Schlagwort: Meyer Werft

Meyer Werft baut weltgrößtes Luxus-Appartementschiff

Die von der pandemiebedingten Krise der Kreuzfahrtbranche gebeutelte Meyer Werft konnte jetzt einen weiteren Neubau-Auftrag hereinnehmen, bei dem es sich um ein besonderes Schiff handelt, das in einem für sie neuen Marktsegment neue Standards setzen soll: Vorbehaltlich Finanzierung soll die zu den Weltmarktführern im Kreuzfahrtbereich gehörende Papenburger Werft jetzt das im Mai 2020 von der auf Malta ansässigen Ocean Residences Development Ltd. (ORD) zunächst bei der kroatischen DIV-Gruppe bestellte und von deren Brodosplit-Werft in Kooperation mit der von ihr im Januar 2020 erworbenen und im Juli 2020 insolvent gewordenen norwegischen Kleven Verft (sie wurde im gleichen Monat vor der norwegischen Green Yard-Gruppe übernommen) zur Lieferung 2024 zu erstellende Appartementschiff Njord (aB Newsletter vom 19.5.2020) bis Ende 2025 zur Ablieferung bringen.

Animation: ORD

Das mit 117 Appartements in verschiedenen Konfigurationen mit zwei bis sechs Schlafräumen auszustattende 84800-BRZ-Schiff mit einer Länge von 289,30 Metern und einer Breite von 33,50 Metern bietet Platz für ca. 1000 Menschen (Crew und Passagiere). Der von dem bekannten norwegischen Architekten und Yacht-Designer Espen Øino – er zeichnet u.a. für exklusive Megayachten wie die Octopus verantwortlich – entworfene Neubau soll sowohl bei der Ablieferung als auch in weiterer Zukunft die strengsten Umweltauflagen erfüllen. Das Schiff wird von DF-LNG-Motoren angetrieben und soll mit modernen Wärmerückgewinnungssystemen sowie fortschrittlichen Energiemanagementsystemen ausgerüstet werden. Die im Mega-Yacht-Design konzipierte Njord, die u.a. über verdeckte Rettungsboote, Helikopter-Landeplatz auf dem Vorschiff und Hangars sowie Wassersport-Marina am Heck verfügt, ist deutlich größer und luxuriöser als das vor 20 Jahren in Norwegen erbaute Residenzschiff The World.

Der emissionsarme LNG-Antrieb sorgt zusammen mit einer Hybrid-Batterie-Anlage für eine Geschwindigkeit von 21 Knoten. Um die Zukunftssicherheit des auch für die Fahrt in arktischen Regionen verstärkten Schiffes zu gewährleisten, werden die Motoren und Treibstofftanks für eine einfache Umrüstung auf zukünftige Treibstoffe mit geringerem oder neutralem Kohlenstoff-Fußabdruck vorbereitet sein. Die Suiten bzw. Appartements an Bord werden an Interessenten verkauft, die eine schwimmende Wohnung mit allen Hoteldienstleistungen und Vorteilen sowie Annehmlichkeiten einer privaten Megayacht wünschen, ohne selbst eine solche zu besitzen. Das reicht bis zu einer Anpassung der Innengestaltung ihrer Appartements, für die sie neben dem für diesen Bereich gewonnenen renommierten Designer FM Architettura auch eigene Innendesigner beauftragt werden können, was den Charakter einer Privatyacht unterstreicht. Der Neubau soll so das außergewöhnliche Zuhause einer Gemeinschaft von Einzelpersonen und Familien werden, die ihre Leidenschaft für Reisen, Abenteuer und Entdeckungen teilen. Zusammen mit Jean-Louis Stutzmann, der sich vor allem um die Gestaltung der Grundrisse der Kabinen und öffentlichen Bereiche kümmert, ist das Espen Team auch in die Gestaltung des Beach Clubs, des Tenderbereichs, der Balkone und der Außendecks eingebunden.

Animation: ORD

Wie das durch die Pandemie um mehrere Jahre verzögerte Forschungsyacht-Projekt der bei der norwegischen Vard Brattvaag-Werft in der Ausrüstung befindlichen REV Ocean (BRZ 17400, Polarklasse 6) des norwegischen Reeders Kjell Inge Røkke ist die auch die Njord als eine Art Forschungsschiff philanthropischen Zweck konzipiert. Das wird so ausgestattet, dass es in den verschiedensten Destinationen wissenschaftliche und ozeanografische Forschungen durchführen und dabei Wohltätigkeitsorganisationen, Missionen und dringende Anliegen unterstützen kann. In Zusammenarbeit mit ozeanographischen Forschungsorganisationen und wissenschaftlichen Gruppen wird die Njord Forschungsprojekte fördern, die dazu beitragen, wissenschaftliche Grenzen zu überschreiten und die globale Meeresforschung voranzutreiben, die zu einem besseren Verständnis der komplexen Systeme beiträgt, die unsere Erde ausmachen. Diese einzigartige Kombination verleiht dem Schiff zusätzlich einen besonderen Charakter. „Wir sind glücklich, dass wir die Möglichkeit haben, mit der Meyer Werft zusammenzuarbeiten, einem Unternehmen, das seinen Schiffbau seit 226 Jahren auf Kurs hält – das sind sieben Generationen – und das weltweit führend im Bau innovativer und komplexer Passagierschiffe ist und einen hervorragenden Ruf für außergewöhnliche Qualität, Präzision und pünktliche Lieferungen genießt“, so der norwegische Vater des Konzeptes Kristian Stensby, der zugleich Vorsitzender und CEO der ORD ist. Die Njord sei bisher sehr gut aufgenommen und verzeichne eine hohe Reservierungsnachfrage.

