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Stapellauf und Kiellegung für zwei weitere Sunstone-Expeditionskreuzer

Mit einem schiffbaulichen Doppel-Ereignis am 18. März 2021 hat die Fertigung einer von der in Miami ansässigen US-Reederei SunStone Ships Inc. bei der chinesischen Werft China Merchants Heavy Industry (CMHI) in Haimen bestellten Serie von sieben Expeditionskreuzfahrtschiffen der Infinity-Klasse einen neuen Meilenstein erreicht. Dabei handelt es sich um den Stapellauf der Sylvia Earle (Bau-Nr. 196-2) und die Kiellegung der Ocean Odyssey (Bau-Nr. 196-5). Für alle sieben fest bestellten Einheiten konnten Langzeitchartern abgeschlossen werden. Die Optionen für drei ursprünglich geplante weitere Schwesterschiffe waren aufgrund der CoVid-19-Pandemie im vergangenen Jahr nicht in Festaufträge umgewandelt worden.

Die Sylvia Earle, deren Brennstart am 19.3.2020 erfolgte, ist das zweite Schiff der Serie und soll voraussichtlich ab September ganzjährig in Langzeitcharter von Aurora Expeditions beschäftigt werden, während die Ocean Odyssey nach ihrer für März 2022 geplanten Lieferung in eine Langzeitcharter bei der Vantage Cruise Line angeliefert wird.

Nach Angaben von Niels-Erik Lund, dem dänisch-stämmigen Gründer, Gesellschafter und CEO der amerikanischen Reederei, erfolgt die Fertigung mit umfangreichen Know-how und Zulieferungen aus Europa auf einem dem Niveau europäischer Werften entsprechenden Qualitätsniveau.

Das als Werft-Nr. CMHI 196-3 geführte dritte Schiff der Serie, die am 19. März 2020 vom Stapel gelaufene und periodisch von Albatros Expeditions bzw. Victory Cruise Lines zu beschäftigende Ocean Victory, und die am 12. August 2020 als Bau-Nr. 196-4 vom Stapel gelaufene und von der Vantage Cruise Line eingecharterte Ocean Explorer hatten bereits Ende Januar dieses Jahres ihre ersten Probefahrten erfolgreich absolviert. Das Typschiff der Serie, die im Oktober 2019 in Dienst gestellte Greg Mortimer, wird in Aurora Expeditions-Charter beschäftigt. Die Ocean Albatros (CMHI 196-6) soll im Oktober 2022 übergeben und von Albatros Expeditions beschäftigt werden. 2023 folgt die Ocean Discoverer (CMHI 196-7), die in Charter von Victory Cruise Lines sowie von Aurora Expeditions eingesetzt wird.

Foto: Ulstein

Die nach den Vorschriften und unter Aufsicht von Bureau Vertitas zu erstellenden Neubauten basieren auf dem Entwurf CX103 der norwegischen Ulstein-Werft und verfügen über die charakteristische Bugform im Ulsteins patentierten X-Bow-Design. Die 104 m langen, 18 m breiten und 5,1 m tiefgehenden Schiffe erfüllen die Vorschriften für die Eisklasse 1A, PolarCode 6, verfügen über dynamische Positionierung (DP), Bugstrahlruder, Zero-Speed-Stabilisatoren und sind durch ihre redundante Antriebsanlage mit zwei Maschinenräumen, zwei vierflügeligen Propellern und zwei Rudern für den Safe-Return to Port ((SRtP) ausgerüstet. Die für die Unterbringung von 130 bis 200 Gästen in Doppel-und Einzelkabinen sowie 85 bis 115 Crewmitglieder ausgelegten Neubauten verfügen u.a. über Swimmingpool, Bars, Restaurants. Boutique, Spa und Wellness-Bereiche mit hohem Standard und individuelle Atmosphäre. JPM

„Viking Mars“ in Ancona auf Kiel gelegt

Es ist bereits die achte Einheit dieses Typs für die Reederei Viking Ocean Cruises: Am 4. Februar fand mit dem Absenken einer weiteren Bodensektion auf die Pallen im Baudock des Fincantieri-Werftbetriebes im italienischen Ancona die Kiellegungszeremonie für die dort als Werft-Nr.6284 in Bau befindliche Viking Mars statt. Die Ablieferung des für 930 Gäste in 465 Kabinen ausgelegten 47800-BRZ-Neubaus soll nach Komplettierung, Endausrüstung und Erprobung Anfang 2022 erfolgen.

Von diesem sich durch moderne Sicherheitssysteme, hohe Energie-Effizienz und Umweltschutzstandards auszeichnenden Typ sollen von den italienischen Werftbetrieben der Fincantieri-Gruppe bis 2027 insgesamt 16 Einheiten an Viking geliefert werden. Mit der 2012 erfolgten Bestellung der Viking Star als Typschiff dieser Serie hatte die von dem norwegischen Reeder Torstein Hagen 1997 zunächst als Flusskreuzfahrtunternehmen gegründete Reederei ihre Aktivitäten um den Hochseebereich erweitert und die Zusammenarbeit mit der italienischen Fincantieri-Gruppe begonnen. Während der 2015 gelieferte Erstling Viking Star vom Fincantieri-Werftbetrieb in Marghera erstellt worden war, stammen alle zwischen 2016 und 2019 in Dienst gestellten Folgebauten, die Viking Sea, Viking Sky, Viking Sun, Viking Orion und Viking Jupiter, aus Ancona. Dort befindet sich derzeit auch das noch in diesem Jahr zu liefernde siebte Schiff, die Viking Venus, in der Endausrüstung.

