Schlagwort: Neubau

Luxus und Leidenschaft

Nicht weniger als den „Luxus perfektionieren“ will Regent Seven Seas Cruises mit ihrem sich seit Anfang Februar bereits in strahlend weißem Farbkleid am Ausrüstungskai der Fincantieri-Werft in Ancona präsentierenden jüngsten Neubau, der SEVEN SEAS SPLENDOR. Jens Meyer berichtet.

Schon während der Zeit in der Werft steht ihr dabei eine Frau zur Seite, die für die Umsetzung dieses Anspruches nicht nur prädestiniert scheint, sondern auch als Kapitänin der SEVEN SEAS SPLENDOR Branchengeschichte schreiben könnte.
„Es ist schon lange meine Leidenschaft, die Welt zu entdecken und Schiffscrews zu leiten und ich genieße es, diese Begeisterung mit allen zu teilen, die mit uns reisen“, sagt die aus Livorno stammende und mit ihrem Mann auf der kroatischen Insel Korčula lebende Serena Melani. Sie arbeitete einen Großteil dieses Jahres mit den Ingenieuren und Designern in Ancona zusammen, um sicherzustellen, dass auch aus Kapitänssicht Form und Funktion des Neubaus perfekt sind. Denn am am 7. Februar 2020 soll er unter ihrem Kommando zur schon jetzt fast ausgebuchten 15-tägigen Jungfernreise von Barcelona nach Miami ablegen. „Kapitänin Melani hat sich als Vorreiterin in der Schifffahrt und Kreuzfahrtindustrie ausgezeichnet. Sie ist ein internationales Vorbild und wird sowohl von unseren Gästen als von unseren Crews bewundert. Wir sind stolz darauf, sie als erste Frau der Branche mit der Übergabe eines Neubaus zu betrauen und freuen uns auf ihre künftigen Erfolge mit der SEVEN SEAS SPLENDOR“, sagt Reedereichef Jason Montague über die 45-jährige Frau, die sich in ihrer fast 30-jährigen Karriere schnell zu einer Führungspersönlichkeit entwickelt hat. Ihre Laufbahn auf See starte sie schon mit 16 Jahren, als sie neben der Schule als Kadett auf Frachtern im Thyrrenischen Meer unterwegs war. Nach dem Abschluss-Examen am Nautical Collage 1993 übernahm sie als einer der wenigen Frauen leitende Positionen auf Tankern und Frachtern, bevor sie 2010 zu Regent wechselte, wo sie auf allen vier in Fahrt befindlichen RSSC-Schiffen Dienst tat. Nach verschiedenen Offizierspositionen auf der SEVEN SEAS VOYAGER wurde sie ab 2016 als erste Kapitänin der Luxusreederei auf der SEVEN SEAS EXPLORER, SEVEN SEAS MARINER, SEVEN SEAS NAVIGATOR eingesetzt.

Ihr in neun Monaten unter der Flagge der Marshall Islands in Fahrt kommendes neues „Baby“, das am 28. Juni 2018 als Bau-Nr. 6281 auf Kiel gelegt worden war, wird nach Reedereiangaben mit der 412 Quadratmeter großen Regent Suite auf Deck 14 die größte und eleganteste Suite erhalten, die jemals auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff realisiert worden ist. Auch der über einen eigenen Poolbereich verfügende 120 Quadratmeter-Balkon soll neue Maßstäbe setzten. Auf dem rund 500 Mio. Dollar teuren Luxuskreuzer, bei dem es sich um einen optimierten Nachbau der 2016 vom Fincantieri-Werftbetrieb in Genua abgelieferten Typschiff SEVEN SEAS EXPLORER handelt und dem 2023 noch ein drittes Schiff dieser Klasse folgen soll, werden auf den 10 Passagierdecks mehr als 4 200 Quadratmeter italienischer Marmor verlegt. Darunter auch in allen Badezimmern der insgesamt 375 Balkonsuiten 15 verschiedener Kategorien zwischen 28 und 412 Quadratmeter für maximal 750 Gäste. Die gesamte Balkonfläche des 224 Meter langen und mit rund 55200 BRZ vermessenden Schiffes beläuft sich auf fast 4380 Quadratmeter. 500 Kristall-Kronleuchter sowie speziell in Auftrag gegebene Kunstwerke sollen besondere Akzente setzen, wobei die an einen englischen Garten erinnernde Observation Lounge ein Highlight darstellen wird. Ihr Herzstück ist ein überwältigender Kronleuchter aus handbemalten Porzellanblumen und Pfingstrosen.

