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PORT OF KIEL begrüßt „Aura Seaways“

Premiere: PORT OF KIEL begrüßt mit „Aura Seaways“ erstmals neue Fährgeneration der dänischen Reederei DFDS in Kiel. Erfolgreicher Probelauf zeigt, dass die Modernisierungsvorhaben am Ostuferhafen gelungen sind.

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Es ist ein Erstanlauf der besonderen Art: Am späten Dienstagnachmittag lief das Fährschiff „Aura Seaways“ der dänischen Reederei DFDS erstmalig den Kieler Hafen an. Es war das erste Mal, dass ein Schiff der neuen Fährgeneration an den eigens optimierten Liegeplätzen 5 und 6 am Ostuferhafen festmachte. Sowohl die Nutzung der neuen Rampe als auch das anschließende Be- und Entladen verliefen problemlos und konnten in unter vier Stunden abgeschlossen werden. „Auch wenn es sich in dieser Woche um die ersten drei Probeanläufe handelt, ist es doch auch der erfolgreiche Auftakt in eine neue Zeit im Fährverkehr Kiel – Klaipėda mit DFDS als langjährigen Partner an unserer Seite“, betont Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG. Im Zuge des Be- und Entladungsprozesses wurde auch die an dem Liegeplatz vorhandene automatische Erfassung von Lkws über ein entsprechendes Video Gate System erfolgreich getestet. Sie ist Bestandteil einer umfangreichen Digitalisierungsmaßnahme für das Terminal und soll zukünftig eine vollautomatische Statusveränderung des Lösch- und Ladevorgangs ermöglichen. 

„Aura Seaways“

Die „Aura Seaways“ gehört mit 230 Metern Länge und einer Ladekapazität von 4500 Spurmetern für Lastwagen sowie Kabinenplätzen für bis zu 600 Personen zu einer der größten ihrer Art weltweit. Das Schiff erfüllt mit einem der modernsten Scrubber Systeme zudem auch die neuen Standards des EEDI (Energie Efficiency Design Index). Im Vergleich zu den aktuellen Fährschiffen auf der Strecke kann die 2021 erbaute „Aura Seaways“ ihren C02-Fußabdruck um ein Fünftel senken. Nach dem Erstanlauf am Dienstag wird das Schiff Kiel in dieser Woche noch zwei Mal anlaufen. Im Zuge dessen sollen vor allem auch die neuen RoRo-Rampen getestet werden, die für die Fähren der neuen Generationen eigens umgebaut wurden. Die entsprechenden Baumaßnahmen wurden vor wenigen Wochen abgeschlossen und sollen das Terminal am Ostuferhafen im Fährbereich noch zukunftsfähiger machen. Bisher sind auf der Strecke Kiel-Klaipėda die kleineren Fährschiffe „Athena Seaways“ und „Victoria Seaways“ gefahren, die ab Sonntag auch vorerst wieder den Betrieb aufnehmen werden.

Modernisierung Ostuferhafen

Das Bauprojekt am Ostuferhafen „Ostuferhafen Kiel – Ausbau der Seeverkehrsachse ins Baltikum durch Ertüchtigung RoRo-Rampen und Optimierung Wegeführung“ umfasste zwei Einzelprojekte. Beide verfolgen das Ziel einer effizienteren Flächennutzung und zukunftsfähigen Optimierung der Infrastruktur im Ostuferhafen. Das Bauprojekt im Umfang von 11,2 Mio. Euro wurde unterstützt mit einer Förderung aus dem Landesprogramm Wirtschaft mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 6,7 Mio. Euro.

Text: PM Port of Kiel

Tests erfolgreich abgeschlossen: Mein Schiff 6 bezieht erstmals Landstrom in Kiel Wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum emissionsfreien Schiffsbetrieb

Pressemitteilung

Beim gestrigen Anlauf war es soweit: Die Mein Schiff 6 bezog erstmals Landstrom und ist damit nach der Mein Schiff 4 das zweite Schiff der Flotte, dass über einen Landstromanschluss verfügt. Am Vormittag hatten die Techniker und Ingenieure verschiedene Tests der Landstromanlage der Mein Schiff 6 durchgeführt und sie auf Herz und Nieren geprüft. Dabei wurden erstmals auch die Stecker der Landstromanlage Kiel mit den Steckdosen der Mein Schiff 6 verbunden. Nach einem abschließenden Test ging die Mein Schiff 6 dann am Mittag endgültig an die Steckdose und konnte während dieser Zeit einen fast emissionsfreien Schiffsbetrieb sicherstellen.

Damit dies möglich ist und die bis zu 2.500 Gäste und 1.000 Besatzungsmitglieder auch während der Liegezeit im Hafen mit Strom versorgt werden, sind vier etwa 12 Zentimeter dicke Hochspannungskabel nötig. Diese kommen direkt vom Hafen und übertragen den Strom mit einer Spannung von 11.000 Volt. Aus Sicherheitsgründen benötigt die Anlage an Bord der Schiffe dafür einen eigenen Raum. Zusätzlich wurde bei der Nachrüstung eine zusätzliche Tür in die Außenhaut eingebaut, durch die jetzt die Landstromkabel ins Schiffsinnere führen. Über eine Schaltanlage wird die Stromversorgung an Bord dann reguliert.

