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„Columbus“ in Eleusis geparkt

Die griechische Reederei Seajets hat in der Pandemie aus der Flotte der britischen Reederei CMV die beiden Kreuzfahrtschiffe Columbus und Magellan erworben. Nachdem sich das Unternehmen im Januar bereits von der Magellan wieder trennte und das Schiff zum Preis der Ersteigerung zur Verschrottung nach Indien verkaufte, bekommt die Columbus jetzt zumindest noch einen Aufschub. Das Schiff wurde in der Woche vom Liegeplatz in Piräus zu einem Ankerplatz in der Bucht von Eleusis verholt. Dort sind etliche Schiffe verankert, die für eine längere Zeit aus dem Verkehr genommen werden. Die 1989 bei Chantiers de l’Atlantique in St. Nazaire in Dienst gestellte Columbus wird vorerst nicht eingesetzt.

Marella Celebration, Foto: enapress.com

Seajets hatte für das Schiff bei der Auktion 5,3 Millionen Dollar bezahlt. Für die Columbus ist derzeit aber kein Charterer in Sicht. In der Bucht von Eleusis liegen auch die Marella Dream, Marella Celebration und die Minerva, die ebenfalls keine Perspektive auf einen zeitnahen Einsatz haben. FB

Letzte Botschaft der „Magellan“

Aus dem Kreis der Flotte des britischen Veranstalter Cruise & Maritime Voyages hat es nach Astor und Marco Polo jetzt das dritte Schiff erwischt. Am Donnerstag ist die Magellan vor dem Strand der indischen Abwrackwerften in Alang vor Anker gegangen.

Zum Abschied tippte die Brückenbesatzung dabei in das Automatische Identifikations System (AIS) als Zielhafen „Good Bye for ever“ ein.

Im Oktober war die 221 Meter lange Magellan bei einer Auktion in London noch für 3,4 Millionen US-Dollar an Seajet verkauft worden. Angesichts der nun doch deutlich schlechteren Prognosen für den Neustart und der anstehenden großen Klasse-Inspektion verkauften die neuen Eigner das Schiff jedoch gleich weiter nach Indien.

Damit geht nach der Celebration und der Tropicale binnen weniger Tage das vierte und letzte Schiff aus der ersten Neubau-Generation von Carnival Cruise Line in den Schrott. Die Magellan war 1985 als Holiday auf der Aalborg Werft in Dänemark für den damals noch recht unbekannten Kreuzfahrtkonzern aus Miami gebaut worden. Typschiff war die 1981 gebaute Tropicale, die am 1. Januar als Ocean Dream in Alang auf den Strand fuhr.

Die 1986 als letztes Schiff des Quartetts gebaute Jubilee war bereits 2017 in Alang verschrottet worden. Damit endet die Serie der ersten Neubauten, die Reederei-Gründer Ted Arison 1980 bis 1984 bei dänischen und schwedischen Werften bestellt.  FB

Update: Preise für versteigertes CMV-Schiffsquintett veröffentlicht

Nachdem die Versteigerung aller fünf Schiffe der zur Global Maritime Group gehörenden insolventen britischen Reederei Cruise & Maritime Voyages (CMV) am 22. Oktober erfolgreich abgeschlossen werden konnte, hat die vom britischen Admiralty Marshal mit der Durchführung exklusiv beauftragte Londoner Maklerfirma C.W. Kellock & Co. Ltd. Ende vergangener Woche auch die Preise mitgeteilt, die für die beiden letzten Schiffe erzielt wurden. Für das Quintett haben die Käufer insgesamt weniger als 24 Mio. US-Dollar aufbringen müssen. Für die beiden wohl nicht wieder in Fahrt kommenden Einheiten, die Astor und die Marco Polo, sind die offensichtlich als Zwischenhändler fungierenden Käufer jedoch immer noch nicht namentlich bekannt.

Beim ersten Versteigerungstermin am 8. Oktober ging die 1993 in Italien erbaute und seit 1. Mai in Tilbury aufliegende Vasco da Gama (BRZ 55877) für 10.187 000 US Dollar bekanntlich an die Mystic Invest Holding des portugiesischen Touristikunternehmers Mario Ferreira, der sie durch die Tochtergesellschaft Mystic Cruises betreiben will. Den Zuschlag für die 1989 in Frankreich erbaute und seit 14. April in Tilbury liegende Columbus (BRZ 63786) hatte am 12. Oktober der Inhaber der in Piräus ansässigen Fährreederei Seajets, Marios Iliopoulos, bei einem Gebot von 5.321 000 US-Dollar erhalten. Er – und nicht etwa türkische Abbrecher – war auch bei der am 19. Oktober erfolgten Versteigerung der 1985 erbauten und seit 20. April in Tilbury aufgelegten Magellan (BRZ 46052) mit einem Gebot von 3.431 000 US-Dollar der Meistbietende.

