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Osiris für den Nil

Mit dem Bau und dem Stapellauf der Viking Osiris, dem ersten von Grund auf von Viking gebauten Nilschiff, hat Viking sein Flusskreuzfahrtprogramm auf dem ägyptischen Nil aufgewertet. John Roberts berichtet.

Viking hat sein „Pharaonen & Pyramiden“-Programm, eine 12-tägige Route zu einigen der historischsten Stätten Ägyptens, schon seit Jahren mit Charterschiffen und den renovierten Schiffen MS Antares (62 Passagiere) und Viking Ra (48 Passagiere) durchgeführt. Mit der Viking Osiris erhalten die Kreuzfahrer jetzt jedoch ein geräumiges Schiff für 82 Passagiere, das vom Bug bis zum Heck den unverwechselbaren Viking-Touch hat. Die Viking Osiris verfügt über das elegante skandinavische Design und die Einrichtungen, die man auf den Fluss-, Hochsee- und Expeditions­schiffen der Reederei findet.


Foto: John Roberts
Aquavit Terrace, Foto: VIKING

Die öffentlichen Bereiche sind offen und luftig, lassen die Sonne herein und verbinden das Innere des Schiffes mit dem Ausblick nach draußen, während man auf dem Nil unterwegs ist. Das Schiff hat den Charakter eines Boutique-Hotels. Das ist beabsichtigt, sagt der Designer Richard Riveire, einer der Gründer von Rottet Studio, der an Dutzenden von Viking-Schiffen gearbeitet hat. Das Mitteldeck beherbergt die Lobby und den Gästeservicebereich. Die Gäste können durch die Glasdecke drei Etagen nach oben blicken. Dieses Atrium ist ein beeindruckend, es bietet Kunstwerke, einen Sitzbereich und eine Kaffee- und Gebäckstation.

Auf dem Oberdeck gibt es einen kleinen Laden, in dem Souvenirs und Kleidung mit dem Viking-Logo verkauft werden, sowie einen gemütlichen Sitzbereich im Atrium in der Mitte des Schiffes. An diesen Bereich schließt sich achtern das Restaurant an, das Hauptrestaurant mit einem gemischten Buffet- und Menüangebot zum Frühstück und Mittagessen und einer wechselnden Speisekarte mit einer Mischung aus Klassikern und regionalen Spezialitäten zum Abendessen.

Das Pool Deck ist der wichtigste Ort für soziale Aktivitäten auf der Viking Osiris. Hier oben treffen sich die Passagiere in der The Lounge, einem riesigen Bereich mit Sofas,­ Stühlen, Tischen, einer großen Bar, Piano-Unterhaltung und einer Tanzfläche im vorderen Teil des Schiffes.­ Dies ist der beste Ort für Cocktails und Gespräche­ mit neuen Freunden oder um einfach die Aussicht zu genießen. Hier werden Vorträge zur Bereicherung des Wissens angeboten, und der Raum ist mit Kunst und Fotos aus der Sammlung des Fifth Earl of Carnarvon ausgestattet, der Howard Carter bei der Suche nach dem Grab von König Tutanchamun vor einem Jahrhundert am meisten unterstützt hat….

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Heute Taufe in Amsterdam: „Viking Polaris“ zweiter Polarkreuzer für Viking von Vard-Werft in Søviknes

Der jüngste Viking Cruises-Neubau, die am 27. September von der zum italienischen Fincantieri-Konzern gehörenden Vard-Werft im norwegischen Søviknes abgelieferte Viking Polaris, wird heute in Amsterdam von der Polarforscherin Ann Bancroft getauft. Ebenfalls heute wird auch die Taufe des im Dezember letzten Jahres abgelieferten Typ- und Schwesterschiffes Viking Octantis nachgeholt, das derzeit in den Großen Seen unterwegs ist. Als Taufpatin fungiert dabei die norwegische Forscherin, Dozentin, Autorin und Pädagogin Liv Arnesen.


Foto vom Tag der Übergabe an die Reederei: Arnt Inge Gjerde (Vard Søviknes-Werft Direktor) und „Viking Polaris“-Kapitän Olivier Marien, Foto: VARD

Die Viking Polaris, das zweite Expeditionskreuzfahrtschiff der Reederei, die direkt von der Bauwerft kommend am 29. September um 05.48 Uhr in Amsterdam eintraf, wird sich nach ihrer heutigen Taufe via Ijmuiden auf den Weg nach Südamerika machen. Beide Schiffe werden den Sommer auf der südlichen Halbkugel in der Antarktis verbringen, bevor sie für eine Reihe von Reisen im Frühjahr und Sommer Kurs auf Norden und die Großen Seen nehmen.


3 Viking-Schiffe in Amsterdam: Viking Venus, der Expeditionsschiff-Neubau Viking Polaris und eines der Viking Longships. Foto: VIKING

Mit der Vision, dass Reisen stärker auf das Reiseziel ausgerichtet sein könnte, hatte der Norweger Torstein Hagen 1997 seine Viking-Reederei gegründet, die zunächst mit europäischen Flusskreuzfahrten begann und 2015 in das Segment der Hochseekreuzfahrten einstieg, das 2021 um Expeditionskreuzfahrten ergänzt wurde. Zuletzt expandierte Viking im Flusskreuzfahrtbereich mit der Viking Mississippi auf den Mississippi, wo Anfang des Jahres der Betrieb aufgenommen wurde.

