Schlagwort: Ponant

Ponant sagt zwei Nordpol-Reisen ab

In einer kurzen Pressemeldung hat die französische Reederei Ponant zwei Fahrten des neuen Kreuzfahrteisbrechers Le Commandant Charcot abgesagt. Der Text:

PONANT sieht sich gezwungen, die an Bord der Commandant Charcot geplanten „Geographic North Pole“-Kreuzfahrten abzusagen.

Denn obwohl sich die Situation in vielen Ländern deutlich verbessert, ist die Covid-19-Pandemie weiter präsent, und der internationale Kontext, insbesondere in Nordeuropa, bleibt in Bezug auf Gesundheit und Verwaltung besonders komplex.

2 Kreuzfahrten sind betroffen:

Abreise am 08. August 2021

Abreise am 23. August 2021

Zur Erinnerung: PONANT befolgt ein strenges Hygieneprotokoll, das in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden der besuchten Gebiete erstellt wurde.

Leinen los: PONANT sticht wieder in See

Routenhighlights für den Sommer 2021

Pressemitteilung

PONANT ist startklar für die Sommersaison 2021: Ab dem 16. Juni startet die Reederei wieder in den Kreuzfahrtbetrieb. Das Programm für den Sommer 2021 von Juni bis Anfang Oktober ist abwechslungsreich: entlang der französischen Küste in der Bretagne oder rund um Korsika, verborgene Geheimnisse im Mittelmeer an den Küsten Italiens und Griechenlands, das Land aus Eis und Feuer Island oder auch die paradiesischen Panoramen von Polynesien. PONANT hat für diese Zeit etwa 50 unterschiedlichen Abfahrten im Fahrplan. Mit im Gepäck: erweiterte Maßnahmen und ein verstärktes Hygieneprotokoll, ein zentrales Element dabei ist die verbindliche Impfung. Das sichere und nochmals verstärkte Hygieneprotokoll von PONANT zielt darauf ab, auf den Schiffen eine „Anti-Covid“-Zone zu schaffen, die als eine Art hygienische, versiegelte Blase fungiert und durch drei Säulen erhalten wird: strikte Zugangsvoraussetzungen an Bord, ein sicheres und konsequentes Hygieneprotokoll während der gesamten Kreuzfahrt sowie tägliche Kontrollen (Gäste, Schiff, Ausrüstung).

Abwechslungsreicher Fahrplan für den Sommer

Vier Reiseziele fährt PONANT in diesem Sommer an: Das Mittelmeer mit den Küsten Italiens und Griechenlands sowie die Adria, Frankreich mit der Bretagne und Korsika, Island sowie die Inselwelt der Südsee. Die schönsten Inseln der Kykladen, die Schätze der Adria oder der italienischen Küste erwarten die Gäste an Bord der PONANT Flotte diesen Sommer. Etwa 30 Abfahrten stehen im Plan, um das Mittelmeer von einer ganz anderen Seite zu entdecken. Etwas frischer wird es in Island. Riesige Gletscher, schwindelerregende Fjorde, Basaltsäulen, beeindruckende Geysire und eine reiche Tierwelt versprechen die 10 Kreuzfahrten zu den Wundern der Wikingerinsel. Frankreichs Schönheit vom Meer aus entdecken: Dabei geht es von den bretonischen Îles du Ponant bis nach Korsika, der „Insel der Schönheit“, wo die Gäste auf den Kreuzfahrten mit Start in Saint-Malo sowie Nizza eindrucksvolle Landschaften und eine vielseitige Natur erwarten. In der Südsee steht die Le Paul Gauguin bereit und erwartet die Gäste für vier unterschiedlichen Routen nach Tahiti, den Gesellschaftsinseln, den Marquesas und dem Tuamotu-Archipel. Schnorcheln oder tauchen in atemberaubenden Lagunen, um die unglaubliche Fauna zu beobachten, stehen hier u.a. auf dem Fahrplan.

Sicheres und effizientes Hygieneprotokoll

Das verstärkte Hygieneprotokoll von PONANT, welches den Anforderungen der französischen Flagge entspricht sowie den Empfehlungen der französischen High Authority of Health und der europäischen Behörden (EU Healthy Gateways) folgt, beruht auf den Schiffen als „Anti-Covid“-Zonen, die als eine Art hygienische, versiegelte Blase fungieren und durch drei Säulen erhalten werden: strikte Zugangsvoraussetzungen an Bord, ein sicheres und konsequentes Hygieneprotokoll während der gesamten Kreuzfahrt sowie tägliche Kontrollen (Gäste, Schiff, Ausrüstung).

Preisbeispiele

Die 13-tägige Reise „Schätze der Adria“ vom 21. August bis 02. September 2021 an Bord der Le Lyrial ab Athen/bis Venedig kostet bei Doppelbelegung in einer Deluxe Kabine ab 5.610 Euro* pro Person.

Die 8-tägige Reise „Islands Mosaiklandschaften“ an Bord der Le Dumont-d‘Urville ab/bis Reykjavík kostet bei Doppelbelegung in einer Deluxe Kabine ab 3.790 Euro* pro Person. Verschiedene Termine von Juni bis August.

Die 8-tägige Reise „Wildes und authentisches Korsika“ an Bord der Le Bellot ab/bis Nizza kostet bei Doppelbelegung in einer Deluxe Kabine ab 3.120 Euro* pro Person. Verschiedene Termine von August bis Oktober.

Die 8-tägige Reise „Schätze der Ägäis“ vom 30. Juli bis 06. August 2021 an Bord der Le Lyrial ab/bis Athen kostet bei Doppelbelegung in einer Deluxe Kabine ab 3.310 Euro* pro Person. 

*Preis pro Person auf Basis einer Doppelkabine inkl. Steuern und Hafengebühren. Dieser Preis gilt vorbehaltlich Verfügbarkeiten und basiert auf der Auslastung des jeweiligen Schiffes. 

Text: PM PONANT

Unbekanntes Mittelmeer

French Style und Destinationen, die nicht Mainstream sind. Michael Wolf checkte auf der LE LYRIAL ein.

Für viele Passagiere ist es ein Höhepunkt, ein lange erwarteter Moment: die Durchquerung des Kanals von Korinth. In dichten Gruppen stehen sie auf den vorderen Decks, ein Glas Champagner oder einen­ Cocktail in der Hand. Trotz der späten Stunde zeigt man Präsenz – eine solche Besonderheit will sich keiner entgehen lassen – und das bereits am ersten Abend der Reise.

