Schlagwort: MV Werften

MV Werften optimistisch: „Der asiatische Markt braucht Schiffe“

Die weltweit anlaufende Reaktivierung von immer mehr Kreuzfahrtschiffen lässt nicht nur die Destinationen, sondern auch die in diesem Bereich tätigen Schiffbauer auf eine Erholung der Branche hoffen. „Der asiatische Markt braucht Schiffe“, wird eine Einschätzung des MV Werften-Geschäftsführers Peter Fetten vom 20. Juli zitiert. Nach der kürzlich erfolgten Ablieferung des vom MV Werften-Standortes Stralsund abgelieferten 20200-BRZ-Expeditionskreuzers Crystal Endeavor konzentriere man sich derzeit Zeit auf die Fertigstellung der Global Dream.

Peter Fetten

Wie berichtet, hatte ein Brand am 9. Juli im Kabinenbereich des am 11.09.2018 im Dock des Standortes Warnemünde auf Kiel gelegten und seit Ende November 2019 in der Schiffbauhalle des MV Werftbetriebes in Wismar seiner Komplettierung entgegengehenden 208 000-BRZ-Neubaus glücklicherweise schnell gelöscht werden können. Das für eine Tochter der Genting Hongkong-Gruppe in Bau befindliche und für den asiatischen Markt bestimmte Typschiff der Global-Klasse, das für bis zu 9500 Gäste in 2500 Kabinen ausgelegt ist, sollte ursprünglich Ende 2020, dann 2021 geliefert und nach letzten Planungen nunmehr Mitte nächsten Jahres als grösstes bisher in Deutschland erbautes Kreuzfahrtschiff in Fahrt kommen. An das vom MV Werften-Betrieb in Rostock-Warnemünde zugelieferte 216 m lange Mittelschiff sind in der Halle in Wismar bereits die Bug und Hecksektion sowie die drei Azipod-Antriebe angesetzt worden. Auch der Innenausbau des jetzt 342 m langen, 46 m breiten und über 20 Decks verfügenden Neubaus, dessen Kontraktpreis einst mit 1,5 Mrd. Euro beziffert wurde, ist in vollem Gange. Nach 14-monatigen pandemiebedingten Herausforderungen und vorübergehender Einstellung der Arbeiten hatte MV Werften erst am 3. Juni die Kreditzusage des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) erhalten, die zusammen mit anderen Hilfsmaßnahmen dazu beitragen soll, die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen umzusetzen und u.a. den Weiterbau der Global Dream zu sichern.

Baudock mit „Gobal 2“ gut gefüllt: MV Werften-Standort Warnemünde. Foto: Jens Meyer

Für Werftmanager Fetten ist auch der Weiterbau des noch namenlosen Global Dream-Schwesterschiffes mit dem Arbeitsnamen Global 2 in den die Werftmutter Genting bereits „mehrere 100 Millionen Euro“ investiert habe keine Illusion. Er sei vielmehr Teil der Marktstrategie von Genting und damit die Lebensader von MV Werften. Mit seiner Fertigung war bereits im September 2019 in Rostock-Warnemünde begonnen worden, die dann pandemie- und finanzierungsbedingt abgebrochen wurde. Inzwischen sei das dortige Baudock gut gefüllt voraussichtlich noch vor der Bundestagswahl würden Entscheidungen im Rahmen der derzeit mit den Banken laufenden Verhandlungen getroffen. JPM

Spannend wie ein Krimi: Und Tschüss, „Crystal“!

An Bord des Stralsunder „Traumschiffes“ hautnah dabei

Wer am 10. Juli gegen Mittag an der ehemaligen Volkswerft vorbeigekommen ist, wird sich gewundert haben: Was ist denn da los? Wo es sonst eher ruhig zugeht. Jetzt fällt Peer Schmidt-Walther hier ein ziemliches Gewusel auf.

Autos fahren rein und raus, Frauen und Männer aller Altersgruppen, Kinder. Kontrolliert wird nur sehr oberflächlich, denn man kennt sich anscheinend. Werft-Mitarbeiter und ihre Angehörigen. Alle wollen nur eins: das „Traumschiff“ sehen, wenn es ausläuft.

