bouillabaisse. Die habe schon seit dem Vorabend in der Bordküche gesimmert, was für den hervorragenden Geschmack sorge, schwärmt Hotel-Manager Gerhard Schütz, selbst gelernter Koch.
Als „ein Schmankerl“ bezeichnet der Österreicher ein Dinner in der „Day Lounge“, die tagsüber Teil des Restaurants ist und bei dieser Reise zweimal für exklusive Abendessen in Menü-Form abgetrennt wird. 42 Euro kostet das Dining im Premium- und 69 Euro im Basic-Tarif. Serviert werden auf unserer Reise unter anderem Artischocke mit Bayonne-Schinken, confierter Kabeljau auf Marseiller Gemüse und Lucques-Oliven aus dem Languedoc. Dazu gibt es korrespondierende Weine….

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Fotos: Christofer Knaak, enapress.com

Zwischen Paprika und Cevapcici

Die meisten Donauschiffe sind zwischen Passau und Budapest unterwegs. Doch was kommt eigentlich danach? Peggy Günther fuhr mit dem neuen Phoenix-Flottenmitglied A-Silver hin.

Rund zwei Stunden nachdem die A-Silver an der Grenzkontrollstation festgemacht hat, kommen vier Beamte in dicken Jacken an Bord. Kreuzfahrtdirektor Fausto hat die Passagiere bereits auf den anstehenden „Facecheck“ vorbereitet. Brav erscheinen sie der Reihe nach an der Rezeption und blicken in die strengen Augen der Zöllner. Kurz darauf weicht die Anspannung aus den Gesichtern der leitenden Crewmitglieder. Die A-Silver darf die EU-Außengrenze passieren. An den Ufern ist nichts als Wald zu sehen. Stünde bei Stromkilometer 1433 nicht ein kleines Schild, würde man das Dreiländereck gar nicht wahrnehmen. Der Strom ist nun für 137 Kilometer Grenzlinie zwischen Kroatien und Serbien. Nächster Stopp: Belgrad.

Die Schönheiten der Wachau, ein Übernachtaufenthalt in Wien und ein ganzer Tag in Budapest liegen bereits hinter den Passagieren. Am Morgen lag das Schiff noch im beschaulichen Mohacs. Einmal im Jahr – zum Karneval – erwacht der verschlafene Ort im Süden Ungarns zu Leben: Dann vertreiben mehr als 1.000 Männer mit Schafsfellmänteln, gruseligen Weidenholzmasken und Ratschen, Glocken sowie anderen Krachmachern den Winter. Doch heute ist kaum etwas los in dem kleinen Dorf. Die meisten Passagiere der A-Silver haben ohnehin einen Ausflug nach Pecs gebucht. Auf dem Weg sehen sie sanfte Hügel, weite Felder, Pfirsichbäume. „Schnapsbäume“, sagt Reiseführerin Estelle. „Die Ungarn machen aus allem Schnaps. Palinko heißt er hier. Es gibt sogar Paprikaschnaps. Und zur Hochzeit verschenkt man den regionalen Wein namens Lämmerschwanz, damit das Paar männlichen Nachwuchs bekommt.“ Fischsuppe mit Karpfen und Paprika müsse man hier essen, rät Estelle den Gästen noch. Doch dafür bleibt keine Zeit.

