Schlagwort: Phoenix Reisen

Frische Farben und Landstrom

Phoenix Reisen machte die Artania auf der Lloyd Werft in Bremerhaven fit für die Weltreise 2019/2020 und überraschte nicht nur mit Young Generation Möbeln in frischen Farben. Oliver Asmussen berichtet.

In den vergangenen Jahren hat Phoenix Reisen etliche Millionen Euro in die Modernisierung der Artania fließen lassen, die im Jahr 2011 von P&O Cruises als Artemis übernommen wurde. Der 44.588 BRZ große, schmucke Kreuzfahrer mit Baujahr 1984 war schon bei seiner Indienststellung als Royal Princess seiner Zeit weit voraus. Kein anderes Kreuzfahrtschiff hatte seinerzeit so viele Balkonkabinen zu bieten und verfügte über ähnlich viele Außendeckflächen. Heute, rund 36 Jahre nach der Jungfernfahrt, ist die Artania technisch auf dem neuesten Stand. Das 231 m lange Kreuzfahrtschiff erfüllt alle Standards, die für weltweite Kreuzfahrten in den kommenden Jahren gefordert werden. So wurden nun auf der Lloyd Werft die Räumlichkeiten vorbereitet, um im kommenden Jahr die Technik für einen Landstrom-Anschluss zu komplettieren.

Ab sofort mit Marinediesel statt Schweröl
Um den verschärften, internationalen Bestimmungen für den Ausstoß von Schadstoffen, insbesondere von Schwefel, Feinstaub und Ruß gerecht zu werden, sind die Tanks komplett gereinigt worden. Die Artania fährt ab sofort nur noch mit dem deutlich umweltfreundlicheren Marinediesel. Die vier Hauptmotoren wurden bei einem langen Werftaufenthalt im Herbst 2014 komplett ausgewechselt und bieten nahezu perfekte Voraussetzungen, um für viele weitere Jahre auf einem technisch sehr hohen Niveau unterwegs zu sein. Sämtliche Generatoren und Zuleitungen sind in den letzten acht Jahren durch neue Technik ersetzt worden, so verfügt die Artania auch über eine neue Anlage zur Abwasseraufbereitung.

Nicht nur 272 Kabinen renoviert
Bereits seit über acht Jahren fährt das von Lady Diana getaufte Kreuzfahrtschiff nun unter der Charterflagge von Phoenix Reisen und ist seither auf allen Decks mindestens einmal renoviert worden. Beim aktuellen Werftaufenthalt haben insgesamt bis zu 1.300 Menschen dafür gesorgt, dass die Artania am 12. Dezember fein herausgeputzt mit neuen Gästen von Hamburg aus in See stechen konnte. Rund 1,2 Millionen EUR sind bei diesem Werftaufenthalt in die technischen Bereiche geflossen. Es wurden beeindruckende 65km Kabel neu verlegt und 272 Kabinen auf Deck 4 und 5 renoviert. Die Leuchtmittel in den Kabinen wurden komplett auf LED umgestellt. Es wurde aber auch in anderen Bereichen zum Teil auffällig renoviert….

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Fotos: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Zwischen Paprika und Cevapcici

Die meisten Donauschiffe sind zwischen Passau und Budapest unterwegs. Doch was kommt eigentlich danach? Peggy Günther fuhr mit dem neuen Phoenix-Flottenmitglied A-Silver hin.

Rund zwei Stunden nachdem die A-Silver an der Grenzkontrollstation festgemacht hat, kommen vier Beamte in dicken Jacken an Bord. Kreuzfahrtdirektor Fausto hat die Passagiere bereits auf den anstehenden „Facecheck“ vorbereitet. Brav erscheinen sie der Reihe nach an der Rezeption und blicken in die strengen Augen der Zöllner. Kurz darauf weicht die Anspannung aus den Gesichtern der leitenden Crewmitglieder. Die A-Silver darf die EU-Außengrenze passieren. An den Ufern ist nichts als Wald zu sehen. Stünde bei Stromkilometer 1433 nicht ein kleines Schild, würde man das Dreiländereck gar nicht wahrnehmen. Der Strom ist nun für 137 Kilometer Grenzlinie zwischen Kroatien und Serbien. Nächster Stopp: Belgrad.

