Schlagwort: Segler

Kreuzfahrt: Alle Großsegler von Star Clippers jetzt im Mittelmeer

Pressemitteilung

  • Drei der größten Segelschiffe der Welt setzen für die Sommerfahrpläne im Mittelmeer die Segel
  • Star Clippers: Weltgrößter Anbieter von Segel-Kreuzfahrten

Erstmals seit fünf Jahren geht Star Clippers in diesen Tagen mit drei der größten Segelschiffe der Welt im Mittelmeer auf Fahrt. Der Fünfmaster »Royal Clipper« setzt ab Rom die imposanten Segel für Törns nach Amalfi, Sizilien und Capri. Die Schwesterschiffe »Star Clipper« und »Star Flyer« nehmen mit nur 166 Gästen ab Athen und Istanbul Kurs auf kleine Inseln und zu Häfen voller Kulturgeschichte.

Die drei Großsegler der monegassischen Reederei Star Clippers sind die Attraktion auf allen Weltmeeren, die Routen führen jenseits der maritimen Rennstrecken und des Massentourismus auf See zu mondänen und kleineren Häfen. Star Clippers wurde zum siebten Mal als „Green Cruise Line“ und weltweit führende Luxus-Segelkreuzfahrtgesellschaft ausgezeichnet.

Reisebeispiel:

»Star Clipper«, 16. bis 23. Juli 2022, eine Woche Mittelmeer ab und bis Cannes, u.a. mit Portofino, Korsika, Sardinien und St. Tropez, ab 2.555 Euro  pro Person (Außenkabine) inklusive voller Verpflegung 

Weitere Informationen www.starclippers.com | Telefon 00800-782 72 547

Text: PM Star Clippers

Löwenritt Richtung Nordsee

Im Juni drei Törns mit der „Gulden Leeuw“ ab Bremerhaven

Pressemitteilung

Bremerhaven wird auch in diesem Sommer Ablegestelle des Dreimasters „Gulden Leeuw“ zu ganz besonderen Törns. Das unter holländischer Flagge fahrende Segelschiff lädt für den 10. und 11. Juni zu Fahrten in den Sonnenuntergang ein, am 11. Juni wird tagsüber zudem die Außenweser durchkreuzt. Der „Goldene Löwe“, wie der Name übersetzt heißt, ist hochseetauglich und sogar für Fahrten ins Eismeer geeignet. Das prächtige Schiff startet jeweils an der Seebäderkaje Bremerhaven, in unmittelbarer Nähe zum Klimahaus, Auswandererhaus und dem Zoo am Meer. Die mehrstündigen Weserfahrten kosten 49,50 Euro respektive 69,50 Euro. Es gilt die 3G-Regel. Mehr Infos und die Buchungsmöglichkeit stehen unter www.bremerhaven.de/guldenleeuw. Infos und Tickets gibt es auch bei der Erlebnis Bremerhaven GmbH unter der Telefonnummer 0471 – 414141 sowie per Mail an touristikservice@erlebnis-bremerhaven.de.

Romantischer Törn für „Sehleute“

Ziel Sonnenuntergang heißt es am 10. und 11. Juni bei der „Sunset Cruise“ des Dreimasters, der zu den maritimen Stammgästen in Bremerhaven gehört. Der besondere Törn startet jeweils um 19 Uhr, rund eine halbe Stunde nachdem die Sonne im Meer versunken ist, wird wieder angelegt. Die „Sunset Cruise“ kostet 49,50 Euro für Erwachsene und 39,50 Euro für Kinder. Mit einem Begrüßungstrunk beginnt die Fahrt, verpflegt werden die Passagiere mit Fingerfood.

Kaffee kurz vor der Nordsee

Für den 11. Juni ist zudem eine Halbtagesfahrt in den Nachmittag hinein angesetzt. Für rund vier Stunden fährt die „Gulden Leeuw“ entlang der Bremerhavener Skyline in der Wesermündung Richtung Nordsee. Startpunkt ist um 11 Uhr im Neuen Hafen. Die Kosten für diese Weserfahrt liegen bei 69,50 Euro bzw. 59,50 Euro. Ein Getränk, ein Eintopf nach Art des Schiffes sowie Kaffee und Kuchen sind inklusive.

