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Hamburger Seemannsclub räumt schon im Frühjahr auf – 46 Müllsäcke auf einen Streich an einem Tag

Reifen, Windeln, Kippen – das Team vom DUCKDALBEN macht klar Schiff.

Pressemitteilung

Autoreifen, LKW-Teile, Stacheldraht und 46 volle Müllsäcke mit Plastik, Zigarettenkippen und anderem Müll. Das ist die Bilanz der „Wir räumen-auf-Aktion“ im Seemannsclub DUCKDALBEN. Klar-Schiff-gemacht wurde rund um den Club unter der Köhlbrandbrücke und in den club-nahen Bereichen des Hafens zwischen Eurogate Containerterminal, A7 und Bahngleisen. Dabei waren die „Bufdis“, die derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst im Seemannsclub erfüllen und weitere Mitarbeitende. Jan Oltmanns, Clubleiter: „Sonst heißt unser Motto, Support for Seafarers Dignity. Dieses Mal ging es zusätzlich um Würde gegenüber Natur und Umwelt. Derzeit lässt uns die Pandemie noch Zeit für anderes. Daher haben die Bufdis angepackt, um den Zivilisationsmüll zu beseitigen und den Seeleuten eine grüne Oase Duckdalben zu präsentieren“.

Jan Oltmanns rechnet nach: Allein die etwa 100 achtlos weggeworfenen und von den Bufdis korrekt entsorgten Kippen repräsentieren ein Strafgeld von 5.500 Euro. In Hamburg kostet es 55 Euro, wenn die Kippe achtlos in die Landschaft geschnippt wird. Laut Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) vergiftet ein einziger weggeworfener Zigarettenstummel 40 Liter Grundwasser. Trinkhalme lassen Seevögel verenden. Plastik ist praktisch – überall, etwa als praktischer to-go-Trinkbecher mit Deckel. Kunststoff zerfällt und gerät als Mikroplastik in die Meere.

Bereits die Jahre zuvor nahmen Clean-Teams des Clubs an der Hamburger Aktion „Hamburg räumt auf“ teil. Sie ist Teil der internationalen Kampagne „Clean up the world“ und findet gewöhnlich im März statt. Vergangenes Jahr fiel sie Corona-bedingt aus. Dieses Jahr soll die größte Stadtputzaktion Deutschlands im Herbst stattfinden. Jan Oltmanns: „Wir haben die Aktion vorgezogen, weil wir schon jetzt ein Zeichen des Optimismus setzen wollen. Bis Herbst wollten wir nicht warten, denn der Müll im Hafen wird nicht weniger, sondern mehr. Deswegen sind wir auf eigene Faust losgezogen und haben aufgeräumt – gerüstet mit Müllsäcken und Greifern, Handschuhen und Warnwesten.“

Mit einem Appel richten sich die Bufdis an alle, die an den Kais und Terminals arbeiten und unterwegs sind. „Haltet unseren Hafen sauber! Wir alle sind gefragt“. Der Club zeigt im Kleinen, was in Sachen Umweltschutz an der Hafenkante möglich ist: Ökostrom, Regenwassernutzungsanlage, Warmwassererwärmung mit Solar, Müllvermeidung durch Pfandflaschen und Mülltrennung / Recycling. Und alle fünf Fahrzeuge, die die Seeleute von den Terminals in den Club bringen und sie zurückfahren, laufen mit Erdgas. Derzeit bemüht sich der Club um elektro-betriebene Kleinbusse, um auch hier Zeichen zu setzen. Anke Wibel, Leiterin des Clubs: „Wir suchen Partner, die uns bei der E-Mobilität unterstützen mit Know How und am besten mit einem Sponsoring.“

Text: PM Seemannsclub DUCKDALBEN

Plantours Kreuzfahrten: Neue Termine für die Großen Seen in 2022

Pressemitteilung

  • MS »Hamburg« kann als einziges Kreuzfahrtschiff die spektakuläre Route fahren
  • Indian Summer, Niagara Fälle und spannende Metropolen wie Chicago, Toronto oder Detroit sind Höhepunkte der Kreuzfahrt auf den Großen Seen

Als einziges, deutschsprachig geführtes Kreuzfahrtschiff kann MS »Hamburg« die Großen Seen in Kanada und den USA befahren. Jetzt steht fest: Pünktlich zum Beginn des Indian Summers legt Plantours Kreuzfahrten im Herbst des nächsten Jahres zu zwei dieser äußerst seltenen Reisen ab. Die beiden 18-tägigen Routen starten jeweils in Montréal.