Die Schönheiten der Wachau, ein Übernachtaufenthalt in Wien und ein ganzer Tag in Budapest liegen bereits hinter den Passagieren. Am Morgen lag das Schiff noch im beschaulichen Mohacs. Einmal im Jahr – zum Karneval – erwacht der verschlafene Ort im Süden Ungarns zu Leben: Dann vertreiben mehr als 1.000 Männer mit Schafsfellmänteln, gruseligen Weidenholzmasken und Ratschen, Glocken sowie anderen Krachmachern den Winter. Doch heute ist kaum etwas los in dem kleinen Dorf. Die meisten Passagiere der A-Silver haben ohnehin einen Ausflug nach Pecs gebucht. Auf dem Weg sehen sie sanfte Hügel, weite Felder, Pfirsichbäume. „Schnapsbäume“, sagt Reiseführerin Estelle. „Die Ungarn machen aus allem Schnaps. Palinko heißt er hier. Es gibt sogar Paprikaschnaps. Und zur Hochzeit verschenkt man den regionalen Wein namens Lämmerschwanz, damit das Paar männlichen Nachwuchs bekommt.“ Fischsuppe mit Karpfen und Paprika müsse man hier essen, rät Estelle den Gästen noch. Doch dafür bleibt keine Zeit.

Paprika hat selbstverständlich auch der ungarische Küchenchef Marc an Bord im Einsatz. Etwa fünf Gramm pro Portion kommen an sein original ungarisches Rindergulasch, das den Gästen hervorragend schmeckt. Und eine gute Küche ist entscheidend für den Erfolg eines Schiffes. Die A-Silver ist neu in der Flotte von Phoenix Reisen. seachefs kümmert sich um den Hotelbetrieb auf dem Schiff der österreichischen Reederei Lüftner Cruises. Etwa die Hälfte der Crew kommt aus Indonesien, die meisten anderen aus Osteuropa. Hoteldirektor Roland Zahnd arbeitet seit drei Jahren für seachefs, vorher war er für River Advice mit nicko cruises und Excellence-Schiffen des Reisebüros Mittelthurgau unterwegs. „Ich würde gern Ägypter oder Türken in der Crew beschäftigen“, sagt der Schweizer. „Sie kennen das Gastgewerbe von zuhause. Aber das ist schwierig aufgrund der angespannten Visasituation.“ Zahnd fährt gern auf dem Fluss. So lerne man ganz Europa kennen. Viele Regionen fehlen ihm nicht mehr auf der persönlichen Landkarte. Das Donaudelta gehört dazu und das wird vorerst auch so bleiben, denn die A-Silver fährt nur bis zum Eisernen Tor. „Eigentlich ist die Strecke danach auch recht langweilig, da passiert drei Tage lang nicht viel, bis das Schiff im Delta ist“, tröstet sich Zahnd….

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Fotos: Peggy Günther, enapress.com

Taufe in Türkis

Sie lagen in Bremerhaven nur einen Steinwurf voneinander entfernt: die Amera bei ihrer Taufe und die Albatros im Werftdock für Arbeiten. Sie sind Schwesterschiffe und fahren jetzt beide für Phoenix. Michael Wolf berichtet.

