Schlagwort: Traumschiff

TV-Traumschiff „Amadea“ hat wieder in Bremerhaven festgemacht  

Dreharbeiten für die ZDF-Serie sollen ab März an Bord erfolgen

Seit August vergangen Jahres lag die Amadea von Phoenix Reisen aus Bonn im Emder Hafen auf, am vergangen Mittwochmorgen hat das schneeweiße Kreuzfahrtschiff den ostfriesischen Seehafen mit Kurs auf Bremerhaven wieder verlassen. Denn die Emder Werft und Dock GmbH (EWD), seit dem letzten Jahr im Besitz der Bremerhavener Benli-Gruppe, braucht den Platz an der Pier an dem die Amadea bislang lag für einen anderen Auftrag.

Gegen 8.30 Uhr hatte die Amadea die Werftpier mit Schlepperhilfe unter dem Kommando von Jens Thorn verlassen und traf bei eisiger Kälte am späten Donnerstagabend in der Seestadt ein. Nach der Passage der Kaiserschleuse legte das 193 Meter lange Kreuzfahrtschiff auf der westlichen Seite des Kaiserhafens III an, direkt vor der Artania. Nach Auskunft von Marko Graudenz, Sprecher der Lloyd Werft, ist aktuell ein Werftaufenthalt dort nicht vorgesehen. Somit werden in Bremerhaven an Bord der Amadea erneut wieder Dreharbeiten für die aktuellen Folgen der beliebten ZDF-Serie „Das Traumschiff“ stattfinden. Denn aufgrund der aktuellen Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie sind derzeit so gut wie keine Kreuzfahrten möglich.

So muss nun ein weiteres Mal der Drehplan für die beliebte ZDF-Serie „Das Traumschiff“ mit den Schauspielern wie Florian Silbereisen, Barbara Wussow oder Daniel Morgenroth umgekrempelt werden. Wie schon im letzten Sommer, sorgen die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie dafür, dass das ZDF die geplante Produktion für die nächste Weihnachts- und Neujahrsfolge, die eigentlich vom 7. März bis 6. Mai an Bord des Schiffes auf einer regulären Mittelmeerkreuzfahrt gedreht werden sollte, nun nicht wie geplant stattfinden wird. Geplant war, dass die Abfahrt und Ankunft des Schiffes vom Columbus Cruise Center in Bremerhaven erfolgen sollte. Doch da aktuell vom Schiff aus keine Landgänge im Mittelmeer angeboten werden können, wird die Amadea nicht in See stechen.

Foto: Christian Eckardt

Nach Informationen der „Bild-Zeitung“ werden die Außenaufnahmen wieder auf den Malediven abgedreht, da die Schauspieler und Filmcrew dort bei einem negativen Corona-Test nur eine dreitägige Quarantäne nach Einreise erfüllen müssen. Das könnte aber für die Zuschauer bedeuten, dass nun an Ostern und Weihnachten das gleiche Ziel im Fernsehen gezeigt wird. Nach aktuellem Stand sollen derzeit schon die ersten Folgen gedreht werden. „Wie geplant werden nach aktuellem Stand ab Ende Januar/Anfang Februar zwei neue Folgen für ‚Das Traumschiff‘ gedreht“, heißt es beim Fernsehsender ZDF in Mainz dazu. „Auch im Hinblick auf die Szenen an Bord des Schiffs kommt es nach derzeitigem Planungsstand nicht zu Änderungen – sie entstehen voraussichtlich ab März“, erklärte eine Sprecherin des Fernsehsenders. Bestätigt werden vom ZDF auch Dreharbeiten auf den Malediven. „Dass jedoch an Weihnachten und Ostern das gleiche Ziel zu sehen sein wird, trifft nicht zu“, heißt es weiter.

