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Lady Diletta in Düsseldorf getauft

Am 24. Juni taufte Silvia Diletta Ligabue den ersten eigenen Flusskreuzfahrtschiff-Neubau, der ausschließlich für den Bremer Veranstalter Plantours Kreuzfahrten in Fahrt kommt. Die Lady Diletta wird zunächst auf Rhein und Mosel, sowie den Wasserwegen in Holland zum Einsatz kommen. Oliver Asmussen berichtet.

Am 24. Juni um genau 10:35 Uhr zerschellte die Champagnerflasche bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen am schneeweißen Bug des neuen Flusskreuzfahrtschiffes Lady Diletta. Namensgeberin Silvia Diletta Ligabue zog zusammen mit ihrer Mutter, Cristina Ligabue am weißen Band, welches die Flasche kurz darauf am Bug zerschellen ließ.

Plantours-GF Oliver Steuber, Inti Ligabue, Cristina Ligabue bei der Taufe,
Foto: Oliver Steuber/Oceanliner-Pictures.com

Bedingt durch die massiven, weltweiten Einschränkungen der Corona-Pandemie mussten zunächst sowohl die Jungfernfahrt als auch die geplante Taufe der Lady Diletta abgesagt werden. Die 135m lange Lady Diletta bietet maximal 172 Passagieren Platz, alle 91 Kabinen verfügen über einen französischen Balkon, die insgesamt 8 Suiten sogar über einen kleinen, möblierten Balkon. Aufgrund der Konzipierung als 2 ½ Deck Schiff können die Gäste auch bei Brückenpassagen einen Teil des Sonnendecks weiter nutzen. Eigentümer der Lady Diletta ist die italienische Ligabue Group, deren Vorstandsvorsitzender und Hauptgesellschafter, Inti Ligabue, sich sichtlich erleichtert zeigt, dass es mit einiger Verspätung und einem umfangreichen Hygienekonzept nun doch losgehen kann, mit den ersten Flusskreuzfahrten. Die Jungfernreise der Lady Diletta führt von Düsseldorf und Koblenz zunächst auf der Mosel nach Cochem, Trier, Bernkastel und Alken, bevor es weiter entlang der Loreley in Richtung Rüdesheim geht.

Abendfahrt vor der Taufe auf dem Rhein bei Düsseldorf, Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Entsprechend der derzeit gültigen Einschränkungen wurde auf eine stimmungsvolle, große Taufparty an Bord der Lady Diletta verzichtet. Die geladenen Gäste kamen nach einem zwanglosen Empfang am Mittag, abends vor der offiziellen Taufzeremonie jedoch in den Genuss eines großen Galadinners im eleganten Tiepolo Restaurant. Im Anschluss an das Galadinner legte die Lady Diletta zu einer rund 2-stündigen Abendfahrt auf dem Rhein ab. Bei warmen Sommertemperaturen kamen alle Taufgäste in den Genuss, die illuminierte Stadtkulisse von Düsseldorf zu bestaunen.

Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Die Lady Diletta wird auch anspruchsvolle Kreuzfahrtgäste ansprechen, denn sowohl die öffentlichen Bereiche als auch die Kabinen durchzieht nicht nur modernes Flair in Verbindung mit einem sehr harmonischen Farbkonzept, sondern auch ein gewisser Luxus. Offiziell bietet Plantours Kreuzfahrten die Lady Diletta im First Class Segment, also als 4-Sterne-Plus Schiff an. In allen Räumen dominiert ein unaufdringliches, italienisches Design. Als Besonderheit sind die Kabinen für Alleinreisende zu nennen, die sowohl auf dem Accademia Deck als auch auf dem Rialto Deck zu finden sind. Die 10 Einzelkabinen auf dem Accademia Deck sind ca. 11,5m² groß, die Einzelkabine auf dem Rialto Deck 12m².

Fotos: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Plantours Kreuzfahrten bietet auf den ersten Reisen der Lady Diletta um 400,- EUR pro Person ermäßigte Einführungspreise an. Diese Einführungspreise sind gültig für alle Neubuchungen seit dem 05. Juni. Die vergünstigten Reisepreise gelten auf den Abfahrten am 01.07.2020, 07.07.2020 und 19.07.2020. Die Routen weichen jeweils voneinander ab.

Video zur Taufe der Lady Diletta, Video: Plantours Kreuzfahrten

So fährt die Lady Diletta auf ihrer zweiten Flusskreuzfahrtnach der Jungfernfahrt von Düsseldorf über Köln, Koblenz, Rüdesheim, Worms, Speyer, Kehl/Straßburg, Basel und Germersheim zurück nach Düsseldorf. Die Reisepreise für die zweite Flusskreuzfahrt am 01.07.2020 beginnen ebenfalls bei 699,- EUR p.P. (statt 1.099,- EUR p.P.) in der 2-Bett-Kabine auf dem Accademia-Deck. Die dritte Flusskreuzfahrt der Lady Diletta startet wieder in Düsseldorf und führt über Königswinter, Linz, Andernach, Rüdesheim, Frankfurt, Mainz und Koblenz zurück nach Düsseldorf. Reisedatum: 07.07.-13.07.2020. Reisepreise: Eine 7 Tage Flusskreuzfahrt „Romantischer Rhein“ ist ab 699,- EUR p.P. in der 2-Bett-Kabine auf dem Accademia-Deck buchbar. Noch einmal vergünstigte Reisepreise gewährt Plantours Kreuzfahrten auf der vierten Flusskreuzfahrt vom 19.-25.07.2020 von Düsseldorf über Koblenz, Cochem, Trier, Bernkastel, Alken und Rüdesheim nach Düsseldorf. In der 2-Bett-Kabine auf dem Accademia-Deck reist man für 699,- EUR pro Person.