In den kommenden Monaten wird die Mein Schiff 6 auch in anderen Häfen Tests durchführen, um dort Landstrom zu beziehen. Aktuell können Kreuzfahrtschiffe dieser Größe in Europa neben Kiel allerdings lediglich in Warnemünde, Hamburg, Kristiansand, Southampton, Bergen und Flam an die Steckdose gehen. „Mit der Inbetriebnahme des Landstromanschlusses der Mein Schiff 6 unterstreichen wir unser Ziel die Entwicklung von externer Stromversorgung in den Häfen weiter voranzutreiben. Gleichzeitig sehen wir hier aber auch die Häfen in der Pflicht: Zum einen muss das Angebot an Landstromanlagen ausgebaut werden. Zum anderen müssen die Häfen, wie es beispielsweise hier in Kiel auch der Fall ist, ein grünes Stromkonzept vorlegen. Nur so können wir sicherstellen, dass wir die Emissionen nicht an andere Stelle verlagern“, sagt Wybcke Meier, CEO von TUI Cruises.

Bereits im Mai hatte die Mein Schiff 4 fast alle Tests für den Bezug von Landstrom absolviert. Die noch ausstehenden Tests werden jetzt am 17. August in Bergen durchgeführt, so dass die Mein Schiff 4 erstmals vollständig am 25. August in Kiel ebenfalls Landstrom beziehen kann.  

Foto: TUI Cruises

Beim PORT OF KIEL baut man schon seit einigen Jahren auf klimafreundliche Zukunftslösungen. Der Hafen möchte 2030 klimaneutral sein. „Nach der Inbetriebnahme der Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe im vergangenen Jahr, versuchen wir in dieser Saison möglichst viele der uns anlaufenden Schiffe zu integrieren. Ein Teil der Schiffe befindet sich noch im Prozess der technischen Umrüstung und ist noch nicht landstromfähig. Umso mehr freut es uns, dass die Mein Schiff 6 mit dem erfolgreich abgeschlossenen Integrationstest nun schon in dieser Saison zu den Schiffen gehört, die ihre Dieselmotoren während der Liegezeit im Kieler Hafen ausstellen können“, betont Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer vom SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG. 

Die Schiffe der Neubauserie der Mein Schiff Flotte werden in den kommenden Jahren alle schrittweise mit einem Landstromanschluss ausgerüstet. Doch auch ohne Landstromanschluss erfüllen die Schiffe von TUI Cruises höchste Standards in Sachen Klimaschutz und Luftreinhaltung: Die Neubauschiffe gehören zu den energieeffizientesten Kreuzfahrtschiffen der Welt und haben grundsätzlich einen geringen Kraftstoffverbrauch und damit verringerte Emissionen. Zudem verfügen die Hilfsmaschinen an Bord, die im Hafen während der Liegezeit laufen, dank der eingebauten Katalysatoren schon seit der Mein Schiff 3 den TIER III Standard für Stickoxid-Emissionen. Der auf allen Neubauten eingebaute Hybrid-Scrubber filtert bis zu 99 Prozent der Schwefelemissionen und 60 Prozent der Partikel.

Text: PM TUI Cruises

Erfolgreicher Integrationstest: Auch Mein Schiff 6 kann künftig Ökostrom über die Landstromanlage am Ostseekai beziehen.

PORT OF KIEL setzt Integration von Kreuzfahrtschiffen mit Landstromanlage sukzessive fort.

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Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Integrationstest am Montag gehört die Mein Schiff 6 ab sofort zu den landstromfähigen Schiffen im Kieler Hafen. Der PORT OF KIEL setzt in dieser Saison einen starken Fokus auf die Integration möglichst vieler Schiffe mit der Landstromanlage am Ostseekai, die im vergangenen Jahr speziell für Kreuzfahrtschiffe in Betrieb genommen würde.

Bereits eine Stunde nach dem Festmachen an Liegeplatz 28 wurde am Montagmorgen mit den entsprechenden Tests zwischen der Mein Schiff 6 und der Landstromanlage begonnen. Die Integration zwischen Anlage und Schiff konnte gegen 13.00 Uhr nach fünfeinhalbstündigem Testen erfolgreich abgeschlossen werden und gehört damit bisher zu den schnellsten in dieser Saison. Im Anschluss bezog das Schiff für weitere zwei Stunden regulär Ökostrom über die Anlage. Insgesamt wurden 9.000 kwH Strom an die Mein Schiff 6 geliefert. In dieser Zeit lag das Schiff emissionsfrei im Hafen. Das Kreuzfahrtschiff wird von der Landstromanlage am Ostseekai mit 11 kV/60 Hz versorgt. 

