Schlagwort: Hamburg

Diva tauft Grandiosa

Die Taufe der MSC Grandiosa am 9. November in Hamburg war zwar nicht die erste, die von MSC Cruises in der Elbmetropole zelebriert wurde. Doch dieses Mal drehte sich alles um ihren bisher größten Neubau, es wurde zur längsten Taufe in der Geschichte der Reederei. Dabei gab es für die Wahl der Hansestadt als Taufort gleich mehrere Gründe. Jens Meyer erlebte das Spektakel an Bord eines nicht nur durch seine Größe beeindruckenden Täuflings.

Im Gegensatz zu der vor rund neun Jahren durch Kälte und heftige Schneeschauer beeinträchtigten Taufe der MSC Magnifica in Hamburg – spielte das Wetter bei dieser Veranstaltung mit. Zudem lockten auch das bereits bei den Cruise Days im September nahe der Überseebrücke vorgestellte MSC Village sowie die von dem Lichtkünstler Michael Batz speziell für den Taufakt erneut installierte Blue Port-Illuminierung mehr als 5.000 „Sehleute“ ab 16.00 Uhr an die Wasserkante. Dort führten Wayne und Annemarie Carpendale durch das Programm mit Live-Musik von Max and Friends. Dazu hatte die bereits am 6. November zum Erstanlauf mit Plakettentausch in Hamburg eingetroffene MSC Grandiosa gegen 17.00 Uhr vom Cruise Terminal Steinwerder abgelegt. Mit Assistenz von zwei Schleppern nahm Kapitän Marco Massa, der just an diesem besonderen Tag Geburtstag feierte, Kurs auf die blau erstrahlte Elbphilharmonie. Dort hatte es schon am Vortag ein von der MSC Foundation organisiertes Benefiz-Konzert gegeben. Dessen Eintrittseinnahmen von rund 250 000 Euro gingen an die Stiftung „Lebensraum für Elbe“ für die Renaturierung der Flusslandschaft um Kirchwerder.

Das für 6334 Gäste in 2450 Kabinen und 1700 Crewmitglieder ausgelegte 181541-BRZ-Schiff hatte zum Taufakt vor der Elphi gedreht. Die geladenen Gäste, darunter auch Schauspielerinnen wie Bettina Zimmermann, Tina Ruland, Stephanie Stumph und die Moderatorinnen Susann Atwell und Inka Bause erlebten die mit einer Theaterpräsentation und Übertragungen von Land- und Bordfeierlichkeiten begleitete und von Michelle Hunziker sowie Jochen Schröpp moderierte Zeremonie. Im Beisein von MSC-Gründer Gianluigi Aponte, seiner Tochter Alexa und ihrem für das Kreuzfahrtgeschäft verantwortlichen Mann Pierfrancesco Vago sowie MSC Cruises-CEO Gianni Onorato zerschnitt Filmschauspiel-Legende Sophia Loren mit Unterstützung von Kapitän Massa ein unter dem LED-Himmel der 112 m langen Indoor-Promenade gespanntes Taufband – das symbolische Signal für den Mechanismus, der anschließend die obligatorische Champagnerflasche am Rumpf zerspringen ließ. …

Fotos: enapress.com, Frank Behling

Taufe mit Zodiacs

Die Zeremonie war so außergewöhnlich wie die Destinationen, die dieses Schiff befährt: Von Zodiacs aus konnten die Gäste am 11. Oktober im Hamburger Hafen an der Taufe der Hanseatic Inspiration inklusive einer spektakulären 3D-Projektion am Schiff teilnehmen. Michael Wolf sammelte bei Taufe und einer kurzen Einführungsfahrt Impressionen.