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https://www.youtube.com/watch?v=VReuScMS0Dw&feature=youtu.be
Video: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com
Cristina Ligabue, Inti Ligabue, Diletta Ligabue nach der Taufe. Foto: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

Während bei vielen Reedereien der Firmenname im Schiffsnamen wiederzufinden ist, hat man sich bei Ligabue dazu entschieden, den Neubau nach der im Jahr 2019 geborenen, jüngsten Tochter von Inti Ligabue, dem Eigentümer der Ligabue Gruppe, zu benennen. Sie heißt Silvia Diletta Ligabue. Die Lady Diletta setzt mit ihrem Namen die 100-jährige Firmengeschichte der Muttergesellschaft, der Ligabue Gruppe, fort.

Infos/Buchung unter anderem: Plantours Kreuzfahrten (www.plantours-partner.de), Kreuzfahrten & Mehr (www.kreuzfahrten-mehr.de)

Text: Oliver Asmussen, Fotos: Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com, Videos: Plantours Kreuzfahrten, Oliver Asmussen/Oceanliner-Pictures.com

In neuem Fahrwasser

Während einer normalen Kreuzfahrt wurde das erste LNG-Schiff von Costa Crociere in einer glanzvollen Zeremonie getauft, ohne dass die meisten Gäste davon wussten. Die „travelling smart city“, wie die COSTA SMERALDA von ihren Machern genannt wird, wartet mit neuesten Standards für Umweltschutz und Technik auf. Auf 19 Decks finden sich 15 Restaurants, 20 Bars und 4 Pools. Michael Wolf berichtet von der Taufe.

21.2.2020: In Savona wird das erste LNG-Schiff für Costa Crociere getauft. Das Entertainment-Herz des Schiffes, das Colosseo, ist auf allen Decks gefüllt, auf den Mega-Screens funkeln Feuerwerke. Die Taufpatin trägt schwarz: ein elegantes Kleid mit modischem Halsteil. Die spanische Filmschauspielerin und Oscar-Preisträgerin Penelope Cruz überzeugt bei diesem Taufakt allerdings mehr durch ihre (leider nur sehr kurze) Präsenz, als durch große Reden. Nach guten Wünschen für das neue Schiff löst sie mit einem mit einem kleinen Hammer den Mechanismus aus, der am Bug des Schiffes die Taufflasche zerschellen lässt – ein Konfettiregen ergießt sich über die Szene.
Zuvor hatten einige Redner aus der lokalen italienischen Politik und der großen Carnival-Familie bereits ihre Grüße übermittelt. Deren CEO Arnold Donald, hatte auch die Chefin von Carnival Cruise Lines, Christine Duffy, mitgebracht, was einige Gäste aus der Branche vermuten ließ, dass auch dort möglicherweise LNG-Schiffe geplant seien.

Michael Thamm, CEO der Costa-Gruppe und Carnival Asia, ließ seiner Freude über diesen „Meilenstein“ in seiner Rede freien Lauf. Frei im wahrsten Sinne des Wortes – zur Überraschung der Simultan-Dolmetscher hatte er seine vorbereite Rede in letzter Sekunde beiseite gelegt und frei gesprochen. Zu groß, so Thamm, seien die Emotionen am heutigen Tag, als er die COSTA SMERALDA offiziell in der Flotte begrüsste. „Sie ist die ideale Verbindung aus italienischer Kreation als Erbe der traditionellen Costa-Marke und nachhaltiger Innovationen. Wir waren das erste Unternehmen, das in LNG investiert hat, und wir arbeiten derzeit an der Entwicklung anderer nachhaltiger Technologien wie Batteriespeicher, Brennstoff­zellen und Flüssiggas aus erneuerbaren Energiequellen“, so Thamm.

Während im Colosseo die Haupt-Zeremonie stattfand, waren die Taufaktivitäten, Moderationen und Reden in Lounges auf dem ganzen Schiff verteilt. Die Riege der Offiziere defilierte dann von einem Ort zum nächsten, begleitet und übertragen vom Bord-TV.
Unter den Gästen war auch Nico Costa, einer der letzten Vertreter der Gründerfamilie der traditionsreichen Reederei.
Abends große Party im Colosseo – ausgelassen tanzen Arnold Donald, Adam D. Tihany und Costa-Chef Neil Palomba auf der Bühne mit den Mitgliedern des Show-Ensembles. Donald gilt als begeisterter Partygänger – und machte auch heute seinem Ruf alle Ehre.
Auf der COSTA SMERALDA („an Bord“ berichtete in der letzten Ausgabe ausführlich) stand das Museum für italienisches Design im Mittelpunkt des Interesses, das CoDe (Costa Design Museum). Hier führte der bei einigen Brands der Carnival Corporation (wie beispielsweise Seabourn, Costa, HAL, Cunard) omnipräsente Innenarchitekt und Designer Adam D. Tihany Ehrengäste sogar persönlich.
Unter den fast 500 Ausstellungsstücken finden sich von der Vespa bis zu stylishen Möbeln, von der Espressomaschine bis zu den ersten Jahren der italienischen Kreuzfahrt mit Modellen wie von der ACHILLE LAURO oder den feuerroten Ferraris so ziemlich alles, was für Italien steht.
Auch neu: Lab, ein Restaurant, in dem fast spielerisch das Kochen unter Anleitung von Köchen für mehrere teilnehmende Gruppen gelernt wird – inklusive Schwerpunkt auf Resteverwertung inklusive Preisverleihung für Kreativität und Geschmack, fast wie eine TV-Show.
Die laufen übrigens als Quiz-Shows im Theater, mit Studio-Charakter inklusive Fernsehkameras.
Ein langes Feuerwerk abends vor der Festung vor Savona nach dem Auslaufen des Schiffes. Ein historischer Tag für Costa Crociere, von dem allerdings die meisten der Gäste kaum etwas mitbekommen haben.

