Schlagwort: Werft

Ein Jahr sich überlagernder Krisen ist gemeistert

Trotz Pandemie und Energiekrise zwei Kreuzfahrtschiffe abgeliefert

Pressemitteilung

Das Jahr 2022 begann mit einem neuen Auftrag und einer neuen Kooperation für die MEYER WERFT: Den Auftrag zum Bau des neuen Forschungsschiffes Meteor IV erhielten die beiden Kooperationspartner Fassmer und MEYER WERFT. Das war ein wichtiges Signal für die familiengeführten Werften. Kurz darauf begann Ende Februar der Ukraine-Krieg – ohne dass die Corona-Krise bereits beendet gewesen wäre. Beide Krisen und deren Folgen hinsichtlich Materialengpässen und hohen Preissteigerungen treffen die Kreuzfahrt und den Schiffbau weiterhin hart.

Wie in den beiden Jahren zuvor hat die Werft zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens mit rund 3.350 Mitarbeitenden zu erhalten und gleichzeitig weiterhin den langfristigen Umbau und die Transformation in Richtung Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu ermöglichen.



Arvia, Foto: Meyer Werft

Trotz aller widrigen Umstände gelang es der MEYER WERFT erneut, zwei Schiffe an internationale Kunden abzuliefern. Im Juni und im Dezember 2022 wurden die beiden Neubauten Disney Wish für Disney Cruise Line und die Arvia für P&O Cruises abgeliefert. In den nächsten Jahren werden weitere innovative Großprojekte umgesetzt. Auf der Schwesterwerft MEYER TURKU entsteht derzeit mit der Icon of the Seas das größte Kreuzfahrtschiff der Welt, das mit einer Vielzahl an technischen und touristischen Innovationen erneut Maßstäbe für die Branche setzt. Beispielsweise ist an Bord des Schiffes mit dem Aqua Dome die größte Glasstruktur auf See verbaut.

Besonders während der globalen Herausforderungen stellt die MEYER WERFT die Weichen in Richtung Zukunft. Deshalb wurde das Auftragsbuch ein weiteres Mal an die besondere Situation angepasst, um den Kunden trotz aller Störungen der Lieferketten und Materialengpässen vollständig fertiggestellte Schiffe zu einem verlässlichen Termin und in der gewohnten MEYER-Qualität übergeben zu können.

Zudem hat die MEYER Gruppe ihr Produktportfolio weiter diversifiziert: MEYER RE bietet umfangreiche After Sales Serviceangebote, MEYER Floating Solutions entwickelt und baut schwimmende Gebäude für unterschiedlichste Einsatzzwecke und MEYER YACHTS plant die grünsten und größten Superyachten der Welt. Durch die gemeinsame Übernahme von NEPTUN SHIP DESIGN mit Fassmer sowie die Gründung von MEYER WISMAR zur Fertigstellung der früheren Global 1 für Disney Cruise Line ist die MEYER Gruppe weitergewachsen und sorgt für Beschäftigung im deutschen Schiffbau. Damit stellt sich die Unternehmensgruppe deutlich breiter auf und richtet den Blick auch auf Produkte außerhalb der Kreuzfahrtbranche.

Animation: Disney Cruise Line

Gleichzeitig arbeitet die MEYER WERFT intensiv an Transformations- und Verbesserungsprojekten, um bessere Jahres- und Projektergebnisse zu erzielen sowie mittel- und langfristig gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen.

Um auch die Technologieführerschaft bei Kreuzfahrtschiffen weiter auszubauen, arbeitet die Werft seit mehr als 15 Jahren an neuen emissionsfreien Lösungen: LNG-Antriebe wurden 2018 erstmals serienreif eingeführt. Künftig stellt dieser Brennstoff eine grüne Lösung für die Schifffahrt dar. Auch an der Brennstoffzellentechnologie, an Methanol als Treibstoff und weiteren technischen Innovationen auf Passagier- und Kreuzfahrtschiffen wird intensiv geforscht, um den Weg zum emissionsfreien Kreuzfahrtschiff zu ermöglichen.

Die Silva Nova, die 2023 fertiggestellt wird, erhält bereits nicht nur emissionsarmes LNG, sondern ein Brennstoffzellensystem für den gesamten Hotelbetrieb sowie Batterien. Damit übertrifft der Neubau beim Energy Efficiency Design Index (EEDI) die erst in Zukunft geltenden höchsten Forderungen der IMO um 25 Prozent. Zum ersten Mal bei Silversea werden die Schiffe der Nova-Klasse ein horizontales Layout und ein innovatives asymmetrisches Design aufweisen, mit öffentlichen Räumen und Suiten, die sich über die gesamte Länge des Schiffes erstrecken.

Im Jahr 2023 wird zudem die Carnival Jubilee, ein Schiff für die amerikanische Reederei Carnival Cruise Line abgeliefert.

Innovative und umweltfreundliche Schiffsdesigns sind das Ergebnis jahrelanger Forschungs- und Entwicklungsarbeit des mehr als 1.300 Mitglieder umfassenden Global Design Teams der MEYER Gruppe. Dieses Team fasst alle Entwicklungs- und Designaktivitäten der MEYER Gruppe an den verschiedenen Standorten zusammen und sucht weitere Spezialisten und Nachwuchskräfte für Zukunftstechnologien. Auch Architekten für das breite Produktportfolio der MEYER Gruppe mit Kreuzfahrt- und Spezialschiffen, MEYER Y A C H T S sowie MEYER Floating Solutions werden gesucht.

Text: PM Meyer Werft

Weiterer Geschäftsführer für Lloyd Werft Bremerhaven

Friedrich Norden ist mit Wirkung von 1.12.2022 zum weiteren Geschäftsführer der Lloyd Werft Bremerhaven bestellt worden. Er fungiert neben Thorsten Rönner als weiterer Geschäftsführer des traditionsreichen Werftbetriebes, der nach dem Konkurs der Genting Group als Eigner der MV Werften-Gruppe im Frühjahr 2022 von der Rönner-Gruppe und der Gustav Zech Stiftung als neuen Gesellschaftern übernommen worden war. Carsten Sippel verlässt das Unternehmen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen.


