Schlagwort: Hafen

Produktion von grünen Wasserstoff im Rostocker Überseehafen geplant

Die Dekarbonisierung in Häfen und Schifffahrt nimmt weiter Fahrt auf. Wie die Rostock Port GmbH heute mitteilte, soll auf dem Gelände des Steinkohlekraftwerks im Rostocker Überseehafen innerhalb der nächsten vier Jahre eine 100-Megawatt-Produktionsanlagefür die Erzeugung von grünem Wasserstoff entstehen. Die Elektrolyseanlage ist das Herzstück des Projektes „HyTech Hafen Rostock“, das sich auf Förderung im Rahmen des IPCEI-Programms (Important Project of Common European Interest) beworben hat. Die finale Investitionsentscheidung ist sei nach Erhalt des Förderbescheides geplant.

Die Entwicklung und der Bau der Anlage soll durch die rostock EnergyPort cooperation GmbH erfolgen, einem gemeinsamen Unternehmen von EnBW Neue Energien GmbH, RheinEnergie AG, RWE Generation SE und der RostockPort GmbH, das kürzlich in der Hanse- und Universitätsstadt gegründet wurde. Die vier Partner beteiligen sich jeweils mit knapp 25 Prozent an dem neuen Unternehmen. Ziel ist der Auf- und Ausbau einer nachhaltigen und grünen Produktions- und Verteilungsstruktur für Wasserstoff. Der dafür erforderliche Strom soll aus Erneuerbaren Energien, wie Windkraftanlagen auf See und an Land, bezogen werden. Jährlich sollen so bis zu 6,5 Tonnen Wasserstoff klimaneutral im Überseehafen Rostock erzeugt, in ein überregionales Verteilnetz (Wasserstoff-Startnetz) eingespeist und lokalen Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden. Der Standort ermöglicht den Ausbau der Anlage auf eine Leistung von bis zu 1.000. Die Investitionen liegen im dreistelligen Millionenbereich und sollen mit Hilfe von Fördermitteln getätigt werden.

„Die erfolgreiche Transformation von fossilen Energieträgern wie Kohle zu nichtfossilen Energieträgern wie Wasserstoff betrifft viele Teile des Hafens. Ein konsequenter Einstieg in den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern wird die fossilen Energieträger ablösen und zur Dekarbonisierung der Region führen“, so Rostock Port-Geschäftsführer Jens Scharner. JPM

Landstrom für Kreuzfahrtschiffe in Rotterdam und Sydney

Die sowohl in Rotterdam als auch Sydney citynah gelegenen Kreuzfahrtterminal werden zeitnah auch Landstrom-Anschlüsse für die Hafenliegezeit von Passagierschiffen bieten.

AIDAprima in Rotterdam. Foto: Jens Meyer

Nach einer jetzt von der Ratsversammlung getroffenen Grundsatzentscheidung soll der in der Nähe der Erasmus-Brücke an der Wilhelminakade liegende Cruise Terminal Rotterdam (CPR) bis 2024 mit einer entsprechenden Anlage ausgestattet werden. Dafür will die Stadt an der Maas ein zinsloses Darlehen in Höhe bis zu 8,75 Mio. Euro bereitstellen. Ergänzend sollen weitere öffentliche Fördermittel aus Umwelt- und Klimaschutzprogrammen eingeworben werden. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 ca. 90 Prozent der erwarteten Kreuzfahrtschiffe mit Landstrom versorgen zu können.

Auch die Regierung des australischen New South Wales hat Pläne für den Bau eines vollständig mit erneuerbaren Energien betriebenen Landliegeplatzes in Sydney angekündigt. Wie australische Medien unter Berufung auf den Verkehrsminister von NSW, David Elliott berichten, wird das White Bay Cruise Terminal der erste mit Landstrom betriebene Kreuzfahrtanleger in der südlichen Hemisphäre sein.

Die Anlage wird im Hafengebiet von Bays, einschließlich Glebe Island und White Bay, angesiedelt sein. Dadurch können jährlich schätzungsweise 14.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Nach Angaben der Government News, die sich auf den CEO der Hafenbehörde von NSW, Kapitän Philip Holliday, beruft, investiert die Behörde mehr als 60 Millionen Dollar in die Bereitstellung der Infrastruktur, wobei sie die Hafennutzer auffordert, Schiffe zu bauen und nachzurüsten, um die Vorteile der Technologie nutzen zu können. JPM

Nautische Jahreszahlen 2021, sicheres Jahr, Pandemie ohne Einfluss auf Kontinuität

Pressemitteilung

Die für die sichere und rasche Abwicklung des Schiffsverkehrs sowie für die Einhaltung des Hafensicherheitsgesetzes (Havenbeveiligingswet) verantwortliche Hafenmeister-Abteilung (Divisie Havenmeester) des Hafenbetriebs Rotterdam (Havenbedrijf Rotterdam N.V.) hat das zweite Coronajahr gut überstanden. Die Pandemie brachte die Kontinuität der Dienstleistungen nicht in Gefahr.