Somit werden dann vermutlich ab Anfang März an Bord der Amadea entweder im Hafen oder aber im Bereich der Nordsee, ohne Passagiere, die Dreharbeiten an Bord des Schiffes erfolgen. Das Produktionsteam kennt sich mittlerweile mit dieser Situation aus, wurden doch bei der letzten Seychellen-Folge die Szenen an Bord des Schiffes an dem damaligen Liegeplatz bei der Lloyd Werft in Bremerhaven abgedreht. Bei einigen Szenen konnte man auch einige Hafendetails wie auch das Gelände der Lloyd Werft erkennen. Um das Gefühl einer Seereise zu vermitteln werden die Szenen an Bord dann vermutlich auch wieder vor einer so genannten Greenscreen gedreht und die Meeresaufnahmen später einfach digital eingefügt.

Foto: Christian Eckardt

Phoenix Reisen hatte seine Kunden bereits vor kurzem über weitere Absagen von geplanten Kreuzfahrten auf der Amera, Artania und Amadea informiert, die durch die Corona-Pandemie derzeit nicht durchführbar sind. Schon seit März 2020 befinden sich die Kreuzfahrtschiffe von Phoenix Reisen außer Dienst, zwei Schiffe lagen zuletzt in Emden, die Artania in Bremerhaven.

Als Folge der durch die Pandemie ausgelöste Krise in der weltweiten Kreuzfahrt, hatte Phoenix Reisen aus Kostengründen die bei den Kunden sehr beliebte Albatros im Herbst abgegeben. Diese soll künftig als Hotelschiff im Roten Meer fest vor Anker liegen. Geplant ist bei Phoenix aber weiterhin der Einsatz des Charter-Schiffes Deutschland, das von Phoenix aber nur in den Sommermonaten gechartert wird.

Betroffen von den aktuellen Reiseabsagen bei Phoenix sind auch mehrere Abfahrten, die am Columbus Cruise Center in Bremerhaven geplant waren. Darunter neben der großen Mittelmeerrundreise der Amadea bis Anfang Mai zwei Reisen der Amera bis Ende April und drei Reisen der Artania bis Mitte April. Phoenix Reisen wird dann kurzfristig über eine Wiederaufnahme der Kreuzfahrten entscheiden. ChrEck

ZDF-„Traumschiff“ bleibt für Dreharbeiten wohl im Hafen liegen

Corona sorgt erneut für Änderungen am Drehplan für Florian Silbereisen und die Filmcrew

Ein weiteres Mal muss der Drehplan für die beliebte ZDF-Serie „Das Traumschiff“ mit den Schauspielern wie Florian Silbereisen, Barbara Wussow oder Daniel Morgenroth umgekrempelt werden, denn durch die aktuelle Corona-Pandemie kann das Traumschiff, die Amadea von Phoenix-Reisen nicht wie geplant in See stechen. Wie schon im letzten Sommer, sorgen die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie dafür, dass das ZDF die geplante Produktion für die nächste Weihnachts- und Neujahrsfolge, die vom 7. März bis 6. Mai an Bord des Schiffes auf einer regulären Mittelmeerkreuzfahrt gedreht werden sollte, nun nicht wie geplant stattfinden wird.

Geplant war, dass die Abfahrt und Ankunft des Schiffes vom Columbus Cruise Center in Bremerhaven erfolgen sollte. Doch da aktuell vom Schiff aus keine Landgänge im Mittelmeer angeboten werden können, bleibt die Amadea zunächst am aktuellen Liegeplatz, im Hafen von Emden, liegen. 

Nach Informationen der „Bild-Zeitung“ sollen nunmehr die Außenaufnahmen wieder auf den Malediven gedreht werden, weil die Schauspieler dort bei einem negativen Corona-Test nur eine dreitägige Quarantäne nach Einreise erfüllen müssen. Das würde aber für die Zuschauer bedeuten, dass nun an Ostern und Weihnachten das gleiche Ziel im Fernsehen gezeigt wird. Nach aktuellem Stand sollen ab Ende Januar, Anfang Februar zwei neue Folgen für „Das Traumschiff“ gedreht werden.

