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Aus für Crypto Ship-Projekt: Auch „Satoshi“ zum Abbruch nach Indien weiterverkauft

Nachdem kürzlich die Karnika ex Pacific Jewel (BRZ 70310), die 1990 von der Fincantieri Werft in Monfalcone erbaute ehemalige Crown Princess, die hierzulande u.a. als A’Rosa Blu, AIDA blu und Ocean Village Two besser bekannt ist, von ihrem letzten Eigner Jalesh Cruises für 5 Mio. US-Dollar zum Abbruch in Alang verkauft worden war (aB web 4.11.2020 ), ereilt jetzt auch  ihr 1991 bei der gleichen Werft als Regal Princess entstandenes Schwesterschiff Satoshi ex Pacfic Dawn (BRZ: 70285) dieses Schicksal.

Die letzten Eigner des Schiffes, die in Panama ansässige Firma Ocean Builders, die das Schiff am 5. November in Piräus von P&O Australia (Carnival-Konzern) übernommen hatten, um es als Residenz- und Hotelschiff auf Reede vor Panama zu stationieren, haben ihr Crypto Cruise Ship-Projekt aufgegeben und den Oldie am 18. Dezember zum Abbruch in Indien weiterveräußert. Das nach der Übernahme zu Ehren des Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto auf dessen Vornamen  umbenannte und unter Panama-Flagge gebrachte Schiff, das ab Januar nächsten Jahres an einem in 30 Minuten per Fähre von Panama City erreichbaren neuen  Ankerplatz von Firmen und Bitcoin-Enthusiasten mit Akzeptanz der Krypto-Währung genutzt werden sollte, hatte im Rahmen seiner Transatlantik-Überführungsreise via Malta am 23. November in Gibraltar einen Zwischenstopp eingelegt. Dort wurde es bei der Gibdock Shipyard zu Überholungsarbeiten einschließlich eines Komplett-Anstriches von Rumpf und Aufbauten trockengestellt. 

Die Satoshi wird heute (22.12.) in Panama erwartet, um Brennstoff und Proviant für die anschließende letzte Reise nach Alang zu übernehmen. In der Zeit vom 5. bis zum 28. November waren die ersten 200 der insgesamt 777 Kabinen zu Preisen zwischen 25.000 und 50.000 Dollar zur Versteigerung angeboten worden. 

Doch dann hat Ocean Builders-CEO Grant Romundt die potenziellen Käufer informiert, dass man das Crypto Cruise Ship-Projekt nicht fortführen könne, weil sich die „die archaischen großen Versicherer nicht innovativen neuen Ideen“ anpassen könnten. Keine Protection and Indemnity (P & I)-Versicherung würde die Satoshi versichern. Ohne Versicherung könne man das Schiff nicht mit einer Crew besetzen, was bedeute, dass das es sein Klassen- und Flaggenzeugnis verliere  und damit auch die Möglichkeit jeglicher Geschäftsaktivitäten an Bord. JPM

Nach Versteigerung der „Karnika“: Essel-Gruppe verkauft Kreuzfahrt-Reederei Jalesh Cruises

Die von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie Liquiditätsproblemen in einigen ihrer Geschäftsbereiche gebeutelte indische Essel-Gruppe hat nach der Ende Oktober erfolgten Versteigerung ihres einzigen Schiffes nunmehr ihre Kreuzfahrtmarke Jalesh Cruises an die zur NRI Sant Chatwal/Dreams Hotel-Gruppe gehörende Tochtergesellschaft Waterways Leisure verkauft. Über den Preis derTransaktion, die auch die Übernahme des gesamten digitalen Auftritts, die für die Gästeakquisition entwickelte Software und die Datenbasis der Kunden, Reiseagenturen und des Partnernetzwerks einschließt, wurden keine Angaben gemacht.

Waterways hat zudem auch das vorhandene Führungspersonal und die Mitarbeiter der für den Jalesh Cruises-Vertrieb in Indien zuständigen Generalagentur Zen Cruises übernommen. Erst im September 2018 hatte die Essel-Gruppe ihren Einstieg in das seinerzeit boomende Kreuzfahrtgeschäft bekannt gegeben und für die erste mit einem großen Schiff auf den indischen Markt fokussierte neue Reederei Investitionen von rd. 100 Mio. US-Dollar angekündigt.

Bei der Ende 2018 als ersten Ankauf übernommenen Schiff handelt es sich bekanntlich um die 1990 von Fincantieri fertiggestellte und als Crown Princess für Princess Cruises in Fahrt gekommene und später von der Carnival Corporation an P&O Australia transferierte frühere Pacific Jewel, die u.a. zwischen 2002 und 2007 als A-Rosa Blu und Aida Blu von Aida Cruises auf dem deutschen Markt eingesetzt worden war. Das 70310-BRZ-Schiff wurde in Karnika umbenannt und startete im April 2019 zur ersten Reise für die neue Marke nach Goa.

Doch machte die im Februar ausgebrochene Covid-19-Pandemie nicht nur die Pläne für den Ankauf eines zweiten großen Schiffes zunichte, sondern führte auch dazu, dass die Karnika Mitte März wegen ausstehender Verbindlichkeiten für Treibstoff- und Proviantlieferungen sowie Heuerforderungen etc. in Höhe von rd. 4 Mio. USD in Mumbai in die Kette gelegt wurde.

Nachdem weder Pandemie-bedingte Reiserestriktionen von der Regierung aufgehoben noch eingeforderte Hilfen realisiert wurden, war zunächst der für November angekündigte Restart abgesagt und schließlich auch die Aufgabe des Kreuzfahrtbetriebs von Essel kommuniziert worden (wir berichteten).

Bei der im Oktober in Mumbai erfolgten Versteigerung des Schiffes konnte das Schiff über den britischen Ankaufsmakler NKD Maritime für Abbrecher in Indien für 391 USD/LT erworben werden. Nach einer am 20. November in Mumbai begonnenen Überführungsreise ist es am Abend des Folgetages bereits auf Alang-Reede vor Anker gegangen und soll dort in Kürze gebeached werden.

Dank des jetzt erfolgten Verkaufes der Marke kann Jalesh Cruises allerdings weiter bestehen bleiben, wobei die neuen Eigner auch auf die Unterstützung durch den ebenfalls übernommenen bisherigen Präsidenten und CEO Jurgen Bailom setzen. Man freue sich, das Kapital der Jalesh-Marke als Indiens erste Premium-Kreuzfahrtmarke nutzen zu können, kommentierte Vijay Kher, indischer Landes-Chef der mit Hauptsitz in New York ansässigen Dream Hotel Group und Waterways Leisure-Sprecher, die Übernahme. JPM