Es war eine Taufe, wie man sie von Phoenix Reisen kennt: Familiär, feierlich, ohne großen Pomp und Feuerwerk. Fast 1000 Gäste waren zu diesem Event gekommen, von denen 800 anschließend auf Taufreise nach Norwegen auf dem voll ausgebuchten Schiff gingen.
Zuvor war das Schiff in der Hamburger Werft Blohm + Voss einer 40 Millionen Euro teuren Renovierung unterzogen worden, bei der alle Kabinen und die Restaurants und Bars erneuert wurden. Mit dem ehemaligen Casino wurde ein Loungebereich vergrößert, der mittige Pool der Amera dient nun als Eventfläche für Veranstaltungen mit großem LED-Außenscreen und eigener Bühne. Der Heckpool in der Nähe des Spabereiches blieb erhalten. Und natürlich gibt es jetzt den Phoenix-typischen Außenlook mit dem Schornstein und der Bauchbinde in Türkis. Bis zu 1500 Werftmitarbeiter arbeiteten an dieser Schönheitskur, auch am Tauftag werkelten noch etliche von ihnen auf dem Schiff. Bei dieser Größenordnung von Renovierung nicht ungewöhnlich, auch die Crew beteiligte sich intensiv an den Arbeiten und der Endreinigung. Über die Geschichte des ungewöhnlichen Schiffes mit seinen schönen Deckflächen hatte „an Bord“ bereits ausführlich in der letzten Ausgabe berichtet. Das Hoteldepartment liegt wieder in den bewährten Händen von seachefs.

Zur Taufe bei schönstem Sonnenschein am Columbus Cruise Center stand natürlich das bordeigene Kreuzfahrt- und Entertainmentteam Spalier, ein Shanty Chor, die „Hamburger Perlen“, drei Sängerinnen und eine Feuershow mit Akrobaten unterhielt die Gäste vor der Zeremonie. Dem bordeigenen Team der philippinischen Stewards gelang es in der Zwischenzeit, das Phoenix-Logo mit grünen und gelben Cocktailflaschen nachzubauen.
Bremerhavens Bürgermeister Melf Grantz überreichte die Plakette für den Erstanlauf der Amera in seiner Stadt und das gesamte Phoenix-Führungsteam mit Johannes Zurnieden, Benjamin Krumpen und Jörg Kramer zeigte sich auf der Bühne mit Kapitän Jens Thorn, sein Kollege Morten Hansen, bundesweit bekannt aus der TV-Serie „Verrückt nach Meer“, hatte zuvor schon mit dem Shanty Chor geübt. Als Überraschungsgast war auch der Chef der Meyer Werft-Gruppe, Bernard Meyer mit seiner Frau präsent, natürlich Anlass für Überlegungen von Insidern, ob nicht doch ein Neubau von Phoenix in dieser Werft geplant sei. Der Direktor Schiffsreisen, Michael Schulze, konnte dann nach einem historischen Rückblick den eigentlichen Star des Tages ansagen: Taufpatin Petra Kaiser. Sie kam, wie bei Phoenix üblich, aus den eigenen Reihen. Als langjährige Mitarbeiterin war sie die rechte Hand von Firmengründer Johannes Zurnieden und absolvierte den Taufspruch und den Flaschenwurf mit Bravour.

Passend zum Event übrigens die Cocktails des Tages: „Royal Viking Sun“ (Vodka, Apricot Brandy, Grenadine, Maracujasaft und Zitronensaft und der unalkoholische „Prinsendam“ (Kokosnusscreme, Ananassaft, Grenadine, Orangensaft, Grapefruit-, Orangen- und Maracujasaft), die ehemaligen Namen der Amera. Und passend zur Phoenix-Philosophie die preiswerten Kosten: 3,70 Euro bzw. 2,50 Euro.

Fotos: enapress.com

Kreuzfahrt mit Freunden

Was macht den Reiz der „White Lady“ MS Albatros von Phoenix Reisen aus? Christoph Assies war bei einer Kurzreise dem Phänomen dieses Klassikers auf der Spur.

