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Ulstein-Konzept in Miami präsentiert: Mit „THOR“ und „SIF“ emissionsfrei auf Expeditionskreuzfahrt

Abbildung: Ulstein

Mit der ULSTEIN THOR hat die norwegische Ulstein-Gruppe am 26. April auf der Seatrade in Miami ihr Konzept für ein 149 m langes 3R (Replenishment, Research and Rescue)-Schiff vorgestellt, das mit einem Thorium-Schmelzsalzreaktor (MSR) ausgestattet ist, der große Mengen sauberen, sicheren Stroms erzeugt. Dadurch kann das Schiff als mobile Energie-/Ladestation für eine neue Art von batteriebetriebenen Kreuzfahrtschiffen eingesetzt werden. Mit diesem Konzept könnte nach Ansicht seiner Entwickler die Vision eines emissionsfreien Kreuzfahrtbetriebs Wirklichkeit werden.

Ulstein sieht das „THOR“-Konzept als das fehlende Teil des Puzzles für eine breite Palette von Anwendungen in der Seefahrt und der Meeresindustrie. Um die Machbarkeit zu demonstrieren, hat Ulstein ergänzend das „SIF“-Konzept entwickelt, bei dem sich um ein 100 m langes, emissionsfreies Expeditionskreuzfahrtschiff für 160 Personen handelt. Dieses Schiff mit der hohen Eisklasse 1C wird mit Batterien der nächsten Generation betrieben und nutzt die „Thor“ zum Aufladen auf See.

Commercial Manager Lars Ståle Skoge, Naval Architect Torill Muren and Chief Designer Øyvind Gjerde Kamsvåg (v.l.n.r.)

„Wir haben die Ziele, den Ehrgeiz und die ökologische Notwendigkeit, zu einem emissionsfreien Betrieb überzugehen, aber bisher fehlte uns die Lösung“, sagt Cathrine Kristiseter Marti, CEO von Ulstein. „Wir glauben, dass ‚Thor‘ die Antwort sein könnte, nach der wir gesucht haben. ‚Thor‘ ist im Wesentlichen ein schwimmendes Mehrzweck-‚Kraftwerk‘, das eine neue Batterierevolution ermöglichen wird.“

Expeditionskreuzfahrtschiffe sind in zunehmend abgelegenen und ökologisch fragilen Gebieten unterwegs. Gleichzeitig steht die Branche unter dem wachsenden Druck verschiedener Interessengruppen, die Natur so zu erhalten, wie sie ist, und die Umweltauswirkungen von Kreuzfahrten zu begrenzen. Die „Thor“ ermöglicht es, Energie und Vorräte vor Ort aufzufüllen, und verfügt gleichzeitig über die Technologie, um Rettungseinsätze zu erleichtern und Forschungsaufgaben zu erfüllen. Es handelt sich also um ein wichtiges Stück Infrastruktur zur Unterstützung nachhaltiger und sicherer Operationen. Thor‘ hat buchstäblich die Kraft, unsere gesamte Branche zu verändern“, so Marti.

Abbildung: Ulstein

Thorium habe ein enormes Potenzial für die maritime Industrie, die auf der Suche nach sauberen alternativen Kraftstoffen ist. MSR seinen sichere, effiziente und betriebsbewährte Lösungen, bei denen Thorium – ein reichlich vorhandenes, natürlich vorkommendes Metall mit geringer Radioaktivität – in flüssigem Salz aufgelöst wird. Die anschließende Kettenreaktion erhitzt das Salz und erzeugt Dampf, der eine Turbine antreibt und Strom erzeugt. Obwohl die Entwicklungen an Land gut dokumentiert sind, sei das Potenzial für die Bereitstellung von sauberem Strom auf See noch nicht in ein Schiffskonzept integriert worden. Ulstein habe die Chance erkannt, dies zu ändern und damit möglicherweise eine neue Ära sauberer Energie für Kreuzfahrten und den Schiffsbetrieb einzuläuten.

Die Ladekapazität von „Thor“ wurde so skaliert, dass sie den Energiebedarf von vier Expeditionskreuzfahrtschiffen gleichzeitig decken kann. „Thor“ selbst müsste nie aufgetankt werden. Damit könnte „Thor“ den Entwurf für völlig autarke Schiffe der Zukunft liefern.

Abbildung: Ulstein

Jan Emblemsvåg, Professor an der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie und Experte auf dem Gebiet der Thorium- und Kernkraftwerke, äußerte sich zur Eignung von Thorium-MSR als Energiequelle für maritime Anwendungen: „MSR haben ein enormes Potenzial für eine saubere Schifffahrt. Es gibt so viele Unwägbarkeiten in Bezug auf künftige Brennstoffe, aber hier haben wir eine reichlich vorhandene Energiequelle, die mit dem richtigen Ansatz sicher, viel effizienter, billiger und mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck als alle bestehenden Alternativen sein kann. Aus meiner Sicht ist dies die praktikabelste und möglicherweise die einzige glaubwürdige Lösung für eine emissionsfreie Flotte, die zu kommerziellen Bedingungen und Kosten betrieben werden kann. Das ‚Thor‘-Konzept ist genau die Art von Innovation, die wir für einen nachhaltigen Erfolg auf See brauchen.“

Sowohl die „Thor“ als auch die „Sif“ verfügen über das auffällige X-BOW®-Design von Ulstein, das für eine bessere See-Eigenschaften, mehr Komfort, mehr Funktionalität und eine höhere Treibstoffeffizienz entwickelt wurde. Die „Thor“ verfügt über Hubschrauberlandeplätze, Feuerlöschgeräte, Rettungsausleger, Arbeitsboote, autonome Überwasserfahrzeuge und Flugdrohnen, Kräne, Labore und einen Vortragssaal.Das Expeditionskreuzfahrtschiff „Sif“ kann bis zu 80 Passagiere und 80 Besatzungsmitglieder aufnehmen und bietet geräuschlose, emissionsfreie Expeditionskreuzfahrten in entlegene Gebiete, einschließlich arktischer und antarktischer Gewässer.