Friedrich Norden, Foto: Lloyd Werft/Scheer

Norden war bisher Projektleiter der Lloyd Werft und hat seinen Berufsweg – mit einem kleinen Abstecher in die Pädagogik – bei der der Bremerhavener Werft bestritten und dabei in den vergangenen Jahrzehnten diverse Höhen und Tiefen des Unternehmens miterlebt.

Von 1989 – 1991 wurde er bei der Lloyd Werft zum Industriemechaniker ausgebildet, dem folgte ein zweijähriges Maschinenbaustudium sowie ein Lehramtsstudium in der Fachrichtung Metalltechnik mit Abschluss des 2. Staatsexamens als Berufsschullehrer.

2002 zog es ihn wieder zurück zur Lloyd Werft, wo er in der Projektabteilung als Kalkulator begann und ab 2006 Projektleiter für große Fertigbauten und Umbauten wurde. So wurden alle vier Dockschiffe der „Combi Dock“-Serie zwischen 2005 und 2010 unter Nordens Leitung gebaut.

Er war auch 2011 Projektleiter für den Umbau des Dockschiffs „Blue Giant“ zum Offshore-Spezialschiff „OIG Giant II“ und leitete zwischenzeitlich auch verschiedene Umbauten von Kreuzfahrtschiffen auf der Lloyd Werft, wie der „Amadea“ und „Albatros“ von Phoenix Reisen.

Seit April 2012 war er Einkaufsleiter der Werft und hatte seit 2013 auch Prokura. In dieser Zeit fungierte er auch als Projektleiter für den großen Offshore-Neubau „Ceona Amazon“. Seit Ende 2014 war Norden Leiter der Projektabteilung und zuletzt auch Projektleiter für das weltweit beachtete und prämierte Neubauyacht-Projekt „Solaris“.

Damit verfügt Norden über gute langjährige Kenntnisse in den einzelnen Gewerken der Werft mit ihren derzeit rund 220 Beschäftigten und setzt mit seiner neuen Funktion als Geschäftsführer eine Familientradition fort. Denn schon der Großvater von Friedrich Norden war zu Zeiten des NDL-Werftbetriebs für einige Jahre Geschäftsführer der Werft. Sein Sohn Friedrich war bis zu seinem plötzlichen Tod 1994 ebenfalls Projekteiter der Lloyd Werft und unter anderem maßgeblich an den Großumbauprojekten der „Norway“ und der „QE 2“ beteiligt. Nun führt sein Sohn Friedrich in 3. Generation die Familienserie fort.

Die Lloyd Werft Bremerhaven GmbH ist eine Neubau- und Reparaturwerft auf einem 26 Hektar großen Grundstück im Bremerhavener Kaiserhafen. Das Unternehmen wurde bereits 1857 als Werkstatt der Reederei Norddeutscher Lloyd gegründet und führte in seiner wechselvollen Geschichte insbesondere spektakuläre Reparatur- und Umbauaufträge sowie Schiffsverlängerungen von Fähren und Kreuzfahrtschiffen wie „Norway“ und „QE2“ durch. Drei große Trocken- und Schwimmdocks sowie leistungsfähige Werkstätten und Logistikbereiche ermöglichen der auch im Bau bzw. Umbau von Großyachten tätigen Werft, den Bau und Umbau von Schiffen mit über 300 m Länge und bis zu 11 Metern Tiefgang. JPM 

„Viking Neptune“ delivered in Ancona

Pressemitteilung

Viking and Fincantieri cooperate on hydrogen fuel cell test

“Viking Neptune”, the newest ocean cruise ship which Fincantieri has built for the shipowner Viking, has been delivered today at the shipyard in Ancona. The unit is placed in the small cruise ship segment. As its sister ships, she is about 47,800 tons, with 465 cabins to accommodate up to 930 passengers.

“Viking Neptune”, ninth of this class, marks a quantum leap in the longstanding cooperation between Viking and Fincantieri for designing, delivering and operating environmentally considerate cruise vessels. The two companies, indeed, keep on cooperating for developing pioneering applications based on hydrogen fuel cells, aiming to achieve an increasing reduction of GHG emissions.

“Viking Neptune” embodies the first result of such cooperation, as a hydrogen fuel cell module, with a nominal power of 100 kW, has been fitted on board as a test. Such installation is particularly important for tuning technological devices and developing rules and regulations for use of hydrogen on board a cruise vessel.


„Viking Saturn“ und „Viking Neptune“ im Sommer 2022, (Archiv), Foto: Jens Meyer

This year Viking and Fincantieri have also strengthen their collaboration going beyond the joint R&D activity and aiming to develop large scale hydrogen applications, significantly contributing to the reduction of GHG emissions of the vessels. As a first step the two companies have designed an enlarged vessel configuration (to be applied to the vessels to be delivered after 2024), defining spaces and arrangements for accommodating the increased size of hydrogen tank, the fuel cell systems and relevant auxiliaries. The second step will be the development of a hydrogen-based generation system with a total power of about 6-7 MW, (the largest size ever tested on board a cruise vessel) and able to ensure smokeless port operation and slow steaming navigation. Such systems, once finalized, could be installed on the vessels under construction and, as far as possible, retrofitted on the vessels already delivered.

With such joint project of cooperation, Viking and Fincantieri aim to maintain a position of technological leadership and to contribute to the future development of even more environmentally considerate cruise vessels

Text: PM Fincantieri

Hoffnungsschimmer für Brodosplit: Kann Storylines-Auftrag für Residenzschiff die Werft retten?