Fotos: enapress.com

Diva tauft Grandiosa

Die Taufe der MSC Grandiosa am 9. November in Hamburg war zwar nicht die erste, die von MSC Cruises in der Elbmetropole zelebriert wurde. Doch dieses Mal drehte sich alles um ihren bisher größten Neubau, es wurde zur längsten Taufe in der Geschichte der Reederei. Dabei gab es für die Wahl der Hansestadt als Taufort gleich mehrere Gründe. Jens Meyer erlebte das Spektakel an Bord eines nicht nur durch seine Größe beeindruckenden Täuflings.

Im Gegensatz zu der vor rund neun Jahren durch Kälte und heftige Schneeschauer beeinträchtigten Taufe der MSC Magnifica in Hamburg – spielte das Wetter bei dieser Veranstaltung mit. Zudem lockten auch das bereits bei den Cruise Days im September nahe der Überseebrücke vorgestellte MSC Village sowie die von dem Lichtkünstler Michael Batz speziell für den Taufakt erneut installierte Blue Port-Illuminierung mehr als 5.000 „Sehleute“ ab 16.00 Uhr an die Wasserkante. Dort führten Wayne und Annemarie Carpendale durch das Programm mit Live-Musik von Max and Friends. Dazu hatte die bereits am 6. November zum Erstanlauf mit Plakettentausch in Hamburg eingetroffene MSC Grandiosa gegen 17.00 Uhr vom Cruise Terminal Steinwerder abgelegt. Mit Assistenz von zwei Schleppern nahm Kapitän Marco Massa, der just an diesem besonderen Tag Geburtstag feierte, Kurs auf die blau erstrahlte Elbphilharmonie. Dort hatte es schon am Vortag ein von der MSC Foundation organisiertes Benefiz-Konzert gegeben. Dessen Eintrittseinnahmen von rund 250 000 Euro gingen an die Stiftung „Lebensraum für Elbe“ für die Renaturierung der Flusslandschaft um Kirchwerder.

Das für 6334 Gäste in 2450 Kabinen und 1700 Crewmitglieder ausgelegte 181541-BRZ-Schiff hatte zum Taufakt vor der Elphi gedreht. Die geladenen Gäste, darunter auch Schauspielerinnen wie Bettina Zimmermann, Tina Ruland, Stephanie Stumph und die Moderatorinnen Susann Atwell und Inka Bause erlebten die mit einer Theaterpräsentation und Übertragungen von Land- und Bordfeierlichkeiten begleitete und von Michelle Hunziker sowie Jochen Schröpp moderierte Zeremonie. Im Beisein von MSC-Gründer Gianluigi Aponte, seiner Tochter Alexa und ihrem für das Kreuzfahrtgeschäft verantwortlichen Mann Pierfrancesco Vago sowie MSC Cruises-CEO Gianni Onorato zerschnitt Filmschauspiel-Legende Sophia Loren mit Unterstützung von Kapitän Massa ein unter dem LED-Himmel der 112 m langen Indoor-Promenade gespanntes Taufband – das symbolische Signal für den Mechanismus, der anschließend die obligatorische Champagnerflasche am Rumpf zerspringen ließ. …

Fotos: enapress.com, Frank Behling

Taufe mit Zodiacs

Die Zeremonie war so außergewöhnlich wie die Destinationen, die dieses Schiff befährt: Von Zodiacs aus konnten die Gäste am 11. Oktober im Hamburger Hafen an der Taufe der Hanseatic Inspiration inklusive einer spektakulären 3D-Projektion am Schiff teilnehmen. Michael Wolf sammelte bei Taufe und einer kurzen Einführungsfahrt Impressionen.

Während das erste Schiff des bestellten Trios neuer Expeditionsschiffe, die Hanseatic Nature, wegen einer verspäteten Lieferung in einer kleinen Feier im Mitarbeiterkreis von Projektmanagerin Isolde Susset getauft wurde, hatte die Reederei für die neue Hanseatic Inspiration einen ganz besonderen Auftritt vorbereitet. Dass an diesem Oktoberabend in Hamburg ein leichter Nieselregen auf dem Wetterprogramm stand, passte zum Thema Expedition. Eine ganze Stunde lang gehörte die Elbe den Gästen und Mitarbeitern – von 27 Zodiacs, zwei Barkassen und einem Fahrgastschiff aus konnten sie das Geschehen verfolgen. Geboten wurde eine Multimedia-Show der Superlative: elf Hochleistungsbeamer projizierten auf die Schiffswand einen aus 19230 Bildern bestehenden Film, der durch die zukünftigen Zielgebiete der Hanseatic Inspirationführte. Da stellten Eisberge die prächtige Kulisse, Pinguine hüpften buchstäblich von Balkon zu Balkon, Wale tauchten majestätisch aus den Fluten. Dann wieder flatterten farbenprächtige Vögeln an den Ufern des Amazonas. Musikalisch untermalt wurde die Show von der deutschen Popkünstlerin Oonagh und dem norwegischen Musiker Terje Isungset. Auf einem Ponton schwamm dann die Tauf-Equipe ein: Hapag-Lloyd-Cruises Chef Karl J. Pojer, Hansesatic inspiration Kapitän Ulf Wolter und – natürlich
Taufpatin Laura Dekker, die 2009 als 14jährige allein zu einer Weltumsegelung startete und damit bestens zum Thema Expedition passt. „Ich bin mir sicher, dass die Inspiration ihrem Namen alle Ehre machen wird und die Gäste auf viele inspirierenden Reisen mitnehmen wird, die ihnen die Wunder der Natur nahebringen“ sagte sie nach der Zeremonie, die den Beteiligten sicherlich unvergesslich bleiben wird.