Animation: ORD

Für Meyer Werft Geschäftsführer Thomas Weigend ist der Auftrag ein weiterer, sehr wichtiger Schritt für die Standortsicherung in Papenburg: „Mit dem neuen Auftrag erweitern wir unser Portfolio an Schiffstypen und können einmal mehr beweisen, dass wir führend beim Bau besonders umweltfreundlicher Schiffe sind. Zudem können wir mit dem Auftrag auch die bisher schwierigen Perspektiven vor allem für die Jahre 2024/2025 verbessern. Dieser Auftrag ist dringend nötig, damit der Auslastungsrückgang in diesen Jahren nicht sogar noch größer als 40 Prozent sein wird. Für das Zukunftsprogramm des Unternehmens sind viele unterschiedliche Maßnahmen und neue Aufträge absolut notwendig.“

Die Werft, die aufgrund der Kreuzfahrtkrise 40 Prozent weniger Arbeit hat und 1,2 Mrd. Euro einsparen will, hatte am Mittwoch über eine Verständigung mit der Arbeitnehmerschaft berichtet, die u.a. eine Reduzierung des zuletzt geplanten Stellenabbaus von 660 auf 450 Mitarbeiter bis 2023 vorsieht, von denen 350 direkt bei der Meyer Werft und die übrigen 100 bei der Tochtergesellschaft EMS Maritime Services beschäftigt sind. Hilfreich ist dabei auch der Ende März bekannt gegebene Auftrag für ein 229 m langes 51950-BRZ-Kreuzfahrtschiff zur Lieferung 2025, der von der japanischen Großreederei NYK als neuem Kunden hereingenommen werden konnte. JPM

MEYER WERFT schnürt Zukunftspaket

Pressemitteilung

Einigung mit Gewerkschaft und Betriebsrat – Freiwilligenprogramm, ein Mitarbeiterbeitrag und weitere Aufträge sichern die Zukunft. Ehemaliger Finanzminister Schneider vermittelt eine Lösung zwischen den Tarifparteien.  

Das Ergebnis bedarf noch der finalen Zustimmung der IG Metall-Mitglieder der Belegschaft. Die Auszählung der Abstimmung läuft noch.

Foto: Meyer Werft

Die MEYER WERFT hat mit der IG Metall Küste und dem Betriebsrat der Werft ein Paket zur längerfristigen Sicherung des Werftstandortes und der Wettbewerbsfähigkeit verabschiedet. Die Vereinbarung endet am 31.12.2023. Sollten sich die Rahmenbedingungen, z.B. durch neue Aufträge, dauerhaft deutlich verbessern, endet die Vereinbarung zum Ende des laufenden Jahres. Die aktuelle Belegschaftsgröße wird an die Marktbedingungen, die Corona ausgelöst hat, angepasst. Die gesamte Belegschaft der MEYER WERFT wurde am heutigen Mittwoch auf einer Betriebsversammlung persönlich und online über die Maßnahmen ausführlich informiert. 

Die MEYER WERFT hat durch die Corona-Krise deutlich weniger Arbeit. Die Fertigungsstunden pro Jahr sind massiv zurückgegangen, so dass die Geschäftsleitung gezwungen ist, das Unternehmen neu auszurichten. In diesem Zuge ist ein Personalabbau unvermeidbar. Hiervon sind zunächst auf freiwilliger Basis bis zu 350 Mitarbeiter der MEYER WERFT und 100 Mitarbeiter von EMS Maritime Services betroffen. Eine Erhöhung von Fremdleistung als Kompensation für diesen Abbau wurde gemeinsam ausgeschlossen. 

„Die jetzige Einigung mit dem Betriebsrat und der IG Metall ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung des Werftstandortes Papenburg, auch wenn der Personalabbau sehr schmerzt. Das verabschiedete sozialverträgliche Zukunftspaket funktioniert nur auf der Basis weiterer Aufträge für die Jahre 2024 und 2025. Die Aufträge aus Japan für NYK, die Beteiligung am Bau des Marinetankers und nun ein neues Appartementschiff helfen, die geringere Auslastung der Produktion zu stabilisieren. Sonst hätten wir das jetzige Ergebnis gar nicht erreichen können. Es zeigt aber auch, dass wir den Weg fortsetzen, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Es ist eine gute Chance für einen  Neuanfang für die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft“, sagt Geschäftsführer Bernard Meyer. 

In einem dreistufigen Abbau-Verfahren wird ein Freiwilligenprogramm mit einer Transfergesellschaft umgesetzt mit dem Ziel betriebsbedingten Kündigungen zu vermeiden bzw. zu minimieren und möglichst alle Stellen einvernehmlich abzubauen.

