Schlagwort: MV Werften

Disney bekommt „Global Dream“

Nun ist es offiziell. Die Disney Cruise Line bekommt die in Wismar im Dock der ehemaligen MV Werft liegende Global Dream. Das zu etwa zwei Drittel fertiggestellte Kreuzfahrtschiff aus dem Nachlass der Genting-Gruppe wird unter Mithilfe der Meyer Werft in Wismar fertiggestellt und 2025 in Dienst gestellt. Einen entsprechenden Vertrag haben der Disney-Konzern, die Meyer Werft und der Insolvenzverwalter der MV Werften unterzeichnet. Am Donnerstag verkündete die Disney Cruise Line Details zu dem Projekt.

Danach wird die Global Dream in dem überdachten Trockendock in Wismar fertiggestellt. Zusammen mit dem neuen Eigner der Werft, der ThyssenKrupp Marine Systems aus Kiel, sei eine Übereinkunft über die Nutzung der Werftanlagen für die Fertigstellung des Schiffes getroffen worden.


GLOBAL DREAM, Foto: Frank Behling

Das 342 Meter lange Schiff wird einen neuen Namen bekommen und dann auch ein markantes Aussehen erhalten. Auf einer ersten Animation ist zu sehen, dass der Neubau später sechs Schornsteine haben wird. Ein Novum in der modernen Passagierschifffahrt.


Animation: Disney Cruise Line

Mit 208000 BRZ ist es dann das größte Schiff in der Disney-Flotte. „Unsere Kreuzfahrtschiffe geben uns die einzigartige Gelegenheit, Disney-Magie zu den Fans zu bringen, egal wo sie sich befinden, und die Hinzufügung dieses Schiffes wird einen Disney Cruise Line-Urlaub für mehr Familien als je zuvor zugänglich machen“, sagte Josh D’Amaro, Vorsitzender, Disney Parks, Erlebnisse und Produkte in der Mitteilung zur Übernahme.

Neue Spekulationen löste dann die Ankündigung aus, dass das neue Schiff außerhalb der Vereinigten Staaten stationiert sein wird. Ob damit ein ganzjähriger Einsatz in Europa gemeint sein wird, ist noch unklar. Es wurde auch klar betont, dass das Neubauprogramm der aktuellen „Disney Wish“-Serie bei der Meyer Werft fortgesetzt wird. Disney bekommt 2024 und 2025 zwei LNG-Schiffe für den Einsatz in den Vereinigten Staaten aus Papenburg. 

Der Anstrich des Neubaus wird in den ikonischen, von Micky Maus inspirierten, Farben der Flotte gestaltet. Das gilt auch für die roten Schornsteine. Von denen nur ein Teil auch für den Abzug der Abgase der sechs Schiffsmotoren genutzt werden. Das Schiff wird voraussichtlich als eines der ersten in der Kreuzfahrtindustrie mit grünem Methanol als Treibstoff fahren. Es ist einer der saubersten unter den verfügbaren Kraftstoffe. Die sechs MAN-Viertakt-Motoren bekommen dafür eine zusätzliche Kraftstoffversorgung.

Disney Cruise Line wird auch beim Passagierkonzept deutlich von der Linie der Genting-Gruppe abweichen. Genting wollte mit dem Schiff bei Dream Cruises bis zu 9500 Passagiere und 2500 Crewmitglieder über die Meere fahren. Disney kalkuliert den Betrieb jetzt nach eigenen Angaben mit 6000 Passagieren und 2300 Crewmitgliedern.

Weitere Einzelheiten über die Jungfernfahrt, Reiserouten und Erlebnisse an Bord werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, so Disney Cruise Line.

Unklar ist auch noch, wann die Erprobung beginnt und ob die Endausrüstung und Übernahme auch in Wismar erfolgen soll. ThyssenKrupp Marine Systems will an dem Standort in Wismar 2024 mit dem Bau von Marineschiffen und Unterseebooten beginnen. Das Dock wird dafür aber erst ab dem Frühjahr 2024 benötigt. FB


Pressemitteilung der MEYER Gruppe vom 17.11.22: MEYER Gruppe baut Kreuzfahrtschiff für Disney Cruise Line mit Methanol-Antrieb

Pressemitteilung von Disney vom 17.11.22: Disney Cruise Line Announces Acquisition of Ship with Plans to Visit New Markets

Disney Cruise Line Announces Acquisition of Ship with Plans to Visit New Markets

Pressemitteilung

Today, Disney announced the acquisition of a partially completed ship that will bring the magic of a Disney Cruise Line vacation to new global destinations. Disney will work with the esteemed Meyer Werft shipbuilding company to complete the cruise ship previously known as the Global Dream in Wismar, Germany. The ship will be renamed with certain features reimagined under the world-renowned expertise of Walt Disney Imagineers and is expected to set sail in 2025.

“Our cruise ships give us the unique opportunity to bring Disney magic to fans no matter where they are, and the addition of this ship will make a Disney Cruise Line vacation accessible to more families than ever before,” said Josh D’Amaro, chairman, Disney Parks, Experiences and Products.

The new ship, to be based outside the United States, will feature innovative Disney experiences along with the dazzling entertainment, world-class dining and legendary guest service that set Disney Cruise Line apart. The exterior will be adorned in the iconic, Mickey Mouse-inspired colors of the fleet, complete with signature red funnels.

The 208,000-gross-ton ship is expected to be among the first in the cruise industry to be fueled by green methanol, one of the lowest emission fuels available. Disney Cruise Line expects the passenger capacity to be approximately 6,000 with around 2,300 crew members.

Construction will be completed at the former MV Werften shipyard in Wismar, Germany, under the management of Meyer Werft, the Papenburg-based company that built the Disney Dream, Disney Fantasy and Disney Wish. The ship’s previous owner filed for bankruptcy before completing the vessel, enabling Disney Cruise Line to secure it at a favorable price and within the capital expenditure guidance The Walt Disney Company provided on its recent earnings call. The project also secures employment for hundreds of former MV Werften employees and will provide opportunities for numerous maritime industry suppliers in the region.