Da kommt ein Radfahrer mit Warnweste und Rucksack angestrampelt. „Klaus-Peter Wegner“, stellt er sich vor, „ich bin einer der beiden Lotsen. Über 130 Meter Schiffslänge müssen wir zu zweit fahren“. Sein Kollege Jens Hahn wartet schon am Gate. Ob er das Fahrrad mit aufs Gelände nehmen dürfe, fragt Wegner freundlich den Sicherheitsmann. „Nein!“, kommt es barsch zurück. Warum? „Das ist wegen der Vorschrift!“ Der Hinweis auf die ein- und ausfahrenden PKW verfängt nicht. Also geht’s zu Fuß über das weitläufige Gelände.

Schnell noch ein Blick in die große Schiffbauhalle. Da liegen schon Teile der geplanten Crystal Endeavor-Nachfolgerin: Maschinen, Bugstrahlruder und viele weitere Bauteile. Vor einem Getränkewagen steht Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow. Ob er noch bis zum Auslaufen bleibe? „Ich muss gleich zu meinen Werftarbeitern“, meint er nur knapp und ist auch schon entschwunden.

Foto: Christian Rödel

Hoch oben fällt ein über die ganze Schiffslänge gespanntes Abschieds-Spruchband auf: „WE EXPLORE THE WORLD – STRALSUND’S ENDEAVOR“. Frei übersetzt: „Wir entdecken die Welt mit Stralsunds ´Endeavor`“. Auf der Pier drängeln wir uns durch eine herumwuselnde Menschentraube und Berge von Verpackungsmaterial, vor dem Eingang zum Schiff Sicherheitskontrollen, an der Seitenpforte Temperaturmessung, Abgleich anhand der Mitfahrerliste. Maske auf und los. Nur wohin? Keiner weiß Bescheid, bis ein Crewmitglied den Weg zum Fahrstuhl weist: „Bis auf Deck 7, dann noch zwei Treppen“. Die Wände sind noch unverkleidet, mehrfarbige Rohstränge verlaufen sichtbar aus der Höhe in die Tiefe. „´N neues Schiff eben“, meint Jens trocken, „das ist doch normal“.

Wir erreichen endlich die Brücke. „Willkommen im Raumschiff ´Enterprise`!“ grinst Klaus-Peter, „das ist ja Futurismus pur!“ Der finnische Kapitän Jan Rautawaara kommt auf uns zu: „Willkommen an Bord!“ Er hat sich aus einer Gruppe Techniker gelöst, die mit Papieren und Messgeräten herumlaufen, um letzte Einstellungen vorzunehmen.

Es wird spannend

Die beiden Lotsen packen ihre Laptops aus und machen sich mit der hypermodernen Navigationstechnik vertraut. In einer halben Stunde soll es losgehen. Ein Werftkran hebt gerade eine schwere Palette an und setzt sie an Bord ab. Anscheinend gibt es noch mehr zu verladen.

Der Kapitän blickt skeptisch auf seine Uhr: „14 Uhr schaffen wir nicht, wird wohl 15 Uhr werden“. Es wären noch dringend benötigte Ausrüstungsgegenstände zu laden, die gerade erst angekommen seien, lautet die Begründung. Die Zeit läuft. Kollegen, die mit Booten am Schiff auf und ab fahren, rufen ganz nervös an: „Wann geht´s denn endlich los? Warum dauert das? Wir haben noch andere Termine!“ Lakonischer Kapitäns-Kommentar: „Es wird spannend!“ Aber er bleibt die Ruhe selbst, ein echter Finne eben: „Unsere ´Crystal` will noch nicht weg aus Stralsund!“