Trotz der erheblichen finanziellen Probleme der seit 20. Mai d. J. in einem vorläufigen Insolvenzverfahren befindlichen kroatischen Brodosplit-Werft zeichnet sich für das zur privaten DIV-Gruppe gehörende Unternehmen ein Hoffnungsschimmer ab.

Gelände der kroatischen Brodosplit-Werft,
Bild: Brodosplit

Die jetzt von dem in Miami ansässigen Unternehmen Storylines in einer Pressemitteilung bestätigte Unterzeichnung eines bereits im April 2021 angekündigten 1,5 Milliarden Dollar-Auftrages zum Bau eines Residenzschiffes („an Bord“ vom 7. April 2021) dürfte eine willkommene Hilfe für die Umsetzung des von der Werft parallel zum derzeitigen vorläufigen Insolvenzverfahrens – dafür sollen Gläubigerforderungen in Höhe von 733,3 Mio. Euro angemeldet worden sein – zur Vermeidung eines Anschlusskonkurses in Arbeit befindlichen Restrukturierungsplanes sein (siehe „an Bord“ v. 14. August 2022).

Der 232,5 Meter lange Neubau mit 547 Appartements, für den ursprünglich eine Lieferung in 2024 und der erste Stahlschnitt noch in 2021 erwartet worden war, soll nunmehr 2025 in Fahrt kommen und laut der Pressemitteilung das erste vollständig ökologisch nachhaltige Schiff sein.

Für Brodosplit wäre es das erste Residenzschiff, nachdem ein erster im Mai 2020 von der in Malta ansässigen Ocean Residences Development Ltd. (ORD), erteilter Auftrag für ein 2024 zu lieferndes 290 m langes 84 000-BRZ Schiff mit 118 Appartements, die in Kooperation mit der im Januar 2020 von DIV übernommenen norwegischen Kleven Verft zu realisierende Njord, wegen des Kleven-Konkurses im Juli 2020 verloren ging und nunmehr von der Meyer Werft bis Ende 2025 erstellt werden soll („an Bord“ 30. Juli 2021).


Animation: Storylines

Animationen des Residenzschiffes „Narrative“, Abbildungen: Storylines


„Wir freuen uns, mit einer so angesehenen europäischen Werft zusammenzuarbeiten, die auf eine lange Tradition im Bau von hochwertigen Passagierschiffen zurückblicken kann“, sagte Alister Punton, CEO von Storylines. Ihm zufolge wird das Schiff u.a. auch über ein Postamt, eine Schule, eine Bibliothek, ein Krankenhaus, eine Bank, Schwimmbäder, Geschäftsräume und etwa 20 verschiedene gastronomische Einrichtungen verfügen. Es solle zudem das größte Wellness-Zentrum auf See der Welt sein, mit eigenen Gärten, Farmen und Raum für verschiedene Sportarten und Erholung an Bord.

„Wir freuen uns, dieses innovative Schiff gemeinsam mit Storylines zu bauen“, ergänzt der Vorstandsvorsitzende von Brodosplit und DIV-Eigner, Tomislav Debeljak. „Wir beteiligen uns immer an Projekten, die der Branche Entwicklung bringen und neue Technologien beinhalten. Dieses Schiff ist mit verschiedenen energiesparenden Funktionen ausgestattet, verfügt über Motoren, die mit zwei Kraftstoffarten (Diesel und LNG) betrieben werden, und wird so optimiert, dass es die geringstmöglichen Emissionen von schädlichen Partikeln und Gasen aufweist. Es gibt viele neue umweltfreundliche Technologien und Schiffssysteme, bei denen wir Pionierarbeit leisten, was dieses Projekt für uns sehr spannend macht.“


Foto: Storylines

Die Preise für die Wohnungen auf dem Schiff mit dem Projektnamen Narrative liegen zwischen 1 und 8 Millionen Dollar für die gesamte Lebensdauer des Schiffes, wobei eine begrenzte Anzahl von 24-Jahres-Verträgen ab 647.000 Dollar erhältlich ist.

Nach Angaben von Debeljak werden jetzt alle notwendigen technischen und kommerziellen Aktivitäten mit dem Eigentümer durchgeführt, damit der Bau so bald wie möglich beginnen könne.

„Brodosplit hat Potenzial und neue Verträge, eine sichere Zukunft für die nächsten fünf Jahre. Wir sind davon überzeugt, dass wir das Insolvenzverfahren erfolgreich abschließen und den Schiffbau in Split fortsetzen werden“, fügte er hinzu.

Dafür dürfte allerdings auch die Haltung der kroatischen Regierung zur Bereitstellung der benötigen Finanzierungsgarantien und Vorschüsse ein entscheidender Faktor sein. Anfang Juli war die Produktion bei der größten kroatischen Werft, die früher 1548 und zuletzt 150 Mitarbeiter für die Weiterführung selbst oder von der EU finanzierter Projekte beschäftigte, eingestellt worden. Die Beschäftigten erhielten drei Mindestlöhne für Februar, März und April. Am 1. Juli wurden sie bis zum 1. September beurlaubt. JPM

FINCANTIERI TO BUILD A NEW ULTRA-LUXURY CRUISE SHIP

Pressemitteilung

Fincantieri has signed with an international customer a contract for the construction of a new ultra-luxury cruise ship, to be delivered by the end of 2025. The order, which includes the option for two additional vessels, amounts to approximately euro 1.2 billion.

The contract will be subject to access to financing, as per industry practice.

Text: PM Fincantieri

Nachhaltig und vielfältig: MSC World Europa

Sie ist feuerrot, sieht schon von aussen giftig aus: Hoch oben auf Deck 20 wartet ein furchterregender Kobra-Kopf auf Kundschaft. Wer sich in diesen Rachen begibt, endet nur wenige Sekunden später nach einer turbulenten Rutschfahrt in Spiralen im fast freien Fall elf Decks tiefer. „The Venom Drop“, der Gifttropfen, die längste Rutschbahn auf einem Kreuzfahrtschiff, ist nur eines der zahllosen Gadgets auf der MSC World Europa, die in der Werft Chantiers de l’Atlantique im französischen St. Nazaire für eine Ablieferung Ende des Jahres fertiggestellt wird.