Während für größere Kreuzfahrtschiffe in Montréal die Fahrten enden, gleitet MS »Hamburg« den mächtigen St. Lorenz Strom weiter hinauf. Für die maximal 400 Passagiere führen die See-Fahrten nicht nur zu beeindruckenden Naturschauplätzen wie den Niagarafällen, der Region um die Thousand Islands mit den im Herbst farbenprächtigen Wäldern, sondern auch zu Metropolen wie Chicago, Toronto, Detroit und Cleveland. Dazu kommen spannende Ausflüge in das Henry Ford- oder auch Harley Davidson-Museum.

Kapitän kann Teile der Kommandobrücke einfahren

MS »Hamburg« von Plantours Kreuzfahrten ist das kleinste Kreuzfahrtschiff Deutschlands, wurde speziell für die Fahrten auf den Großen Seen konzipiert und zuletzt durch den Einbau absenkbarer Panoramafenster in vielen Kabinen sowie neu gestalteter Bars und Restaurants nochmals umfangreich modernisiert.

Die Abmessungen und Aufbauten des Schiffs ermöglichen die Passagen durch die 15 riesigen Schleusen am St. Lorenz Strom und den Großen Seen. So kann der Kapitän bei Bedarf sogar Teile der Kommandobrücke einfahren, um zentimetergenau in die Schleusenkammern zu navigieren. Nötig bei 21,5 Metern Schiffsbreite und nur 24 Metern Schleusenbreite.

Termine: 24.09. bis 11.10.2022 und 10.10. bis 27.10.2022

Preis: ab 4.499 Euro inklusive Flügen ab und bis Deutschland 

Weitere Informationen: www.plantours-kreuzfahrten.de

Text: PM Plantours Kreuzfahrten

Hamburg Cruise Net spendet 3.000 Euro an Seafarers‘ Lounge

Pressemitteilung

Zum Jahresauftakt hat Hamburg Cruise Net (HCN), ein Netzwerk aus privaten und öffentlichen Unternehmen der Kreuzfahrtbranche in der Metropolregion 3.000 Euro an die Seafarers‘ Lounge der Seemannsmission gespendet. Der Betrag kam zustande, da nicht alle HCN-Mitgliedsunternehmen im Zuge der Senkung der Umsatzsteuer im 2. Halbjahr von der Möglichkeit einer Rückerstattung der zu viel gezahlten Förderbeiträge Gebrauch gemacht haben.

„Wir freuen uns sehr, dass Hamburg Cruise Net auch nach dem schwierigen Kreuzfahrt-Jahr 2020 erneut an uns gedacht hat und wir die Mittel für die Betreuung der Crewmitglieder einsetzen können“, so Markus Wichmann, Geschäftsführer der Hamburger Seafarers‘ Lounge. „Wir können das Geld in der Saisonpause gut zur Vorbereitung auf die Zeit nach der Corona-Epidemie nutzen.“

Christine Beine (GF HCN) und Markus Wichmann (GF Hamburger Seafarers Lounge). Foto: Hamburg Cruise Net/Seafarers Lounge (HCN, SFL)

HCN-Geschäftsführerin Christine Beine: „Wir sind dem Kreuzfahrtstandort Hamburg verpflichtet, dazu gehört auch die Unterstützung einer konkreten Willkommenskultur für die Crews an den Terminals“. Das Bedürfnis der Menschen nach Erholung, Reisen und auch Kreuzfahrten werde sich in 2021 wieder besser erfüllen lassen – auch, wenn das erste Halbjahr voraussichtlich noch sehr holprig werde.

Die Seafarers‘ Lounge ist eine Einrichtung für Seeleute und Bordpersonal von Kreuzfahrtschiffen an allen drei Hamburger Cruise Terminals. Die Besatzungen können sich hier während der Schiffsankünfte mit Dingen des täglichen Bedarfs versorgen, Telefonkarten kaufen und das W-LAN kostenfrei nutzen. Die Seafarer’s Lounge Hamburg GmbH ist ein Non-Profit-Unternehmen, getragen und finanziert von den Deutschen Seemannsmissionen Altona und Hamburg-Harburg. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich um Schiffsbesatzungen und versuchen, ihnen eine „Heimat auf Zeit“ zu bieten. Sie stehen zudem erkrankten Seeleute zur Seite, die sich ärztlich behandeln lassen müssen. Und auch während der Pandemie betreuten Mitarbeitende der Hamburger Lounge Crewmitglieder der Kreuzfahrtschiffe. Sie versorgten sie mit Alltags-Notwendigkeiten und leisteten denen psychischen Beistand, die nur nach und nach und unter Mühen in ihre Heimat reisen konnten. Und sie unterstützen weiter die, die an Bord verbleiben müssen, um die Schiffe betriebsbereit zu halten.

