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Erste der beiden LNG-RoPax-Fähren für TT-Line bei RMC auf Kiel gelegt

Mit einer traditionellen Münzzeremonie ist bei der finnischen Werft Rauma Marine Constructions Oy (RMC) die Spirit of Tasmania IV am 28.10.2022 als erste von zwei mit verflüssigtem Erdgas (LNG) zu betreibenden RoPax-Fähren für die im australischen Inselstaat Tasmanien ansässige Reederei TT-Line Company Pty Ltd auf Kiel gelegt worden.

Dazu wurde die erste 230 t schwere Sektion (L-222) des Neubaus auf die Pallen im Baudock der Werft abgesenkt. Der Brennstart war erst am 9. März dieses Jahres erfolgt.

Die beiden Neubauten, die zuerst bei der FSG in Flensburg geplant und dort 2018 storniert worden waren, sind das bisher größte einzelne Exportgeschäft zwischen Finnland und Australien. Sie sichern die Beschäftigung der Werft für 3500 Mann/Jahre.


Animation: RMC

Die beiden Schiffe kommen auf der 242 sm langen Route über die Bass Strait zwischen Geelong (Victoria) auf dem australischen Festland und Devonport (Tasmanien) zum Einsatz und wurden speziell für diese wegen ihres rauen Seegangs als anspruchsvoll geltende Passage konzipiert.

Die 212 m langen, 31 m breiten und mit 48 000 BRZ zu vermessenden Fähren verfügen über Kapazitäten für jeweils 1800 Passagiere und 3700 Spurmeter für rollende Ladung auf zwei Fahrzeugdecks. Die Höchstgeschwindigkeit der mit jeweils vier Dual-Fuel-Haupt- und drei DF-Hilfsmotoren von Wärtsilä auszurüstenden Neubauten wird mit 26 kn angegeben.

Die Ablieferung der Spirit of Tasmania IV ist für das erste Quartal 2024 geplant, das Schwesterschiff, Spirit of Tasmania V, soll Ende 2024 folgen. Die beiden Einheiten sollen die 1998 ebenfalls in Finnland erbauten Fähren Spirit of Tasmania I und Spirit of Tasmania II ersetzen, die nach RMC-Angaben auf dieser Strecke rund 450 000 Passagiere pro Jahr befördern.

Nach Angaben des CEO der TT-Line Company, Bernard Dwyer, werden die Neubauten über rund 40 Prozent höhere Kapazitäten verfügen als die derzeit eingesetzten Schiffe. Dwyer geht davon aus, dass die neuen Fähren bedeutende Beiträge zur positiven Entwicklung der Besucherzahlen und der Wirtschaft Tasmaniens liefern. JPM

Brodosplit: Emissionsfreies Segelkreuzfahrtschiff auf Kiel gelegt

Nach dem im Februar dieses Jahres erfolgten Baubeginn ist bei der zum privaten kroatischen DIV-Konzern gehörenden Brodosplit-Werft am 27. Oktober 2022 die erste Sektion für das als Werft-Nr 531 in Bau befindliche emissionsfreie Passagiersegelschiff auf die Pallen abgesenkt worden.

Bei dem von uns bereits mehrfach vorgestellten „Electric Sailing Ship“ (s.a. „an Bord“-Newsletter v. 25.2.2022) handelt es sich um einen 63,50 m langen, 10 m breiten, 3,60 m tiefgehenden, 5,35 m bis Hauptdeck seitenhohen und bis zur Mastspitze 40 m hohen Dreimastschoner, dessen Rumpf und Aufbauten aus Stahl und dessen Masten aus einer Aluminiumlegierung gefertigt werden.


Foto: Brodosplit

Wenn das mit zwei Rudern und zwei Verstellpropellern ausgerüstete Schiff nicht unter Segeln fährt, wird es von zwei je 150 kW starken Elektromotoren angetrieben, die jeweils von einem System von Batterien gespeist werden, die kontinuierlich aus verschiedenen Quellen geladen werden. Für eine Geschwindigkeit von 6 Knoten werden nur 70 Kilowatt Leistung benötigt, was für ein Schiff mit 500 BRZ relativ günstig ist. Das Schiff wird mit Batterien ausgerüstet, die über eine maximale Kapazität von 1800 kWh verfügen und auf ein Gesamtgewicht von 15 Tonnen kommen. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben werden dazu auch zwei Dieselgeneratoren installiert, die nur bei Bedarf oder in Notfällen genutzt werden sollen.