Paprika hat selbstverständlich auch der ungarische Küchenchef Marc an Bord im Einsatz. Etwa fünf Gramm pro Portion kommen an sein original ungarisches Rindergulasch, das den Gästen hervorragend schmeckt. Und eine gute Küche ist entscheidend für den Erfolg eines Schiffes. Die A-Silver ist neu in der Flotte von Phoenix Reisen. seachefs kümmert sich um den Hotelbetrieb auf dem Schiff der österreichischen Reederei Lüftner Cruises. Etwa die Hälfte der Crew kommt aus Indonesien, die meisten anderen aus Osteuropa. Hoteldirektor Roland Zahnd arbeitet seit drei Jahren für seachefs, vorher war er für River Advice mit nicko cruises und Excellence-Schiffen des Reisebüros Mittelthurgau unterwegs. „Ich würde gern Ägypter oder Türken in der Crew beschäftigen“, sagt der Schweizer. „Sie kennen das Gastgewerbe von zuhause. Aber das ist schwierig aufgrund der angespannten Visasituation.“ Zahnd fährt gern auf dem Fluss. So lerne man ganz Europa kennen. Viele Regionen fehlen ihm nicht mehr auf der persönlichen Landkarte. Das Donaudelta gehört dazu und das wird vorerst auch so bleiben, denn die A-Silver fährt nur bis zum Eisernen Tor. „Eigentlich ist die Strecke danach auch recht langweilig, da passiert drei Tage lang nicht viel, bis das Schiff im Delta ist“, tröstet sich Zahnd….

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Fotos: Peggy Günther, enapress.com

Auf den Spuren der Rheinromantik

Der mittlere Rhein zwischen Loreley und Drachenfels zieht seit Jahrhunderten Schiffstouristen an. Peggy Günther geht dem Mythos an Bord der RHEIN SYMPHONIE auf den Grund.

Mit dem Sonnenuntergang im Rücken fahren die kleinen Barkassen in Richtung Dunkelheit. Der Loreleyfelsen erhebt sich im roten Schein bengalischer Fackeln gespenstisch in die laue Sommernacht. Auf dem Rhein formieren sich mehr als 40 Schiffe, viele geschmückt mit roten Lichterketten, ebenso wie die Häuser am Ufer. Es herrscht gespannte Vorfreude auf den Außendecks. Um 21:30 Uhr versinken die historischen Gebäude von Oberwesel plötzlich in der Dunkelheit. Böllerschüsse ertönen und die Stimme der Weinhexe hallt zwischen den Bergen wieder. Dann beginnt das halbstündige Feuerwerk. Die Passagiere der RHEIN SYMPHONIE sind begeistert – besser kann eine Flusskreuzfahrt auf dem Rhein nicht beginnen.

Erst am Tag zuvor waren sie in Köln eingestiegen und Kreuzfahrtdirektor Carsten Münnichow hatte sich mit den Worten vorgestellt: „Kennen Sie die Fernsehserie ‚Das Traumschiff‘? Ich bin Ihre Beatrice.“ Nach diesem Startschuss für eine gute Urlaubsstimmung setzt Münnichow gleich noch eine englische Begrüßung hinterher. Auf unserer soliden Mittelrheinkreuzfahrt gibt es nämlich Gäste, die weiter gereist nicht hätten sein können – eine Gruppe Freundinnen, von denen drei in Australien leben. Die vierte im Bund kommt aus Deutschland und hat die Reise organisiert. „Wir haben uns in den 70er-Jahren in Papua-Neuguinea kennengelernt, als unsere Männer Entwicklungsarbeit leisteten“, verrät sie und setzt dazu: „Das war eine aufregende Zeit. Ich würde es immer wieder tun.“

Schnell ist das Flussschiff erkundet: Die ehemalige VIKING HELVETIA punktet mit einer gemütlichen kleinen Bibliothek und Kabinen mit französischen Balkonen auf dem Oberdeck, die Kabinen bieten ausreichend Stauraum und sind zweckmäßig eingerichtet. Kreuzfahrdirektor Münnichow verrät, dass internationale Gäste nicht mehr die Ausnahme sind bei nicko cruises. Die Reederei arbeite inzwischen auch mit ausländischen Agenturen zusammen. Außerdem sinke das Durchschnittsalter langsam, allerdings nicht auf Reisen mit Haustürabholung. Dank einer derart bequemen Anreise trauen sich auf dieser Reise auch 17 Alleinreisende auf den Fluss, für sie gibt es einen Kennenlerncocktail. Meine 78-jährige Tischnachbarin gönnt sich zum ersten Mal eine Solo-Flussreise und raunt beim ersten Frühstück: „Gestern Abend war sogar das Bett aufgeschlagen. Hoffentlich machen die die Kabine jetzt nicht wieder so piekfein.“ So viel Service sei ihr unangenehm, da sie doch immer diejenige gewesen sei, die für ihre Familie all das gemacht habe. Doch auch sie lernt, den guten Service an Bord ein wenig zu genießen….