Kreuzfahrtdirektor Jörn Hofer steht an der Gangway im Columbus-Cruise-Center und schüttelt Hände, umarmt, klopft Schultern und hat auch Zeit für einen kleinen Plausch – und das zur Einschiffung der neuen Passagiere. Es sind aber nur 830 Gäste maximal, die mit dem eleganten Liner, Baujahr 1973, in See stechen. Die Atmosphäre ist besonders auf den Schiffen des Bonner Reiseveranstalters Phoenix Reisen. Das wissen besonders die vielen Repeater zu schätzen. Auf den Schiffen mit der türkisfarbenen Bauchbinde sind nach Phoenix-Angaben etwa 75 Prozent Stammgäste. Entsprechend herzlich und familiär fällt die Begrüßung zwischen den Passagieren, nicht nur mit dem Kreuzfahrtdirektor, sondern auch zur Kaffeestunde nach der Einschiffung mit einigen Kellnern in den Restaurants Möwe und Pelikan aus.
An diesem Tag in Bremerhaven gehen Vertreter des klassischen Publikums des Bonners Reiseveranstalters an Bord, nämlich Gäste gesetzteren Alters. Aber auch ein paar Jugendliche und sogar Kinder sind dabei – das ist eher eine Seltenheit auf den Schiffen von Phoenix. Ob das an der besonderen Themenkreuzfahrt liegt, die von Mittwoch bis Sonntag „Partyflair auf der White Lady“ verspricht, ist nicht sofort klar. Stargast ist Schlagersänger Guildo Horn, der im Rahmen der Tour ein Konzert geben wird. Zu sehen ist von dem langhaarigen Charakterkopf der deutschen Musikszene aber beim Einschiffen noch nichts, obwohl er an Bord auf den Getränkekarten (die sein Konterfei zeigen) in den insgesamt acht Bars omnipräsent ist.

Die Route von Bremerhaven über Texel, Dover und Amsterdam bietet mit dem Erstanlauf der niederländischen Insel Texel eine Premiere für die Albatros. Sie ankert das erste Mal dort – obwohl das Schiff, das 1973 als Royal Viking Sea auf der Wärtsilä-Werft in Helsinki vom Stapel lief, schon viele Häfen auf der Welt gesehen hat.
Die „White Lady“, wie sie nicht nur von Fans der TV-Doku-Soap „Verrück nach Meer“ genannt wird, in der sie einst die Hauptrolle spielte, war seinerzeit eines der luxuriösesten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Für die Osloer Reederei Royal Viking Line bekam das Schiff damals eine Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel „Fünf Sterne“. Im Frühsommer 1983 wurde der Liner auf der Bremerhavener Lloyd Werft um 28 Meter verlängert und misst seitdem 205 Meter Länge bei 25 Metern Breite. In ihrer mehr als 30-jährigen Karriere hat die heutige Albatros einige Namenswechsel hinter sich. Nach Royal Viking Sea fuhr sie von 1991 bis 1995 für die Reederei Royal Cruise Line als Royal Odyssey, von 1998 bis 2001 unter Flagge der Norwegian Cruise Line und Star Cruise als Norwegian Star, ab 2001 als Norwegian Star 1. Nach einem unrühmlichen Gastspiel als Casinoschiff Crown kam das elegante Schiff Anfang 2004 zu Phoenix Reisen.

In der Flotte ist sie heute das älteste von insgesamt fünf Kreuzfahrtschiffen, aber sie hat eine große Fangemeinde. Das bestätigt auch Kapitän Michael Kugelmann. Er ist mit Mitte 30 der jüngste Kapitän in der Flotte und liebt sein Schiff. „Schön, dass Sie sich für Phoenix Reisen entschieden haben und schön, dass Sie sich für unsere Albatros entschieden haben, die eben noch aussieht, wie ein richtiges Schiff und nicht wie ein schwimmendes Hochhaus“, sagt er bei der Begrüßungsrede am ersten Abend in der Atlantik Show-Lounge unter großem Applaus. Wer die Albatros bucht, der weiß, dass es Türschwellen gibt, dafür aber kein pompöses Atrium mit gläsernen Aufzügen. Die Albatros ist gemütlich und familiär mit ihren heimeligen Bars und dem tollen Teakholz-Promenadendeck. Sie ist einfach schön mit ihrem eleganten Terrassenheck und dem charakteristischen schlanken Bug. Von den oberen Decks kann man dem Kapitän auf der offenen Nock noch beim An- und Ablegen zusehen und die weitläufigen Außenflächen bieten wunderbare Rückzugsmöglichkeiten. Auch auf dieser kurzen Reise wird schnell klar, was den Reiz der Albatros ausmacht: Es ist, als würde man mit vielen seiner Freunde auf ein und dem selben Schiff reisen. Aufgrund der geringen Größe kommt man scheinbar schneller und häufiger mit seinen Mitreisenden ins Gespräch und so erscheint es auch nicht verwunderlich, dass Fans klassischer Kreuzfahrt-Tugenden auf dieses Schiff schwören und Weltreisen mit der Albatros schnell ausgebucht sind….