More details about the maiden voyage, itineraries and onboard experiences will be announced at a later date.

The Disney Cruise Line fleet sails to world-class destinations in the Bahamas, the Caribbean, Europe, Alaska, Mexico, Canada, Hawaii and the South Pacific, and recently announced first-ever vacations for guests in Australia and New Zealand beginning in late 2023.

For more information about Disney Cruise Line, guests can visit disneycruise.com.

Text: PM Disney Cruise Line

Übernimmt Disney die „Global Dream“?

Es gibt Hoffnung für das in Wismar unfertig im Dock der MV Werft liegende Kreuzfahrtschiff Global Dream. Nach unbestätigten Meldungen aus Mecklenburg-Vorpommern soll die amerikanische Disney Cruise Line aus Orlando Interesse an dem unfertigen Schiff haben. Erste Anzeichen sickerten am Rande von Gesprächen über die Verlängerung der Transfergesellschaft bis Dezember durch, über die etwa  950 Mitarbeiter der insolventen MV Werft derzeit beschäftigt sind. Die Transfergesellschaft soll in einem ersten Schritt bis zum 1. Dezember verlängert werden. Bis dahin soll mit einem Kaufinteressenten für das Schiff eine Vereinbarung getroffen werden, heißt es.

Ob es aber wirklich einen Vertrag geben wird, ist noch offen. Noch schweigen alle Beteiligten. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) zeigte sich allerdings „verhalten optimistisch“. Für das Land geht es um Bürgschaften in Milliardenhöhe, die fällig werden, wenn es nicht gelingt, die Global Dream in Fahrt zu bringen.

Auch Bestätigungen zum Interesse von Disney Cruise Line gibt es keine. Weder Insolvenzverwalter, noch das Land oder die Reederei äußern sich. Der als sehr verschwiegen und verschlossen geltende US-Konzern Walt Disney hat aber aktuell die einzige Reederei, in deren Portfolio ein Schiff wie die Global Dream mit einem sehr hohen Anteil an Familienkabinen passen könnte.

Mit 208.000 BRZ und einer Kapazität für 9.500 Passagiere ist das Schiff jedoch deutlich größer als die fünf bislang in Italien und Papenburg gebauten Disney-Schiffe. Disney hatte in Papenburg zuletzt drei Neubauten mit einer Größe von 135.000 BRZ und etwa 4.000 Passagieren bestellt. Mit der Disney Wish war in diesem Jahr das erste der drei neuen LNG-Kreuzfahrtschiffe ausgeliefert worden.

Beim Blick auf den Antrieb gibt es neben den Kabinen einen weiteren Aspekt, der durchaus für Disney spricht. Die Global Dream hat bereits sechs MAN-Dieselmotoren der Baureihe 48/60CR eingebaut bekommen. Diese Motoren sind zwar beim Schadstoffausstoß nicht auf dem modernsten Level wie die LNG-Schiffe, aber sie passen zu Disney.

Sehr ähnliche Motoren hat Disney nämlich 2009/2010 bei der Meyer Werft in die Schwestern Disney Dream und Disney Fantasy einbauen lassen. Damit hätte die Reederei weiter mit MAN einen vertrauensvollen deutschen Service-Partner.

Bei den aktuellen drei Neubauten der Meyer Werft hat sich Disney zwar für die wesentlich effizienteren und auch schadstoffärmeren MAN-51/60 Dualfuel-Motoren entschieden, die mit verflüssigtem Erdgas LNG betrieben werden. 

Auch beim Innendesign ließe sich der leicht kitschige Disney-Style gut umsetzen. Wasserrutschen und Themenpark des ehemaligen Auftraggebers Genting sind nicht so weit von Disney entfernt.

Sollte die Reederei aus Celebration bei Orlando (Florida) das zu etwa 75 Prozent fertige Schiff kaufen, wäre außerdem die Fertigstellung am Standort Wismar möglich. Bei der Fertigstellung der Global Dream hätten die 950 Werftarbeiter noch eine Perspektive bis Ende 2024. Solange darf die Pier an der Werft für das Projekt genutzt werden.

Die Fertigstellung selbst würde Disney aber an eine andere Werft vergeben. Hier ist die Meyer Werft im Gespräch. In Papenburg ist man aber ebenfalls noch zurückhaltend. „Wenn ein Kunde sich an uns wendet und einen Auftrag hat, sind wir immer bereit“, so heißt es in Papenburg. Meyer könnte aber für die Dauer der Arbeiten die Mitarbeiter aus der Transfergesellschaft übernehmen.

Soweit die aktuellen Gerüchte. Ob sie Realität werden, hängt davon ab, ob Disney das Schiff wirklich kauft und dann die Meyer Werft in Papenburg mit der Fertigstellung beauftragt. Entscheidend ist dabei der Preis, den Disney für das Schiff zahlen bereit ist. Davon hängt dann auch ab, wie hoch die fälligen Bürgschaften für das Land ausfallen.

Die Werft in Wismar kennen ältere Mitarbeiter der Meyer Werft noch. 2002 und 2003 half die Papenburger Werft den Kollegen in Wismar bereits einmal. Damals wurden zwei Schiffe für die Reederei AIDA in Wismar gebaut. Die AIDAvita und die AIDAaura waren die ersten Schiffe einer neuen Generation. Bei der Fertigstellung half damals die Meyer Werft mit Know-how bei den Prozessen.