Jedoch kommt es wohl in Hinblick auf die Szenen an Bord des Schiffs nach derzeitigem Planungsstand nicht zu Änderungen, diese sollen vermutlich ab März an Bord der Amadea entweder im Hafen oder aber im Bereich der Nordsee, ohne Passagiere, erfolgen. Das Produktionsteam kennt sich mittlerweile mit dieser Situation aus, wurden doch bei der letzten Seychellen-Folge die Szenen an Bord des Schiffes an dem damaligen Liegeplatz bei der Lloyd Werft in Bremerhaven abgedreht. Bei einigen Szenen konnte man auch einige Hafendetails erkennen. Um das Gefühl einer Seereise zu vermitteln werden dann Meeresszenen einfach digital eingefügt.

Bislang gibt sich der Sender dennoch gelassen, doch für die Schauspieler und die Filmcrew bedeutet dies nun wieder erschwerte Produktionsbedingungen, der gleiche Drehort und regelmäßige Corona-Testungen.

Phoenix Reisen hatte seine Kunden in den letzten Tagen über weitere Absagen von geplanten Kreuzfahrten auf der Amera, Artania und Amadea informiert, die durch die Corona-Pandemie derzeit nicht durchführbar sind. Schon seit März 2020 befinden sich die Kreuzfahrtschiffe von Phoenix Reisen außer Dienst, zwei Schiffe liegen in Emden, die Artania in Bremerhaven.

Als Folge der durch die Pandemie ausgelöste Krise in der weltweiten Kreuzfahrt, hatte Phoenix Reisen aus Kostengründen schon die sehr beliebte Albatros im Herbst abgegeben. Diese soll künftig als Hotelschiff im Roten Meer fest vor Anker liegen. Geplant ist bei Phoenix aber weiterhin der Einsatz des Kreuzfahrtschiffes Deutschland, das von Phoenix aber nur in den Sommermonaten gechartert wird.

Betroffen von den aktuellen Reiseabsagen bei Phoenix sind mehrere Abfahrten von der Columbuskaje in Bremerhaven. Darunter eben auch die geplante große Mittelmeerrundreise der Amadea bis Anfang Mai, zwei Reisen der Amera bis Ende April und drei Reisen der Artania bis Mitte April. Phoenix Reisen wird dann kurzfristig über eine Wiederaufnahme der Kreuzfahrten entscheiden. ChrEck

Das Traumschiff

Die Vistafjord war lange ein berühmtes und beliebtes Schiff, doch dann verlor es an Renommee

Für die Deutschen, die gern auf den Weltmeeren unterwegs sind, war die Vistafjord das „Traumschiff“. In der gleichnamigen ZDF-Fernsehserie war dieses Schiff der Urlaubstransporter, mit allem was mit guter Stimmung und etwas Dramatik für die angeblich schönsten Tage des Jahres dabei waren. Der Kapitän ein schmucker Dandy, der Chefsteward ein Womanizer, die Chefhostess kokett und der Schiffsarzt ein lächelnder Alleskönner, der jede Erkrankung von Passagieren meisterte. Neben Liebeleien an Bord gab es auch Zoff zwischen Eheleuten, in den Kabinen spielten sich Tragödien ab und am Pool wurde tapfer weiter geäugelt. Der Entertainer Florian Silbereisen ist als jüngster der Kapitäne seit 2019 auf dem inzwischen fünften Traumschiff unterwegs.

Es waren mehrere Schiffe, die seit Anfang der 1980er Jahre Kulissen für Romanzen und Dramen dieser Fernsehserie waren, die Astor, die Berlin, die Deutschland und die Amadea – aber mit der Vistafjord fing die Serie an und erhielt von 1981 an viel Zuschauerzuspruch. Zwei Jahre lang wurde auf dem Kreuzfahrtschiff gedreht, dann konnte wieder die Normalität eintreten. Millionen haben das Schiff gesehen und bestaunt, das seinerzeit als ultimatives Luxusschiff galt.