Segelschiff mit bewegter Geschichte

Während der Fahrt bleibt ausgiebig Zeit, sich mit dem Schiff zu beschäftigen, das zeigt, was in einem 70 Meter langen Schiffskörper so alles stecken kann: 1937 als motorisiertes Forschungsschiff MS „Dana“ für das dänische Landwirtschaftsministerium gebaut, zwei Jahre später um neun Meter verlängert und lange Zeit als Offshore-Versorger und Schulschiff unterwegs, bekam es 2007 in den Niederlanden das heutige Aussehen und die aktuelle Funktion. Gäste an Bord können allerdings noch handgefertigte Originaldetails aus dem Geburtsjahr des Schiffes entdecken und die Atmosphäre der 1930er spüren.

Text: PM Erlebnis Bremerhaven

Brodosplit-Projekt mit EU-Förderung: Baubeginn für ersten emissionsfreien Elektro-Kreuzfahrtsegler

Bei der zur kroatischen DIV-Gruppe gehörenden Brodosplit-Werft ist dieser Tage im Rahmen einer offiziellen Zeremonie mit der Montage der ersten Sektion für einen als Werft-Nr. 531 in Bau befindlichen emissionsfreien Kreuzfahrtsegler begonnen worden. Dabei handelt es sich um ein bereits im Februar 2020 unter Führung der DIV-Gruppe begonnenes Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das mit einer 60%igen Co-Finanzierung der EU im Rahmen ihrer Initiative „Increasing the development of new products and services arising from research and development activities – phase II“ (IRI II) gefördert wird.

Animation: Brodosplit

Ziel des sich über eine 42-monatige Laufzeit erstreckenden LeDA-Projekts mit einem Gesamtvolumen von 52,7 Mio. HRK (ca. 7 Mio. Euro), bei dem insgesamt fünf Partner kooperieren, ist die Erforschung, Entwicklung und Realisierung einer ökologischen Innovation in Form eines Kreuzfahrt-Segelschiffes für 24 Passagiere und zehn Besatzungsmitglieder. Dafür wurden alternative Antriebstechnologien und Energiequellen entwickelt und getestet, die auf eine nachhaltige Mobilität mit Null-Emissionen abzielen und damit zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen sowie Luft- und Lärmbelastung beitragen sollen.

Foto: Brodosplit

Die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wissenschaft wie FERIT und FESB soll die Interaktion sowie den Wissens- und Technologietransfer zwischen der Industrie und den Universitäten sowie öffentlichen Forschungseinrichtungen verbessern, wovon sowohl Unternehmen als auch Forscher des öffentlichen Sektors profitieren können. Dabei ist die Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Informationstechnologie in Osijek ist für die Entwicklung von kinetischen Windenergiespeichersystemen durch hydrokinetische Energieumwandlung (Wasserturbinen und Umkehrpropeller) sowie Batteriemanagementsysteme/integrierte Meeresenergiesysteme (Energiespeicherung, Überwachung und Steuerung und Energie-Management) zuständig, während die Fakultät für Elektrotechnik, Maschinenbau und Schiffbau in Split an Segelsystemen, Segelautomatisierung (Robotik), Windturbinen und Photovoltaiksystemen arbeitet.

Animation: Brodosplit

Bei dem jetzt in Bau befindlichen innovativen Elektrosegler handelt es sich – ähnlich wie die ebenfalls von Brodosplit erbaute und bereits erfolgreich in Fahrtbefindliche konventionelle Klara – um einen Dreimastschoner mit einer Länge von 63,50 m, einer Breite von 10 m, einer Seitenhöhe von 5,35 m bis zum Hauptdeck und einem Tiefgang von 3,60 m. Der Rumpf und die Aufbauten werden aus Stahl und die Masten aus einer Aluminiumlegierung gefertigt. Wenn das Schiff nicht unter Segeln betrieben wird, sorgen zwei je 150 kW leistende Elektromotoren für die Propulsion. Sie werden von einem Batterie-System mit Energie versorgt, das kontinuierlich aus verschiedenen Quellen geladen wird Für eine Geschwindigkeit von sechs Knoten werden nur 60 Kilowatt Leistung benötigt, was nach Ansicht der Experten für ein 500 BRZ-Schiff ein günstiger Wert ist.