Foto: Peer Schmidt-Walther

Auch 15 Uhr verstreicht, ohne das etwas passiert. Der Schlepper Fairplay 20 hat vorn schon angespannt. Immer noch schwingt der Kran Ladung herüber. Die Kollegen-Anrufer werden hektischer: „Was ist denn bei euch los?“ „16 Uhr“ heißt dann die endgültige Parole. Um 15.30 Uhr meldet Lotse Jens Hahn das Schiff bei Stralsund traffic ab. Colin Au, der Vertreter der Eigner-Familie Tan Sri Lim aus Malaysia, tritt schon im Kreis des beiden Werft-Chefs unruhig von einem Bein aufs andere. 15.55 Uhr, englisch-deutsche Durchsage des Kapitäns: „Danke an alle für dieses wunderschöne Projekt!“ 16 Uhr, endlich das ersehnte Kommando: „Leinen los und ein!“ Über die Bordlausprecher tönt Placido Domingo mit dem „Traumschiff“-Abschiedssong: „What a wonderful world, what a wonderful life…“ Fairplay 20 taut an. Alle zucken zusammen, als plötzlich das gewaltig stimmkräftige Typhon losdröhnt: dreimal lang – und Tschüss Stralsund! Viele Arme winken auf der Pier und gegenüber am Nautineum, wo etliche Stralsunder auf den Moment gewartet haben. „She is moving“, meldet die Zweite Offizierin, dass Crystal Endeavor sich von der Pier wegbewegt. Der Auslauf-Krimi ist anscheinend zu Ende. Vor dem Schlepper sorgt ein Boot der Wasserschutzpolizei für den nötigen Abstand der Begleitboot-Armada.

Foto: Peer Schmidt-Walther

6-Sterne-Lotsen-Essen

Rückwärts schleicht der 20.000-Tonner, der mit 450 Millionen Euro Baukosten, pro Kabine zwei Millionen, als das teuerste Kreuzfahrtschiff der Welt gilt, bis zum Becken des Südhafens. Fairplay 20 zieht die hohe Schiffsnase behutsam in die Ziegelgraben-Fahrrinne. „Beginn der Seereise“, notiert der Erste Offizier und meldet, dass die Tonne an Steuerbord frei kommt.

Noch einmal drei sehr lange, tiefsatte Typhondröhner. Winken hin- und herüber. Als der Schleppzug die Kurve vor Devin und die Rügensche Spitze Steinort passiert hat, entschwindet die Stralsund-Kulisse hinter dem Küstenwald. Die Crew schießt letzte Fotos, auch viele Seh-Leute auf dem Steilufer von „Höhe 23“. Dann kehrt wieder Arbeitsalltag ein, denn bis zum Start mit Passagieren am 17. Juli in Reykjavik auf Island gibt es noch jede Menge zu tun für Crew und Handwerker. Sie haben alle freien Kabinen belegt. „Mal sehen, wo ich heute schlafen kann“, fragt sich der Kapitän, dessen Kabine noch hergerichtet werden muss.

Auf der Brücke gespannte Aufmerksamkeit. „Ninety!“, befiehlt Lotse Klaus-Peter, während die Zweite am Ruder sitzend die Order wiederholt. „Starbord twenty!“ Harte Kursänderung auf die Hochspannungsleitung Prosnitzer Schanze – Niederhof zu. Mit der Leitungshöhe gibt es zum Glück keine Probleme. Mit 13 bis 14 Knoten geht die Reise durch den schmalen Strelasund, bis Palmer Ort, die Südwestspitze Rügens am Eingang zum Greifswalder Bodden erreicht wird. „Keine Palmen?“, fragt jemand im Spaß, „aber eine wunderschöne Ecke“, antwortet Lotse Hahn.

19.40 Uhr: Das Ende der schlauchartigen Landtiefrinne naht nach rund 25 Seemeilen. Auch das leuchtend rote Lotsenboot von Freest. Ob wir noch etwas essen möchten?, fragt Kapitän Rautawaara. Aber gern! Carpaccio und Lammfilet stehen auf der 6-Sterne-Speisekarte. Wir genießen das „beste Essen, das es je während einer Lotsreise gab, sogar mit Silberbesteck und Damastservietten“, strahlt Wegner mit Blick auf den Südperd im Sonnenuntergang, „fast schon kitschig dieses romantische Brücken-Menü, fehlt nur noch ein kühles Glas Weißwein“.