Maßnahmen zur verbesserten Wettbewerbsfähigkeit

Zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und aller Arbeitsplätze wurden ein Mitarbeiterbeitrag und ein Effizienzsteigerungsziel für die Produktionskosten vereinbart. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Zukunftspaketes ist eine geplante kontinuierliche Steigerung der Produktivität sowie ein Mitarbeiterbeitrag. Der Mitarbeiterbeitrag von 100 Stunden pro Jahr für die MEYER WERFT kann durch Mehrarbeit oder Verzicht auf Sonderzahlungen erbracht werden. Für Mitarbeiter von EMS Maritime Services beträgt dieser 25 Stunden pro Jahr. Der Industrieservice der Ems Maritime wird aufgelöst, wo möglich werden die Mitarbeiter in anderen Produktionsbereichen und Unternehmen der Gruppe eingesetzt. Der Wettbewerbs- und der Preisdruck im Schiffbau steigen weiter deutlich. Geschäftsleitung, Betriebsrat und IG Metall haben sich auf die Einführung eines effektiven Zweischichtmodells in der Fertigung und den fertigungsnahen Bereichen geeinigt. Bereits früher existierende Schichtregelungen in Produktionsbereichen bleiben hiervon unberührt. Details zu dieser Regelung werden separat noch erarbeitet

Die MEYER Gruppe hat nun an allen drei Werftstandorten Lösungen mit der Arbeitnehmerseite gefunden, um die Krise zu meistern und anschließend weiter wettbewerbsfähig am Markt agieren zu können. „Jetzt konzentrieren wir uns vollständig auf die Transformation der Gruppe, die weitere Digitalisierung und darauf möglichst schnell klimaneutrale Lösungen für unsere Schiffe und maritime Anwendungen zu entwickeln“, so Jan Meyer, Geschäftsführer. Dazu braucht es weitere innovative neue Schiffsprojekte. Die Unternehmensleitung bestätigte auf der heutigen Betriebsversammlung, dass ein weiteres Neubauprojekt mit Fertigstellung für Ende 2025 vorbehaltlich der Finanzierung gewonnen werden konnte. An dem Projekt Ocean Residences arbeitet die Werft seit längerer Zeit. Hierbei geht es um den Bau eines Appartementschiffs mit 290 Meter Länge und mehr als 130 Apartments. Dieser Auftrag ist dringend nötig, damit der Auslastungsrückgang in diesen Jahren nicht sogar noch größer als 40% sein wird. 

Ohne die jüngsten Einzelaufträge von NYK, Ocean Residences sowie der Beteiligung  am Marinetankerauftrag für die NEPTUN WERFT würde die Sicherung der verbleibenden Arbeitsplätze noch deutlich schwieriger sein.   

Text: PM Meyer Werft

AIDAcosma präsentiert sich erstmalig der Welt

Pressemitteilung (AIDA Cruises)

Heute, am 10. Juli 2021, stand der nächste große Meilenstein für AIDAcosma auf dem Programm: Der jüngste Neubau der AIDA Flotte zeigte sich erstmalig der Welt. Gegen 09:30 Uhr verließ das Schiff die Bauhalle der Meyer Werft in Papenburg. 

AIDAcosma glänzt bereits mit der für AIDA charakteristischen Bemalung, inklusive dem bekannten Kussmund. An Bord befinden sich schon alle Kabinen. Kurz vor dem Ausdocken erfolgten die letzte Inspektion des Unterwasserschiffes und als letzter „Handgriff“ das Montieren der Schiffsschrauben. Damit sind alle großen technischen Installationen an Bord abgeschlossen, denn der komplette Maschinenraum und die Spezial-Tanks für das emissionsarme Flüssigerdgas (LNG) wurden bereits in Warnemünde auf der NEPTUN WERFT fertiggestellt und als FERU (Schwimmteil) zur MEYER WERFT verschifft. Genau wie ihre Schwester AIDAnova wird AIDAcosma zukünftig mit emissionsarmem Flüssigerdgas betrieben. 

Foto: AIDA Cruises

Bis zur Indienststellung im Dezember 2021 stehen folgende Schritte an: der weitere Ausbau aller Innenbereiche an der Ausrüstungspier, die Emsüberführung mit anschließenden Testfahrten und die Endausrüstung mit den allerletzten Vorbereitungen für den Empfang der ersten Gäste an Bord von AIDAcosma. Die Doppelspitze zur Taufe steht auch bereits fest: Taufpatin von AIDAcosma ist die Ausnahmesportlerin Kristina Vogel. Kapitän Vincent Cofalka wird die Taufe und Indienststellung begleiten.  

Das neueste Schiff der AIDA Flotte wird in seiner Premierensaison im Winter 2021/2022 siebentägige Kreuzfahrten rund um die Kanarische Inselwelt anbieten. Bevor das Kanarenprogramm startet, erwartet die Gäste noch eine ganz besondere Kreuzfahrt über Weihnachten und Silvester. Am 22. Dezember 2021 beginnt die Transreise von Hamburg nach Gran Canaria.  

AIDAcosma bietet den Gästen spannende Erlebnisse mit den von AIDAnova bekannten Features wie dem Beach Club, dem Theatrium mit seiner 360°-Bühne, dem TV-Studio und dem großzügigen Body & Soul Organic Spa. Kulinarisch werden die Gäste in 17 Restaurants und 17 Bars verwöhnt. Neue Highlights sind eine Boulderwand, der Fun Park mit Doppelwasserrutsche sowie das großzügige Ocean Deck am Heck, das sich über die gesamte Schiffsbreite erstreckt. Der Infinity-Pool bietet dabei herrliche Ausblicke auf das Meer. 