Hamburg Cruise Net e.V. (HCN) ist die Kreuzschifffahrtsinitiative für Hamburg. Der Verein managt in Form einer Public-Private-Partnership (PPP) ein übergreifendes Netzwerk aus privaten und öffentlichen Unternehmen, das die gebündelte Kreuzschifffahrtskompetenz in der Metropolregion repräsentiert. Mitglieder des Vereins sind unter anderem Kreuzfahrtreedereien, Hafendienstleister, Tourismusanbieter, Hotelbetreiber sowie städtische Organisationen und Behörden.

Text: PM Hamburg Cruise Net – Seemannsmission

Neue Landstrom-Anschlüsse für Kreuzfahrtschiffe in Hamburg erst später

Landstrom für Kreuzfahrtschiffe ist in Hamburg derzeit nur am Cruise Center Altona (CC-2) verfügbar. Bei den an anderen Terminals geplanten Anlagen verschiebt sich die Installation weiter. Wie aus einer Drucksache des Hamburger Senats hervorgeht, steht der Landstrom-Anschluss an dem im Bau befindlichen neuen Cruise Center HafenCity (CC-1) nunmehr erst Ende 2023 zur Verfügung – ein Jahr später als vorgesehen. Nach Angaben der für die Planung zuständigen Hamburg Port Authority (HPA) ist die deutliche Verzögerung auf den schleppenden Ausbau des Überseequartiers zurückzuführen, die dort geplante Anlage kann erst nach Fertigstellung des neuen Kreuzfahrt-Terminals in Betrieb genommen werden.

Auch der Landstrom-Anschluss an dem bereits im Juni 2015 in Betrieb genommenen Kreuzfahrt-Terminal Steinwerder (CC-3) soll nunmehr erst Ende 2022 und damit ein dreiviertel Jahr später als ursprünglich geplant, fertiggestellt werden.

Landstrom erst ab Ende 2022 verfügbar: Cruise Center Steinwerder (CC-3), Foto: Jens Meyer

Für das im Mai letzten Jahres im östlichen Teil der Hamburger HafenCity am Baakenhafen für 2,8 Mio. Euro fertiggestellte, im Juli in Betrieb genommene und wegen der Corona-Pandemie bisher nur von wenigen Schiffen wie der Europa und Fridtjof Nansen genutzte Cruise Center Baakenhöft ist gar kein Landstrom-Anschluss vorgesehen, da es sich lediglich um ein temporäres Terminal für die Dauer von mindestens zehn Jahren handelt. Der als zwischenzeitlicher Ersatz für das am Chicagokai im südlichen Überseequartier in Bau befindliche Cruise Center HafenCity (CC-1) geplante Neubau wird derzeit auch als attraktive Event-Location vermarktet.

Bleibt ohne Landstromanschluss: Cruise Center Baakenhöft, Foto: HafenCity Hamburg GmbH /S. Groenveld

Am Cruise Center Altona (CC-2) befindet sich seit Frühjahr 2017 die erste und bisher einzige Landstrom-Anlage für Kreuzfahrtschiffe des grössten deutschen Seehafens im Regelbetrieb. 2019 wurde dort die AIDAsol von AIDA Cruises 13 Mal mit Landstrom versorgt und 2020 auch die Europa 2 von Hapag-Lloyd Cruises nach entsprechenden Tests auf die mögliche Abnahme von grünem Landstrom bei künftigen Anläufen dieses Terminals technisch vorbereitet.

Seit 2017 in Betrieb: Landstromanlage am Cruise Center Altona, Foto: Jens Meyer

Hamburgs Senat und die HPA treiben die Landstromversorgung im Hafen voran um die Luftqualität im Hafen dadurch zu verbessern, dass die Schiffe ihre Dieselmotoren während ihrer Liegezeit abstellen können. Die Kosten für eine Anlage werden von der HPA mit rd. 10 Mio. Euro beziffert. Der Bund fördert bis 2023 Landstromanlagen in deutschen See- und Binnenhäfen mit rd. 176 Mio. Euro. Um den Landstromversorgung für die Reeder attraktiver zu machen, wurden auch Anpassungen der EEG-Umlage vorgenommen. Investitionen sind zudem nicht nur auf der Landseite, sondern auch reederseitig erforderlich, da in Fahrt befindliche Schiffe mit entsprechenden kompatiblen Anschlüssen nachgerüstet und Anpassungen der Bordnetze vorgenommen werden müssen. JPM

Auch 832. Hamburger Hafengeburtstag abgesagt

Eigentlich sollte die 832. Auflage des Hamburger Großereignisses vom 7. bis 9. Mai 2021 stattfinden. Doch fällt das grösste maritime Volksfest – wie schon in diesem Jahr – auch 2021 coronabedingt, ins (Elb)-Wasser.