Vor wenigen Tagen hatten wir die Gelegenheit, den Neubau auf der Werft zu besuchen und uns über die wichtigsten Einrichtungen und den Stand des ersten über LNG-Antrieb verfügenden MSC-Schiffes zu informieren.

Foto: enapress.com

Bis zu 2000 Personen der Werft und der knapp 500 verschiedenen Zulieferfirmen arbeiten in diesen Tagen an dem milliardenschweren Schiff, wie ein Sprecher der Werft erklärte. Drei Millionen Arbeitsstunden wird die Fertigstellung der MSC World Europa verschlingen. Das 333,3 Meter lange, 47 Meter breite und 68 Meter hohe Schiff, das in einer Bauzeit von insgesamt 15 Monaten aus 38.000 Tonnen Stahl aus 300.000 einzelnen Stahlteilen entsteht, kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Es verfügt über 205.700 BRZ, für die 6762 Gäste stehen auf 22 Decks 40.000 Quadratmeter öffentliche Bereiche zur Verfügung. Mit seinem modernen Bugdesign hebt es sich sofort von anderen Schiffen ab.

Die MSC World Europa soll das sechstgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt werden, nach den Schiffen der Oasis-Klasse von Royal Caribbean.

MSC Cruises und Chantiers de l’Atlantique hatten bereits im Dezember den Bau einer Pilotanlage für Brennstoffzellen an Bord der MSC World Europa mit dem Namen „Blue Horizon“ bestätigt. Die Technologie nutzt Flüssigerdgas (LNG) um Treibstoff in Elektrizität umzuwandeln und erzeugt Strom und Wärme an Bord – mit einem der höchsten Wirkungsgrade aller heute verfügbaren Energielösungen. Es ist, so MSC, das erste Mal, dass eine LNG-betriebene Brennstoffzelle auf einem Kreuzfahrtschiff eingesetzt werde. Die von Chantiers de l’Atlantique und MSC Cruises ausgewählte Brennstoffzellentechnologie ist die von Bloom Energy entwickelte „Solid Oxide Fuel Cell“ (SOFC).


Foto: enapress.com

Die SOFC soll den Ausstoß von Treibhausgasen im Vergleich zu einem herkömmlichen LNG-Motor um weitere 30 Prozent reduzieren, ohne dass Stickoxide, Schwefeloxide oder Feinstaub ausgestoßen werden. Ein weiterer Vorteil ist die Kompatibilität mit LNG und verschiedenen kohlenstoffarmen Kraftstoffen wie Methanol, Ammoniak und Wasserstoff.

Linden Coppell, Sustainibility Director von MSC Cruises, sagte bei der Vorstellung, dass der ab 2023 vorgeschriebene Kohlenstoffintensitätsindex (CII) ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Umdenken für diesen und weitere Bauten sei. „Denn die Schiffe sollen ja etwa 30 Jahre in Dienst bleiben und müssen dann jeweils den aktuellen Nachhaltigkeits-Vorschriften entsprechen. Dazu gehöre auch neben anderen technischen Maßnahmen eine Optimierung der Reisepläne, um möglichst energieeffizient zu sein.“



„Um aber das Zero-Emissions-Ziel zu erreichen brauchen wir aber neue Technologien und Treibstoffe.“

Über die architektonische Ausstattung sprach der Vizechef der Neubauten für MSC Cruises, Trevor Young. Der Australier: „Unsere Meraviglia-Klasse war eher nach innen gebaut, bei der Seaside-Klasse findet sehr viel aussen open-air statt. Die World Europa wird eine Mischung aus den beiden sein. Um das Design hat sich auch diesmal bis ins Detail die Frau des Besitzers, Rafaela Aponte gekümmert.“

Obwohl seit einigen Jahren die gesamte Schiffsentwicklung bei MSC digital stattfindet, „bauen wir immer noch reelle Mock-Up Kabinen, um einfach ein persönliches Gefühl für den Platz zu bekommen, der dem Gast zur Verfügung steht.“


Video: enapress.com

Young weiter: „Wir haben bei MSC Cruises jetzt innerhalb von sieben Monaten vier Schiffsablieferungen, das wird sportlich.“

Jacques Van Staden, Vice President of Food & Beverage von MSC Cruises, erläuterte das gastronomische Konzept, neben den 21 Bars und Lounges wird es 13 Restaurants an Bord geben, von denen einige komplett neu sind.

Dazu gehören die Chef’s Garden Kitchen, die sich auf geschmackvolle Microgreens konzentriert, und La Pescaderia, ein traditioneller Meeresfrüchte-Grill mit Sitzplätzen im Freien. Auch beliebte Restaurants wie das Butcher’s Cut, der Kaito Teppanyaki Grill, eine Sushi Bar und Hola! Tacos & Cantina werden wieder dabei sein.


Foto: enapress.com

Zuständig für den Bau der „MSC World Europa“: Giuseppe Russo. Foto: enapress.com

„Das gastronomische Angebot an Bord der MSC World Europa wurde – wie das Schiff selbst – im Zeichen der Nachhaltigkeit entwickelt. Von nachhaltiger Beschaffung und frischen Zutaten durch den Anbau direkt auf See (Farm-to-Ocean) haben wir alle Register gezogen, um unseren Gästen ein abwechslungsreiches und umfangreiches Speiseangebot zu bieten.“

Zu den Neuheiten zählen: das Kaffee-Emporium, in dem die Gäste aus vielen Kaffeesorten der Welt wählen können, darunter eine an Bord geröstete Spezialmischung und der von der Rainforest Alliance wählen zertifizierte Lavazza Tierra for Planet. Lavazza, einer der weltweit führenden Kaffeeröster, wird eine ganz besondere MSC Röstung entwickeln.