Die Highlights
Hinter der Rezeption fließen Wasserfälle, oder je nach Vorgabe wahrscheinlich auch Destinationsfilme – die Screens sind beeindruckend und laden zum Träumen ein. Nur zwei Uhren bringen den Reisenden schnell in die Realität: Eine zeigt die Zeit von Hamburg, die andere die Schiffszeit, eine gute Idee.
Die Hanseatic Inspiration ist bis auf wenige Ausnahmen baugleich mit der Hanseatic nature („an Bord“ berichtete 3-19). Besonders schön bei beiden Schiffen: Das zentrale HanseAtrium, eine stylische Lounge mit Panoramafenstern, einer intimen Bar, einem witzigen nostalgischen Musik-Automaten und Mega-Screens, auf denen Filme der jeweiligen Destinationen Stimmung machen für die Lektorate, Vorträge oder Besprechungen zu den Expeditionen. Intensiviert werden kann das Thema dann in der Ocean Academy mit seinen Mikroskopen, Exponaten und den Relax-Sesseln mit integrierten Touchscreen. Diese geben über die verschiedenen Destinationen Auskunft auch in wissenschaftlicher Hinsicht ebenso wie eine interaktive große Screen-Wand. Zu den Highlights gehören auch die beiden je nach Wetterlage einziehbaren gläsernen Balkone auf Deck 8, auf denen man eine freie Sicht nach unten auf das Meer hat – Schwindelfreiheit vorausgesetzt. Freie Sicht nach vorn dagegen bietet der Inspiration Walk, ein Deckumlauf direkt am Bug des Schiffes – ideal für Beobachtungen von Tieren und Landschaft. Näher kann man dem Wasser auf diesem Schiff nicht kommen.
Der Fünf-Sterne-Anspruch der Hanseatic Inspiration wird nicht nur durch das Verhältnis von 175 Crewmitarbeitern zu maximal 230 Gästen (auf Antarktisreisen und Spitzbergen-Umrundungen sind es nur bis zu 199) unterstrichen, sondern auch durch die angebotene Gastronomie (ein Hauptrestaurant, ein Buffetrestaurant und das Spezialitätenrestaurant Nikkei mit japanisch-peruanischer Küche). Die hier angebotene Qualität soll dem der Europa 2 nicht nachstehen.
Auch die Großzügigkeit der öffentlichen Räume wie der eleganten Observation-Lounge, dem für ein Expeditionsschiff mit weit über 200qm äußerst großen Spa-Bereich und dem enormen Platz auf dem Sonnendeck (mit Faltdach) und dem Pool mit seiner Gegenstromanlage stehen hierfür….

Fotos: enapress.com

Megayacht mit Eisklasse

Milliardärs-Yacht für Nicht-Milliardäre: Mit einem der umfangreichsten All-inclusive-Konzepte der Kreuzfahrtbranche, mit Hubschrauber und U-Boot unternimmt die Scenic Eclipse exklusive Expeditionen weltweit. Franz Neumeier hat sich die Kreuzfahrtyacht genauer angesehen.

Die Ausfahrt von New York City entlang der Skyline von Manhattan und ganz nahe vorbei an der Freiheitsstatue steht meist ganz oben auf der Wunschliste passionierter Kreuzfahrer. Kaum noch zu übertreffen ist dieses Erlebnis zum Sonnenuntergang, wenn ganz vorne am Bug der Kreuzfahrtyacht Scenic Eclipse einem warmer Herbstwind um die Nase weht und ein Kellner Champagner reicht.
Die erste Discovery-Yacht der Welt und eine Milliardärs-Yacht für Nicht-Milliardäre – so sieht die Reederei ihre neue Ultraluxus-Yacht Scenic Eclipse und positioniert sie auf amerikanisches Sechs-Sterne-Niveau: Ultra-Luxus mit der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe (PC6) und Ultra-all-inklusive. Nur Rundflüge mit einem der beiden bordeigenen Hubschrauber, Tauchgänge mit dem kleinen U-Boot und Spa-Behandlungen kosten extra, alles andere ist im Reisepreis enthalten, selbst Landausflüge, gute Weine und Cocktails sowie die 155 Whiskey-Sorten an der Lounge Bar.

Als Taufpatin der Yacht ist die großartige und humorvolle Helen Mirren, britische Schauspielerin und Oscar-Gewinnerin, nach New York gekommen. Abgesehen davon jedoch sind die Feierlichkeiten im Manhattan Cruise Terminal ein enormes Understatement für ein Ultraluxus-Schiff: Kein Magnum-Protz bei der Champagner-Flasche, kein pompöses Gehabe, nur ein paar feine Häppchen und Champagner, Begleitmusik mit Harfe und Streichquartett.
Scenic-CEO Glen Moroney und seiner Frau Karen, die für das Innendesign des Schiffs verantwortlich zeichnet, strahlt das Glück über ihr neues Schiff aus den Gesichtern. Wohl auch, weil das Projekt beinahe an einer Pleite der Uljanik-Werft im kroatischen Pula gescheitert wäre. Scenic musste ein großes, eigenes Team aus Technikern und Ingenieuren zusammenstellen und den Bau weitgehend selbst übernehmen. Das Schiff kam rund ein Jahr später kam als geplant.
Auch der Taufakt selbst verlief ein wenig anders erwartet: Beim ersten Versuch zerschellte die Champagner-Flasche nicht am Bug der Scenic Eclipse, hinterließ aber eine ordentliche Schramme im Lack. Beim zweiten Versuch löste sich die Flasche aus der Halterung und fiel – ohne zu zerbrechen – in den Hudson River. Helen Mirren beschloss spontan und notgedrungen, dass die Taufe des Schiffs damit dennoch vollzogen sei. Jubel und Applaus, Glückwünsche und Blumen, Gruppenfotos vor dem Schiff….

