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Zwei weitere LNG-Fähren einer verkürzten E-Flexer Version für Brittany Ferries

Auf den Kanal-Routen von Saint Malo bzw. Caen/Ouistreham und Portsmouth zum Einsatz kommen sollen zwei mit verflüssigtem Erdgas (LNG) zu betreibende RoRo-Pax-Fähren einer neuen Generation von Fähren der für Stena RoRo in China in Bau bzw. Auftrag befindlichen E-Flexer-Serie. Für die beiden 2024 bzw. 2025 zu liefernden Neubauten hat die 1973 gegründete französische Reederei Brittany Ferries eine zehnjährige Zeitcharter mit Stena RoRo unterzeichnet, die dem Charterer eine Kaufoption nach Ablauf von vier Jahren einräumt.

Animation: Brittany Ferries

Die wegen der Gegebenheiten in einigen Anlaufhäfen gegenüber dem Standardtyp von 214,5 auf eine Länge von 194,7m verkürzten und mit 27,8 m gleich breiten Hybrid-Fähren, die sowohl Landstrom als auch Batteriepakete oder ihre Gasmotoren für die Versorgung ihres Bordnetzes bzw. ihrer elektrischen Fahrmotoren nutzen können, sollen die 1989 erbaute Bretagne bzw. die 1992 in Dienst gestellte Normandie ersetzen. Mit jeweils zwei 13740 kW-Hauptmotoren und einer Generatorleistung von 4×1680 kW sollen sie mit 23 kn eine um zwei kn höhere Geschwindigkeit erreichen als die von ihnen zu ersetzenden beiden Schiffe. Ihre Pkw-Kapazität wird bei jeweils 470 (Bretagne: 446, Normandie: 500) liegen. Während die Bretagne II 63 Lkw unterbringen kann, finden auf ihrer Vorgängerin nur 37 Lkw Platz und auch wird sie mit 386 Passagierkabinen die ihrer noch in Fahrt befindlichen Vorgängerin um 28 Kabinen übertreffen, wobei sich allerdings die Passagierkapazität von 1700 auf 1290 reduzieren wird. Die neue Normandie II wird dagegen 120 statt 85 Lkw-Stellplätze bieten und über 220 statt 209 Passagierkabinen verfügen, die Passagierkapazität wird jedoch von 1800 auf 1310 schrumpfen.

Erst im September letzten Jahres hatte die im chinesischen Weihai ansässigen CMI-Werft mit der Galicia die dritte Einheit der dort von Stena RoRo bestellten Serie von bisher neun E-Flexern abgeliefert, die an schließend als erste Ro-Pax-Fähre dieses Typs in eine langfristige Charter für Bittany Ferries zum Einsatz zwischen Portsmouth und Cherbourg angeliefert wurde. Auch hier gab es Modifikationen für die besonderen Anforderungen der Charterers. So wurde das ursprünglich als Fahrzeugdeck konzipierte Deck 7 als Kabinendeck ausgebaut, wodurch sich die Anzahl der Kabinen von 175 auf 343 erhöhte. Damit verfügt das 6,4 m tiefgehende 42400-BRZ-Schiff über Kapazitäten bis zu 1100 Personen sowie 3100 Spurmeter für rollende Ladung Darüber hinaus wurde das Schiff mit zwei zusätzlichen Rettungsbooten sowie mit zwei Scrubbern für die Abgasnachbehandlung ausgestattet. Zwei weitere an Brittany Ferries zu vercharternde E-Flexer befinden sich für Stena bei CMI in China in Bau und sollen 2022 bzw. 2023 in Fahrt kommen, wobei auch diese beiden Schiffe bereits mit LNG betrieben werden können. JPM

In 40 Minuten emissionsfrei von Portmouth nach Cherbourg

Brittany Ferries sondiert Potenzial für „Seaglider“-Einsatz

Animation: Brittany Ferries
Animation: Brittany Ferries

Die in Roscoff ansässige französische Fährgesellschaft Brittany Ferries sondiert das Potenzial für das „Seaglider“-Konzept als eine neue nachhaltige und effizientere Form des Hochgeschwindigkeits-Fährverkehrs. Dabei handelt es sich um ein elektrisch, d.h. emissionsfrei, betriebenes sogenanntes „wing-in-ground effect vehicle (WIG), das sich bei dem in Boston ansässigen amerikanischen Start-up REGENT (Regional Electric Ground Effect Nautical Transport) in der Entwicklung befindet. Brittany Ferries hat dazu bereits eine Absichtserklärung (LoI) unterzeichnet, wonach Seaglider mit einer Kapazität zwischen 50 und 150 Personen bis 2028 zwischen dem UK und Frankreich zum Einsatz kommen könnte. REGENT rechnet bereits ab 2025 mit dem ersten kommerziellen Einsatz kleinerer elektrischer Geräte dieses Typs.

Animation: Brittany Ferries

Seaglider kombinieren die Bequemlichkeit von Passagierfähren mit dem Komfort von Hydrofoils und der aerodynamischen Effizienz von Hovercrafts sowie der Geschwindigkeit von Flugzeugen. Unter Nutzung der bestehenden Fährhafenfazilitäten können sie Geschwindigkeiten bis zu 180 Mph erreichen – sechs mal schneller als konventionelle Fähren – wobei ihre Batteriekapazität für Distanzen bis zu 180 Meilen ausreichen soll. Damit könnte die Überfahrt zwischen Portsmouth und Cherbourg in nur 40 Minuten bewältigt werden.

Video: Youtube/Brittany Ferries

Seagilder nutzen den sogenannten Boden-Effekt, das durch den hohen Druck der zwischen den Tragflächen und dem Boden bzw. Wasser eingeschlossenen Luft entstehende Luftkissen beim Flug in geringer Höhe. Dabei wirken die Flügel ähnlich wie der Schürzen von Hovercrafts. Bei Verlassen des Hafens wird der Seaglider von seinen Foils über die Wellen gehoben, was besonders dem Komfort der Passagiere zugute kommt, und auf freiem Wasser wird das Luftkissen unter den Flügeln genutzt. Die an den Tragflächen montierten Propeller sorgen für den nötigen Auftrieb bei niedrigen Geschwindigkeiten und die aus Batterien gespeisten Elektromotoren regulieren den Luftstrom über die Tragflächen während der Fahrt auf dem Luftkissen. JPM