Der Entwurf und alle technischen Lösungen stammen von den Projektplaner der Marine and Energy Solutions DIV Ltd., die mit diesem Projekt ihre Schlüsselrolle bei der Positionierung der DIV-Gruppe hinsichtlich der technischen Kompetenz und der architektonischen Wettbewerbsfähigkeit unterstreichen.

Am Bug und am Heck des Schiffes wird je eine vertikale Windturbine installiert, die das Schiff während der Hafenliegezeit mit Strom versorgen sollen. Auf dem Dach des Aufbaus wird eine photovoltaische Solaranlage installiert. Das Schiff wird so vollständig aus erneuerbaren Quellen mit Strom und Wasser versorgt und bezieht seine gesamte Energie ohne jegliche CO2-Emissionen. Es ist damit nach Werftangaben nicht nur 100 Prozent „grün“, sondern hat auch praktisch keine Kosten für Treibstoff und Antriebsmaschinen.


Foto: Brodosplit

Was den jetzt auf Kiel gelegten Elektrosegler von ähnlichen Schiffen unterscheidet, ist die Tatsache, dass er seine Batterien auch während der Fahrt auf eine besonders ausgeklügelte Weise auflädt: Neben dem System aus Windturbinen und Sonnenkollektoren wird ein Schiffspropeller-System mit variabler Steigung und einer speziellen Blattgeometrie eingesetzt, das während der Fahrt als Antrieb für dann als „Wasserturbinen“ wirkende E-Motoren genutzt werden kann. Dieser „Umkehrpropeller“ wird die Hochleistungsbatterien im Unterdeck aufladen. Darüber hinaus werden alle Informationen an Bord auf der Brücke gesammelt und kontrolliert. Dazu gehören neben meteorologischen Daten sämtliche Daten bzw. Last- und Ladezustände der Schiffs- und Antriebssysteme, die Stromversorgung der Batterien, der Betrieb der Motoren, der Sonnenkollektoren, der Windturbinen, des Warmwassers und des Energieverbrauchs. Gleichzeitig werden alle Energie-„Erträge“ und „Abgaben“ an Bord überwacht.

Der Neubau soll als Passagierschiff für die unbegrenzte und weltweite Fahrt auf allen Meere klassifiziert werden. Während der Inlandssaison wird das Schiff die Adria entlang der Küsten Kroatiens, Italiens, Sloweniens, Montenegros, Albaniens und Griechenlands befahren und außerhalb der Saison die Karibik und andere touristische Ziele ansteuern. Für den Einsatz und die Vermarktung verfügt die DIV-Gruppe über eigene Touristik-Töchter wie DIV Cruises.

Die Arbeiten an dem Projekt mit einer Laufzeit von 42 Monaten und einem Volumen von ca. 7 Mio. Euro begannen bereits im Februar 2020 und wurden im Rahmen der EU-Förderung „Steigerung der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen aus Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten – IRI Phase II“ zu 60 Prozent kofinanziert.

Ziel des Projekts ist die Erforschung, Entwicklung und der Bau einer Öko-Innovation in Form eines Segelschiffes für optimal 24 Passagiere und 10 Besatzungsmitglieder, für das alternative Antriebstechnologien und Energiequellen auf der Grundlage eines umweltfreundlichen Konzepts entwickelt wurden, das auf eine nachhaltige Mobilität mit Null-Emissionen abzielt, die ökologische Nachhaltigkeit unterstützt und Treibhausgasemissionen sowie Luft- und Lärmbelastung reduziert.

Projektleiter ist die DIV-Gruppe. Die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen soll die Interaktion sowie den Wissens- und Technologietransfer zwischen der Industrie und den Universitäten sowie öffentlichen Forschungseinrichtungen verbessern, wovon sowohl Unternehmen als auch Forscher des öffentlichen Sektors profitieren.