Fotos: Franz Neumeier

Taufe in Türkis

Sie lagen in Bremerhaven nur einen Steinwurf voneinander entfernt: die Amera bei ihrer Taufe und die Albatros im Werftdock für Arbeiten. Sie sind Schwesterschiffe und fahren jetzt beide für Phoenix. Michael Wolf berichtet.

Es war eine Taufe, wie man sie von Phoenix Reisen kennt: Familiär, feierlich, ohne großen Pomp und Feuerwerk. Fast 1000 Gäste waren zu diesem Event gekommen, von denen 800 anschließend auf Taufreise nach Norwegen auf dem voll ausgebuchten Schiff gingen.
Zuvor war das Schiff in der Hamburger Werft Blohm + Voss einer 40 Millionen Euro teuren Renovierung unterzogen worden, bei der alle Kabinen und die Restaurants und Bars erneuert wurden. Mit dem ehemaligen Casino wurde ein Loungebereich vergrößert, der mittige Pool der Amera dient nun als Eventfläche für Veranstaltungen mit großem LED-Außenscreen und eigener Bühne. Der Heckpool in der Nähe des Spabereiches blieb erhalten. Und natürlich gibt es jetzt den Phoenix-typischen Außenlook mit dem Schornstein und der Bauchbinde in Türkis. Bis zu 1500 Werftmitarbeiter arbeiteten an dieser Schönheitskur, auch am Tauftag werkelten noch etliche von ihnen auf dem Schiff. Bei dieser Größenordnung von Renovierung nicht ungewöhnlich, auch die Crew beteiligte sich intensiv an den Arbeiten und der Endreinigung. Über die Geschichte des ungewöhnlichen Schiffes mit seinen schönen Deckflächen hatte „an Bord“ bereits ausführlich in der letzten Ausgabe berichtet. Das Hoteldepartment liegt wieder in den bewährten Händen von seachefs.

Zur Taufe bei schönstem Sonnenschein am Columbus Cruise Center stand natürlich das bordeigene Kreuzfahrt- und Entertainmentteam Spalier, ein Shanty Chor, die „Hamburger Perlen“, drei Sängerinnen und eine Feuershow mit Akrobaten unterhielt die Gäste vor der Zeremonie. Dem bordeigenen Team der philippinischen Stewards gelang es in der Zwischenzeit, das Phoenix-Logo mit grünen und gelben Cocktailflaschen nachzubauen.
Bremerhavens Bürgermeister Melf Grantz überreichte die Plakette für den Erstanlauf der Amera in seiner Stadt und das gesamte Phoenix-Führungsteam mit Johannes Zurnieden, Benjamin Krumpen und Jörg Kramer zeigte sich auf der Bühne mit Kapitän Jens Thorn, sein Kollege Morten Hansen, bundesweit bekannt aus der TV-Serie „Verrückt nach Meer“, hatte zuvor schon mit dem Shanty Chor geübt. Als Überraschungsgast war auch der Chef der Meyer Werft-Gruppe, Bernard Meyer mit seiner Frau präsent, natürlich Anlass für Überlegungen von Insidern, ob nicht doch ein Neubau von Phoenix in dieser Werft geplant sei. Der Direktor Schiffsreisen, Michael Schulze, konnte dann nach einem historischen Rückblick den eigentlichen Star des Tages ansagen: Taufpatin Petra Kaiser. Sie kam, wie bei Phoenix üblich, aus den eigenen Reihen. Als langjährige Mitarbeiterin war sie die rechte Hand von Firmengründer Johannes Zurnieden und absolvierte den Taufspruch und den Flaschenwurf mit Bravour.

Passend zum Event übrigens die Cocktails des Tages: „Royal Viking Sun“ (Vodka, Apricot Brandy, Grenadine, Maracujasaft und Zitronensaft und der unalkoholische „Prinsendam“ (Kokosnusscreme, Ananassaft, Grenadine, Orangensaft, Grapefruit-, Orangen- und Maracujasaft), die ehemaligen Namen der Amera. Und passend zur Phoenix-Philosophie die preiswerten Kosten: 3,70 Euro bzw. 2,50 Euro.

Fotos: enapress.com

„Greg Mortimer“ nach Übergabe getauft

Es ist nicht nur der erste in China für den Export-Markt fertiggestellte Neubau eines Kreuzfahrtschiffes und Typschiff einer geplanten Zehner-Serie des Infinity-Typs CX-103, sondern auch das erste mit dem patentierten X-Bow von Ulstein ausgestattete Kreuzfahrtschiff der Welt: Das vertragskonform am 29. August von der zur China Merchant Heavy Industry (CMHI) gehörenden Haimen-Werft in Jiangsu an die in Miami ansässige und von dem Dänen Niels-Erik Lund geführte Reederei Sun Stone Ships Inc. abgelieferte Expeditionskreuzfahrtschiff Greg Mortimer ist am Donnerstag (5.9.2019) in seine Langzeitcharter bei dem australischen Expeditionsreisen-Veranstalter Aurora Expeditions angeliefert und einen Tag später, am Freitag (6.9.2019), am Ausrüstungskai seiner Bauwerft getauft worden. Als Taufpatin fungierte Margaret Mortimer, die Ehefrau des 1952 geborenen Namensgebers Greg Mortimer, der nicht nur 1984 als erster Australier den Mount Everest ohne Sauerstoffmaske bezwungen hatte, sondern 1991 auch Aurora-Expeditions gegründet hat. Am kommenden Freitag soll der Täufling die Werft verlassen und Kurs auf Ushuaia nehmen, wo am 30. Oktober die Jungfernreise, eine 12-tägige Antarktis-Rundreise, beginnt.