Foto: enapress.com

Als die Küste auftaucht, kann sich niemand vorstellen, dass die winzige Öffnung in der Mitte der Felsen vor uns genug Platz für ein Schiff bieten sollte. Einige Lichter tauchen auf, der kleine Schlepper, der in der Dunkelheit auf die LE LYRIAL gewartet hatte, nimmt seinen Kunden „an die Leine“.

Langsam gleitet das Schiff auf die Küste zu. Wundersam öffnet sich der kleine Spalt in den Felsen, verschlingt die LE LYRIAL. Bordscheinwerfer tasten die Ufer rechts und links ab, die sich auf wenige Zentimeter nähern, verschreckt fliegen einige Vögel auf. Steil ragen die Felsen auf, scheinen sich über uns fast wieder zusammen­zufügen, zwischen ihnen glitzert hoch oben der griechische Sternenhimmel. Etliche Gäste schauen sich das Manöver auf der fast immer offenen Brücke an – ein geniales Schauspiel.

Vor unserem Schiff müht sich unüberhörbar der Schlepper – ­der Dieselmotor übertönt bisweilen die klassischen Weisen der Bordlautsprecher und Erklärungen des Lektors. Dichte Rauchschwaden aus dem Schornstein vor uns unterstreichen die schwere Arbeit des offensichtlich nicht ganz jungen Arbeitsschiffes – und hüllen die gesamte Vorderfront der LE LYRIAL bisweilen in einen schwarzen und nicht gerade nach edlem Parfum riechenden Nebel, durch den man wie Fetzen Teile der Kanalwände vorbeihuschen sieht.

Foto: enapress.com

An der guten Stimmung auf der LE LYRIAL ändert das nichts. Als die Küste nach dem Ende des Kanals hinter uns kleiner wird und Signalleuchten langsam am Horizont erlöschen, sind sich alle Gäste einig: Diese Kreuzfahrt beginnt bereits mit einem Highlight.

Schon zu Beginn der Fahrt hätte man die kleine LE LYRIAL im Kreis der großen Schiffe im Hafen von Piräus fast übersehen. Die langen Ströme der Passagiere, die von zahllosen Bussen ausgespuckt wurden, fließen aber heute in die Bäuche der Megaliner. Dazu vergleichsweise wenige Gäste gehen die kleine Gangway zum Schiff hinauf, die eher einer kleinen schnittigen Yacht ähnelt. Und so wird man heute auch an Bord empfangen: Obwohl viele Gäste individuell anreisen, steht ein hochkarätiges Empfangskomitee an der Reling bereit – Hoteldirektor Eric Noir (der im Übrigen vorzüglich Deutsch spricht) und Monsieur le Commandant Régis Daumesnil persönlich, sekundiert von den charmanten Damen und Herren des Showensembles, wie sich später zeigen wird….

… Lesen Sie weiter in der aktuellen AN BORD.

Sorgenfrei reisen: Impfung und doppeltes Schutzprinzip

PONANT erweitert Maßnahmen und verstärkt Hygieneprotokoll

Pressemitteilung

Ob an Land oder an Bord, die Sicherheit der Gäste und der Crew hat für PONANT stehts oberste Priorität. Bereits zu Beginn der weltweiten Pandemie hat die Reederei ein wirksames und sicheres Hygieneprotokoll eingeführt. Dieses wird nun durch die Einführung eines neuen zentralen Elements verstärkt: die verbindliche Impfung. Die Impfung ist eine der wichtigsten Maßnahmen des neuesten Protokolls von PONANT. Vor jeder Kreuzfahrt müssen Personen über 16 Jahre, seien es Gäste oder Crewmitglieder(1), vollständig geimpft sein. Zusätzlich wird ein negativer PCR-Test benötigt, der maximal 72 Stunden vor der Einschiffung durchgeführt wurde. Durch das doppelte Schutzprinzip soll ein bestmögliches Reiseerlebnis ermöglicht werden.

Das verstärkte Hygieneprotokoll von PONANT zielt darauf ab, auf den Schiffen eine „Covid-sichere“-Zone zu schaffen, die als eine Art hygienische, versiegelte Blase fungiert und durch drei Säulen erhalten wird: strikte Zugangsvoraussetzungen an Bord, ein sicheres und konsequentes Hygieneprotokoll während der gesamten Kreuzfahrt sowie tägliche Kontrollen (Gäste, Schiff, Ausrüstung).

Effektives Kreuzfahrtmodell von PONANT

PONANT kombiniert erfolgreich Schiffe von kleiner Größe (durchschnittlich 100 Kabinen), ökologisches Design, Hygieneprotokoll und die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren für ein verantwortungsvolles und nachhaltiges Reisen. Dieses Modell hat es dem Unternehmen ermöglicht, seine Protokolle mit Genauigkeit, Geschwindigkeit und Effizienz einzusetzen.

Bereits seit vielen Jahren investiert das Unternehmen auch in die Einrichtung hochleistungsfähiger Hospitäler an Bord der Schiffe seiner Flotte, die aus modernster medizinischer Infrastruktur (Radiologie, Biologie, Reanimationsgeräten u.v.m.) bestehen, die weit über den allgemeinen Standards der Tourismusindustrie liegen. Ein medizinisches Expertenteam, bestehend aus mindestens einem Arzt und einer Pflegekraft, steht rund um die Uhr zur Verfügung.

Flexible Buchungsbedingungen

Für alle Neubuchungen bis 30. Juni 2021 mit einer Abfahrt bis zum 31. März 2023 wurden flexible Buchungsbedingungen(2) eingeführt. Gäste können ihre Kreuzfahrt bis 30 Tage vor Abfahrt kostenfrei stornieren. In diesem Fall erhalten Reisende ein Guthaben von 100 % der erhaltenen Anzahlung, welche mit einer neuen Buchung, die innerhalb von 24 Monaten nach der ursprünglichen Abfahrt getätigt wird, verrechnet werden kann (ausgenommen sind eventuell entstandene Flugkosten). Falls die Kreuzfahrt aufgrund eines positiven Covid-19-Tests innerhalb von 30 Tagen vor Abfahrt kann der Gast kostenfrei umbuchen oder stornieren und den bereits gezahlten Betrag zurückerhalten. Dies gilt auch für den Fall, wenn eine Kreuzfahrt nicht stattfinden kann und von PONANT abgesagt wird.