Das Raj Polo Tea House soll die Gäste in das Indien der Jahrhundertwende entführen, wo indische und englische Teetraditionen in einer tropischen Umgebung aufeinandertreffen. Die Gäste können etwa den traditionellen English Breakfast Tea und den High Tea genießen. Aber auch neue Kreationen wie kalt gebrühte und eisgekühlte Teesorten, mit Tee angereicherte Cocktails und Tee-Digestives mit leckeren Beilagen stehen hier auf der Karte.

Der typische britische Pub Masters of the Seas erstreckt sich erstmals über zwei Etagen, auf denen man Live-Musik und Drinks genießen kann. Neu ist auch die Mikrobrauerei an Bord, in der MSC Signature-Biere direkt an Bord gebraut werden.

Das Gin Project umfasst über 70 Ginsorten, klassische Cocktails und einen alten Crawley’s Shaker, in dem die Gäste ihre eigenen botanischen Cocktails mixen können.

Foto: enapress.com

In der Elixir – Mixology Barkreieren erfahrene Barkeeper Neues mit köstlichen Fever Tree Variationen. Hier gibt es auch eine Außenterrasse.

Die Fizz – Champagne Bar ist eine weitere neue Location, die exklusiven Champagner und Sekt sowie eine Auswahl an Kaviar oder gekühlte Meeresfrüchte bietet.

Weitere neue Hotspots sind die gesunde Saftbar „Green Cest – Juice Bar“, die „Malt Lounge“ für feine Zigarren mit einer großen Auswahl an Whisky und Cognac, und „Sweet Temptations“ – die Anlaufstelle für Eis und Frozen Yoghurt, bei der Kinder ihre eigenen Frozen Yoghurt- und Magnum-Kreationen zusammenstellen können.

Zu den neuen Restaurants zählen:

Die Chef’s Garden Kitchen, die sich auf eine geschmackvolle, saisonale Farm-to-Ocean-Küche konzentriert, bei der Microgreens direkt an Bord angebaut und geerntet werden.

La Pescaderia bietet eine frische Auswahl an Meeresfrüchten in einem marktähnlichen Ambiente.

Luna Park Pizza & Burgerist ein legeres Buffet mit hellem Ambiente und originellen Designelementen. Das interaktive Erlebnis umfasst Spiele für die ganze Familie, auf der Speisekarte stehen klassische amerikanische Snacks von „Coney Dogs“ über Salzbrezeln bis hin zu Funnel Cake.

An Bord gibt es auch wieder die beliebten Spezialitätenrestaurants, darunter das amerikanische Steakhouse Butcher’s Cut, die asiatisch inspirierte Kaito Teppanyaki & Sushi Bar und die neu eröffnete, von lateinamerikanischem Street Food inspirierte Hola! Tacos & Cantina.



Die Hauptrestaurants der MSC World Europa sind das Bubbles, La Foglia, Esagono, Hexagon Restaurants, Il Mercato Buffet und La Brasserie Buffet. Aurea-Gäste genießen außerdem exklusiven Zugang zum Les Dunes Restaurant.

Mit einer Fläche von 766 m² bietet die MSC World Europa den größten Kinderbereich in der Flotte von MSC Cruises. Er verfügt über sieben verschiedene Bereiche für unterschiedliche Altersgruppen von Null bis 17 Jahren.

Die MSC World Europa wird ab Dezember 2022 ihre ersten Gäste begrüßen und ihre erste Saison in der Golfregion verbringen, um den Gästen das ultimative Winterkreuzfahrterlebnis zu bieten. Die Gäste können 7-Nächte-Kreuzfahrten von Dubai zur nahegelegenen modernen Metropole Abu Dhabi, zur Insel Sir Bani Yas, nach Dammam in Saudi-Arabien, zur Al-Ahsa-Oase, einer UNESCO-Weltkulturerbestätte, und nach Doha, der futuristischen Hauptstadt von Katar, genießen, bevor sie nach Dubai zurückkehren und dort eine Nacht im Hafen verbringen, um die Stadt mit all seinen Highlights zu erleben.

Die MSC World Europa verlässt Dubai am 25. März 2023 und nimmt dann Kurs auf das Mittelmeer. Im Sommer 2023 fährt sie auf 7-Nächte-Kreuzfahrten die italienischen Häfen Genua, Neapel und Messina sowie Valletta auf Malta, Barcelona in Spanien und Marseille in Frankreich an. MW/PM

MV Werften in Warnemünde gehören dem Bund

Der Kaufvertrag ist unterzeichnet und die Weichen sind gestellt. Der Warnemünder Betrieb der MV Werften ist seit dem 7. Juli im Besitz des Bundes. Der entsprechende Kaufvertrag zwischen dem Insolvenzverwalter und der Bundes-Immobilienanstalt BIMA wurde unterzeichnet.

Zuvor hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages die erforderlichen 87 Millionen Euro für den Kauf bewilligt. Schon in den nächsten Tagen soll dort die neue Außenstelle des Marinearsenals für Rostock eingerichtet werden.

Für den Bund ist der Erwerb der Werft ein Schnäppchen. Die Bundeswehr hatte bei der Wartung und Instandhaltung ihrer Schiffe zuletzt erhebliche Probleme bei der Suche nach Dockkapazitäten. Das einzige Schwimmdock im Marinearsenal in Wilhelmshaven war ständig belegt. Ein Neubau eines Trockendocks im Arsenal in Wilhelmshaven ist seit Jahren geplant und inzwischen mit 250 Millionen Euro eingeplant. Die Planungs- und Bauzeit für das Bauwerk ist aber derzeit nicht genau kalkulierbar.