Ab dem 13. April 2022 startet das Schiff auf Transreise Richtung Mittelmeer. Anschließend stehen 7-tägige Kreuzfahrten zu den Mediterranen Schätzen ab Mallorca oder Barcelona auf dem Programm. 

Alle Kreuzfahrten werden in Übereinstimmung mit den umfassenden Gesundheits- und Sicherheitsprotokollen von AIDA Cruises sowie den nationalen und lokalen Gesetzen und Verordnungen zum Infektionsschutz durchgeführt.  

Mit dem „AIDA Versprechen“ bietet AIDA Cruises mehr Flexibilität und Sicherheit bei der Urlaubsplanung. Großzügige Buchungsoptionen sind Teil des Angebotes, von der geringen Anzahlung bis hin zur kostenlosen Umbuchung. Das „AIDA Versprechen“ ist im Reisepreis für Neubuchungen bis zum 31. Juli 2021 bereits enthalten und gilt für Abfahrten bis zum 31. März 2022. 

Text: PM AIDA Cruises


Neues LNG-Kreuzfahrtschiff verlässt Baudock 

Pressemitteilung (Meyer Werft)

AIDAcosma liegt ab Samstag im Hafen der MEYER WERFT

Papenburg, 10. Juli 2021 – Am heutigen Samstag verlässt die AIDAcosma das überdachte Baudock II (Halle 6) der Meyer Werft. Das 337 Meter lange Kreuzfahrtschiff für die Reederei AIDA Cruises setzt sich am Vormittag in Bewegung. Die AIDAcosma ist das Schwesterschiff der AIDAnova, die die Meyer  Werft  2018 als weltweit erstes vollständig mit Flüssiggas (LNG) betriebenes Kreuzfahrtschiff fertiggestellt hat. Der Neubau macht anschließend an der Ausrüstungspier im Werfthafen fest. Nach dem Manöver werden Masten und Schornstein per Kran auf das Schiff gehoben und montiert.

Foto: Meyer Werft
Foto: Meyer Werft

An Bord der AIDAcosma kommen erneut emissionsarme LNG-Motoren von Caterpillar / MaK zum Einsatz, die die strengsten Umweltauflagen erfüllen. Bei der Entwicklung und Konstruktion dieser Schiffsklasse stand die Energieeffizienz im Fokus. Wärmerückgewinnung, innovative Elektromotoren, LED-Beleuchtung, eine Schiffsautomation und Verglasung mit der Ausrichtung auf Energieeffizienz, optimierte und biozidfreie Unterwasseranstriche zur Widerstandsreduzierung, die Gewichtsoptimierung bei der Auswahl der Materialien und viele weitere Themen wurden mit höchster Priorität bei der Planung und Konstruktion bearbeitet.

Foto: Meyer Werft

Am Ausrüstungskai der Meyer Werft wird vor allem der Innenausbau der AIDAcosma weiter fertiggestellt. Anschließend wird das Schiff die Emsüberführung antreten, um dann die technischen und nautischen Erprobungsfahrten zu absolvieren.

Text: PM Meyer Werft


Update 10.07.2021, 13:00 Uhr

Mit Schlepperassistenz wurde der 52. Kreuzfahrtschiff-Neubau der Papenburger Werft am Sonnabendvormittag aus dem überdachten Baudock gezogen und anschließend am Ausrüstungskai im Werfthafen zu Platz gebracht. „Das Manöver hat gut geklappt“, zeige sich ein Sprecher der Werft zufrieden. Im Werfthafen sollen jetzt der Schornstein und die Masten per Kran auf dem 337 Meter langen Neubau abgesetzt und montiert werden. Anschließend werden nicht nur der Innenausbau weiter fortgesetzt, sondern auch erste technische Stand-Erprobungen erledigt. Voraussichtlich im Oktober soll die AIDAcosma über die Ems überführt werden, um technische und nautische Erprobungsfahrten sowie die Endausrüstung abzuschließen, bevor sie voraussichtlich im Dezember an die Rostocker Reederei AIDA Cruises als deutsche Zweigniederlassung der zum amerikanischen Carnival-Konzern gehörenden italienischen Costa-Reedereigruppe abgeliefert und unter italienischer Flagge in Fahrt kommen wird. Ein ursprünglich von AIDA Cruises zur Lieferung bestelltes drittes Schiff der dieser als „Helios“-Klasse bekannten Serie wird – wie berichtet – im Zuge einer Umstrukturierung des Auftragsbestandes für die Konzernschwester Carnival Cruise Line fertiggestellt. JPM

Mit Meyer Werft als LESSMAT-Projektpartner: Leichtere Schiffe für klimafreundlichere Mobilität

Während ein 180 000 BRZ-Kreuzfahrtschiff für rd. 6.000 Passagiere immerhin rd. 70 000 Tonnen (Stahlgewicht + Ausrüstung) wiegt, bringt ein Personenzug lediglich rund 400 Tonnen Eigengewicht auf die Gleise. Je schwerer das Schiff, oder der Zug, desto mehr Energie muss für die Fortbewegung aufgebracht werden. Das spiegelt sich auch im CO2-Ausstoß wider. Hier bietet sich ein Ansatz für die Forschung, Optimierungen im Sinne des Klimaschutzes voranzutreiben, die sowohl den Herstellern als auch den Betreibern Wettbewerbsvorteile sichern können.