Die Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Informationstechnologie in Osijek ist für die Entwicklung von kinetischen Windenergiespeichersystemen durch hydrokinetische Energieumwandlung (Wasserturbinen und Umkehrpropeller) und Batteriemanagementsysteme / integrierte Meeresenergiesysteme (Energiespeicherung, Überwachung, Steuerung und Management) zuständig, während die Fakultät für Elektrotechnik, Maschinenbau und Schiffbau in Split an Segelsystemen, Segelautomatisierung (Robotik), Windturbinen und Photovoltaiksystemen arbeitet. JPM

In der Türkei: Emissionsfreie Fähre für Scandlines auf Kiel gelegt

Auf dem Helgen der türkischen Cemre-Werft ist am 30. August 2022 die erste Sektion für die zum Einsatz auf der Strecke Puttgarden – Rødby bestimmte noch namenlose emissionsfreie Frachtfähre der deutsch-dänischen Fährreederei Scandlines abgesetzt worden. Der für 140 Gäste ausgelegte und über 1200 Spurmeter für 66 Frachteinheiten verfügende Neubau mit dem Arbeitsnamen PR24, der mit einem 10 MWh-Batteriesystem ausgerüstet wird, soll eine Dienstgeschwindigkeit von 10 kn erreichen.

„Das Datum der Kiellegung ist interessant, weil das Schiff nach den zu diesem Zeitpunkt geltenden Vorschriften gebaut werden muss. Dieser Tag ist auch mit Traditionen verbunden. Deshalb legen wir bei der Kiellegung selbstverständlich auch eine neu geprägte Münze unter das Schiff“, so Scandlines-COO Michael Guldmann Petersen.

Klima- und Umweltfragen stehen seit langem ganz oben auf der Agenda von Scandlines. Bereits 2013 investierte das Unternehmen in Hybridfähren mit Batterien, und 2024 wird die erste emissionsfreie Fähre auf der Puttgarden – Rødby-Route in Betrieb genommen. Nur sechs Jahre später, im Jahr 2030, soll die gesamte Strecke emissionsfrei sein.



Die Batterien der 147,4 m langen, 25,4 m breiten und 5,30 m tiefgehenden Fähre können in nur 17 Minuten in Rødby aufgeladen werden. 2019 investierte Scandlines in ein 50 kV / 25 MW Stromkabel für den Hafen in Rødby. Im Frühjahr 2023 wird die Arbeit an der Verlängerung dieses Kabels bis zu den Fähranlegern begonnen. Dort, wo die Ladezeit künftig 17 Minuten betragen wird, sollen ein Transformator und eine Ladestation installiert werden.

Bei einer Überfahrtszeit von 70 Minuten ist die Fähre emissionsfrei. Sie kann auch als Hybridfähre eingesetzt werden, wie dies auf den Scandlines-Routen zwischen Deutschland und Dänemark jetzt geschieht. Beim Betrieb als Hybridfähre beträgt die Überfahrtszeit 45 Minuten. Die Fähre kann somit auch als Ersatzfähre eingesetzt werden, wenn eine der vier Doppelendfähren, die derzeit die Strecke Puttgarden – Rødby bedienen, einen Werftaufenthalt hat.



Die Arbeiten am Umbau der Terminals in Puttgarden und Rødby sind bereits im Gange. Der Liegeplatz 1 in Rødby wird zu einem Liegeplatz für alle fünf Doppelendfähren umgebaut. Der freistehende Teil der Betonbrücke, der von 1970 bis 1997 den Zugang für Pkw zu den oberen Decks der Fähren ermöglichte, wurde entfernt, und die Brückenklappe wurde mithilfe eines Krans abgetragen.

Da die PR24 sowohl auf dem oberen als auch auf dem unteren Deck Lkw befördern kann – wie es von den Fähren Rostock – Gedser bekannt ist – werden auch der Liegeplatz 1 in Puttgarden und der Liegeplatz 3 in Rødby umgebaut. Diese Arbeiten werden voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen. Das Investitionsvolumen beträgt rd. 80 Mio. Euro. JPM

Mit Münzzeremonie auf Kiel gelegt: „Queen Anne“ komplettiert Cunard-Quartett

Nach einer traditionellen Münzzeremonie ist am 8. September 2022 mit dem Absenken einer Mittelschiffsektion im Baudock des Fincantieri-Werftbetriebs im italienischen Marghera die Kiellegung für die von der zum amerikanischen Carnival-Konzern gehörenden britischen Traditionsreederei Cunard Line bestellte Queen Anne erfolgt. Zuvor hatte Kapitän Inger Klein Thorhauge persönlich die Verschweißung der Münze an dem Bauteil vorgenommen.