Die Anzahl der Seeschiffe, die in Rotterdam anlegte, stieg um ca. 700 auf fast 29.000. Es wurden drei schwere Unfälle verzeichnet. Dabei wurde nur materieller Schaden verursacht. Die Anzahl der Seeschiffe, die 2021 in Rotterdam anlegte, stieg von 28.169 auf 28.876. Diese Zahl liegt unter dem Niveau von 2019, als 29.492 Seeschiffe im Rotterdamer Hafen anlegten. Diese Differenz ist hauptsächlich auf die Maßstabsvergrößerung der Containerschifffahrt zurückzuführen.

Etwas höherer Schaden 

Der nautische Sicherheitsindex für Unfälle (7,5) erzielte einen besseren Wert als der angestrebte Wert, i.e. 7. Der Index für das Sicherheitsumfeld (Safety Environmental Index) bei Inspektionen (7,4) erreichte fast den Zielwert von 7,5. Durch die Pandemie wurden weniger Inspektionen, diese jedoch zielorientierter, durchgeführt. Dadurch kam es zu verhältnismäßig mehr Inspektionsergebnissen. Insgesamt wurden 462 Bußgelder verhängt, davon 76 für Freizeitboote. Die Zahl der Unfälle – die Hälfte davon waren Parkunfälle (67) – stieg von 122 auf 144. Darunter waren auch drei schwere Unfälle: Ein Seeschiff fuhr gegen die Caland-Brücke, ein Binnenschiff streifte ein Seeschiff im Eemhaven und ein Motorschlepper kenterte in der Bocht van Esch nahe der Van Brienenoord-Brücke.

Der Hafenmeister René de Vries blickt zufrieden auf das zweite Coronajahr zurück. „Ich bin stolz auf meine Kolleg*innen. Auch in diesem zweiten Coronajahr kamen die Dienstleistungen nicht in Gefahr und der Hafen blieb gut erreichbar. Zudem war es auch ein sicheres Jahr. 144 Zwischenfälle bei ca. 800.000 Schiffsbewegungen sind kein hoher Wert – wobei die Zunahme der Anzahl der Unfälle natürlich keine Zufriedenheit aufkommen lässt. Häufig handelt es sich um Zwischenfälle, die durch hastiges Verhalten beim Anlegen entstehen. Seeleute sind über eine viel längere Zeit an Bord – die Anforderungen an die Besatzungen sind hoch. Das verlangt zusätzliche Wachsamkeit von uns, denn wir haben die Pandemie noch nicht hinter uns gelassen“, äußert sich der Hafenmeister.

Corona

Die Corona-Pandemie hatte auch 2021 einen dominanten Einfluss auf die Arbeit der Abteilung Hafenmeister. Dies wiederum führte dazu, dass die Arbeit zu bestimmten Zeiten anders organisiert wurde. Inzwischen ist das Verfahren zur Maritime Declaration of Health (MDoH) automatisiert worden. Vorheriges Jahr erforderte diese noch 25.000 manuelle Beurteilungen.

Der Hafenbetrieb und die örtlichen Gesundheitsämter (GGD) hielten auch 2021 jeden Tag zum Thema Pandemie Rücksprache miteinander. Erforderlich war dies vor allem deshalb, weil Besatzungsmitglieder, die an Covid-19 erkrankt waren oder in engem Kontakt damit gestanden hatten, untergebracht und abgelöst werden mussten. Hunderte von Seeleuten verbrachten infolgedessen ihre Isolation oder Quarantäne im Wings/Fletcher Hotel in der Nähe des Flughafens Rotterdam, bevor sie ihre Reise nach Hause oder auf See fortsetzen durften.