Animation/Grafik: Meyer Werft

Zusammen mit vier weiteren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft forscht das Center of Maritime Technologies gGmbH (CMT), seit 2020 eine Tochtergesellschaft des in Hamburg ansässigen Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik e.V. (VSM), im Rahmen des Verbundprojekts LESSMAT daran, die Rohbaustruktur von Kreuzfahrtschiffen und Personenzügen leichter und deren Herstellung effizienter zu gestalten. Dafür wird ein Leichtbausystem entwickelt, das die Mobilität umweltfreundlicher machen und gleichzeitig die Kosten für die Herstellung reduzieren soll.

Herausforderung und zugleich Chance des Verbundvorhabens ist die Entwicklung eines Leichtbausystems, das flexibel auf die beiden unterschiedlichen Baugruppen und Branchen angewendet und nach Bedarf angepasst werden kann. Neben einer möglichst vollständigen Verwendung des Materials liegt der Fokus dabei auch auf der Automatisierung von Entwurf und Produktion. Dafür konzipiert das CMT eine automatisierte Fertigung. Die neuen Prozesse und Methoden sollen anschließend mit Hilfe von Demonstrationsrobotern auf ihre Effizienz und Umsetzbarkeit getestet werden. Zudem werden LCPA-Analysen vom CMT durchgeführt, um u.a. wirtschaftliche und ökonomische KPIs zu ermitteln.

Bis 2024 wird das LESSMAT-Projekt im Rahmen des Technologietransfer-Programms Leichtbau mit knapp drei Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. An dem Verbundvorhaben sind neben dem CMT und Siemens Mobility als Verbundkoordinator auch die zu den Weltmarktführern im Bau von Kreuzfahrtschiffen gehörende Papenburger Meyer Werft als Schiffbau-Partner, das Helmholtz-Zentrum Hereon, sowie die in Hamburg-Harburg ansässige TU Hamburg (TUHH) beteiligt. Aufgabe der CMT gGmbH ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Industrie und des Standortes Deutschland durch die zielgerichtete Erhöhung der Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationskraft zu stärken. JPM

Meyer Werft: Geringerer Jobabbau möglich

Geringer als geplant könnte bei der Papenburger Meyer Werft der bisher aufgrund der pandemiebedingten Auftragsanpassungen vorgesehene Stellenabbau ausfallen. Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Nico Bloem konnte ein vorläufiges Verhandlungsergebnis erzielt werden. Wie er am Mittwoch mitteilte, liege die Zahl 450 auf dem Tisch. Bisher war von der Geschäftsführung der Abbau von ca. 660 Jobs in den Raum gestellt worden. Ein Werftsprecher wollte die Verhandlungen nicht kommentieren.

Ein Lichtblick gab es inzwischen für die Mitarbeiter zur Meyer Werft-Gruppe gehörende Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, die nach dem vorläufigen Ende des Baus von Flusskreuzfahrtschiffen erfolgreich ein neues Geschäftsfeld erschliessen konnte: In enger Zusammenarbeit mit der norddeutschen Lürssen-Schiffbaugruppe als Auftragnehmer für zwei 2024 an die Deutsche Marine zu liefernde jeweils 170 m lange, 24 m breite und 9,5 m tiefgehende Betriebsstofftransporter (MBV707) wird sie den grössten Anteil der beiden Doppelhüllentanker an der Warnow bauen. Die beiden 870 Mio. Euro teuren Marinetanker mit einer Verdrängung von ca. 20 000 t und einer Ladekapazität von rd. 12000 Kubikmetern Flug- und Dieselkraftstoff, die mit jeweils 65 Personen besetzt werden und bis zu drei parallele Betankungen auf See durchführen können, sollen die beiden Einheiten der „Röhn“-Klasse ersetzen. Die ca. 18 kn schnellen Schiffe werden u.a. mit Flugdeck für alle NATO-Helikopter, Krankenstation und modularen Containerstellplätzen für die Unterbringung von Werkstätten oder Ersatzteillagern ausgestattet und sollen höchste Umweltstandards erfüllen. Neptun verfügt zwar über umfangreiche Erfahrungen im Tanker- und Tankbau (einschl. Gastanks), war aber bisher nicht im Marinegeschäft tätig. JPM

Kreuzfahrt: Besucherzentrum der Meyer Werft geöffnet

Pressemitteilung

  • Besucherzentraum der Papenburger MEYER WERFT mit Blick auf den Neubau AIDAcosma
  • Erstmals öffnet sich in der Erlebnis-Ausstellung auch eine neue Kabine des künftigen Kreuzfahrtschiffs DISNEY WISH

Weltweit nimmt die Kreuzfahrtbranche langsam wieder Fahrt auf. Passend dazu öffnet jetzt auch das Besucherzentrum der Papenburger MEYER WERFT. Die Gäste können dabei nicht nur den Neubau AIDAcosma in der riesigen Werfthalle bestaunen, sondern auch einen ersten exklusiven Blick in eine neue Kabine des künftigen Kreuzfahrtschiffes DISNEY WISH werfen, die ebenfalls in Papenburg auf Kiel gelegt wurde. 