„Hier haben wir zwei Konzepte in einem, die einen saubereren, sichereren und nachhaltigeren Weg in die Zukunft für Kreuzfahrtreeder und -betreiber aufzeigen, ganz zu schweigen von der Schifffahrt im Allgemeinen“, sagt Øyvind G. Kamsvåg, Chefdesigner bei Ulstein. „Thor“ und „Sif“ zeigen, was möglich ist, wenn wir Herausforderungen aus einer neuen Richtung angehen.“ „Wir haben großes Vertrauen in diese Lösung und wollen uns weiter an Gesprächen darüber beteiligen, wie wir die notwendigen Veränderungen, die die Welt verlangt, ermöglichen können“, ergänzte Lars Ståle Skoge, Commercial Director bei Ulstein Design & Solutions AS, hinzu. JPM

CARBON NEUTRAL CRUISES MADE POSSIBLE

The maritime industry has a goal to reduce emissions, with targets of 40% by 2030 and 70% by 2050, settled by IMO. The cruise vessels need to play a role in the future greener shipping. Ulstein now proposes a cruise concept prepared for a stepwise transition towards zero-emission operations.

Although the cruise industry is not a large contributor to global GHG emissions, with less than 0,1 per cent of the overall emissions, the cruise industry has a commitment to reduce emissions and become more sustainable. The cruise vessels explore protected and vulnerable areas around the world, and the cruising companies and their clients do not wish to harm the environment they are exploring. Low emission solutions and minimal noise and vibrations are requested. In parallel, regulators have drafted a pathway that vessel operators need to comply with. IMO’s Carbon Intensity Factor (CII), will set increasingly stringent energy efficiency requirements.

Operational analysis always comes first

Every design process should start with a better understanding of vessel operations. An analysis of the different operations that are carried out, and how they impact the energy consumption of the vessel, is key. This enables the identification and assessment of how to reduce energy consumption, how to produce the energy and, finally, how to utilise the waste energy. By doing this, some measures have been implemented in the ULSTEIN CX129 cruise vessel design, including the optimised hull lines with the X-BOW®, LED lights, heat pump technology and a waste energy system, and others can be added later as desired.

Fuel availability as a case-by-case study

The selection of alternative, low emission fuels is not an easy one and should be looked at in a case-by-case study. Fuel availability in vulnerable areas is scarce, and to date, alternative fuels are non-existing. Thus, although technology might soon be available, there is still a way to go when it comes to fuel availability. These are remote areas without the necessary infrastructure for all future alternative fuels.

Stepwise approach

Ulstein is committed to enabling such sustainable cruise operations. By implementing technology as it becomes available, we can make today’s vessels prepared for future expectations and requirements.

This has triggered Ulstein to explore innovative solutions and to propose a stepwise implementation of technology for how to reach zero-emission cruise operations.

To fully investigate how cruise vessels can become more sustainable, our design team has carried out a thorough analysis of typical cruise operations. The analysis provided useful insights into how alternative fuel technologies can be combined.

A flexible combination of alternative power sources

The ULSTEIN CX129 has been developed to operate on dual fuel methanol/MGO engines. This technology is already available in the market. If desirable, MGO can already be replaced with HVO, a renewable biofuel produced from waste and residues from e.g. the food industry. This fuel has a cleaner combustion and will reduce greenhouse gas emissions significantly.

An ULSTEIN CX129 expedition cruise vessel with room for alternative energy sources. Animation: Ulstein

Methanol is an available energy source with an advantageous energy density and storage availability, and green methanol results in very low emissions. The power plant is supported by a large battery package enabling periods of zero-emission operations in vulnerable areas that also supports optimization of the power plant by enabling peak-shaving.

Methanol-fuelled, the vessel will meet the expectations of emission reduction from day one. The next step might be to install fuel cells for methanol, and space will be reserved for this upgrade. This will decrease emissions further and allow silent operation of the vessel.

The design also has the flexibility for a later upgrade to hydrogen, preparing the cruise operators for a zero-emission future. An upgrade to carry Liquid Organic Hydrogen Carriers (LOHC) as fuel is possible, in addition to space reserved for hydrogen containers, and hydrogen fuel cells can be installed.



The ULSTEIN CX129 expedition cruise vessel design with power sources including batteries, methanol/MGO and hydrogen.

Low emission cruise operations are possible today with the combination of dual-fuel methanol engines and battery energy storage systems. “With a battery capacity of 4 MWh, a total fuel range of 11,000 nautical miles on MGO/HVO, 3,800 nautical miles on Methanol and with the option of a future upgrade to 1,200 nautical miles of Hydrogen range, a typical cruise operation can be decarbonised dramatically,” says Lars Ståle Skoge, commercial director at Ulstein Design & Solutions.

Lars Ståle Skoge, Foto: Ulstein

A SILVER BULLET SOLUTION 

Is there a silver bullet solution capable of enabling truly zero-emission cruise ships? Is the answer to industry decarbonisation right in front of us? Here, at Ulstein, we believe the answer to both questions is an emphatic ‘𝙮𝙚𝙨’.The environment won’t wait and neither will we. The industry must change and we need to start a crucial conversation, now. On 26 April, at Seatrade Miami, we will unveil a revolutionary concept capable of empowering a new age of clean cruise ship operations.