Die Dekontaminierung von Schiffen führte gelegentlich zu Großaktionen, bei denen schwimmende Hotels die Besatzung aufnehmen mussten. Die Wechsel der Besatzungen fanden wie üblich in Rotterdam statt, führte jedoch gelegentlich zu einem zusätzlichen Andrang im Wings/Fletcher Hotel. Die Port Health Authority Rotterdam und dieses Hotel haben 2020 einen Partnerschaftsvertrag geschlossen. Die Port Health Authority Rotterdam (PHAR) ist eine Partnerschaft zwischen einer Reihe von Akteuren, zu denen der Hafenbetrieb, die Sicherheitsregion Rotterdam-Rijnmond und das örtliche Gesundheitsamt Rotterdam-Rijnmond gehören. Ein wichtiger Teil des PHAR ist die Bekämpfung von Infektionskrankheiten (z. B. von Corona) im Rotterdamer Hafen.

Der Hafenbetrieb war einer der Initiatoren hinsichtlich der Ermöglichung der Corona-Impfung aller Seeleute. Insgesamt sind seit dem 15. Juni 2021 fast 25.000 Impfungen (mit dem Janssen-Impfstoff) bei Seeleuten durchgeführt worden. Mehr als die Hälfte aller Impfungen erfolgten in Rotterdam. Letzte Woche wurde zudem offiziell mit der ergänzenden Booster-Impfung (mit dem Pfizer-Impfstoff) für Seeleute begonnen.

Text: PM Port of Rotterdam / Hafenbetrieb Rotterdam

Gemeinsam auf dem Weg zum klimaneutralen Kreuzfahrthafen Hamburg

Auftakttreffen von Reedereien und Hamburgischer Bürgerschaft

Pressemitteilung

Foto: CLIA Deutschland/Hamburg Cruise Net

Den Hamburger Hafen zum Vorreiter in Sachen Klimaneutralität zu machen und gleichzeitig seine Attraktivität für die Kreuzfahrtreedereien zu erhalten, gehe nur gemeinsam. Dies ist das Fazit des heutigen Dialogs zwischen Politik, Reedereien und Verbänden der Kreuzfahrtwirtschaft. Die Spitzenvertreter der Reedereien AIDA Cruises, MSC Deutschland und TUI Cruises sowie Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft haben sich darauf verständigt, den heute begonnenen Dialog zu Innovationsstrategien und Nachhaltigkeitsthemen kontinuierlich fortzusetzen. In einer vom Fachverband CLIA Deutschland gemeinsam mit Hamburg Cruise Net e.V. organisierten Veranstaltung haben sich die etwa 30 Teilnehmer*innen zunächst vor Ort die Landstromanlage Altona erläutern lassen und anschließend darüber diskutiert, wie und wann die Branche das Ziel einer emissionsneutralen Kreuzfahrt erreichen kann.

Hansjörg Kunze (Vice President Communication & Sustainability AIDA Cruises), Christian Hein (Geschäftsführer MSC Cruises Deutschland) und Wybcke Meier (Vorsitzende der Geschäftsführung TUI Cruises) stellten übereinstimmend klar: „Alle Unternehmen arbeiten seit geraumer Zeit mit Hochdruck gemeinsam mit Werften und Zulieferern an der Einsatzreife alternativer Energieträger“. Der Industrie sei sich sehr bewusst, dass auch die Kreuzfahrt ihren Beitrag zur Verringerung der Klimabelastung leisten kann und muss.

„Die Kreuzfahrt ist der Innovationstreiber der Schifffahrt – und Hamburg ist Best-Practice-Beispiel für einen erlebnisreichen Stadthafen und zugleich eine konsequente Ausstattung der Terminals mit Landstrom“, so Dr. Stefan Behn, Vorsitzender von Hamburg Cruise Net e.V. 6 % der schifffahrtsbedingten CO2-Emissionen in Hamburg entfallen derzeit auf die Kreuzfahrer. Bezogen auf alle Hamburger CO2-Emissionen beträgt der Anteil der Kreuzfahrtschiffe allerdings nur 0,11 Prozent. (Bezug 2019). „Unser Ziel sollte sein, Emissionen während der Liegezeit ganz zu vermeiden, aber den Hafen auch bei den Kosten attraktiv zu halten. Das wird aber nur gelingen, wenn Industrie und Politik gemeinsam daran arbeiten“.

Die Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft begrüßten den Dialog mit den Spitzenvertretern der Industrie:

„Es ist gut zu sehen, dass die Kreuzfahrtreedereien vor dem Hintergrund der umweltbeeinträchtigenden Emissionen ihre Innovationsstrategien kontinuierlich weiterentwickeln. Wir müssen in den kommenden Jahren die Umwelt- und Klimaverträglichkeit auch der Kreuzfahrt spürbar verbessern. Unser Ziel muss es sein, gemeinsam mit den anderen Bundesländern, dem Bund und der Europäischen Union sowie der Industrie einen besonders ambitionierten Weg in die emissionsärmere Kreuzfahrt zu gehen und dafür zu sorgen, dass die vorhandenen Möglichkeiten – wie beispielsweise die Landstrominfrastruktur – konsequent genutzt werden“, so Dr. Miriam Putz, Sprecherin für Wirtschaft, Tourismus und Hafen der Bürgerschaftsfraktion der GRÜNEN.