Mit mehr als 250.000 Gästen zählt die Erlebnis-Ausstellung zu den Top-Reisezielen in Norddeutschland. „Auch deshalb haben wir zum Neustart das Konzept geändert, um speziell den Bus- und Gruppenreisen gerecht zu werden“, so Kai Nehe, Geschäftsführer Papenburg Marketing und Betreiber des Besucherzentrums. 

 Neues Konzept speziell für Gruppenreisen geeignet

Wurden die Besucher bisher von Gästebetreuern in Gruppen durch die Erlebnisausstellung geführt, ist zum Neustart das selbständige Entdecken der Exponate möglich. Mit doppeltem Vorteil: Die Gäste können sich je nach Interesse den unterschiedlichen Themenbereichen intensiv widmen und gleichzeitig werden die für die Covid 19-Situation notwendigen Abstandsregelungen umgesetzt. 

Der Zutritt zum Besucherzentrum MEYER WERFT ist ausschließlich mit einer FFP2- oder OP-Maske möglich. Sollte der Inzidenzwert im Landkreis Emsland auf über 35 steigen, ist zudem ein Nachweis über ein negatives Corona-Schnelltest-Ergebnis notwendig. Parkplätze für Busse und Pkw sind in ausreichender Zahl direkt an der MEYER WERFT vorhanden. 

Weitere Informationen und Preise:  www.besucherzentrum-meyerwerft.de

Text: PM Besucherzentrum Meyer Werft

Brennstart in Turku: Typschiff der Icon-Klasse soll neue Maßstäbe setzen

Foto: Royal Caribbean International

Nicht mit ihrer Größe, sondern durch ihre Umweltverträglichkeit, Effizienz und das komplexe wie auch innovative Angebot für die Passagiere soll die neue Icon-Schiffsklasse für Royal Caribbean International neue Maßstäbe setzen. Am 14. Juni 2021 fand bei der Meyer Werft in Turku nicht nur der Brennstart für die Bau-Nr. 1400, sondern auch die Bekanntgabe des Namens des Typschiffes statt, das als Icon of the Seas im 3. Quartal 2003 in Fahrt kommen soll.

Foto: Royal Caribbean International

Für Meyer Turku ist das erste Schiff der Icon-Klasse eine Herausforderung und zugleich eine hervorragende Gelegenheit, die höchste Spitze im Schiffbau zu erreichen. „Wir haben mit Spannung diese Herausforderung angenommen. Nachdem jetzt die Produktion in unseren Fertigungshallen begonnen hat, sehen wir, wie die Ergebnisse unseres Designs physisch Form annehmen. Das ist immer ein besonderer Moment für uns Schiffbauer“, betonte CEO Tim Meyer bei der Zeremonie, an der auch sein Vater und Chairman of the Board Bernard Meyer sowie Richard Fain, CEO der Royal Caribbean Group, sowie Harri Kulovaara, Excecutive Vice President of Maritime & Newbuilds, persönlich teilnahmen.

Am 10. Oktober 2016 hatte Royal Caribbean zunächst zwei Einheiten dieser Klasse bei Meyer bestellt, die ursprünglich im 2. Quartal 2022 (Bau-Nr. 1400) und 2024 (Bau-Nr. 1401) geliefert werden sollten, Anfang Juli 2019 wurde noch ein dritter Nachbau (Bau-Nr. 1402) zur Lieferung 2025 nachbestellt. Inzwischen wurden die Ablieferungsdaten auch vor dem Hintergrund der Pandemie auf das 3. Quartal 2023, 2. Quartal 2025 bzw. 2. Quartal 2026 verschoben. Bei den nach den Vorschriften und unter Aufsicht des DNV (früher DNV GL) zu erstellenden Neubauten handelt es sich um ca. 218 000 BRZ große Schiffe für mehr als 5200 Gäste.

Besonderer Fokus wurde auf die Implementierung modernster Umweltschutz-Technologien gerichtet. Neben dem Betrieb mit verflüssigtem Erdgas (LNG) wird Luftblasen-Schmierung des Unterwasserschiffes den Reibungswiderstand deutlich reduzieren und durch ein fortschrittliches Abwärme-Rückgewinnungssystem sollen bis zu 3 MW zusätzlicher Energie generiert werden. Schon in früheren Mitteilungen der Reederei wurde darauf hingewiesen, dass auch Brennstoffzellen für die Bordnetzversorgung installiert werden. Einzelheiten über weitere „game-changing Features“ und eine Aussenansicht will die Reederei erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen. JPM

Video: Youtube/Royal Caribbean

Captain Minnie Mouse macht die „Disney Wish“ klar

Frohe Kunde für die Meyer Werft. Im kommenden Winter darf Deutschlands führende Werft für Passagierschiffe wieder zwei große Neubauten von Papenburg über die Ems zur Nordsee überführen. Wie die Disney Cruise Line am Donnerstag bei einer Online-Presse-Konferenz bekannt gab, wird die Disney Wish im Juni 2022 in Miami für das Sommergeschäft erwartet.

