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Zum Ende der Welt

Fünf Tage lang waren Caroline Verstraete (Text) und Mike Louagie (Fotos) mit der VENTUS AUSTRALIS unterwegs – durchfuhren die chilenischen Fjorde und entdeckten Patagonien.

Es gibt noch einen Ort, an dem keine Menschen sind, es keine Gebäude gibt. Wo die Natur, die Luft und das Wasser noch rein sind, die Tiere noch ihren eigenen Weg gehen können. Es ist der Ort, an dem Darwin seine ersten Schritte als Forscher machte. Wo man Gletscher sieht, durch Fjorde fährt und wo Pinguine die Besucher neugierig mustern.
Um dies zu erleben, muss man ‘bis zum Ende der Welt’ reisen, nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Die Stadt wird sicherlich keinen Architekturpreis gewinnen, aber ihre Geschichte ist faszinierend. Ein Guide erzählt uns, wie am Ende des 19. Jahrhunderts die Argentinier hier auf ‘Feuerland’ ein Gefängnis errichtet haben. Der ideale Ort, fernab von der bebauten Welt. Eben diese Gefangenen bauten schließlich die Stadt. Das alte Gefängnis ist immer noch da und wurde als Museum eingerichtet. Seine ehemaligen Zellen sind heute Ausstellungsfläche und geben eine perfekte Einführung in die Geschichte der Ureinwohner. Ein idealer Ort, um eine Expeditionskreuzfahrt zu beginnen.

Entdecker und viel Natur
Unter den Augen der vielen mutigen Entdecker, die heute hier als Statuen über das Wasser schauen, checken wir auf der Ventus Australis ein. Obwohl die historischen Expeditionen nicht mit dem heutigen Luxus verglichen werden können, gibt es, glaube ich, eine Gemeinsamkeit: die Aufregung, „das Unbekannte“ zu entdecken.
Die Reederei kennt die Gegend bestens. Australis ist ein chilenisches Unternehmen, das seit 25 Jahren Patagonien-Kreuzfahrten durchführt. Es hat zwei neue Schiffe, die speziell für diese Region gebaut wurden. Beide können 200 Passagiere mitnehmen und Orte ansteuern, zu denen keine andere Kreuzfahrtgesellschaft fährt.
Wir sind „auf Expeditionskreuzfahrt“ und nicht „auf Kreuzfahrt“. Das ist etwas anderes. Es bedeutet, dass man sich teilweise von der Natur, dem Wetter und den Umständen leiten lässt. Nicht immer perfekt, um Programmen zu folgen, aber es gibt ein Team an Bord, das mit viel Leidenschaft so viel wie möglich von dieser Region zeigen möchte. Das geschieht mit den Zodiacs. Denn in diesen Gebieten gibt es natürlich keine Häfen, das Schiff liegt auf Reede. Zodiacs bringen die Passagiere in kürzester Zeit an Land oder unternehmen eine „Zodiac-Kreuzfahrt“. Heißt: es gilt die Gegend von diesen Schlauchbooten aus zu entdecken. Das erfahren wir alle beim ersten Briefing, Sicherheit wird groß geschrieben. Vorträge und Briefings werden vor jeder Exkursion durchgeführt, übrigens alle gleichzeitig in drei verschiedenen Räumen und dreisprachig – Englisch, Deutsch und Spanisch. Auch für die Ausflüge werden wir nach Sprache und Schwierigkeitsgrad in Gruppen eingeteilt.

Legendäres Kap Hoorn und indigene Bevölkerung
Abends verlassen wir von Ushuaia Richtung Süden. Wir überqueren den Beagle-Kanal und landen so in argentinischen und chilenischen Gewässern. Unser Ziel ist die südlichste Spitze Südamerikas: Kap Hoorn. Ein Ort mit Blick auf die Drake-Passage, dem wildesten Gewässern der Welt. Denn hier treffen sich Pazifik und Atlantik. Ein Ort, an dem viele Skipper ihr Leben ließen. Das können wir uns am frühen Morgen genau vorstellen – unsere Zodiacs werden wieder verstaut: zu viel Wind und Dünung machen es an diesem Morgen zu riskant. Trotzdem versuchen wir mit dem Schiff den bestmöglichen Blick auf das Kap zu bekommen. Schade für den Mann, der im Leuchtturm lebt. Er hatte sich bestimmt auf einen Besuch gefreut …

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