„Hamburg und Tourismus gehören zusammen! Die Kreuzfahrtbranche hat für den Tourismus große Bedeutung – in Hamburg und weltweit. Jetzt muss der Neustart nach Corona gelingen. Langfristig braucht

Hamburg beste Rahmenbedingungen, um Innovationsstrategien der Kreuzschifffahrt zu fördern und deren Forschung aktiv zu begleiten. Dies gilt z.B. für die Entwicklung von umweltschonenden Schiffsmotoren und Kraftstoffen und die umweltverträgliche Nutzung des Hamburger Hafens. Daher begrüße ich den engen Austausch mit Unternehmen und Verbänden“ so Prof. Dr. Götz Wiese, Fachsprecher für Wirtschaft und Innovation der CDU-Bürgerschaftsfraktion.

Helge Grammerstorf, National Director des weltweit größten Kreuzfahrtverbandes, Cruise Lines International Association (CLIA), stellte abschließend fest, dass der Tag gezeigt habe, dass sich die Kreuzfahrt selbst ambitionierte Ziele gesetzt habe, welche weit über die internationalen Vorschriften hinausgehen. „Der Erfolg ist sicht- und messbar. Nicht nur war das erste Hochseeschiff mit LNG-Antrieb ein Kreuzfahrtschiff, sondern wir werden kurzfristig auch die erste Brennstoffzelle im Einsatz auf einem Kreuzfahrtschiff sehen. Auch hinsichtlich der Landstromfähigkeit ist die Kreuzfahrt weit vorn. Aber von den ca. 1.000 weltweit angelaufenen Häfen, bieten bisher nur 14 eine Landstrom-Versorgung an.“ Es werde jetzt darauf ankommen, im konstruktiven Dialog mit den Häfen und der Politik die Entwicklung einer nachhaltigen Kreuzfahrt weiter voranzubringen; der Dank gelte heute daher neben den Unternehmen insbesondere den Mitgliedern der Hamburgischen Bürgerschaft für Interesse und konstruktive Beiträge.

Text: PM CLIA Deutschland und Hamburg Cruise Net e.V.

Nur 47 Abfertigungen in diesem Jahr – Sommersaison der Kreuzschifffahrt in Rostock-Warnemünde beendet

Nach 206 Anläufen von Kreuzfahrtschiffen in 2018 und 196 Anläufen von 40 Schiffen im vergangenen Jahr in Rostock-Warnemünde werden es in diesem Jahr nur 47 Abfertigungen für die von der Pandemie besonders gebeutelte Branche sein.

Die AIDAsol hatte am 1. Juli am Liegeplatz P7 die Kreuzfahrtsaison in Rostocks Ostseebad Warnemünde eröffnet. Bis Anfang Oktober lief das Schiff 18 Mal zu Ostseekreuzfahrten aus; und hat als einziges Kreuzfahrtschiff in dieser Saison die neue Landstromanlage genutzt. Das Schwesterschiff AIDAdiva absolvierte im Oktober drei Anläufe und hat die diesjährige Sommersaison am 26. Oktober auch beendet. Erstmals begrüßte der Warnemünder Hafen die Kreuzfahrtschiffe MSC Seaview, Mein Schiff 1, Mein Schiff 3 und Mein Schiff 6. Drei weitere Ankünfte sind noch am 28. November und 5. Dezember vom Kreuzfahrtschiff Amadea und am 7. Dezember von Mein Schiff 1 geplant. Insgesamt werden dann in diesem Jahr 47 Kreuzfahrtanläufe in Rostocks Ostseebad stattgefunden haben.