PM Ulstein Design & Solutions AS

OCEAN ALBATROS hat See-Erprobung bereits erfolgreich abgeschlossen

Das von der US-Reederei SunStone Ships Inc., Miami, vor rd. fünf Jahren in China bestellte und ganzjährig an den dänischen Reiseveranstalter Albatros Expeditions, langfristig vercharterte Expeditionskreuzfahrtschiff OCEAN ALBATROS hat nunmehr seine mehrtägige See-Erprobung erfolgreich abgeschlossen und ist am 13. März zur weiteren Komplettierung und Endausrüstung an seine chinesische Bauwerft zurückgekehrt.

Wie berichtet, hatte der Charterer allerdings bereits im Dezember letzten Jahres den für die Saison 2022-2023 geplanten Einsatz des Neubaus absagen müssen und diese Entscheidung mit globalen Lieferkettenproblemen und Quarantäne-bedingten Verzögerungen begründet.

So konnte der erste Block für das bei der China Merchant Heavy Industries-Werft in Haimen unter der Werft-Nr. CMHI 196-6 in Bau befindliche Schiff erst am 20. Januar dieses Jahres auf den Pallen abgesetzt werden. Obwohl die technische Probefahrt bereits sieben Monate nach der Kiellegung absolviert werden konnte, ist die Ablieferung des Neubaus erst im nächsten Jahr geplant.

Inzwischen hat das Unternehmen, das auch Charterer der 1986 in Polen erbauten und über 128 Kabinen für 240 Gäste verfügenden eisverstärkten SunStone Ships-Expeditionskreuzers Ocean Atlantic (BRZ: 17798) ist, mit dem Verkauf der Reisen der OCEAN ALBATROS und ihres seit Ende letzten Jahres in Fahrt befindlichen Schwesterschiffes OCEAN VICTORY in der Saison 2023/2024 begonnen.

Bei der OCEAN ALBATROS (Bau-Nr. CMHI 196-6) handelt es sich um die sechste Einheit einer Serie von sieben Expeditionskreuzfahrtschiffen der Infinity-Klasse, die SunStone Ships Inc. 2017 bei der im chinesischen Haimen ansässigen Werft China Merchants Heavy Industry (CMHI) bestellt hatte. Davon sind – beginnend mit dem bereits 2019 fertiggestellten Typschiff GREG MORTIMER bisher drei Einheiten abgeliefert worden. Das dritte Schiff dieses von der norwegischen Ulstein Design Solutions AS entwickelten Typs CX103, die ebenfalls von Albatros eingecharterte OCEAN VICTORY, war am 12. Oktober 2021 übergeben worden und hatte am 26. November seine Antarktis-Jungfernreise angetreten.

Die 104,4 m langen und 18, 4 m breiten 8181-BRZ-Schiffe mit Ulstein X-Bow und Polar Cat-B / PC 6 sowie Eisklasse IA sind für 199 Pax in 95 überwiegend mit Balkonen ausgestatteten Suiten und Kabinen ausgelegt und können einschl. Crew bis zu maximal 300 Personen unterbringen. Die von Bureau Veritas klassifizierten Schiffe sind u.a. mit dynamischer Positionierung sowie Zero-Speed-Stabilisatoren ausgerüstet und erfüllen die Safe-Return-to-Port-Anforderungen. Im Gegensatz zur OCEAN VICTORY wird der jetzt in der Endausrüstung befindliche Ocean Albatros, die ebenfalls über zwei Restaurants verfügt, auch mit einer Panorama-Sauna und 12 Kabinen für Alleinreisende ausgestattet. JPM

Fünftägige See-Erprobung erfolgreich absolviert: „Sylvia Earle“ viertes Schiff der Infinity-Serie für SunStone

Nur fünf Tage nach der Ablieferung des Expeditionskreuzfahrtschiffes Ocean Victory hat die im chinesischen Haimen ansässige Werft China Merchants Heavy Industry (CMHI) am 17. Oktober mit dem Schwesterschiff Sylvia Earle bereits die dritte Einheit einer von der in Miami ansässigen Reederei SunStone Ships fest bestellten und langfristig vercharterten Serie von sieben Einheiten der Infinity-Klasse auf Probefahrt geschickt.

Foto: SunStone Ships

Während der fünftägigen Testfahrt in der Südchinesischen See, bei der sich mehr als 150 Personen von Werft, Reederei, der Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas etc. an Bord befanden, wurden alle Systeme des Neubaus intensiv erprobt und die üblichen Manöver wie u.a. Meilenfahrt, Stoppstrecke und Drehkreis erfolgreich absolviert. Mit den Ergebnissen zeigte sich die Reederei sehr zufrieden.

Foto: SunStone Ships

Das noch in diesem Jahr zu liefernde Schiff, das am 18. März dieses Jahres als Bau-Nr. CMHI 196-2 vom Stapel gelaufen war, soll in Langzeitcharter ganzjährig von Aurora Expeditions beschäftigt werden. Dieser Veranstalter ist auch Charterer des Typschiffes der Serie, der im September 2019 gelieferten und im Oktober des gleichen Jahres in Dienst gestellten Greg Mortimer, die sich auf ihren ersten Reisen bereits durch ihre hohe Effizienz und guten See-Eigenschaften bewähren konnte.