Als zum Beispiel im Sommer 1992 die Vistafjord erstmals im Hafen von Warnemünde in der Hansestadt Rostock vor Anker ging, wurde sie rege bewundert. Sie fiel heraus aus den üblichen Block-Kreuzfahrtschiffen mit ihrem eleganten Clipper-Bug und einer ansprechenden halbkreisförmigen Form am vorderen Ende. Achtern lagen die Deckterrassen, die im Kreuzerheck ausliefen. Dort befand sich die Garden Lounge mit einem großen Panoramafenster auf zwei Ebenen.

Im Inneren war die Haupttreppe besonders attraktiv, der Handlauf war aus massivem Teakholz. Die Treppe wurde gern in Feste einbezogen, wie eine Freitreppe. Die Stufen führten in ein geräumiges und luftiges Atrium, das war damals neu in der Kreuzfahrtbranche.

Die Vistafjord war ein stattlicher Kreuzer. Er trug später die Namen Caronia, Saga Ruby und Oasia. Gebaut wurde das Schiff von der britischen Werft Swan Hunter Shipbuilders in Wallsend, es erhielt die Baunummer 39 und war das vorletzte in Großbritannien gebaute Kreuzfahrtschiff. Die Kiellegung fand am 20. April 1971 statt, der Stapellauf folgte am 1. Mai 1972 und die Übergabe an die norwegische Reederei Den Norske Amerikalinje (NAL) am 15. Mai 1973. Die Jungfernfahrt startete am 22. Mai und ging über den Atlantik nach New York im Rahmen eines weltweiten Kreuzfahrtprogramms. Die NAL besaß damit zwei Kreuzfahrtschiffe, das ältere Schwesterschiff trug den Namen Sagafjord. Beide Schiffe wurden im Mai 1980 an die Tochtergesellschaft Norwegian AmericanCruises (NAC) übertragen.

Foto: Archiv Udo Horn

Die wunderschönen und spektakulären Fjorde der skandinavischen Landschaft, die sich tief in die Gebirge hineinschieben, wurden als Natursensation beworben. Das Foto in einem der Fjorde, dem Geirangerfjord, war sehr gelungen: Es zeigt die Vistafjord inmitten eines Gebirges, das Wasser fließt über schroffe Höhenzüge herab, davor strahlt die Silhouette des Kreuzers, weiß der Rumpf, rotweiß der Schornstein. Der Heimathafen war Oslo.

Nach nur zwei Jahren, 1983, wurde die NAC und die Vistafjord von der britischen Cunard Line übernommen, fortan fuhren die Vistafjord und die Sagafjord unter der Flagge der Bahamas. Das war die Traumschiff-Periode, die Passagiere drängelten, um auf das berühmte Schiff zu gelangen. 680 Gäste durften an Bord sein, zudem 380 Personen als Besatzung.

Der Tiefgang der 191,08 m langen und 25,05 m breiten Vistafjord lag bei 8,25 Metern, die Tragfähigkeit bei 5954 Tonnen und die Vermessung bei 24.492 BRZ (9356 NRZ). Das Schiff wurde dieselmechanisch angetrieben mit zwei Neunzylinder-Zweitakt-Dieselmotoren von Sulzer, sie kamen in Lizenz von George Clark & North Eastern Marine. Die Maschinenleistung wurde mit 17.650 kW (23.997 PS) angegeben. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 21,5 kn (40 km/h). Die Leistung wurde über Wellenanlagen direkt an die beiden Festpropeller übertragen. Für die Stromversorgung an Bord standen sieben Dieselmotoren von Bergen Diesel und Cummings sowie ein Notgenerator von Caterpillar zur Verfügung. Der Bau des Schiffes verschlang 35 Millionen US-Dollar.

