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Start in der Ostsee frühestens im Mai

Wie wird der Frühling 2021 für Kreuzfahrten in Nordeuropa? Die ursprünglichen Planungen sahen einen Saisonstart im April vor. Nun wird es eng. Die Erlaubnis zur Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen in Deutschland ist eng mit dem Beherbergungsverbot gekoppelt, das seit dem 2. November für touristische Reisen in Deutschland gilt.

Gleichzeitig haben die fünf norddeutschen Küstenländer ein gemeinsames Vorgehen bei der Erlaubnis zur Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen beschlossen. Seit Anfang März ist aber Bewegung in der Sache.

Die Häfen und die Reedereien haben mit den Vorbereitungen begonnen. Im März wird es in Kiel und Rostock bereits Anläufe geben. Allerdings ohne Passagiere. Wann die ersten Passagiere an Bord gehen ist noch unklar. In den Wirtschaftsministerien in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat man den Tourismus im Blick.

Da sich in Schleswig-Holstein bereits seit dem 28. Februar die Inzidenz auf unter 50 Infektionen pro 100000 Einwohner bewegt, laufen die Vorbereitungen an. Schleswig-Holsteins Landesregierung will den Osterurlaub in Schleswig-Holstein erlauben und das Beherbergungsverbot ab Ende März aussetzen. In Mecklenburg-Vorpommern sinkt die Inzidenz auch wieder. Sie liegt aktuell aber noch bei 68.

Der Stichtag für die Reedereien in Deutschland ist der 22. März. Dann werden sich die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder zur nächsten Videokonferenz zusammenschalten und die Schritte für den April beraten.

Die Öffnung der Hotels und die Reisemöglichkeiten sind in Aussicht. Auf Anfrage wird derzeit aber bei den Ministerien noch auf die Auswertung der aktuellen Daten zum Infektionsgeschehen verwiesen.

Foto: Frank Behling

Bei einer Freigabe von touristischen Reisen am 22. März könnten die Vorbereitungen für spontane Reisen an die Küste starten. Für die Kreuzfahrten gibt sich aufgrund der Vorlaufzeit dann aber ein Saisonstart nicht vor Mai.

Die Reederei AIDA Cruises hat deshalb bereits reagiert und die AIDAperla bis Mitte Mai im Gebiet der Kanarischen Inseln gelassen. Ursprünglich gab es Pläne, die AIDAperla bereits im April nach Deutschland zu überführen.

Da aber derzeit Kreuzfahrten nur in Italien, Griechenland und bei den Kanarischen erlaubt sind, fiel die Entscheidung zur längeren Stationierung der AIDAperla in Las Palmas als Basishafen.

Die Reederei TUI Cruises beobachtet die Entwicklung. Die beiden Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 6 werden ab Mitte März aber mit den Vorbereitungen für den Start in deutschen Häfen beginnen. FB

„Mein Schiff 6“ – Mit neuer Kurbelwelle fit für den Sommer

Die Reparatur einer der vier großen Wärtsilä-Hauptmaschinen der Mein Schiff 6 ist abgeschlossen. Seit Mittwoch ist das Kreuzfahrtschiff auf Probefahrt. In Wilhelmshaven war während einer Liegezeit im Februar an einem Motor die Kurbelwelle ausgetauscht worden. Der Schaden war im Juni 2020 entdeckt worden.

Im Dezember hatte die Mein Schiff 1 deshalb den Fahrplan der Mein Schiff 6 vor den Kanaren übernommen. Danach war die Mein Schiff 6 nach Wilhelmshaven geschickt worden, wo die Kurbelwelle im Februar ausgetauscht wurde. Für diese Arbeiten waren an Bord einige Montageöffnungen geschaffen, durch die das über zehn Meter lange Bauteil ausgetauscht wurde.

Foto: Frank Behling

Wie geht es jetzt mit Mein Schiff 6 weiter? Offiziell werden alle Optionen geprüft, heißt es. Bekannt wurde aber, dass das Schiff am 15. März im Rostocker Überseehafen bei der Mein Schiff 4 festmachen wird. Vorher ist ein Besuch der Mein Schiff 6 in Kiel geplant.

Im Fahrplan bei TUI Cruises sieht die Mein Schiff 6 im Sommer ab Kiel vor. Deshalb dürfte eine Vorbereitung auf dieses Programm jetzt vorgenommen werden. Ob es sich dabei um eine Neuauflage der „Blauen Reisen“ handelt, soll später bekannt gegeben werden. Aktuell prüft die Reederei für den Sommer noch verschiedene Optionen. Da Schleswig-Holstein die Aufhebung des Beherbergungsverbotes bereits zu den Osterferien im April prüft, steht Kreuzfahrten ab Kiel dann nichts mehr im Weg. FB

TUI Cruises Kreuzliner zur Motor-Instandsetzung in Wilhelmshaven

Es ist eine planmässige technische Zwangspause in einer Pandemie-bedingten Beschäftigungsflaute: Der am 8. Mai 2017 von dem Meyer Werft-Betrieb im finnischen Turku abgelieferte und am 1. Juni des gleichen Jahres am Sitz der Reederei in Hamburg getaufte 98 811-BRZ-Kreuzliner Mein Schiff 6 des Hamburger Joint Ventures TUI Cruises ist von Las Palmas kommend am 27. Januar zur Erledigung ebenso anspruchsvoller wie kostspieliger Reparaturarbeiten in Wilhelmshaven eingetroffen.