Die Mein Schiff 6 ist nach der Mein Schiff 4 bereits das zweite Schiff von TUI Cruises, das Kiel in dieser Saison anläuft und über die technische Umrüstung und entsprechende Kommissionierung zur Landstromnutzung verfügt. Bei der Mein Schiff 4 wurde in Kiel bereits mit entsprechenden Integrationstests begonnen, die voraussichtlich in den kommenden Wochen bei Anläufen in Bergen abgeschlossen werden können. Damit könnten beide Schiffe von TUI Cruises zukünftig emissionsfrei im Kieler Hafen liegen. Die Landstromversorgung von Schiffen während der Liegezeit ist ein wichtiger Bestandteil der Umweltstrategie beim PORT OF KIEL. Das Unternehmen möchte bis 2030 klimaneutral sein.

Text: PM Port of Kiel

Ausbildungsbeginn beim PORT OF KIEL – in Zeiten von Nachwuchsmangel

Foto: PORT OF KIEL

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Auftakt in die Ausbildung: PORT OF KIEL begrüßt neue Auszubildende am Hafen. Trotz Nachwuchsmangel in der Logistikbranche konnte das Unternehmen auch in diesem Jahr wichtige Stellen besetzen und die Ausbildungsquote der Vergangenheit halten.

Am Montag hat die SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG die neuen Auszubildenden am Hafen begrüßt. Mit insgesamt zehn besetzten Stellen freut sich das Unternehmen auch in diesem Jahr über konstant hohe Zahlen. Mit einer Begrüßung von der Geschäftsführung und Besuchen an den verschiedenen Terminals im Rahmen einer Hafenrundfahrt wurden die Neuzugänge am Hafen begrüßt und auf ihre dreijährige Berufsausbildung eingestimmt.

Der Personalmangel in der Logistikbranche ist allgegenwärtig und hat sich in den vergangenen Monaten in weiten Teilen der Branche noch einmal zugespitzt. Dieser Trend ist auch am Hafen spürbar. „Auch für uns ist es eine der großen Zukunftsherausforderungen, gute Mitarbeiter*innen zu finden“, betont Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG. „Daher ist gerade die Ausbildung von jungen Menschen, die Lust auf Herausforderungen und maritimes Flair haben, für uns ein besonderes Anliegen. Wir freuen uns, dass wir trotz wachsendem Wettbewerb konstant ausbilden können und auch in diesem Jahr engagierte junge Menschen am Hafen begrüßen dürfen!“

Kooperation mit ThyssenKrupp Marine Systems

Die Ausbildungsberufe am Hafen sind vielseitig: Neben Elektroniker*innen, Hafenarbeiter*innen und Kaufleuten für Büromanagement werden in diesem Jahr beim PORT OF KIEL auch erstmals Industriemechaniker*innen, in Kooperation mit der ThyssenKrupp Marine Systems GmbH, ausgebildet. Gemeinsam decken die beiden Kieler Unternehmen alle im Ausbildungsrahmen vorgesehenen Inhalte ab und schaffen durch diese Verzahnung einen zusätzlichen Mehrwert für den Auszubildenden. So übernimmt ThyssenKrupp unter anderem die Grundausbildung in den Bereichen Fräsen und Schweißen. Mit dieser Form der Kooperation erweitert der PORT OF KIEL sein Portfolio an Ausbildungsberufen und leistet gemeinsam mit dem Systemanbieter für U-Boote und Marineschiffe einen Beitrag, Kiel als Ausbildungsstandort für technische Berufe weiter zu stärken.

Bewerbungen noch möglich

Auch nach dem heutigen offiziellen Startschuss ist eine Bewerbung auf Ausbildungsplätze bei der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG noch möglich. „Bis 1. Oktober können Kurzentschlossene gerne noch Bewerbungen einreichen. Mit einem guten Realabschluss und ein bisschen zusätzlicher Motivation sind die ersten Wochen der Ausbildung gut aufzuholen“, betont Ann-Christin Brocks, aus der Personalabteilung, „dabei freuen wir uns in diesem Jahr ganz besonders über weibliche Bewerberinnen.“ Anders als in den vergangenen Jahren, gibt es in diesem Jahr bisher ausschließlich männliche Auszubildende beim PORT OF KIEL.

Text: PM Port of Kiel

TUI Cruises startet mit Landstrom

Die Hamburger Reederei TUI Cruises startet mit der Landstromnutzung für die Kreuzfahrtschiffe. Am 12. Mai hat in Kiel als erstes Schiff der Flotte die Mein Schiff 4 mit den Testläufen für die Anbindung der Schiffe begonnen. Bei den kommenden Anläufen soll die Mein Schiff 4 in Kiel jetzt auf das Landnetz abgestimmt werden. Das 2014 in Dienst gestellte Schiff war im Februar 2020 beim Werftaufenthalt in Marseille mit einem Anschluss für Landstrom ausgerüstet worden.

Foto: Frank Behling

Ursprünglich sollte die Mein Schiff 4 im August 2020 die Landstromanlage in Kristiansand (Norwegen) einweihen. Doch die Corona-Pandemie vereitelte den Plan. Die Mein Schiff 4 blieb in Warteposition. Nur im Dezember 2020 gab es in Kiel mal eine Stellprobe mit dem Kabelwagen der Kieler Landstromanlage.

