Kategorie: News

Hapag-Lloyd holte die Flotte nach Hamburg

Der Hamburger Kreuzfahrtanbieter Hapag-Lloyd holte seine Flotte nach Hamburg. Nach der Hanseatic Nature werden am 2. Mai auch die Hanseatic Inspiration zusammen mit der Europa und der Europa 2 in Hamburg erwartet. Die Europa soll mit ihren 170 Crewmitgliedern aus Barbados kommend am Kreuzfahrtterminal Altona festmachen. Die Europa 2 kommt wenig später 240 Crewmitgliedern aus Marseille zum Terminal am Grasbrook. Die Hanseatic Inspiration kommt ebenfalls als Bridgetown/Barbados und soll direkt die Werft Blohm + Voss ansteuern, wo bereits seit dem 20. April die Schwester Hanseatic Nature liegt. An den beiden erst 2019 in Dienst gestellten Schiffen sollen bei der Werft auch Arbeiten ausgeführt werden.

Als letztes Schiff der Hapag-Lloyd-Flotte fehlt noch die Bremen, die aus Auckland in Neuseeland die mit Abstand längste Reise vor sich hat. Die Bremen hat mit ihren 160 Crewmitgliedern am 15. April Auckland verlassen und soll am 9. Mai den Panama-Kanal erreichen. Nach der Passage des Kanals könnte sie um den 28. Mai in Hamburg eintreffen. 

Alle Passagiere der Hapag-Lloyd-Schiffe wurden nach dem 21. März sicher nach Deutschland zurückgeholt. Insgesamt holte der Kreuzfahrtveranstalter aufgrund der Corona-Pandemie rund 1000 Gäste frühzeitig aus den unterschiedlichsten Teilen der Erde in ihre Heimat zurück. Bedingt durch den Wegfall der Linienflüge, mussten dafür auch Charterflüge organisiert werden.

Die Rückkehr der Schiffe ermöglicht auch den Besatzungen die Heimkehr. „Wir wollten so vielen Crewmitgliedern so schnell wie möglich die Gelegenheit geben, nach Hause zu kehren. Aufgrund der Einstellung des Flugbetriebes und der Reisebeschränkungen war dies logistisch herausfordernd. Daher haben wir die Rückreise selbst in die Hand genommen und die Fahrt unserer Hanseatic Naturezur Crew Cruise werden lassen“, erklärt Karl J. Pojer, CEO von Hapag-Lloyd Cruises. Insgesamt sind etwa 900 Crewmitglieder noch auf den fünf Schiffen. FB

Text/Foto: FB

News Mai 2020


News & Aktuelles aus dem April 2020

Stahlschnitt und Produktionsstart für Expeditionsneubauten

Am 27. April begann die Helsinki Shipyard Oy trotz der zur Zeit weltweiten COVID-19 Pandemie mit dem Stahlschnitt des ersten von zwei bei der Werft bestellten Luxusexpeditionsschiffen (Länge: 113 Meter, Breite: 20,2 Meter, Tiefgang: 5,7 Meter, PC5). Bereits im Sommer 2019 wurden die Schiffe, die 157 Passagieren Platz bieten sollen, geordert. Ihr Einsatzgebiet soll sowohl in der Arktis als auch in antarktischen Gewässern im Winter und Sommer sein, im Frühjahr und Herbst sollen die Schiffe in tropischen Gewässern kreuzen. Die Western Baltija Shipbuilding im litauischen Klaipeda fertigt die Stahlblöcke für die Expeditionsschiffe, insgesamt 33 vorgefertigte Blöcke sollen per Seeweg nach Helsinki transportiert werden. Die Produktion in Helsinki für die 2021 und 2022 in den Dienst kommenden Expeditionsschiffe soll im August beginnen, die Kiellegung im September 2020 stattfinden. Die Schiffe wurden Werftangaben zufolge von GTLK Europe bestellt und sollen verchartert werden. Zu dem Charterer liegen laut Werft noch keine Informationen vor. Internationalen (Fach)-Presseberichten nach sind die beiden Expeditionsschiffe für die russische Reederei VODOHOD bestimmt. Das Unternehmen verfügt derzeit über 26 Flussschiffe, die auf russischen Wasserwegen unterwegs sind.