„Angesichts der unklaren Pandemieentwicklung ist es aber unrealistisch, im Mai eine Veranstaltung mit einer Million Besuchern durchführen zu wollen“, sagte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos), gestern (12.11.2020) in der Elbmetropole.

Foto: Jens Meyer

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sei davon auszugehen, dass auch im nächsten Mai das Virus nicht verschwunden ist, so Westhagemann der die Absage sehr bedauerte.

Mit der Absage des Hafengeburtstags auch im nächsten Jahr muss die mehrtägige Veranstaltung, die jährlich rd. eine Millionen „Sehleute“ in den größten deutschen Seehafen lockt, schon zum zweiten Mal wegen der Covid-19-Pandemie ausfallen.

Es sei unverantwortlich, weiter Kosten und Aufwand zu produzieren, obwohl keine realistische Chance auf eine Durchführung bestehe, sagte der Senator. Die verantwortungsvollste, wenn auch schmerzhafte Entscheidung, sei daher jetzt diese frühzeitige Absage. JPM

Diva tauft Grandiosa

Die Taufe der MSC Grandiosa am 9. November in Hamburg war zwar nicht die erste, die von MSC Cruises in der Elbmetropole zelebriert wurde. Doch dieses Mal drehte sich alles um ihren bisher größten Neubau, es wurde zur längsten Taufe in der Geschichte der Reederei. Dabei gab es für die Wahl der Hansestadt als Taufort gleich mehrere Gründe. Jens Meyer erlebte das Spektakel an Bord eines nicht nur durch seine Größe beeindruckenden Täuflings.

Im Gegensatz zu der vor rund neun Jahren durch Kälte und heftige Schneeschauer beeinträchtigten Taufe der MSC Magnifica in Hamburg – spielte das Wetter bei dieser Veranstaltung mit. Zudem lockten auch das bereits bei den Cruise Days im September nahe der Überseebrücke vorgestellte MSC Village sowie die von dem Lichtkünstler Michael Batz speziell für den Taufakt erneut installierte Blue Port-Illuminierung mehr als 5.000 „Sehleute“ ab 16.00 Uhr an die Wasserkante. Dort führten Wayne und Annemarie Carpendale durch das Programm mit Live-Musik von Max and Friends. Dazu hatte die bereits am 6. November zum Erstanlauf mit Plakettentausch in Hamburg eingetroffene MSC Grandiosa gegen 17.00 Uhr vom Cruise Terminal Steinwerder abgelegt. Mit Assistenz von zwei Schleppern nahm Kapitän Marco Massa, der just an diesem besonderen Tag Geburtstag feierte, Kurs auf die blau erstrahlte Elbphilharmonie. Dort hatte es schon am Vortag ein von der MSC Foundation organisiertes Benefiz-Konzert gegeben. Dessen Eintrittseinnahmen von rund 250 000 Euro gingen an die Stiftung „Lebensraum für Elbe“ für die Renaturierung der Flusslandschaft um Kirchwerder.

Das für 6334 Gäste in 2450 Kabinen und 1700 Crewmitglieder ausgelegte 181541-BRZ-Schiff hatte zum Taufakt vor der Elphi gedreht. Die geladenen Gäste, darunter auch Schauspielerinnen wie Bettina Zimmermann, Tina Ruland, Stephanie Stumph und die Moderatorinnen Susann Atwell und Inka Bause erlebten die mit einer Theaterpräsentation und Übertragungen von Land- und Bordfeierlichkeiten begleitete und von Michelle Hunziker sowie Jochen Schröpp moderierte Zeremonie. Im Beisein von MSC-Gründer Gianluigi Aponte, seiner Tochter Alexa und ihrem für das Kreuzfahrtgeschäft verantwortlichen Mann Pierfrancesco Vago sowie MSC Cruises-CEO Gianni Onorato zerschnitt Filmschauspiel-Legende Sophia Loren mit Unterstützung von Kapitän Massa ein unter dem LED-Himmel der 112 m langen Indoor-Promenade gespanntes Taufband – das symbolische Signal für den Mechanismus, der anschließend die obligatorische Champagnerflasche am Rumpf zerspringen ließ. …