Foto: Frank Behling

1973 bis 1983 war das Schiff unter der Flagge Norwegens unterwegs, dann bis zum Jahr 2000 der Flagge der Bahamas, zehn Jahre lang der Flagge des Vereinigten Königreichs (bis 2010), danach Maltas (2010-2014), noch mal Bahamas (2014-2017 und zuletzt der Karibikinseln St. Kitts und Nevis (2017).

Das Schiff hatte zwei Service-Restaurants und ein Buffet-Restaurant. Zu den Kabinen gelangte man auch über Aufzüge, neun Passagierdecks waren vorhanden. Es gab 376 Kabinen und 25 Kabinen mit Balkon. Zur Unterhaltung gab es ein kleines Casino, die North Cape Bar, ein Kino und eine Bibliothek, zwei Swimmingpools (außen und innen) und zwei Whirlpools. Der 4,5 m hohe Grand Ball Room umfasste eine Fläche von 780 Quadratmetern. Dort saßen Passagiere in pastellfarbenen Sofas und Sesseln, davor runde Glastischchen mit Edelstahlsockel, und unterhielten sich. Ein beliebter Ort war auch das Lido Café.

Kreuzfahrt-Papst Douglas Ward (Berlitz Cruise-Guide) erinnert sich: „Die Vistafjord hatte ein exzellentes Fahrverhalten auf See. Besonders beeindruckt hat mich der elegante Dining-Room mit seinen beiden großen einmaligen Kronleuchtern, einen davon direkt über dem Captains Table.“

Ende Dezember 1999 ließ Cunard die Vistafjord in Southampton komplett sanieren in einem zweiten Upgrading, dafür wurden fünf Millionen US-Dollar investiert. Im Zuge der Erneuerung erhielt sie den Namen Caronia, ein bei Cunard beliebter Name, den auch andere Schiffe getragen hatten.

Die Caronia wurde im Juli 2004 von Cunard an die britische Reederei Acromas Shipping verkauft, eine Tochter des Unternehmens Acromas Travel, für den Einsatz durch Saga Cruises. Da war London bereits der Heimathafen. Der Name wurde ausgewechselt, das Schiff hieß nun Saga Ruby. Das ebenfalls umgetaufte Schwesterschiff wurde zur Saga Rose. 2005 stand noch mal eine Modernisierungsmaßnahme an, die Saga Ruby kam dazu an eine Werft auf Malta. 2010 wurde das Schiff auch in das maltesische Schiffsregister aufgenommen, dort blieb es – immer noch im Besitz von Acromas Shipping – bis 2013. Im letzten Betriebsjahr stand es unter dem Management von V. Ships Leisure. Die Manager betrieben es als Kreuzfahrtschiff bis Anfang 2014, der letzte angelaufene Hafen war Southampton am 9. Januar des Jahres.

Saga Ruby, Foto: enapress.com

Nun stand das einstige Traumschiff zum Verkauf. Das Unternehmen Millennium View Limited mit Sitz in Singapur erwarb es für 14 Millionen US-Dollar. Es übertrug das Management der Saga Ruby, inzwischen in Oasia umgetauft, der FleetPro Ocean in Miami. Dort wurden Pläne entwickelt, das Schiff, wieder auf den Bahamas registriert, zum Hotelschiff umzugestalten. Stationiert werden sollte es in Myanmar. Das konnte nicht realisiert werden. Die schwedische Rederi Swedish American Line AB hatte zunächst den Ankauf angegangen, doch weil die Preisvorstellungen des Eigentümers ziemlich hoch waren, verzichteten die Skandinavier schließlich auf den Deal.

Zu dieser Zeit befand sich die Oasia noch in einem guten SOLAS-konformen, fahrklarem Zustand. Mitte 2016 sah es auf dem verlassenen Schiff nicht mehr so gut aus. Die Oasia lag im thailändischen Sattahip in einer Marinebasis auf Reede, die Zukunft war ungewiss. Trotzdem boten es die Eigner für 26 Millionen US-Dollar an, sie fanden jedoch keinen Käufer.