Details:

  • Länge: 113 Meter
  • Breite: 20,2 Meter
  • Tiefgang: 5, 7 Meter
  • Reisegeschwindigkeit: 14 Knoten
  • Eisklasse: PC5
  • Kapazität: 157 Passagiere
  • Klassifizierung: Lloyd’s Register
Foto: Helsinski Shipyard
Foto: Helsinski Shipyard

Quelle: PM Helsinski Shipyard, US Presseberichte, Fotos: Helsinski Shipyard

„Verrückt nach Meer“ – Staffel 10 im TV

Kreuzfahrten sind momentan nicht möglich. Umso schöner ist es, dass ab nächsten Dienstag die ersten zehn Folgen der neuen Staffel von „Verrückt nach Meer“ ausgestrahlt werden.
Ab Dienstag, 05.05.2020, heißt es um 16:10 Uhr (ARD) wieder „Leinen los“ für die beliebte Dokumentation über Crew und Passagiere an Bord eines Phoenix Reisen Schiffes. Die Zuschauer begleiten dieses Mal Kapitän Fronenbroek, seine Mannschaft und die Gäste auf MS ALBATROS während der Reise rund um Afrika. 
Auch an Bord von MS AMERA wird für „Verrückt nach Meer“ gedreht. Vor wenigen Wochen sollten die Dreharbeiten abgeschlossen sein und das Produktionsteam von „Bewegte Zeiten“ nach Hause fliegen. Aufgrund der aktuellen Geschehnisse rund um das Corona-Virus musste diese Planung kurzfristig verändert werden und das Team blieb, ebenso wie alle AMERA-Gäste, bis zur Ankunft in Bremerhaven an Bord. Die 16 ungeplanten Seetage und alle tagesaktuellen Entscheidungen wurden filmisch begleitet. Die ARD-Dokumentation „Kreuzfahrt und Corona“ wurde am 27.04.2020 ausgestrahlt und ist jetzt noch in der ARD Mediathek zu sehen.

Text: PM Phoenix Reisen, Foto: Phoenix Reisen

Sechs Luxus-Expeditionskreuzer für polare und tropische Gewässer

Bereits im dritten Quartal 2019 und damit vor der Ausbruch der besonders auch die Kreuzfahrtbranche lähmenden COVID-19-Pandemie hat der nicht nur durch seine Motoren-Palette bekannte finnische Technologie-Konzern Wärtsilä den Auftrag für das Design und die Entwicklung von bis zu sechs luxuriösen Expeditionskreuzfahrtschiffen mit einer Kapazität für jeweils 200 Gäste hereingenommen. Sie sind für die Neugründung Amundsen Expeditions bestimmt, die die für den effizienten Betrieb sowohl in tropischen als auch polaren Gewässern auszulegenden Neubauten primär auf dem wachstumsträchtigen chinesischen Markt einsetzen will. In enger Zusammenarbeit mit Amundsen Expeditions wurde ein Konzept entwickelt, das den speziellen Anforderungen und Spezifikationen des Betreibers entspricht. Zum Einbau kommt ein komplettes Paket von Wärtsilä-Komponenten einschließlich Wärtsilä-Motoren des Typs 32, SCR-Katalysatoren zur Reduzierung der Stickoxidemissionen (NOx), elektrischer Antrieb, das Wärtsilä Nacos Platinum-Brückensystem für Navigation und Kommunikation sowie Wärtsilä-Automationslösungen. Das Zulieferpaket wird möglicherweise durch einen 10-Jahres-Wartungsvertrag ergänzt, der die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Effizienz der Schiffe gewährleisten und gleichzeitig Kostensicherheit für die Budgetierung erlauben soll. Zur Ausstattung der u.a. über ein Helikopterdeck auf dem Achterschiff und ausschließlich über Aussenkabinen verfügenden Neubauten gehören u.a. Präsidenten-Suiten und Wintergärten sowie neueste Umweltschutz-Technologie. „Wir haben großen Respekt vor der Erfahrung von Wärtsilä und dem breiten Portfolio an hochwertigen Lösungen. Dies ist uns von Bedeutung, da diese Kreuzfahrtschiffe sehr komplex sind und fortschrittliche Design-Expertise erfordern“, so der in der Expeditionskreuzfahrtbranche renommierte Kapitän Rajko Zupan von Amundsen Expeditions. Einzelheiten über Abmessungen und Ausrüstungsdetails sowie mögliche Bauwerft und Lieferdaten wurden noch nicht mitgeteilt. Insider schließen nicht aus, dass – wie bei der für SunStone Ships nach Ulstein-Design und mit entsprechenden Zulieferpaketen bei CMHI in Bau befindlichen Zehner-Serie der Infinity-Expeditionsklasse – möglicherweise auch bei den Amundsen Expeditions-Neubauten eine chinesische Werft zum Zuge kommen könnte. So befindet sich derzeit ein von Wärtsilä entworfenes und mit diversen Zulieferungen des Konzerns auszurüstendes 168-m-Mehrzweck-Transportschiff mit Hybrid-Antrieb für den Einsatz in antarktischen Gewässern bei der chinesischen CIMC Raffles-Werft zur Lieferung im nächsten Jahr in Bau. JPM