Bild: Cunard Line

Die als Bau-Nr. H.6274 geführte Queen Anne, die auf eine Vermessung von rd. 113.000 BRZ kommt, ist das vierte Schiff der sogenannten Pinnacle-Klasse, die für ca. 3000 Passagiere ausgelegt ist.

Bei dem bereits 2017 zur Lieferung 2022 bestellten und pandemiebedingt erst Ende 2023 abzuliefernden jüngsten Neubau der Reederei handelt es sich nach der 2004 in Fahrt gekommenen Queen Mary 2, der Queen Victoria (2007) und der Queen Elizabeth (2010) um die vierte Einheit der aktuellen Cunard-Flotte, wobei die beiden letztgenannten Schiffe der etwas kleineren Vista-Klasse ebenfalls von Fincantieri in Italien erbaut wurden, während die QM2 im französischen Saint-Nazaire erstellt wurde.

Der Stahlschnitt für die erste Sektion des Neubaus war bereits am 11. Oktober 2019 beim Fincantieri-Werftbetrieb in Castellammare di Stabia erfolgt.


Innen-Animationen der QUEEN ANNE. Abbildungen: Cunard Line


Die Queen Anne, deren zusammen mit dem Stardesigner Adam D. Tihany entworfenes Innendesign „neue Standards“ setzen soll und die als erstes Schiff der Cunard-Flotte ihren erst Anfang dieses Jahres bekanntgegebenen Namen in einem neuen Schriftdesign am Bug tragen soll, ist das 96. Passagierschiff, das unter der Cunard-Flagge fährt, und das 249. Schiff insgesamt, einschließlich Frachtschiffen und anderen Einheiten seit Gründung der Reederei von 182 Jahren.

Anfang dieses Jahres hatte Cunard die ersten Abfahrten für den Neubau angekündigt. Er soll am 4. Januar 2024 von Southampton zu seiner Jungfern-Rundreise nach Lissabon expediert werden, die vier Seetage bietet.

Am 27. Januar wird Queen Anne dann von Southampton aus zu einer 35-tägigen Karibikkreuzfahrt in Richtung Ponta Delgada auf den Azoren aufbrechen, gefolgt von ihrem ersten Anlauf in den Vereinigten Staaten am 7. Februar in Port Canaveral und einem Anlauf in Fort Lauderdale. Von den USA aus wird die Queen Anne in die Karibik versegeln und St. Thomas, St. Maarten, St. Kitts, Barbados, St. Lucia, Antigua und die Britischen Jungferninseln ansteuern. Auf der Rückreise nach Southampton soll das Schiff Fort Lauderdale und Bermuda anlaufen. JPM


Video: Youtube/Cunard Line

MEYER WERFT legt Carnival Jubilee auf Kiel

Pressemitteilung

Erstmals entsteht ein Kreuzfahrtschiff für Carnival Cruise Line in Papenburg

Mit der traditionellen Kiellegung hat der Bau der Carnival Jubilee auf der MEYER WERFT in Papenburg einen weiteren Meilenstein erreicht. Erstmals entsteht damit ein Schiff für diese Marke und Reederei aus Miami in Papenburg.

„Wir freuen uns, mit der Kiellegung einen weiteren symbolischen Schritt beim Bau der Carnival Jubilee zu machen. Das MEYER-Team wird wieder ein fortschrittliches und innovatives Kreuzfahrtschiff fertigen, das Millionen von Passagieren einen schönen Urlaub ermöglicht“, sagt Bernard Meyer, Geschäftsführer der MEYER WERFT.

Foto: Meyer Werft

Die Carnival Jubilee wird nun im größten überdachten Schiffbaudock der Welt auf der MEYER WERFT fertiggestellt und Ende 2023 abgeliefert. Anschließend setzt Carnival Cruise Line das Schiff für Kreuzfahrten in die Karibik vom texanischen Hafen Galveston ein. Deshalb war der US-Bundesstaat auch während der Kiellegungszeremonie allgegenwärtig: Reederei-Präsidentin Christine Duffy legte mit einem Schutzhelm in Form eines Cowboy-Huts die traditionellen Glückmünzen unter den 375 Tonnen schweren Stahlblock.