Als zweites Schiff der Serie war die am 16. Dezember 2019 auf Kiel gelegte und am 12. August 2020 vom Stapel gelaufene Ocean Explorer, die ganzjährig weltweit von Vantage Travel in Langzeitcharter beschäftigt wird.

Das fünfte Schiff, die am 18. März 2021 als Werft-Nr. CMHI 196-5 auf Kiel gelegte Ocean Odyssey, soll im nächsten Jahr folgen und ganzjährig von Vantage Travel zu Expeditionsreisen eingesetzt werden. Im gleichen Jahr kommt auch die Ocean Albatros (CMHI 196-6) in Fahrt, die von Albatros Expeditions eingechartert wurde. Als siebtes und vorerst letztes Schiff soll die Ocean Discoverer 2023 die Serie komplettieren. Neben den sieben Infinity-Neubauten befinden sich noch sieben kleine Expeditionskreuzfahrtschiffe im kommerziellen SunStone-Management, die im Chartermarkt beschäftigt werden.

Foto: SunStone Ships

Die Neubauten basieren auf dem CX103-Entwurf der norwegischen Ulstein-Werft und verfügen über die charakteristische Bugform des patentierten Ulstein X-Bow-Design. Die 104 m langen, 18 m breiten und 5,1 m tiefgehenden Schiffe erfüllen die Vorschriften für die Eisklasse 1 A, Polar Klasse 6/Polar Code Cat. B, verfügen über dynamische Positionierung (DP), Bugstrahlruder, Zero-Speed-Stabilisatoren und sind durch ihre redundante Antriebsanlage mit zwei Maschinenräumen, zwei vierflügeligen Propellern und zwei Rudern für den Safe-Return to Port (SRtP) ausgerüstet. Die für TIER III ausgelegten und mit SCR-Katalysatoren ausgestatteten Motoren werden mit schwefelarmen MGO betrieben. Zur Ausstattung gehören Wärmerückgewinnungs- und modernste Abwasser-Behandlungsanlagen sowie LED-Beleuchtung. Die Ventilation ist für einen 45-fachen Luftwechsel pro Stunde in den öffentlichen Räumen ausgelegt, wobei alle einzelnen Räume mit Frischluft versorgt werden und eine Rezirkulation vermieden wird. Die für die Unterbringung von 130 bis 200 Gästen in Doppel- und Einzelkabinen sowie 85 bis 115 Crewmitglieder ausgelegten Neubauten verfügen u.a. über Swimmingpool, Bars, Lounges, Restaurants, Boutique, Spa und Wellness-Bereiche. JPM

„Ocean Victory“ als drittes Schiff der Infinity-Serie an SunStone abgeliefert

Mit der unter Bahamas-Flagge in Fahrt gekommenen Ocean Victory hat die im chinesischen Haimen ansässige Werft China Merchants Heavy Industry Heavy Industry (CMHI) am 12. Oktober das dritte Expeditionskreuzfahrtschiff der Infinity-Klasse abgeliefert, die die in Miami ansässige US-Reederei SunStone Ships Inc. 2017 bei ihr kontrahiert hatte. Die ursprünglich angedachte Serie von bis zu zehn Einheiten – einschließlich Optionen – wurde zunächst auf sieben und zuletzt auf sechs Schiffe reduziert, von denen eine weitere Einheit noch in diesem Jahr und die letzten beiden 2022 in Fahrt kommen sollen.

Foto: Albatros Expeditions

Ihre am 26. November beginnende Antarktis-Jungfernreise ist nach Angaben Hans Lagerweij, Präsident von Albatros Expeditions, bereits ausgebucht. Albatros Expeditions ist Charterer für die Wintersaison des im Eigentum der Ocean Victory Partners Ltd. befindlichen sowie von Victory Cruise Lines und Albatros Expeditions betriebenen Neubaus mit der IMO-Nr. 6868869. In der Sommersaison erfolgt die Beschäftigung mit Alaska-Reisen durch Victory Cruise Lines, eine Schwestergesellschaft des Charterers American Queen Voyages.

Hauptrestaurant, Foto: Ulstein

Brennstart für die Ocean Victory war der 12. März 2019, die Kiellegung fand am 5. September 2019 statt. Nach dem Stapellauf am 16. März 2020 hatte der max. 15,5 kn schnelle Neubau im Februar dieses Jahres seine Probefahrten zusammen mit dem am 16. Dezember 2019 auf Kiel gelegten, am 12. August 2020 vom Stapel gelaufenen und am 14. Juli 2021 abgelieferten und getauften Schwesterschiff Ocean Explorer absolviert, das ganzjährig weltweit von Vantage Travel in Langzeitcharter beschäftigt wird. Das Typschiff der Serie, die im September 2019 gelieferte und im Oktober des gleichen Jahres in Dienst gestellte Greg Mortimer, wird in Aurora Expeditions-Charter beschäftigt. Das vierte, noch in diesem Jahr zu liefernde Schiff, die am 18. März dieses Jahres vom Stapel gelaufene Sylvia Earle (Bau-Nr.: CMHI 196-2) soll in Langzeitcharter ganzjährig von Aurora Expeditions beschäftigt werden.

Observation Lounge, Foto: Ulstein

Das fünfte Schiff, die am 18. März 2021 als Werft-Nr. CMHI 196-5 auf Kiel gelegte Ocean Odyssey, soll im nächsten Jahr folgen und ganzjährig von Vantage Travel zu Expeditionsreisen eingesetzt werden. Im gleichen Jahr kommt auch die Ocean Albatros (CMHI 196-6) in Fahrt, die von Albatros Expeditions eingechartert wurde.

