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Zum ATG-Saisonstart: Angebot für Alsterkreuzfahrten verdoppelt

Rechtzeitig zum Osterwochenende ist die über eine Flotte von 18 Fahrgastschiffen verfügende ATG Alster Touristik GmbH, eine Tochter der Hamburger Hochbahn, in die neue Saison gestartet.

Zu den Neuerungen im Angebot, über die Tanja Cohrt und Martin Lobmeyer am vergangenen Montag an Bord der Alsterschipper berichteten, gehört nicht nur, dass die Alsterdampfer nunmehr stündlich und damit doppelt so oft wie 2023 zu den beliebten Alsterkreuzfahrten ablegen, sondern auch mehr Themenfahrten sowie auch Sonderfahrten für Tagungen und Konferenzen bieten werden. Ausserdem soll nach dem Sommer das erste elektrifizierte Traditionsschiff zu den seinerzeit als Neubauten in Dienst gestellten beiden emissionsfrei angetriebenen Schiffen stoßen und damit den Kurs auf Dekarbonisierung vorantreiben.

Für die Alsterkreuzfahrten werden die nach Zahl der Anleger gestaffelten Preise für die Einzelfahrten um bis zu 2 Euro und die Familien- und Saisonkarten um jeweils 4 Euro reduziert, während die Tageskarte weiterhin 20 Euro kostet. Dagegen werden längere Fahrten wie die „Dauerbrenner“ Alsterrundfahrten, Kanalfahrten, Fleetfahrten und Dämmertörns etwas teurer. Angesichts gestiegener Energiepreise habe man die Ticketpreise um durchschnittlich 1,50 Euro anheben müssen, hieß es.

In Kooperation mit der Hamburger Eventagentur Nord Event plant ATG zusätzlich verschiedene Themenfahrten übers Jahr. Neu sind auch Tagungs- und Veranstaltungsangebote für Geschäftskundinnen und -kunden in und um Hamburg, wobei die dafür zunächst auf einem Schiff, der Goldbek, eingesetzte Technik mobil ist und auch auf anderen Schiffen genutzt werden kann. Nach Angaben des für Technik und Finanzen zuständigen Geschäftsführers Lobmeyer entfallen auf Charterfahrten und Programmfahrten jeweils rd. 200 000 Gäste pro Jahr.

Foto: Jens Meyer

Nach seinen Angaben behalte man strategisch das Ziel der schrittweisen Dekarbonisierung der Alsterschifffahrt weiter im Blick. Aktuell befindet sich die aus den 1950er stammende Eilbek im Umbau bei der in Finkenwerder ansässigen Schiffswerft von Cölln GmbH und kehre noch in diesem Jahr mit elektrischem Antrieb auf die Alster zurück. Neben der Alstersonne, die im Mai 2000 als erstes Alsterschiff mit Solarpaneelen und Batterien in Fahrt gekommen ist, und der Alsterwasser wird sie das dritte emissionsfrei angetriebene Schiff der Flotte sein. Allerdings wird die 2008 als Vorzeigeprojekt mit Wasserstoff-Brennstoffzellen in Dienst gestellte Alsterwasser seit rd. zehn Jahren mangels nicht mehr verfügbarer Wasserstoff-Versorgungstruktur nicht mehr mit Wasserstoff betrieben.

„Wir möchten unseren Beitrag zu Dekarbonisierung der Alsterverkehre beitragen und sammeln aktuell die ersten wertvollen Erfahrungen im Umbau eines unserer Traditionsdampfer. Diese werden wegweisend für die kommenden Jahre in diesem Bereich sein. Insgesamt ist die Dekarbonisierung der historischen Flotte eine echte Herausforderung“, so Lobmeyer, der perspektivisch die gesamte Flotte in den nächsten 10 bis 15 Jahren umstellen zu können hofft. Dabei würden ältere der 18 Einheiten Einheiten, die aus technischen Gründen und mangelnden Platzverhältnissen eine entsprechende Umstellung nicht erlauben, durch Neubauten ersetzt werden müssen. Aktuell gebe es aber keine konkreten Neubaupläne. Dagegen hoffe man, bei der mit den Partnern von der Hochbahn, Sprinkenhof und Stromnetz Hamburg begonnenen Planung einer neuen Ladestelle noch in diesem Jahr, entscheidend voranzukommen. JPM