(1) Ziel 100 %, vorbehaltlich Einschränkungen im Wohnsitzland, ansonsten negativer PCR-Test, 10 Tage Quarantäne und erneut negativer PCR-Test.

(2) Diese Buchungsbedingungen gelten nicht rückwirkend für bestehende Buchungen (Buchungen vor dem 25.11.2020) und gelten ausschließlich für Neubuchung nach dem 24.11.2020 und bis zum 30.06.2021. Sie gelten nur für den reinen Kreuzfahrtpreis. Bei anderen gebuchten Leistungen, insbesondere Flügen, gelten die Bedingungen des jeweiligen Unternehmens. Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für jede Stornierung, die weniger als 30 Tage vor Abfahrt erfolgt.

Mehr Informationen zum Hygieneprotokoll finden Sie hier: https://de.ponant.com/beruhigt-die-welt-entdecken

Text: PM PONANT

Ponant: „JES“ verlässt das Schiff

Jean-Emmanuel Sauvée verlässt endgültig das französische Kreuzfahrtunternehmen Ponant, das er 1988 mitbegründet hat. An der Spitze von Ponant wird er von Hervé Gastinel abgelöst. Als im vergangenen Oktober sein Ausscheiden aus dem Vorstand bekannt wurde, hieß es, dass „JES“, wie er bei Ponant genannt wird, den Vorsitz im Aufsichtsrat des Unternehmens übernehmen sollte. Das wird aber nicht der Fall sein. Diese Position bleibt in den Händen von François Pinault, dessen Familienholding Artémis Ponant 2015 gekauft hat. Auch wenn Jean-Emmanuel Sauvée Ponant verlässt, wird er Präsident des französischen Reederverbandes „Armateurs de France“ bleiben, eine Position, in die er im April 2020 für eine zweijährige Amtszeit gewählt wurde.

Jean-Emmanuel Sauvée und Véronique Saadé, Foto: enapress.com

Auch Véronique Saadé verlässt das Unternehmen. Sie ist die Ehefrau des derzeitigen Vorsitzenden der Containerreederei CMA CGM, Rodolphe Saadé, die Ende 2004 zu Ponant kam, als die französische Reedereigruppe das Unternehmen übernahm. CMA CGM verkaufte das Unternehmen im Jahr 2012 an den britischen Investor Bridgepoint. Zum Zeitpunkt dieses Eigentümerwechsels wurde Véronique Saadé, die Kommunikations- und Marketingdirektorin des Unternehmens war, zur Nummer zwei im Unternehmen befördert und wurde Vizepräsidentin von Ponant.

Bei der neuen Führung von Ponant ist jetzt Hervé Gastinel neuer Vorsitzender des Vorstandes. Das Unternehmen hat nach wie vor zwei Geschäftsführer, Hervé Bellaiche, der für Vertrieb und Marketing zuständig ist, und Alexis Blavette für Finanzen und Verwaltung.

Dieser Kapitänswechsel an der Spitze des französischen Unternehmens kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Wie andere Anbieter in der Branche wurde auch Ponant von den Folgen der Pandemie beim Tourismus im Allgemeinen und der Kreuzfahrt im Besonderen hart getroffen. Abgesehen vom Sommer 2020, in dem die Reederei einige ihrer Schiffe betreiben konnte, steht die Flotte, zu der elf in Betrieb befindliche Schiffe (darunter die Paul Gauguin) gehören, derzeit still. Die Renovierungsarbeiten am Segelschiff Le Ponant wurden vorerst gestoppt. Der 300-Millionen-Euro-Auftrag für zwei neue Schiffseinheiten für die polynesische Tochtergesellschaft Paul Gauguin Cruises eingefroren. Es bleibt in jedem Fall das Eisberecher-Kreuzfahrtschiff Le Commandant Charcot, dessen Auslieferung für Juli geplant ist. Bis heute ist noch nicht klar, ob er seine erste Saison in der Arktis wie geplant durchführen kann.

Das 270 Millionen Euro teure Polar-Expeditionsschiff ist das Herzstück von dem umfangreichen Entwicklungsplans des Unternehmens, der nach der Übernahme durch Artémis eingeleitet wurde. Der erste Teil, der den Bau von sechs neuen Expeditionsschiffen der Explorer-Klasse mit Kosten von rund 100 Millionen Euro pro Schiff umfasst, wurde zwischen 2018 und 2020 fertiggestellt.

Zwischen diesen kolossalen Investitionen, dem Ausbleiben eines großen Teils der für 2020 und 2021 erwarteten Einnahmen, der Rückerstattung von Kunden, die nicht reisen konnten, oder deren Verschiebung auf spätere Kreuzfahrten (was zwar einen gewissen Cashflow erspart, aber die Einnahmen zum Zeitpunkt der Rückgewinnung schmälert) und den Betriebskosten der Flotte und des Personals, die nach wie vor hoch sind, ist Ponant in die roten Zahlen gerutscht. Mit einer Gesamtrechnung, die sich für Artémis wahrscheinlich auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen wird. Dennoch, wie François Pinault im Oktober betonte, „bleiben die Grundlagen des Unternehmens solide“. Wenn die Krise vorbei ist und sich in den kommenden Monaten positive Signale für eine Erholung abzeichnen, wird Ponant zweifellos wieder auf den Wachstumspfad zurückfinden. Und wenn nötig, stellt das französische Unternehmen einen schönen Aktivposten dar, der eine Reihe von Investoren interessieren könnte.