Bei den ersten Anläufen im Mai wird jetzt in Kiel das Schiff die Anpassungsphase für das Kieler Landstromsystem ausführen. Die Mein Schiff 4 ist eines von aktuell drei Schiffen in der TUI-Flotte mit Anschlüssen. Die Mein Schiff 5 und die Mein Schiff 6 sind ebenfalls nachgerüstet worden. Die Mein Schiff 6 wird im Sommer ebenfalls in Kiel stationiert.

Die Mein Schiff 6 war während der Werftzeit in diesem Frühjahr nachgerüstet worden. Die Anlage an Bord soll in den kommenden Wochen in Betrieb genommen werden.

Bislang nutzt in Kiel als einzige Kreuzfahrtreederei AIDA Cruises die Landstromangebote. Die AIDAprima und die AIDAsol waren die ersten Kreuzfahrtschiffe, die in Kiel Landstrom von der Anlage am Ostseekai bezogen haben.

Foto: Frank Behling

Der Seehafen Kiel hält derzeit drei Liegeplätze für Schiffe mit Landstromanschlüssen bereit. Dabei handelt es sich um die Liegeplätze für die Fähren der Color und der Stena Line am Norwegenkai und dem Schwedenkai. Am Ostseekai kann derzeit wahlweise entweder am Liegeplatz 27 oder dem Liegeplatz 28 Landstrom genommen werden.

In dieser Woche gab der Seehafen die Bestellung von zwei weiteren Anlagen bekannt. Bis Ende des nächsten Jahres sollen im Ostuferhafen zwei Anlagen mit drei Anschlüssen für drei Liegeplätze entstehen. Dabei ist die größere Anlage für die Versorgung der Schiffe am Liegeplatz 1 geplant, der aktuell überwiegend von der Reederei MSC mit den Kreuzfahrtschiffen MSC Grandiosa und MSC Preziosa genutzt wird. Die neuen Schiffe der Reederei MSC sollen ab 2024 dort mit Landstrom versorgt werden. Dabei können Spannung von 6,6 bis 11 Kilovolt abgegeben werden. Die Frequenz ist wahlweise für 50 oder 60 Hertz ausgelegt.

Foto: Frank Behling

Die beiden anderen Anschlüsse sind für die Liegeplätze der Fähren nach Schweden und Litauen geplant. Alle Landstromanlagen in Kiel werden vom Seehafen zusammen mit dem deutschen Technologiekonzern Siemens realisiert.

Für die beiden Anlagen im Ostuferhafen investiert Kiel 17 Millionen Euro. Die Anlage am Ostseekai hatte 2021 rund 15 Millionen Euro gekostet. „Der Landstrom ist ein wesentlicher Baustein unserer nachhaltigen Ausrichtung“, sagt Seehafen-Chef Dirk Claus.

Ab 2025 sollen 80 Prozent der Schiffsanläufe in Kiel mit einem Angebot für die Nutzung von Landstrom versehen sein. Bei der Firma Siemens sieht man die Entwicklung mit Freude. „Mit der Art und Umfang der neuen Anlage setzt sich der Port of Kiel in Sachen Nachhaltigkeit einmal mehr an die Spitze der deutschen Seehäfen“, so Lars Nürnberger, Sprecher der Siemens Niederlassung in Kiel.

Der Seehafen Kiel erwartet 2022 fast 250 Kreuzfahrtanläufe. Für die kommenden Jahre soll de Zahl der Besuche auf diesem hohen Niveau bleiben. FB

Erster Landstrom der Kreuzfahrtsaison – „AIDAprima“ in Kiel

„AIDAprima“ ist am Freitag im Kieler Hafen eingelaufen: PORT OF KIEL freut sich über die erste Landstromnutzung der neuen Kreuzfahrtsaison

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Am Freitagmorgen begrüßte der PORT OF KIEL erstmals die AIDAprima am Ostseekai. Es ist das erste Kreuzfahrtschiff der neuen Saison, das während der Liegezeit Landstrom in Kiel nutzt. Wie der PORT OF KIEL verfolgt auch AIDA Cruises seit vielen Jahren eine wegweisende Nachhaltigkeitsstrategie, die u. a. eine schrittweise Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energieträger vorsieht.

Landstromnutzung im zweiten Jahr

Seit Freitagmorgen liegt die AIDAprima im Kieler Hafen am Ostseekai. Das 300 Meter lange und 37,6 Meter breite Kreuzfahrtschiff wurde am 7. Mai 2016 getauft und war zuletzt im Oktober 2021 zu Gast in Kiel. Nach erfolgreichen land- und schiffsseitigen Integrationstests im Mai vergangenen Jahres konnten ab Juni 2021 die Kreuzfahrtschiffe AIDAprima und AIDAsol in der vergangenen Saison am Ostseekai mit grünem Landstrom versorgt und somit ihre Emissionen während der Liegezeit auf nahezu null gesenkt werden. Der Aufbau einer Landstrominfrastruktur im Kieler Hafen ist das Ergebnis einer wegweisenden Partnerschaft, die der PORT OF KIEL gemeinsam mit AIDA Cruises, dem Land Schleswig-Holstein und der Landeshauptstadt im April 2018 auf den Weg gebracht hatte. Ziel der Vereinbarung ist es, die maritime Wirtschaft und den Tourismus in Norddeutschland nachhaltig weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu gestalten. 