Nach Angaben von Niels-Erik Lund, dem dänisch-stämmigen Gründer, Gesellschafter und CEO der amerikanischen Reederei SunStone, erfolgt die Fertigung mit umfangreichen Know-how und Zulieferungen aus Europa auf einem dem Niveau europäischer Werften entsprechenden Qualitätsniveau.

Die nach den Vorschriften und unter Aufsicht von Bureau Veritas zu erstellenden Neubauten basieren auf dem Entwurf CX103 der norwegischen Ulstein-Werft und verfügen über die charakteristische Bugform des patentierten Ulstein X-Bow-Design. Die 104 m langen, 18 m breiten und 5,1 m tiefgehenden Schiffe erfüllen die Vorschriften für die Eisklasse 1 A, Polar Klasse 6/Polar Code Cat B, verfügen über dynamische Positionierung (DP), Bugstrahlruder, Zero-Speed-Stabilisatoren und sind durch ihre redundante Antriebsanlage mit zwei Maschinenräumen, zwei vierflügeligen Propellern und zwei Rudern für den Safe-Return to Port (SRtP) ausgerüstet. Die für TIER III ausgelegten und mit SCR-Katalysatoren ausgestatteten Motoren werden mit schwefelarmen MGO betrieben. Zur Ausstattung gehören Wärmerückgewinnungs- und modernste Abwasser-Behandlungsanlagen sowie LED-Beleuchtung. Die Ventilation ist für einen 45-fachen Luftwechsel pro Stunde in den öffentlichen Räumen ausgelegt, wobei alle einzelnen Räume mit Frischluft versorgt werden und eine Rezirkulation vermieden wird. Die für die Unterbringung von 130 bis 200 Gästen in Doppel- und Einzelkabinen sowie 85 bis 115 Crewmitglieder ausgelegten Neubauten verfügen u.a. über Swimmingpool, Bars, Restaurants. Boutique, Spa und Wellness-Bereiche mit hohem Standard und individuelle Atmosphäre. Zu den Besonderheiten der über 93 Suiten für 185 Gäste, davon 90 Prozent mit eigenem Balkon, verfügenden Ocean Victory gehören – neben den ausklappbaren Beobachtungsplattformen im Bug und dem Infinity-Pool im Achterschiff – eine Polar Observation Lounge und ergänzend zur Marina am Heck seitlich im Rumpf über Wasserlinie angeordnete angeordnete hydraulische Seitenpforten für Aktivitäten wie Tauchgänge oder Kajak-Exkursionen. JPM

Albatros Expeditions kündigt die Arktis 2023 Saison mit der neuen Ocean Albatros an – das derzeit umweltfreundlichste Expeditionsschiff der Welt

Pressemitteilung

Grönland-Expeditionsexperte fährt jetzt auch ins Baltikum

Der dänische Boutique-Expeditions-Kreuzfahrtveranstalter Albatros Expeditions, Teil der Alabatros Travel Group, hat seine erste Arktis Saison auf dem brandneuen Ocean Albatros veröffentlicht. Die Ocean Albatros und das Schwesternschiff Ocean Victory sind die derzeit derzeit umweltfreundlichsten Expeditionsschiffe der Welt. Auf den jüngsten Testfahrten der beiden Neubauten wurden die niedrigsten Treibhausgas-Emissionen pro Passagier in der gesamten Branche ermittelt.

Albatros Expeditions ist ein preisgekrönter Grönland-Experte und wird im Jahr 2023 sieben verschiedene Routen um Grönland anbieten. Die Routen werden alle Gebiete der größten Insel der Welt erkunden, die den größten Nationalpark der Welt auf der Ostseite, die Wikingergeschichte im Süden und die authentischen Siedlungen mit dem UNESCO-Welterbe-Eisfjord auf der Westseite umfassen. Albatros hat auch vier verschiedene Routen nach Spitzbergen im Programm, einem der besten Orte der Welt, um den mächtigen Eisbären in seinem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Noch spannender ist, dass es zwei brandneue Reisen gibt, welche einzigartige historische Städte wie Danzig, Klaipėda oder auch Kuressaare im Baltikum erkunden.

Laut dem Besitzer und Vorsitzenden von Albatros Expeditions, Søren Rasmussen, werden diese neuen Baltikumrouten eine relativ unbekannte, aber einzigartige Geschichte erzählen. Er sagt:“Nach dem Fall Jerusalems 1187 zeigten die Kreuzritter und die Staaten, die sie unterstützten, ihre Waffen auf die heidnischen Stämme entlang der Ostsee. Diese selten erzählte Geschichte der dänischen mittelalterlichen Könige und die Erweiterung des deutschen Ritterordens bilden den Rahmen für diese Expeditionsreisen“.

Foto: Albatros Expeditions

Alle Reisen an Bord der Ocean Albatros, kommen mit einigen einzigartigen Eigenschaften. Hans Lagerweij, Präsident des Unternehmens erklärt: „Zunächst einmal hat Ocean Albatros einen Tier-III-konformen Motor, welches aktuell der sauberste Motor der Welt darstellt. Zweitens nutzen wir ausschließlich Marinegasöl als Treibstoff, der im Vergleich zum immer noch häufig verwendeten Schweröl deutlich weniger CO2 pro Tonne ausstößt. Drittens ist der revolutionäre Ulstein XBow® besonders auf rauer See fantastisch effizient. Das führt dazu, dass die Ocean Albatros rund 60 Prozent weniger Energie verbrauche als Schiffe vergleichbarer Größe. Und schließlich verfügt das Schiff über ein kompaktes Design, das 185 Gästen auf nur 104 Metern Länge und etwas mehr als 8.000 BRZ komfortablen Platz bietet.“