Der im Juni 2018 als erstes Kreuzfahrtschiff mit der höchsten Eisklasse 1A bzw. PC6 in China auf Kiel gelegte, am 12. März dieses Jahres zu Wasser gebrachte und jetzt unter Bahamas-Flagge in Fahrt gekommene Neubau (IMO-Nr. 9834648) wird von Aurora Expeditions von November d.J. bis März 2020 zunächst in der Antarktis eingesetzt. Schon bei der Unterzeichnung des Chartervertrages für den rd. 65 Mio. US-Dollar teuren Neubau hatte sich Aurora-Chef Halfpenny die Optionen zur Eincharterung von drei weiteren Einheiten gesichert, von denen er inzwischen mit der im September 2022 als fünftes Schiff in Fahrt kommenden Ocean Discoverer die erste Option genutzt hat. Als zweites Schiff kommt im Oktober 2020 die Ocean Victory in Fahrt, für die am 12. März dieses Jahres der Brennstart erfolgt ist. Sie wird zunächst von dem dänischen Veranstalter Albatros Expeditions in der Antarktis und in den Sommermonaten von dem US-Veranstalter American Steamboat Company in Alaska eingesetzt. Das dritte Schiff der Serie, die im Januar 2021 zu liefernde Ocean Explorer, sicherte sich die zur 1983 gegründeten Vantage DeLuxe World Travel gehörende amerikanische Reederei Vantage Cruise Line, die den Neubau langfristig in Ostasien, dem Mittelmeerraum und Skandinavien einsetzen will. Das vierte Schiff kommt im März 2022 als Ocean Odyssey in Fahrt, während die als Ocean Albatros im Oktober 2022 folgende sechste Einheit vom Albatros Expeditions – als zweites Charterschiff neben der Ocean Victory – für den Einsatz in der Arktis und Antarktis in Langzeit-Charter genommen wird. Das siebte Schiff der Serie wurde am 29. Mai mit der Vertragsunterzeichnung in Hongkong zur Lieferung im September 2021 fest bestellt, nachdem auch hierfür ein Langzeitcharterer gefunden werden konnte. Damit sind alle sieben von SunStone getätigten Festbestellungen durch Charterverträge unterlegt, die übrigen drei Optionen sollen bis Jahresende in Festaufträge zur Lieferung bis 2023 umgewandelt werden.

Der von der norwegischen Firma Ulstein Design & Solution in Kooperation mit SunStone entwickelte Infinity-Typ CX103 zeichnet sich u.a. durch seine ungewöhnliche Vorschiffsgestaltung, den bei Offshore-Schiffen bewährten und nun mehr erstmals auf einem Kreuzfahrtschiff realisierten Ulstein-X-Bow aus, der für gute See-Eigenschaften auch unter rauesten Bedingungen sorgen soll. Die 104,4 m langen, 18,4 m breiten und 5,1 m tiefgehenden Expeditionsschiffe mit einer Vermessung von 7892 BRZ mit höchster Eisklasse 1A bzw. PC6 und Safe Return to Port (SrtP) Auslegung – werden nach den Vorschriften und unter Aufsicht der französischen Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas gebaut. Die norwegische Ulstein-Gruppe liefert neben dem Design nicht nur die Ausrüstungspakete für die Neubauten, sondern übernimmt auch die Bauaufsicht für die Serie. Die 15,5 kn schnellen Neubauten werden bis zu 95, zu 80 Prozent mit Balkonen ausgestattete, Suiten und Kabinen für 130 bis 200 Passagiere aufweisen. Das für 120 bis 160 Gäste sowie 74 Crew-Mitglieder ausgelegte Typschiff verfügt auf vier seiner zehn Decks über 80 Kabinen bzw. Suiten. Darüber verfügen die Schiffe über eine 180-Grad-Panorama-Lounge auf Deck 8, Jacuzzi, Boutique und auf beiden Seiten jeweils zwei Seitenpforten nahe der Wasserlinie für die bordeigenen Zodiac-Schlauchboote sowie eine für unterschiedliche Wassersportaktivitäten nutzbare Marina am Heck und zwei hydraulisch ausklappbare Aussichtsplattformen in der Außenhaut des Vorschiffes auf Deck 5. Die Innenausstattung wird von Mäkinen geliefert, für das Innendesign zeichnet Tomas Tillberg Design International verantwortlich. Die vier mit HFO betriebenen Hauptmotoren und Abgasreinigungsanlagen – 2 x 6 Zyl. und 2 x 8 Zyl-Motoren der L20-Baureihe – der dieselelektrischen Maschinenanlage wurden vom Wärtsilä zugeliefert. Zur Ausrüstung des Schiffes gehören u.a. auch eine dynamische Positionierungs-Anlage und Zero-Speed-Stabilisatoren. JPM

Quelle: Jens Meyer

Taufe auf der Weser

Am 11. Juni wurde vor der Kulisse von Bremerhavens Cityline der Flottenzugang von TransOcean Kreuzfahrten getauft. Michael Wolf schaute sich die Feier für die Vasco da Gama an.