Foto: via Port of Kiel

AIDA-Präsident Felix Eichhorn sagte anlässlich des Saisonstarts der AIDAprima in Kiel: Mit unserer Green Cruising Strategie investieren wir seit vielen Jahren in einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Kreuzfahrtmarkt. Die Nutzung von Landstrom ist dabei für uns ein wich­tiger Baustein auf dem Weg zur Erreichung des emissionsneutralen Schiffsbetriebes. Dies geht aber nur gemeinsam mit starken Partnern wie dem Kieler Hafen. Die technischen Vorbereitungen für die Nutzung der Anlage in Kiel mit zwei weiteren Schiffen der AIDA-Flotte (AIDAbella und AIDAluna) noch in dieser Saison laufen bereits. Auch in weiteren Häfen Deutschlands und Europas setzen wir unser Engagement für die Nutzung von grünem Landstrom fort.“ 

Nachhaltigkeit am Hafen

Das erklärte Ziel nach mehr Nachhaltigkeit im Schiffstourismus begrüßt auch Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG. Mit Blick auf die kommenden Monate macht er deutlich: „Wir haben eine starke Kreuzfahrtsaison in Kiel vor uns und freuen uns natürlich über jedes Schiff, das nach dem Integrationstest mit Landstrom versorgt werden kann.“ Der PORT OF KIEL verfolgt seit Jahren eine stringente Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2030. „Mit dem Landstrom möchten wir auch für unsere Kunden hier im Hafen Anreize schaffen, am Kai CO2-Emissionen einzusparen. Wir rechnen in diesem Jahr mit ungefähr 50 Anläufen mit Landstromnutzung. Weitere Schiffe sind hierzu in der Vorbereitung, sodass wir für das kommende Jahr von einer Verdoppelung ausgehen“, prognostiziert Claus. Das Unternehmen investiert auch in diesem Jahr weiter in seine Landstrominfrastruktur. Im Mai wird die Vergabe für zwei weitere Landstromanlagen am Ostuferhafen erfolgen, sodass nach Fertigstellung bis zu sechs Schiffe parallel mit Ökostrom versorgt werden können.

Text: PM SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG

Landstromanlage am Kieler Ostseekai offiziell eröffnet

Wichtiger Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität im Kieler Hafen       

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  • Landstromanlage mit 16 Megawatt Leistung kann zwei Schiffe parallel versorgen.
  • Nach erfolgreichem Integrationstest wird „AIDAsol“ im Regelbetrieb angeschlossen.
  • Fährschiffe der Stena Line beziehen seit Jahresbeginn Landstrom am Schwedenkai. 
  • Einsparung von ca. 8.000 Tonnen CO2 durch die Landstromanlage am Ostseekai. 

Ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz im Kieler Hafen. Am Ostseekai nahmen der Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Verkehr und Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Bernd Buchholz, Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer gemeinsam mit dem CEO der Costa Gruppe, Michael Thamm und Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer PORT OF KIEL, eine der leistungsstärksten Landstromanlagen in Europa offiziell in Betrieb. Nach dem erfolgreichen Integrationstest wurde am 16. Juni als erstes Kreuzfahrtschiff die „AIDAsol“ an die Landstromversorgung angeschlossen. Mit 16 Megawatt kann die Anlage ein Kreuzfahrtschiff am Ostseekai und die Fährschiffe der Stena Line am Schwedenkai parallel mit klimaneutral produziertem Strom aus Wasserkraft versorgen. Minister Buchholz: „Mit dem heutigen Tag machen wir einen großen Schritt, die Schifffahrt in Schleswig-Holstein noch umweltfreundlicher zu gestalten.“ Das Land Schleswig-Holstein hat den Bau der 13,5 Millionen Euro teuren Anlage mit rund 9 Millionen Euro unterstützt und sich auf Bundesebene erfolgreich für eine Reduzierung der EEG-Umlage auf Landstrom eingesetzt. „Mit dieser Investition, die Landstrom nun an insgesamt drei Stellen in Kiel ermöglicht, dürfte der Seehafen auch im internationalen Vergleich sehr weit vorn liegen. Die Anlage wird tausende von Tonnen CO2 einsparen und damit die Menschen in der Landeshauptstadt erheblich entlasten“, so Buchholz. Dies zeige einmal mehr, dass Ökologie und Ökonomie gut in Einklang zu bringen sind. „Denn wir wollen als Kreuzfahrt-Metropole im Spiel bleiben, aber wir wollen es mit den besten umwelttechnischen Voraussetzungen – und genau das ist hier gegeben.“

