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Ukraine: Ein Krieg würde auch die Kreuzfahrt schwer treffen

Die Krise rund um die Ukraine berührt schon jetzt die Kreuzfahrtplanungen. Ganze Seegebiete im Schwarzen Meer sind diese Woche wegen angeblicher Schießübungen durch die russischen Streitkräfte zu Gefahrenzonen ernannt worden.

GRACEFUL, Foto: Frank Behling

Sollten im Fall eines Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine dann auch Sanktionen gegen staatliche Firmen Russlands verhängt werden, sind auch die durchweg im Staatsbesitz befindlichen Seehäfen betroffen. Die Aufkündigung des Swift-Abkommens würde den Zahlungsverkehr mit russischen Geschäftspartnern außerdem beeinträchtigen.

Geschäfte und Zahlungen, etwa für Liegegebühren oder Dienstleistungen, wären dann durch Wirtschaftssanktionen nicht mehr möglich. Die Häfen St. Petersburg und Kaliningrad in der Ostsee sind nicht mehr erreichbar.

Nach der Besetzung der Krim haben die USA sowie die EU 2014 in einer ersten Maßnahme auch 30 russische Personen und Unternehmen mit Sanktionen belegt, die an Häfen, Bahnunternehmen und Reedereien in Russland beteiligt sind. Im Fokus ist dabei bislang die Sovfracht-Sovmortrans-Gruppe mit ihren Tochtergesellschaften.

Foto: Frank Behling

Zuletzt wurden diese Sanktionen 2019 noch einmal ausgeweitet. Im Fokus waren bislang nur russische Unternehmen mit Geschäftsfeldern in der Schwarzmeer-Region. Angesichts der Forderung nach „harten wirtschaftlichen Maßnahmen“ ist auch eine Ausweitung der Sanktionen auf Logistik- und Verkehrsunternehmen in ganz Russland denkbar. Hier sind auch besonders die großen Werften und Hafenanlagen in St. Petersburg im Fokus von Wirtschaftssanktionen.

Um Sanktionen zu umgehen, hat die russische Megayacht Graceful am 7. Februar überstürzt Hamburg verlassen. Die in Sotschi am Schwarzen Meer beheimatete Yacht wird dem Umfeld des russischen Präsidenten Waldimir Putin zugeschrieben. Das 82 Meter lange Schiff war seit September zum Anbau von zwei Balkonen und einer größeren Landeplattform am Heck bei der Werft Blohm + Voss in Hamburg. Anfang Februar wurden die Arbeiten abgebrochen und das Schiff wieder schwimmfähig gemacht. Am 9. Februar traf die Graceful in Kaliningrad ein, wo sie nun vollendet werden soll.

Die noch unklare Entwicklung der Lage im Schwarzen Meer dürfte auch der Grund sein, weshalb die Astoria Grande noch nicht ihren zukünftigen Basishafen Novorossiysk angesteuert hat. Nach dem Umbau von der AIDAcara zur Astoria Grande war das Schiff kurz vor Weihnachten im Marmarameer vor Istanbul vor Anker gegangen. Wegen der Spannungen wird in der Türkei bereits darüber spekuliert, ob das Reiseprogramm des Schiffes ab Anfang April überhaupt starten wird. FB