Während das erste Schiff des bestellten Trios neuer Expeditionsschiffe, die Hanseatic Nature, wegen einer verspäteten Lieferung in einer kleinen Feier im Mitarbeiterkreis von Projektmanagerin Isolde Susset getauft wurde, hatte die Reederei für die neue Hanseatic Inspiration einen ganz besonderen Auftritt vorbereitet. Dass an diesem Oktoberabend in Hamburg ein leichter Nieselregen auf dem Wetterprogramm stand, passte zum Thema Expedition. Eine ganze Stunde lang gehörte die Elbe den Gästen und Mitarbeitern – von 27 Zodiacs, zwei Barkassen und einem Fahrgastschiff aus konnten sie das Geschehen verfolgen. Geboten wurde eine Multimedia-Show der Superlative: elf Hochleistungsbeamer projizierten auf die Schiffswand einen aus 19230 Bildern bestehenden Film, der durch die zukünftigen Zielgebiete der Hanseatic Inspirationführte. Da stellten Eisberge die prächtige Kulisse, Pinguine hüpften buchstäblich von Balkon zu Balkon, Wale tauchten majestätisch aus den Fluten. Dann wieder flatterten farbenprächtige Vögeln an den Ufern des Amazonas. Musikalisch untermalt wurde die Show von der deutschen Popkünstlerin Oonagh und dem norwegischen Musiker Terje Isungset. Auf einem Ponton schwamm dann die Tauf-Equipe ein: Hapag-Lloyd-Cruises Chef Karl J. Pojer, Hansesatic inspiration Kapitän Ulf Wolter und – natürlich
Taufpatin Laura Dekker, die 2009 als 14jährige allein zu einer Weltumsegelung startete und damit bestens zum Thema Expedition passt. „Ich bin mir sicher, dass die Inspiration ihrem Namen alle Ehre machen wird und die Gäste auf viele inspirierenden Reisen mitnehmen wird, die ihnen die Wunder der Natur nahebringen“ sagte sie nach der Zeremonie, die den Beteiligten sicherlich unvergesslich bleiben wird.

Die Highlights
Hinter der Rezeption fließen Wasserfälle, oder je nach Vorgabe wahrscheinlich auch Destinationsfilme – die Screens sind beeindruckend und laden zum Träumen ein. Nur zwei Uhren bringen den Reisenden schnell in die Realität: Eine zeigt die Zeit von Hamburg, die andere die Schiffszeit, eine gute Idee.
Die Hanseatic Inspiration ist bis auf wenige Ausnahmen baugleich mit der Hanseatic nature („an Bord“ berichtete 3-19). Besonders schön bei beiden Schiffen: Das zentrale HanseAtrium, eine stylische Lounge mit Panoramafenstern, einer intimen Bar, einem witzigen nostalgischen Musik-Automaten und Mega-Screens, auf denen Filme der jeweiligen Destinationen Stimmung machen für die Lektorate, Vorträge oder Besprechungen zu den Expeditionen. Intensiviert werden kann das Thema dann in der Ocean Academy mit seinen Mikroskopen, Exponaten und den Relax-Sesseln mit integrierten Touchscreen. Diese geben über die verschiedenen Destinationen Auskunft auch in wissenschaftlicher Hinsicht ebenso wie eine interaktive große Screen-Wand. Zu den Highlights gehören auch die beiden je nach Wetterlage einziehbaren gläsernen Balkone auf Deck 8, auf denen man eine freie Sicht nach unten auf das Meer hat – Schwindelfreiheit vorausgesetzt. Freie Sicht nach vorn dagegen bietet der Inspiration Walk, ein Deckumlauf direkt am Bug des Schiffes – ideal für Beobachtungen von Tieren und Landschaft. Näher kann man dem Wasser auf diesem Schiff nicht kommen.
Der Fünf-Sterne-Anspruch der Hanseatic Inspiration wird nicht nur durch das Verhältnis von 175 Crewmitarbeitern zu maximal 230 Gästen (auf Antarktisreisen und Spitzbergen-Umrundungen sind es nur bis zu 199) unterstrichen, sondern auch durch die angebotene Gastronomie (ein Hauptrestaurant, ein Buffetrestaurant und das Spezialitätenrestaurant Nikkei mit japanisch-peruanischer Küche). Die hier angebotene Qualität soll dem der Europa 2 nicht nachstehen.
Auch die Großzügigkeit der öffentlichen Räume wie der eleganten Observation-Lounge, dem für ein Expeditionsschiff mit weit über 200qm äußerst großen Spa-Bereich und dem enormen Platz auf dem Sonnendeck (mit Faltdach) und dem Pool mit seiner Gegenstromanlage stehen hierfür….