Vor gut drei Jahren, am 26. April 2018, unterzeichneten das Land Schleswig-Holstein, die Landeshauptstadt Kiel, der PORT OF KIEL und die Costa-Gruppe am Ostseekai an Bord der „AIDAluna“ die Absichtserklärung zur gemeinsamen Förderung eines umweltfreundlichen Kreuzfahrttourismus im Kieler Seehafen. Damit wurden die Weichen für die weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Ziel gestellt, die maritime Infrastruktur, die Wirtschaft und den Tourismus in Norddeutschland nachhaltig weiterzuentwickeln. Michael Thamm, CEO der Costa Gruppe: „Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung und Innovationen stehen im Fokus unseres Handelns. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Form der Zusammenarbeit auch auf andere Häfen in Europa eine Signalwirkung haben wird.“ Mit der „AIDAsol“ wurde seit dem 17. Mai die Landstromanlage am Ostseekai getestet und zertifiziert. Das Schiff soll in Kiel ab sofort Landstrom im Regelbetrieb beziehen.

Die neue Landstromanlage versorgt bereits seit Jahresbeginn auch die Fähren der Stena Line täglich mit Ökostrom. Pro Jahr werden so rund 5.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) allein am Schwedenkai eingespart. Für jedes Kreuzfahrtschiff, das mit Landstrom versorgt wird, kommt eine Einsparung von durchschnittlich ca. 45 Tonnen CO2 am Ostseekai hinzu. Darüber hinaus werden seit Mai 2019 die Fähren der Color Line am Norwegenkai an das landseitige Netz angeschlossen, wodurch weitere 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr weniger anfallen. Oberbürgermeister Kämpfer: „Alle innerstädtischen Terminalanlagen verfügen nunmehr über einen Landstromanschluss. Die skandinavischen Fährreedereien gehen bei der Stromnutzung voran und ich freue mich sehr, dass mit AIDA Cruises jetzt auch die erste Kreuzfahrtreederei Landstrom in Kiel bezieht. Wir decken so bereits den überwiegenden Teil des Energiebedarfs, der im Innenstadtbereich liegenden Schiffe, emissionsfrei und klimaneutral. Diesen Weg wollen wir konsequent weiter gehen und planen schon eine weitere Landstromanlage für den Ostuferhafen.“

Landstrom für Fähr- und Kreuzfahrtschiffe ist für den PORT OF KIEL ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum klimaneutralen Hafen. Dirk Claus: „Ich bedanke mich beim Land Schleswig-Holstein und bei der EU für die finanzielle Unterstützung beim Bau der Landstromanlage. Mein Dank gilt ebenso dem Bundeswirtschaftsministerium für die Reduzierung der EEG-Umlage. So kann annähernd Wirtschaftlichkeit erreicht werden, sodass die Anlagen auch tatsächlich genutzt werden und damit zum Schutz des Klimas beitragen.“ Landstrom stellt neben der wirtschaftlichen auch eine technische Herausforderung dar. „Ich möchte mich auch ausdrücklich bei der Hamburg Port Authority (HPA) bedanken, die mit der Pilotanlage am Kreuzfahrtterminal in Altona und durch die Zusammenarbeit beim Thema EEG-Umlage den Weg zu mehr Klimaschutz geebnet hat“, so Dirk Claus weiter: „Ich freue mich, dass die Landstromanlage zudem architektonisch herausragend gestaltet wurde. Mein Dank gilt den Architekten, Bauunternehmen, Fassadenbauern und Lichtdesignern.“ Im ersten vollen Betriebsjahr plant der Kieler Hafen 70 Kreuzfahrtanläufe mit Landstrom zu versorgen.

Siemens lieferte die elektrischen und elektronischen Kernelemente der Landstromanlage. Sie besteht im Wesentlichen aus Umrichtern, Mittelspannungsschaltanlagen, Automation und einem Energiemonitoring. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Landstromanlage am Kieler Ostseekai und am Schwedenkai nun das erste System in Betrieb nehmen, das zwei große Seeschiffe parallel von Land aus mit Strom versorgen kann. Die elektrische Verbindung von Bord- und Landnetz ist nicht trivial. Unser bewährtes Landstromsystem SIHARBOR sorgt dafür, dass nicht nur die unterschiedlichen Netzfrequenzen an Bord und an Land automatisch miteinander synchronisiert werden, sondern koordiniert hier erstmals auch die Parallelversorgung der zwei mit unterschiedlicher Leistung abnehmenden Schiffe“, so Lars Nürnberger, Leiter der Siemens-Niederlassung in Kiel. Die fahrbare Vorrichtung für die Übergabe der Starkstromkabel zum Schiff stammt von der Firma Stemmann-Technik, einem Unternehmen der Wabtec Corporation. Das Kabelsystem ist in Verbindung mit den Anschlussboxen auf dem Terminalgelände flexibel einsetzbar und ist damit für Kreuzfahrtschiffe unterschiedlicher Größe und Bauform geeignet.