Fotos: enapress.com, Frank Behling

Taufe mit Zodiacs

Die Zeremonie war so außergewöhnlich wie die Destinationen, die dieses Schiff befährt: Von Zodiacs aus konnten die Gäste am 11. Oktober im Hamburger Hafen an der Taufe der Hanseatic Inspiration inklusive einer spektakulären 3D-Projektion am Schiff teilnehmen. Michael Wolf sammelte bei Taufe und einer kurzen Einführungsfahrt Impressionen.

Während das erste Schiff des bestellten Trios neuer Expeditionsschiffe, die Hanseatic Nature, wegen einer verspäteten Lieferung in einer kleinen Feier im Mitarbeiterkreis von Projektmanagerin Isolde Susset getauft wurde, hatte die Reederei für die neue Hanseatic Inspiration einen ganz besonderen Auftritt vorbereitet. Dass an diesem Oktoberabend in Hamburg ein leichter Nieselregen auf dem Wetterprogramm stand, passte zum Thema Expedition. Eine ganze Stunde lang gehörte die Elbe den Gästen und Mitarbeitern – von 27 Zodiacs, zwei Barkassen und einem Fahrgastschiff aus konnten sie das Geschehen verfolgen. Geboten wurde eine Multimedia-Show der Superlative: elf Hochleistungsbeamer projizierten auf die Schiffswand einen aus 19230 Bildern bestehenden Film, der durch die zukünftigen Zielgebiete der Hanseatic Inspirationführte. Da stellten Eisberge die prächtige Kulisse, Pinguine hüpften buchstäblich von Balkon zu Balkon, Wale tauchten majestätisch aus den Fluten. Dann wieder flatterten farbenprächtige Vögeln an den Ufern des Amazonas. Musikalisch untermalt wurde die Show von der deutschen Popkünstlerin Oonagh und dem norwegischen Musiker Terje Isungset. Auf einem Ponton schwamm dann die Tauf-Equipe ein: Hapag-Lloyd-Cruises Chef Karl J. Pojer, Hansesatic inspiration Kapitän Ulf Wolter und – natürlich
Taufpatin Laura Dekker, die 2009 als 14jährige allein zu einer Weltumsegelung startete und damit bestens zum Thema Expedition passt. „Ich bin mir sicher, dass die Inspiration ihrem Namen alle Ehre machen wird und die Gäste auf viele inspirierenden Reisen mitnehmen wird, die ihnen die Wunder der Natur nahebringen“ sagte sie nach der Zeremonie, die den Beteiligten sicherlich unvergesslich bleiben wird.

Die Highlights
Hinter der Rezeption fließen Wasserfälle, oder je nach Vorgabe wahrscheinlich auch Destinationsfilme – die Screens sind beeindruckend und laden zum Träumen ein. Nur zwei Uhren bringen den Reisenden schnell in die Realität: Eine zeigt die Zeit von Hamburg, die andere die Schiffszeit, eine gute Idee.
Die Hanseatic Inspiration ist bis auf wenige Ausnahmen baugleich mit der Hanseatic nature („an Bord“ berichtete 3-19). Besonders schön bei beiden Schiffen: Das zentrale HanseAtrium, eine stylische Lounge mit Panoramafenstern, einer intimen Bar, einem witzigen nostalgischen Musik-Automaten und Mega-Screens, auf denen Filme der jeweiligen Destinationen Stimmung machen für die Lektorate, Vorträge oder Besprechungen zu den Expeditionen. Intensiviert werden kann das Thema dann in der Ocean Academy mit seinen Mikroskopen, Exponaten und den Relax-Sesseln mit integrierten Touchscreen. Diese geben über die verschiedenen Destinationen Auskunft auch in wissenschaftlicher Hinsicht ebenso wie eine interaktive große Screen-Wand. Zu den Highlights gehören auch die beiden je nach Wetterlage einziehbaren gläsernen Balkone auf Deck 8, auf denen man eine freie Sicht nach unten auf das Meer hat – Schwindelfreiheit vorausgesetzt. Freie Sicht nach vorn dagegen bietet der Inspiration Walk, ein Deckumlauf direkt am Bug des Schiffes – ideal für Beobachtungen von Tieren und Landschaft. Näher kann man dem Wasser auf diesem Schiff nicht kommen.
Der Fünf-Sterne-Anspruch der Hanseatic Inspiration wird nicht nur durch das Verhältnis von 175 Crewmitarbeitern zu maximal 230 Gästen (auf Antarktisreisen und Spitzbergen-Umrundungen sind es nur bis zu 199) unterstrichen, sondern auch durch die angebotene Gastronomie (ein Hauptrestaurant, ein Buffetrestaurant und das Spezialitätenrestaurant Nikkei mit japanisch-peruanischer Küche). Die hier angebotene Qualität soll dem der Europa 2 nicht nachstehen.
Auch die Großzügigkeit der öffentlichen Räume wie der eleganten Observation-Lounge, dem für ein Expeditionsschiff mit weit über 200qm äußerst großen Spa-Bereich und dem enormen Platz auf dem Sonnendeck (mit Faltdach) und dem Pool mit seiner Gegenstromanlage stehen hierfür….