Nach der Global Dream ist in Wismar das Thema Kreuzfahrt vorerst wieder vorbei. Die Kieler Marinewerft ThyssenKrupp Marine Systems will ab Anfang 2024 in Wismar mit den Bau von U-Booten und Marinefahrzeugen beginnen. Dafür wird ab Anfang 2024 das Dock gebraucht, in dem noch die Global Dream liegt. FB

Silver Endeavour: 116 Destinationen auf dem luxuriösesten Expeditionsschiff der Welt

Die Silver Endeavour reist 2023/2024 von Pol zu Pol und bietet Reisenden mit den geräumigsten öffentlichen Veranstaltungsorten der Expeditionskreuzfahrt besonders viel Platz

Pressemitteilung

Größer, weiter, geräumiger: Gleich 25 neue Reisen stehen auf dem Fahrplan der mit Spannung erwarteten Silver Endeavour: Darunter 24 Erstanläufe für die Kreuzfahrtreederei Silversea Cruises. Das modernste Luxus-Expeditionsschiff der Welt steuert von Mai 2023 bis März 2024 sage und schreibe 116 der schönsten und entlegensten Kaltwetterziele in Nordeuropa, der Arktis und der Antarktis an. Um den für Silversea Cruises typischen Komfort zu gewährleisten, bietet die Silver Endeavour Reisenden dabei die geräumigsten und elegantesten Räumlichkeiten, die die Expeditionskreuzfahrt zu bieten hat. Dazu gehört unter anderem auch das weitläufige Otium Spa & Beauty Salon, zwei Nasszellen, sowie die 270-Grad-Observation Lounge für einen spektakulären Rundumblick auf die Schönheit der Polarregionen.


Observation Lounge, Foto: Silversea Cruises

„Wir freuen uns, das vielfältigste Polarangebot in der Ultra-Luxus-Expeditionskreuzfahrt zu erweitern und die neue Kollektion von Reisen der Silver Endeavour für Sommer 2023 und Winter 2023/2024 vorzustellen“, sagt Conrad Combrink, Senior Vice President des Reise-, Destinations- und Routenmanagements von Silversea Cruises. „Mit modernsten Expeditionseinrichtungen, dem branchenweit besten Verhältnis von Platz zu Gästen und einem unvergleichlichen Expertenteam an Bord werden den Passagieren auf ihrer Reise zu den bemerkenswertesten Reisezielen der Welt bereichernde Erfahrungen und ein unvergleichlicher Komfort geboten. Die Silver Endeavour ist das Ergebnis des Engagements der Royal Caribbean Group und Silversea Cruises, die Grenzen des Reisens zu verschieben und das fortschrittlichste Schiff ihrer Klasse zu erschaffen.“

25 neue Fahrten, 116 Ziele, 24 Erstanläufe

Die neue Reisekollektion der Silver Endeavour umfasst 25 spannende Expeditionsreisen mit einer Länge zwischen sechs bis 18 Tagen. Mit ihrer PC6-Klassifizierung dringt die Silver Endeavour tief in die Polarregionen vor und verlängert die Saison, um einen noch nie dagewesenen Zugang zu 116 Zielen in einigen der entlegensten Regionen der Welt zu ermöglichen. Die neuen Reisen umfassen 24 Erstanläufe, darunter die wenig erforschte kanadische Hocharktis, einschließlich der Hudson Bay und der spektakulären Ellesmere-Insel.

Die Silver Endeavour erkundet im Sommer 2023 die Britischen Inseln, Island und die Arktis, einschließlich Grönland, Spitzbergen und der kanadischen Arktis. Im Winter 2023/2024 kehrt die Silver Endeavour in den Weißen Kontinent zurück, um den Reisenden noch mehr Möglichkeiten zu bieten, die Antarktische Halbinsel, Südgeorgien und die Falklandinseln zu entdecken. Die neue Reisekollektion der Silver Endeavour für die Jahre 2023/2024 umfasst die folgenden Highlights:


Bear Island, Foto: Silversea Cruises

Reykjavik, Island, Foto: enapress.com

Zwei Reisen zu den Britischen Inseln und Island

Die Silver Endeavour bricht am 7. Mai 2023 von London aus zu zwei 13- und 14-tägigen Expeditionsreisen zu den Britischen Inseln und Island auf. Auf den Reisen werden brandneue Ziele wie Stranraer, Helensburgh, Loch Eynort (Insel Uist) und Klaksvik angelaufen.

Neun Reisen in die Arktis und nach Grönland

Die erste Saison der Silver Endeavour in die Arktis wird zwei der legendären 14-tägigen Island- und Spitzbergen-Expeditionen von Silversea beinhalten, die am 3. Juni von Reykjavik und am 17. Juni von Tromsø aus starten. Die Silver Endeavour bietet drei Expeditionen nach Südgrönland und Nunavut, Kanada an und erkundet dabei unter anderem die malerischen Regionen Skjoldungen, Evighedsfjord und Prince Christian Sound. Ab dem 31. Juli 2023 entdecken Passagiere an Bord der Silver Endeavour auf einer 10-tägigen Expedition Westgrönland, tauchen in die Kultur und Tradition der Inuit und grönländischen Gemeinden ein und erleben den sich am schnellsten bewegenden Gletscher der Welt am Ilulissat Icefjord – eine UNESCO-Welterbestätte. Am 10. August 2023 verlässt die Silver Endeavour den Ort Mittimatalik (Pond Inlet) an der Nordspitze von Baffin Island in Nunavut, Kanada, und begibt sich auf eine 10-tägige Reise durch die kanadische Hocharktis, auf der sie unter anderem die seltenen Küsten von Ellesmere Island, Cape York und Qaanaaq, sowie andere kulturelle und natürliche Schätze der Region ansteuert. Die Passagiere dieser einzigartigen Reise, die von Mittimatalik (Pond Inlet) aus startet, kommen in den Genuss eines erweiterten Programms an Bord. Zum Abschluss der Sommersaison unternimmt die Silver Endeavour ab dem 5. September 2023 eine 16-tägige Expedition durch Ostgrönland, um hier die perfekten Bedingungen für die Beobachtung des Nordlichts zu finden. Die Gäste genießen einen dreitägigen Aufenthalts im Scoresby Sund, einem der größten und längsten Fjordsysteme der Welt und statten dem  größten und am seltensten besuchten Nationalpark des Welt, dem Nordostgrönland-Nationalpark, einen Besuch ab. Die Reisenden haben zudem die Möglichkeit, fünf der Arktis-Reisen der Silver Endeavour zu kombinieren, um das Beste der Region in 82 Tagen zu entdecken – beginnend und endend in Reykjavik vom 1. Juli bis 21. September 2023.