Fotos: Christoph Assies, MadeByEve/istockphoto.com

Flusskreuzfahrt mit Rollstuhl

Nach einer jahrelangen Planungsphase stellt Phoenix Reisen im Juni 2019 das als Herzensprojekt angekündigte Flusskreuzfahrtschiff MS Viola in Dienst. Johannes Zurnieden, Gründer des Bonner Kreuzfahrtveranstalters Phoenix Reisen, realisiert damit einen großen Traum. Gästen denen es aufgrund ihrer körperlichen Konstitution nicht ganz so einfach ist auf Reisen zu gehen, steht in 34 barrierefreien Kabinen ein bedarfsgerechter Komfort zur Verfügung. Oliver Asmussen berichtet.

Bei herrlichem Sommerwetter wurde die 96,30 Meter lange, 11,4 Meter breite und 1996 als J. Henry Dunant für das niederländische Rote Kreuz gebaute MS Viola am Bonner Rheinufer getauft. Taufpatin war die bekannte Paralympics-Goldmedaillengewinnerin Annika Zeyen. Bevor das auf maximal 122 Passagiere ausgelegte Flusskreuzfahrtschiff unter seinem neuen Namen bei Phoenix Reisen zur Jungfernreise aufgebrochen ist, wurde es im Winter auf einer niederländischen Werft komplett entkernt und völlig neu aufgebaut. Erneuert wurden dabei nicht nur das gesamte Mobiliar, die Matratzen in den Kabinen und alle Wandverkleidungen, sondern auch die dahinter liegenden Rohrleitungen, Wassertanks, Klimaanlagen und Kabelverbindungen.

Insgesamt stehen 60 Kabinen auf zwei Kabinendecks an Bord zur Verfügung. Die Größe der 34 barrierefreien Kabinen variiert zwischen 15-17 Quadratmeter. Die Bäder in diesen Kabinen bieten höhenverstellbare Waschbecken, welche mit dem Rollstuhl unterfahren werden können. Die Zugänge zu den Duschen innerhalb der Bäder sind ebenfalls barrierefrei. Einige Kabinen teilen sich ein Bad mit der Nachbarkabine. Es stehen auf dem Unterdeck Zweibett-Kabinen der Kategorie A und B mit einer Größe von ca. 10 Quadratmeter zur Verfügung. Die Kabinen auf dem Unterdeck sind in erster Linie Reisenden vorbehalten, die sich ohne Rollstuhl fortbewegen können. Auf dem Unterdeck steht eine begrenzte Anzahl an Einzelkabinen der Kategorie E für Alleinreisende bereit.