Fotos: enapress.com

Legerer Luxus

Das traditionelle Hapag Lloyd-Flaggschiff EUROPA fährt nach seinem Werftaufenthalt in eine moderne Zukunft. Peggy Günther berichtet.

„Seit 5:22 Uhr liegt die EUROPA an der Pier des Cruiseterminals“, sagt Gabi Haupt beim Empfang in der mit Blautönen neu gestalteten Lobby des Schiffsklassikers. Die Produktmanagerin bei Hapag-Lloyd Cruises hat gerade einen der aufwändigsten Werftaufenthalte seit Indienststellung des Schiffes abgeschlossen. Neben zahlreichen technischen Neuerungen standen auch viele Umbauten im Passagierbereich auf der To-Do-Liste mit 1.500 Punkten.

850 Arbeiter haben während des 14-tägigen Werftaufenthaltes bei Blohm & Voss in Hamburg 5.000 Quadratmeter Teppich verlegt und 3.500 Liter Farbe verpinselt. Aus dem Multifunktionsraum „Atelier“ ist eine reine Sportlocation geworden, passend zum neuen Gesundheitsprogramm EUROPA REFRESH – mit gesunden kulinarischen Alternativen von Dr. Anne Fleck und dem Fitnessprogramm LES MILLS. Manche kleinen Verbesserungen zogen große Arbeiten nach sich: Für die Espressomaschinen in den Suiten mussten erst einmal zusätzliche Stromleitungen gezogen werden. Und im Hauptrestaurant wurden zwei Wände versetzt, um mehr Platz in den Spezialitätenrestaurants zu schaffen.

Foto: Hapag-Lloyd Cruises / Christian Wyrwa

So wuchs das italienische Venezia – jetzt in moderner rot-schwarz-weißer Optik – von 30 auf 50 Sitzplätze. Und das neue Restaurant „The Globe by Kevin Fehling“ bietet 26 Passagieren am Abend erlesenen Sterne-Genuss. Gleichzeitig ist es aber auch gelungen, dem Wunsch vieler Stammgäste nach mehr Zweier-Tischen im Hauptrestaurant nachzukommen: Die Anzahl hat sich von 20 auf 50 erhöht. Insgesamt bietet das Europa-Restaurant nun 265 Sitzplätze in stylischen weißen Ledersesseln. Sie sind mit zwei praktischen Features ausgestattet: einem Griff im Rücken, der es der Crew erleichtert, den Sessel für die Passagiere zurechtzurücken und einem Knopf an der Seite, an dem die Dame ihre Handtasche aufhängen kann. Das ist Liebe zum Detail!

Doch zurück zum neuen Stern am kulinarischen EUROPA-Himmel: „The Globe by Kevin Fehling“. Mit strahlenden Augen kredenzt der 42-Jährige zum ersten Mal Auszüge aus seiner weltoffenen Kreativküche, inspiriert von all seinen Reisen als Küchenchef an Bord der EUROPA zwischen 2000 und 2003. Dazu zählen eine Neuinterpretation von Egg Benedict mit weißem Alba-Trüffel oder ein Carabinero, sous-vide gegart und begleitet von einer feinen Gurkenrelish sowie einem Exotic-Chutney und Tandoori-Hollandaise. Fein abgestimmte Entdeckungsreisen für dem Gaumen aus den besten Zutaten. Selbst beim Interieur hat der Sternekoch selbst Hand angelegt: Von der Decke hängen runde Lampen, die an beleuchtete Globen erinnern, an den schlicht-grauen Wänden erscheint am Abend eine Sternenprojektion….