Fotos: Peggy Günther, Ake1150/stock.adobe.com, Adrian72/stock.adobe.com, dudlajzov/stock.adobe.com

Wilde Tiere, Natur pur und ein Hauch Luxus

Südamerika und das Amazonasgebiet faszinieren Reisende. Axel Scheibe fuhr mit der JANGADA auf dem mächtigsten Strom der Welt.

So richtig schnittig sieht sie nicht aus und auch ihre Fahrweise ist eher gemütlich. Trotzdem überzeugt die nagelneue JANGADA wohl jeden Passagier, der das Glück hat, auf ihr den Amazonas zu erforschen. Anfang 2019 in Dienst gestellt, verspricht sie etwas Luxus inmitten wilder Natur. Und das Versprechen hält sie.
Für die Mehrzahl europäischer Touristen, die es auf Südamerikas größten Fluss zieht, ist Manaus Ausgangs- und Endpunkt ihrer „Expedition“. So geht es auch der kleinen Reisegruppe aus Deutschland, die nach Stationen an den Wasserfällen von Iguazú, im wildreichen Pantanal und in Brasilia nun dem Höhepunkt ihrer Brasilienreise entgegensteuert, einem einwöchigen Aufenthalt auf dem Amazonas. Vorher jedoch gilt die Aufmerksamkeit Manaus, der Metropole am großen Fluss, die als einzige Millionenstadt der Welt nur per Flugzeug oder mit dem Schiff erreichbar ist. Straßenverbindung in die „Zivilisation“ gibt es nicht. Hat die Stadt auch heute über 2 Millionen Einwohner und gilt sie auch als eines der größten Industriezentren des Riesenreiches Brasilien, so hatte sie eigentliche ihre große Blütezeit bereits vor über 100 Jahren.
Tausende Glücksritter kamen, um mit Kautschuk reich zu werden. Einige Dutzend haben es geschafft, dem Rest blieb nur der Job als Tagelöhner auf den riesigen Kautschukplantagen, die dem Urwald entlang des Flusses abgerungen werden konnten. So wurde Manaus zu einer reichen Stadt und es entstand inmitten des Dschungels ein Opernhaus, das bis heute durch seine Schönheit besticht. Selbst europäische Superstars aus Oper und Operette zog es in diese wilde Gegend. Auch die Villen mancher Kautschukbarone lassen vergangene Pracht- und Reichtum erahnen. Besonders schön: der wieder erstandene historische Markt in seinen schmucken Jugendstil-Hallen am Fluss. Dort, am Hafen, drängen sich immer Dutzende mehr oder minder kleine Holzschiffe, zumeist farbenfroh bemalt, die mit ihrem Linienverkehr den Transport von Gütern und Menschen entlang des Flusses sicher stellen. In den unteren Decks stapeln sich die Waren und im Stock darüber baumelt Hängematte neben Hängematte. Die Routen auf dem Fluss und seinen Nebenarmen zu den oft weit entfernt gelegenen Siedlungen sind viele Tage lang. Für die Menschen am Strom der normale Alltag, für Touristen mit Komfortansprüchen wohl nicht der optimale Weg.