Unklar bleibt, welche Absicht er mit den insgesamt sechs seit Juni zu günstigen Preisen erworbenen Kreuzlinern er verfolgt. Insider gehen von einem geplanten Wiederverkauf nach dem Ende der Covid-19-Pandemie aus. Unklar ist auch noch die Identität der Käufer der am 15. Oktober für 1.710 000 US-Dollar ersteigerten Astor (BRZ 20704). Wie bekannt wurde, haben sie einen Weiterverkauf an Abbrecher geplant. Die 1987 von HDW in Kiel erbaute und durch ihren langjährigen Einsatz durch die 2014 integrierte Marke Transocean auf dem deutschen Markt bestens bekannte und beliebte Astor hat nach 164-tägiger Aufliegezeit Tilbury bereits am 7. November verlassen und Kurs auf den türkischen Abbruch-Hafen Aliaga genommen, wo sie am 26. November erwartet wird. Als sicher gilt die Annahme von Beobachter, dass auch die 1965 in Wismar erbaute und seit 22. März in Avonmouth, Bristol, aufliegende Marco Polo (BRZ 22080), die am 22. Oktober für 2.770 000 US-Dollar an bisher ungenannte Interessenten versteigert wurde, ihre letzte Reise zum Abbruch antreten wird. JPM

Alle fünf CMV-Schiffe versteigert: Griechen sichern sich nach der „Columbus“ auch die „Magellan“

Nachdem am 9. Oktober der Chairman der portugiesischen Mystic Invest Holding, Mário Ferreira, bei einem Gebot von 9,5 Mio. Euro den Zuschlag für die 1993 in Italien erbaute Vasco da Gama (BRZ 55451) erhalten hatte und am 12. Oktober bereits die 1989 in Frankreich erbaute Columbus (BRZ 63786) von Marios Iliopoulos als Eigner des griechischen Fährbetreibers Seajets ersteigert worden war, konnten sich die Griechen mit der 1985 erbauten Magellan (BRZ 46052) am 18. Oktober ein weiteres der insgesamt fünf Schiffe der insolventen britischen Reederei Cruise & Maritime Voyages (CMV) sichern, die von der als exklusiver Makler für den britischen Admiralty Marshal tätigen Londoner Firma CW Kellock & Co. Ltd. versteigert werden.

VASCO DA GAMA, Foto: enapress.com

Unklar bleibt, welche Pläne Iliopoulos mit den nunmehr insgesamt sechs während des Corona-Lockdowns innerhalb von vier Monaten zu Minimalpreisen erworbenen Kreuzfahrtschiffen verfolgt. Neben den beiden erwähnten Schiffen gehören dazu die in Aegean Majesty umbenannte Veendam (BRZ 57092), die in Aegean Myth umbenannte Schwester Maasdam (BRZ 55575), die Queen of the Oceans umbenannte Oceana (77499 BRZ) und die Pacific Aria ex Ryndam.

Die in Tilbury aufliegende Astor (295 Kabinen, 20704 BRZ) hat am 15. Oktober einen neuen Eigner gefunden, der das Schiff bereits in der nächsten Woche übernehmen will. Erst danach wollen die Auktionatoren Einzelheiten zu Preis- und Käufer bekannt geben. Über die Zukunft der 1987 von HDW in Kiel erbauten und durch ihren langjährigen Einsatz durch die 2014 integrierte Marke Transocean auf dem deutschen Markt bestens bekannte Astor, die im Frühjahr nächsten Jahres auf den französischen Markt wechseln sollte, gibt es derzeit Spekulationen, die auf eine weitere Vermarktung im deutschsprachigen Markt schließen lassen. Zwar wurde die seit langem ausgebuchte letzte 127-tägige Weltreise – sie wurde von der Supermarkt-Kette Aldi vertrieben und sollte von Berge & Meer Touristik GmbH in Vollcharter durchgeführt werden (8.12. 2020 ab Hamburg bis 12.4.2021 in Bremerhaven) dieser Tage abgesagt und den Gästen eine Rückzahlung vier bis sechs Wochen nach dem ursprünglich geplanten Reisebeginn versprochen, doch glauben Insider, dass es dem früheren CMV-CEO Christian Verhouning gelingen könnte, seine Pläne zur Fortsetzung des Geschäftes zumindest in geringerem Umfang umzusetzen.

Marco Polo, Foto: Frank Behling

Wie von uns bereits berichtet, hat Verhouning Vermögenswerte – u.a. Kundendateien, Buchungssysteme, Büroeinrichtungen etc. – aus der britischen CMV-Insolvenzmasse erworben, um mit der neu gegründeten CVI Group Ltd. einen möglichen Neustart mit ehemaligen CMV-Schiffen zu ermöglichen. Der Versteigerung der Vasco da GamaAstor, Columbus und Magellan folgte heute (22. Oktober ) die Versteigerung der 1965 in Wismar erbauten Marco Polo (BRZ: 22080, 425 Kabinen), die in Avonmouth, Bristol aufliegt. Für dieses letzte Schiff wurden ebenfalls weder Käufer noch der erzielte Preis genannt.

Astoria als Azores, Foto: enapress.com

Nicht betroffen ist die seit 2015 von CMV eingecharterte Astoria ex Azores (BRZ: 16144), die in Tilbury aufliegt. Der Chartervertrags des 1948 in Schweden als Stockholm erbauten Schiffes, das u.a. im Zuge seiner zahlreichen Eigner- und Chartererwechsel zwölf Mal seinen Namen wechselte und u.a. durch die Versenkung der Andrea Doria oder als Völkerfreundschaft in der DDR Geschichte schrieb, läuft in diesem Jahr aus, so dass es Ende Oktober an die als derzeitiger Eigner registrierte Bank Montepio als Gläubiger zurückgeliefert werden soll. Frühere Verkaufsofferten für das 1993 in Italien aufwändig entkernte und neu motorisierte Schiff hatten bei Preisindikationen von 11 Mio. Dollar keine Resonanz im Markt gefunden. JPM