Fotos: enapress.com, Hapag-Lloyd Cruises / Christian Wyrwa, Peggy Günther

Gourmets an der Überseebrücke

Gastronomisch und technisch auf Top-Niveau – so präsentierte sich „Europas Beste“ in Hamburg in einer Zeit, in der bedeutende Updates des Schiffes anstehen. Michael Wolf berichtet.

„Die Seele der Europa bleibt, wir werden sie aber in die Moderne führen.“
Karl J. Pojer, Chef von Hapag-Lloyd Cruises, nahm das alljährliche kulinarische Treffen „Europa’s Beste“ von führenden Köchen, Winzern, Chocolatiers und Fromagiers in Hamburg zum Anlass, etwas in die Zukunft für das Luxusschiff zu schauen. Ein idealer Anlass, denn diese Art von Veranstaltung, die 2019 zum 15. Mal stattfand, macht auch die Besonderheit des Schiffes aus, das wieder an der Überseebrücke angelegt hatte. Spitzengastronomie ist eines der wichtigsten Bestandteile des Formates der Europa. Und die will ständig erneuert und aktualisiert werden. So gab es auch eine „Wachablösung“ im 3-Sterne-Bereich: Kochlegende Dieter Müller, der seit vielen Jahren sein eigenes Restaurant an Bord hatte, wurde auf an diesem 2. August sichtlich gerührt von Pojer verabschiedet – u.a. mit einer MS-Europa-Uhr als Präsent. Nachfolger wird der seinerzeit jüngste Dreisternkoch Deutschlands sein, Kevin Fehling.
Für Fehling ist die Europa keine Unbekannte: Er arbeitete bereits drei Jahre nach Ende seiner Ausbildung im Jahr 1997 erstmalig als Küchenchef im Restaurant Venezia. Im kleinen Travemünde an der Ostsee erkochte er sich die höchste Michelin-Auszeichnung und wurde zum jüngsten Drei-Sternekoch Deutschlands. Im Oktober wird er auf die Europa zurückkommen und sein erstes Restaurant auf einem Kreuzfahrtschiff eröffnen: THE GLOBE by Kevin Fehling. Zwanzig Tage im Jahre wird er selbst an Bord sein.

Und an diesem schönen Augusttag gab er, wie bereits einige Male schon bei Europa’s Beste, einen Beweis seines außergewöhnlichen Könnens, diesmal mit tiefroten köstlichen Carabineros (einer Riesengarnele) mit Aubergine, Olive, Krustenbraten und Chorizo Hollandaise. Ein gutes Dutzend Spitzenköche waren ebenfalls auf der kulinarischen Mall vertreten, darunter bekannte Gesichter wie Karl-Heinz Hauser (Sülberg Hamburg), Stefan Heilemann aus Zürich (mit einer Jakobsmuschel und
Fenchel-Kreation) oder den Trüffelpapst Ralf Bos, der mit einer gebratenen Entenstopfleber mit Selleriepüree und natürlich australischen Trüffeln aufwartete. Markus Rüsch vom Altonaer Kaviar Import Haus servierte seinen Kaviar aus der Aquitaine in diesem Jahr auf einer gelierten Consommé vom Steinbutt. Deftiger mundeten dagegen die Käsespätzle von Florian Rohrmoser, dessen tonnenschwerer Foodtruck „Heisser Hobel“ eigens mit einem Kran an Bord gehievt wurde. Unter den Winzern waren die Stände von Bollinger-Champagner oder natürlich das Weingut von Othegraven des TV-Moderators Günther Jauch gut umlagert, der mit dem Kauf der Weinberge seiner Vorfahren eine neue Karriere begann. Originell auch die Buttermilch Margaritas von Bettina Kupsa (Chug Club).
Passend zu den moderneren und neuen Formaten für die Europa „Europa Refresh“, ein ganzheitliches Fitness- und Wellbeing Konzept, bei dem „Fitness, Gesundheit und Entspannung Hand in Hand gehen“, so Europa Produktmanagerin Gabi Haupt, wurde auch Europa’s Beste modernisiert. So konnte die Gastmoderatorin und Köchin Cornelia Poletto (kam mit ihrem Ehemann, dem Ex-Bahn Chef Rüdiger Grube) diesmal den Chefredakteur eines Feinschmecker-Magazins begrüßen, der den Award „Kulinarischer Newcomer 2019“ an den jungen Koch Gal Ben Moshe vom Berliner Restaurant Prism verlieh.

