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Premiere für innovatives Luftreinigungssystem auf MSC-Flaggschiff

Um die Qualität und Sauberkeit der Luft für Gäste und Crew zu verbessern wird MSC Cruises als nach eigenen Angaben erste Kreuzfahrtreederei der Welt ihren beim Werftbetrieb Monfalcone des italienischen Fincantieri-Konzerns in der Ausrüstung befindlichen Flaggschiff-Neubau MSC Seashore mit dem fortschrittlichen Luftreinigungssystem „SafeAir“ ausstatten. Das u.a. die Virenlast reduzierende Reinigungssystem basiert auf einer UV-C-Licht-Technologie, die UV-Strahlen vom Typ C mit der Klimaanlage des Schiffes kombiniert. Dabei wird der vorbeiziehende Luftstrom mit kurzwelligem Licht bestrahlt, das auf die darin enthaltenen organischen Partikel trifft und die weitere Zirkulation der luftverunreinigenden Partikel wie Viren, Bakterien und Schimmel verhindern soll.

Foto: Fincantieri

Das Safe Air-System wurde von technischen Experten der Werft und dem Virologielabor des Internationalen Zentrums für Gentechnik und Biotechnologie in Triest entwickelt. Das international renommierte Institut bietet interessierten Unternehmen wissenschaftliche Unterstützung bei der Entwicklung innovativer technologischer Lösungen für die Kontrolle von Virusinfektionen an, was vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Covid-19-Pandemie von besonderer Bedeutung ist.

Main Pool, Foto: MSC Cruises

Bei der im Juli nächsten Jahres unter Malta-Flagge in Fahrt kommenden MSC Seashore handelt es sich nicht nur um das mit 399 m längste, sondern auch um das grösste und innovativste bisher in Italien erbaute Kreuzfahrtschiff. Der am 20. August d.J. im Baudock des Fincantieri-Werftbetriebes in Monfalcone aufgeschwommene und an den Ausrüstungskai verholte Neubau ist nach den 2017 bzw. 2018 gelieferten Vorbauten MSC Seaside und MSC Seaview das dritte Schiff der Seaside-Klasse und zugleich die erste von zwei Einheiten der sich als Weiterentwicklung durch mehr Kabinen, neu designte öffentlich Räume und noch mehr Außendecksfläche pro Passagier auszeichnenden Seaside-Evo-Version.

MSC Seashore, Foto: MSC Cruises

So werden durch die um 16 m vergrösserte Schiffslänge rd. 10 000 qm zusätzliche Decksfläche gewonnen. Der für 5877 Gäste ausgelegte 169500-BRZ-Neubau wird mit moderner Technologie zur Minimierung seines ökologischen Fußabdrucks ausgerüstet. Dazu gehören neben Landanschluss und LED-Beleuchtung nicht nur ein fortschrittlicher SCR-Katalysator, sondern auch eine Abwasserbehandlungsanlage der nächsten Generation (AWTS) m eine innovative Ballastwasser-Reinigung und ein Hybrid-Abgasreinigungssystem (EGCS), das die SOx-Emissionen um bis zu 98 Prozent reduzieren soll. JPM

Vom Baggerloch zum Paradies

Der Leuchtturm von Ocean Cay überragt alles. Das rotweiße Stahlbauwerk markiert den Eingang zu einer Traumwelt. Schneeweißer Sand, Palmen und kleine bunte Häuschen bieten eine Kulisse wie aus einen Katalog der Bahamas. Die Reederei MSC hat dieses Paradies schaffen lassen.
Frank Behling berichtet.

Es ist die neueste Privatinsel der Kreuzfahrtwelt. Wenn man es genau nimmt, hat das Braunkohlenrevier in der Lausitz für Ocean Cay Pate gestanden. Jede Industrielandschaft bietet für einen Touristiker eine Chance. Das gilt im düsteren Ruhrpott genauso wie in der Lausitz oder auf den sonnigen Inseln der Bahamas.
„Es war sehr viel harte Arbeit nötig“, sagt Michelle McGregor. Als die Managerin 2016 bei MSC anheuerte, hatte sie schon viel Erfahrung mit Privatinseln in der Karibik. Ocean Cay war aber anderes. „Der Sand hier ist ganz besonders. Fest und zugleich sehr weich“, schwärmt die Kanadierin.

Genau das war auch der Grund, weshalb Ocean Cay fast 50 Jahre lang das Baggerloch für Florida war. „Von hier aus wurde der Sand rüber zu den Stränden Floridas gebracht“, erzählt McGregor. Neben Öl und Krabben ist Sand ein wichtiges Exportgut der Bahamas.
Als MSC für die Karibik vor zehn Jahren eine Insel suchte,­ wurden die Manager aus der Schweiz schnell auf diese Bagger-Stelle aufmerksam, die nur einen nautischen Steinwurf von 60 Meilen vor der Einfahrt von Miami liegt.

Ocean Cay

Die Reederei pachtete die Insel für 99 Jahre und gab 300 Millionen Dollar aus, damit die Industrie-Ruine zum Naturparadies wurde. „Das war wirklich ein Abenteuer. Mal haben wir eine Maschine, mal einen Tank mit Diesel ausgegraben“, erzählt sie. Über 3000 Tonnen Schrott legten die Arbeiter frei.
„Die Natur spielte bei diesem Projekt eine wichtige Rolle“,­ sagt Carl Gustav Lundin. Der Schwede ist Direktor der Weltnaturschutzorganisation IUCN und Berater von MSC. Geht es aber, wenn Kreuzfahrtschiffe wie die MSC MERAVIGLIA mit 5000 Passagieren die 18 Hektar große Insel besuchen? „Es kommt darauf an, was die Menschen auf der Insel machen. Wenn sich die Menschen an Regeln halten, dann ist das alles kein Problem“, so Lundin. Die Regeln bei Ocean Cay sind klar: Kein Plastik und kein Lärm. Ocean Cay ist kein karibischer Vergnügungspark. „Nein, es ist ein Ort der Erholung und der Ruhe“, so McGregor….

Fotos: Frank Behling