Viking River Cruises zeigt erstmals Flagge auch auf dem Mississippi

Bereits in 12 Monaten will die von dem Norweger Torstein Hagen 1997 gegründete und mit Hauptsitz im schweizerischen Basel ansässige Viking River Cruises AG erstmals Flusskreuzfahrten auch in amerikanischen Gewässern bieten. Das zu den weltweit größten Anbietern für Flusskreuzfahrten gehörende Unternehmen, das bisher zu den größten Kunden der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde gehörte und auf europäischen sowie deutschen Flüssen erfolgreich mit einem hohen Anteil amerikanischer Gäste tätig ist, setzt dazu die Viking Mississippi ein, die sich derzeit bei der Werft der Edison Chouest Offshore-Gruppe in Houma, Louisiana, in Bau befindet.

Rendering: Viking River Cruises

Der für 386 Gäste in 193 Außenkabinen ausgelegte und speziell für Mississippi-Reisen konzipierte Neubau zeichnet sich nach Reedereiangaben durch Aufnahme von bekannten Stilelementen der in Fahrt befindlichen Fluss- und Seekreuzfahrtschiffe von Viking Cruises durch ein klares skandinavisches Design und öffentliche Räume mit Reminiszenzen an traditionelle Mississippi-Reisen aus. Das über fünf Decks, raumhohe Verglasung sowie hohen Komfortstandard verfügende Schiff sei nicht nur das modernste, sondern auch umweltfreundlichste Kreuzfahrtschiff der Region. Zur seiner Ausstattung gehören neben einem Hybrid-Antrieb auch Solarpaneele und LED-Beleuchtung.

Damit die Bedingungen für den Jones-Act erfüllt werden, der Verkehre innerhalb der USA nur für Schiffe zulässt, die in den USA erbaut wurden, einen US-amerikanischen Eigentümer haben und von US-Bürgern mit einem bestimmten Anteil amerikanischer Besatzungsmitglieder unter US-Flagge betrieben werden, musste ein kompliziertes Konstrukt gefunden werden, das Viking USA, der mit Hauptsitz in Los Angeles ansässigen Viking-Marketing-Organisation, den geplanten Einsatz des 173 585 941 US-Dollar teuren Neubaus ermöglicht. Die Maritime Administration (MARAD) befürwortet eine Genehmigung für die River 1 LLC, eine Langfrist-Zeitcharter mit Viking USA vorwiegend für Kreuzfahrten auf dem Mississippi abzuschließen. Bei River 1 handelt es sich um eine in Louisiana ansässige Firma mit beschränkter Haftung, die von der Edison Chaouest Offshore (ECO)-Firmengruppe gegründet wurde. ECO ist eine Organisation privater Betreiber, Eigner und Erbauer von Schiffen unter US-Flagge, die sich zu 100 Prozent im Eigentum von US-Bürgern befinden. Nach MARAD-Angaben erfolgt die Finanzierung der Viking Mississippi durch eine Kreditvereinbarung zwischen JP Morgan Chase und River 1. Viking USA ist weder an diesem Vertrag noch an dem Schiff beteiligt und hat keine Berechtigung, auf die Geschäfte, das Management oder den Betrieb von River 1 außerhalb der Zeitcharter einzuwirken. JPM