Willkommen an Bord
Die komplett renovierte Viola beeindruckt gleich nach dem Durchschreiten der großen Glastüren mit einem herausragenden Raumgefühl. Das Foyer zeigt sich in zurückhaltend dezent, in ansprechendem Farbdesign. An Bord der Viola sind keine Teppiche verlegt. Der Kunststoff-Bodenbelag im Restaurant und in der Lounge ist täuschend echt dem eines Teppichs nachempfunden.
Die Rezeption der Viola kann in einem Bereich mit dem Rollstuhl unterfahren werden.
Ein großer Treppenabgang verbindet alle drei Decks miteinander. Gleich zwei große Fahrstühle sorgen für einen reibungslosen Transport der Rollstuhlfahrer zwischen den Decks. Einer davon führt bis auf das Sonnendeck hinauf, was eine große Besonderheit auf einem Flusskreuzfahrtschiff darstellt.
Im direkten Vergleich zu anderen Flusskreuzfahrtschiffen sind auf der Viola alle wichtigen, öffentlichen Bereiche auf einem einzigen Deck platziert. Ein umständlicher und mühevoller Deckwechsel zwischen der Panoramalounge und dem Restaurant an Bord entfällt auf der Viola.
Das Panorama-Restaurant überzeugt nicht nur durch eine Kombination aus wunderbarer Wohlfühlatmosphäre und Eleganz, sondern auch durch Helligkeit und freier Aussicht auf die vorbeiziehende Flusslandschaft. Von nahezu allen Plätzen aus ist ein guter bis sehr guter Blick durch die großen Panoramafenster möglich. Auch Reisende, die sich nicht mit dem Rollstuhl fortbewegen, kommen in den Genuss dieses üppigen Raumgefühls. Gespeist wird in einer einzigen, offenen Tischzeit an fest reservierten Tischen. Nach Absprache werden Gerichte für spezielle Diäten gereicht (Diabetiker, Glutenfrei, Laktosefrei usw.). Als besonderes Highlight ist das Kapitäns-Dinner zu nennen (keine Abendgarderobe Pflicht).
Zwischen Foyer und Restaurant befindet sich ein Frisör, selbstverständlich ebenfalls barrierefrei. Am Eingang zum Restaurant können die Reisenden in einer kleinen Lounge verweilen….

Fotos: Oliver Asmussen/www.oceanliner-pictures.com

Grand Lady mit großer Fangemeinde

Die Artania, bekannt aus der ARD-Dokuserie „Verrückt nach Meer“, ist perfekt auf das deutsche Kreuzfahrtpublikum zugeschnitten. Mit erstklassigem Service, besonderer Routenplanung und maritimem Charme, stellte Brigitte von Imhof fest.

„Guten Morgen, hier sprrricht Ihr Kapitän von der Brrrücke“. Im Handumdrehen stellt sich gute Laune ein, wenn Morten Hansen über Lautsprecher seine Gäste begrüßt. Sein norwegisch eingefärbtes Deutsch mit österreichischer Lautfärbung (seine Frau stammt aus dem Burgenland) klingt unaufgeregt und irgendwie gemütlich – selbst dann, wenn er uns auf eine ungemütliche Überfahrt vom spanischen Festland nach Sardinien einstimmen muss: Windstärke acht bis neun, bis zu fünf Meter hohe Wellen „und Schlaglöcher im Meer. Da kann es heute Nacht ganz schön rrrumpeln.“
Wir befinden uns auf einer zwölftägigen Reise mit MS Artania durchs Mittelmeer. Von Marseille über Barcelona, Tarragona und Alicante geht es vom spanischen Festland rüber nach Sardinien und Sizilien und Korfu, weiter ins Adriatische Meer nach Montenegro und Kroatien bis zum Zielhafen Triest. Und wie versprochen, erleben die Passagiere eine sturmgebeutelte Nacht, in der so manche Gegenstände durch die Kabinen fliegen. Als Trostpflaster wird es am Ende der Reise für jeden eine „Sturmerprobt“-Urkunde geben mit genauer Positionsangabe 38°44’0N/008°03’1 E.

