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„Coral Geographer“ ohne Gäste auf Überführungsfahrt

Die zum italienischen Fincantieri-Werft-Konzern gehörende Vard-Werftgruppe hat Anfang März mit dem Expeditionskreuzfahrtschiff Coral Geographer (Bau-Nr. 918) ein Schwesterschiff der im April 2019 an die australische Reederei Coral Expeditions gelieferten Coral Adventurer fertiggestellt. Ursprünglich sollte das Schiff, dessen Kiellegung am 18. Mai 2019 und dessen Stapellauf am 12. September 2020 erfolgten schon am 15. Dezember letzten Jahres abgeliefert werden.

Wie das Unternehmen am 10. März mitteilte, hat der vom vietnamesischen Vard-Werftbetrieb Vung Tau an die Ellang Capital Holdings übergebene Neubau seine Überführungsreise unter australischer Flagge nach Cairns, Queensland, angetreten, wo er am 16. März erwartet wird. Dort soll die rd. 75 Mio. Dollar teure Coral Geographer als fünftes Schiff der 1984 gegründeten Betreibergesellschaft Coral Expeditions für seine bereits seit Januar ausgebuchte Jungfernreise vorbereitet und ausgerüstet werden, die dort am 31. März beginnt und nach 19 Nächten in Broome endet.

Der 93,7 m lange und 17,2 m 5516-BRZ-Neubau vom Typ VARD 6.01, der in Zusammenarbeit mit Coral Expeditions von Vard in Norwegen entwickelt und speziell auf die Anforderungen des australischen Marktes zugeschnitten ist, verfügt über sieben Decks, davon fünf für 99 (max. 120) Passagiere, denen u.a. auf dem Brückendeck sechs geräumige und elegante 37,5-qm-Suiten mit 3,5 qm großen Balkonen zur Verfügung stehen. Auf der Brücke gibt es für die Gäste eine Navigators-Lounge, die freie Decksfläche wird mit 1000 m angegeben. Neben zwei größeren Xplorer-Tenderbooten für alle Gäste gehören auch sechs Zodiacs zur Ausstattung. Die dieselektrische Maschinenanlage besteht aus zwei Dieselgeneratoren mit je 1360 kW und ein Dieselgenerator mit 940 kW, der Antrieb erfolgt über zwei Rolls-Royce Azipull-Anlagen unter dem Achterschiff. JPM

VARD delivered second Expedition Cruise Vessel to Coral Expeditions

Pressemitteilung

VARD, one of the world’s major designers and builders of specialized vessels, is pleased to announce the successful handover of a second Expedition Cruise Vessel, Coral Geographer, to Coral Expeditions of Australia.

Following successful delivery of the sister ship Coral Adventurer in 2019, Australia-based Coral Expeditions ordered a second VARD 6 01 Expedition Cruise Vessel as part of its fleet expansion. The brand-new Coral Geographer is now ready to sail on new adventures after arriving from Vard Vung Tau, VARD’s shipyard in Vietnam. Her first maiden voyage with passengers will start from Cairns, Queensland, at the end of March. 

The vessel’s VARD 6 01 design was developed by Vard Design in Norway in close cooperation with the customer. It has been specially tailored for personalized expedition cruises to remote and exotic destinations in Asia and Oceania. Coral Geographer is 93.7 meters long in total, with a beam of 17.2 meters. It has accommodation capacity for 120 guests. The on-board environment is geared for daily shore expeditions, lectures, and briefings, while finished to a high standard of comfort.

The vessel features public areas with ample open deck space. Staterooms with generous, open balconies occupy over half of the total vessel area. Original artwork sourced from indigenous communities in Australia visited by the company’s fleet grace the interiors. The ship features interior and ventilation systems provided by Vard Accommodation and is also equipped with Vard Electro’s state-of-the-art SeaQ product series for navigation systems, integrated systems, marine electronics, and electrical systems.

Mark Fifield, Group General Manager of Coral Expeditions says: “This is the second ship we are building with VARD. We are pleased with the result. We would like to place on record our deep appreciation for the professionalism and commitment of all the VARD staff involved in this project”.

Fredrik Hessen, General Manager of VARD’s Offshore and Specialized Vessels business unit, says: “We highly appreciate the great cooperation between Coral Expeditions and VARD. Together we have developed two excellent vessels for exciting adventures. We wish Coral Expeditions all the best and look forward to continuing our relationship in the future.”