Mit dem Weggang von Jean-Emmanuel Sauvée endet für die Reederei auf jeden Fall ein Kapitel ihrer Geschichte. Es war im April 1988, als das Abenteuer der Compagnie des Îles du Ponant begann. Ein Unternehmen, das damals von einer Gruppe junger Offiziere der Handelsmarine, darunter Jean-Emmanuel Sauvée, gegründet wurde. Im Alter zwischen 23 und 29 Jahren, direkt nach ihrem Studium in Nantes, beschlossen sie, etwa fünfzehn Jahre nach der Stilllegung der legendären France und als das einzige Kreuzfahrtschiff in Frankreich die alte Mermoz von Paquet war (die 1993 von Costa gekauft wird), eine neue Gesellschaft unter französischer Flagge zu gründen. Ein erstes Schiff, das Segelschiff Le Ponant, ein Dreimaster von 85 Metern Länge und 32 Kabinen, wurde 1991 in Dienst gestellt. Eine zweite neue Einheit, die Le Levant (99,6 Meter, 45 Kabinen), wurde 1998 in Dienst gestellt. Im Jahr 2004 folgte dann die Le Diamant (124 Meter, 113 Kabinen), eine ehemalige Fähre aus dem Jahr 1974, die 1986 zu einem kleinen Linienschiff umgebaut wurde und mit der das Unternehmen seine Tätigkeit in den Polarregionen begann. Ponant erlebte dann eine starke Entwicklung unter dem Impuls der Investitionen seiner aufeinanderfolgenden Aktionäre. Zum einen die CMA CGM, die Ende 2004 die Kontrolle über das Unternehmen übernahm und ihren Hauptsitz von Nantes nach Marseille verlegte, wo er sich auch heute noch befindet. Die Gruppe von Jacques Saadé wird es Ponant ermöglichen, seine Ambitionen zu verwirklichen, insbesondere im Bereich der Polarkreuzfahrten. Zwei neue Schiffe mit 142 Metern Länge und 132 Kabinen, die Le Boréal und die L’Austral, werden 2010 und 2011 in Dienst gestellt. Ein drittes, Le Soléal, kam 2013 hinzu. Ein Jahr zuvor war Ponant an den britischen Investmentfonds Bridgepoint verkauft worden, der den Bau eines vierten Schiffes dieses Typs unterstützt. Die 2015 ausgelieferte Le Lyrial ist eine gehobenere Version ihrer Vorgänger, mit der Reduzierung der Kabinenzahl (122) und der Integration von Suiten sowie einer luxuriöseren Innenausstattung, eine Entwicklung, die mit der Le Soléal begonnen hatte. Während die Le Levant und die Le Diamant 2012 verkauft werden, kann Ponant mit diesen neuen Einheiten zum Weltmarktführer für Polarkreuzfahrten werden.

Eine Position, die das Unternehmen beibehalten und ausbauen will, während es weltweit die Nummer 1 bei Expeditionskreuzfahrten wird. Eine Ambition, die durch einen kolossalen Investitionsplan unterstützt wird, der von einem neuen Eigentümer initiiert wurde. Die Ehefrau von François Pinault, die nach eigenen Angaben Ponant-Kreuzfahrten sehr schätzt, schien damals der Grund für diesen Schritt zu sein. Im Jahr 2015 wurde Ponant Teil von Artémis. Die Holding der Familie Pinault, die viele Marken im Luxussektor besitzt, wird ihr einen beeindruckenden Schub geben, indem sie fast eine Milliarde Euro auf den Tisch legt, um die Kapazität der Flotte zu verdoppeln und sie mit sehr hochwertigen Einheiten ausstattet. Von fünf Schiffen wird die Flotte auf zwölf aufgestockt, beginnend mit der Serie von sechs Expeditions-Luxusschiffen mit 131 Metern Länge und 92 Kabinen, die in je zwei Einheiten pro Jahr von 2018 bis 2020 ausgeliefert werden. Hinzu kommt das externe Wachstum mit der Übernahme des Unternehmens Paul Gauguin Cruises (PGC), einem Spezialisten für Kreuzfahrten in Polynesien, im Jahr 2019. Ihr einziges Schiff, der kleine Liner Paul Gauguin (153 Meter, 166 Kabinen) aus dem Jahr 1997, wird die zwölfte Einheit der Flotte. Die dreizehnte wird nun etwas Besonderes sein, denn sie wird das erste eisbrechende Schiff in der Kreuzfahrtindustrie sein. Die Le Commandant Charcot (150 Meter, 135 Kabinen) ist in der Lage, im Packeis zu Gebieten vorzudringen, die für Touristenschiffe noch unzugänglich sind.

Vincent Groizeleau/Mer et Marine

Wachwechsel an der Ponant-Spitze

Hervé Gastinel wird mit Wirkung vom 29. März dieses als neuer CEO die Verantwortung für die französische Kreuzfahrtreederei Ponant übernehmen. Er wird damit Nachfolger des visionären Reedereigründers Jean Emmanuel Sauvée.

Hervé Gastinel,
Foto: Pro-Event – Alexandre Lamy

Als ehemaliger Wachoffiziersanwärter, Eigner einer bekannten Regatta-Yacht und erfahrener Hochsee-Segler gilt Gastinel als ein wahrer Liebhaber der See und Shipslover. Zwischen 2015 und 2019 übernahm er die Leitung des bekannten Sportboot-Anbieters Bénéteau, und steigerte in dieser Zeit den den Umsatz der Gruppe von 970 Mio. Euro auf über 1,3 Mrd. Euro. Gastinel, studierte Management an der ESSEC, Finanzen an der Universität Dauphine in Paris sowie öffentliches Management an der Scienes Po und ENA und arbeitete danach an verschiedenen Projekten bei der Generalinspektion für Finanzen, bevor er technischer Berater des Präsidenten des französischen Senats wurde, der für Wirtschaft, Finanzen und neue Technologien verantwortlich war. Seinem Wunsch nach „Konkretem und Operativem“ folgend wechselte Gastinel als Planungs- und Strategiedirektor zu Saint-Gobain. Anschließend leitete er das Baustoffunternehmen Terreal mit weltweit 25 Produktionsstätten, bevor er zur Bénéteau-Gruppe wechselte. Er bleibt weiterhin Senior Advisor für das Beratungsunternehmen EIM. Nach Angaben des französischen Seglers Loïck Peyron „liebt Gastinel nicht nur die Seefahrertradition, sondern ist ebenso leidenschaftlich was Innovation und nachhaltige Entwicklung angeht, zwei Schlüsselthemen für den maritimen Sektor von morgen“.

Seit der 2015 erfolgten Übernahme von Ponant durch die Artémis-Gruppe, der Familienholding von François Pinault, hat sich die Entwicklung der 1988 von Offizieren der französischen Handelsflotte gegründeten und sich heute als Weltmarktführer für Luxusexpeditionskreuzfahrten sehenden Reederei rasant beschleunigt. Innerhalb der letzten Jahre hat sich ihre Flotte mehr als verdoppelt und besteht in Kürze aus 13 Schiffen. Dazu gehören u.a. die Kreuzfahrt-Segelyacht Le Ponant, zehn Expeditionskreuzfahrtyachten sowie die in Norwegen in der Endausrüstung befindliche Le Commandant Charcot, das weltweit erste eisbrechende Polarexpeditionskreuzfahrtschiff mit einem aus LNG-Motoren und Elektrobatterien bestehenden Hybridantrieb. 

