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Saubere Schiffstreibstoffe: Total stellt die Flüssigerdgas-Versorgung für die neuen LNG-Kreuzfahrtschiffe von MSC Cruises

Pressemitteilung

  • Flüssigerdgas (LNG=Liquefied Natural Gas) wird die Emissionen der Schiffe deutlich reduzieren und die Luftqualität in den Häfen, die die Schiffe anlaufen, verbessern
  • Die neuen LNG-Schiffe von MSC Cruises sollen die technologisch und ökologisch fortschrittlichsten der Welt werden

 MSC Cruises und Total, ein führender französischer Gas- und Elektrizitätsversorger, gaben heute eine Liefervereinbarung über rund 45.000 Tonnen Flüssigerdgas (LNG) pro Jahr für die LNG-betriebenen Kreuzfahrtschiffe, die ab 2022 in Dienst gestellt werden, von MSC Cruises bekannt. 

Pierfrancesco Vago, Executive Chairman von MSC Cruises, dazu: „Diese Vereinbarung ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg zu einer fortlaufenden Verbesserung unseres ökologischen Fußabdrucks, bei dem LNG momentan eine entscheidende Rolle spielt. Während wir uns auf die Indienststellung unseres ersten von drei neuen LNG-betriebenen Kreuzfahrtschiffen im Jahr 2022 vorbereiten, haben wir durch diese wichtige Vereinbarung nun die Versorgung unserer modernsten und umweltfreundlichsten Schiffe mit Flüssigerdgas im Mittelmeer gesichert.“ 

Als Schiffstreibstoff eingesetzt, reduziert LNG die Emissionen von Schiffen stark (siehe unten), was zu einer deutlichen Verbesserung der Luftqualität führt. Dies ist besonders wichtig für Küstenorte und Hafenstädte. Diese Vereinbarung wirkt sich daher nicht nur positiv auf den Ort aus, an dem die LNG-Bunkerung stattfinden wird, nämlich in Marseille, sondern auch auf alle Häfen, in denen die Kreuzfahrtschiffe künftig im Mittelmeer anlegen werden.

Die LNG-betriebenen Schiffe von MSC Cruises werden zu den technologisch fortschrittlichsten Kreuzfahrtschiffen der Welt gehören und eine Reihe von Umweltinnovationen auf den Markt bringen. Dazu gehört vor allem eine 50-Kilowatt-Festoxid-Brennstoffzellentechnologie mit LNG-Antrieb, die das Potenzial hat, die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu einem herkömmlichen LNG-Antrieb um weitere 25 % zu reduzieren.

Total wird die LNG-betriebenen Kreuzfahrtschiffe von MSC Cruises, die auf den Mittelmeerrouten eingesetzt werden, durch einen Schiff-zu-Schiff-Transfer bebunkern und dabei sein zweites, derzeit im Bau befindliches LNG-Bunkerschiff einsetzen. Dieses Schiff wird die höchsten technischen und ökologischen Standards erfüllen: Es wird selbst LNG als Triebstoff verwenden und eine vollständige Rückverflüssigung des sogenannten Boil-off-Gases gewährleisten.

LNG als Schiffstreibstoff

LNG als Schiffstreibstoff hat an Fahrt aufgenommen und sich positiv entwickelt, da sich die globale Schifffahrtsindustrie an die strengeren Emissionsstandards anpassen will.

Als Schiffstreibstoff eingesetzt, hilft LNG folgende Emissionen in den Schiffsabgasen zu reduzieren:

Eine Reduktion der Schwefelemissionen um 99%,

Eine Reduktion der Feinstaubemissionen um 99 %,

Eine Reduktion der Stickstoffoxid-Emissionen um bis zu 85%,

Eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um etwa 20 %.

LNG stellt eine verfügbare und wettbewerbsfähige Lösung dar, die zur langfristigen Strategie der internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen von Schiffen beiträgt. Die LNG-Bunkerinfrastruktur hat sich dementsprechend weiterentwickelt, wobei sowohl mehrere führende Häfen als auch LNG-Bunkerlieferanten wichtige Initiativen ins Leben gerufen und zu bedeutenden Fortschritten in dieser Entwicklung beigetragen haben. LNG als Schiffstreibstoff ist auch die Basis für die Einführung von grünerem BioLNG in der Zukunft.