Nach Abschluss der Erprobung auf der Nordsee muss das neue Flaggschiff der Disney Cruise Line bereits Mitte Mai klar für die Überführung nach Florida sein. Am 9. Juni 2022 soll von Miami aus die fünftägige Jungfernreise mit „Captain Minnie Mouse“ zu den Bahamas starten.

Für die Werftarbeiter bei Meyer bedeutet das viel Arbeit. In der Winterzeit zwischen Dezember und April müssen erst die AIDAcosma und kurz danach auch die Disney Wish von Papenburg über die Ems zur Nordsee gebracht werden.

An Bord des über 330 Meter langen und 144000 BRZ großen Schiffes mit Rapunzel am Heck wird es wieder eine bunte Glitzerwelt des US-Unterhaltungskonzerns geben. Bunte Sterne, übergroße Komikfiguren und Animationen aus der Filmwelt sind ganz auf Familien ausgerichtet.

Während Rapunzel als Motto-Figur aus der Disney-Familie den klassischen Komikbereich bedient, wurde in die Themenwelt um moderne Fantasy-Figuren erweitert. Neu an Bord ist die Marvel Superstar Academy mit den Filmhelden der Marvel-Serie. Von Captain America über dem kämpfenden Waschbären Rocket Raccoon bis zu Spiderman sind alle dabei, die besonders bei jungen Passagieren heute Donald und Mickey längst verdrängt haben.

Äußerlich wird die 230 Meter lange Wasserrutschen und Bahnanlage „Aqua Mouse“ dem Schiff eine interessante Silhouette geben. Die Anlage windet sich zwischen Vormast und Schornstein wie eine gewaltige Gaspipeline über das gesamte Oberdeck.

Disney Magic, Foto: enapress.com

„Alle Bereiche an Bord sind speziell für Kinder entwickelt – von den Restaurants über die Kabinen bis zum Entertainment“, sagt Cruise-Director Ashley Long in der Präsentation. Neu wird sein, dass es bei der Disney Wish mehr Schiff für die gleiche Zahl an Passagieren als bei den vier Vorgängerschiffen geben wird.

Mit 1250 Kabinen bleibt die Zahl der Kabinen im Vergleich zu den beiden Schiffen der ebenfalls bei Meyer gebauten „Dream“-Klasse von 2011/2012 unverändert. Die 129690 BRZ großen Vorgängerinnen sind jedoch fast 15000 BRZ kleiner. Ein Grund ist die große Zahl an Suiten – zum Teil auch über zwei Decks gehende Luxussuiten mit Concierge-Service.

Beim Umweltschutz folgt die Disney Cruise Line dem Trend und setzt für die drei Neubauten der „Wish“-Klasse von Meyer Motoren mit dem verflüssigten Erdgas (LNG) als Treibstoff ein.

Aktuell liegt die Flotte der Disney Cruise Line in der Pandemie-Pause. Fest steht nach den Worten von Disney-Park-Chef Josh D’Amaro bislang, dass die Disney Magic im Juli von britischen Häfen aus mit Reisen nur für britische Gäste starten wird. Fahrten von zwei, drei oder vier Tagen sind von Liverpool, Southampton oder Newcastle aus geplant. Die Disney Magic bereitet sich in Dover auf den Sommer vor.

In den USA bereiten sich die anderen drei Schiffe auf den Neustart der Kreuzfahrt ab Juli vor. An diesem Wochenende wird die Disney Wonder von Progreso in Mexiko zurück nach Miami überführt. FB

„Disney Wish“ – Die Nasenspitze ist da

Eine Woche nach der Kiellegung der Disney Wish geht die Montage der rund 80 Blöcke des rund 340 Meter langen Schiffes in die heiße Phase. Am 16. April brachte der Schlepper Ems Pull die beiden Bugblöcke mit der Manöverstation und der Bugspitze durch den Nord-Ostsee-Kanal zur Nordsee.

Besonders markant ist dabei der Vorsteven mit der Bugspitze. Mit etwas Phantasie ließ sich die Nasenspitze von Mickey Mouse erkennen.

Gebaut hatte die beiden über 300 Tonnen schweren Einheiten die Danziger Werft Marine Projects, die seit über zehn Jahren Bug-Sektionen der Neubauten der Meyer Werft baut. Für den Transport wurden die Blöcke dann auf Pontons geladen und so über Ost- und Nordsee transportiert.

Foto: Frank Behlling

Die Disney Wish soll 2022 in Papenburg fertiggestellt werden. Das Schiff ist bereits sehr weit fortgeschritten. Wie bei Disney Tradition, bekommt die Disney Wish auch wieder ein sehr kunstvolles Relief am Bug. Dieses Relief soll das Motto des Schiffes beinhalten. Für die Überfahrt des Bugs war das Relief jedoch mit einer Plane geschützt worden.

Die Kiellegung des Disney-Schiffes war am 8. April im Dock II der Werft. Unter der Baunummer 705 wird das 144000 BRZ große Schiff jetzt vormontiert. Einzelne Rumpfsegmente sind bereits im Dock, darunter auch der Wulstbug.