Bei der Schiffsbeurteilung bleibt er nüchtern, meint aber trotzdem enthusiastisch: „Ein echter nautischer Mercedes, technisch einwandfrei, einfach optimal.“ Den Kapitän freut’s: „Das wird noch mal ein echter Hammer, dieser Dampfer!“

„Tschüss und gute Reise!“ wünscht man sich gegenseitig, „bis zum nächsten Mal, aber dann mit Gästen!“

Kurs Island: Crystal Endeavor verlässt Deutschland

Crystal Cruises neues Expeditionsschiff, die Crystal Endeavor, ist heute vom MV Werften-Standort Stralsund Richtung Island aufgebrochen. Dort beginnt am 17. Juli die Jungfernfahrt.

Foto: Christian Rödel

Pressemitteilung der MV WERFTEN:

„Crystal Endeavor“ verlässt MV WERFTEN Stralsund

Das Luxus-Expeditionsschiff ist nun auf dem Weg nach Island.

Laut ertönte das Typhon mehrere Male über den Strelasund – ein letzter Gruß der „Crystal Endeavor“ an die Hansestadt. Um 16 Uhr verließ sie MV WERFTEN Stralsund, den Ort, an dem sie entworfen und gebaut wurde, mit Kurs auf Island und ihre erste Reise in das Land von Feuer und Eis. Zahlreiche Stralsunder Mitarbeiter samt Familien winkten „ihrem“ Schiff von der Kaikante zum Abschied zu. Zudem hatten sich Hunderte Schaulustige – Einheimische wie Touristen – entlang des Strelasunds versammelt, um der Expeditions-Megayacht auf Wiedersehen zu sagen.

Foto: MV Werften

Die „Crystal Endeavor“ wurde seit 2018 in Stralsund gebaut. Vor zwei Wochen, am 26. Juni, erfolgte die Taufe durch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Der Flaggenwechsel und die Übergabe an die Luxus-Reederei Crystal Expedition Cruises fanden am 29. Juni statt. Sie ist die größte und geräumigste Luxus-Expeditionsyacht der Welt. Die „Crystal Endeavor“ ist mit 20.200 BRZ vermessen, 164,50 Meter lang und 23,40 Meter breit. Ihren maximal 200 Passagieren bietet sie ein 1:1-Crew-Gast-Betreuungsverhältnis und zeichnet sich durch höchste Sicherheits- und technische Standards aus.

Thomas Beyer, Bürgermeister der Hansestadt Wismar, Harry Glawe, Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern und Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow. Foto: MV Werften

„Der heutige Tag ist ein besonderer Meilenstein für Crystal, denn unsere neue, hochmoderne Expeditionsyacht ‚Crystal Endeavor‘ sticht von MV WERFTEN in Stralsund nach Island in See. Sie setzt einen neuen Standard als das leistungsstärkste und luxuriöseste Expeditionsschiff der Branche“, sagte Jack Anderson, Präsident von Crystal Cruises. „Wir möchten allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von MV WERFTEN für ihre Partnerschaft und ihre kompromisslose deutsche Ingenieurskunst und Designexzellenz beim Bau dieser einmaligen neuen Polar-Yacht danken.“

Foto: MV Werften

Die „Crystal Endeavor“ wird am 15. Juli im isländischen Reykjavík eintreffen. Dort startet am 18. Juli, nach einer Übernachtung in der Hauptstadt, die Jungfernfahrt der Expeditionsyacht. Zukünftige Fahrten werden sie u. a. in die Arktis, Antarktis, nach Norwegen, Argentinien und Südafrika führen.

Text: PM MV WERFTEN

MV Werften: Feuer auf „Global Dream“-Neubau schnell gelöscht

Ein Feuer auf dem seit Ende November 2019 in der Schiffbauhalle des MV Werftbetriebes in Wismar seiner Komplettierung entgegengehenden 208 000-BRZ-Kreuzfahrtschiff-Neubaus Global Dream konnte heute Vormittag schnell gelöscht werden. Verletzte waren glücklicherweise nicht zu beklagen.