„Ich freue mich sehr, dass Hervé Gastinel bei Ponant an Bord kommt. Er ist ein wahrer Segelliebhaber, der übe alle Fähigkeiten verfügt, um dieses wundervolle Unternehmen zu transformieren und die Wiederaufnahme des Betriebs zu erleichtern. Nach einem schwierigen Jahr werden die nächsten Monate entscheidend sein, um die Entwicklung von Ponant für die kommenden Geschäftsjahre zu beschleunigen.“, sagt Artemis-Gründer François Pinault. „Der Beitrag zum Neustart und zur internationalen Entwicklung von Ponant in einem Sektor, der sich in einem raschen Wandel befindet, ist eine großartige Perspektive.“, so Hervé Gastinel, der sich freut, als ein Teil des Ponant Teams, „das große unternehmerische Abenteuer“ seines Vorgängers Jean Emmanuel Sauvée fortzusetzen. JPM

PONANT announces a new phase in its development with the arrival of Hervé Gastinel as company CEO

Pressemitteilung

The appointment of Hervé Gastinel as CEO of PONANT as of 29 March 2021 confirms the company’s ambition to become the market leader in luxury cruises and the world leader in sustainable tourism.

PONANT, a subsidiary of Artemis since 2015, has therefore opened a new chapter in its development. Over the last five years, the company has significantly stepped up a gear by doubling its fleet. It now has twelve (soon to be thirteen) vessels, including Le Ponant, the historic sailing yacht and Le Commandant Charcot, the world’s first hybrid-electric polar exploration vessel powered by liquefied natural gas (LNG), due for delivery in a few months.

Foto: Photo Pro-Event – Alexandre Lamy

For more than thirty years, driven by a specific idea of the sea, PONANT has been taking its passengers to exceptional destinations, by following in the steps of the great explorers. At the same time, it has continued to implement its strategy of innovation and excellence, which has made its fleet the symbol of the French art of living.

François Pinault, Artemis’ founder and manager, said: “I am delighted with the arrival of Hervé Gastinel, he is a true sailing enthusiast, who has all the skills to transform this wonderful company and facilitate the resumption of operations. After a difficult year, the next months will be decisive in accelerating Ponant’s development for the coming financial years.” He also made a point of thanking “the visionary creator who is Jean Emmanuel Sauvée”, the outgoing CEO of PONANT.

Born close to the sea to a Breton mother, a philosophy teacher, and a Mediterranean father, a shipbuilding engineer, Hervé Gastinel is a true enthusiast of the sea and ships. This former officer-cadet and watch captain owns a yacht well-known on the regatta circuit and is an experienced deep-sea sailor. He took over the reins of the Beneteau group, world leader in pleasure craft, between 2015 and 2019, increasing its turnover from €970 million to more than €1.3 billion. According to French yachtsman, Loïck Peyron, “Hervé Gastinel is passionate about the sea and sailors, but he is also just as passionate about innovation and sustainable development, two key issues for tomorrow’s maritime transport sector.”

After studying management at ESSEC, finance at Dauphine and public management at Sciences Po and ENA, he worked on various projects at the General Inspectorate of Finance before becoming technical advisor to the President of the French Senate, responsible for the economy, finance and new technologies.

Overtaken by a desire for “the concrete and operational”, Hervé Gastinel joined Saint Gobain as Planning and Strategy Director. He went on to manage the building materials company, Terreal, which has 25 manufacturing sites around the world, before joining the Beneteau Group. He also remains Senior Advisor for the consulting firm EIM.

Nicolas Hénard, the Chairman of the French Sailing Federation says that he is “a very special ENA graduate, who not only wields the full ENA toolbox but has the pragmatism of a skipper“. He now brings his management and international development skills to a company he is passionate about, in a sector undergoing rapid transformation.

This is a great challenge that Hervé Gastinel is about to take up. He concludes: „Contributing to the restart and international development of Ponant in a sector undergoing rapid transformation is a great perspective. I look forward to joining the Ponant team, the employees on board as well as ashore, in France and abroad, and to continuing the great entrepreneurial adventure led by Jean Emmanuel Sauvée.”

Text: PM PONANT


Deutsche Pressemitteilung vom 10. März

Wechsel an der Spitze bei PONANT: Hervé Gastinel wird neuer CEO der Reederei

PONANT öffnet ein neues Kapitel in seiner Entwicklung: Zum 29. März 2021 wird Hervé Gastinel neuer CEO der Kreuzfahrtreederei und übernimmt damit die Verantwortung für die Flotte von bald 13 Schiffen. Durch die Übernahme im Jahr 2015 durch die Artémis-Gruppe, der Familienholding von François Pinault, wurde die Entwicklung des Unternehmens rasant beschleunigt. Innerhalb der letzten Jahre hat sich die Flotte mehr als verdoppelt und besteht bald aus 13 Schiffen. Dazu gehören u.a. die symbolträchtige Segelyacht Le Ponant, zehn Expeditionsyachten sowie die Le Commandant Charcot, das weltweit erste Polarexpeditionsschiff mit Hybridantrieb (Flüssigerdgas und Elektrobatterien), welches in wenigen Monaten zur Flotte dazustößt. Bereits seit mehr als 30 Jahren bringt PONANT seine Gäste in die abgelegensten Regionen der Welt, oftmals auf den Spuren der großen Entdecker. Gleichzeitig hat die Reederei ihre Strategie der Innovation und Spitzenleistungen weiter umgesetzt, die ihre Flotte zum Symbol der französischen Lebensart gemacht hat.

François Pinault, Gründer von Artemis, sagt: „Ich freue mich sehr, dass Hervé Gastinel bei Ponant an Bord kommt. Er ist ein wahrer Segelliebhaber, der über alle Fähigkeiten verfügt, um dieses wundervolle Unternehmen zu transformieren und die Wiederaufnahme des Betriebs zu erleichtern. Nach einem schwierigen Jahr werden die nächsten Monate entscheidend sein, um die Entwicklung von Ponant für die kommenden Geschäftsjahre zu beschleunigen.“ Er bedankte sich auch bei „dem visionären Schöpfer Jean Emmanuel Sauvée“, dem scheidenden CEO von PONANT.