Text: PM Port of Kiel

PORT OF KIEL kann Güterumschlag mit 6,92 Mio. Tonnen nahezu behaupten

Normalisierung im Passagierverkehr zum späten Frühjahr bzw. Sommer erwartet    

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Im Kieler Seehafen gingen im Jahr 2020 insgesamt 6,92 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten. Das entspricht einem nur leichten Minus von 1,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rückgängen im Scheerhafen und am Norwegenkai stehen Zuwächse im Ostuferhafen und am Schwedenkai gegenüber. Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG: „Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-Pandemie haben die maritime Wirtschaft vor große Herausforderungen gestellt. In dieser Situation ist es dem Kieler Hafen gelungen, das Umschlagsergebnis nahezu zu behaupten und zur Sicherung von Lieferketten beizutragen.“ Als besonders stabil haben sich die Fährverkehre nach Schweden und Litauen erwiesen, die bei der beförderten Gütermenge sogar leicht zulegten. Einen Einbruch verzeichnet Kiel dagegen im Bereich des Seetourismus. In 2020 gingen Corona-bedingt nur gut 517.500 Passagiere und damit 78 % weniger Reisende über die verschiedenen Terminals an oder von Bord. Dirk Claus: „In diesem Jahr rechnen wir insbesondere ab dem späten Frühjahr bzw. Sommer mit einer Normalisierung der Situation.“  

Investitionsprojekte abgeschlossen und Landstromanlagen installiert

Der PORT OF KIEL hat im vergangenen Jahr rund 17 Mio. Euro in die Hafenanlagen investiert und konnte damit wichtige Projekte abschließen. So wurde im Spätsommer das neue Vorfeld des Ostuferhafens eröffnet sowie das neue Terminal am Ostseekai, Liegeplatz 28, in Betrieb genommen. Dirk Claus: „Wir befinden uns jetzt in der vorteilhaften Situation, dass die großen mittelfristigen Investitionen abgeschlossen sind.“ Größte Einzelmaßnahme war mit einem Investitionsvolumen von 15 Mio. Euro der Bau der Landstromanlage am Ostseekai, mit der auch die Fährschiffe der Stena Line am Schwedenkai mit 100 % emissionsfrei produziertem Ökostrom versorgt werden können. Dirk Claus: „Alle innerstädtischen Terminals verfügen nunmehr über einen Landstromanschluss. Wir können damit bereits 50 % des Energiebedarfs der Kiel anlaufenden Schiffe emissionsfrei decken und dies – dank der Absenkung der EEG-Umlage – zu wettbewerbsfähigen Preisen.“ Der Blick des PORT OF KIEL richtet sich nun wieder verstärkt auf den Ostuferhafen, wo ebenfalls ein Landstromanschluss sowie eine weitere RoRo-Rampe geplant werden.

Foto: Port of Kiel

Rekordergebnis im Kombiverkehr und Digitalisierungsschub

Im Fährverkehr, der 85 % zur Umschlagsleistung des Kieler Hafens beträgt, wurden im vergangenen Jahr insgesamt fast 240.000 Ladungseinheiten ver- bzw. entladen. Dies entspricht einem Plus von 2,3 %, wobei der Anstieg bei den unbegleiteten Trailern überproportional ausfiel. Hierdurch konnte  gleichzeitig ein Rekordergebnis im umweltfreundlichen Hinterlandverkehr auf der Schiene erzielt werden. Erstmals wurden in Kiel 32.957 Ladungseinheiten (plus 38,2 %) auf Waggon verladen. Maßgeblich zu diesem Ergebnis hat die Etablierung einer Ganzzugverbindung von und nach Bettembourg (Luxemburg) beigetragen, die dreimal wöchentlich bedient wird. Einen großen Schub hat in 2020 auch die Digitalisierung im PORT OF KIEL erfahren. Im Ostuferhafen wurde etwa das automatische Gate Information & Operation System (Agios) in Betrieb genommen, das kundenübergreifend für die Fährdienste und das Forstproduktterminal arbeitet. Agios optimiert und beschleunigt Gate-Prozesse, indem elektronische Buchungen mit den Kennzeichen einfahrender Lkw automatisch abgeglichen werden. Sind die Daten vollständig, entfällt der bisherige Counter-Check-in für Lkw-Fahrer.

Erholung des Seetourismus wird zum späten Frühjahr bzw. Sommer erwartet                    

Im Passagierverkehr hat der PORT OF KIEL in 2020 einen beispiellosen Einbruch sowohl im Fährverkehr als auch im Bereich Kreuzfahrt zu verzeichnen. Im Zuge der Corona-Pandemie mit Reisewarnungen, Quarantäneregelungen und sogar Grenzschließungen wurden im Fährverkehr 69,6 % weniger Passagiere befördert. Die Color Line musste die „Color Magic“ und „Color Fantasy“ sogar zeitweise ganz aus dem Liniendienst nehmen. Im Kreuzfahrtbereich lagen 198 Anmeldungen von Kreuzfahrtschiffen für die Saison 2020 vor. Durchgeführt wurden nur 29 Reisen, die ohne jeden Zwischenfall verliefen. Hierfür wurden gemeinsam mit den Reedereien umfassende Abfertigungs- und Hygienekonzepte entwickelt, die zusammen mit den – auch in den Terminals durchgeführten –  Tests sichere Prozesse gewährleisteten. Für die diesjährige Saison, die im Mai starten soll, rechnet der PORT OF KIEL mit einer Normalisierung der Situation. Dirk Claus: „Ich gehe davon aus, dass wir – unter Beibehaltung der strengen Hygienekonzepte und sobald die laufenden Impfkampagnen stärker Fuß fassen – wieder starten können. Ich bin zuversichtlich, dass die Saison wie geplant stattfinden kann.“ 