Wie Werft-Sprecher Stefan Sprunk erklärte, war der Brand am Morgen in einer der 2500 Kabinen des für bis zu 9500 Gäste ausgelegten Typschiffes der Global-Klasse ausgebrochen. Die Betriebsfeuerwehr und mehrere Wehren aus Wismar waren im Einsatz. Der Brand sei sehr schnell geortet und nach einer Stunde komplett gelöscht gewesen. Die Brandursache war bei Redaktionsschluss noch unklar, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Angeblich hatte eine in der Nähe der Kabine platzierter Behälter mit Dämmstoffen zu schwelen begonnen, woraufhin die Mitarbeiter vorsorglich evakuiert wurden. Die Schadenshöhe konnte der Sprecher noch nicht beziffern, sie soll aber „sehr gering“ und in wenigen Tagen wieder aufholbar sein.

Foto: enapress.com

Der für eine Tochter der Genting Hongkong-Gruppe in Bau befindliche und für den asiatischen Markt bestimmte Neubau sollte nach letzten Planungen im Sommer nächsten Jahres als größtes bisher in Deutschland erbautes Kreuzfahrtschiff abgeliefert werden. An das vom MV Werften-Betrieb in Rostock-Warnemünde zugelieferte 216 m lange Mittelschiff sind in der Halle in Wismar bereits die Bug- und Hecksektion angesetzt worden und der Innenausbau des jetzt 342 m langen, 46 m breiten und über 20 Decks verfügenden Neubaus sind in vollem Gange.

Nach 14-monatigen pandemiebedingten Herausforderungen und vorübergehender Einstellung der Arbeiten hatte MV Werften erst am 3. Juni die Kreditzusage des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) erhalten, die zusammen mit anderen Hilfsmaßnahmen dazu beitragen soll, die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen umzusetzen und die Komplettierung des am 26. Juni von MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am Produktionsstandort Stralsund getauften und inzwischen abgelieferten Luxus-Expeditionskreuzer Crystal Endeavor – das rd. 350 Mio. Euro teure 20200-BRZ-Schiff soll am Sonnabend seine Bauwerft im Rahmen eines internen Festaktes für die Mitarbeiter verlassen und zur Einschiffung der ersten Passagiere für die Jungfernreise Kurs auf Island nehmen – sowie den Weiterbau der Global Dream zu sichern.

Foto: enapress.com

Obwohl es bereits Interessenten für das ursprünglich geplante zweite Schiff der Endeavor-Klasse gibt („an Bord“ Newsletter vom 26. Juni), hat der Job-Abbau bei MV Werften bereits begonnen: Die ersten 650 Mitarbeiter, die im August in eine Transfergesellschaft wechseln sollen, wurden Anfang Juli informiert. Betroffen sind in Stralsund rd. 300, in Rostock-Warnemünde rd. 220 und am Standort Wismar rd. 100 Mitarbeiter. Für die restlichen 2000 Beschäftigten soll bis Ende des Jahres Kurzarbeitsgeld gezahlt werden. Wie es danach weitergehen soll, bleibt offen, wenn nicht ausreichende Anschlussbeschäftigung gefunden werden kann. Denn auch die Endfinanzierung und damit der Weiterbau des noch namenlosen Global Dream-Schwesterschiffes mit dem Arbeitsnamen Global 2 ist keineswegs gesichert. Mit seiner Fertigung war bereits im September 2019 in Rostock begonnen worden, die dann pandemie- und finanzierungsbedingt abgebrochen wurde. JPM


Update vom 09.07.21, 17:00 Uhr

Schwelbrand auf Genting-Neubau

An Bord des Genting-Neubaus Global Dream hat es einen Feuerwehreinsatz gegeben. Am Freitagmorgen um 8.30 Uhr löste die Werksfeuerwehr der MV Werft in Wismar Alarm aus. In der Deckenkonstruktion einer Kabine auf Deck 13 ist es nach Mitteilung der Wasserschutzpolizei Wismar zu einem Schwelbrand mit starker Rauchentwicklung gekommen.