Mehr über den neuen CEO

Hervé Gastinel ist ein wahrer Liebhaber des Meeres und der Schiffe: Der ehemalige Wachoffiziersanwärter und Besitzer einer bekannten Yacht auf Regattastrecken ist ein erfahrener Hochseesegler. Zwischen 2015 und 2019 übernahm er die Leitung der Bénéteau-Gruppe, dem weltweit führenden Anbieter von Sportbooten, und steigerte ihren Umsatz von 970 Mio. Euro auf über 1,3 Mrd. Euro. Laut dem französischen Segler Loïck Peyron „liebt Hervé Gastinel das Meer und die Seefahrertradition, aber er ist ebenso leidenschaftlich was Innovation und nachhaltige Entwicklung angeht, zwei Schlüsselthemen für den maritimen Sektor von morgen.“

Der neue CEO von PONANT, Hervé Gastinel, studierte Management an der ESSEC, Finanzen an der Universität Dauphine in Paris sowie öffentliches Management an der Scienes Po und ENA und arbeitete danach an verschiedenen Projekten bei der Generalinspektion für Finanzen, bevor er technischer Berater des Präsidenten des französischen Senats wurde, der für Wirtschaft, Finanzen und neue Technologien verantwortlich war. Als er von dem Wunsch nach „Konkretem und Operativem“ erfasst wurde, kam Hervé Gastinel als Planungs- und Strategiedirektor zu Saint-Gobain. Anschließend leitete er das Baustoffunternehmen Terreal mit 25 Produktionsstätten auf der ganzen Welt, bevor er zur Bénéteau-Gruppe wechselte. Er bleibt weiterhin Senior Advisor für das Beratungsunternehmen EIM. 

Dies ist eine große Herausforderung, der sich Hervé Gastinel stellen wird. Er selbst sagt: „Der Beitrag zum Neustart und zur internationalen Entwicklung von Ponant in einem Sektor, der sich in einem raschen Wandel befindet, ist eine großartige Perspektive. Ich freue mich darauf, ein Teil des Ponant Teams, den Mitarbeitern an Bord und an Land, in Frankreich und im Ausland, zu werden und das große unternehmerische Abenteuer von Jean Emmanuel Sauvée fortzusetzen.“

Text: PM PONANT

Longyearbyen: Tender-Neubau für Kooperation mit Ponant bestellt

Die Verwaltung des Spitzbergen-Hafens Longyearbyen hat mit der französischen Kreuzfahrtreederei Ponant eine Kooperationsvereinbarung getroffen. Sie sieht den Bau und Betrieb eines Hafenlogistik-Schiffes zur Bedienung ihrer Expeditionsschiffe bei Anläufen dieses auch über einen Flughafen verfügenden und deshalb häufig auch für Passagierwechsel genutzten Arktis-Hafens vor. Hintergrund ist die wasserseitige Ver- und Entsorgung des neuen Flaggschiffes der Reederei, ihres derzeit beim norwegischen Vard-Werftbetrieb in Sövik in der Endausrüstung befindlichen ersten über die Eisklasse PC2 verfügenden Luxus-Expeditionsschiff-Neubaus Le Commandant Charcot, der mit seinem Tiefgang von 10 m an keinem der Kais von Longyearbyen direkt festmachen kann und deshalb auf Reede ankern muss. Wegen seines großen Tiefgangs war der auch u.a. mit verflüssigtem Erdgas (LNG) und Batterie zu betreibende 31757-BRZ-Polarexpeditionskreuzer bereits während seiner Komplettierungsphase von der norwegischen Vard-Werft nach Saint-Nazaire Frankreich verschleppt worden, weil vor Ort kein für die Installation der beiden je 17 MW leistenden-Azipod VI-Antriebe mit jeweils einem fünfflügeligen Propeller in den in Rumänien gebauten Kasko geeignetes Dock zur Verfügung stand.

Bei dem vom Port of Longyearbyen als Werft-Nr. 41 bei der erst 2012 gegründeten Werft Lextor Marin AS in Bolandet (Fosnavag) südlich von Alesund bestellten Neubau handelt es sich um einen 15 m langen und 5 m breiten Katamaran mit einer bis 20 t belastbaren Decksfläche von mehr als 40 Quadratmetern, der u.a. mit einem 8 t hebenden Faltkran im Vorschiffsbereich ausgerüstet wird. Seine Hauptaufgabe ist es, im Hafenbereich vor Anker liegende Schiffe nicht nur mit Versorgungsgütern, Ersatzteilen, Post, Gepäck usw. zu beliefern, sondern ihnen auch z. T. vorsortierte oder behandelte Abfälle sowie flüssiges Entsorgungsgut wie vegetabilische oder mineralische Altöle bzw. Schlämme oder Gemische (Sludge) zum Recycling bzw. Entsorgung abzunehmen. Als Antrieb kommen zwei Motoren mit einer Gesamtleistung von 660 PS zum Einbau, die auf feste Wellen und Propeller arbeiten. Zur Verbesserung der Manövrierfähigkeit wird der mit den erforderlichen Kommunikations- und Navigationsanlagen auszustattende Tender, der nach Angaben von Hafenchef Kjetil Braten selbstverständlich bei Bedarf auch allen anderen Kunden des Hafens zur Verfügung steht, auch mit einem Bugstrahler ausgerüstet.

Foto: Le Commandant-Charcot © Ponant – Stirling Design International

Da die Indienststellung des neuen Tenders für Ende Juli dieses Jahres geplant ist, könnte es dann auch zu einer Premiere – wenn nicht auch Taufe – kommen, da am 24. Juli in Longyearbyen auch die verzögerte 15-Nächte Jungfern-Rundreise der Le Commandant Charcot zum geografischen Nordpol beginnen soll und sich die beiden Flaggschiff-Neubauten dann erstmals begegnen dürften. JPM

Erst im Juli auf Jungfernreise zum Nordpol: Neues Ponant-Flaggschiff kommt mit zweimonatiger Verspätung in Fahrt

Ursprünglich im April/Mai dieses Jahres unter französischer Flagge als neues Flaggschiff der auf Expeditionsreisen fokussierten Reederei Ponant in Fahrt kommen sollte der über eine auch für den Betrieb mit Flüssiggas (LNG) geeignete Hybrid-Antriebsanlage verfügende Kreuzfahrt-Eisbrecher Le Commandant Charcot. Da der derzeit noch in Norwegen an der Werft liegende Neubau Pandemie-bedingt nunmehr erst im Juli in Dienst gestellt werden kann, mussten die ersten zum Teil bereits gebuchten Reisen abgesagt werden. Den Gästen wurden Umbuchungen bzw. Rückerstattungen angeboten. Seine Jungfernreise von Longyearbyen zum geographischen Nordpol soll das einzigartige Schiff nunmehr am 24. Juli antreten.