Royale Herkunft

Die Artania gehört zu den Lieblingen beim deutschen Kreuzfahrtpublikum. Das zeigt die hohe Zahl von Wiederholern, die je nach Route und Reisezeit bei 50 bis 80 Prozent liegt. Jens und seine Frau Gaby sind bereits zum vierten Mal an Bord. „Auf der Artania stimmt einfach alles“, bringt es der Fluglotse aus Dresden auf den Punkt. „Interessante Routen, die andere Schiffe nicht im Programm haben, super Service, tolles Essen, gutes Preis-Leistungsverhältnis, gute Stimmung – was will man mehr.“
Die „Grand Lady“, wie die Artania auch genannt wird, hat eine noble Herkunft. 1984 wurde sie als Royal Princess in Dienst gestellt. Taufpatin war keine Geringere als Lady Diana. 2010 wurde das Schiff von Kreuzfahrtveranstalter Phoenix übernommen und nach einer 40 Millionen Euro teuren Renovierung für das deutsche Publikum seefit gemacht. Seither konnte die Artania eine treue Fan-Gemeinde aufbauen. Ein Teil ihrer Popularität verdankt sie der ARD-Serie „Verrückt nach Meer“, eine unterhaltsame, informative Reisedokumentation, die seit Staffel vier an Bord der Artania gedreht wird (siehe Kasten).
Mit Platz für 1200 Passagiere weist das 231 Meter lange Schiff eine stattliche, aber überschaubare Größe auf. Dass die Dimensionen relativ sind, zeigt sich im Hafen von Barcelona, wo die Artania, zwischen zwei Megalinern von RCCL und der MSC Cruises, wie eine Barke wirkt. In den anderen Häfen, wo sie meist das einzige Schiff ist, wirkt sie elegant und majestätisch.
Alle Gäste sind in Außenkabinen untergebracht – von der kleinsten, 15 Quadratmeter großen Kabine bis zur Royal Suite (50 qm). Viele Kabinen, Juniorsuiten und Suiten besitzen einen privaten Balkon. Auf Wunsch werden Getränke, kleine Gerichte und Frühstück auf der Kabine serviert.

Die breiten, lichtdurchfluteten Promenadengänge auf dem Salon-Deck verbinden alle wichtigen Einrichtungen wie Show Lounge, Boutique, Bordkino, Kartenspielzimmer, Foto-/Videoshop und Internet-Ecke. Auf den Außendecks findet man viele geschützte Liegeplätze, zwei Poolbereiche, ein klassisches Terrassen-Heck mit der Phoenix Bar sowie eine Rundum-Promenade. Bald hat jeder seine persönliche Wohlfühlecke entdeckt, sei es Harry’s Bar oberhalb der Lobby, die Bodega Bar oder die Pacific Lounge, in der auch geraucht werden darf.
Das kulinarische Angebot gehört zu den Stärken auf der Artania. Die aus Wien stammende Chefköchin Tamara Schwarz und ihr Küchenteam übertreffen Tag für Tag die hohen Erwartungen. Die Küchen der jeweiligen Regionen werden charmant ins Menü eingebunden. Tapas-Mitternachtsbüffet, italienischer Abend, und der philippinische Abend – eine Hommage an das zauberhafte Service-Team, dem viele Philippiner angehören. Der Tischwein ist inklusive, aber man kann auch aus einer kundig bestückten Weinkarte auswählen – zu mehr als zivilen Preisen. Wer gerne frischen Fisch isst, darf sich täglich auf neue Variationen freuen, die mit viel Liebe und Know-how zubereitet werden. Dasselbe gilt für die raffinierten Fleischgerichte und die Menüs für Vegetarier….

Fotos: Brigitte von Imhof, enapress.com, rudi1976/Stock.Adobe.com, Olga Ilinich/shutterstock.com


Maritime Bestseller in Weiß und Türkis

Alle vier weißen Hochsee-Ladys der Bonner Phoenix Reisen beieinander, welch ein Anblick! Weiß, mit Akzenten in Türkis, wirken diese Kreuzfahrer nicht nur auf Schiffsbegeisterte faszinierend. Die Erfolgsgeschichte eines Bonner Vorzeige-Unternehmens, das stets mit mehr Pragmatismus als Pathos zum Erfolg kam, ist heutzutage nicht nur auf den TV-Bildschirmen präsent, sondern zeigt dem Markt die Maxime eines Unternehmens, das sich beim Einkauf stets nach den Vorgaben des Marktes richtete – und sie beim Vertrieb vollständig ignoriert. Jürgen Saupe blickte zurück auf das Fundament dieser Erfolgsgeschichte.

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