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Kreuzfahrt durch Meck-Pomm: Mitte Juni startet CroisiEurope seine Flussreisen zwischen Potsdam und den deutschen Ostsee-Inseln

Pressemitteilung

In diesem Sommer lädt die Reederei CroisiEurope zu einer besonderen Deutschlandreise. Eine siebentägige Kreuzfahrt führt zu einigen der interessantesten Orte und Landschaften Mecklenburg-Vorpommerns. Von Potsdam aus geht es durch die verschlungenen Wasserwege des romantischen Havellands bis zu den historischen Hansestädten Greifswald und Stralsund. An der Küste angekommen, werden gleich drei Inseln angesteuert: Rügen, Usedom und Hiddensee. Ein weiterer Höhepunkt auf der Reise ist ein Abstecher ins polnische Stettin. Die Kreuzfahrt, die auch in umgekehrte Richtung von Stralsund nach Potsdam angeboten wird, findet von Mitte Juni bis Ende August 2021 an verschiedenen Terminen statt und ist ab 1.198 Euro pro Person in der Doppelkabine unter www.croisieurope.de buchbar.

Reiseverlauf:

Potsdam, die Residenzstadt Friedrich des Großen, ist Ausgangpunkt für die Kreuzfahrt, die je nach Termin auf der MS Mona Lisa oder auf der MS Victor Hugo angeboten wird. Nach einem Abstecher in die Bundeshauptstadt Berlin legt das Schiff Richtung Eberswalde ab. Dort steht ein Ausflug zum ehemaligen Zisterzienserkloster Chorin auf dem Programm, das wegen seiner faszinierenden Architektur inmitten seenreicher Umgebung Besucher aus aller Welt anzieht. 120 Kilometer von Berlin entfernt, an der Mündung der Oder zum Stettiner Haff, liegt einer der größten Seehäfen des Ostseeraums. Die historische Altstadt von Stettin mit dem Schloss der Herzöge von Pommern lernen die Kreuzfahrer bei einer geführten Tour kennen. Der pommersche Greif ist auch das Wappentier der Hansestadt Greifswald, deren Backsteingotik die Reisenden bei einem Landausflug bestaunen können. Bekanntester Sohn der Stadt ist der Maler Caspar David Friedrich, dessen berühmtes Kreidefelsen-Motiv die Kreuzfahrer einen Tag später auf ihrer Rundfahrt über die Insel Rügen sehen werden. Welche Plätze Thomas Mann und andere Künstler an Usedom besonders schätzten, können die Reisenden auf einer Inseltour erfahren. Hiddensee erleben die Kreuzfahrer auf einer gemütlichen Planwagenfahrt, die auch zum Sommerhaus von Gerhard Hauptmann führt. In Stralsund gehen die Gäste von Bord.

Reisedetails:

Die siebentägigen Kreuzfahrten, die von Potsdam nach Stralsund und auch in umgekehrte Richtung von Stralsund nach Potsdam stattfinden, werden ab Mitte Juni bis Ende August an verschiedenen Terminen angeboten. Der Reisepreis ab 1.198 Euro pro Person in der Doppelkabine umfasst neben der Vollpension auch die Getränke zu den Mahlzeiten und an der Bar, sowie ein Galadinner und alle Landausflüge. Die Kreuzfahrten auf der MS Mona Lisa oder auf der MS Victor Hugo sind in jedem Reisebüro, direkt beim Reiseveranstalter Anton Götten telefonisch unter 0681 30 32 555 oder online unter www.croisieurope.de buchbar.

Tect: PM CroisiEurope

Start in der Ostsee frühestens im Mai

Wie wird der Frühling 2021 für Kreuzfahrten in Nordeuropa? Die ursprünglichen Planungen sahen einen Saisonstart im April vor. Nun wird es eng. Die Erlaubnis zur Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen in Deutschland ist eng mit dem Beherbergungsverbot gekoppelt, das seit dem 2. November für touristische Reisen in Deutschland gilt.

