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Trotz verbesserter Auftragslage: Meyer Werft benötigt weitere Landesbürgschaft

Die Papenburger Meyer Werft, der bereits im vergangenen Jahr eine Bürgschaft des Landes Niedersachsen in Höhe von 350 Mio. Euro gewährt worden war, muss nach Angaben des NDR Niedersachsen einen Kredit in Höhe von 550 Millionen Euro im November zurückzahlen. Dafür fehlten möglicherweise die Rücklagen.

Die Lage sei herausfordernd, heißt es von der Werft. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht… „Wir machen uns große Sorgen und arbeiten eng mit der Werft zusammen, um die Probleme wieder zu bewältigen“, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), der für vergangenen Freitag kurzfristig den Wirtschaftsausschuss des Landtages zu Informationen über dieses Thema eingeladen hatte. Sein Ministerium prüft nach NDR-Angaben aktuell, ob eine weitere Bürgschaft nötig werden könnte.

Wie der NDR Niedersachsen am 9.4.2024 berichtete, ist da Geld aus der ersten Landesbürgschaft bereits aufgebraucht. Bis 2029 habe die Meyer Werft demnach Zeit, es zurückzuzahlen. Von der Werft wollte das niemand offiziell bestätigen.

Nach Angaben der „Wirtschaftswoche“, die zuerst über die aktuelle Problematik berichtete, will die Werft mit dem Sanierungsexperten Ralf Schmitz zusammenarbeiten, der bereits den Energiekonzern Steag vor der Pleite bewahrt hatte. Auch dies wollte ein Werftsprecher nicht kommentieren.

Dabei konnte 1795 gegründete Werft, die wegen der nötigen Bauzeitfinanzierungen aufgrund der im Schiffbau üblichen Bezahlungsmodi einen hohen Kapitalbedarf hat, zuletzt mehrere attraktive Aufträge hereinholen, darunter die beiden Mitte Februar und Ende März von der Carnival Corporation zur Lieferung 2027 und 2028 kontrahierten 345-m-Kreuzfahrtschiffe (ca. 6400 Gäste) der Excel-Klasse für die Carnival Cruise Line. „Eine echt positive Perspektive, die sich gerade ergibt. Aber das hat länger gedauert als erwartet“, so Olaf Lies. JPM

Foto: Meyer Werft