Fotos: Regent Seven Seas Cruises, enapress.com

Modernes Design und lokaler Touch

Celebrity Cruises bietet seit 16 Jahren Fahrten zwischen den Galapagos-Inseln an. Nun wurde ein Neubau für dieses Gebiet gebaut, der doppelt so viel Platz an Bord bietet und mit modernster Technik arbeitet. Michael Wolf schaute sich die fast fertige Celebrity Flora auf ihrer Bauwerft in Rotterdam an.

Ein steiler Bug, schöne Formen – die neue Celebrity Flora präsentiert sich in der De Hoop-Werft in Rotterdam wie ein kleiner klassischer Oceanliner. Dabei hat dass Schiff mit seinen 5 739 BRZ gerade mal die Dimensionen einer Megayacht und würde in Cannes oder Monte Carlo im Kreis der dort dümpelnden Luxus-Yachten nicht großartig auffallen.
Genau dieses Yacht-Feeling sei gewünscht, so Lisa Lutoff-Perlo, die Chefin von Celebrity Cruises.

Während die Arbeiter noch scharenweise am und im Schiff arbeiteten, konnten sich bei einem Event auf der Werft Vertreter von Presse und Vertriebspartnern einen ersten Eindruck vom Schiff verschaffen.
Optisch ganz besonders: die Marina mit der gleichzeitigen Anlegemöglichkeit für zwei große Zodiacs, sowie die Penthousesuiten oben am Heck mit ihren geschwungenen Fensterfronten und Balkonen.
In der Discovery Lounge findet man nicht nur lokales Design wie originelle Sitzmöbel, sondern auch den größten Screen, der auf den Galapagosinseln eingesetzt wird. Hier finden die Vorträge und Präsentationen der Lektoren statt. Das mittig gelegene Seaside-Restaurant bietet enorm viel Platz, alle Fischspezialitäten und Meeresfrüchte sollen hier aus heimischen Gewässern serviert werden.
Die 50 Kabinen und Suiten, jeweils nur für zwei Personen ausgerichtet, sind modern ausgestattet und in hellen Farben und dunklen Hölzern designt. Alle Betten haben direkten Blick auf die Panoramafenster, wie auch die Badezimmer. Einige der Kabinen haben die neuen Infinite Verandas, die erstmals auf der Celebrity Edge eingeführt wurden. Hier lässt sich das Fenster auf Knopfdruck bis zur Hälfte nach unten einfahren, die Kabine wird dadurch größer. Bei anderen ist die klassische Balkon-Variante zu finden. Jede Kabine hat einen Verteiler für gefiltertes Trinkwasser, Plastikbecher und -Flaschen sind an Bord nicht mehr zu finden.
Über das oberste Deck erstreckt sich ein festes Sonnendach, kurvig gestylt mit witzigen Löchern, die den Blick in den Himmel freigeben. An den Seiten des Decks, das auch einen Openair-Grill und einen großen Whirlpool beherbergt, liegen wie Cabanas zwei Relaxbereiche, die für eine Zeit (oder auch für eine Nacht) gemietet werden können. Im Preis von 299 US-Dollar pro Person ist ein Dinner und ein mit dem eigenen Namensmonogramm bestickter Pyjama enthalten, auch der Kapitän könnte auf einen Besuch vorbeikommen. Das kannte man bis jetzt nur von den sogenannten balinesischen Betten der SeaDream-Yachten. Die allerdings erheben keinen Aufpreis für die begehrten Open-air-Betten.
Für die Celebrity Flora ist die amerikanische Reederei mit der Universität von Miami eine Partnerschaft eingegangen, die unter dem Namen Oceanscope das Erforschen der Destination in einem Minilabor an Bord ermöglicht. Geleitet wird das Programm von einem der Professoren der Uni, Dr. Peter Ortner.
Mit 200 Quadratmeter Solarzellen ist die Flora zur Emissionsverringerung gut aufgestellt (als einziges Schiff im Galapagos-Fahrgebiet), die dynamische Positionierung hilft, Schäden der Unterwasserwelt durch Ankern zu vermeiden.
Die Celebrity Flora machte sich nach ihrer Übergabe am 13. Mai an die Reederei auf den Weg in ihr neues Fahrgebiet, die Galapagosinseln.
Taufpatin wird am 30. Juni die ecuadorianische Naturforscherin und ehemalige Präsidentin des World Wildlife Fund (WWF), Yolanda Kakabadse, sein.

