„Der Perfektion so nah wie möglich“

Die amerikanische Luxusreederei Regent Seven Seas Cruises hat vor einigen Jahren das umfangreichste all-Inclusive Programm in diesem Segment eingeführt. Damit hat sich Regent auch einen festen Platz im europäischen Markt erkämpft. AN BORD sprach mit Graham Sadler, dem Managing Director EMEA.

2016 hat Regent Seven Seas Cruises die Seven Seas Explorer in den Dienst gestellt. Das Schiff wurde als das „most luxury cruise ship ever built“ vorgestellt. Im kommenden­ Jahr feiert RSSC sein 30-jähriges­ Firmen­jubiläum und wird ein Schwesterschiff der SEVEN SEAS EXPLORER, die SEVEN SEAS SPLENDOR in den Dienst stellen.
Wie unterscheiden sich die beiden Schiffe?

Mit der Seven Seven Seas Splendor perfektionieren­ wir den Luxus, indem wir auf die Eleganz unserer bestehenden Schiffe mit üppigem Design aufbauen und Upgrades hinzufügen, die die Passagiere fesseln­ und ihre Erwartungen übertreffen werden.
Einige der greifbaren Unterschiede zwischen Seven Seas Splendor und Seven Seven Seas Explorer­ werden darin bestehen, dass die große Treppe nun dem Eingang zum Restaurant Compass Rose zugewandt sein wird und Coffee Connection zur Backbordseite des Schiffes verlagert und um einen Außenbereich erweitert wird.

Graham Sadler im Yachthafen von Southampton, Foto: enapress.com

Das Float-out der SEVEN SEAS SPLENDOR­ fand im Februar statt. Derzeit dürfte­ die Fincantieri-Werft dabei sein, dass Schiff auszustatten. Können Sie uns etwas­ über diesen Prozess sagen? Wie ist das Profil eines typischen RSSC-Gastes?

Unsere Design-Teams sind dabei, jeden kleinsten Bereich des Schiffs zu perfektionieren.
Wir greifen dabei auch auf die Feedbacks unserer Gäste zurück. Hier dreht es sich eher um Feintuning, um das Kunden­erlebnis noch spannender zu gestalten.

Wie ist das Profil eines typischen RSSC-Gastes?

Unsere Passagiere haben Zeit und Geld, um sich ihren Reisen zu widmen. Sie lieben Regent, weil ihnen die inkludierten Landausflüge in jedem Hafen die Möglichkeit­ geben, die Destination wirklich kennen­zulernen. Ein typischer­ Regent-Gast hat die Passion, Neues zu erforschen, unterschiedlichste Geschichte und Kultur kennen­zulernen und auch während der Reise neue Fähig­keiten mit den zahlreichen Programmen an Bord zu erlernen.

RSSC ist eine US-Reederei. Was sind Ihre Quellmärkte? Wie hat sich der europäische Markt, insbesondere der deutschsprachige, innerhalb der vergangen fünf Jahre für Sie entwickelt?

Außerhalb des US-Marktes ist der größte Quellmarkt für uns der UK-Markt, gefolgt vom deutschen und australischen. Als eine internationale Kreuzfahrtmarke sprechen wir ein breites Markt-Spektrum an.
Wir haben deshalb unsere Sales und Marketing-Teams vergrößert und weltweit neue Büros eröffnet, um für den weiterwachsenden Kreuzfahrtmarkt gewappnet zu sein.

Welche Destinationen sind für Ihre deutschsprachigen Gäste die interessantesten und wird RSSC in naher Zukunft Schiffe in Deutschland positionieren?

Wir laufen Warnemünde an, haben aber derzeit keine Schiffe in Deutschland stationiert. Bei steigender Nachfrage kann man eine Positionierung hier nicht ausschließen,­ es ist aber derzeit noch nichts geplant.
Bei unseren deutschsprachigen Gästen werden die Langstrecken-Destinationen, vor allem die Karibik, immer beliebter. Aber auch die Ostsee und das Mittelmeer stehen im Fokus.

Gibt es viele First Time Cruiser an Bord der RSSC-Schiffe?

Regent hat eine sehr hohe Repeater-Rate aufgrund seines hervorragenden Service an Bord.
Und natürlich wegen des in der Branche einmaligen Angebotes: Trotz des relativ hohen Kreuzfahrtpreises haben die Gäste gemerkt, dass jeder Luxus inklusive­ ist – von den Spezialitätenrestaurants über Premium-Getränke bis hin zu Flügen, Landausflügen und mehr. Das ist sehr attraktiv und hat sich schnell herumgesprochen.