Text: JPM, Foto: Wärtsilä

Virtueller Spaziergang durch den Keukenhof

Der Keukenhof ist für Besucher virtuell geöffnet. Auf diese Weise können Menschen immer noch schöne Bilder des blühenden Parks genießen. „Wenn Menschen nicht nach Keukenhof kommen können, bringen wir Keukenhof zu Menschen“, lautet das Motto des Parks im Jahr 2020.

Jede Woche teilt Keukenhof über seine Social-Media-Kanäle wie der Park floriert und Mitarbeiter zeigen ihre Lieblingsorte per Video. Ab heute können die Menschen anhand eines fast 9-minütigen 360-Grad-Videos erleben, wie es ist, 2020 durch den Keukenhof zu laufen.

Das Video zeigt Wege mit Tulpen, Hyazinthen und Narzissen in wunderschönen Designs. Der charakteristische Teich und die Mühle fehlen natürlich nicht auf dem Weg. Mit diesem Video beantwortet Keukenhof eine häufig gestellte virtuelle Frage.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=GUeI2iINhpY&feature=emb_logo

Text: PM Keukenhof, Fotos/Video: Keukenhof

Vertragsunterzeichnung für Eisbrecher

Am 23. April fand in Murmansk und Wladiwostok die Fernunterzeichnung des Vertrages für den Bau des Atomeisbrechers «Lider» des Projekts 10510 zwischen Atomflot und Zwezda statt.

Der Generaldirektor von «Atomflot» Mustafa Kaschka und der Generaldirektor von Zwezda Sergey Zelujko unterzeichneten das Dokument.

Der staatliche Auftraggeber für den Bau des Atomeisbrechers ist die Staatskorporation ROSATOM, der Entwickler ist Atomflot und der einzige Auftragnehmer dieses Vertrags ist Zwezda.

Der Bau des Atomeisbrechers des Projekts 10510 wird vom fernöstlichen Schiffsbaukomplex Zwezda realisiert, auf der Grundlage der Verordnung der Regierung der Russischen Föderation von 27. März 2019 №538-r «Über die Zuweisung des Schiffsbaukomplexes Zwezda als Auftragnehmer des Baus des A/E «Lider»/»Leader«. Gemäß den Vertragsbedingungen ist die Inbetriebnahme des Schiffes im Jahr 2027 geplant.

Foto: Rosatom State Atomiс Energy Corporation Video

„Heute machen wir den wichtigen Schritt in der Geschichte der atomaren Eisbrecher-Flotte“, sagte Generaldirektor von Atomflot, Mustafa Kaschka, zur Unterzeichnung des Abkommens. – „«Leader» wird mit zwei Atomreaktoren vom Typ RHYTHM-400 ausgestattet sein, die von den Spezialisten von ROSATOM entwickelt wurden. Die Gesamtleistung des Eisbrechers wird 120 MW betragen, was dem Schiff erlauben wird, die Eisdicke von mehr als 4 Metern zu überwinden. Die Inbetriebnahme des Atomeisbrechers erlaubt Rosatomflot einen sicheren und regelmäßigen Betrieb in der östlichen Region der Arktis, sichert ganzjährig die Navigation in den Gewässern des nördlichen Seeweges und eröffnet neue Möglichkeiten für die Erschließung von Handelsrouten.“

Zusätzliche Infos:

Der Atomeisbrecher «Lider»/»Leader« wird nach dem technischen Projekt des zentralen Konstruktionsbüros Iceberg gebaut. Das Schiff wird mit Kernreaktoren des Typs RITM-400 ausgerüstet, die von der Rosatom-Tochtergesellschaft JSC Afrikantov OKBM entwickelt wurden.