Text: PM MSC Cruises

Mehr Infrastruktur und einheitliche Regeln für alternative Kraftstoffe nötig

Besonders Kreuzfahrtschiffe und Fähren, aber zunehmend auch Frachtschiffe kommen mit alternativen Brennstoffen wie verflüssigtem Erdgas (LNG), Methanol etc. in Fahrt. Die deutschen Seehäfen müssten deshalb schnell mit der notwendigen Infrastruktur für alternative Kraftstoffe ausgestattet werden. Darüber hinaus seien aufeinander abgestimmte Regeln an den Hafenstandorten zu schaffen und die Genehmigungspraxis für Bunkerprozesse während der Lade- und Löschvorgänge zu erleichtern, fordert der Zentralverband deutscher Seehafenbetriebe (ZDS) anlässlich der jetzt erfolgten Veröffentlichung der Studie „Bunker Guidance für alternative Kraftstoffe in deutschen Seehäfen“ durch das Deutsche Maritime Zentrum (DMZ).

„Seeschiffe mit LNG-Antrieb sind längst in Fahrt, doch Deutschland fehlt eine dem Hafen- und Industriestandort angemessene Infrastruktur. Stattdessen haben wir komplexe, in jedem Hafen andere Genehmigungsverfahren für den Bunkervorgang. Wenn wir beim Klimaschutz, bei der Luftreinhaltung und bei zukunftsweisenden Energieträgern wie Wasserstoff vorankommen und Wettbewerbsnachteile vermeiden wollen, dann müssen die Gesetz- und Vorschriftengeber endlich tätig werden“, so ZDS-Hauptgeschäftsführer Daniel Hosseus.

Der ZDS begrüße daher den Leitfaden des DMZ und unterstütze die Schaffung von standortübergreifenden Standards für den sicheren und effizienten Umgang mit komprimierten und verflüssigten Gasen und anderen alternativen Kraftstoffen.

Der DMZ-Leitfaden liefert erste Handlungsempfehlungen in den Bereichen Regelungstexte, Genehmigungen, Erstellung und Auswertung von Risikoanalysen, und der Einschätzung lokaler Gegebenheiten. Daran hat der ZDS hat als Mitglied des Projektbeirats mitgewirkt. JPM

„Mardi Gras“ nutzt LNG-Tankstelle Rotterdam

Der Hafen Rotterdam hat kurz vor dem Weihnachtsfest das letzte große Kreuzfahrtschiff abgefertigt. Die brandneue Mardi Gras lief am 22. Dezember von der Bauwerft in Turku kommend den größten europäischen Hafen an. Für 30 Stunden wurde der 344 Meter lange Neubau am Kreuzfahrtterminal an der Erasmusbrücke abgefertigt. Zweck des Besuchs war die Versorgung mit Kraftstoff. Das Bunkerschiff LNG London versorgte die Mardi Gras mit verflüssigtem Erdgas aus dem Gate-Terminal in Rotterdam.

Dabei profitiert Rotterdam von den Möglichkeiten eines modernen Netzwerks. Bereits mit dem Anlauf der AIDAnova hatte der niederländische Energiekonzern Shell mit Carnival Maritime einen Rahmenvertrag über die Belieferung von Kreuzfahrtschiffen mit verflüssigtem Erdgas (LNG) geschlossen.

Danach war in Rotterdam ein in Europa bislang einzigartiges Logistiknetz für LNG aufgebaut worden. So gibt es in Rotterdam inzwischen vier Bunkerschiffe speziell für diesen sehr sauberen Treibstoff. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es bislang wegen der sehr langwierigen Genehmigungsverfahren und der bürokratischen Auflagen weder LNG-Terminals noch LNG-Bunkerschiffe.

Die Mardi Gras ist das vierte Schiff der in Deutschland als Helios-Klasse bekannten Bauserie von Kreuzfahrtschiffen für die Carnival-Gruppe. Typschiff war 2018 die AIDAnova von der Meyer Werft aus Papenburg. Diese neun Schiffe verfügen alle über identische Rümpfe und Antriebssysteme. Jedes Schiff hat jeweils vier große Mak M46DF-Motoren sowie drei in Rostock gebaute Spezialtanks für 3500 Kubikmeter LNG.

Nach der AIDAnova folgten 2019 die Costa Smeralda für Costa Crociere und im Herbst 2020 die Iona für P&O. Diese Schiffe wurden auch aus Rotterdam heraus mit den Tankern Cardissa und Coral Methane mit LNG versorgt.  

Mit der Mardi Gras ist jetzt das erste Schiff für die Carnival Cruise Line in Fahrt gekommen. Das Schiff war am 18. Dezember von Meyer Turku an Carnival ausgeliefert worden. In Turku werden die beiden Costa- und die Carnival-Schiffe gebaut.