Die Carnival Jubilee ist das dritte Schiffe einer Serie, die die MEYER Gruppe für Carnival Cruise Line baut. Bereits 2020 hat MEYER TURKU die Mardi Gras abgeliefert, 2022 folgt dort die Carnival Celebration. Alle Schiffe sind mit dem emissionsarmen LNG-Antrieb ausgestattet. Highlight für die Passagiere an Bord der drei Schiffe ist erstmals eine Achterbahn.

Als Reaktion auf die Pandemie und die damit verbundene Krise hatten sich die MEYER WERFT und Carnival Corporation, entschieden, dieses Schiff für eine andere Marke als ursprünglich geplant innerhalb des Konzerns einzusetzen und damit eine Designänderung in Rekordzeit vereinbart. Erstmals wird dazu ein Schiffsdesign von MEYER TURKU zur MEYER WERFT übertragen.

Foto: Meyer Werft

Dieser Schritt wurde erst durch die gemeinsame MEYER-Global-Design-Organisation der Entwicklung, Planung und Konzeption an allen Standorten der MEYER Gruppe möglich und zeigt damit die große Flexibilität der gesamten MEYER Gruppe ad-hoc Marktanforderungen reagieren zu können-

Auch aus diesem Grund soll das Gruppenweite Design & Engineering weiter wachsen und ist daher auf der Suche nach weiteren Architekten, Ingenieuren und Experten für die Bereiche Entertainment, Nachhaltigkeit und IT-Entwicklung. Dabei wird auch die Ausbildung eigener Youngsters z.B. im Zuge des Dualen Studiums aller Fachrichtungen weiter fokussiert.

Text: PM Meyer Werft

„Explora II“ im Sommer 2024 in Fahrt: Zweite Einheit des Explora Journeys-Quartetts auf Kiel gelegt

Sieben Monate nach dem Brennstart ist beim Fincantieri-Werftbetrieb in Castellammare di Stabia bei Neapel am 5. Mai die Kiellegung für die Explora II erfolgt. Dabei handelt es sich um das zweite von zunächst vier luxuriösen 63900-BRZ-Kreuzfahrtschiffen, die die zur MSC-Gruppe gehörende und in Genf ansässige neue Lifestyle-Reedereimarke Explora Jouneys für insgesamt rd. 2 Mrd. Euro bei dem italienischen Werftkonzern zur Lieferung zwischen 2023 und 2026 bestellt hatte.

Foto: Ivan Sarfatti

Das Typschiff des Quartetts, die Explora I, mit deren Bau beim Fincantieri-Werftbetrieb in Monfalcone bei Genua im Juni 2021 begonnen worden war und in deren Baudock am 24. Februar dieses Jahres die traditionelle Münzzeremonie stattfand, soll Ende Mai nächsten Jahres unter Malta-Flagge als erstes Schiff der Reederei in Fahrt kommen. Nach ersten Mittelmeer-Reisen ist für den 21. August 2023 der Erstanlauf des Neubaus in Hamburg geplant.

Die Explora II, mit deren Bau im Oktober letzten Jahres beim Fincantieri-Werftbetrieb Castellamare di Stabia begonnen worden war, soll im Sommer 2024 vom Fincantieri-Werftbetrieb Sestri Ponente bei Genua abgeliefert werden. Der Bau des Quartetts wird auf mehrere Standorte verteilt, um die pünktliche Lieferung zu erreichen. Die letzten beiden Einheiten sollen 2025 und 2026 folgen.

An dem Event in Castellammare di Stabia nahmen hochrangige Vertreter der Reederei und Werft teil, darunter Pierfrancesco Vago, Executive Chairman der MSC Group Cruise Division, und Michael Ungerer, Chief Executive Officer Explora Journeys.

Animation der EXPLORA I, Abbildung: Explora Journeys

„Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Meilenstein für Explora Journeys. Er unterstreicht unser Engagement, eine Luxus-Lifestyle-Marke einzuführen, die eine effektive Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt, den sozialen und wirtschaftlichen Nutzen für die Menschen in den Destinationen unserer Schiffe maximiert und ein positives Vermächtnis für die nächste Generation hinterlässt“, sagte Ungerer.