Fotos: enapress.com

„Costa Venezia“ leitet Serie für Asien ein

China gilt im Tourismus als Markt der Zukunft. Mit wachsendem Wohlstand steigt im Reich der Mitte die Lust an Reisen. 140 Millionen Reisen wurden allein 2018 in China verkauft. Dieser Boom erreicht zunehmend die Kreuzfahrt. Mit großen Megalinern wollen Kreuzfahrtreedereien die Nachfrage nach Seereisen in China decken. Ganz vorn dabei ist in China die italienische Reederei Costa.
In Triest wurde am 1. März das erste speziell für chinesische Urlauber gebaute Kreuzfahrtschiff der Reederei Costa getauft. „Wir sind seit 2006 in China aktiv. Mit der ‚Costa Venezia‘ haben wir einen neuen Meilenstein bei der Entwicklung des Marktes in China erreicht“, sagt Michael Thamm, Vorstand der Costa Gruppe.
„China hat ein großes Potenzial Und wir haben das Ziel, dieses Potenzial weiter zu entwickeln“, sagt Mario Zanetti, der Präsident von Costa Asia. „In China ist die Lust auf Reisen deutlich zu spüren. Dabei ist die Kreuzfahrt die ideale Art für den Urlaub. Mit der ‚Costa Venezia‘ haben wir ein Schiff, das die schönsten Dinge Italiens nach Asien bringt“, sagt Zanetti.
Die erste Bordsprache ist Englisch – wegen Solas. Chinesisch ist aber die Sprache, die allgegenwärtig ist. Alle Beschriftungen, Infotafeln und Speisekarten sind in Chinesisch.

Wer aber chinesische Kunst erwartet, wird enttäuscht. Goldene Löwen, rote Stoffe und Teppiche sowie Jackie Chan als Wachsfigur deuten bei der Dekoration auf China hin. Dominierend ist Italien. „Das liegt daran, dass Italien in China sehr beliebt ist. Besonders die Küche ist ein Grund für die Beliebtheit“, sagt Zanetti.
Das größte Restaurant ist mit 1500 Plätzen das Canal Grande. Wie beim Vorbild in Venedig durchzieht ein Kanal mit einer echten Gondel aus Venedig den Raum. Pizzeria, Eis-Salon und viele kleine Cafés wurden integriert. Die sonst auf Kreuzfahrten übliche Basketball-Arena wurde durch einen Fußballplatz mit Kunstrasen und der Bemalung Juventus Turin ersetzt. Juve ist in China der Inbegriff für europäischen Sport. Die Costa Venezia wird exklusiv auf dem chinesischen Markt eingesetzt. Europäer können aber nur die Überfahrt von Triest nach Shanghai buchen. Ab Mai ist das Schiff exklusiv Passagieren aus China vorbehalten. Ziele der Reisen sind Korea und Japan. Ein Großteil der 1278 Crewmitglieder stammt ebenfalls aus China. Der chinesische Kreuzfahrtmarkt hat inzwischen bereits die Marke von zwei Millionen Passagieren erreicht. Mit Wachstumsraten von vier bis acht Prozent wächst Chinas Zahl der Kreuzfahrturlauber schneller als nirgendwo anders in der Welt.