Über die Ocean Albatros – Ocean Albatros ist 104 m lang und 18 m breit und verfügt über 95 große Kabinen und Suiten. Das Schiff ist Teil einer brandneuen Generation von Niedrigenergieschiffen und gehört zur höchsten Eisklasse 1A, Polar Code 6. Das Schiff verfügt über den markanten den X-Bow® von Ulstein Design & Solutions. Die Inneneinrichtung verfügt über nordische Akzente sowie umweltfreundliche Annehmlichkeiten in allen Kabinen. Die Ocean Albatros verfügt über drei Restaurants, darunter ein neues innovatives „Nordic Sushi“ Spezialitätenrestaurant, Infinity-Pool, Whirlpools, Spa, Fitnessraum und eine Panoramasauna.

Weitere Informationen finden Sie unter www.albatros-expeditions.com

Text: PM Albatros Expeditions

Zweiter innovativer Polarkreuzer-Neubau für Lindblad

National Geographic Resolution“ aus dem Baudock ausgeschwommen

Im vierten Quartal dieses Jahres an die US-amerikanische Reederei Lindblad Expeditions abgeliefert werden soll die National Geographic Resolution, die am 8. Juni 2021 nach dem Aufschwimmen im Hallendock der Ulstein Verft im norwegischen Ulsteinvik mit der Assistenz von zwei Schleppern an den Ausrüstungskai verholt worden ist.

Foto: Ulstein

Das als Werft-Nr. 316 geführte Polarkreuzfahrtschiff ist ein Schwesterschiff des 16. März 2020 abgelieferten Vorbaus National Geographic Endurance, der sich bereits am 25. Juni letzten Jahres auf einer Stippvisite ohne Gäste in Kiel vorgestellt hatte und nach seiner Rückkehr nach Norwegen seitdem dort auf seinen Pandemie-bedingt aufgeschobenen ersten Einsatz wartet. Dies rd. 135 Mio. US-Dollar teure Schiff (Bau-Nr. 312) soll seine vom 2. April 2020 verschobene Jungfernreise nach Grönland nunmehr am 21. Juni dieses Jahres mit einer 19-tägigen Island/Grönland-Rundreise von Reykjavik nachholen, der zwei weitere Reisen in diesem Fahrtgebiet mit jeweils 13-tägiger Dauer folgen sollen.

Bei den beiden von der Lindblad Expeditions Holding Inc. bereits im November 2017 einschl. einer Option für zwei Nachbauten bestellten Typschiff handelt es sich um von Ulstein Design & Solutions, einer Schwestergesellschaft der Werft, entwickelten und auch in China (7 Einheiten für SunStone Ships) gebauten Typs CX 104, wobei die Option für das zweite Schiff im Februar 2019 in einen Festauftrag umgewandelt worden war.

Foto: Ulstein

Bei diesen in Partnerschaft mit National Geographic einzusetzenden 124,4 m langen, 21 m breiten, 7,5 m bis Hauptdeck seitenhohen und auf max. 5,3 m Tiefgang ca. 2100 t tragenden 10 000-BRZ-Polarkreuzer neben hohen Sicherheits- und Komfortstandards auch innovative Nachhaltigkeitslösungen umgesetzt. Ein Kernelement ist dabei der patentierte X-Bow, eine besondere Bugform, die neben Brennstoff-Effizienz auch mehr Komfort für die Passagiere in rauer See und in Verbindung mit der sehr hohen Eisklasse PC 5auch einen weitreichenden Zugang zu polaren Regionen und den dortigen ganzjährigen Einsatz ermöglichen soll. Dazu gehört auch die Ausrüstung mit grösseren Brennstoff- und Wassertanks sowie Zero-speed-Stabilisatoren und ein innovatives Übernahme-System für die Zodiacs. 75 Prozent der 69 auf vier Decks angeordneten Gästekabinen, darunter 57 Doppel- und 12 Kabinen für Alleinreisende, verfügen über raumhohe Schiebetüren und einen eigenen Balkon. Das Hauptrestaurant verfügt u.a. über einen Außenbereich mit Barbeque- und Bistro-Angebot. Zum Spa- und Fitness-Bereich gehören Sauna, Behandlungs- und Ruheräume sowie Yoga-Raum und zwei Infinity-Jacuzzis. Zur Ausrüstung des u.a. über Helikopter-Landeplattform verfügenden Neubaus für Explorations- und Sportaktivitäten gehören u.a. Kajaks, Jet-Ski, ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug (ROV), Hydrophone, Unterwasser-Mikroskop und UW-Videokameras etc.. Die dieselelektrische Maschinenanlage besteht aus vier Dieselgeneratoren, wobei je zwei mit Abgasreinigungsanlagen ausgestattete Diesel des Typs 8L250 MDC und 12V250 MDC für die Primärenergie sorgen. Der Antrieb erfolgt über zwei elektrische Fahrmotoren, die auf zwei ABB-Podantriebe arbeiten und für eine maximale Geschwindigkeit von 16,5 kn sorgen sollen. Der Aktionsradius des u. a. auch mit zwei Bugstrahlern ausgerüsteten Schiffes wird mit 15000 Seemeilen angegeben.