Zur Brandbekämpfung wurden in der großen Schiffbauhalle neben der Werksfeuerwehr auch Kräfte der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr Wismar eingesetzt. Für die Eingrenzung des Brandschadens mussten Teile der Deckenkonstruktion wieder geöffnet werden. Es gelang den Einsatzkräften aber, das Feuer an einer Ausbreitung auf andere Kabinenbereiche oder Decks zu hindern.

Durch den Brand waren Teile des betroffenen Decks stark verqualmt und mussten durch die Feuerwehr belüftet werden. Durch die schnelle Evakuierung der Bereiche gab es keine verletzten Mitarbeiter durch Rauchgase, so die Wasserschutzpolizei.

Die Ermittlung der Brandursache hat die Kriminalpolizei übernommen. Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest.

Der Neubau Global Dream ist das erste von zwei 342 Meter langen Kreuzfahrtschiffen von den MV Werften für den Genting Konzern. Die Auslieferung der Global Dream ist für das kommende Jahr geplant. Das Schwesterschiff liegt derzeit im Rohbau im Dock des MV-Standorts Warnemünde.  FB

Erste Impressionen von der Taufe der Crystal Endeavor

News: 2. Endeavor-Schiff für Waldorf Astoria?

Pressemitteilung von MV Werften zur Taufe: Luxusschiff mit Eisklasse: „Crystal Endeavor“ feierlich in Stralsund getauft

Taufpatin Manuela Schwesig und MV Werften-Chef Peter Fetten, Foto: enapress.com
Foto: enapress.com
Manuela Schwesig, MP Mecklenburg-Vorpommern und Taufpatin der Crystal Endeavor und Bundesminister für Wirtschaft & Energie Peter Altmaier Foto: enapress.com
Colin Au, Group-President Genting Hongkong, Foto: enapress.com
Foto: enapress.com
Foto: enapress.com

Alle Fotos: ENAPRESS.COM

MV WERFTEN erhält Kreditzusage des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF)

Expeditionsschiff Crystal Endeavor vor Übergabe im Juni, Fertigung Global Dream wird fortgesetzt

Pressemitteilung

In den letzten Monaten hat MV WERFTEN, gemeinsam mit den Vertretern des Bundes, des Landes und dem Gesellschafter, die Möglichkeiten für Überbrückungskredite aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes diskutiert und die Rahmenbedingungen verhandelt. Am heutigen Donnerstag ist nunmehr eine positive WSF-Entscheidung gefallen. Carsten J. Haake (Managing Director MV WERFTEN, CFO): „Wir freuen uns über das Ergebnis und bedanken uns ausdrücklich bei den Ministerien des Bundes und des Landes, der KfW und den Banken für ihr Engagement und auch für die harten, aber fairen Verhandlungen der letzten Monate. Der Dank gilt ebenso unserem Gesellschafter, der uns vertraut und hinter uns steht.“

Foto: MV Werften

Ausgehend von der vollständigen Entscheidung vom Hermes bezüglich Bundesdeckung für die Endfinanzierung von Endeavor, sowie der Gewährung der WSF-Mittel, werden dann die Restrukturierungsmaßnahmen auf Basis des verhandelten Transfertarifvertrages umgesetzt.

