„Wonder of the Seas“ auf Werftprobefahrt

Foto: Chantiers de l'Atlantique/B. Birger

Die bei der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire für die US-Reederei Royal Caribbean Cruise Line (RCCL) in Bau befindliche Wonder of the Seas hat sich am Freitag (20. August) um 16.15 Uhr mit einem sonoren Signal aus ihrem Typhon zu einer viertägigen Werftprobefahrt verabschiedet.

Bevor der Neubau am 24. August gegen 05.00 Uhr an den Ausrüstungskai der Bauwerft zurückkehrt, sollen nach Werftangaben rd. sieben Dutzend Einzeltests seiner technischen Anlagen erledigt werden. Dabei geht es u.a. Drehkreise, Stoppstrecken, Stabilität, Geschwindigkeit, Brennstoffverbrauch sowie Geräusch- und Vibrationsmessungen.

Bei der Wonder of the Seas handelt es sich nach der Oasis of the Seas, Allure of the Seas, Harmony of the Seas und Symphony of the Seas bereits um die fünfte Einheit der Oasis-Klasse, die als die weltgrössten Kreuzfahrtschiffe gelten. Nach den 2009 und 2010 in Turku gebauten ersten beiden Schiffen hatte die amerikanische Royal Caribbean International (RCI)-Reedereigruppe vier weitere Einheiten diese inzwischen zur Oasis-Plus-Klasse weiterentwickelten Klasse bei der Werft in Saint-Nazaire kontrahiert, von denen die Harmony of the Seas im Mai 2016 und die Schwester Symphony of the Seas im März 2018 abgeliefert worden sind. Das letzte – noch namenlose – Schiff dieses Quartetts soll 2024 als sechstes und vorerst letztes Schiff der Oasis-Klasse in Fahrt kommen.

Die jetzt auf Probefahrt befindliche Wonder of the Seas, für die im April 2019 der erste Stahlschnitt, am 10. Oktober 2019 die Kiellegung und am 4. September 2020 die Ausdockung erfolgt waren, wird bei einer Länge von ebenfalls 362 m, einer Breite von 66 m und einem Tiefgang von 9,3 m gegenüber der Symphony of the Seas eine von 228081 auf 236857 erhöhte Bruttoraumzahl (BRZ), eine von 2747 auf 2867 vergrößerte Kabinenzahl, eine von 6780 auf 6988 gestiegene Passagierkapazität sowie eine von ca. 2100 auf 2300 Crewmitglieder verstärkte Besatzung aufweisen und ihr damit die Spitzenstellung als derzeit grösstes Kreuzfahrtschiff der Welt abnehmen, wenn sie nach der pandemiebedingte Verschiebung statt in diesem Jahr erst im nächsten Frühjahr in Fahrt kommt.

Zu ihrer dieselelektrischen Maschinenanlage gehören zwei auf Generatoren arbeitende Wärtsilä-Diesel des Typs 16V46 à 18480 kW und vier Wärtsilä-Diesel des Typs 12V46 à 13860 kW sowie zwei MTU-Motoren des Typs 16V4000. Die Propulsion erfolgt durch drei ABB-Podantriebe à 20,5 MW, mit denen eine Dienstgeschwindigkeit von 22,5 und eine Spitzengeschwindigkeit von 25,1 kn erreicht werden soll. Zur Verbesserung der Manövrierfähigkeit wurden vier Wärtsilä-Bugstrahler à 5,5 MW installiert. Über die gegenüber den Vorbauten modifizierte Inneneinrichtung haben wir bereits mehrfach berichtet. Die Ausstattung des spektakulären Naturparks mit natürlicher Bepflanzung erfolgt durch die Hamburger Firma Dauerflora. Zu den weiteren deutschen Zulieferern gehört auch die in Berne an der Weser ansässige Fassmer-Werft, die bis Anfang nächsten Jahres 18 modernste Rettungsboote für den nach den Vorschriften und unter Aufsicht der Klassifikationsgesellschaft DNV in Saint-Nazaire in der Ausrüstung befindlichen RCCL-Neubau fertigt.

Die Wonder of the Seas soll am 26. März nächsten Jahres als größtes in China eingesetztes Kreuzfahrtschiff zur Jungfernreise von Shanghai starten und von dort bis November 3- bis 9-tägige Rundreisen via Japan bieten, bevor der Basishafen nach Hongkong verlegt werden und von dort bis Januar 2023 Rundreisen nach Vietnam, Südkorea und Japan aufgenommen werden. JPM