In Warnemünde bekommt die Bundeswehr jetzt durch die Insolvenz der MV Werften ein 320 Meter langes und 54 Meter breites Trockendock mitsamt Portalkran für 700 Tonnen zu einem Schnäppchenpreis. An dem Standort an der Warnowmündung könnten zukünftig sogar ganze Minenjagdboote per Kranhub aus dem Wasser gehoben und an Land gesetzt werden.

Die Umwandlung der Werftanlage in einen Arsenalbetrieb soll nach der Sommerpause mit Hochdruck beginnen. Bis zu 500 Arbeitsplätze soll der neue Betrieb des Marinearsenals in Warnemünde mittelfristig bekommen. Ein Großteil der Belegschaft stammt aus den Reihen der MV Werften. Bis zur Insolvenz waren am Standort Warnemünde knapp 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werftgelände ist mit 68 Hektar das größte Gelände innerhalb der MV Werften-Gruppe.

Foto: Frank Behling

Bis zur Wiedervereinigung 1990 war an der Stelle die Warnowwerft aus dem Schiffbaukombinat der DDR. Nach der Wende wurde das gesamte Areal dann an den norwegischen Kvaerner Konzern verkauft und komplett überplant. Statt der alten Helgen wurde das Trockendock gebaut und die alten Krananlagen wurden durch den Portalkran ersetzt. Die Fertigung der Sektionen erfolgte in modernen Schweißstraßen, in denen die Blöcke für Schiffe so vorgefertigt werden konnten, dass sie von dem Kran aus einer den Montagehallen direkt in das Baudock gesetzt werden konnten. Fast eine Milliarde Mark kostete der Umbau der Werft von 1992 bis 1995.

Im April 1996 wurde mit der Pommern dort das Schiff mit der Baunummer 001 abgeliefert. Es war ein Containerschiff für die Deutsche Seereederei aus Rostock, die damit ebenfalls ihren Neustart nach der Wende in der Containerschifffahrt einleitete. Im Juni 1996 folgte die Potsdam.

Danach wechselte die Werft mehrfach den Besitzer. Im August 2009 konnte der damalige Insolvenzverwalter einen Investor präsentieren, der auch die Warnemünder Werft übernahm. Der russische Unternehmer Vitaliy Yusufov kaufte für 40,5 Millionen Euro die Werften in Wismar und Warnemünde und nannte sie Nordic Yards. Dort wurden dann Konverterplattformen für Windanlagen gebaut.

2016 stieg dann der Tourismus-Konzern Genting Hongkong ein und kaufte den Betrieb in Warnemünde für rund 90 Millionen Euro.

Auf den Anlagen in Warnemünde wurde nach kurzer Umbauphase der Rumpf der Global Dream von 2018 bis Herbst 2019 gebaut. Der 342 Meter lange Neubau liegt seit November 2019 im Baudock der MV Werft in Wismar.

In Warnemünde sind jetzt noch die Sektionen des Schwesterschiffes. Diese Sektionen sollen bis zum Jahresende verschrottet werden. Die Bundeswehr plant die erste Dockung eines Marineschiffes im Frühjahr 2023. Danach soll der Stau an Instandsetzungen bei den Einheiten der Marine in Warnemünde abgearbeitet werden.

Das Werftgelände und das Dock sollen aber auch für zivile Projekte nutzbar sein. Entsprechende Konzepte sollen zusammen mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Rostock und Unternehmen der maritimen Wirtschaft abgestimmt werden. Auch der Bau von Handels- oder Spezialschiffen ist auf der Werft in Warnemünde wieder machbar. Die gewaltigen Fertigungsanlagen für den Stahlbau wird die Bundeswehr nur zu einem geringen Teil auslasten können.

Der Rückbau von Kreuzfahrtschiffssegmenten hat auch bei der MV Werft in Stralsund begonnen. Dort werden die kleinere Segmente verwertet, die für den Bau von Kreuzfahrtschiffe 2019 und 2020 gefertigt wurden.

Die MV Werften hatten Anfang 2020 an den drei Standorten über 3000 Mitarbeiter mit dem Bau von Kreuzfahrtschiffen beschäftigt. Die meisten Mitarbeiter sind seitdem in Transfergesellschaften. FB

Innovativ, nachhaltig und inspirierend: Die Neuerungen der Mein Schiff 6

Heute startet erste Fahrt nach Werftaufenthalt wieder mit Gästen

Pressemitteilung

Schönheitskur für die Mein Schiff 6: Im fünften Jahr nach ihrer In-Dienst-Stellung haben zahlreiche Areale des Schiffes ein neues Gesicht erhalten. Während eines neuntägigen Werftaufenthaltes in den vergangenen Tagen im französischen Brest wurde nicht nur die Klasse, der Schiffs-TÜV, erneuert, sondern es wurden auch zahlreiche Umbauten vorgenommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Beliebte Bereiche wie unter anderen die Außenalster, der Champagnertreff und die Café Bar erstrahlen im neuen Glanz. Heute präsentiert sich die Mein Schiff 6 erstmals wieder den Gästen und bricht von Bremerhaven aus zu einer dreitägigen Kurzreise nach Rotterdam auf. 

Neuer Galerie-Bereich auf Deck 4: Inspiration für Kreative & Kunstliebhaber
In dem neuen Galerie-Bereich der Mein Schiff 6 können Kunstliebhaber zukünftig nicht nur Fotokunst, sondern auch hochwertige Kunstdrucke, ausgewählte Unikate und Skulpturen bewundern und zur Erinnerung an ihre Kreuzfahrt erwerben. Queens Kunstgalerien haben sich auf moderne und zeitgenössische Kunst spezialisiert und arbeiten eng mit etablierten und aufstrebenden internationalen Künstlern zusammen. Neben Bob Dylan und James Francis Gill, einem Mitbegründer der Pop Art, vertreten sie auch Robert Bailey, SAXA und viele weitere Künstler. Wer selbst kreativ werden will, kann dies unter Anleitung im großzügig und hell umgestalteten Atelier. Und wer bei so viel Inspiration von der nächsten Kreuzfahrt träumt, sucht die „Meine Reisewelt“ auf. Inmitten der Galerie gelegen, ist dort der Arbeitsplatz vom Reiseberater, der die Gäste bei der Buchung ihrer nächsten Kreuzfahrt berät. 