Leere Terminals in Warnemünde. Foto: Jens Meyer

„Die Kreuzschifffahrt-Saison 2021 wurde vor allem von zwei Herausforderungen bestimmt – von der Implementierung sicherer und reibungsloser Abläufe im Passagierhafen Warnemünde unter den COVID-19-Pandemiebedingungen und der Inbetriebnahme der Landstromanlage zur umweltfreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung der Schiffe während der Liegezeit im Hafen. Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Restart der Kreuzfahrt und sind mit Ausblick auf die Saison 2022 auch dank des intensiven Austauschs mit den Reedereien, den Behörden und Vertretern der Politik aus heutiger Sicht sehr gut vorbereitet“, so Rostock Port-Geschäftsführer Jens A. Scharner, der jedoch keine Zahlen über bereits erfolgte Anmeldungen nannte. JPM

Hafenerlebnisse zum Hören

Erlebnis Bremerhaven startet zweiten Podcast „Schauermanns Geschichten“

Pressemitteilung

 Mit einem neuen Podcast erweitert die Erlebnis Bremerhaven GmbH (EBG) ihr digitales Angebot rund um den Tourismus in der Seestadt. Erzählt werden in den rund 20minütigen Hörstücken unter dem Namen „Schauermanns Geschichten“ persönliche Erlebnisse rund um die Seefahrt und die Bremerhavener Häfen. „In unserem Podcast ‚Bremerhaven funkt‘ stellen wir seit Januar 2020 die touristische Seite der Stadt in ihrer ganzen Breite vor, das interessiert mittlerweile mehr als 1000 Abonnent:innen“, freut sich Dr. Ralf Meyer, Geschäftsführer der EBG. „Mit dem zweiten Podcast konzentrieren wir uns ganz auf das Schwerpunktthema Hafenerlebnis“. „Schauermanns Geschichten“ erscheint ab 8. Oktober 2021 alle 14 Tage freitags und ist kostenfrei überall zu hören, wo Podcasts angeboten werden. Auch in den Blog „Logbuch Bremerhaven“ sind beide Podcasts eingebunden, dort gibt es jeweils weitere Hintergründe.

Foto: Wolfhard Scheer

Für „Schauermanns Geschichten“ befragt Moderatorin Kira Grüning, bei der EBG für die Projektkoordination zuständig, in den Häfen und an Bord Arbeitende nach persönlichen Anekdoten und Geschichten. So wird es Hörstücke über das Börteboot „Lottjen“ geben und wie eine Kleinanzeige einen engagierten Norddeutschen zum Leuchtturmbesitzer machte. Den Auftakt macht eine bewegende Geschichte über blinde Passagiere, die an Bord eines Handelsfrachters zwischen Afrika und Asien für eine Menge Aufregung gesorgt haben. Aber es geht noch mehr: „Wer mir seine Geschichte von der Arbeit im Hafen erzählen möchte, ist herzlich willkommen“, sagt Kira Grüning. Sie ist unter gruening@erlebnis-bremerhaven.de erreichbar.

Zusammen mit Dörte Behrmann, Pressereferentin der EBG, produziert Kira Grüning auch den zweiten Podcasts „Bremerhaven funkt“. Sie sind für die Themenauswahl, die Ansprache der Gesprächspartner:innen, die Aufnahme und den Schnitt verantwortlich. „Wir haben das nicht gelernt, würden uns als experimentierfreudige Nachwuchspodcasterinnen bezeichnen“, sagt Kira Grüning.

Podcasts erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit in Deutschland. So zählte die beliebteste Audiostreaming-Plattform „Spotify“ 2018 noch 2.000 deutschsprachige Podcasts, Ende 2020 waren es schon 50.000. Einen Grund für diese Entwicklung sehen Experten in der Corona-Pandemie, deren Einschränkungen dazu beigetragen haben, dass Menschen aller Altersstufen sich mit Hörgeschichten den Alltag verschönern. Dieser Gewohnheit sind sie treu geblieben. 

Text: PM Erlebnis Bremerhaven


Longyearbyen: Tender-Neubau für Kooperation mit Ponant bestellt

Die Verwaltung des Spitzbergen-Hafens Longyearbyen hat mit der französischen Kreuzfahrtreederei Ponant eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Sie sieht den Bau und Betrieb eines Hafenlogistik-Schiffes zur Bedienung ihrer Expeditionsschiffe bei Anläufen dieses auch über einen Flughafen verfügenden und deshalb häufig auch für Passagierwechsel genutzten Arktis-Hafens vor. Hintergrund ist die wasserseitige Ver- und Entsorgung des neuen Flaggschiffes der Reederei, ihres derzeit beim norwegischen Vard-Werftbetrieb in Sövik in der Endausrüstung befindlichen ersten über die Eisklasse PC2 verfügenden Luxus-Expeditionsschiff-Neubaus Le Commandant Charcot, der mit seinem Tiefgang von 10 m an keinem der Kais von Longyearbyen direkt festmachen kann und deshalb auf Reede ankern muss. Wegen seines großen Tiefgangs war der auch u.a. mit verflüssigtem Erdgas (LNG) und Batterie zu betreibende 31757-BRZ-Polarexpeditionskreuzer bereits während seiner Komplettierungsphase von der norwegischen Vard-Werft nach Saint-Nazaire Frankreich verschleppt worden, weil vor Ort kein für die Installation der beiden je 17 MW leistenden-Azipod VI-Antriebe mit jeweils einem fünfflügeligen Propeller in den in Rumänien gebauten Kasko geeignetes Dock zur Verfügung stand.