Mit dem Hochwasser wurde das 295,26 m lange, 35,83 m breite und max. 8,25 m tiefgehende Schiff eingeschleust und hat für die nächsten zweieinhalb bis drei Wochen bei der Turbo-Technik GmbH & Co. KG am Hannoverkai festgemacht. Dort sollen die defekte Kurbelwelle eines der vier Wärtsilä-Hauptmotoren der insgesamt 48 MW leistenden dieselelektrischen Maschinenanlage ausgetauscht und zusätzlich auch Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Die Arbeiten können nach Angaben des Unternehmens – von außen nicht sichtbar – im Inneren des für 2534 Gäste in 1267 Kabinen und 1030 Besatzungsmitglieder ausgelegten Kreuzfahrtschiffes durchgeführt werden. Den Zuschlag für diesen international ausgeschriebenen Auftrag hatte das Wilhelmshavener Unternehmen nach eigenen Angaben aufgrund seiner technischen und konzeptionellen Expertise erhalten. Für die unter Malta-Flagge betriebene Mein Schiff 6 ist es der zweite Besuch an diesem Liegeplatz: Bereits im Juni letzten Jahres hatte das Schiff dort festgemacht, um den seit längeren bekannten Kurbelwellen-Schaden und Reparaturmöglichkeiten zur Vorbereitung der Ausschreibung zu untersuchen.

In mehr als 50 Jahren hat sich das 1967 von Dietrich E. Dassler am Stammsitz in Wilhelmshaven gegründete Familienunternehmen, das rd. 110 Mitarbeiter beschäftigt und über eine Zweigniederlassung in Hamburg verfügt, weltweit Anerkennung als zuverlässiger Partner für Reparatur-, Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten in der Handelsschifffahrt, für die Marine und Industrie erwerben können. Eine seiner Spezialitäten sind Nachrüstungen zur Verbesserung des Umweltschutzes auf Schiffen („Green Shipping“). So hat das Unternehmen, zu dessen Kunden im Kreuzfahrtbereich u. a. auch bekannte Marken der amerikanischen Carnival Corporation wie AIDA Cruises und Princess Cruises gehören, bereits eine Vielzahl von Kreuzfahrtschiffen mit mehr als 100 Abgasreinigungssystemen, sogenannten Scrubbern, ausgestattet. Zurzeit sind mehrere Turbo Technik-Expertenteams auf Kreuzfahrtschiffen in Singapur, Dubai und Amerika sowie auf den kanarischen Inseln im Einsatz. JPM

Test ist nicht gleich Test

Die Schlagzeilen sind schnell weltweit verbreitet. Die Meldungen zum positiven Test bei einer Passagierin an Bord des Kreuzfahrtschiffes Quantum of the Seas verbreiteten sich weltweit sofort. Der Test an Bord hatte in der Nacht zum Mittwoch ein positives Ergebnis. Gemäß des Protokolls drehte das Schiff sofort um, alle Passagiere durften die Kabinen nicht mehr verlassen und die Kontaktverfolgung lief an. Das Schiff befand sich auf einer Panorama-Fahrt im südchinesischen Meer. Von Montag bis Donnerstag wollten 1686 Passagiere die Seereise genießen.

Am Mittwoch machte das Schiff wieder am Terminal in Singapur fest. Die Behörden Singapurs übernahmen den Fall. Am Donnerstag dann die erlösende Nachricht. Der 83 Jahre alte Fahrgast war bei einem zweiten Test durch die Gesundheitsbehörden Singapurs negativ. Der Alarm wurde wieder aufgehoben.

„Sicherheit bleibt unsere oberste Priorität, und der Vorfall hat uns wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Fahrten geliefert, beispielsweise die Bedeutung der Verwendung von TraceTogether für eine effektive Kontaktverfolgung. Es hat auch die Gewissheit gegeben, dass unsere etablierte Reaktion auf jeden zukünftigen COVID-19-Fall schnell und effektiv ist“, sagte Keith Tan, Chief Executive von Singapur Tourist Board.

Alle Passagiere und auch die 1148 Crewmitglieder waren in nur zwölf Stunden getestet worden. Alle Tests waren negativ.

Der Fall Quantum of the Seas erinnert an den vermeintlichen Corona-Ausbruch an Bord der Mein Schiff 6, bei dem im Oktober zwölf Crewmitglieder durch Antigen-Tests eines externen Labors in Griechenland positiv gemeldet wurden. Folgende Tests im PCR-Verfahren hatten alle ein negatives Ergebnis.

Und auch bei Costa gab es in Triest die Erkenntnis, dass positive Antigen-Tests schnell entstehen. Auch dort waren Tests von Passagieren im PCR-Verfahren allesamt negativ ausgefallen.

Die Diskussion über die Bewertung von Testergebnissen ist deshalb nicht nur an Land angekommen. Der Umgang mit den Testverfahren wird 2021 ein ganz wichtiger Faktor für die Rückkehr zur Normalität. Da die flächendeckende Impfung erst in etwa einem Jahr für sichere Reisen sorgen kann, kommt auf die Testverfahren eine große Bedeutung zu. Die Schlagzeilen lassen sich nur durch zuverlässige Tests vermeiden. FB