Ein Zeichen setzt auch die Wahl der Taufpatin. Mit Gan Beiye wurde eine Chinesin als Taufpatin ausgewählt, die mit ihrer Familie seit 2011 Kreuzfahrten mit Costa unternimmt. Aber auch beim Umweltschutz holen die Chinesen auf. Zwar wird die Costa Venezia noch konventionell mit Schweröl angetrieben, sie hat aber eine der modernsten Abgasfilteranlagen.
„Wenn das Schiff in Shanghai eintrifft, wird es dort für dieses Schiffe einen Plug-in-Landanschluss geben. So etwas gibt es im ganzen Mittelmeerraum nicht“, so Michael Thamm. Die italienische Reederei hat 28 Schiffe bei den Marken Aida, Costa Crociere und Costa Asia. „Damit sind wir Marktführer in Europa. Bis 2023 investieren wir sechs Milliarden Euro in sieben neue Schiffe“, so Thamm. Für die Carnival-Gruppe ist die Costa Venezia das 106. Schiff.
69 davon wurden seit 1990 bei Fincantieri gebaut. Ein weiterer Meilenstein ist die gerade beschlossene Kooperation mit der staatlichen China State Shipbuilding Cooperation (CSSC) in Waigaopiao der Nähe von Shanghai. „Wir werden unseren Freunden in China bei der Entwicklung der Fähigkeit zum Bau dieser Schiffe helfen“, sagte Giuseppe Bono, Vorstand der italienischen Großwerft Fincantieri.
Die chinesische Werft soll ab 2022 Schiffe vom Vista-Typ nach dem Vorbild der Costa Venezia bauen. Zwei Schiffe sind konkret in China für Costa Asia bestellt, vier weitere sind als Option geplant. Costa Asia ist Teil der Costa-Gruppe mit Sitz in Genua. Das 323 Meter lange und 135000 BRZ große Schiff bekommt 2020 noch ein Schwesterschiff aus Italien, danach wird der Typ in China in Serie gebaut. An Bord ist Platz für 5260 Passagiere in 2116 Kabinen. FB

Fotos: Frank Behling

Frisch getauft!

„Auf diesen Tag haben wir gewartet“ singt die deutsche Elektropop-Band Glasperlenspiel im Tauf-Song „Unser Zeit“ der neuen MEIN SCHIFF 2 von TUI Cruises. Am Samstag hatte das Warten nun ein Ende: Glasperlenspiel-Sängerin Carolin Niemczyk taufte in Lissabon das neue Kreuzfahrtschiff der Hamburger Reederei.

Unter dem Motto „Auf Entdeckerkurs“ wurden die Taufgäste von einem Nachfahren des portugiesischen Seefahrers Magellan eingeladen, in fremde Welten aufzubrechen. „Lissabon ist die Stadt der Entdecker – von hier aus starteten sie zu ihren großen Abenteuerfahrten in die noch unbekannte Welt. Auch wir ermutigen unsere Gäste, mit uns neue Horizonte zu entdecken. Daher freuen wir uns, den Abschluss unserer ersten Expansionsphase hier in Lissabon zu feiern“, so Wybcke Meier, CEO von TUI Cruises. Mit sieben Kreuzfahrtschiffen, darunter sechs Neubauten, hat TUI Cruises die aktuell modernste und umweltfreundlichste Flotte der Welt.
Vor der Kulisse des Ponte 25 de Abril sprach Carolin Niemczyk sprach ihre Taufwünsche und brachte die Champagnerflasche am Bug zum zerschellen und eröffnete begleitet von einem Feuerwerk mit ihrer Band auf dem Pooldeck die Taufparty….

Taufpatin Carolin Niemczyk und ihre Band Glasperlenspiel bei der Taufshow auf dem Pooldeck

Fotos: enapress.com, Frank Behling

… Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der kommenden Ausgabe.