Bei dem vom Port of Longyearbyen als Werft-Nr. 41 bei der erst 2012 gegründeten Werft Lextor Marin AS in Bolandet (Fosnavag) südlich von Alesund bestellten Neubau handelt es sich um einen 15 m langen und 5 m breiten Katamaran mit einer bis 20 t belastbaren Decksfläche von mehr als 40 Quadratmetern, der u.a. mit einem 8 t hebenden Faltkran im Vorschiffsbereich ausgerüstet wird. Seine Hauptaufgabe ist es, im Hafenbereich vor Anker liegende Schiffe nicht nur mit Versorgungsgütern, Ersatzteilen, Post, Gepäck usw. zu beliefern, sondern ihnen auch z. T. vorsortierte oder behandelte Abfälle sowie flüssiges Entsorgungsgut wie vegetabilische oder mineralische Altöle bzw. Schlämme oder Gemische (Sludge) zum Recycling bzw. Entsorgung abzunehmen. Als Antrieb kommen zwei Motoren mit einer Gesamtleistung von 660 PS zum Einbau, die auf feste Wellen und Propeller arbeiten. Zur Verbesserung der Manövrierfähigkeit wird der mit den erforderlichen Kommunikations- und Navigationsanlagen auszustattende Tender, der nach Angaben von Hafenchef Kjetil Braten selbstverständlich bei Bedarf auch allen anderen Kunden des Hafens zur Verfügung steht, auch mit einem Bugstrahler ausgerüstet.

Foto: Le Commandant-Charcot © Ponant – Stirling Design International

Da die Indienststellung des neuen Tenders für Ende Juli dieses Jahres geplant ist, könnte es dann auch zu einer Premiere – wenn nicht auch Taufe – kommen, da am 24. Juli in Longyearbyen auch die verzögerte 15-Nächte Jungfern-Rundreise der Le Commandant Charcot zum geografischen Nordpol beginnen soll und sich die beiden Flaggschiff-Neubauten dann erstmals begegnen dürften. JPM

Kiel will „ökologischster Hafen Europas“ werden

Ab 2021 können auch Kreuzfahrtschiffe mit Landstrom versorgt werden

Nicht nur die Fährschiffe der schwedischen Stena Line werden künftig auch in Kiel emissionsfrei im Hafen versorgt: Gemeinsam haben Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, Stadträtin Doris Grondke und Seehafen Kiel-GmbH-Geschäftsführer Dr. Dirk Claus am 9. Dezember die LED-Fassade der neuen Landstromanlage am Ostseekai vorgestellt. „Die Landstromanlage ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, der ökologischste Hafen Europas zu werden“, sagte Kämpfer. Damit trage man maßgeblich zur Umsetzung des Masterplans“ 100% Klimaschutz“ bei.

Das Land Schleswig-Holstein hat den Bau der Landstromanlage mit 8,99 Millionen Euro gefördert, weitere 1,26 Millionen Euro kommen von der EU. Zudem hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket beschlossen, um die Preise für Landstrom deutlich abzusenken.

Foto: PORT OF KIEL

Die Anlage zählt zu den leistungsstärksten ihrer Art und wird zunächst die Fährschiffe der Stena Line versorgen. Ab dem kommenden Jahr können dann zwei Schiffe, ein Kreuzfahrtschiff und eine Fähre, parallel Ökostrom beziehen. „Ab Januar decken wir 44 Prozent des Energiebedarfs der im Kieler Hafen liegenden Schiffe emissionsfrei und klimaneutral. In zwei Jahren sollen es dann bereits 60 bis 70 % sein. Damit nimmt Kiel eine Vorreiterrolle ein.“, kündigte Dr. Dirk Claus an.

„Diese Fassade ist bisher einmalig in ihrer Art. Die äußere Hülle hat bei Tageslicht durch ihre dynamisch strukturierten Lochungen einen ganz eigenen Charakter. Sobald die in der Fassade verborgenen LEDs dazu geschaltet werden, ergibt sich eine weitere Gestaltungsebene, die im Dunklen die Wahrnehmung komplett transformiert“, erläuterte Architekt Jan Schulz, BSP Architekten BDA. Für die 720 m² große Metallfassade wurden auf knapp der Hälfte der Fläche über 12.000 LEDs verbaut, die über eine Software einzeln ansteuerbar sind. Bei Vollbetrieb aller LEDs verbraucht die Fassade knapp 25 kWh Ökostrom.