Fotos: enapress.com

Legerer Luxus

Das traditionelle Hapag Lloyd-Flaggschiff EUROPA fährt nach seinem Werftaufenthalt in eine moderne Zukunft. Peggy Günther berichtet.

„Seit 5:22 Uhr liegt die EUROPA an der Pier des Cruiseterminals“, sagt Gabi Haupt beim Empfang in der mit Blautönen neu gestalteten Lobby des Schiffsklassikers. Die Produktmanagerin bei Hapag-Lloyd Cruises hat gerade einen der aufwändigsten Werftaufenthalte seit Indienststellung des Schiffes abgeschlossen. Neben zahlreichen technischen Neuerungen standen auch viele Umbauten im Passagierbereich auf der To-Do-Liste mit 1.500 Punkten.

850 Arbeiter haben während des 14-tägigen Werftaufenthaltes bei Blohm & Voss in Hamburg 5.000 Quadratmeter Teppich verlegt und 3.500 Liter Farbe verpinselt. Aus dem Multifunktionsraum „Atelier“ ist eine reine Sportlocation geworden, passend zum neuen Gesundheitsprogramm EUROPA REFRESH – mit gesunden kulinarischen Alternativen von Dr. Anne Fleck und dem Fitnessprogramm LES MILLS. Manche kleinen Verbesserungen zogen große Arbeiten nach sich: Für die Espressomaschinen in den Suiten mussten erst einmal zusätzliche Stromleitungen gezogen werden. Und im Hauptrestaurant wurden zwei Wände versetzt, um mehr Platz in den Spezialitätenrestaurants zu schaffen.

Foto: Hapag-Lloyd Cruises / Christian Wyrwa

So wuchs das italienische Venezia – jetzt in moderner rot-schwarz-weißer Optik – von 30 auf 50 Sitzplätze. Und das neue Restaurant „The Globe by Kevin Fehling“ bietet 26 Passagieren am Abend erlesenen Sterne-Genuss. Gleichzeitig ist es aber auch gelungen, dem Wunsch vieler Stammgäste nach mehr Zweier-Tischen im Hauptrestaurant nachzukommen: Die Anzahl hat sich von 20 auf 50 erhöht. Insgesamt bietet das Europa-Restaurant nun 265 Sitzplätze in stylischen weißen Ledersesseln. Sie sind mit zwei praktischen Features ausgestattet: einem Griff im Rücken, der es der Crew erleichtert, den Sessel für die Passagiere zurechtzurücken und einem Knopf an der Seite, an dem die Dame ihre Handtasche aufhängen kann. Das ist Liebe zum Detail!

Doch zurück zum neuen Stern am kulinarischen EUROPA-Himmel: „The Globe by Kevin Fehling“. Mit strahlenden Augen kredenzt der 42-Jährige zum ersten Mal Auszüge aus seiner weltoffenen Kreativküche, inspiriert von all seinen Reisen als Küchenchef an Bord der EUROPA zwischen 2000 und 2003. Dazu zählen eine Neuinterpretation von Egg Benedict mit weißem Alba-Trüffel oder ein Carabinero, sous-vide gegart und begleitet von einer feinen Gurkenrelish sowie einem Exotic-Chutney und Tandoori-Hollandaise. Fein abgestimmte Entdeckungsreisen für dem Gaumen aus den besten Zutaten. Selbst beim Interieur hat der Sternekoch selbst Hand angelegt: Von der Decke hängen runde Lampen, die an beleuchtete Globen erinnern, an den schlicht-grauen Wänden erscheint am Abend eine Sternenprojektion….

Fotos: enapress.com, Hapag-Lloyd Cruises / Christian Wyrwa, Peggy Günther

Gourmets an der Überseebrücke

Gastronomisch und technisch auf Top-Niveau – so präsentierte sich „Europas Beste“ in Hamburg in einer Zeit, in der bedeutende Updates des Schiffes anstehen. Michael Wolf berichtet.