Zwei weitere deutlich kleinere Neubauten erhält die mit Zentralen in Miami und Basel ansässige Reederei von der Fincantieri- Tochtergesellschaft Vard. Dabei handelt es sich um zwei bereits 2018 für ihre Neugründung Viking Expeditions bestellte Expeditionskreuzfahrtschiffe der Polaris-Klasse mit denen man sich ein weiteres Marktsegment erschließen will. Das erste dieser für 378 Gäste in 189 Kabinen ausgelegten Schiffe, deren Kaskos von Vard in Rumänien gebaut und beim norwegischen Vard-Zweigbetrieb in Sövik komplettiert werden, ist dort am 22.12.2020 aus dem Dockschiff ausgeschwommen und an den Ausrüstungskai verholt worden. Es wird als Bau-Nr. 906 geführt und soll im Januar 2022 als Viking Octantis geliefert und zu Reisen in die Antarktis sowie auf den Großen Seen in Nordamerika eingesetzt werden. Einschließlich der Option für zwei weitere Expeditionskreuzer dieses Typs umfasst das von Viking an die Fincantieri-Gruppe vergebene Gesamtauftragsvolumen damit 20 Neubauten. JPM

Größter Kreuzfahrtschiff-Neubau Chinas auf Kiel gelegt

Für das 2018 von dem US-Kreuzfahrtkonzern Carnival Corporation und der staatlichen chinesischen Werftgruppe China State Shipbuilding Corporation (CSSC) gegründete und seit Ende 2019 aktive Joint Venture CSSC Carnival Cruise Shipping Limited bestimmt ist das grösste bisher in der Volksrepublik China zu erstellende Kreuzfahrtschiff, das am 10. November nach der traditionellen Münz-Zeremonie im Baudock der CSSC-Tochter Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding Co. (SWS) auf Kiel gelegt worden ist.

Bei dem als Werft-Nr. H 1508 geführten Neubau, der 2023 geliefert werden soll, handelt es sich um die erste von zwei Einheiten dieses auf der Vista-Klasse (Typschiff war die Anfang 2019 vom Fincantieri-Werftbetrieb in Monfalcone an Costa Asia gelieferte und speziell für den chinesischen Markt konzipierte Costa Venezia) basierendenTyps für die neue Kreuzfahrtmarke, die sich darüber hinaus die Optionen für vier Schwesterschiffe gesichert hat. Der bei einer Länge von 323,6 m, einer Breite von 37,2 m und einem Tiefgang von 8,28 m mit ca. 135500 BRZ vermessene Neubau, der über 16 Decks verfügen wird, kann rd. 4.250 Gäste und 1.400 Crew-Mitglieder unterbringen. Der Brennstart für diesen ersten seegehenden Kreuzfahrtschiff-Neubau, der in China für den chinesischen Markt hergestellt wird, war bereits am 18. Oktober 2019 erfolgt.

Das von von Fincantieri und CSS gegründete Joint Venture Cruise Technology Development Co (CCTD) stellt als Lizenzgeber die technologische Plattform für den Neubau zur Verfügung und erbringt eine Reihe technischer Dienstleistungen einschl. Projektmanagement und Lieferketten-Management sowie die Zulieferung von Schlüssel-Komponenten für die Bauwerft.

Das Innendesign des noch namenlosen Neubaus wird speziell auf die Anforderungen und den Geschmack der chinesischen Gäste zugeschnitten.

Im Rahmen der ebenfalls am 10. November in Shanghai beendeten Fachmesse China International Import-Export (CIIE 2020) wurde zwischen der Fincantieri-Tochtergesellschaft Marine Interiors und SWS ein Vertrag über die Lieferung von ca. 2.800 Kabinen für den Neubau unterzeichnet.

„Die Fortschritte in der Produktion des Neubaus liegen voll im Plan“, freut sich Fincantieri-CEO Giuseppe Bono. Das sei ein großartiges Signal für die Kreuzfahrtindustrie in China und bestätige das große Engagement von Fincantieri, CSSC und der Carnival Group in einer so schwierigen Zeit wie man sie derzeit erlebe und zeige auch die Entschlossenheit des gesamten Sektors im Umgang mit der Krise.

Schon vor der Indienststellung ihres ersten Neubaus kann die CSSC Carnival Cruise Shipping Limited mit den beiden von Costa Crociere übernommenen Schiffen Costa Atlantica und Costa Mediterranea ihre Aktivitäten im chinesischen Markt aufnehmen. JPM