14 Fahrten in die Antarktis

In der Wintersaison 2023/2024 bietet die Silver Endeavour neun der beliebten sechstägigen Antarktis „Bridge Fly-Cruises“ an. Diese Antarktisbrücke von Silversea bietet die schnellste und direkteste Route zum Weißen Kontinent und ermöglicht den Reisenden, die Drake-Passage zu überspringen und direkt nach King George Island zu fliegen, wo sie in europäischem Business-Class-Komfort an Bord des Schiffes gehen. Auch zwei Abfahrten der legendären 10-tägigen Silversea-Expedition zur Antarktischen Halbinsel sind geplant, bei der die Süd-Shetland-Inseln, der Antarktische Sund und das sagenumwobene Kap Hoorn erkundet werden. Dank der PC6-Klassifizierung des Schiffes wird die Silver Endeavour mit längeren Erkundungsfahrten tiefer in die Antarktis vordringen, unter anderem mit einer 18-tägigen Reise zur Antarktischen Halbinsel, nach Südgeorgien und zu den Falklandinseln. Auf dieser erweiterten Expedition, die am 31. Oktober 2023 beginnt, haben Gäste die Möglichkeit, die Schönheit der Antarktischen Halbinsel mit der beeindruckenden Tierwelt und Naturgeschichte Südgeorgiens und der Falklandinseln zu kombinieren. Im Jahr 2024 unternimmt die Silver Endeavour außerdem zwei brandneue 15- und 16-tägige Expeditionen, die am 28. Januar bzw. 12. Februar starten und die Antarktische Halbinsel, die Falklandinseln und Südgeorgien erkunden. Mit einem Hin- und Rückflug zwischen King George Island und Puerto Williams durchqueren die Gäste dieser beiden Reisen die Drake-Passage nur einmal.

Das beste Platz-/Gästeverhältnis der Expeditionskreuzfahrt-Branche

Mit dem besten Platzangebot für Expeditionskreuzfahrten, einigen der geräumigsten All-Balkon-Suiten der Branche und einer Reihe von eleganten öffentlichen Bereichen wird die Silver Endeavour Reisende mit dem für Silversea Cruises typischen Komfort und Stil bis in die entlegensten Winkel der Erde bringen. Zu den gut ausgestatteten öffentlichen Bereichen des Schiffes gehören:


Explorer Lounge, Foto: Silversea Cruises

Explorer Lounge (360m²)

Die Explorer Lounge ist das Zentrum für Expeditionsaktivitäten während der Zeit an Bord. Diese elegante Lounge dient als Ausgangspunkt für Expeditionsbesprechungen und Rekapitulationssitzungen, sowie als Raum für Expertenvorträge und bringt somit Gäste mit dem Expeditionsteam der Silver Endeavour zusammen. Die Explorer Lounge verfügt über einen großen LED-Bildschirm auf welchen Bilder projiziert werden, die vom ferngesteuerten Gimbal-Kamerasystem des Schiffes aufgenommen wurden – einem ultrahochauflösenden System, das sich oben auf dem Schiff befindet und Echtzeit Ansichten der umgebenden Landschaft und Tierwelt mit einer bis zu 90-fachen Vergrößerung aufnimmt. Der Raum dient auch als stimmungsvolle Bar für einen Cocktail vor dem Abendessen.

Beobachtungslounge (270m²)

Die Observation Lounge befindet sich auf einem der höchsten Decks der Silver Endeavour und bietet einen 270-Grad-Blick auf die Umgebung des Schiffes. Die elegante Einrichtung eignet sich perfekt für den Nachmittagstee, Cocktails nach dem Abendessen, Live-Musik und vieles mehr.



Otium® Spa & Schönheitssalon (177m²)

Das Otium Spa an Bord der Silver Endeavour zählt zu den größten Spas in der Expeditionskreuzfahrt und sorgt durch das für Silversea charakteristische Wellness-Programm Otium für Entspannungsmomente.  Inspiriert wurde es durch den antiken römischen Lebensstil, denn es ist auf den Prinzipien von Genuss, Vergnügen und Verwöhnung aufgebaut. Das Spa verfügt über drei Behandlungsräume, einen Entspannungsbereich und getrennte Thermalbereiche für Männer und Frauen, die beide mit Saunen, Dampfbädern und Duschen ausgestattet sind. Mit einer unglaublichen Aussicht in fast jedem Raum können sich die Gäste verwöhnen lassen, ohne jemals das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Pool-Deck (261m²)

Das Pool Deck der Silver Endeavour ist vollständig von raumhohen Glasfenstern umgeben und bietet tagsüber einen atemberaubenden Panoramablick und nachts die Möglichkeit, unter dem Sternenhimmel zu speisen. Mit einem großen zentralen Swimmingpool, einem Whirlpool und einer der vier Speisemöglichkeiten an Bord der Silver Endeavour ist das Pool Deck ein Favorit unter den Passagieren, wenn sie zu rund um den Globus zu Kaltwetterzielen reisen.


Mud Room, Foto: Silversea Cruises

Sanitärräume (140m²)

Die Silver Endeavour ist mit zwei Sanitärräumen ausgestattet, die mehr Flexibilität für ein schnelles und nahtloses Einsetzen der Zodiacs bieten. Die Waschräume sind mit modernster Expeditionsausrüstung ausgestattet, wie z. B. Schuhheizungen, speziellen Schließfächern für jede Suite und LED-Bildschirmen für Besprechungen.