The sister vessels Coral Adventurer and Coral Geographer have been customized to meet Coral Expeditions’ expedition product requirements in the Australian cruise market. With a focus on intimacy, high quality and optimal passenger experience, the vessels enable guests to experience exotic regional locations at close hand. Featuring advanced expedition tender capabilities and accommodation across four decks – from Bridge Deck Balcony Suites, Bridge Deck and Explorer Deck Balcony Staterooms, to Coral Deck Staterooms – the on-board environment is both comfortable and functional, allowing for relaxation, socializing, and daily shore expeditions.

Text: PM VARD Group

Erst im Juli auf Jungfernreise zum Nordpol: Neues Ponant-Flaggschiff kommt mit zweimonatiger Verspätung in Fahrt

Ursprünglich im April/Mai dieses Jahres unter französischer Flagge als neues Flaggschiff der auf Expeditionsreisen fokussierten Reederei Ponant in Fahrt kommen sollte der über eine auch für den Betrieb mit Flüssiggas (LNG) geeignete Hybrid-Antriebsanlage verfügende Kreuzfahrt-Eisbrecher Le Commandant Charcot. Da der derzeit noch in Norwegen an der Werft liegende Neubau Pandemie-bedingt nunmehr erst im Juli in Dienst gestellt werden kann, mussten die ersten zum Teil bereits gebuchten Reisen abgesagt werden. Den Gästen wurden Umbuchungen bzw. Rückerstattungen angeboten. Seine Jungfernreise von Longyearbyen zum geographischen Nordpol soll das einzigartige Schiff nunmehr am 24. Juli antreten.

Der im Dezember 2017 für rd. 274 Millionen Euro bei der norwegischen Fincantieri-Werfttochter Vard bestellte 31757-BRZ-Neubau, der dank seiner Eisverstärkungen mit Polarklasse PC2 und eines innovativen Streckenführungsprogramms auch für gängige Expeditionsschiffe unzugängliche Polarrouten wie den geografischen Nordpol, das Rossmeer, die Weddel-See oder die Charcot-Insel befahren kann, war im Dezember 2018 beim rumänischen Vard-Werftbetrieb in Tulcea auf Kiel gelegt worden. Nach der Fertigstellung des fahrklaren Kaskos ging es am 19. März dieses Jahres über eine Strecke von rd. 5000 Meilen über das Schwarze Meer, durch das Mittelmeer, die Biskaya und durch den Ärmelkanal an die norwegische Küste, wo der nach dem als „Gentleman der Pole“ bekannte französische Entdecker Jean-Baptiste Charcot benannte Neubau Ende April zur Komplettierung des Innenausbaus und der Endausrüstung am Ausrüstungskai des Vard-Werftbetriebes in Sövik eintraf. Bei der Überführung kam es am 13. April vor Gibraltar zu einem seltenen Treffen von gleich vier Ponant-Schiffen, als die drei auf der Reise nach Marseille befindlichen Schwesterschiffe L’Austral, Le Boréal und Le Lyrial in enger Formation den noch unter Werftflagge fahrenden Polarkreuzer passierten.

Der Entwurf des weltweit ersten Luxuseisbrechers für Kreuzfahrten mit LNG/Elektro-Hybridantrieb, der nach den Vorschriften und unter Aufsicht der französischen Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas erbaut wird, stammt von Stirling Design International (SDI) in Nantes. Bei der Entwicklung des 150 m langen, 25,60 m breiten und 10 m tiefgehenden Schiffes wurde eng mit Aker Arctic zusammen gearbeitet, um auf deren auf Eisbrechern und Polar-Versorgern bewährtes Double-Action-System (DAS) zurückgreifen zu können. Damit soll das Schiff nicht nur in der Vorwärtsfahrt mit mittlerem, mehrjährigem Treibeis klar kommen, sondern bei Rückwärtsfahrt auch extreme Eis-Situationen beherrschen und durch bis zu 2,5 Meter dickes, mehrjähriges Packeis fahren können. Mit den von Wärtsilä gelieferten Dual-Fuel-Motoren soll das neue Ponant-Flaggschiff auch umweltfreundliches verflüssigtes Erdgas (LNG) als Treibstoff nutzen können. Die LNG-Tanks – die Gasanlage wurde von GTT zugeliefert – sind so dimensioniert, dass das bei Lieferengpässen auch mit Marinediesel zu betreibende Schiff nur wenige Bunkerungen benötigt. Zusätzlich verfügt das Schiff über Hochleistungsakkus, so dass es kürzere Strecken komplett emissionsfrei mit Elektroantrieb betrieben werden kann. Die beiden Azipod-VI-Antriebe mit sechs Meter im Durchmesser grossen Propellern wurden von ABB zugeliefert. Weil es wegen der Pandemie in Norwegen Probleme gab und vor Ort wegen des extremen Tiefgang des Schiffes auch kein geeignetes Dock für die Installation gefunden werden konnte, wurde der Neubau nach Frankreich zurückgeschleppt, wo zwischen dem 21.7. und 3.8.2020 im Dock der Chantiers de l’Atlantique in Saint Nazaire der Einbau der Antriebe erledigt werden konnte, bevor es wieder zurück nach Norwegen ging. Mit einer kombinierten Leistung des Antriebs von 34 MW soll eine Geschwindigkeit von 15 kn in offenem Wasser erreicht werden. Bunkertanks und Vorratsräume sind für eine Autonomie bis zu 1,5 Monaten dimensioniert.