Die zu installierenden Batterien werden ein Gewicht von 30 Tonnen und eine maximale Kapazität von 2300 kWh aufweisen, womit das bis zur Mastspitze 40 m hohe und mit zwei Rudern auszurüstende Schiff voraussichtlich 50 Stunden rein elektrisch fahren kann. Aufgrund gesetzlicher Vorschriften wird es auch zwei Dieselgeneratoren geben, die bei Bedarf oder in Notfällen genutzt werden können.

Auf dem Vor- und Achterschiff wird je eine vertikale Windkraftanlage installiert, die das Schiff während der Anker- oder Hafenliegezeiten mit elektrischer Energie versorgen. Auf dem Dach des Deckshauses wird eine photovoltaische Solaranlage montiert, wobei auch die in den Solarpaneelen entstehende Wärme z. B. für die Erwärmung von Brauchwasser genutzt werden soll. Damit kann das Schiff also vollständig aus erneuerbaren Quellen mit Strom für Klimaanlage, Pantry, Beleuchtung, Gerätebetrieb, Heizung und Wassererwärmung versorgt werden, wobei die gesamte benötigte Energie ohne jegliche CO2-Emissionen erzeugt wird. Das Schiff ist also nicht nur 100 % „grün“, sondern es entfallen auch praktisch die Kosten für Schmiermittel und Treibstoff konventioneller Diesel-Antriebe.

Foto: Brodosplit

Was diesen Neubau von ähnlichen Schiffen unterscheidet, ist die Tatsache, dass das Schiff nach der Idee von DIV/Brodosplit-Chef und Eigner Tomislav Debeljak seine Batterien auch während eines Segel-Törns aufladen kann: Neben dem System aus Windkraftanlagen, Segeln und Solarkollektoren werden für die Propulsion zwei Verstell Propeller mit einer speziellen Blattgeometrie verwendet, die während der Fahrt unter Segeln durch das anströmende Wasser in Rotation gebracht werden und so die als Generatoren wirkenden E-Motoren für die Erzeugung elektrischer Energie nutzbar machen. Diese wird dann zur Aufladung der Hochleistungsbatterien im Unterdeck genutzt. Darüber hinaus werden alle für den optimalen Betrieb relevanten Informationen an Bord auf der Brücke gesammelt und kontrolliert. Dazu gehören meteorologische Daten, alle aktuellen Betriebs– und Ladezustände der einzelnenSchiffs- und Antriebssysteme wie Batterien, Motoren, Sonnenkollektoren, Windturbinen, Warmwasser, Energieverbrauch etc.

Die kroatische DIV-Gruppe verfügt bereits über die eigene Schiffsmanagementfirma BSM (Brodosplit Ship Management) und eigene Touristik-Tochtergesellschaften wie DIV Cruises und Tradewind Voyages, die u. a. auch die von der konzerneigenen Brodosplit-Werft in den letzten Jahren fertiggestellten Passagiersegler, wie den Dreimastschoner Klara und die derzeit als weltgrösster Rahsegler einsatzklar am Ausrüstungskai der Werft liegende Fünfmastbark Golden Horizon; sowie auch Passagier-Motorschiffe wie die Monet vermarkten. Sie wird den für die weltweit unbeschränkte Fahrt ausgelegten Neubau, der Ende 2023 in Fahrt kommen soll, während der inländischen Tourismussaison in der Adria entlang der Küsten Kroatiens, Italiens, Sloweniens, Montenegros, Albaniens und Griechenlands einsetzen und außerhalb der Saison auch in die Karibik und nach anderen Destinationen entsenden. JPM