Foto: Rosatom State Atomiс Energy Corporation

Hauptmerkmale des Atomeisbrechers des Projekts 10510:

  • Leistung: 120 MW (auf Wellen);
  • Geschwindigkeit: max. 22 Knoten;
  • Länge: 209 Meter;
  • Breite: 47,7 Meter
  • max. 4 Meter dickes Eis kann durchbrochen werden
  • Verdrändung: 69 700 Tonnen
  • Kernkraftsystem, das mit zwei RITM-400-Reaktoren
  • Dampfturbineneinheit mit vier Turbogeneratoren mit einer Leistung von jeweils 37 MW
  • elektrisches Antriebssystem mit vier Propellermotoren mit einer Leistung von je 30 MW

Rosatomflot betreibt die einzige nukleare Eisbrecherflotte der Welt. Der Schiffsbaukomplex «Zwezda» «befindet sich in Bolshoj Kamen in der Region Primorje des russischen Primorski-Territoriums, der Bau wird von Rosneft beaufsichtigt.

Text: PM Rosatom/Ortacommunications Group; Screenshot/Video: Rosatom State Atomiс Energy Corporation

Meyer Turku entlässt 450 Mitarbeiter

Auswirkungen der Corona-Krise

Auf der zur Papenburger Meyer-Gruppe gehörende Werft Meyer Turku im finnischen Turku müssen 450 Mitarbeiter entlassen werden. Grund ist die Corona-Krise, die die weltweite Kreuzfahrt und damit die Nachfrage nach Neubauten nahezu zum Erliegen gebracht hat.

Wie das Unternehmen am Dienstag in einer Pressemitteilung schreibt, müssen im ersten Schritt 450 Mitarbeiter entlassen werden. Weitere 900 seien von weiteren Maßnahmen betroffen. Dazu gehöre Kurzarbeit unterschiedlicher Länge und Arbeitszeitanpassungen. Alle Personalgruppen und Hierachieebenen seien Teil der Verhandlungen, heißt es in der Mitteilung.

„Die Corona-Pandemie hat die Situation unerwartet und völlig verändert. Wir sind mit der Tatsache konfrontiert, dass die durch Corona verursachte Pause in der Kreuzfahrt eine Streckung der Aufträge notwendig macht. Wir diskutieren derzeit die Einzelheiten mit unseren Kunden. Diese neue Situation wird uns zu schmerzhaften Anpassungsmaßnahmen zwingen, um eine nachhaltige Zukunft für den finnischen Kreuzfahrtschiffbau und das Lieferantennetzwerk zu sichern“, wird Werftchef Jan Meyer zitiert.

Man habe sich auf die Zukunft vorbereitet, so der Papenburger weiter, nun habe sich diese Zukunft unerwartet verändert „und wir müssen uns auf diese neue Zukunft einstellen. Statt einer weiteren Erhöhung der Kapazität von ein auf zwei große Schiffe, bis 2023, gehen wir jetzt davon aus, dass die Werft in Turku in Zukunft ein großes Kreuzfahrtschiff pro Jahr bauen wird und nicht weiter hochfahren wird“, so Meyer weiter. Über die genauen Änderungen der Bau- und Lieferzeiten der sieben Schiffe im Auftragsbuch von Meyer Turku, die bisher bis 2025 reichten, verhandelt das Schiffbauunternehmen nach eigenen Angaben noch mit ihren Kunden. Dazu gehören neben der Carnival-Gruppe die Reederei Royal Caribbean sowie TUI Cruises.

Die finnische Werft wurde im Jahr 2015 vollständig von der Papenburger Meyer Werft übernommen und firmiert seitdem unter dem Namen Meyer Turku. Von 2009 Mitarbeitern im Jahr 2017, sind aktuell 2386 Mitarbeiter dort beschäftigt. 