Text: PM Port of Kiel

Kiel will „ökologischster Hafen Europas“ werden

Ab 2021 können auch Kreuzfahrtschiffe mit Landstrom versorgt werden

Nicht nur die Fährschiffe der schwedischen Stena Line werden künftig auch in Kiel emissionsfrei im Hafen versorgt: Gemeinsam haben Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, Stadträtin Doris Grondke und Seehafen Kiel-GmbH-Geschäftsführer Dr. Dirk Claus am 9. Dezember die LED-Fassade der neuen Landstromanlage am Ostseekai vorgestellt. „Die Landstromanlage ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, der ökologischste Hafen Europas zu werden“, sagte Kämpfer. Damit trage man maßgeblich zur Umsetzung des Masterplans“ 100% Klimaschutz“ bei.

Das Land Schleswig-Holstein hat den Bau der Landstromanlage mit 8,99 Millionen Euro gefördert, weitere 1,26 Millionen Euro kommen von der EU. Zudem hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket beschlossen, um die Preise für Landstrom deutlich abzusenken.

Foto: PORT OF KIEL

Die Anlage zählt zu den leistungsstärksten ihrer Art und wird zunächst die Fährschiffe der Stena Line versorgen. Ab dem kommenden Jahr können dann zwei Schiffe, ein Kreuzfahrtschiff und eine Fähre, parallel Ökostrom beziehen. „Ab Januar decken wir 44 Prozent des Energiebedarfs der im Kieler Hafen liegenden Schiffe emissionsfrei und klimaneutral. In zwei Jahren sollen es dann bereits 60 bis 70 % sein. Damit nimmt Kiel eine Vorreiterrolle ein.“, kündigte Dr. Dirk Claus an.

„Diese Fassade ist bisher einmalig in ihrer Art. Die äußere Hülle hat bei Tageslicht durch ihre dynamisch strukturierten Lochungen einen ganz eigenen Charakter. Sobald die in der Fassade verborgenen LEDs dazu geschaltet werden, ergibt sich eine weitere Gestaltungsebene, die im Dunklen die Wahrnehmung komplett transformiert“, erläuterte Architekt Jan Schulz, BSP Architekten BDA. Für die 720 m² große Metallfassade wurden auf knapp der Hälfte der Fläche über 12.000 LEDs verbaut, die über eine Software einzeln ansteuerbar sind. Bei Vollbetrieb aller LEDs verbraucht die Fassade knapp 25 kWh Ökostrom.

Mit der jetzt erfolgten Einweihung der spektakulären Fassade der neuen Landstromanlage in Kiel bezieht die Stena Line nun auf 14 Fähren an sieben Terminals Landstrom während der Hafenliegezeit, und verringert ihre Emissionen nun auch an der Förde. Die Maßnahme führt zu einer Einsparung von 900 Tonnen Treibstoff und einem Äquivalent von 2.700 Tonnen CO2 pro Jahr. Die neue Anlage in Kiel wird mit 100 Prozent Ökostrom betrieben, somit werden während der Hafenliegezeit der Stena Germanica und der Stena Scandinavica neben CO2 auch NOX-, SOX– und Partikelemissionen eingespart.

Video: Port of Kiel

Neben Kiel bezieht Stena Line auch an zwei Abfahrtsterminals in Göteborg, sowie in Karlskrona, Norvik, Trelleborg und Hoek van Holland Landstrom für ihre Fähren und vermeidet damit jährlich 13.000 t CO2 im Routennetzwerk. Von 36 Fähren der Stena Line-Flotte wurden mittlerweile 14 für die Nutzung von High Voltage Shore Connection-Systemen (HVSC) umgerüstet.„Landstrom spielt für uns aus zwei Gründen eine wichtige Rolle: Zum Einen möchten wir einen unmittelbaren positiven Effekt auf die Luftqualität in den von uns frequentierten Häfen erzielen. Zum Zweiten erwarten wir in Zukunft einen noch höheren Anteil der Elektrifizierung in den Häfen: bei Pkw, Lkw, Hafenfahrzeugen und in unserem Falle natürlich vor allem bei den Schiffen. Mit unseren Batterie- und Powerbank-Projekten entwickeln wir unsere Fährdienste bereits seit längerem in diese Richtung weiter, und lernen jeden Tag dazu“, sagt Ron Gerlach, Trade Director und Geschäftsführer der Stena Line Deutschland. JPM