Kreuzfahrt: Neue Yoga-Retreats unter weißen Segeln

Pressemitteilung

  • Im Frühjahr 2022 setzt Star Clippers zu sechs neuen Yoga-Kreuzfahrten auf traumhaften Karibik-Routen die Segel
  •  Tägliche Yoga- und Meditationsstunden zählen zu den kostenfreien Angeboten des Viermasters »Star Flyer«

Ein Traumurlaub unter weißen Segeln zu karibischen Inseln und sich selbst: Star Clippers hat im Frühjahr 2022 sechs neue Yoga-Kreuzfahrten im Programm. Der Viermaster »Star Flyer« kreuzt ab St. Maarten auf zwei unterschiedlichen Routen durch die Karibik. Ende März bricht der Großsegler dann zu einer 21-tägigen Atlantiküberquerung auf – es geht von der Karibik über die Azoren in den Zielhafen Malaga. Alle Yoga-Kreuzfahrten bieten tägliche Yoga- und Meditationsklassen auf Deck. 

Täglicher Sonnengruß auf Deck und unter weißen Segeln 

Am 12. Februar 2022 startet der Viermaster »Star Flyer« zur ersten Yoga-Kreuzfahrt des Jahres in der Karibik. Vorbei an tropischen Inseln, kulturellen Kleinoden und durch türkisblaues Wasser, liegt der Fokus auf Deck beim Hatha und Sivananda Yoga mit Sandrine Rossi-Fornelli. Die Yoga Alliance-zertifizierte Yogalehrerin unterrichtet seit zehn Jahren in Asien und Europa ein dynamisches Yoga für Anfänger und erfahrene Yoga-Praktizierende. In der Yoga-Woche auf dem Großsegler wechseln sich aktive Einheiten und meditative Klassen ab.

Ausgezeichneter Anbieter von Segel-Kreuzfahrten

Als weltweit größter Anbieter von Segel-Kreuzfahrten, und zuletzt Ende 2021 mit dem World Travel Award ausgezeichnet, bietet Star Clippers die bei Gästen so beliebte Mischung aus Entspannung unter weißen Segeln, feiner Kulinarik und einem sorgfältig konzipierten Ausflugsprogramm.

Die kostenfreien Yoga- und Meditationsstunden werden mit Sandrine Rossi-Fornelli, Sylvie Thevenet und Christel Vollmer von international ausgebildeten Yoga-Lehrenden betreut – für unterschiedliche Level und in verschiedenen Yoga-Stilen. 

Termine Yogakreuzfahrten:

12. und 19. Februar: Karibik, »Star Flyer«,   Yoga mit Sandrine Rossi-Fornelli

5. März: Karibik, »Star Flyer«, Yoga mit Sylvie Thevenet

12. und 19. März: Karibik, »Star Flyer«, Yoga mit Christel Vollmer

26. März: Ozeanüberquerung, »Star Flyer«, Yoga mit Christel Vollmer

Weitere Informationen www.starclippers.com | Telefon 00800-782 72 547

Text: PM Star Clippers

Eleganz unter Segeln

2021 wird die SEA CLOUD 90 Jahre alt, Michael Wolf über eine Legende.