Gleichzeitig haben die fünf norddeutschen Küstenländer ein gemeinsames Vorgehen bei der Erlaubnis zur Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen beschlossen. Seit Anfang März ist aber Bewegung in der Sache.

Die Häfen und die Reedereien haben mit den Vorbereitungen begonnen. Im März wird es in Kiel und Rostock bereits Anläufe geben. Allerdings ohne Passagiere. Wann die ersten Passagiere an Bord gehen ist noch unklar. In den Wirtschaftsministerien in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hat man den Tourismus im Blick.

Da sich in Schleswig-Holstein bereits seit dem 28. Februar die Inzidenz auf unter 50 Infektionen pro 100000 Einwohner bewegt, laufen die Vorbereitungen an. Schleswig-Holsteins Landesregierung will den Osterurlaub in Schleswig-Holstein erlauben und das Beherbergungsverbot ab Ende März aussetzen. In Mecklenburg-Vorpommern sinkt die Inzidenz auch wieder. Sie liegt aktuell aber noch bei 68.

Der Stichtag für die Reedereien in Deutschland ist der 22. März. Dann werden sich die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder zur nächsten Videokonferenz zusammenschalten und die Schritte für den April beraten.

Die Öffnung der Hotels und die Reisemöglichkeiten sind in Aussicht. Auf Anfrage wird derzeit aber bei den Ministerien noch auf die Auswertung der aktuellen Daten zum Infektionsgeschehen verwiesen.

Foto: Frank Behling

Bei einer Freigabe von touristischen Reisen am 22. März könnten die Vorbereitungen für spontane Reisen an die Küste starten. Für die Kreuzfahrten gibt sich aufgrund der Vorlaufzeit dann aber ein Saisonstart nicht vor Mai.

Die Reederei AIDA Cruises hat deshalb bereits reagiert und die AIDAperla bis Mitte Mai im Gebiet der Kanarischen Inseln gelassen. Ursprünglich gab es Pläne, die AIDAperla bereits im April nach Deutschland zu überführen.

Da aber derzeit Kreuzfahrten nur in Italien, Griechenland und bei den Kanarischen erlaubt sind, fiel die Entscheidung zur längeren Stationierung der AIDAperla in Las Palmas als Basishafen.

Die Reederei TUI Cruises beobachtet die Entwicklung. Die beiden Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 6 werden ab Mitte März aber mit den Vorbereitungen für den Start in deutschen Häfen beginnen. FB

Kleines Meer von Größe

Ein Standardwerk: In „Die Ostsee. Berichte und Geschichten aus 2000 Jahren“ erzählen mehr als 100 Wissenschaftler, Forscher, Kaufleute und Dichter von der Baltischen See. Roland Mischke hat sich durch den Wälzer gegraben und lauter Schätze gehoben.

Die Strände sind mattweiß, gelb und pflanzendunkelgrün, von sand- und gischtgrau dominierenden Farben durchsetzt. Mit Macht rollen die Wellen heran, sie treiben einen sanften Salzgeschmack auf die Lippen, in den Ohren röhrt der Wind. Es ist eine besondere Stimmung, in der sich festlich gekleidete Menschen an einem kühlen Tag über den Strand bewegen. Es sieht aus wie eine Prozession. Es sind Musiker aus dem gesamten Ostseeraum, die am Meeresrand Atmosphäre aufnehmen, bevor sie ihre Hörerschaft mit Klassikmusik begeistern.