Peter Fetten äußert dazu „Wir haben die Corona-Krise bislang bestmöglich gemeistert, ein herzlicher Dank gilt unseren Kolleginnen und Kollegen – ausnahmslos allen. Mit unserem Gesellschafter an der Seite, werden wir als Werftengruppe nun zunächst mit einem kleineren Team unsere Aufträge erfüllen und weiter Schiffe entwickeln und bauen.“ Carsten J. Haake ergänzt „Geschäftsführung und Gesellschafter bemühen sich parallel um die Finanzierung weiterer Schiffbauprojekte, um die Anschlussbeschäftigung sicherzustellen.“

Nach herausfordernden 14 Pandemie-Monaten und damit verbundenem corona-bedingten Stillstand in der Kreuzschifffahrt und im Schiffbau, gibt es Indikatoren für eine Normalisierung und damit einer Rückkehr zu gewohnt effizienter Fertigung. Aktuelle Fortschritte beim Impfen in Europa und in Deutschland bringen Lieferketten wieder auf einen Just-in-time-Modus. Zudem ist eine Erholung des Reisemarktes zu verzeichnen. Die Buchungszahlen der Kreuzfahrtreedereien steigen und zeigen schon heute eine Nachfrage nach sicheren Schiffsreisen. Peter Fetten dazu „Wir blicken optimistisch und zuversichtlich in die Zukunft. Wir werden weiterhin innovative und vor allem sichere Schiffe bauen.“

Text: PM MV Werften

„Crystal Endeavor“ zur zweiten Probefahrt ausgelaufen

Stralsunder Schiffbau-Spitzenprodukt wird einem zweiten Härtetest unterzogen

Punkt 15 Uhr: Einmal lang heulte das Typhon der Crystal Endeavor am 20. Mai über das Gelände der MV Werft. Die Vor- und Achterleinen klatschten ins Sundwasser. Das waren quasi die Signale zum Beginn der zweiten Probefahrt des 165 Meter langen und 23 Meter breiten 20.000 BRZ-Expeditionskreuzfahrtschiffes der Reederei Crystal Cruises. Sie war im August 2018 auf Kiel gelegt worden und damit der erste Neubau nach der Übernahme durch die asiatische Genting-Gruppe. Sie gilt als die größte Megayacht der Welt mit Eisklasse Polar PC 6. Zum Vergleich: Die Stralsunder Gorch Fock (I) bringt es auf nur 1330 Tonnen und ist mit 82 Metern nur halb so lang, mit zwölf Metern Breite nur halb so breit wie der Kreuzfahrer, der insgesamt aber 15 mal größer ist. Nur in der Höhe zwischen 35 und 42 Metern nehmen sie sich nicht viel.

Auf der Brücke wird Werft-Kapitän Mario Schmidt während der vierstündigen Revierfahrt bis zum Landtief, der Nordansteuerung zum Greifswalder Bodden, beraten von dem Stralsunder Seelotsen Rocco Staker und einem Rostocker Kollegen. Zur Sicherheit ist am Heck der Lübecker Schlepper Carl angespannt.

Foto: Peer Schmidt-Walther

Größte je in Stralsund gebauten Schiffe waren übrigens die drei „Container-Fregatten“ der „Maersk-Boston-Klasse“: 294 Meter lang, 32,20 Meter breit, 55 Meter hoch und vermessen mit 53.701 BRZ. Sie sind darüber hinaus die schnellsten Containerschiffe der Welt mit 31 Knoten Geschwindigkeit. Im Vergleich: Sie sind gut zweieinhalb Mal größer als die Crystal Endeavor und vierzig Mal größer als die Gorch Fock (I).

Seitdem das elegante 350-Millionen-Luxus-Schiff am 21. Dezember 2019 ausgedockt worden ist, wurde noch mit Hochdruck an dem luxuriösen Innenausbau gearbeitet, weil schon ab August 2020 die erste Reise starten sollte. Arbeiter und Spezialisten von Firmen aus ganz Europa, darunter Italien, Polen, China, Rumänien, Russland usw. sind bis her daran beteiligt gewesen.

Noch bevor die Corona-Quarantäne für Heimkehrer oder Urlauber beschlossen wurde, fuhren diese rund 800 externen Mitarbeiter zurück in ihre Heimatländer. Bis Oktober, so hieß es aus Werftkreisen, sollen die Arbeiten ruhen, zumal die Arbeiten meistens von Teams mit engem Kontakt untereinander verrichtet werden müssen. Auch die körperliche Nähe in der Kantine hätte eine Ansteckung beschleunigen können. Daraufhin wurde von der Werftleitung die Reißleine gezogen.