Der Redeschwall des römischen Taxifahrers ebbt allmählich ab, und seine großen Augen blicken immer ratloser in den Rückspiegel. Ausgerechnet hier, im alten Industriehafen von Civitavecchia, in diesem Chaos von Kränen, Gabelstaplern und verrosteten Bootswracks soll eines der schönsten Schiffe der Welt liegen?! „Madonna mia, impossibile!“ Doch dann ragen auf einmal die vier Holzmasten hinter dem Dach einer Lagerhalle hervor – Wegweiser zu einer längst vergessenen Welt.
Ein Windjammer wie aus alten Piratenfilmen mit Errol Flynn, ein Segelschiff, groß und elegant wie in einem Kindertraum, eine Königin der sieben Meere: die SEA CLOUD. Ein vergoldeter Adler schmiegt sich als Galionsfigur an ihren schneeweißen Bug.
Über die schaukelnde Gangway geht es an Bord, Besatzungsmitglieder in weißer Uniform empfangen die Gäste mit Champagner vom Silbertablett. Einige machen sich gleich auf Erkundungstour: Über blank geschrubbte Planken und sorgfältig aufgerollte Taue, vorbei an Messing und Mahagoni. Wie gut, dass sie noch ein paar Tage Zeit haben, die prachtvolle Bark und ihre ungewöhnliche Geschichte genauer kennenzulernen.
Die SEA CLOUD ist die größte private Segelyacht, die je gebaut wurde: 110 Meter lang und mittschiffs 15 Meter breit. 54 Meter ragt der Großmast in den Himmel. 30 Segel, insgesamt 3000 Quadratmeter, verschaffen der alten Lady auf jedem Schifffahrtsweg der Welt höchste Aufmerksamkeit.
Genau das hatte der Auftraggeber im Sinn gehabt, als er sein Spielzeug bestellte. Für 900 000 Dollar, was heute vielleicht 25 Millionen Euro entspricht, gab der amerikanische Konservenmillionär Edward Hutton 1930 bei der Germania-Werft in Kiel eine Yacht der Superlative in Auftrag – als kleines Geschenk für seine nicht minder reiche Frau Marjorie. Die ließ es sich nicht nehmen, die Innenausstattung des Traumschiffs nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten: stuckverzierte Decken, vergoldete Wasserhähne und den besten Marmor aus Carrara für die Bäder und die Kamine. Für die raumhohen Spiegel wählte sie venezianisches Glas, und in das Eignerschlafgemach kam ein französisches Himmelbett mit Blattgoldverzierungen. Alle Kabinen wurden auf ihren Wunsch hin mit Stilmöbeln und Orientteppichen ausgestattet. Es gab ein Bordkino, einen Frisiersalon und ein Rauchzimmer. Die Uniformen der 72köpfigen Besatzung waren denen der US-Navy nachempfunden.
Derart pompös ausgestattet stach die HUSSAR, wie sie damals hieß, im April 1931 mit den beiden stolzen Besitzern das erste Mal in See. Doch die Zeit der glücklichen Törns währte nicht lang: Mister Huttons Leidenschaft galt nicht nur dem Schiff und seiner Frau, sondern vor allem dem ausschweifenden gesellschaftlichen Leben. Über dem Eheglück standen dunkle Wolken. Schließlich kam Marjorie hinter die Eskapaden ihres Gatten und reichte die Scheidung ein. Zum Trost behielt sie die Yacht, die nun in SEA CLOUD umgetauft wurde.
Marjories neuer Ehemann war Joseph E. Davis, Rechtsanwalt und später US-Botschafter in Moskau. Er ließ das Schiff an den Wochenenden nach Leningrad überführen, um dort mit Freunden fröhliche Bordpartys zu feiern: Paradebeispiele kapitalistischer Dekadenz für die staunenden Russen.
Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, vercharterte Marjorie die SEA CLOUD für einen symbolischen Dollar an die amerikanische Küstenwache. Fortan kreuzte die Yacht als Wetterschiff über den Atlantik. Ohne Masten, grau gestrichen und mit 200 Matrosen an Bord hatte das Traumschiff nun deutliche an Glanz verloren. Nach Kriegsende wurde aber wieder richtig dick aufgetragen: Drei Millionen Dollar ließ sich die Eignerin die Renovierung kosten – und die rauschenden Feste begannen von neuem.

Unter vollen Segeln, die SEA CLOUD als HUSSAR
Sea Cloud, Galionsfigur, Foto: enapress.com