Die nächsten Neubauten der Serie sind im Spätherbst 2021 die AIDAcosma und die Costa Toscana und im Sommer 2022 die Celebration. Danach folgen noch ein weiteres Schiff für P&O und Aida ab 2023. FB

Neues LNG-Flaggschiff an Carnival Cruise Line abgeliefert

Mardi Gras“ soll im April nächsten Jahres zur Jungfernreise starten

Es ist nicht nur das bisher größte, sondern zugleich auch das erste vollständig mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betriebene Kreuzfahrtschiff für die amerikanische Carnival Cruise Line (CCL): Die von der finnischen Werft Meyer Turku Oy als Bau-Nr. 1396 erstellte Mardi Gras ist am 17. Dezember an ihre Auftraggeber abgeliefert worden.

„Wir übergeben ein schönes und fortschrittliches Schiff mit Weltklasse-Technologie wie z. B. LNG-Antrieb. Mit seinen High-Tech-Systemen wird der Neubau eines der umweltfreundlichsten Schiffe sein, die in nordamerikanischen Gewässern unterwegs sind“, erklärte Werft-Chef Tim Meyer bei der Übergabe in Turku. Mit seiner Namensgebung erinnert das neue CCL-Flaggschiff an die von der Reederei 1972 als ihr erstes Schiff in Fahrt gebrachte Mardi Gras, ein damals angekauftes und umgebautes 11 Jahre altes 27 000-BRT-Schiff, das bis 1993 eingesetzt wurde und ihre 48jährige Erfolgsgeschichte begründete.

Der fast eine Mrd. Dollar teure Neubau, dessen Rumpf am 18. Juni 2019 im Baudock des finnischen Werftbetriebes der Papenburger Meyer Werft-Gruppe auf Kiel gelegt und u.a. mit einem von der ebenfalls zur Werftgruppe gehörenden Rostocker Neptun Werft zugelieferten schwimmenden Maschinenraummodul komplettiert worden war, ist erst am 24. Januar dieses Jahres aufgeschwommen und an den Ausrüstungskai verholt worden.

Foto: Meyer Turku

Ursprünglich wollte die Reederei ihr neues Flaggschiff am 31. August dieses Jahres als 28. Schiff ihrer Flotte zur ersten Reise von Kopenhagen nach Southampton schicken und anschließend dort die Transatlantiküberführung nach New York beginnen lassen. Ende 2019 erfolgte zunächst eine Verschiebung der Ablieferung auf Oktober 2020 und im Juli 2020 wurde aufgrund der Beeinträchtigungen durch die Corona-Problematik mitgeteilt, dass die offizielle Jungfernreise nunmehr erst am 6. Februar 2021 in Port Canaveral, Florida, beginnen sollte, sie wurde inzwischen um zwei weitere Monate aufgeschoben.

Die 344,42 m lange, 41,75 m breite, 8,80 m tiefgehende und mit rd. 180 000 BRZ vermessene Mardi Gras, die über 19 Decks verfügt und bei Doppelbelegung 5282 (max. 6600) Gäste in mehr als 2600 Kabinen und 180 Suiten in 11 Kategorien unterbringen kann, zeichnet sich durch ihre klassischen Schiffslinien und den blauen Rumpfanstrich aus. Mittelpunkt ist ein über drei Decks reichendes Atrium, das sich zu einem raumhohen Fenster mit verfahrbaren LED-Screens öffnet. Bei dem mit 2000 Crew-Mitgliedern zu besetzenden Neubau handelt es sich um die Carnival XL (Excellence)-Klasse, die im Wesentlichen auf der erfolgreichen Helios-Klasse der Meyer Werft basiert. Von der mit LNG betriebenen Helios-Klasse hat die Meyer Werft in Papenburg mit dem im Dezember 2018 an AIDA Cruises abgelieferten Typschiff AIDAnova bereits eine Einheit geliefert und einschließlich der kürzlich an P&O Cruises abgelieferten Iona – noch vier Einheiten dieser Klasse im Orderbuch. Dabei handelt es sich um je zwei Einheiten für die beiden genannten Carnival-Kreuzfahrtmarken.

Foto: Meyer Turku

Für die Meyer Turku Oy ist die unter Panama-Flagge in Fahrt kommende Mardi Gras nach der im Dezember 2019 abgelieferten Costa Smeralda die zweite Einheit der Helios-Klasse. Einschließlich des 2022 – zum 50jährigen Bestehen der Reederei – folgenden Schwesterschiffes Carnival Celebration befinden sich mit der schon in Bau befindlichen Costa Toscana derzeit noch zwei Helios-Schiffe für zwei Carnival-Marken in ihrem Auftragsbestand. Von den insgesamt 12 bei den Meyer-Werften derzeit in Auftrag befindlichen Kreuzfahrtschiffen mit LNG-Antrieb entfallen sieben auf die Werft in Papenburg und fünf auf die Werft in Turku. JPM