Usedom hat im Herbst und Winter viele Besucher, die relativ kleine Insel ist inzwischen ein Magnet. Aber zum Usedomer Musikfestival im Herbst, 2018 zum 25. Mal ausgetragen, reisen nicht übliche Stadttheaterkonzert-Abonnenten an, sondern solche, die das Regionalspezifische suchen, das Ostseegefühl. Orchester und Musiker spielen in Sälen auf, in Herrenhäusern der Kaiserbäder, im riesigen Kraftwerk der einstigen NS-Heeresversuchsanstalt Peenemünde, bei gutem Nachmittagswetter sogar auf Seebrücken. Die Kulisse ist stets die Ostsee, klein im Vergleich mit anderen Meeren, aber mit Größe, weil die Künstler unterschiedliche Nationen vertreten und völkerverbindend agieren.
Bis zu 85 Millionen Menschen sind Ostsee-Anrainer. Die meisten leben in Städten wie Rostock, Danzig, Kaliningrad, Klaipeda, Riga, Tallinn, St. Petersburg, Oulu, Stockholm, Malmö und Kopenhagen. Die Städte grenzen an Flensburger Börde, Kattegat, Skagerrak, Bottnischen Meerbusen oder Stettiner Haff. Eigenständige Staaten mit territorialem Ostseeanschluss sind Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen und Polen. Im Englischen wird das Meer „Baltic Sea“ genannt, im Litauischen „Baltas“ (Weiß), die Römer sprachen einst vom „Mare Suebicum“, benannt nach den an den Südküsten lebenden Sueben.

Foto: enapress.com

Ein Buch mit Erzählungen
Klaus-Jürgen Liedtke ist als Herausgeber bemüht, die „Ostsee-Natur und Ostsee-Zivilisation lesbar zu machen“. Der freie Schriftsteller und Übersetzer ist gelernter Skandinavist und Germanist, er übersetzt vor allem aus dem Schwedischen. Er hat Preise aus Ostseeländern erhalten und das deutsche Bundesverdienstkreuz. Er war bemüht, die Fülle der Aussagen und Texte zur Ostsee breit aufzublättern. Dabei hat er auch Mythen und Legenden mitaufgenommen. Die Ostsee, das Binnenmeer von 55 Metern mittlerer Tiefe, die riesige Badewanne aus der letzten Eiszeit vor etwa 12 000 Jahren, verbindet ihre Anrainer.
Der vor fast 2000 Jahren geborene Cornelius Tacitus war ein römischer Senator und vielreisender Historiker. „Nur bis dort“, der Ostsee, „erstreckt sich die Welt“, schrieb er. Seine Uferbewohner trügen „Eberamulette mit sich herum“ und „verehren eine Muttergottheit“. Er registrierte, dass die „Barbaren“ Bernstein sammeln und hart auf ihren Feldern arbeiten. Ihre Mentalität erscheint ihm skurril, sie hätten „sich des Allerschwersten versichert: niemals von einem Wunsche belästigt zu werden.“
Auch andere Reisende, wenige in den Jahrhunderten, die Ostsee lag abseits, beschreiben das „Barbarenmeer“, an dem rückständige Völker wohnen. Die Frauen seien Amazonen, schreibt Adam von Bremen, ein Chronist im 11. Jahrhundert. Sie lassen sich von Männern schwängern, um sie danach zu vertreiben. Lange Zeit waren Bewohner der Ostseeregionen isoliert von der Welt, was in der Antike, dem Mittelalter oder in der Renaissance geschah, bekamen sie nicht mit. Nur langsam brachte die Christianisierung die Bauern und wilden Krieger mit Menschen außerhalb ihresgleichen zusammen. Sie litten unter den Wikingern, den nordgermanischen Räubern des Frühmittelalters. Olaus Magnus, ein schwedischer Theologe und Geograph, lieferte im 16. Jahrhundert eine erste „Beschreibung der Völker des Nordens.“….

Fotos: enapress.com, shutterstock, istock

„Die Ostsee. Berichte und Geschichten aus 2000 Jahren.“
Hgb. Klaus Jürgen Liedtke, Galiani Verlag, Berlin, 656 S., 39 €
ISBN: 978-3-86971-175-1, www.galiani.de