Connoisseurs Corner, Foto: Silversea Cruises

Auf der Silver Endeavour gibt es außerdem die Connoisseur’s Corner, die für Silversea typische Zigarren- und Cognac-Lounge, eine Boutique, ein Einzelhandelsgeschäft mit einer ausgewählten Auswahl an Mode, Schmuck und Souvenirs, eine gemütliche Bibliothek und ein großes Fitnesscenter, mit modernsten Geräten, von Experten geleiteten Gruppenfitnesskursen und Personal Training.



Mit dem umfassendsten Angebot im Bereich der Ultra-Luxus-Expeditionskreuzfahrten können Passagiere ab sofort Landausflüge für alle veröffentlichten Abfahrten buchen. Um eine Ultra-Luxus-Expedition an Bord der Silver Endeavour oder einer anderen Reise von Silversea Cruises zu buchen, wenden Sie sich an einen Reiseberater oder besuchen Sie Silversea.com.

Alle Reisen der Silver Endeavour finden Sie hier.* (https://www.silversea.com/lp-silver-endeavour.html)

Text: PM Silversea Cruises

Kein Käufer für „Global Dream“ in Sicht

Die Suche nach einem Käufer für das Kreuzfahrtschiff Global Dream ist weiter nicht von Erfolg gekrönt. Seit Februar ist Insolvenzverwalter Christoph Morgen aktiv mit der Suche nach einem Käufer für das unfertige Kreuzfahrtschiff der MV Werften. Der einzige Interessent mit einem ernsthaften Angebot war die schwedische Stena AB, die das Schiff zusammen mit den drei anderen Genting-Kreuzfahrtschiffen in Asien zu einer neuen Kreuzfahrtmarke formen wollte.

Da aber China auf absehbare Zeit keine Kreuzfahrten mit internationalem Publikum erlauben wird und auch der Reiseverkehr in Asien durch die Pandemie-Maßnahmen nicht wieder an Dynamik gewinnt, stieg Stena wieder aus.

„Aktuell gibt es keinen Käufer für die Global One. Ich bemühe mich dennoch weiter intensiv, bis Ende diesen Jahres einen Käufer für das Schiff zu finden“, so Insolvenzverwalter Christoph Morgen.

Interesse an dem unfertigen Schiff hatte im Frühjahr auch der einstige Auftraggeber Lim Kok Thay gezeigt. Der Insolvenzverwalter bestätigte damals den Kontakt. Auch Schiffsmakler haben Interesse an dem Schiff gezeigt. Ernsthafte Interessenten gibt es aber kein.

Die Global Dream war 2018 bei MV Werften in Warnemünde auf Kiel gelegt und im November 2019 von Warnemünde zur Ausrüstung nach Wismar gebracht worden. Seitdem liegt der 342 Meter lange Rumpf im Trockendock in Wismar.

Ein ganz großes Interesse am Verkauf zum Marktwert hat die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns. Das Land hatte den Bau der Schiffe mit Bürgschaften abgesichert. 300 Millionen Euro könnten im Fall des Scheiterns des Projekts fällig werden.

Dieser Fall tritt ein, wenn die Global Dream zum Schnäppchen wird und eventuell im Rahmen eines Bieterverfahrens gegen Höchstgebot vom Insolvenzverwalter verkauft werden muss. Nach der Übernahme der MV Werft in Wismar durch die Kieler Werft TKMS hat der Insolvenzverwalter Morgen die Wismarer Werft von TKMS zurückgemietet.

Damit hat Morgen noch etwas Luft bei der Suche. „Im Laufe des kommenden Jahres muss die ‚Global One‘ die Schiffbauhalle verlassen. Vereinbart ist weiterhin, dass die Ausrüstungskaje der Werft während des Jahres 2024 als Liegeplatz für das Schiff zur Verfügung steht“, so Morgen.

Heck der „Global Dream“, Foto: Frank Behling

Die Werft TKMS hatte signalisiert, dass sie im Zuge der Vorbereitung für den Produktionsstart in Wismar das Dock ab Ende 2023 für eigene Zwecke bräuchte.

Ein Verkauf des großen Schiffes zum „Schnäppchenpreis“ ist aber inzwischen auch nicht mehr ausgeschlossen. Die einzige Rettung des Neubaus als Kreuzfahrtschiff wären Projekte in Kooperation mit anderen großen Kreuzfahrtwerften wie beispielsweise der Papenburger Meyer Werft, Chantiers de l’Atlantique in St. Nazaire oder der Fincantieri-Gruppe aus Italien.

Angesichts der Größe kann die Global Dream nur von einer überschaubaren Zahl an Werften überhaupt vollendet werden. Voraussetzung ist aber, dass sich eine Reederei mit einer Perspektive für dieses Schiff findet.  

Die Global Dream hat eine Vermessung von 208000 BRZ und 2500 Kabinen für maximal 9500 Passagiere. Damit wäre sie das Kreuzfahrtschiff mit der größten Passagierzahl auf der Welt. Wenn es denn jemals fertiggestellt wird. FB

MV Werften in Warnemünde gehören dem Bund

Der Kaufvertrag ist unterzeichnet und die Weichen sind gestellt. Der Warnemünder Betrieb der MV Werften ist seit dem 7. Juli im Besitz des Bundes. Der entsprechende Kaufvertrag zwischen dem Insolvenzverwalter und der Bundes-Immobilienanstalt BIMA wurde unterzeichnet.

Zuvor hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages die erforderlichen 87 Millionen Euro für den Kauf bewilligt. Schon in den nächsten Tagen soll dort die neue Außenstelle des Marinearsenals für Rostock eingerichtet werden.

Für den Bund ist der Erwerb der Werft ein Schnäppchen. Die Bundeswehr hatte bei der Wartung und Instandhaltung ihrer Schiffe zuletzt erhebliche Probleme bei der Suche nach Dockkapazitäten. Das einzige Schwimmdock im Marinearsenal in Wilhelmshaven war ständig belegt. Ein Neubau eines Trockendocks im Arsenal in Wilhelmshaven ist seit Jahren geplant und inzwischen mit 250 Millionen Euro eingeplant. Die Planungs- und Bauzeit für das Bauwerk ist aber derzeit nicht genau kalkulierbar.