„Die Seele der Europa bleibt, wir werden sie aber in die Moderne führen.“
Karl J. Pojer, Chef von Hapag-Lloyd Cruises, nahm das alljährliche kulinarische Treffen „Europa’s Beste“ von führenden Köchen, Winzern, Chocolatiers und Fromagiers in Hamburg zum Anlass, etwas in die Zukunft für das Luxusschiff zu schauen. Ein idealer Anlass, denn diese Art von Veranstaltung, die 2019 zum 15. Mal stattfand, macht auch die Besonderheit des Schiffes aus, das wieder an der Überseebrücke angelegt hatte. Spitzengastronomie ist eines der wichtigsten Bestandteile des Formates der Europa. Und die will ständig erneuert und aktualisiert werden. So gab es auch eine „Wachablösung“ im 3-Sterne-Bereich: Kochlegende Dieter Müller, der seit vielen Jahren sein eigenes Restaurant an Bord hatte, wurde auf an diesem 2. August sichtlich gerührt von Pojer verabschiedet – u.a. mit einer MS-Europa-Uhr als Präsent. Nachfolger wird der seinerzeit jüngste Dreisternkoch Deutschlands sein, Kevin Fehling.
Für Fehling ist die Europa keine Unbekannte: Er arbeitete bereits drei Jahre nach Ende seiner Ausbildung im Jahr 1997 erstmalig als Küchenchef im Restaurant Venezia. Im kleinen Travemünde an der Ostsee erkochte er sich die höchste Michelin-Auszeichnung und wurde zum jüngsten Drei-Sternekoch Deutschlands. Im Oktober wird er auf die Europa zurückkommen und sein erstes Restaurant auf einem Kreuzfahrtschiff eröffnen: THE GLOBE by Kevin Fehling. Zwanzig Tage im Jahre wird er selbst an Bord sein.

Und an diesem schönen Augusttag gab er, wie bereits einige Male schon bei Europa’s Beste, einen Beweis seines außergewöhnlichen Könnens, diesmal mit tiefroten köstlichen Carabineros (einer Riesengarnele) mit Aubergine, Olive, Krustenbraten und Chorizo Hollandaise. Ein gutes Dutzend Spitzenköche waren ebenfalls auf der kulinarischen Mall vertreten, darunter bekannte Gesichter wie Karl-Heinz Hauser (Sülberg Hamburg), Stefan Heilemann aus Zürich (mit einer Jakobsmuschel und
Fenchel-Kreation) oder den Trüffelpapst Ralf Bos, der mit einer gebratenen Entenstopfleber mit Selleriepüree und natürlich australischen Trüffeln aufwartete. Markus Rüsch vom Altonaer Kaviar Import Haus servierte seinen Kaviar aus der Aquitaine in diesem Jahr auf einer gelierten Consommé vom Steinbutt. Deftiger mundeten dagegen die Käsespätzle von Florian Rohrmoser, dessen tonnenschwerer Foodtruck „Heisser Hobel“ eigens mit einem Kran an Bord gehievt wurde. Unter den Winzern waren die Stände von Bollinger-Champagner oder natürlich das Weingut von Othegraven des TV-Moderators Günther Jauch gut umlagert, der mit dem Kauf der Weinberge seiner Vorfahren eine neue Karriere begann. Originell auch die Buttermilch Margaritas von Bettina Kupsa (Chug Club).
Passend zu den moderneren und neuen Formaten für die Europa „Europa Refresh“, ein ganzheitliches Fitness- und Wellbeing Konzept, bei dem „Fitness, Gesundheit und Entspannung Hand in Hand gehen“, so Europa Produktmanagerin Gabi Haupt, wurde auch Europa’s Beste modernisiert. So konnte die Gastmoderatorin und Köchin Cornelia Poletto (kam mit ihrem Ehemann, dem Ex-Bahn Chef Rüdiger Grube) diesmal den Chefredakteur eines Feinschmecker-Magazins begrüßen, der den Award „Kulinarischer Newcomer 2019“ an den jungen Koch Gal Ben Moshe vom Berliner Restaurant Prism verlieh.

Fotos: enapress.com

Kleines Schiff auf den Großen Seen

Die HAMBURG ist eines der wenigen Kreuzfahrtschiffe, dass die Großen Seen auf der Grenze zwischen den USA und Kanada befahren kann. Peggy Günther war für uns zur Zeit des Indian Summers an Bord.