Der im Dezember 2017 für rd. 274 Millionen Euro bei der norwegischen Fincantieri-Werfttochter Vard bestellte 31757-BRZ-Neubau, der dank seiner Eisverstärkungen mit Polarklasse PC2 und eines innovativen Streckenführungsprogramms auch für gängige Expeditionsschiffe unzugängliche Polarrouten wie den geografischen Nordpol, das Rossmeer, die Weddel-See oder die Charcot-Insel befahren kann, war im Dezember 2018 beim rumänischen Vard-Werftbetrieb in Tulcea auf Kiel gelegt worden. Nach der Fertigstellung des fahrklaren Kaskos ging es am 19. März dieses Jahres über eine Strecke von rd. 5000 Meilen über das Schwarze Meer, durch das Mittelmeer, die Biskaya und durch den Ärmelkanal an die norwegische Küste, wo der nach dem als „Gentleman der Pole“ bekannte französische Entdecker Jean-Baptiste Charcot benannte Neubau Ende April zur Komplettierung des Innenausbaus und der Endausrüstung am Ausrüstungskai des Vard-Werftbetriebes in Sövik eintraf. Bei der Überführung kam es am 13. April vor Gibraltar zu einem seltenen Treffen von gleich vier Ponant-Schiffen, als die drei auf der Reise nach Marseille befindlichen Schwesterschiffe L’Austral, Le Boréal und Le Lyrial in enger Formation den noch unter Werftflagge fahrenden Polarkreuzer passierten.

Der Entwurf des weltweit ersten Luxuseisbrechers für Kreuzfahrten mit LNG/Elektro-Hybridantrieb, der nach den Vorschriften und unter Aufsicht der französischen Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas erbaut wird, stammt von Stirling Design International (SDI) in Nantes. Bei der Entwicklung des 150 m langen, 25,60 m breiten und 10 m tiefgehenden Schiffes wurde eng mit Aker Arctic zusammen gearbeitet, um auf deren auf Eisbrechern und Polar-Versorgern bewährtes Double-Action-System (DAS) zurückgreifen zu können. Damit soll das Schiff nicht nur in der Vorwärtsfahrt mit mittlerem, mehrjährigem Treibeis klar kommen, sondern bei Rückwärtsfahrt auch extreme Eis-Situationen beherrschen und durch bis zu 2,5 Meter dickes, mehrjähriges Packeis fahren können. Mit den von Wärtsilä gelieferten Dual-Fuel-Motoren soll das neue Ponant-Flaggschiff auch umweltfreundliches verflüssigtes Erdgas (LNG) als Treibstoff nutzen können. Die LNG-Tanks – die Gasanlage wurde von GTT zugeliefert – sind so dimensioniert, dass das bei Lieferengpässen auch mit Marinediesel zu betreibende Schiff nur wenige Bunkerungen benötigt. Zusätzlich verfügt das Schiff über Hochleistungsakkus, so dass es kürzere Strecken komplett emissionsfrei mit Elektroantrieb betrieben werden kann. Die beiden Azipod-VI-Antriebe mit sechs Meter im Durchmesser grossen Propellern wurden von ABB zugeliefert. Weil es wegen der Pandemie in Norwegen Probleme gab und vor Ort wegen des extremen Tiefgang des Schiffes auch kein geeignetes Dock für die Installation gefunden werden konnte, wurde der Neubau nach Frankreich zurückgeschleppt, wo zwischen dem 21.7. und 3.8.2020 im Dock der Chantiers de l’Atlantique in Saint Nazaire der Einbau der Antriebe erledigt werden konnte, bevor es wieder zurück nach Norwegen ging. Mit einer kombinierten Leistung des Antriebs von 34 MW soll eine Geschwindigkeit von 15 kn in offenem Wasser erreicht werden. Bunkertanks und Vorratsräume sind für eine Autonomie bis zu 1,5 Monaten dimensioniert.

In 135 Suiten, davon 68 mit Fensterfront und privater Terrasse, können 270 Gäste untergebracht werden. Die Besatzung umfasst 187 Personen. Den Gästen stehen neben einer verglasten Aussichts-Lounge auf dem Oberdeck u.a. zwei Panorama-Restaurants und ein Grill-Restaurant sowie eine Außen-Lounge auf dem Achterschiff zur Verfügung. Für Exkursionen wird es u.a. 16 Zodiacs sowie zwei in Hangars auf dem Vorschiff untergebrachte Helikopter geben. Eine weitere Besonderheit ist ein Pool über die gesamte Breite des Hecks. JPM

Probleme für Ponant in Neuseeland

Schlechte Nachrichten für Ponant, die in den kommenden Tagen mit einem ihrer Expeditionsschiffe, der Le Lapérouse, ihre Aktivitäten in Neuseeland wieder aufnehmen sollte. Letztere wurde jedoch schließlich von den neuseeländischen Behörden zurückgewiesen, als sie sich Auckland näherte, wo sie am Samstag, den 30. Januar, ankommen sollte. Es ging um die erstaunliche Weigerung Neuseelands, drei Vierteln der Besatzung (insgesamt 90 Personen), hauptsächlich Hotelpersonal, Visa zu erteilen, die als „nicht-essentielle“ Arbeiter angesehen wurden. Die Le Lapérouse kam gerade aus Jakarta, wo sie indonesische Mitarbeiter für ihre neue Saison in Neuseeland eingeschifft hatte.

„Nach einer Entscheidung der neuseeländischen Einwanderungsbehörde vom 27. Januar haben nur 25 % der Besatzung ein Visum für die Einreise nach Neuseeland erhalten“, bestätigt das Unternehmen, das betont, dass die Besatzung keine Probleme im Zusammenhang mit dem Coronavirus aufweist: „Alle 90 Besatzungsmitglieder wurden für 27 Tage in Quarantäne gestellt und jeweils 4 Covid-19-Tests durchgeführt, die alle negativ waren“. In der Tat ist es vielleicht die Angst vor der Pandemie, mit neuen Fällen, die kürzlich in Neuseeland entdeckt wurden, die die Position der Behörden verhärtet hat, obwohl das französische Unternehmen seit Jahren regelmäßig mit internationalen Crews im Land operiert.

Ponant hatte jedoch im Vorfeld einen formellen Antrag gestellt, der angenommen wurde. Allerdings scheint es in der Folgezeit Probleme mit den Verwaltungsverfahren in Bezug auf die Einwanderungsformalitäten gegeben zu haben.