„Viking Octantis“, Foto: Viking

Die mit ca. 30.500 BRZ vermessenen Polar-Expeditionskreuzer Viking Octantis und Viking Polaris bieten bei einer Länge von 205 m und einer Breite von 23,5 m Platz für 378 Gäste in 189 Kabinen. Mit ihren eisverstärkten Polar Class 6-Rümpfen sind die Schiffe speziell für Expeditionen gebaut und verfügen sowohl über Flossenstabilisatoren als auch über U-Tank-(zero speed)-Stabilisatoren, die das Rollen des bei Stillstand deutlich reduzieren.

Die Schiffe zeichnen sich durch einen geraden Bug und einen längeren eisverstärkten Rumpf einschließlich einer innovativen „in ship-Marina“ aus, die eine geschützte Durchführung von Bootsmanövern, Ein- und Ausschiffungen sowie Einsatz von Wassersport-und Erkundungsgeräten sowie Ausrüstungen ermöglicht.

Durch ihr energieeffizientes Design sollen die beiden Neubauten die Anforderungen des Energy Efficiency Design Index (EEDI) um fast 38 Prozent übertreffen. Zudem haben die mit Wärmerückgewinnungssystemen ihrer Motorenanlage und einem elektrischen Azipod-Antrieb ausgerüsteten Schiffe SILENT-E-Kennzeichnungen ihrer Klassifikationsgesellschaft erhalten. JPM

Ukraine-Krieg trifft die Kreuzfahrten

Die Metropole St. Petersburg ist einer der wichtigsten Häfen für Ostsee-Kreuzfahrten. Nach zwei Jahren der Pandemiepause sollten im Mai auch wieder Kreuzfahrtschiffe St. Petersburg anlaufen. Ob das aber so kommen wird, ist seit dem Einmarsch in die Ukraine offen. Durch die neuen Sanktionen gegen Russland sind Geschäftsbeziehungen auch im maritimen Sektor auf der Liste der Maßnahmen.

Kreuzfahrtschiff in St. Petersburg (Archiv-Aufnahme). Foto: enapress.com

Zu dem Paket der Maßnahmen gehören zwar vorrangig Lieferungen für die Öl-, Gas- und Schiffbauindustrie Russlands. Aber auch die meist im staatlichen Besitz befindlichen Häfen sind auf der Liste der Sanktionen. Inzwischen gibt es auch freiwillige Boykotts von Häfen Russlands. Fast alle großen Kreuzfahrtreedereien stellen die Routen auf die Probe.

Die Norwegian Cruise Line hat als erstes Unternehmen umfassende Routenänderungen angekündigt. Im Gleichklang werden auch Regent Seven Seas und Oceania Cruises St. Petersburg 2022 nicht mehr anlaufen.

„Die Sicherheit unserer Gäste, Crewmitglieder und Gemeinden, die wir besuchen, hat für uns oberste Priorität“, heißt es in einer Erklärung von Norwegian Cruise Line. Man arbeite derzeit daran, Ersatzhäfen für die Anläufe in Russland zu finden.

Neben NCL sind auch bei Viking und Atlas Ocean Voyages die russischen Häfen aus den Programmen genommen worden. In Großbritannien sind Routenänderungen bei den großen Anbietern ebenfalls in Planung. Zum Wochenende sind hier erste Informationen zu erwarten. Zum Ausgleich sind längere Liegezeiten in anderen Häfen in Planung. Zu den Ausweichhäfen könnte auch Warnemünde mit der Anbindung an Berlin gehören.  

Viking Cruises-Schiffe in St. Petersburg. Foto: Frank Behling

Neben St. Petersburg sind auch die Programme mit Expeditionsreisen nach Sibirien und an der Beringstraße gestrichen. Betroffen sind, so wie 2014 bereits, auch alle Pläne für Reisen ins Schwarze Meer. Odessa ist vorerst auch nicht mehr auf den Fahrplänen.

„Das ist eine sehr traurige Entwicklung. Wir unterstützen unsere Crewmitglieder aus der Ukraine.“, so Hansjörg Kunze von AIDA Cruises. Die Zeit für Entscheidungen ist noch gekommen. Da der Saisonstart erst im Mai ist, dürften die Entscheidungen für Umroutungen bei den Ostseekreuzfahrten bis April erfolgen. In St. Petersburg werden in einer Sommersaison zwischen 250 und 300 Kreuzfahrtschiffsanläufe erwartet.

Auswirkungen kann die Krise aber auch auf Besuche im Baltikum haben. Durch die verschärften Sicherheitsmaßnahmen und die Verlegung von Militärgerät kann es in den Häfen zu Einschränkungen kommen. Die Nato plant jetzt weitere Verlegungen von Kräften ins Baltikum und nach Polen. Inwieweit der Flusskreuzfahrt-Markt betroffen ist, ist noch nicht bekannt. FB