Erst im März 2017 übernahm eine indische Abwrackwerft das Schiff, der genaue Preis ist nicht bekannt. Die letzte Fahrt der Oasia führte nach Indien am 4. April 2017 traf sie auf Reede vor Bhavnagar ein. Am 12. April ließ man das Schiff in Alang auf Sand stranden und begann mit der Verschrottung des Klassikers.

Roland Mischke, maritimes Lektorat: Jens Meyer

„Amadea“-Nachrüstungspremiere mit SCR-Katalysatoren

Traumschiff künftig fit für norwegische Fjorde

Die als Hauptdrehort der „Traumschiff“-Fernsehserie des ZDF bekannte Amadea des Bonner Kreuzfahrt-Veranstalters Phoenix Reisen wird bei ihrer nächsten Werftzeit im September 2021 durch ein erstmalig auf einem bereits in Fahrt befindlichen Schiff zu realisierendes Retrofit der Maschinenanlage in die Lage versetzt, die verschärften Emissionsnormen zu erfüllen, die in den für die Kreuzfahrtbranche wichtigen und von der UNESCO geschützten norwegischen Fjorden gelten.

Durch ein in Deutschland konzipiertes Abgas-Reinigungssystem soll das Schiff ohne By-Pass und ohne Scrubber mit minimaler Ruß/Rauch-Entwicklung und minimalem Ammoniak-Schlupf „super green“ betrieben werden können, wobei auch der Methan Slip vermieden wird, der bei Schiffen anfällt, die LNG als Brennstoff nutzen.

Dazu wird das 1991 für NYK Cruises als Asuka im japanischen Nagasaki erbaute 29008-BRZ-Schiff, das nach dem Verkauf 2006 für die Amadea Shipping Ltd. auf den Bahamas registriert wurde und seitdem in Phoenix Reisen-Charter beschäftigt wird, von der in Augsburg ansässigen Firma MAN PrimeServ mit einem umweltfreundlichen SCR-System (Selective Catalytic Reduction) nachgerüstet, dass sich an die begrenzten Platzverhältnisse anpasst.

Das von MAN PrimeServ konzipierte Retrofit sieht die Integration von zwei SCR-Systemen in die beiden MAN 7L58/64-Viertakt-Hauptmotoren der von der Hamburger Firma BSM Cruise Service gemanagten Amadea vor. Bei der Entwicklung dieser SCR-Lösung stand die Minimierung der Schadstoffemissionen bei gleichbleibender Motorleistung und Antriebseffizienz im Mittelpunkt.

Illustration: MAN Prime Serv

„Das Konzept, nachhaltige Kreuzfahrten anzubieten, ist ein wichtiger Trend in der Branche. Die Amadea wird deshalb nur mit hochwertigem Schiffsdiesel betrieben. Mithilfe unserer SCR-Lösung werden Phoenix Reisen und BSM in diesem Segment eine Vorreiterrolle bei der Emissionsreduzierung einnehmen. Wir freuen uns über unseren Beitrag zu diesem zukunftsweisenden Projekt, von dem die Umwelt profitieren wird“, so Alexander Schäfer, Chef von MAN PrimeServ Turbocharger & Exhaust Gas Treatment.

Nach seinen Angaben registriere man zunehmend Anfragen von Kreuzfahrt- und Fährunternehmen, die ihre Umweltfreundlichkeit bereits vor Einführung entsprechender gesetzlicher Vorschriften verbessern wollen. Es gibt bereits konkreten Kontakt mit einer anderen bedeutenden Reederei, die man derzeit noch nicht nennen möchte. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hatte MAN PrimeServ die Turbolader der über ihre beiden Verstellpropeller ca. 21 kn schnellen Amadea nachgerüstet. Damit konnte der Wirkungsgrad der Motoren verbessert und der CO2-Ausstoß deutlich reduziert werden. Ferner wurden die Schweröl-Einspritzdüsen durch MGO (Marine Gas Öl)-Varianten ersetzt, um die Rußemissionen zu minimieren.