In Warnemünde bekommt die Bundeswehr jetzt durch die Insolvenz der MV Werften ein 320 Meter langes und 54 Meter breites Trockendock mitsamt Portalkran für 700 Tonnen zu einem Schnäppchenpreis. An dem Standort an der Warnowmündung könnten zukünftig sogar ganze Minenjagdboote per Kranhub aus dem Wasser gehoben und an Land gesetzt werden.

Die Umwandlung der Werftanlage in einen Arsenalbetrieb soll nach der Sommerpause mit Hochdruck beginnen. Bis zu 500 Arbeitsplätze soll der neue Betrieb des Marinearsenals in Warnemünde mittelfristig bekommen. Ein Großteil der Belegschaft stammt aus den Reihen der MV Werften. Bis zur Insolvenz waren am Standort Warnemünde knapp 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werftgelände ist mit 68 Hektar das größte Gelände innerhalb der MV Werften-Gruppe.

Foto: Frank Behling

Bis zur Wiedervereinigung 1990 war an der Stelle die Warnowwerft aus dem Schiffbaukombinat der DDR. Nach der Wende wurde das gesamte Areal dann an den norwegischen Kvaerner Konzern verkauft und komplett überplant. Statt der alten Helgen wurde das Trockendock gebaut und die alten Krananlagen wurden durch den Portalkran ersetzt. Die Fertigung der Sektionen erfolgte in modernen Schweißstraßen, in denen die Blöcke für Schiffe so vorgefertigt werden konnten, dass sie von dem Kran aus einer den Montagehallen direkt in das Baudock gesetzt werden konnten. Fast eine Milliarde Mark kostete der Umbau der Werft von 1992 bis 1995.

Im April 1996 wurde mit der Pommern dort das Schiff mit der Baunummer 001 abgeliefert. Es war ein Containerschiff für die Deutsche Seereederei aus Rostock, die damit ebenfalls ihren Neustart nach der Wende in der Containerschifffahrt einleitete. Im Juni 1996 folgte die Potsdam.

Danach wechselte die Werft mehrfach den Besitzer. Im August 2009 konnte der damalige Insolvenzverwalter einen Investor präsentieren, der auch die Warnemünder Werft übernahm. Der russische Unternehmer Vitaliy Yusufov kaufte für 40,5 Millionen Euro die Werften in Wismar und Warnemünde und nannte sie Nordic Yards. Dort wurden dann Konverterplattformen für Windanlagen gebaut.

2016 stieg dann der Tourismus-Konzern Genting Hongkong ein und kaufte den Betrieb in Warnemünde für rund 90 Millionen Euro.

Auf den Anlagen in Warnemünde wurde nach kurzer Umbauphase der Rumpf der Global Dream von 2018 bis Herbst 2019 gebaut. Der 342 Meter lange Neubau liegt seit November 2019 im Baudock der MV Werft in Wismar.

In Warnemünde sind jetzt noch die Sektionen des Schwesterschiffes. Diese Sektionen sollen bis zum Jahresende verschrottet werden. Die Bundeswehr plant die erste Dockung eines Marineschiffes im Frühjahr 2023. Danach soll der Stau an Instandsetzungen bei den Einheiten der Marine in Warnemünde abgearbeitet werden.

Das Werftgelände und das Dock sollen aber auch für zivile Projekte nutzbar sein. Entsprechende Konzepte sollen zusammen mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Rostock und Unternehmen der maritimen Wirtschaft abgestimmt werden. Auch der Bau von Handels- oder Spezialschiffen ist auf der Werft in Warnemünde wieder machbar. Die gewaltigen Fertigungsanlagen für den Stahlbau wird die Bundeswehr nur zu einem geringen Teil auslasten können.

Der Rückbau von Kreuzfahrtschiffssegmenten hat auch bei der MV Werft in Stralsund begonnen. Dort werden die kleinere Segmente verwertet, die für den Bau von Kreuzfahrtschiffe 2019 und 2020 gefertigt wurden.

Die MV Werften hatten Anfang 2020 an den drei Standorten über 3000 Mitarbeiter mit dem Bau von Kreuzfahrtschiffen beschäftigt. Die meisten Mitarbeiter sind seitdem in Transfergesellschaften. FB

MV Werft Warnemünde ab Juli Teil der Bundeswehr

Das Areal der MV Werften am Standort Warnemünde wird ab Juli Teil der Bundeswehr. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr soll große Teile der Werft übernehmen.  

Das Bundesamt ist der Betreiber des Marinearsenals, dass für die Marine die etwa 50 Boote und Schiffe repariert oder überholen lässt. Das Arsenal ist auch für die Ausschreibungen der Marineeinheiten zuständig. Derzeit sind rund 1000 Mitarbeiter an den Standorten des Arsenals in Kiel und Wilhelmshaven beschäftigt. Mit dem neuen Standort in Warnemünde sollen weitere 500 Angestellte und Beamte dazukommen.

Nach dem Ende der Angebotsphase am 24. Juni hat Insolvenzverwalter Christoph Morgen mit seinem Team eine Vorentscheidung gefällt. Es wird nun mit dem Bund verhandelt, wie der Insolvenzverwalter in Warnemünde bestätigte. Ein Vertrag soll bis zum 8. Juli vorliegen.

Der Übernahme muss auch noch der Bundestag formal zustimmen, da Investitionen dieser Größe dem Parlamentsvorbehalt unterliegen. Die Staatssekretärin im Verteidigungsministerium, Margaretha Sudhof, betonte bei dem Besuch am 28. Juni in Warnemünde das Interesse der Bundeswehr an dem Standort. Sie forderte auch ein Bekenntnis von Land und der Stadt Rostock zur Beteiligung. „Es entsteht mit dem Zuschlag eine langfristige Perspektive für die Menschen vor Ort, die Arbeit sichert“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD).