Am Ende wurde Ponant vorgeworfen, von Jakarta nach Auckland gefahren zu sein, bevor die Visumsanträge validiert wurden. Ein Verfahrenspunkt, von dem das regionale Team des Unternehmens und sein lokaler Hafenagent sagten, dass sie sich dessen nicht bewusst waren. Auf jeden Fall hat sich Neuseeland auf diese Tatsache berufen, um Le Lapérouse den Zugang nach Auckland zu verweigern. Das Schiff, das bereits eine lange Reise von Indonesien aus hinter sich hatte, war gezwungen, mit reduzierten Treibstoffreserven nach Neukaledonien zurückzufahren. Hinzu kam das tropische Tiefdruckgebiet Lucas, das derzeit in der Region wütet.

Die Le Lapérouse konnte gestern endlich Noumea erreichen, um aufzutanken und eventuell schnell wieder in See zu stechen, wenn der Sturm auf Neukaledonien trifft. Die Gespräche zwischen dem französischen Unternehmen und den neuseeländischen Behörden werden fortgesetzt, um eine Lösung zu finden. Dies wird noch dadurch erschwert, dass nun verlangt wird, dass „nicht-essentielles“ Personal, d.h. abgesehen von Offizieren, die ihr Visum erhalten haben, die neuseeländische Staatsangehörigkeit besitzen. Dies würde bedeuten, dass Ponant lokales Personal einstellen und schulen müsste, während gleichzeitig die gerade eingestellten Mitarbeiter zurückgeführt werden müssten.

Die Lapérouse soll am 8. Februar ihr Neuseeland-Programm im Rahmen einer zweimonatigen Charter an den neuseeländischen Reiseveranstalter Wild Earth Travel beginnen. Geplant sind sieben Kreuzfahrten mit einer auf 100 Passagiere begrenzten Tonnage und nur lokalen Touristen aus Neuseeland.

Die Le Lapérouse ist das Flaggschiff der sechs neuen Expeditionsschiffe der Explorer-Klasse von Ponant, die 2018 in Dienst gestellt werden. Sie ist 131 Meter lang und hat 92 Kabinen. Als die Gesundheitskrise im März letzten Jahres ausbrach, befand sich das Schiff in Neuseeland, und als die Kreuzfahrtindustrie gezwungen war, den Betrieb einzustellen, wurde es nach Neukaledonien zurückgebracht.

Vincent Groizeleau/Mer et Marine

PONANT erhält Zertifizierung für Reduzierung der Lärmbelastung unter Wasser

Bureau Veritas belohnt proaktiven Ansatz

Pressemitteilung

Die Le Jacques-Cartier, der jüngste Flottenzugang der Serie PONANT Explorers, wurde vom Bureau Veritas mit der Zertifizierung „Underwater Radiated Noise – Controlled“ (URN) ausgezeichnet. Die Auszeichnung bestätigt den proaktiven Ansatz von PONANT zur Reduzierung der Lärmbelastung unter Wasser. Das Bureau Veritas, ein weltweit führendes Unternehmen der Test-, Inspektions- und Zertifizierungsdienstleistungen (TIC), hat ein spezielles Unterwasser-Lärmschutzsystem eingerichtet. Es misst die „akustische Tonsignatur“ von Schiffen und bewertet deren Pegel im Vergleich zur Lärmschwelle, um die Auswirkungen auf die Meeresfauna zu bewältigen und zu mildern. Die Le Jacques-Cartier der Reederei PONANT ist eines der wenigen Kreuzfahrtschiffe weltweit, die diese Zertifizierung erhalten haben, und belohnt damit das hochmoderne Design im Hinblick auf den Umweltschutz der gesamten Serie der PONANT Explorers. „Wir freuen uns sehr über diese Zertifizierung, die die jahrelange Forschung und Entwicklung für die Serie der PONANT Explorers belohnt. Sie zeigt perfekt das Engagement von PONANT, den Umweltschutz bereits in der Entwurfsphase der Schiffe zu seiner Priorität zu machen“, sagt Mathieu Petiteau, Direktor Newbuilding, Research & Development bei PONANT.

Die Schallprüfungen wurden im September dieses Jahres vor der Küste von Morgat im Golf von Morbihan durchgeführt. Mit einer Messboje in Form einer Schwimmleine mit drei Hydrofonen analysierten die Experten von Bureau Veritas mit technischer Unterstützung des Akustikspezialisten Quiet Oceans die Schallstrahlung der Le Jacques-Cartier, um ihre akustische Signatur zu bewerten. Diese Zertifizierung ist für einen Zeitraum von fünf Jahren bei einer Höchstgeschwindigkeit von 13 Knoten gültig. Es ergänzt die Komfortklasse 1, die Bureau Veritas bereits für die gesamte PONANT Flotte ausgestellt hat und die den Gästen einen möglichst geringen Geräuschpegel garantiert.

Foto: Studio Ponant – Ophélie Bleunven

Proaktive Maßnahmen zur Reduzierung der Lärmbelastung unter Wasser

PONANT hat sich für den Bau seiner Serie der PONANT Explorers mit den neuesten umweltfreundlichen Technologien ausgestattet und sich für einen proaktiven Ansatz zur Begrenzung der Lärmbelastung unter Wasser entschieden. Bereits 2017 unterstützte die Reederei das ECHO-Programm, eine Initiative des Hafens von Vancouver. Die Schiffe von PONANT haben ihre Geschwindigkeit in einem wichtigen Fütterungsgebiet für Wale bewusst reduziert, um den Unterwasserlärm in diesem Gebiet zu reduzieren. Seitdem hat PONANT diese Maßnahmen erweitert: Die Durchschnittsgeschwindigkeit aller Schiffe der gesamten Flotte wurden unabhängig von der Navigationszone auf 10 Knoten begrenzt, um die Auswirkungen auf Unterwasserfauna zu reduzieren. PONANT hat auch zum europäischen Verbundforschungsprojekt AQUO beigetragen, das die Modellierung von Unterwasserlärm untersucht. Es hebt die Auswirkungen der mit dem Seeverkehr verbundenen Lärmstrahlung auf wildlebende Tiere hervor und hat insbesondere Empfehlungen zur Optimierung des Baus künftiger Schiffe veröffentlicht. Dieser Beitrag wird mit PIAQUO fortgesetzt, einem Implementierungsprojekt, das die AQUO-Tools und -Ansätze verwendet.

Text: PM PONANT