Die SCR-Lösung von MAN bringt die bisher mit Tier 0 eingestuften Motoren der Amadea auf Tier III Niveau. Die NOx-Emissionen werden um 90 Prozent verringert. Dies führt zu einer Reduktion von 600 Tonnen NOx pro Jahr, was etwa dem Jahres-Volumen von 1,4 Mio. Pkw in Deutschland entspricht. Nach Angaben des Herstellers verfügt diese SCR-Lösung über die höchste Betriebsbereitschaft und -sicherheit.

Foto: Jens Meyer

Die Abgasreinigung sei durchgängig bereits ab 15 Prozent Motorlast verfügbar und ermögliche einen sauberen Betrieb auch bei langsamer Fahrt in den Fjorden sowie in der Nähe von Häfen und besiedelten Gebieten. Die vollständig modulare SCR-Lösung wird in das Motorsteuerungssystem der Amadea integriert. Durch einen geschlossenen Regelkreis und mit Hilfe einer Wetterstation, die Umweltdaten erfasst, wird die NOx-Reduktion maximiert und der Ammoniakschlupf auf nur 10 ppm und damit auf Pkw-Niveau reduziert. Der geringe Ammoniakschlupf verbessere nicht nur die Umweltbilanz, da es sich bei Ammoniak um ein klimaschädliches Treibhausgas handelt, sondern er reduziere auch den Harnstoffverbrauch und damit die Größe des Harnstofftanks.

Eine Machbarkeitsstudie, die von PrimeServ zu Beginn des Projekts durchgeführt wurde, habe die Eignung des kompakten, modularen SCR-Systems für die begrenzten Platzverhältnisse an Bord des Schiffes bestätigt. Die Integration in einen schmalen Reaktorschacht sei nur aufgrund der speziellen 87-cpsi-Waben und ihrer hohen Reaktivität in einem zweischichtigen Reaktordesign möglich.

Jedes SCR-Reaktorgehäuse hat zwei Lagen und wiegt ca. 9 Tonnen, was zusätzliche 18 Tonnen Gewicht im Schornstein bedeutet. Für die Ausführung der möglicherweise mehr als zwei Monate dauernden Umbauarbeiten, in deren Rahmen nicht nur umfangreiche Stahlarbeiten anfallen, sondern auch die nicht von MAN stammenden Hilfsmotoren ersetzt werden sollen, rechnet man sich bei der Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss gute Chancen aus, da sie bereits mehrere Großaufträge von Phoenix Reisen, darunter auch eine spektakuläre Doppeldockung, kompetent und pünktlich abgearbeitet hat. Über den Auftragswert waren keine Angaben zu erhalten, er dürfte schätzungsweise im unteren siebenstelligen Bereich – zwischen ein und zwei Mio. Euro – liegen.

Bisher wurden im Kreuzfahrtbereich vor allem Neubauten mit SCR-Katalysatoren geordert bzw. ausgerüstet, weil die Platzverhältnisse bei in Fahrt befindlicher Tonnage eine Nachrüstung erschweren und durch den nötigen hohen Aufwand unwirtschaftlich verteuern würden. So muss das Schiff zur möglichst tiefen Installation der Anlage von oben geöffnet und der Schornstein demontiert werden. JPM

Traumschiff bleibt Traumschiff

Erst Anfang 2018 hatte der Bonner Veranstalter Phoenix Reisen die 2016 begonnene Saisoncharter für die Deutschland anlässlich ihres dritten und vorerst letzten Eignerwechsels seit der Insolvenz der Peter Deilmann Reederei verlängert. Damit bleibt der Traumschiff-Klassiker zumindest in den Sommermonaten bis 2025 dem deutschen Markt erhalten. Jens Meyer konnte sich von der ungebrochenen Beliebtheit dieses einzigartigen Schiffes überzeugen.

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