Vago wies darauf hin, dass man einschließlich der vier Explora-Schiffe und den vier Seaside- bzw. Seaside Evo-Schiffen für MSC Cruises seit 2015 Aufträge im Gesamtwert von sechs Mrd. Euro bei Fincantieri platziert habe.

Die 248 m lange und 32 m breite Explora II wird neun Restaurants, zehn Bars und Lounges im Innen- und Außenbereich, vier Swimmingpools, weitläufige Außendecks mit privaten Cabanas, Wellnesseinrichtungen und anspruchsvolle Unterhaltung bieten. 

Die mit modernsten Umwelttechnologien, LED-Beleuchtung, SCR-Katalysatoren, Podantrieben, Anschlüssen für Landstrom etc. auszustattenden und für die Nachrüstung mit Hybrid-Energielösungen vorzubereitenden Neubauten werden in 461 Suiten und Penthouses bis zu 900 Gäste unterbringen können. Darunter 371 Ocean Terrace und Ocean Grand Terrace-Suiten zwischen 35 und 39 qm, 67 Ocean Penthouses zwischen 43 und 68 qm, 22 Ocean Residences zwischen 70 und 149 qm und eine 280 qm große Owners Residence.

Zur Ausstattung werden u.a. eine Heckmarina sowie drei Außen- und ein mit verfahrbarem Glasdach geschützter Innenpool sowie großzügige Wellness-Fitness und Außendecksbereiche und zahlreiche Bar-, Lounge- und Dining Optionen, Kasino, Kunstgalerie und Shopping-Area gehören. JPM

MEYER WERFT und P&O Cruises feiern Kiellegung der Arvia

Zeremonie für größtes und umweltfreundlichstes Kreuzfahrtschiff auf dem britischen Markt

Pressemitteilung

Der Bau des neuesten Mitglieds der Flotte von P&O Cruises hat einen weiteren Meilenstein erreicht: Das Team der MEYER WERFT hat das Schiff in einer symbolischen Zeremonie auf Kiel gelegt. 

Foto: Meyer Werft

Dabei setzte der 800-Tonnen-Kran der Werft ein 570 Tonnen schweres Bauteil für das Unterwasserschiff der Arvia auf die traditionellen Kiellegungsmünzen. Zum Einsatz kamen dabei Geldstücke aus Barbados, dem künftigen Winter-Heimathafen des Schiffes. Das 184.000 BRZ große Schiff ist ein Schwesterschiff der Iona, die die MEYER WERFT bereits 2020 an die britische Reederei abgeliefert hat. Beide Schiffe gehören dank ihres innovativen LNG-Antriebs zu den umweltfreundlichsten Kreuzfahrtschiffen der Welt.

Foto: Meyer Werft

„Heute verbinden wir Tradition und Innovation: Die Kiellegung feiern Schiffbauer schon seit mehr als 2000 Jahren. Auch MEYER WERFT und P&O Cruises sind traditionsreiche Unternehmen mit einer langen Partnerschaft. Gemeinsam legen wir nun schon das zweite innovative Schiff mit LNG-Antrieb für P&O Cruises auf Kiel – das ist derzeit der umweltfreundlichste Brennstoff in der Schifffahrt“, sagte Thomas Weigend, Geschäftsführer der MEYER WERFT.

Die Arvia wird nun in den kommenden Monaten im größten überdachten Schiffbaudock der Welt auf der MEYER WERFT fertiggestellt und Ende 2022 abgeliefert. Ihre Jungfernfahrt wird die Arvia zu den Kanarischen Inseln unternehmen und während der anschließenden Wintersaison in der Karibik fahren.

Text: PM Meyer Werft

„Emerald Sakara“ in Vietnam auf Kiel gelegt

Als zweiter seegehender Megayacht Luxuskreuzer für die zur australischen Scenic-Gruppe gehörende Marke Emerald Yacht Cruises nach der nunmehr im Januar 2022 – statt Juli 2021 – in Dienst zu stellenden Emerald Azzurra soll das Schwesterschiff Emerald Sakara 2023 in Fahrt kommen. Die Kiellegung für den 110 m langen Neubau fand am 27. Oktober 2021 bei der Ha Long Shipbuilding Co. in der vietnamesischen Ha Long Bay statt, bei der sich das Anfang Dezember 2020 vom Stapel gelaufene Typschiff Emerald Azzurra derzeit noch in der Ausrüstung befindet. Es wird das 11. Schiff der Emerald Cruises-Flotte, zu der bisher acht in Europa eingesetzte Flusskreuzfahrtschiffe sowie ein Flusskreuzer auf dem Mekong gehören, während mit der Nizhny Novgorod ein eingechartertes Flusskreuzfahrtschiff auf russischen Gewässern eingesetzt wird.