„Nüscht, alles schon kahl.“ Anneliese schnauft gegen ihre Enttäuschung an. Die Lektorin hatte doch gesagt, in den Laurentian Mountains sei die Chance auf den Indian Summer am höchsten. Doch die sanfte Hügellandschaft zeigt bis an den Horizont kein rotes Laub. „Ihr seid ein bisschen zu spät dran“, gibt Pierre-Alexandre Legault, Kommunikationschef des Tremblant Resorts unumwunden zu. „Der Peak der Laubfärbung ist etwa um unser kanadisches Thanksgiving herum, also Anfang Oktober. Manchmal sind die Nadelbäume weiter oben dann schon verschneit und unten am See leuchten die roten Blätter – ein Wahnsinnsbild“, berichtet der Manager begeistert. „Doch in den letzten Tagen war es windig und regnerisch, da hat es kaum ein Blatt an den Bäumen gehalten.“

Anneliese tröstet sich unterdessen mit einer heißen Kürbissuppe im höchstgelegenen Restaurant des Ortes, der an das französische Wintersportrefugium Megève erinnern soll. Kalt genug wäre es ja für das rote Laub, das für seine Verfärbung einige Frostnächte benötigt. Doch stehen hier überhaupt genug Zuckerahornbäume, die für ihr besonders intensives Rot bekannt sind? Immerhin gibt es als Hauptgang Hähnchen in Zuckerahornsoße. „Haben Sie das von der Frau gehört, die acht Monate an Bord ist“, raunt sie ihrer Sitznachbarin zu, um sich von ihrer Enttäuschung abzulenken. Anneliese ist eine von fast 40 allein reisenden Passagieren auf der 18-tägigen Plantours-Kreuzfahrt über die Großen Seen. Zehn Prozent der Passagiere sind also ohne Kabinennachbarn unterwegs – das ist erstaunlich viel. Doch wenn man bedenkt, dass auch zwei Drittel der Gäste auf dieser Reise schon einmal mit diesem Schiff unterwegs waren, wird schnell klar, dass die HAMBURG ohnehin kein gewöhnlicher Cruiseliner ist.

Weniger als drei Meter Platz in den Schleusen

Das Schiff für maximal 400 Passagiere hat eine bewegte Geschichte. Vor zwanzig Jahren auf der MTW Schiffswerft für die Conti Reederei gebaut, fuhr es bis 2012 unter dem Namen C. COLUMBUS für Hapag-Lloyd Kreuzfahrten. Als die Hamburger Reederei sich auf Luxus und Expedition spezialisierte, nutzte der Bremer Veranstalter plantours & Partner seine Chance, die zehn Jahre ältere VISTAMAR zu ersetzen. Obwohl die HAMBURG ein wenig größer war, zählt sie dennoch zu den wenigen Schiffen, die auf den Großen Seen zwischen den USA und Kanada kreuzen können. Als sie für Hapag-Lloyd Cruises geplant wurde, gab nämlich der Wellandkanal die Abmessungen des Schiffes vor: Mit seinen 21,5 Metern Breite passt es ziemlich exakt in die 24,4 Meter breiten Schleusen.

1,5 Meter Spielraum bleiben also auf jeder Seite, keine einfache Aufgabe für Kapitän Vladimir Vorobyov. Schon Tage vor der Kanalpassage beobachtet er die Wettervorhersage. Bei mehr als 25 Knoten Wind wird der Kanal gesperrt. „Die Frachtschiffe machen es sich einfach, sie rutschen im Zweifelsfall einfach in die Schleuse“, lacht der 67-jährige Ukrainer. Kein Wunder, dass manche Tanker so zerschrammt aussehen. „Sie wurden extra so gebaut. Für uns kommt das nicht infrage.“ Ruhig und konzentriert steuert er den Schiffsbug auf die erste Schleuseneinfahrt zu. Wer vom Palmgartenbalkon auf dem obersten Deck ganz vorn aus zusieht, dem wird ein wenig mulmig zumute. Denn es macht nicht den Anschein, als würde die HAMBURG zwischen die Betonmauern passen. …

Fotos: Peggy Günther, enapress.com, DenisTangneyJr/istock, Rainer Lesniewski/istock, Orchidpoet/istock