Foto: Ulstein

Der Bau der unter Bahamas-Flagge zum Einsatz kommenden Schiffe erfolgt nach den Vorschriften und unter Aufsicht der deutsch-norwegischen Klassifikationsgesellschaft DNV (früher DNV GL), wobei die Kaskos von der Crist-Werft im polnischen Gdynia zugeliefert wurden. Dort erfolgte der Brennstart für die National Geographic Resolution am 28. Mai 2019 und die mit der offiziellen Taufe verbundene Kiellegung des nach dem Flaggschiff des legendären britischen Entdeckers James Cook benannten Schiffes am 18. September des gleichen Jahres. Der nach seiner Verschleppung am 22.Oktober 2020 bei der Ulstein-Werft eingetroffene Kasko war am 11.11.2020 im 225 m langen Hallendock der Werft zur Komplettierung trockengestellt worden. Der jetzt am Ausrüstungskai seiner Endausrüstung und Erprobung sowie Abnahme entgegengehende Neubau gehört zu den insgesamt drei für die vom renommierten maritimen Magazin „Skipsrevyen“ ausgelobte Auszeichnung als „Ship of the Year 2021“ nominierten Neubauten, dessen Gewinner im August bekanntgegeben werden soll. JPM

Zweiter Lindblad-Neubau zur Komplettierung bei Ulstein

Der im Unterauftrag der norwegischen Ulstein Verft AS von der polnischen Werft Crist S.A. in Gdynia erstellte Kasko für das zweite Polar-Expeditionskreuzfahrtschiff des von Ulstein Design & Solutions AS entwickelten Typs CX104 für den amerikanischen Veranstalter Lindblad Expeditions Holdings Inc. ist nach dem Eintreffen zur Fertigstellung und Endausrüstung am 22. Oktober in die Schiffbauhalle der Werft in Ulsteinvik transferiert worden. Nachdem in Polen bereits die Motoren, Bugstrahler und Podantriebe installiert worden sind, konzentrieren sich die in den Wintermonaten zu erledigenden Arbeiten auf die Isolierung, Elektroinstallationen und Hoteleinrichtung des im nächsten Jahr als National Geographic Resolution abzuliefernden Neubaus.

Auch das zwei Jahre nach seiner Kiellegung am 16 März dieses Jahres als Bau-Nr. 312 abgelieferte Typschiff National Geographic Endurance, das ursprünglich am 2. April d.J. seine Jungfernreise nach Spitzbergen antreten sollte, liegt aufgrund der Covid-19-Pandemie bedingten Restriktionen noch ungetauft am Ausrüstungskai der Werft.

Foto: Frank Behling

Bei den jeweils rd. 113 Mio. Euro teuren Neubauten, die unter Bahamas-Flagge in Fahrt kommen sollen, handelt es sich um 124,4 m lange und 21 m breite Schiffe, die bei 5,3 m Tiefgang auf eine Tragfähigkeit von ca. 1250 t kommen und eine Bruttoraumzahl von 12786 BRZ aufweisen. An Bord der nach den Vorschriften und unter Aufsicht der Klassifikationsgesellschaft DnV GL erstellten Schiffe, die sich u.a. durch ihre See-Eigenschaften und Effizienz verbessernde sogenannte X-Bow-Bugform und die den ganzjährigen Einsatz in polaren Gewässern ermöglichende Polar-Klasse 5, Cat. A auszeichnen, stehen Unterkünfte für maximal 250 Personen, darunter 126 Gäste und 112 Besatzungsmitglieder, zur Verfügung.

Unter dem 69 geräumigen Gästekabinen und Suiten zwischen 13 und 40 qm, davon 77 Prozent mit eigenem Balkon, befinden sich 12 Kabinen für Einzelreisende und 57 Doppelkabinen. Zahlreiche Observation Decks im Innen- und Außenbereich sowie neuartige Observation-Wings an den Außenseiten des Vorschiffes bieten – wie auch das raumhoch verglaste Hauptrestaurant – optimale Beobachtungsmöglichkeiten. Erwähnenswert ist auch der vergleichsweise große Spa- und Fitness-Bereich mit Behandlungsräumen für besondere Anwendungen, Sauna, Yoga-Studio und Entspannungsräumen etc..

Für die Gäste stehen u.a. ein bis 305 m Wassertiefe einsetzbares Unterwasserfahrzeug (ROV), 14 Expeditionsboote bzw. Zodiacs und Kayaks etc. zur Verfügung. Der Antrieb der u.a. mit zwei Bugstrahlern und Zero-Speed-Stabilisatoren ausgerüsteten Neubauten erfolgt durch 3,5-MW-Azipods von ABB, die für eine maximale Geschwindigkeit von 17,3 kn sorgen sollen. Die aus zwei 8L250 MDC und zwei 12 V 250 MDC-Dieselmotoren mit GE-Generatoren bestehende dieselelektrische Maschinenanlage erfüllt die EPA Tier 4/IMO Tier III-Emissions-Standards ohne den Einsatz von SCR-Katalysatoren. JPM

„Greg Mortimer“ nach Übergabe getauft

Es ist nicht nur der erste in China für den Export-Markt fertiggestellte Neubau eines Kreuzfahrtschiffes und Typschiff einer geplanten Zehner-Serie des Infinity-Typs CX-103, sondern auch das erste mit dem patentierten X-Bow von Ulstein ausgestattete Kreuzfahrtschiff der Welt: Das vertragskonform am 29. August von der zur China Merchant Heavy Industry (CMHI) gehörenden Haimen-Werft in Jiangsu an die in Miami ansässige und von dem Dänen Niels-Erik Lund geführte Reederei Sun Stone Ships Inc. abgelieferte Expeditionskreuzfahrtschiff Greg Mortimer ist am Donnerstag (5.9.2019) in seine Langzeitcharter bei dem australischen Expeditionsreisen-Veranstalter Aurora Expeditions angeliefert und einen Tag später, am Freitag (6.9.2019), am Ausrüstungskai seiner Bauwerft getauft worden. Als Taufpatin fungierte Margaret Mortimer, die Ehefrau des 1952 geborenen Namensgebers Greg Mortimer, der nicht nur 1984 als erster Australier den Mount Everest ohne Sauerstoffmaske bezwungen hatte, sondern 1991 auch Aurora-Expeditions gegründet hat. Am kommenden Freitag soll der Täufling die Werft verlassen und Kurs auf Ushuaia nehmen, wo am 30. Oktober die Jungfernreise, eine 12-tägige Antarktis-Rundreise, beginnt.