Aktuell befinden sich die Mardi Gras für die US-Reederei Carnival Cruise Line und die Costa Toscana für Costa Crociere im Bau. Im Dezember wurde bekannt, dass nach der Costa Smeralda, auch die Mardi Gras verspätet abgeliefert wird. Damals teilte die Reederei mit, man werde das Schiff, das vollständig mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird, mit zehn Wochen Verspätung und damit Mitte November 2020 in Dienst stellen. 

Die Mardi Gras ist, wie die Costa Smeralda, Teil einer Serie von neun auf einer Plattform gebauten Kreuzfahrtschiffen, die der Weltmarktführer bei Kreuzfahrten, die Carnival Corporation, bei den Meyer Werften in Papenburg und Turku für seine Marken AIDA Cruises, Costa Crociere, P&O Cruises und Carnival Cruise Line bestellt hat. Zu der Baureihe gehört auch die Iona, die aktuell noch in Bremerhaven liegt. Wann die Neubauten wegen der weltweiten Aussetzung von Kreuzfahrten an die Auftraggeber übergeben werden, ist derzeit ungewiss. 

Bereits Ende Oktober vergangenen Jahres hatte Meyer Turku ein weiteres Mal die Ablieferung der Costa Smeralda an Costa Crociere verschieben müssen. Ursprünglich sollte das Schiff Mitte Oktober übergeben werden, durch Verzögerungen konnten die Schiffbauer die Costa Smeralda erst Anfang Dezember 2019 übergeben.  

Die Mitteilung von Entlassungen auf der Werft Meyer Turku kommt nicht überraschend. Vor zwei Wochen bezeichnete der Papenburger Werftchef Bernard Meyer die Lage auf dem Kreuzfahrtmarkt als größte Krise in der mehr als 30-jährigen Kreuzfahrtschiffbau-Geschichte auf der Meyer Werft. Er rechnet vorerst nicht mit weiteren Neubestellungen von Luxuslinern. Als Folge müsse man auch in Papenburg über den Abbau von Arbeitsplätzen nachdenken – und zwar in allen Bereichen. CA

Text: Christoph Assies, Foto: Christoph Assies

Taufe der IONA fällt aus – Meyer-Neubau liegt weiterhin in Bremerhaven

Die Papenburger Meyer Werft hat mit der Iona ihr 50. Kreuzfahrtschiff in ihrer Schiffbaugeschichte gebaut. Seit Mitte März liegt das Schiff, der Helios-Baureihe, zu der auch die AIDAnova und die Costa Smeralda gehören, in Bremerhaven an der Columbuskaje. Durch die Corona-Krise befindet sich die Meyer Werft mittlerweile in Kurzarbeit und arbeitet nur mit reduziertem Personal an Bord an der Fertigstellung des Innenausbaus. Anfang Mai sollte das neue P&O-Flaggschiff abgeliefert werden. Ob der Termin gehalten wird, ist derzeit unklar.

Meyer-Werft-Sprecher Florian Feimann erklärte auf Anfrage von AN BORD, man könne dazu keine genauen Angaben machen. „Klar ist, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unserer Werft und auf unseren Schiffsprojekten sind deutlich zu spüren und vielfältiger Natur.“ Man sei in enger Abstimmung mit den Kunden.

In der vergangenen Woche erklärte P&O Präsident Paul Ludlow in einer Videobotschaft, dass man den Kreuzfahrtbetrieb bis zum 31. Juli 2020 weiter aussetzen werde.

In diesem Zeitraum fällt auch die Taufe der Iona, die für den 4. Juli in Southampton geplant war. Ludlow sagte, man werde die Einführungsfeierlichkeiten und die Taufe der Iona nachholen, sobald man mehr Klarheit über das Ablieferungsdatum der Iona habe. Zugleich kündigte Ludlow Änderungen an Bord der Kreuzfahrtschiffe von P&O Cruises an. „Das ist sicher und wir arbeiten derzeit daran“, so der Brite. Einzelheiten nannte Ludlow nicht, betonte aber: „Wir werden uns daran genauso gewöhnen, wie an die Gepäckbeschränkungen von Fluggesellschaften.“

IONA von P & O Cruises, Foto: Chr. Assies

Bereits Ende März war klar, dass die ab dem 14. Mai angesetzte 9-tägige Jungfernfahrt der Iona ab Southampton in die norwegischen Fjorde nicht starten kann. Nun ist auch die Kreuzfahrt betroffen, in dessen Rahmen das Schiff getauft werden sollte.