Für die Bundeswehr ist vorrangig das Trockendock mit den schiffbaulichen Komponenten von Interesse. Angesichts der Sicherheitslage braucht die Marine das Dock für die Verkürzung der Wartezeiten der Schiffe.

Neben der Bundeswehr sollen auf dem Gelände aber auch andere Betriebe angesiedelt werden. Dabei sind nicht nur Rüstungsbetriebe im Fokus. Auch neue Produkte für Fracht- und Kreuzfahrtschiffe sowie für Windparks könnten dort entstehen.

Keine Zukunft gibt es für das derzeit im Dock liegende Kreuzfahrtschiff der Global-Klasse. Das Schwesterschiff der Global Dream wird zurückgebaut. Etwa 17000 Tonnen Stahl werden wieder zerschnitten und dem Wertstoffkreislauf zugeführt. Übersetzt: Der Rohbau wird verschrottet.  

Bei der Marine wird davon ausgegangen, dass das erste Marineschiff bereits im Frühjahr 2023 gedockt werden kann. Das 320 Meter lange Dock kann in kleinere Abteilungen getrennt werden, sodass auch unterschiedliche Schiffe und Boote gemeinsam ein- und ausgedockt werden können. Für die Marine endet damit die Phase des Dockmangels.

Zuletzt mussten Schiffe und Boote oft Monatelang auf einen Platz in einem der wenigen Docks der privaten Werften warten. FB

„Global Dream II“ wird verschrottet

Nun ist es sicher. Für den zweiten Neubau der Global-Klasse von den MV Werften gibt es keine Zukunft. Der im Dock der Warnemünder Werft der MV Werften im Dezember 2019 auf Kiel gelegte Neubau ist erst im unteren Rumpfbereich fertig. Die Maschinen und viele Anlagen waren aber bereits vor Ort.

Wie Insolvenzverwalter Christoph Morgen am Freitag bei einer Pressekonferenz mitteilte, versuche man jetzt einen Teil der Anlagen und Motoren wieder zu verkaufen. Der halbfertige Rumpf soll dann zum Schrottpreis verwertet werden.

Der Fokus des Insolvenzverwalters liegt jetzt voll auf der Global Dream, die inzwischen schwimmfähig im Dock in Wismar liegt. Die Werft in Wismar war am Donnerstag an die Kieler ThyssenKrupp Marine Systems verkauft werden. TKMS will dort ab 2024 U-Boote, Korvetten und Fregatten bauen.

Bis Ende 2023 soll das große Baudock dann frei sein. Alle Pläne zur Fertigstellung der Global Dream am Standort Wismar hätten sich zerschlagen. Es gab zwar zahlreiche Interessenten, doch 21 Wochen nach dem Start des Insolvenzverfahrens ist kein Plan mit Perspektive beim Insolvenzverwalter eingetroffen.

Der einzige echte Interessent war Stena AB aus Schweden. Zusammen mit den drei anderen Genting-Schiffen in Asien wollte Stena AB ein Kreuzfahrtprodukt aufbauen. Ende Mai ist Stena aber abgesprungen, als der ehemalige Genting-Eigner Lim Kok Thay im Mai die Gründung einer neuen Kreuzfahrtmarke in Singapur bekanntgab und gleichzeitig China kein Ende der strikten Reisebeschränkungen bekanntgab. Regulärer Kreuzfahrtverkehr ist damit in weiten Teilen Asiens auf absehbare Zeit nicht denkbar.

Zugleich entwickeln sich rund um das südchinesische Meer die Konflikte zwischen den Anrainern.

Die Global Dream ist aber genau für dieses Kreuzfahrtrevier konstruiert worden. Vor einem Einsatz in Europa oder Nordamerika müssten die Kabinen-, Decks- und das Antriebskonzept grundlegend umgestaltet werden, was ebenfalls erhebliche Investitionen mit sich bringen würde.

Die Global Dream ist inzwischen auch so weit fertig, dass sie als Anhang eines Hochseeschleppers an jeden beliebigen Ort der Welt geschleppt werden könnte. Jedenfalls wenn ein Käufer den gewünschten Betrag bezahlt, der auch die Bürgschaften des Landes Mecklenburg-Vorpommern decken soll.

Wenn sich in den kommenden Wochen kein Käufer mit einem ernsthaften Angebot findet, wird der Insolvenzverwalter die Veräußerung in einem Bieterverfahren wählen müssen. Dann dürfen auch Schiffsmakler mit Kontakt zu Abwrackwerften ihre Gebote abgeben. Der Schrottwert des Schiffes ist angesichts der gestiegenen Schrottpreise auf gestiegen. FB

Unsere Meldung vom 17. November: Disney bekommt „Global Dream“

Pressemitteilung von Disney Cruise Line vom 16.11.: Disney Cruise Line Announces Acquisition of Ship with Plans to Visit New Markets

Unsere Meldung vom 09. Juni: MV Werften: TKMS übernimmt Wismar

MV Werften: TKMS übernimmt Wismar

Die Entscheidung ist gefallen. Die Kieler Großwerft ThyssenKrupp Marine Systems übernimmt den Standort Wismar der MV Werften. Die Kieler Werft will den Standort in ihre Zukunftsplanungen einbinden. Statt Kreuzfahrern sollen dort jetzt Marine- und Spezialschiffe gebaut werden. Für 1500 der einst rund 2000 Mitarbeiter soll es so eine Zukunft geben. Eine Verlängerung der Transfergesellschaft ist bereits in Planung.

Der Vorstand der Kieler Werft TKMS will am Freitag (10.06.) weitere Details zur Übernahme geben. Mit dem Standort Wismar wird TKMS seine Position nicht nur in Deutschland weiter ausbauen. Mit 3600 Mitarbeitern ist TKMS in Kiel heute der größte deutsche Werftkonzern, gefolgt von der Meyer Werft. Weltweit hat TKMS über 6000 Mitarbeiter. 

