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Swan Hellenic: Kurs auf Sibirien

Andrea Zito, CEO Swan Hellenic, Foto: Swan Hellenic

Die Reederei Swan Hellenic will nach der Pandemie mit voller Kraft in den Markt. Gleich drei neue Expeditionsschiffe sollen in weniger als zwölf Monaten in Fahrt kommen. Die Helsinki Shipyard in Finnland hat den ersten Neubau SH Minerva bereits in der Ausrüstung. Das zweite Schiff SH Vega wurde im Februar auf Kiel gelegt. In Monaco stellte am 16. April Vorstand Andrea Zito Details zu den weiteren Plänen vor. Frank Behling dokumentiert.

Drei Neubauten in weniger als zwölf Monaten sind eine große Expansion. Wie stehen die Perspektiven für die Nachfrage?

Wir glauben sehr stark an diesen Markt. Es ist ein Markt, der sehr viel Raum für neue Schiffe hat. Die bestehende Flotte hat ein Durchschnittsalter von über 30 Jahren. Und wenn man die Schiffe abzieht, die in den letzten drei Jahren hinzugekommen sind, ist das Durchschnittsalter noch sehr viel höher. Viele der Schiffe wurden in 60ern oder 70ern gebaut. Es sind zum Teil alte Fischtrawler oder Fähren. Deshalb ist da viel Bedarf an neuen Schiffen.

Gebaut werden die Schiffe in Helsinki auf einer Werft. Wie ist der Stand der Arbeiten?

Ich war gerade vorige Woche in Helsinki. Bei dem ersten Schiff sind die Blöcke alle gesetzt. Die Ausrüstung beginnt. Bei dem zweiten Schiff werden die Blöcke gerade gesetzt. Der Bau geht gut voran. 

Foto: Swan Hellenic

Das erste Schiff „SH Minerva“ soll im Herbst in Fahrt kommen. Bleibt es dabei?

Es sieht alles gut aus. Die Werft hat einen Puffer von acht Wochen eingeplant. Für eine Werft, die wieder neu in diesen Markt einsteigt, ist das wichtig. Die SH Minerva soll im Oktober in Fahrt kommen. Es ist dann geplant, dass es am 29. Oktober einen Besuch in Hamburg geben wird. Danach geht es nach London zur Taufe.

Und danach?

Die erste Saison wird das Schiff in der Antarktis verbringen. Die Buchungen sind bereits sehr gut. Die Jungfernfahrt ist ausverkauft. Die Reisen im Januar sind bereits gut gebucht.

Es gibt eine große Nachfrage?

Gerade für Schiffe dieser kleinen Größe ist der Markt sehr stark. Es sind eben echte Expeditionen. 

Was gibt es für Pläne mit dem zweiten Schiff „SH Vega“, die im Frühjahr 2022 in Fahrt kommt?

Durch unsere guten Beziehungen zu Russland können wir für dieses Schiff im Sommer ein wirklich sehr interessantes Fahrtgebiet anbieten. Es geht in den westlichen Teil Sibiriens, hinter die Yamal-Halbinsel zur Mündung des Flusses Jenissei. Es gibt dann auch die Möglichkeit zur Kombination mit Flussreisen auf dem Jenissei. Die Reisen sollen von Spitzbergen aus starten. Dort haben wir die Möglichkeit 150 Passagiere sehr gut anreisen zu lassen.

„SH Vega“ in Helsinki auf Kiel gelegt

Zweiter Neubau des Swan Hellenic-Trios kommt im April 2022 in Fahrt

Als SH Vega unter der Flagge Maltas im April 2022 in Fahrt kommen soll das zweite der drei für die mit Hauptsitz in Zypern ansässige Reederei Swan Hellenic bei der Helsinki Shipyard in Auftrag befindlichen Expeditionskreuzfahrtschiffe. Wie die Reederei anlässlich der Kiellegung am 11.2.2021 mitteilte, wurde der als Werft-Nr. 517 geführte Neubau nach dem ersten Schiff benannt, das von 1878 bis 1880 die legendäre Nordostpassage erfolgreich durchquert hatte. Das am 24. September letzten Jahres auf Kiel gelegte Typschiff, die SH Minerva (Bau-Nr. 516), soll bereits im November dieses Jahres geliefert werden und einen Monat später zur Jungfernreise in die Antarktis starten, während die mit 12000 BRZ etwas grössere dritte Einheit, für die der Brennstart im Sommer dieses Jahres vorgesehen ist, Ende 2022 folgen soll. Von der trotz Corona-Restriktionen bisher weitgehend planmässigen Abwicklung des Programms zeigte sich Swan Hellenic-CEO Andrea Zito, beeindruckt: „Es ist eine fantastische Leistung, einen so anspruchsvollen Zeitplan unter Einhaltung höchster Qualitätsstandards einzuhalten.“

Foto: Swan Hellenic

Bei der traditionellen Kiellegungszeremonie für die SH Vega waren vor dem Absetzen des bereits am vergangenen Wochenende von der in Klaipeda ansässigen Werft Western Baltija Shipbuilding als vorausgerüstete und lackierte Sektion zugelieferten Blocks 302 die üblichen Glückmünzen von Jonas Packalén, Projektleiter der Helsinki-Werft, Jukka Hujanen, Lloyd’s Registers, und Victor Olersky, Vorsitzender der Helsinki-Werft, auf den Pallen platziert worden. Die beiden ersten Schiffe werden nach den Vorschriften und unter Aufsicht von Lloyds Register of Shipping aus jeweils insgesamt 33 in Klaipeda gefertigten Blöcken gefertigt. Die bei einer Länge von 113 m, einer Breite von 20,2 m und einem Tiefgang von 5,7 m mit ca. 10500 BRZ vermessende SH Vega wird mit einem eisverstärkten Rumpf (PC 5) sowie einer dieselelektrischen und über SCR-Katalysatoren verfügenden Hybrid-Antriebsanlage mit einer Leistung von 4,6 MW sowie einem 3 MW-Batterie-Pack geliefert. Für 152 Gäste stehen 76 geräumige Kabinen bzw. Suiten, davon 60 mit Balkon, zur Verfügung, die Besatzung wird 120 Personen umfassen.

Foto: Swan Hellenic

Das erst im Oktober letzten Jahres nachbestellte und als „5-Sterne-Schiff einer neuen Generation“ angekündigte noch namenlose dritte Schiff wird bei einer Länge von 125 m 192 Gäste in 96 Kabinen bzw. Suiten unterbringen sowie mit 140 Crew-Mitgliedern besetzt. Zudem wird es sich durch eine 5 MW-Antriebsanlage mit 3 MW-Batteriepack und die höhere Eisklasse PC 6 von den beiden kleineren Vorbauten unterscheiden. Alle drei sich durch ihr skandinavisches Design und weitläufigen Decksfächen auszeichnenden Neubauten erfüllen die „Safe-Return-to Port“ Anforderungen der SOLAS-Vorschriften. JPM