Die gesamte Führungsriege von CMV (Cruise and Maritime Voyages Ltd) stand geschlossen auf der Bühne des Schiffstheaters, ganz vorne aber das Team der deutschen Tochter TransOcean Kreuzfahrten. „Wir freuen uns, die Vasco da Gama in unserer Familie begrüßen zu dürfen – die Buchungszahlen sind vielversprechend.“ Klaus Ebner, Leiter Marketing und Vertrieb bei TransOcean Kreuzfahrten, hatte allen Grund zur Freude. Zum einen konnte der Buchungs-Anteil des Offenbacher Veranstalters bei CMV in den letzten Jahren signifikant gesteigert werden.
Zum anderen ist mit dem Erwerb der Vasco da Gama ein Schiff zur Hausflotte gekommen, das so ganz im Sinne der Kunden ist: großzügiger Platz, schönes Design und trotzdem mit 1150 Passagieren eine überschaubare Größe. CMV-Chef Christian Verhounig kündigte an, weitere ähnliche Schiffe in die Flotte bringen zu wollen.

Ein Tag zum Feiern. Schon während des exquisiten mehrgängigen Taufdinners, das in allen Restaurants des Schiffes serviert wurde, hatte sich das Schiff vom Cruiseterminal in Richtung Flussmitte bewegt. Dort, direkt vor der Kulisse der Hafenwelten und der Innenstadt, begannen dann die Festivitäten. An Bord heizte die Rockgruppe „Fury in the Slaughterhouse“ am Innenpool die Stimmung ein, auch einige Schauspieler und Prominente wie Gerit Kling, Saskia Valencia, Frederic Böhle oder Claudia Wenzel zeigten sich präsent.

Foto: enapress.com

Christian Verhounig und Bremerhavens OB Melf Grantz (Foto links zusammen mit Dr. Ralf Meyer) eröffneten die Taufzeremonie.
Unumstrittener Star des Abends war aber natürlich als Patin die Sängerin Annett Louisan. Um 22.30Uhr drückte sie dann auf den Knopf – die Champagnerflasche zerschellte an der Schiffswand.
Die Taufzeremonie wurde auf große Screens am Hafenkai übertragen, wo zu den Klängen der Kultband „UnitedFour“ bereits der Abend eingerockt worden war.
Auch für Dr. Ralf Meyer war es ein besonderer Tag. Der Leiter des Wirtschaftsreferates von Bremerhaven hatte sich persönlich seit etlichen Jahren um den Auf- und Ausbau der Kreuzfahrt in der Hansestadt investiert. „Die Taufe war ein großartiges und zukunftsweisendes Event für den Kreuzfahrtstandort Bremerhaven“, freute er sich an diesem Abend.

Die Vasco da Gama verblüfft durch ihr Angebot an Raum. Das beginnt bei den unglaublich schönen Aussendecks oder dem großen Pool (nur für Erwachsene) am Heck, eine Reminiszenz an die Großzügigkeit einiger älterer Kreuzfahrtschiffe. Dort, wo bei Neubauten eine Kabine neben der anderen verbaut sind, gibt es hier Platz ohne Ende, Sonnenliegen, Ausblicke nach allen Seiten und eine gemütliche Open-Air-Bar. Die 630 Kabinen sind durchschnittlich 19 qm groß und erstrecken sich über fünf Decks. 80 Prozent von ihnen liegt nach außen, viele verfügen über einen Balkon.
Neben den drei Restaurants und fünf Bars, der Show-Lounge, Kino und Spa bietet das Schiff etliche Plätze zum Chillen und unterhalten: Die im maritimen Stil designte Panoramalounge am Bug („The Dome“) und der modern gestaltete Leseraum („The Study“) sind echte Highlights.
Die bordeigene Dialysestation ist bereits ganzjährig gebucht.
Im August gibt es ein Wiedersehen mit Annett Louisan – sie geht bereits im August zusammen mit dem Schlagersänger Matthias Reim und Nico Santos auf eine fünftägige Eventkreuzfahrt (Stars at the Sea).
Eine der ersten Reisen stand übrigens im Zeichen veganer Ernährung. Auf der elftägigen Fahrt gab es in keinem Restaurant Produkte tierischen Ursprungs, Experten und bekannte Köche begleiteten die Reise.
Die Vasco da Gama wurde 1993 als Statendam für Holland America Line in Dienst gestellt. Die australische Filiale von P&O kaufte es 2015, die neubenannte Pacific Eden kreuzte dann nach einer millionenschweren Renovierung in Südostasien.
Heute ist sie das sechste Schiff von CMV, der englischen Muttergesellschaft von TransOcean. Es gesellt sich dort zu Klassikern wie Astor, Magellan und Columbus.

Fotos: enapress.com

Taufe mit Franz Joseph

Für den Gründer der amerikanischen Flusskreuzfahrt-Reederei AmaWaterways, Rudi Schreiner, war es sicher die Erfüllung eines langgehegten Traumes: den nach seinen Plänen entwickelten größten Neubau auf der Donau in seiner österreichischen Heimat zu taufen. Michael Wolf berichtet.

Schon der Rahmen ist schön für diese Bilderbuchtaufe: Strahlender Sonnenschein, das pittoreske Städtchen Grein mit seiner hübschen Donaupromenade und dem schönen Schloss.
Als die AmaMagna an diesem Donnerstagnachmittag im Juli in Grein anlegt, warten bereits zahllose Einwohner und lokale Politiker auf das spektakuläre Schiff. An der Gangway stehen sogar Kaiserin Sisi und ihr Gemahl Kaiser Franz Joseph „persönlich“, flankiert von anderen Persönlichkeiten in historischen Kostümen, dazu werden Champagner, lokales Bier und österreichische Würstel serviert. Auch das Showprogramm ist lokal inspiriert: Zu den Klängen der „schönen blauen Donau“ und anderer Strauss-Walzer stürzen sich die Gäste im Drei-Viertel-Takt in ein Taufvergnügen der besonderen Art. Auch Kristin Karst, Miteigentümerin von AmaWaterways, kommt nicht am tanzenden Kaiser vorbei, die amerikanischen Gäste freuen sich über Walzerklänge und einen fast perfekten Imitator des österreichischen Kultsängers Falco, dessen Hits sogar in den Staaten beliebt waren.