Bereits im Januar 2021 sollte dann die erste Eisfahrt ins antarktische Rossmeer beginnen, die schon sehr schnell mit 200 Passagieren, die von 200 Crewmitgliedern betreut werden sollen, komplett ausgebucht war.

Darüber hinaus ist geplant, Regionen anzulaufen, die zu den entlegensten der Erde gehören. Zwei Hubschrauber und ein U-Boot werden dabei völlig neue Perspektiven und Eindrücke bieten. Alles unter dem Motto: zwischen Abenteuer und Luxus. Die Gäste sind ausschließlich in 100 Suiten von bis zu 105 Quadratmetern untergebracht, für die pro Person 25.000 Dollar hingeblättert werden müssen.

Am 5. März ging das Schiff auf die erste Probefahrt. Die führte sie wie jetzt auch in das Seegebiet östlich der dänischen Ferieninsel Bornholm. Wegen der für die Ostsee relativ großen Wassertiefe von 100 Metern ist das Seegebiet besonders gut geeignet für Ankermanöver. Zwischen Sassnitz und Bornholm werden dann Geschwindigkeits- und Manövertests vorgenommen. Das hat schon seit Bestehen der Volkswerft Tradition. Jedes abgelieferte Schiff musste dort auf Herz und Nieren getestet werden, eh es an den Eigner abgeliefert werden konnte.

Die Taufe des ersten Schiffes – ein zweites dieser Klasse ist geplant, die Realisierung aus finanziellen Gründen noch offen, aber ein Interessent in Sicht – ist für den 17. Juli im isländischen Reykjavík vorgesehen. Unmittelbar danach soll es mit amerikanischen Gästen auf die zehntägige Jungfernfahrt gehen. Die Crystal Endeavor wird auf seinen ersten Reise Island umrunden und dabei auch über den Polarkreis in die Arktis vorstoßen.

Am Sonntag soll gegen elf Uhr wieder am Ausrüstungskai der MV Werft Stralsund festgemacht werden. Eine gute Gelegenheit für Schiffsfotografen am Pfingstsonntag. PSW

Crystal Endeavor auf erster Probefahrt

Erleichterung bei den Managern der in schwerer See dümpelnden MV Werften des Genting-Konzerns. Die ursprünglich für Anfang 2020 geplante und mehrfach verschobene Ablieferung des vom MV Werften-Betrieb in Stralsund für die Genting-Tochter Crystal Expedition Cruises erbauten ersten Expeditions-Luxuskreuzers, der im August 2018 auf Kiel gelegten und am 21. Dezember 2019 zu Wasser gebrachten Crystal Endeavor, könnte möglicherweise Ende Mai dieses Jahres erfolgen. Heute morgen gegen 09.00 Uhr hat der mit rd. 20 000 BRZ vermessene Neubau den Ausrüstungskai seiner Bauwerft zur ersten von mehreren betriebsinternen Probefahrten in Begleitung der Schlepper Fairplay 25 und Fairplay XII verlassen, von der er am Sonntag zurückerwartet wird. Im April soll nach dem erforderlichen Krängungstest auch die offizielle See-Erprobung beginnen. Der im Zuge der finanziellen Engpässe im vergangenen Jahr erfolgte Verkauf des Neubaus für rd. 350 Mio. Euro an eine Leasinggesellschaft einschl. einer Rückcharter mit Kaufoption war Ende letzten Jahres rückwirkend zum 1.1.2020 rückabgewickelt und die Finanzierung auf eine neue Basis gestellt worden. Bei dem 165 m langen und 23 m breiten Neubau handelte es sich um eines der weltweit größten und luxuriösesten polartauglichen Expeditionskreuzer. Das über 100 Suiten zwischen 28 und 105 qm verfügende Schiff, das die Vorschriften für die Polar-Klasse 6 erfüllt, wird mit sechs Restaurants, Helikopter und Mini-U-Boot ausgestattetet. JPM

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com