Mit der jetzt erfolgten Einweihung der spektakulären Fassade der neuen Landstromanlage in Kiel bezieht die Stena Line nun auf 14 Fähren an sieben Terminals Landstrom während der Hafenliegezeit, und verringert ihre Emissionen nun auch an der Förde. Die Maßnahme führt zu einer Einsparung von 900 Tonnen Treibstoff und einem Äquivalent von 2.700 Tonnen CO2 pro Jahr. Die neue Anlage in Kiel wird mit 100 Prozent Ökostrom betrieben, somit werden während der Hafenliegezeit der Stena Germanica und der Stena Scandinavica neben CO2 auch NOX-, SOX– und Partikelemissionen eingespart.

Video: Port of Kiel

Neben Kiel bezieht Stena Line auch an zwei Abfahrtsterminals in Göteborg, sowie in Karlskrona, Norvik, Trelleborg und Hoek van Holland Landstrom für ihre Fähren und vermeidet damit jährlich 13.000 t CO2 im Routennetzwerk. Von 36 Fähren der Stena Line-Flotte wurden mittlerweile 14 für die Nutzung von High Voltage Shore Connection-Systemen (HVSC) umgerüstet.„Landstrom spielt für uns aus zwei Gründen eine wichtige Rolle: Zum Einen möchten wir einen unmittelbaren positiven Effekt auf die Luftqualität in den von uns frequentierten Häfen erzielen. Zum Zweiten erwarten wir in Zukunft einen noch höheren Anteil der Elektrifizierung in den Häfen: bei Pkw, Lkw, Hafenfahrzeugen und in unserem Falle natürlich vor allem bei den Schiffen. Mit unseren Batterie- und Powerbank-Projekten entwickeln wir unsere Fährdienste bereits seit längerem in diese Richtung weiter, und lernen jeden Tag dazu“, sagt Ron Gerlach, Trade Director und Geschäftsführer der Stena Line Deutschland. JPM

Erfolgreicher Probe-Anlauf: Hafenerweiterung in Ystad sichert weiteres Wachstum

Der Ausbau des südschwedischen Hafens Ystad in Südschweden ist beendet. Zwei neue Fähranleger mit neuen RoRo-Rampen und Landstromanschluss ermöglichen es jetzt, mehr Verkehre und größere Schiffe abfertigen zu können. Am 25. November 2020 absolvierte die erste Fähre erfolgreich ihren Probeanlauf im neuen Hafenteil, um sicherzustellen, dass die neuen Anleger einwandfrei funktionieren. Ab dem neuen Jahr werden die neuen Liegeplätze dann regelmäßig genutzt.

„Der Hafen von Ystad hat jetzt gute Voraussetzungen und Kapazitäten, um sowohl im Passagier- als auch im Frachtbereich weiter zu wachsen. Nach der Eröffnung der neuen Route Ystad-Sassnitz im September freuen wir uns besonders auf regelmäßige Verkehre von und nach Deutschland”, sagt Björn Boström, Geschäftsführer der Hafenverwaltung Ystad Hamn. Der südschwedische Hafen verzeichnet seit Jahren einen deutlichen Anstieg im Güter- und Personenverkehr und ist nach seinen Angaben größter Hafen in Schweden mit täglichen Fährverkehr nach Polen und Bornholm sondern auch drittgrößter Fährpassgierhafen des Landes.

Foto: Ystad Hamn

Prognosen zufolge wird das Wachstum trotz der Pandemie weiter anhalten. Das gilt sowohl für den Verkehr von und nach Swinoujscie in Polen sowie nach Bornholm, als auch für die neue Verbindung nach Sassnitz auf Rügen. Um den positiven Zukunftsaussichten bestmöglich entgegenzukommen, musste die Kapazität des Hafens bedarfsgerecht erhöht werden. Das abgeschlossene Bauvorhaben ist eines der größten Infrastrukturprojekte Südschwedens und wurde mit EU-Fördermitteln in Höhe von fast 700 Mio. Euro unterstützt. Im Mai 2019 haben die Arbeiten begonnen, eineinhalb Jahre später ist der neue Hafenabschnitt für den Fährverkehr nun fertiggestellt. Der neue Fährhafen vergrößert den Hafen land- und seeseitig, und beinhaltet unter anderem neue Vorstauflächen, Ankunftsbereiche, neue Wellenbrecher, Flächen für Zoll- und Grenzkontrollen und nicht zuletzt moderne Fähranleger. Bis Ende 2021 soll zudem die Möglichkeit der LNG-Betankung für die Fähren der Swinoujscie-Routen geschaffen werden. JPM

Traditionsschiffe und noch immer Aufgaben!