Denn ein bisschen Luxus sucht fast jeder Tourist, den es auf den mächtigsten Strom der Welt verschlägt. Damit kann die JANGADA dienen. Attraktiv ist sie, gleitet einem schwimmenden Luxusbungalow gleich sanft durch das Wasser. 2019 erstmals mit Gästen unterwegs kann sie doch auf einen Standard verweisen, den kaum eines der anderen Flussschiffe hat, die in recht großer Zahl von Manaus aus auf dem Amazonas und dem Rio Negro unterwegs sind.
Doch als erstes heißt es Schwimmwesten anziehen. Die JANGADA liegt etwas abseits der Stege und eines der kleinen Beiboote, die in den nächsten Tag immer wieder zum Einsatz kommen werden, bringt die Passagiere hinüber zum Schiff. Ein kleiner Sprung nur, doch Sicherheit wird groß geschrieben, die Westen müssen sein. Auch wenn sie für reichlich Schweiß nicht nur auf der Stirn sorgen. Das Thermometer steht oberhalb der 30 Gradmarke. Gemeinsam mit der hohen Luftfeuchtigkeit ein Klima im beginnenden Südwinter, das den „Nordlichtern“ zusetzt. Doch an Bord des Schiffes ist das vorbei. Schnell sind die 12 komfortablen Kabinen bezogen. Je 20 Quadratmeter sorgen für ein angenehmes Raumgefühl, die großflächigen Fenster bzw. Balkontüren bringen die Landschaft in die Kabinen und individuelle Klimaanlagen tun ihr Übriges dazu, dass bei einem kühlen Getränk in der Lounge die Müdigkeit abfällt.

Während das Schiff langsam Fahrt aufnimmt und eine frische Brise an Deck auch den Aufenthalt außerhalb der „klimatisierten Zone“ angenehm werden lässt, nutzen einige Passagiere gleich die Gelegenheit, das Schiff zu erkunden und dem Kapitän auf der Brücke einen Kurzbesuch abzustatten. Der hat natürlich einiges Wissenswertes auf Lager, das er gern mit den Gästen teilt. Groß ist die JANGADA nicht, doch mit knapp 30 Meter in der Länge und 10 Meter in der Breite für maximal 24 Passagiere doch recht geräumig. Ein großes Plus der doppelrumpfigen Katamaranbauweise ist der geringe Tiefgang von gerade mal 1,30 Meter. „Damit können wir in manch kleinen Nebenfluss einfahren, wo andere Schiffe Probleme bekommen“, so Kapitän Mamoga….

Fotos: Axel Scheibe, Nigel/stock.adobe.com, Freder/istockphoto.com

Die Save entdecken

Save? Nie gehört!“, bekommt Peer Schmidt-Walther immer wieder zur Antwort, wen er auch nach dem kroatisch-bosnisch-serbischen Fluss fragt. Dabei ist der mit 944 Kilometern nur wenig kürzer als der Rhein.

Novi Sad

Es ist spät, als der Transferbus von Wien an diesem Abend von der Autobahn abbiegt und durch das langgezogene Straßendorf Zupanja rumpelt. Die Passagiere sind hundemüde. Die 14-Stunden-Reise hat ihr Sitzfleisch bis an den Rand des Erträglichen strapaziert. Slogan des Veranstalters indes: „Der Weg ist das Ziel!“ Womit sicherlich nicht die Busreise gemeint ist. Ende der abenteuerlichen Anreise vor einem hohen Deich.

Strahlen um die Wette

Von der Krone aus gesehen liegt sie in Zupanja den Gästen mit ihren 110 Metern Länge zu Füßen: die PRINZESSIN SISI. Ihre noch heute äußerst populäre Namenspatronin, ab 1854 Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, wäre stolz gewesen. Unter dem festlich beleuchteten Schiff gurgelt die Save ihre nächtliche Flussmelodie. Kein Radetzkymarsch aus den Bordlautsprechern, dafür freundliche Crewmitglieder als hilfreiches Spalier beim Treppabwärts-Steigen. An der Eingangstür die herausragende Überraschung: George Clooney in Uniform! Sein Doppelgänger entpuppt sich als Zoran Milic: „Ich bin der Hotelmanager“. Mit ihm strahlen Kapitän Kostyantyn Synyakov und Kreuzfahrtdirektorin Romana Tichy um die Wette, als wollten sie den misslungenen Einstieg wieder glattbügeln. Die überaus freundlichen Servicekräfte geben sich alle Mühe, das späte Abendessen bei gebackenem Schweineschnitzel, gebratenem Seehecht oder Pasta Conchegliette aus der vielversprechenden Küche von Chefkoch Stanislav Krsak und seinem Team zu einem Highlight werden zu lassen. Der slowenische Wein glättet schließlich die Wogen.
Die Nacht ist kurz, denn schon um 08.30 Uhr steht der Ausflugsbus bereit.