Wie entwickelt sich Ihrer Meinung nach der Kreuzfahrtmarkt, insbesondere im Luxussegment? Haben Sie angesichts des Baubooms keine Angst vor einem Überangebot?

Es sind viele Schiffe bestellt, aber ich kann das nur als eine gute Sache betrachten. Tatsächlich werden die zusätzlichen Schiffe benötigt, um der wachsenden Popularität­ der Kreuzfahrt und insbesondere des Luxussektors gerecht zu werden.

Wie unterscheidet sich Regent von anderen Luxus-Brands?
Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Auf dem Luxusmarkt zeichnen wir uns durch unseren Service, unsere Küche und unser all-Inclusive-Angebot aus, denn wir bieten Dutzende von kostenlosen Landausflüge in den meisten der angelaufenen Ziele an – ­keine andere Luxus-Kreuzfahrtgesellschaft kann diesen Anspruch erheben.

Im April 2018 wurde ein Modernisierungsprogramm abgeschlossen, um die älteren Schiffe an die SEVEN SEAS EXPLORER anzupassen.

Bitte beschreiben Sie kurz, was im Detail getan wurde.
Die Renovierung der Seven Seas Mariner schloss unser 125 Millionen Dollar teures Upgrade-Programm ab, um die Schiffe der bestehenden Flotte – SEVEN SEAS Mariner, SEVEN SEAS Navigator und SEVEN SEAS Voyager – auf den gleichen Standard wie unsere Seven Seas Explorer zu bringen. Bei den ca. 20-tägigen Trockendockaufenthalten erhielten die Schiffe neue Suiten-Designs und komplett renovierte Kabinen, das Spa, Pooldeck und die Bibliothek wurden erneuert. Gleichzeitig gab es eine Erweiterung der kulinarischen Einrichtungen und weitreichende Menüanpassungen. Das Restaurant Chartreuse ersetzt jetzt das bisherige Restaurant Signatures.

Wer sind Ihre wichtigsten Sales Partner? Verkaufen Sie Reisen auch online über Ihre Website?

Wir haben ein Preferred Partner-System im DACH-Markt. Unser Ziel ist es, die Reisebüros zu schulen. Wir verkaufen nicht über die Website, die Reise­büros sind unsere wichtigsten Partner. In unserem Segment lassen sich unsere Gäste gerne von Reisebüros ihres Vertrauens beraten, mit denen wir eng zusammenarbeiten. So können wir sicherstellen, dass die Wünsche unserer Gäste­ bei jedem Schritt der Reise erfüllt werden.

Was war Ihre erste Kreuzfahrterfahrung?

Die ersten Erfahrungen mit Kreuzfahrten sammelte ich bei P&O. Es war ein P&O-Schulschiff und ich schlief in einem Wohnheim an Bord der SS Nevasa bei einer Fahrt durch Skandinavien. Wir vertraten die Schule bei den Veranstaltungen in den verschiedenen Anlaufhäfen. Das war in den späten 60er Jahren. Und ich bin heute noch überrascht, dass es mich nicht für immer von Schiffen abgeschreckt hat.

Haben Sie einen Lieblingsplatz an Bord der Regent-Schiffe?

Coffee Connection ist ein großartiger Treffpunkt. Auf jedem­ unserer Schiffe ist dies der Mittelpunkt und das Herzstück. Es freut mich, dass die Seven Seas Splendor­ ein Coffee Connection mit einem Außenbereich erhält, so dass ich meinen Kaffee morgens­ mit Blick auf das Meer genießen kann. Besser geht es nicht.

Wie definieren Sie persönlich Luxus und Perfektion?

Luxus ist eine Emotion. Was auch immer Ihre Erfahrungen­ sind, Sie glücklich und zufrieden macht, und den Wunsch nach mehr erweckt. Es bezieht alle Sinne ein.
Perfektion existiert nie ganz, aber das Streben, uns der Perfektion nahe zu bringen, ist das, was uns bei Regent auszeichnet. Wir versuchen, uns ständig weiterzuent­wickeln und eine Philosophie des maximalen Erlebnisses­ für den Gast zu kreieren. Nur so kann man der Perfektion so nah wie möglich kommen.