Der im Juni 2018 als erstes Kreuzfahrtschiff mit der höchsten Eisklasse 1A bzw. PC6 in China auf Kiel gelegte, am 12. März dieses Jahres zu Wasser gebrachte und jetzt unter Bahamas-Flagge in Fahrt gekommene Neubau (IMO-Nr. 9834648) wird von Aurora Expeditions von November d.J. bis März 2020 zunächst in der Antarktis eingesetzt. Schon bei der Unterzeichnung des Chartervertrages für den rd. 65 Mio. US-Dollar teuren Neubau hatte sich Aurora-Chef Halfpenny die Optionen zur Eincharterung von drei weiteren Einheiten gesichert, von denen er inzwischen mit der im September 2022 als fünftes Schiff in Fahrt kommenden Ocean Discoverer die erste Option genutzt hat. Als zweites Schiff kommt im Oktober 2020 die Ocean Victory in Fahrt, für die am 12. März dieses Jahres der Brennstart erfolgt ist. Sie wird zunächst von dem dänischen Veranstalter Albatros Expeditions in der Antarktis und in den Sommermonaten von dem US-Veranstalter American Steamboat Company in Alaska eingesetzt. Das dritte Schiff der Serie, die im Januar 2021 zu liefernde Ocean Explorer, sicherte sich die zur 1983 gegründeten Vantage DeLuxe World Travel gehörende amerikanische Reederei Vantage Cruise Line, die den Neubau langfristig in Ostasien, dem Mittelmeerraum und Skandinavien einsetzen will. Das vierte Schiff kommt im März 2022 als Ocean Odyssey in Fahrt, während die als Ocean Albatros im Oktober 2022 folgende sechste Einheit vom Albatros Expeditions – als zweites Charterschiff neben der Ocean Victory – für den Einsatz in der Arktis und Antarktis in Langzeit-Charter genommen wird. Das siebte Schiff der Serie wurde am 29. Mai mit der Vertragsunterzeichnung in Hongkong zur Lieferung im September 2021 fest bestellt, nachdem auch hierfür ein Langzeitcharterer gefunden werden konnte. Damit sind alle sieben von SunStone getätigten Festbestellungen durch Charterverträge unterlegt, die übrigen drei Optionen sollen bis Jahresende in Festaufträge zur Lieferung bis 2023 umgewandelt werden.

Der von der norwegischen Firma Ulstein Design & Solution in Kooperation mit SunStone entwickelte Infinity-Typ CX103 zeichnet sich u.a. durch seine ungewöhnliche Vorschiffsgestaltung, den bei Offshore-Schiffen bewährten und nun mehr erstmals auf einem Kreuzfahrtschiff realisierten Ulstein-X-Bow aus, der für gute See-Eigenschaften auch unter rauesten Bedingungen sorgen soll. Die 104,4 m langen, 18,4 m breiten und 5,1 m tiefgehenden Expeditionsschiffe mit einer Vermessung von 7892 BRZ mit höchster Eisklasse 1A bzw. PC6 und Safe Return to Port (SrtP) Auslegung – werden nach den Vorschriften und unter Aufsicht der französischen Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas gebaut. Die norwegische Ulstein-Gruppe liefert neben dem Design nicht nur die Ausrüstungspakete für die Neubauten, sondern übernimmt auch die Bauaufsicht für die Serie. Die 15,5 kn schnellen Neubauten werden bis zu 95, zu 80 Prozent mit Balkonen ausgestattete, Suiten und Kabinen für 130 bis 200 Passagiere aufweisen. Das für 120 bis 160 Gäste sowie 74 Crew-Mitglieder ausgelegte Typschiff verfügt auf vier seiner zehn Decks über 80 Kabinen bzw. Suiten. Darüber verfügen die Schiffe über eine 180-Grad-Panorama-Lounge auf Deck 8, Jacuzzi, Boutique und auf beiden Seiten jeweils zwei Seitenpforten nahe der Wasserlinie für die bordeigenen Zodiac-Schlauchboote sowie eine für unterschiedliche Wassersportaktivitäten nutzbare Marina am Heck und zwei hydraulisch ausklappbare Aussichtsplattformen in der Außenhaut des Vorschiffes auf Deck 5. Die Innenausstattung wird von Mäkinen geliefert, für das Innendesign zeichnet Tomas Tillberg Design International verantwortlich. Die vier mit HFO betriebenen Hauptmotoren und Abgasreinigungsanlagen – 2 x 6 Zyl. und 2 x 8 Zyl-Motoren der L20-Baureihe – der dieselelektrischen Maschinenanlage wurden vom Wärtsilä zugeliefert. Zur Ausrüstung des Schiffes gehören u.a. auch eine dynamische Positionierungs-Anlage und Zero-Speed-Stabilisatoren. JPM

Quelle: Jens Meyer