Animation: Emerald Cruises

Nach der für das 1. Quartal 2023 geplanten und bereits buchbaren Jungfernreise, eine 11-tägige Seychellen-Rundreise von Victoria/Mahé, soll der Neubau zusammen mit der ebenfalls für 100 Gäste ausgelegten und mit 64 Crewmitgliedern zu besetzenden Emerald Azzurra (BRZ 5300) im Mittelmeerraum, der Adria, dem Roten und Schwarzen Meer eingesetzt werden.

Nach Reedereiangaben verfügen 88 Prozent der 50 Kabinen über einen eigenen Balkon. Zur Ausstattung der u.a. über zwei Restaurants und zwei Bars verfügenden Schiffe gehören u.a. Infinity-Pool, Spa, Gym und eine Marina am Heck mit einem umfassenden Portfolio von Wassersportgeräten. Der Antrieb erfolgt durch zwei IMO III-kompatible Cummins-Hauptmotoren des Typs QSK60M, die über Getriebe auf zwei fünfflügelige Propeller mit einem Durchmesser von 2350m/m arbeiten und für eine Geschwindigkeit von 22 kn sorgen sollen. Für die Bordstromversorgung stehen drei auf Generatoren arbeitende Motoren der Baureihe QSK19 des gleichen Herstellers zur Verfügung. Alle fünf Aggregate sind mit SCR Katalysatoren zur Abgasreinigung ausgestattet. JPM

Stapellauf und Kiellegung für zwei weitere Sunstone-Expeditionskreuzer

Mit einem schiffbaulichen Doppel-Ereignis am 18. März 2021 hat die Fertigung einer von der in Miami ansässigen US-Reederei SunStone Ships Inc. bei der chinesischen Werft China Merchants Heavy Industry (CMHI) in Haimen bestellten Serie von sieben Expeditionskreuzfahrtschiffen der Infinity-Klasse einen neuen Meilenstein erreicht. Dabei handelt es sich um den Stapellauf der Sylvia Earle (Bau-Nr. 196-2) und die Kiellegung der Ocean Odyssey (Bau-Nr. 196-5). Für alle sieben fest bestellten Einheiten konnten Langzeitchartern abgeschlossen werden. Die Optionen für drei ursprünglich geplante weitere Schwesterschiffe waren aufgrund der CoVid-19-Pandemie im vergangenen Jahr nicht in Festaufträge umgewandelt worden.

Die Sylvia Earle, deren Brennstart am 19.3.2020 erfolgte, ist das zweite Schiff der Serie und soll voraussichtlich ab September ganzjährig in Langzeitcharter von Aurora Expeditions beschäftigt werden, während die Ocean Odyssey nach ihrer für März 2022 geplanten Lieferung in eine Langzeitcharter bei der Vantage Cruise Line angeliefert wird.

Nach Angaben von Niels-Erik Lund, dem dänisch-stämmigen Gründer, Gesellschafter und CEO der amerikanischen Reederei, erfolgt die Fertigung mit umfangreichen Know-how und Zulieferungen aus Europa auf einem dem Niveau europäischer Werften entsprechenden Qualitätsniveau.

Das als Werft-Nr. CMHI 196-3 geführte dritte Schiff der Serie, die am 19. März 2020 vom Stapel gelaufene und periodisch von Albatros Expeditions bzw. Victory Cruise Lines zu beschäftigende Ocean Victory, und die am 12. August 2020 als Bau-Nr. 196-4 vom Stapel gelaufene und von der Vantage Cruise Line eingecharterte Ocean Explorer hatten bereits Ende Januar dieses Jahres ihre ersten Probefahrten erfolgreich absolviert. Das Typschiff der Serie, die im Oktober 2019 in Dienst gestellte Greg Mortimer, wird in Aurora Expeditions-Charter beschäftigt. Die Ocean Albatros (CMHI 196-6) soll im Oktober 2022 übergeben und von Albatros Expeditions beschäftigt werden. 2023 folgt die Ocean Discoverer (CMHI 196-7), die in Charter von Victory Cruise Lines sowie von Aurora Expeditions eingesetzt wird.