Ein gutes Aufwärmen für die Taufe des 22. Flusskreuzfahrtschiffes der amerikanischen Reederei, allerdings diesmal ein ganz besonderes. Das neue Flaggschiff, die AmaMagna, ist etwa doppelt so breit, bietet vier Restaurants, zahlreiche große Suiten, Kino, Spa und Fitnesscenter. Dennoch hat sie nur etwa 20 Prozent mehr Gäste als die „normalen“ Schiffe, bietet Luxus fast auf Hochseeniveau.
Die amerikanische Fernsehmoderatorin Samantha Brown, bekannt in den USA durch ihre TV-Reisesendungen, fungiert als charmante und professionelle Taufpatin. „Ich habe heute den besten Job auf der ganzen Welt“ freut sie sich, bevor sie die Magnumflasche Veuve Clicquot gegen die Bordwand schmettert.
Zuvor hatte Reederei-Gründer Rudi Schreiner die komplizierte Entstehungs-Geschichte des Schiffes erzählt. Greins Bürgermeister Rainer Barth wünschte dem Schiff „viele relaxte und sichere Kreuzfahrten“. Von kirchlicher Seite stand dem nichts im Weg: der örtliche Priester segnete die AmaMagna.
Beim folgenden Empfang in der majestätischen Greinburg lässt es sich Hausherr Erbprinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha nicht nehmen, die Gäste mit einem Glas Sekt zu begrüßen. Eine Folkloregruppe präsentiert lokale Volkstänze – und lädt Mutige zum Mittanzen ein.
Die richtige Party beginnt dann nach Sonnenuntergang: Akrobaten performen in leuchtenden Kostümen auf dem Pooldeck, ein Höhenfeuerwerk glitzert über der Donau. Bis in den Morgenstunden wird getanzt – so ein Schiff kommt so schnell nicht wieder.

Fotos: enapress.com

Taufe im Tejo

Portugal gilt als eine Nation, die große Seefahrer und Abenteuer hervorgebracht hat. Die Hauptstadt des Landes ist nicht nur ein wichtiger Hafen, sondern bietet eine einzigartige Kulisse. Grund genug für TUI Cruises, die neue MEIN SCHIFF 2 in Lissabon zu taufen. Frank Behling berichtet.

Lissabon ist die Stadt der Entdecker. Portugals Metropole am Tejo ist bei der Geschichte der Entdeckung der Welt eine der Hauptstädte Europas mit der größten Vergangenheit. „Wir haben uns deshalb für Lissabon als Hafen für die Taufe der Mein Schiff 2, unseres jüngsten Schiffes entschieden.“, sagte Wybcke Meier, Vorstand der Hamburger Reederei TUI Cruises.
Bei der Auswahl des Hafens für dieses Ereignis hatte TUI Cruises die Szene überrascht. Hamburg, Kiel oder Bremerhaven waren lange als Favoriten für die Taufe des jüngsten Neubaus gehandelt worden. Doch Lissabon machte das Rennen.
Für eine Taufe im Februar sollte es eine Stadt sein, die auch etwas frühlingshaften Zauber bot. „Lissabon ist da genau richtig. Der Hafen spielt für uns auch eine wichtige Rolle“, so Meier.Wenn es um den Platz in der Geschichte der Seefahrt geht, ist Portugal ganz weit vorn. Namen wie Vasco da Gama, Alvares Cabral, Magellan oder Heinrich dem Seefahrer geben dem Land auf der iberischen Halbinsel einen Platz in der Ahnentafel der Entdecker.
Dabei zogen die Eventplaner von TUI in Zusammenarbeit mit der Schifffahrtsbehörde Lissabons alle Register. Es gab eine Taufe im Fahrwasser des Tejo. Laserstrahlen, Showacts und ein gigantisches Feuerwerk boten eine Show, wie sie auch die Einwohner Lissabons so noch nicht gesehen hatten.

Taufpatin Caroline Niemczyk kam im langen, blauen Taufkleid – entworfen von Designer Guido Maria Kretschmer – auf die Bühne. Das Pooldeck wurde zur Bühne. Während Kapitän Kjell Holm den 318 Meter langen Täufling direkt vor der berühmten Hängebrücke des 25. April (Ponte 25 de Abril) drehte, stieg um 22 Uhr die Taufparty. Unter den Augen der gewaltigen Statue von Cristo Rei startete die Entdeckung der Welt. Magellan umrundete Feuerland, Vasco da Gama umrundete das Kap der guten Hoffnung. Die neue Schiffshymne „Unsere Zeit“ hatte Caroline Niemczyk mit der Band Glasperlenspiel speziell für dieses Event komponiert.Die Zeit der Entdecker wurde in die Gegenwart geholt. Als Symbol wurde bei der Mein Schiff 2 der Mast eines Windjammers auf das Pooldeck gebaut. Mit einem Lichtspiel wurden die Rahen des 15 Meter hohen Mastes beleuchtet.
Für Kapitän Kjell Holm war die Taufe dagegen Schwerstarbeit. Bei seiner achten Taufe eines Schiffes von TUI Cruises stand der smarte Finne auf der Kommandobrücke. An seiner Seite zwei Lotsen.Während des Manövers startete das große Feuerwerk. Tonnenweise Pyrotechnik brachten die Träger der Konstruktion der Brücke des „25. April“ zum Leuchten. 15 Minuten dauerte das Spektakel. Damit das Schiff trotz der starken Strömung metergenau auf Position blieb, bekam Kapitän Holm noch die Unterstützung zweier Schlepper….

Fotos: enapress.com