Könige und Wirtschaftsmagnaten reisten mit der SEA CLOUD, die Windsors, Vanderbilts und Astors, der Prinz von Luxemburg, Gustaf V. von Schweden, die belgischen Royals. „Mein Gott, Marjorie, Sie leben hier so, wie man es Königen und Königinnen erwarte“, rief völlig überrascht von dem Luxus, mit dem man an Bord empfangen wurde, die norwegische Königin Maud. Die extravagante Millionärin freute sich an der Bewunderung für ihr Juwel – und für ihre Capricen: Als Haustier hielt sie sich eine Riesenschildkröte, die ihr an Deck auf Schritt und Tritt folgte.
68jährig verlor Marjorie die Lust am Segeln und an den gigantischen Unterhaltungskosten: 1955 verkaufte sie die SEA CLOUD an den dominikanischen Diktator Rafael Trujillo, der das Schiff in ANGELITA umtaufte und seinem Sohn Ramfils schenkte. Der Junior besuchte damals ein amerikanisches College. Mehr Spaß als das Lernen machten ihm die wilden Feten an Bord seiner Yacht, die nun ständig vor Hollywood kreuzte und immer neue Stars aufnahm. Von Kim Novak bis Zsa Zsa Gabor reichte die illustre Gästeliste, und nicht selten fanden Filmsternchen, die besonders entgegenkommend gewesen waren, nach einer heißen Nacht den Schlüssel zu einem Luxuswagen unter ihrem Kopfkissen.
Als Vater Trujillo einem Attentat zum Opfer fiel, gelang es dem cleveren Filius, sich mit dessen Sarg und dem halben Staatsvermögen segelnd nach Martinique abzusetzen. Nach mehreren Besitzerwechseln rottete die ANGELITA dann jahrelang in Panama vor sich hin, bis sie 1978 von dem Hamburger Kapitän Hartmut Paschburg entdeckt wurde. Der motivierte eine Gruppe hanseatischer Geschäftsleute, die SEA CLOUD für einen Spottpreis zu kaufen und für ein Vermögen instandzusetzen. Der Viermaster wurde in der Kieler Howaldt-Werft von Grund auf renoviert, eine Suite nach der anderen originalgetreu wiederhergestellt. 28 zusätzliche Kabinen entstanden auf dem Oberdeck.

Historische Aufnahme der Kabine 1 der HUSSAR

Die SEA CLOUD segelt heute unter maltesischer Flagge, im Winter in der Karibik, im Sommer im Mittelmeer. Aber noch immer kommen auf maximal 64 Gäste 60 Besatzungsmitglieder – eine wahrlich luxuriöse Quote. Luxus dürfen die Gäste, die bis zu 5 000 Euro für eine Reisewoche zahlen, aber auch erwarten, wenn sie den „Orient Express der Meere“ buchen. Das Essen im mahagonigetäfelten Speisesaal ist leicht und kreativ, der Wein exquisit und die Atmosphäre trotz Abendkleidung ungezwungener als auf einer konventionellen Kreuzfahrt. Deutsche und amerikanische Geschäftsleute gönnen sich das elegante Vergnügen, wohlhabende Kurzurlauber mit ausgeprägtem Sinn für die Romantik des Segelns.
Das Gefühl dafür stellt sich spätestens dann ein, wenn man das erste Mal nachts, während die Dünung des Mittelmeer die Bark sanft auf und ab bewegt, auf dem ausgepolsterten Promenadendeck liegt und zusieht, wie der Mond zwischen den Masten wandert. Doch für ein echtes Seglerherz ist ein anderes Schauspiel wohl viel beeindruckender: die Matrosen, die in den schwindelerregenden Höhen turnen und die Segel setzen.
Die SEA CLOUD neigt sich leicht zur Seite, nimmt Fahrt auf, und die weißen Segel wölben sich träge im Wind. Ein Steward kommt mit Cocktails vorbei, vom Piano erklingt sanfte Jazzmusik. Das Meer glitzert in der Sonne.
„So ein Schiff habe ich noch nie gesehen“, sagt ein paar Tage später der Taxifahrer in Nizza, „aber man kann sich sicher schnell daran gewöhnen.“

Fotos: enapress.com

Maritime Events

Windjammer und Traditionssegler haben eine Zukunft – nicht allein an den Küsten von Nord- und Ostsee. Auch in unseren Nachtbarländern und in Übersee sind sie beliebt. Lothar Lorenz hat eine Auswahl unterschiedlicher „maritimer Events“ zusammengestellt.

Foto: Alvov/shutterstock.com