Foto: Ulstein

Die nach den Vorschriften und unter Aufsicht von Bureau Vertitas zu erstellenden Neubauten basieren auf dem Entwurf CX103 der norwegischen Ulstein-Werft und verfügen über die charakteristische Bugform im Ulsteins patentierten X-Bow-Design. Die 104 m langen, 18 m breiten und 5,1 m tiefgehenden Schiffe erfüllen die Vorschriften für die Eisklasse 1A, PolarCode 6, verfügen über dynamische Positionierung (DP), Bugstrahlruder, Zero-Speed-Stabilisatoren und sind durch ihre redundante Antriebsanlage mit zwei Maschinenräumen, zwei vierflügeligen Propellern und zwei Rudern für den Safe-Return to Port ((SRtP) ausgerüstet. Die für die Unterbringung von 130 bis 200 Gästen in Doppel-und Einzelkabinen sowie 85 bis 115 Crewmitglieder ausgelegten Neubauten verfügen u.a. über Swimmingpool, Bars, Restaurants. Boutique, Spa und Wellness-Bereiche mit hohem Standard und individuelle Atmosphäre. JPM

„Viking Mars“ in Ancona auf Kiel gelegt

Es ist bereits die achte Einheit dieses Typs für die Reederei Viking Ocean Cruises: Am 4. Februar fand mit dem Absenken einer weiteren Bodensektion auf die Pallen im Baudock des Fincantieri-Werftbetriebes im italienischen Ancona die Kiellegungszeremonie für die dort als Werft-Nr.6284 in Bau befindliche Viking Mars statt. Die Ablieferung des für 930 Gäste in 465 Kabinen ausgelegten 47800-BRZ-Neubaus soll nach Komplettierung, Endausrüstung und Erprobung Anfang 2022 erfolgen.

Von diesem sich durch moderne Sicherheitssysteme, hohe Energie-Effizienz und Umweltschutzstandards auszeichnenden Typ sollen von den italienischen Werftbetrieben der Fincantieri-Gruppe bis 2027 insgesamt 16 Einheiten an Viking geliefert werden. Mit der 2012 erfolgten Bestellung der Viking Star als Typschiff dieser Serie hatte die von dem norwegischen Reeder Torstein Hagen 1997 zunächst als Flusskreuzfahrtunternehmen gegründete Reederei ihre Aktivitäten um den Hochseebereich erweitert und die Zusammenarbeit mit der italienischen Fincantieri-Gruppe begonnen. Während der 2015 gelieferte Erstling Viking Star vom Fincantieri-Werftbetrieb in Marghera erstellt worden war, stammen alle zwischen 2016 und 2019 in Dienst gestellten Folgebauten, die Viking Sea, Viking Sky, Viking Sun, Viking Orion und Viking Jupiter, aus Ancona. Dort befindet sich derzeit auch das noch in diesem Jahr zu liefernde siebte Schiff, die Viking Venus, in der Endausrüstung.

Zwei weitere deutlich kleinere Neubauten erhält die mit Zentralen in Miami und Basel ansässige Reederei von der Fincantieri- Tochtergesellschaft Vard. Dabei handelt es sich um zwei bereits 2018 für ihre Neugründung Viking Expeditions bestellte Expeditionskreuzfahrtschiffe der Polaris-Klasse mit denen man sich ein weiteres Marktsegment erschließen will. Das erste dieser für 378 Gäste in 189 Kabinen ausgelegten Schiffe, deren Kaskos von Vard in Rumänien gebaut und beim norwegischen Vard-Zweigbetrieb in Sövik komplettiert werden, ist dort am 22.12.2020 aus dem Dockschiff ausgeschwommen und an den Ausrüstungskai verholt worden. Es wird als Bau-Nr. 906 geführt und soll im Januar 2022 als Viking Octantis geliefert und zu Reisen in die Antarktis sowie auf den Großen Seen in Nordamerika eingesetzt werden. Einschließlich der Option für zwei weitere Expeditionskreuzer dieses Typs umfasst das von Viking an die Fincantieri-Gruppe vergebene Gesamtauftragsvolumen damit 20 Neubauten. JPM