Herzstück der Werft in Wismar ist das 340 Meter lange und 67 Meter breite Baudock, das zu den größten in Deutschland gehört. In der Bauhalle mit Dock liegt gerade das Kreuzfahrtschiff Global Dream. Es war im Auftrag des ehemaligen Werftbesitzers Genting Hongkong gebaut worden du ist zu etwa 70 Prozent fertig. Wie es mit diesem Schiff weitergeht, ist noch unklar.

Nach dem Insolvenzantrag im Januar befindet sich die Werftengruppe der MV Werften jetzt in der Abwicklung. Während in Wismar die Kieler TKMS die Führung übernimmt, wird in Warnemünde an einer Übernahme durch die Bundeswehr gearbeitet. Die Dockanlage in Warnemünde soll zukünftig durch das Marinearsenal der Rüstungsbehörde Baainbw geführt werden.  FB

MV Werften: Stena will die „Global Dream“ nicht mehr

Die Bemühungen zur Rettung der Arbeitsplätze der MV Werft in Wismar haben einen schweren Rückschlag erlitten. Nach zwei Monaten intensiver Gespräche ist der Investor für das Kreuzfahrtschiff Global Dream abgesprungen. Der schwedische Schifffahrtskonzern Stena wollte das Schiff als Kern einer neuen Kreuzfahrtmarke in Asien übernehmen.

„Wir hatten mehrere ernsthafte Interessenten für das Schiff. Am Ende haben sich die Gespräche auf einen Interessenten konzentriert, der das Schiff zusammen mit den anderen Schiffen aus der Genting-Reederei übernehmen und betreiben wollte“, so Insolvenzverwalter Christoph Morgen.

Bei dem Kaufinteressenten handelte es sich um Stena. Der schwedische Konzern wollte in Asien selbst  ins Kreuzfahrtgeschäft einsteigen. Dafür sollte die Global Dream zusammen mit den Schiffen World Dream, Genting Dream und Explorer Dream zum Einsatz kommen. Stena wollte außerdem die Vertriebsstruktur der Dream Cruises übernehmen.

Das hat aber der ehemalige Eigner der Dream Cruises, der malaysische Unternehmer Lim Kok Thay, in der vergangenen Woche erfolgreich verhindert. Lim Kok Thay gründete in Singapur die Reederei Resorts World Cruises und sicherte sich von einem Konsortium chinesischer Leasing-Banken die Genting Dream.

Dieser Schachzug habe das Interesse des Investors aus Schweden gestoppt. „Der einzige Kunde hat deshalb auch kein Interesse mehr an der Fertigstellung des Neubaus hier in Wismar“, so Insolvenzverwalter Morgen am Montag.

Auch mit den anderen Kunden, gebe es keine Perspektiven mehr. Da die Global Dream in der jetzigen Form mit ihrem Antrieb und der Ausrüstung eigentlich nur noch in Asien eingesetzt werden kann, werde es schwer, einen Käufer zu finden.  

Die Reederei Stena Line hatte im März ein Konzept präsentiert, dass auch Unterstützung der Banken und der Bundesregierung fand. Die Bauzeitfinanzierung für die Fertigstellung wurde bereits gesichert.

Doch nun ist alles wieder auf Null. Für die Belegschaft ist es ein schwerer Schlag. „Das Schlimmste was jetzt passieren kann, ist der Moment, wenn das Schiff hier rausgeschleppt wird und nicht mehr fertiggestellt wird“, sagte Daniel Friedrich von der Gewerkschaft IG Metall.

Die Gewerkschaft IG Metall und auch die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern sprachen sich für eine Verlängerung der Transfergesellschaft aus. „Es muss gelingen, die Arbeitsplätze am Standort zu sichern“, so Friedrich.

„Die Null-Covid-Politik in China ist auch für die anderen Interessenten an dem Schiff ein starker Aspekt“, so Christoph Morgen. Das Konzept von Stena Line aus Schweden sah vor, die drei aktuellen Schiffe aus der Genting-Flotte zu übernehmen und damit in China ein Kreuzfahrtprojekt aufzubauen. Zusätzlich wollte Stena die Global Dream in Wismar fertigstellen. Die Reederei kennt die Werft, da sie dort bereits die Jumbo-Fähren Stena Hollandica und Stena Britannica gebaut hat.

Diese Planungen wurden aber am Freitag komplett aufgegeben. Die Null-Covid-Politik in China zusammen mit der Abschottung des Landes erlaubt auch auf absehbare Zeit keine Planungen für ein Kreuzfahrtprojekt.

Für die Übernahme der Werft in Wismar durch die Kieler Werft TKMS gibt es eine Bedingung.

„TKMS möchte hier in Wismar Schiffe bauen. Dafür braucht man eine leere Halle“, so Christoph Morgen. Jetzt will der Insolvenzverwalter ein Konzept ausarbeiten, die Werft „benutzbar zu liefern“ und dazu gehöre ein leeres Dock.

Der zu 75 Prozent fertiggestellte Kreuzfahrtneubau Global Dream soll nun noch einmal an Interessenten angeboten werden, die das Schiff in Wismar abholen und anderswo fertig bauen lassen. Ziel sei es, bis Ende 2023 das Dock leer zu haben. Danach könnte TKMS dort mit dem Bau von U-Booten, Fregatten oder Spezialplattformen zu beginnen. Dafür sollen 900 bis 1500 Mitarbeiter in Wismar erhalten bleiben.

Im Moment droht 1500 Mitarbeitern der MV Werft in Wismar am 1. Juli der Gang zum Arbeitsamt. Die Transfergesellschaft endet zum 30. Juni. Die Verlängerung der Transfergesellschaft war an den Auftrag der Stena Line gebunden. Dieser Traum ist jetzt geplatzt. FB