Amazonas des Balkans

Die Bus-Ausflügler steuern Slavonski Brod an, eine Stadt im Nordosten Kroatiens am Nordufer der Save, die die Grenze zu Bosnien-Herzegowina bildet. Touristisches Zugpferd ist hier die zwischen 1715 und 1780 auf Erlass von Eugen von Savoyen aus Ziegelsteinen erbaute barocke, ehemals kaiserlich-königliche Festung Brod. An dieser markanten Schnittstelle von Zeiten, Religionen und Kulturen könnte der Geschichtsbezug nicht deutlicher sein.
Bis zum Landgangsende bietet sich eine reizvolle Alternative an: ein Deichspaziergang mit weitem Blick über das fruchtbare Ackerland. Die kleinen Höfe mit ihren archaischen Ziehbrunnen und beschaulichem Leben kann man von hier quasi aus der Vogelperspektive betrachten. Lärchen tirilieren in der Höhe, von einer Wiese hört man das Klappern eines Storches, aus dem Uferdickicht fliegt ein Seeadler auf.
Am frühen Nachmittag gibt der ukrainische Kapitän Synyakov die Order zum Ablegen. Von seinem Außenfahrstand dreht er die PRINZESSIN SISI sanft auf dem Teller, bis der Bug zu Tal gerichtet ist. Zupanja adé! Links und rechts säumt die stark gewundene Save ein dichter Grüngürtel, aus dem es zwitschert, krächzt und kräht. Baumstämme trudeln in dem von Sedimenten braun gefärbten Wasser. Man ist versucht, an den Amazonas zu denken. Nur eben verlegt auf den Balkan.

Stark umkämpfte Region

„Entdecken Sie Brcko individuell bei einem Spaziergang!“, empfiehlt das Tagesprogramm. Die 93.000-Einwohner-Stadt ist nicht besonders ansehnlich.
Im Verlauf des Bosnien-Krieges in den 90er Jahren war Brcko, gelegen in Herzegowina, an einem schmalen Korridor zwischen dem West- und Ostteil der Republik Srpska, sehr umkämpft, wovon noch viele Einschusslöcher zeugen.
Kriegerisch ging es auch schon vorher zu, als im 17. Jahrhundert alle katholischen Kirchen und Klöster von den Osmanen zerstört und die Katholiken vertrieben wurden. Das betraf auch Tolisa, wo man aber 1862 ein neues Franziskanerkloster anlegte und die größte Kirche des Landes baute.
Kaiserin Sisi hätte wohl gestaunt über die heutige Situation ihres damaligen Riesenreiches. Sie und ihr Gatte Franz Joseph I. flimmern seit dem Nachmittag über das Bordprogramm, dargestellt von Romy Schneider und Karl-Heinz Böhm, ein dreiteiliger Klassiker.
Bis der Empfang mit dem Kapitän und das Willkommens-Abendessen die rührselige TV-Romanze unterbrechen….

Belgrad, Serbien

Fotos: Peer Schmidt-Walther, enapress.com, Fotostudio Semrad, AleksandarGeorgiev/iStockphoto.com

Auf den Spuren der kleinen Mönche

In den Sommermonaten, wenn die Flüsse Myanmars Hochwasser führen, kreuzt die SANCTUARY ANANDA auf dem Chindwin bis hinauf nahe der Grenze zu Indien. An den Ufern des „Flusses der schnellen Pfeile“ begleiten die Reise eine Vielzahl von Zeremonien zur Einschulung von Novizen ins Kloster. Frank Sistenich hat sich an diesen für die jungen Mönche so bedeutenden Tagen umgesehen und berichtet von weiteren kulturhistorischen Höhepunkten Myanmar.

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