Im Museumshafen Leer haben auch die kleinen Traditionsschiffe sinnbildlich gesprochen
noch „alle Hände voll zu tun“. Andreas Mausolf über eine besondere Flotte, die Dank des
Vereins „Schipper-Klottje“ nicht nur die maritime Geschichte der Umgebung hochhält,
sondern auch ab und zu „richtige“ Aufgaben erledigt.

Ein „leerer“ Hafen – unvorstellbar! Darum nennen die über 34.000 Bürgerinnen und Bürger der ostfriesischen Stadt Leer ihren Hafen auch nicht so, sondern bezeichnen ihn als „Leeraner“ Hafen – und der ist im Übrigen voll! Neben Fluss- und Seeschiffen des täglichen Umschlaggeschäfts bietet Leer etwas ganz Besonderes: Der Verein „Schipper-Klottje“, der seit 1994 auch alle zwei Jahre das internationale Traditionsschiffer-Treffen in Leer organisiert, betreut eine Flotte historischer Schiffe, mit denen die maritime Geschichte von Stadt und Umland lebendig bleibt. Und einige dieser Schiffe haben hin und wieder auch „richtige“ Aufgaben zu erledigen…

Stoßboot Mirjan auf dem Weg zur Anlegestelle.

Eine solche Aufgabe fiel am 17. Juli 2019 an, als der Traditions-Dampfer „Prinz Heinrich“ – 1909 auf der Meyer Werft gebaut und bis 1954 im Borkum-Dienst – von seiner Reise zum „Dampf-Rundum“-Festival in Flensburg zurückkehrte und Manövrierhilfe beim Anlegen benötigte. Das Stoßboot Mirjan – in Hoogezand/NL um 1930 gebaut – erledigte mit seinen 21 PS diese Aufgabe mit Bravour. Mirjan ein wohlgepflegtes Exemplar jener kleinen Bootstype , die ab den 1920er Jahren für diejenigen Schiffseigner und Schutenbetreiber, die es sich leisten konnten, eine bescheidene, jedoch effektive Unabhängigkeit von teuren Schlepphilfen ermöglichte. Die Boote waren überall dort verbreitet, wo die Flussschifffahrt die Regionalentwicklung bestimmte. Dauerhaft etablieren konnte sich diese Form des Transports jedoch aus Gründen der Effektivität und der umständlichen Handhabbarkeit nicht. Die Leistung variierte bei unterschiedlichen Baumustern zwischen 20 und 50 PS, die Länge der Schiffe lag bei ca. sechs Metern bei einem geringen Tiefgang von unter einem Meter.

Zahlreich fanden die dort „Upduwer“ oder auch „Opdrukker“ genannten Boote in den Niederlanden Verwendung. Mit etwas Glück stöbert man noch heute – wie etwa in Appingedam – solche Einheiten auf, die oft liebevoll gepflegt in privatem Einsatz stehen. In der DDR führte der Mangel an Schleppschiffen in der Mitte der 1950er Jahre sogar zum Neubau von 55 Stoßbooten mit einer PS-Zahl am oberen üblichen Rand für diese Fahrzeuge.

Kurz nach diesem denkwürdigen Einsatz am 17. Juli fand in Leer vom 9. bis 11. August 2019 das 13. Traditionsschiffer-Treffen statt. Wiederum organisiert vom „Schipper Klottje Leer“ brachte es Schiffe und ihre Besatzungen aus den Niederlanden und Deutschland zusammen und füllte wohl sämtliche Liegeplätze im Leeraner Hafen um Rathaus und Waage bis zum Anleger von „Prinz Heinrich“. Schiffsbesichtigungen und Vorführungen verliehen dem Leeraner Hafen, der hier sonst eher beschaulich daherkommt, an den drei Tagen einen Hauch von Fernweh und Begeisterung für Reisen und historische Schiffe. In vielfältigen Gesprächen zwischen Besuchern und Schiffseignern entstand so manche Idee für neue Unternehmungen! In einigen Bildern lassen wir Eindrücke vom 13. Traditionsschiffertreffen in Leer noch einmal vorüberziehen.

Fotos: Andreas Mausolf