Video: Youtube/TUI Cruises – Mein Schiff

Permanent Make-up & More: Neue Kooperation mit Riso
Aufgrund der großen Nachfrage können die Gäste sich im neu entstandenen Permanent Make-up & More Studio in Kooperation mit dem renommierten Unternehmen Riso Cooperation dauerhaft verschönern lassen. Im Bereich des Neuen Walls auf Deck 4 ist ein Studio entstanden, in dem langanhaltende Schönheit kein leeres Versprechen ist. Ob langlebige Lippenkonturen und Lidstriche oder vollere Augenbrauen – das fachkundige Personal der Riso Cooperation bietet für alle Gäste eine typgerechte Behandlung. Ziel ist es, die individuelle Schönheit natürlich zu unterstreichen. Auch Microneedling und BB Glow Anwendungen haben die Experten im Angebot. Das Familienunternehmen zählt zu den renommiertesten und ältesten Permanent Make-up Ausbildungszentren in Europa. 

Nervenkitzel garantiert: Die Mein Schiff 6 wartet mit neuem Casino auf
Freunde des Glücksspiels kommen im neuen PlaySeas Casino voll auf ihre Kosten. Wie gewohnt können die Gäste ihr Glück am Live-Black Jack-Tisch und dem elektronischen Roulette herausfordern. Hinzu kommen neue, abwechslungsreiche Automatenspiele, die für Spannung und Spaß sorgen.

Café Bar: Fokus liegt auf Nachhaltigkeit
Fair produzierter und gehandelter Kaffee und Tee, nachhaltige Thermobecher sowie umweltfreundliche Verpackungen sind in der liebevoll designten Café Bar gegenüber der Rezeption Standard. Doch hier geht die Liebe zum nachhaltigen Detail jetzt noch deutlich weiter: Auch die Möbel und Materialien, wie zum Beispiel der Teppich und die Kissenbezüge dieser modernen Bar, sind mit Fokus auf Nachhaltigkeit gewählt. 

Café Bar auf der Mein Schiff 6, Foto: TUI Cruises

So sind die Sessel aus einem Kunststoff hergestellt, das einen natürlichen, nicht fossilen Ursprung hat und somit biologisch abbaubar und kompostierbar ist. Für den Bezug der neuen Loungesessel wurde eine neue Kollektion von Textilien entwickelt – hergestellt aus recyceltem Polyester. Auch bei den Beistelltischen wurde Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. So sind sie entweder aus dem Naturmaterial Kork oder aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff. Der Teppich in der Bar ist aus ungefärbter Wolle und ist cradle‑to‑cradle zertifiziert. Das bedeutet, dass die Rohstoffe und Produkte vollständig wiederverwendet werden können. Somit wird dem globalen Abfallaufkommen entgegengewirkt und natürliche Ressourcen werden geschont.

Foto: TUI Cruises

Und auch hinter den Kulissen gibt es in Puncto Nachhaltigkeit Änderungen: Als erstes Kreuzfahrtschiff verfügt die Mein Schiff 6 über eine Ultraschall-Antifouling-Technologie an dem kompletten Seewasserkühlungssystem. Die neuartige Technologie, von der Firma HASYTEC Electronics aus Kiel entwickelt und bereits unter anderem auf Containerschiffen sowie Tankern weltweit im Einsatz, verhindert durch Ultraschallwellen die Entstehung eines Biofilms. Die Technologie sorgt somit dafür, dass alle flüssigkeitsführenden Oberflächen frei von marinem Bewuchs und biologischen Ablagerungen bleiben. Für den Erhalt der heimischen Ökosysteme ist dies entscheidend: Andernfalls könnten durch den Bewuchs invasive Organismen in fremde Ökosysteme eingeschleppt werden und diese bedrohen. Installiert wurde das System in den Seekästen, Filtergehäusen und den Plattenwärmetauschern für die Maschinenkühlung.  Preisbeispiele Mein Schiff 6:
Die achttägige Kreuzfahrt „Ostsee mit Helsinki II“ vom 31. Mai bis 8. Juni ab/bis Kiel kostet in einer Innenkabine zum PUR-Tarif ab 899 Euro pro Person und in einer Balkonkabine ab 1.149 Euro pro Person bei Doppelbelegung.  

Die zehntägige Kreuzfahrt „Ostsee mit Helsinki & Danzig II“ vom 8. bis 18. Juni ab/bis Kiel kostet in einer Innenkabine zum PUR-Tarif ab 999 Euro pro Person und in einer Balkonkabine ab 1.299 Euro pro Person bei Doppelbelegung. 

Alle Reisen der Mein Schiff Flotte sind im Reisebüro, unter www.meinschiff.com oder telefonisch unter +49 40 60001-5111 buchbar. 

Text: PM TUI Cruises

Zur Dockung nach Belfast

Die Harland & Wolff-Werftgruppe hat Dockaufträge für zwei bekannte Kreuzfahrtschiffe der zum amerikanischen Carnival-Konzern gehörenden britischen Traditionsmarken P&O Cruises und Cunard erhalten, die die Dockkapazität ihrer Werftbetriebes in Belfast für insgesamt 33 Tage nutzen.