Unterdessen haben die sonst üblichen ausführlichen Probefahrten, auf denen ein Neubau auch die notwendigen Manövertests zur Abnahme absolvieren muss, noch nicht stattgefunden. Angaben darüber, wann die Iona Bremerhaven für Testfahrten verlassen wird, machte Werftsprecher Feimann auf Nachfrage von AN BORD nicht. Bisher war die Iona nur für eine erste Einstellungsfahrt direkt nach der Überführung von Papenburg zur Nordsee auf dem offenen Meer unterwegs und Ende März eher unfreiwillig, als zwei Poller durch Starkwind an der Columbuskaje nachgegeben hatten.

Bernard Meyer, der die Papenburger Werft in der sechsten Generation führt, betonte kürzlich, dass sich das Unternehmen in der größten Krise in der mehr als 30-jährigen Kreuzfahrtschiffbau-Geschichte auf der Meyer Werft befinde. Meyer rechnet vorerst nicht mit weiteren Neubestellungen von Luxuslinern und vermutet, dass sich der Markt erst in rund zehn Jahren wieder auf dem Stand befinde, wie vor der Corona-Pandemie. Als Folge müsse man über den Abbau von Arbeitsplätzen und die Streckung von Aufträgen nachdenken.

Odyssey of the Seas, Foto: RCI

Aktuell sind auf der Meyer Werft die Odyssey of the Seas für Royal Caribbean, die Spirit of Adventure für Saga Cruises und die AIDAcosma für AIDA Cruises im Bau. Der AIDA- und P&O-Mutterkonzern Carnival Corporation hat die Meyer Werften in Papenburg und im finnischen Turku mit dem Bau von insgesamt neun mit LNG angetriebenen Kreuzfahrtschiffen beauftragt. Davon befinden sich aktuell drei im Bau: AIDAcosma in Papenburg sowie Mardi Gras für Carnival Cruise Line und Costa Toscana für Costa in Turku. AIDAnova und Costa Smeralda sind bereits übergeben. CA

Text: Christoph Assies, Fotos: Christoph Assies (2), Royal Caribbean (1), AIDA Cruises (1), Saga Cruises (1)

Neues Konzept für Besucherzentrum der Meyer Werft

Erlebnis-Ausstellung bleibt zunächst bis Ende Mai geschlossen

Die anhaltende Aussetzung der Werftführungen im Besucherzentrum der Papenburger Meyer Werft nutzt die Papenburg Marketing GmbH (PMG) für die Entwicklung eines neuen Besuchskonzeptes. Die Erlebnis-Ausstellung gehört mit jährlich rund 250.000 Gästen zu einem Top-Reiseziel in Niedersachsen und muss wegen der Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Krise voraussichtlich bis zum 31. Mai 2020 geschlossen bleiben.

„Die von der Bundesregierung verabschiedeten Auflagen zur Bekämpfung des Coronavirus machen eine Verlängerung der Aussetzung von Führungen durch die Erlebnis-Ausstellung zur Formsache“, betont PMG-Geschäftsführer Kai Nehe als Betreiber der Ausstellung die aktuelle Situation. Sobald klar sei, wann und in welchem Rahmen der Tourismus wieder Fahrt aufnehmen könne, sei man jedoch bereit für Gäste. Kai Nehe. „Aktuell arbeiten wir an einem neuen Konzept, um den Aufenthalt im Besucherzentrum auch unter Wahrung der Regularien zum Umgang mit dem Coronavirus zu ermöglichen.“

Bereits im Laufe des kommenden Monats soll entschieden werden, ob und wann ein sicherer Betrieb des Besucherzentrums der Meyer Werft im Rahmen der Gesetzgebung wieder aufgenommen werden kann. 

Weitere Informationen: www.besucherzentrum-meyerwerft.de

Text/Foto: PM Papenburg Marketing