Fotos: enapress.com

Kleines Schiff auf den Großen Seen

Die HAMBURG ist eines der wenigen Kreuzfahrtschiffe, dass die Großen Seen auf der Grenze zwischen den USA und Kanada befahren kann. Peggy Günther war für uns zur Zeit des Indian Summers an Bord.

„Nüscht, alles schon kahl.“ Anneliese schnauft gegen ihre Enttäuschung an. Die Lektorin hatte doch gesagt, in den Laurentian Mountains sei die Chance auf den Indian Summer am höchsten. Doch die sanfte Hügellandschaft zeigt bis an den Horizont kein rotes Laub. „Ihr seid ein bisschen zu spät dran“, gibt Pierre-Alexandre Legault, Kommunikationschef des Tremblant Resorts unumwunden zu. „Der Peak der Laubfärbung ist etwa um unser kanadisches Thanksgiving herum, also Anfang Oktober. Manchmal sind die Nadelbäume weiter oben dann schon verschneit und unten am See leuchten die roten Blätter – ein Wahnsinnsbild“, berichtet der Manager begeistert. „Doch in den letzten Tagen war es windig und regnerisch, da hat es kaum ein Blatt an den Bäumen gehalten.“

Anneliese tröstet sich unterdessen mit einer heißen Kürbissuppe im höchstgelegenen Restaurant des Ortes, der an das französische Wintersportrefugium Megève erinnern soll. Kalt genug wäre es ja für das rote Laub, das für seine Verfärbung einige Frostnächte benötigt. Doch stehen hier überhaupt genug Zuckerahornbäume, die für ihr besonders intensives Rot bekannt sind? Immerhin gibt es als Hauptgang Hähnchen in Zuckerahornsoße. „Haben Sie das von der Frau gehört, die acht Monate an Bord ist“, raunt sie ihrer Sitznachbarin zu, um sich von ihrer Enttäuschung abzulenken. Anneliese ist eine von fast 40 allein reisenden Passagieren auf der 18-tägigen Plantours-Kreuzfahrt über die Großen Seen. Zehn Prozent der Passagiere sind also ohne Kabinennachbarn unterwegs – das ist erstaunlich viel. Doch wenn man bedenkt, dass auch zwei Drittel der Gäste auf dieser Reise schon einmal mit diesem Schiff unterwegs waren, wird schnell klar, dass die HAMBURG ohnehin kein gewöhnlicher Cruiseliner ist.

Weniger als drei Meter Platz in den Schleusen

Das Schiff für maximal 400 Passagiere hat eine bewegte Geschichte. Vor zwanzig Jahren auf der MTW Schiffswerft für die Conti Reederei gebaut, fuhr es bis 2012 unter dem Namen C. COLUMBUS für Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Als die Hamburger Reederei sich auf Luxus und Expedition spezialisierte, nutzte der Bremer Veranstalter plantours & Partner seine Chance, die zehn Jahre ältere VISTAMAR zu ersetzen. Obwohl die HAMBURG ein wenig größer war, zählt sie dennoch zu den wenigen Schiffen, die auf den Großen Seen zwischen den USA und Kanada kreuzen können. Als sie für Hapag-Lloyd Cruises geplant wurde, gab nämlich der Wellandkanal die Abmessungen des Schiffes vor: Mit seinen 21,5 Metern Breite passt es ziemlich exakt in die 24,4 Meter breiten Schleusen.

1,5 Meter Spielraum bleiben also auf jeder Seite, keine einfache Aufgabe für Kapitän Vladimir Vorobyov. Schon Tage vor der Kanalpassage beobachtet er die Wettervorhersage. Bei mehr als 25 Knoten Wind wird der Kanal gesperrt. „Die Frachtschiffe machen es sich einfach, sie rutschen im Zweifelsfall einfach in die Schleuse“, lacht der 67-jährige Ukrainer. Kein Wunder, dass manche Tanker so zerschrammt aussehen. „Sie wurden extra so gebaut. Für uns kommt das nicht infrage.“ Ruhig und konzentriert steuert er den Schiffsbug auf die erste Schleuseneinfahrt zu. Wer vom Palmgartenbalkon auf dem obersten Deck ganz vorn aus zusieht, dem wird ein wenig mulmig zumute. Denn es macht nicht den Anschein, als würde die HAMBURG zwischen die Betonmauern passen. …

Fotos: Peggy Günther, enapress.com, DenisTangneyJr/istock, Rainer Lesniewski/istock, Orchidpoet/istock