Foto: Frank Behlling

Die Disney Wish knüpft an die 2011 und 2012 in Papenburg gebauten Schiffe Disney Dream und Disney Fantasy an. Der Neubau ist war etwas größer als die beiden Vorgänger, soll aber mit 1250 Kabinen eine fast identische Kapazität haben.

Nach dem Ausdocken der 337 Meter langen AIDAcosma (Baunummer 709) im Sommer wird dann der komplette Rumpf der Disney Wish im Dock zusammengesetzt. Bis dahin fertigt die Werft das 300 Meter lange Schiff in verschiedenen Großsektionen vor, die zum Teil schwimmend an der Ausrüstungspier liegen.

Disney hat insgesamt drei Neubauten bei der Meyer Werft bestellt. Damit ist die Auslastung der Werft bis 2024 gesichert. Es sind die ersten Schiffe der Disney-Flotte mit LNG als Treibstoff. FB

„Disney Wish“ kommt im Sommer 2022 in Fahrt

Kiellegung bei Meyer für neues DCL-Flaggschiff

Corona-bedingt erst im Sommer 2022 und nicht – wie ursprünglich geplant – bereits Ende dieses Jahres als Disney Wish in Fahrt kommen soll das neue Flaggschiff der zum amerikanischen Disney-Konzern gehörenden Disney Cruise Line (DCL), das am 8. April bei der Papenburger Meyer Werft auf Kiel gelegt worden ist. Dabei handelt es sich um das erste mit umweltfreundlichem verflüssigten Erdgas (LNG) zu betreibende Schiff der 1995 gegründeten Reederei und die erste Einheit von drei 2016/17 bestellten Schiffen dieses Typs.

Mit einer Vermessung von je ca. ca. 144 000 BRZ und 1250 Kabinen fällt dieses Trio etwas größer aus als die beiden 2010 bzw. 2012 ebenfalls von Meyer gelieferten Schwestern Disney Dream und Disney Fantasy, die auf jeweils 129690 BRZ kommen. Zusammen mit den beiden 1998 bzw. 1999 von der italienischen Fincantieri-Werftgruppe gelieferten 83338 BRZ-Schwesterschiffen Disney Magic und Disney Wonder wird die amerikanische Reederei nach der im November letzten Jahres Corona-bedingt auf die Jahre 2022, 2024 und 2025 verschobenen Komplettierung des jüngsten Meyer-Trios über eine Flotte von sieben Schiffen verfügen.

Animation: Disney Cruise Line

Bei der traditionellen Zeremonie hatte auch Kapitänin Minnie Maus ihren großen Auftritt, als sie visuell durch ein außergewöhnliches Kunstwerk am Heck des Schiffes – ein Markenzeichen der Flotte – zum Leben erwachte und von Disney Cruise Line President Thomas Mazloum begrüßt wurde. Die traditionell vor dem Absenken des ersten Blocks auf den Pallen im Baudock platzierte Münze, die für die Disney Wish kreiert wurde, zeigt Kapitänin Minnie, die 2019 ihr Debüt an Bord der Schiffe der Disney Cruise Line gab. Dies ist auch Teil einer Initiative, weibliche Führungskräfte in der Kreuzfahrtindustrie zu fördern und zu inspirieren. „In der maritimen Tradition ist die Kiellegung das feierliche Erwachen eines Schiffes zum Leben“, so Philip Gennotte, Portfolio Project Management Executive bei Walt Disney Imagineering Germany, der die Münze an ihrem Platz ablegte. „Der heutige Tag ist ein bedeutendes Ereignis für die Disney Wish, und ich könnte nicht stolzer auf unsere Imagineers, die Besatzung und die Crew von Disney Cruise Line und das Team der Meyer Werft in Deutschland sein, die dieses bezaubernde Schiff erschaffen“, sagte er.

Animation: Disney Cruise Line

Dieses fünfte Schiff der DCL-Flotte wird sich – neben den beiden charakteristischen übergroßen Schornsteinen – u.a. durch ein helles, märchenhaftes und über drei Decks reichendes Atrium und die ikonische Heckdekoration auszeichnen, die mit der Rapunzel-Darstellung das bei diesem Neubau umzusetzende Designthema reflektiert: Rapunzel verkörpert den Wunsch, die Welt zu sehen und zu erleben.

Video: Disney Cruise Line
Animation: Disney Cruise Line

Werft-Geschäftsführer Jan Meyer freute sich, „mit der Kiellegung einen weiteren Meilenstein beim Bau des Schiffes erreicht zu haben“. Die Kiellegung erfolgte mitten in der Corona-bedingten Branchenkrise. Erst Ende März konnte die Werft die Odyssey of the Seas an die US-Reedereigruppe Royal Caribbean abliefern und von der japanischen Großreederei NYK als neuem Kunden den Auftrag für ein Luxusschiff für 744 Passagiere hereinnehmen. Da es im Stillstand der Branche bislang es so gut wie keine Nachfrage nach Neubauten gab, hatte die Meyer-Werft ihr Bauprogramm in Absprache mit den Kunden gestreckt. Nach eigenen Angaben sind Einsparungen von 1,25 Milliarden Euro nötig. Mit den Arbeitnehmern wird über einen Jobabbau verhandelt. Einschließlich des jüngsten Auftrages aus Japan umfasst das Auftragsbuch der Papenburger Werft derzeit neun Festaufträge. JPM