In 135 Suiten, davon 68 mit Fensterfront und privater Terrasse, können 270 Gäste untergebracht werden. Die Besatzung umfasst 187 Personen. Den Gästen stehen neben einer verglasten Aussichts-Lounge auf dem Oberdeck u.a. zwei Panorama-Restaurants und ein Grill-Restaurant sowie eine Außen-Lounge auf dem Achterschiff zur Verfügung. Für Exkursionen wird es u.a. 16 Zodiacs sowie zwei in Hangars auf dem Vorschiff untergebrachte Helikopter geben. Eine weitere Besonderheit ist ein Pool über die gesamte Breite des Hecks. JPM

HANSEATIC spirit: Dritter Expeditionsneubau verholt nach Norwegen

Pressemitteilung

  • Bauprozess des dritten Expeditionsneubaus schreitet voran
  • Überführung von der VARD Niederlassung in Tuclea zur VARD Langsten Werft bei Ålesund
  • Zurückzulegende Strecke: rund 4.000 Seemeilen
  • Dauer: 24 bis 28 Tage

Die HANSEATIC spirit, der dritte Expeditionsneubau von Hapag-Lloyd Cruises, hat ihre Überführung vom rumänischen Standort der VARD Group in Tulcea zur Langsten Werft in Norwegen begonnen. Seit ihrem Stahlschnitt im Juni 2019 wurde die Außenhülle des Expeditionsschiffes in Rumänien fertiggestellt. Weitere Arbeiten, wie der Innenausbau, erfolgen nach Ankunft in Norwegen.

Der Bauprozess der HANSEATIC spirit schreitet kontinuierlich voran. Heute hat die Überführung des Schiffrohbaus vom rumänischen Standort der Vard Group in Tulcea zur norwegischen Langsten Werft begonnen. Die HANSEATIC spirit, das Schwesterschiff der bereits im Dienst befindlichen HANSEATIC nature und HANSEATIC inspiration, wird die neue Expeditionsklasse des Hamburger Kreuzfahrtunternehmens komplettieren, wenn sie im Frühjahr 2021 in die Flotte aufgenommen wird.

Foto: Hapag-Lloyd Cruises

Der Schiffsrohbau wird hierbei mit einem Hochseeschlepper nach Norwegen geschleppt. Die Strecke beträgt rund 4.000 Seemeilen und wird wetterabhängig bei einer Geschwindigkeit von sechs bis acht Knoten rund 24 bis 28 Tage dauern. Der Schiffskörper wiegt im derzeitigen Fertigungsprozess rund 6.500 Tonnen.

Die drei Schiffe der neuen Expeditionsklasse verfügen über die höchste Eisklasse für Passagierschiffe (PC6) und folgen der Philosophie „Inspired by nature“. Ausgestattet nach den höchsten Standards und mit modernster Umwelttechnik werden die kleinen, wendigen Schiffe Reisen in die polaren Regionen der Arktis und Antarktis ebenso wie zu Warmwasserzielen, so den Amazonas oder die Südsee, anbieten. Auch europäische Ziele werden angesteuert. Die Schiffe der neuen Expeditionsklasse bieten Platz für maximal 230 Gäste, bei Antarktisreisen und Spitzbergenumrundungen für 199 Gäste.

Text: PM Hapag-Lloyd Cruises