Dabei handelt es sich um die 2000 von der Papenburger Meyer Werft abgelieferte  und 2014 bei Blohm+Voss in Hamburg im Rahmen eines 33 Mio. Euro-Umbaus mit  mit Scrubbern nachgerüstete Aurora (BRZ: 76152) sowie die 2007 vom Fincantieri-Werftbetrieb in Marghera gelieferte und 2015 ebenfalls bei Blohm+Voss mit Abgasreinigungsanlagen nachgerüstete Queen Victoria (BRZ: 90049). 

Sie werden in Belfast ihre turnusmäßigen Dockungen (im Volksmund: „Rasieren und Haareschneiden) erledigen.

Als erstes Schiff wird die 294 m lange und 32,3 m breite Queen Victoria von Cunard erwartet, die vom 2. bis 19. Mai in Belfast trockengestellt wird. Das für 1990 Gäste ausgelegte Schiff wird nach Angaben von Harland & Wolff das bisher größte Kreuzfahrtschiff sein, das jemals bei einer Werft im UK eingedockt wurde und das erste Cunard-Schiff, das je in Belfast gedockt wurde. 

Als zweites Schiff wird die 270 m lange und 32 m breite Aurora von P&O Cruises erwartet. Das Schiff, das 1878 Gästen Platz bietet, bleibt vom 9. bis zum 23. Juni an der Werft. JPM

Pandemie und Russland-Sanktionen belasten – Kein Insolvenzverfahren gegen Brodosplit

Bild: Brodosplit

Durch die Pandemie gestörte Lieferketten und Sanktionen gegen russische Banken und Oligarchen belasten weltweit auch die Schiffbauindustrie. Betroffen davon ist besonders auch die kroatische DIV-Gruppe, zu der neben der über einen Auftragsbestand in Mrd. Höhe verfügenden Brodosplit-Werft auch Schiffseigentums-, Management-, Reederei- und Kreuzfahrtvermarktungsgesellschaften gehören.

Spekulationen über eine Insolvenz der Werft oder ihrer Töchter oder Schiffe wie den weltgrößten Kreuzfahrtsegler Golden Horizon weist das Unternehmen jedoch zurück.

Wir haben um eine Stellungnahme gebeten. Darin heißt es wie folgt:

“Bankruptcy is not open against any of our companies, but to determine all the facts about whether all the conditions for bankruptcy of each company exist, appointed persons who do not manage the company as bankruptcy trustees but have only the task of determining the assets of each company. Only after that, the court will decide on the possible opening of bankruptcy based on the report of these persons for each company.

Some of our companies have a debt to the state in terms of taxes and contributions in the total amount of about 30 million kunas. We proposed to the state a settlement that would offset this debt with our claim from the state for unjustifiably executed public giving – a concession fee for the period before the privatization and takeover of Brodosplit.

According to the restructuring plan, we are not obliged to pay the old debts of the shipyard and the state confirmed to us in writing during the sales contract that there are no debts, and yet they executed us for the amount of about 24 million kunas with the interest of over 30 million kunas.

We have proposed a settlement where we waive the payment of the restructuring plan of HRK 121 million based on the write-off of public benefits during the restructuring, but at least we ask for the return of fully unjustifiably executed funds from the years before the takeover of Brodosplit, with interest to close the debt of our societies to the state, which we kept alive during the COVID crisis and preserved all jobs so far.

The shipyard currently employs about 600 workers, as we have continued to work on jobs where we have secured funding, namely four coastal patrol boats, a zero-emission sailboat with zero emissions, and an unfinished chemical tanker towed from Brodotrogir and for a foreign client will be completed in Brodosplit.”

Zu den Hintergründen stellte Tomislaw Debeljak, Präsident der DIV-Group und Chef der Brodosplit-Werft bereits vor einer Woche fest:

„We are affected by force majeure because of the war in Ukraine. Brodosplit is building two ships, financed by VTB Europe, a Russian-owned bank based in Frankfurt. Because VTB is owned by Russia, that bank is subject to restrictions, which were recently introduced or stopped due to the war in Ukraine. The situation we found ourselves in is extremely dramatic because VTB has stopped all further payments on all loans due to the situation in Ukraine, which has blocked us. We are currently seizing 60 million euros of our funds on these projects. Due to the size of the problem and urgency, we launched an initiative to the Government of the Republic of Croatia and HBOR (Croatian bank for reconstruction and development) to take over the loan amount to HBOR, because due to the involvement of the Russian side, no commercial bank can do it at the moment, for refinancing. Brodosplit would complete the ships, the state guarantee would be returned to the state and everyone would generate revenue.

This crisis in Ukraine and the problem with VTB happened at a time of extremely good prospects for Brodosplit shipyard. We have contracted several new projects worth around 270 million euros, including the construction of a polar cruiser and a luxury yacht, contracting military ships for export, and in the final phase are negotiations on the construction of two more yachts and a residential ship worth about a billion euros. we cannot speak publicly about individual values at this time. Clients of yacht construction are usually anonymous and ask for confidentiality in contracts. We currently have a problem because we have not yet received state guarantees, which is related to the situation with VTB Bank, so these contracts have not been strengthened for five months. We hope that the problem will be resolved soon – force majeure with VTB Bank and project financing, which would enable the continuation of project activities. Otherwise, the projects would fail, which would be detrimental to both Brodosplit and the Croatian economy.“

Nach einer Konferenz über den National Recovery and Resilence Plan (NPOO) hatte Kroatiens Wirtschaftsminister Tomislv Coric erklärt, dass die kroatische HBOR-Bank immer bereit sei, mit den Werften zu kooperieren, doch seien die derzeitigen Probleme bei Brodosplit wohl „etwas komplexer“ als in der Öffentlichkeit dargestellt wurde. „Die Lage des Schiffbaus in Split ist nicht einfach und sollte von verschiedenen Standpunkten aus betrachtet werden.“ Dennoch sei er optimistisch, dass der kroatische Schiffbau gute Chancen habe. JPM