Schlagwort: Landstromanlage

In Kiel: Landstrom-Premiere für Phoenix Reisen

Das 44348-BRZ-Kreuzfahrtschiff Artania des Bonner Veranstalters Phoenix Reisen hat bei seinem Anlauf am 21. Juli im Ostseehafen Kiel erstmals regulär Landstrom während der Liegezeit genutzt. Vorausgegangen waren die schiffsseitige Kommissionierung sowie ein entsprechender Integrationstest zwischen der Landstromanlage und dem Kreuzfahrtschiff. Beides konnte bei den Anläufen des Fördehafens am 26./27. Juni sowie 11. Juli erfolgreich erledigt werden. 

Für Phoenix Reisen ist die Landstromnutzung eine Premiere: Es ist das erste Mal, dass ein Schiff des Veranstalters in einem Hafen regulär Landstrom bezieht. Mit der Artania und der Amadea verfügt das Unternehmen bereits über zwei landstromfähige Kreuzfahrtschiffe. Weitere von ihm beschäftigte Schiffe befinden sich in entsprechender Nachrüstung. 

Foto: PORT OF KIEL

Während ihrer Liegezeit am Donnerstag hat die Artania insgesamt 20.000 kWh Strom bezogen. Sie wird von der Landstromanlage am Ostseekai mit 6,6 kV/60 Hz versorgt. Mit der Fertigstellung zweier neuer Anlagen am Ostuferhafen sollen ab Ende 2023 in Kiel statt bisher drei bis zu sechs Fähr- und Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig mit skandinavischem Ökostrom versorgt werden können. Dafür investiert die Seehafen Kiel GmbH & Co. KG 17 Mio. Euro.  JPM 

Auftrag für weitere Landstromanlagen in Kiel vergeben

Bereits ab Ende nächsten Jahres sollen für Kreuz- und Fährschiffe an allen Innenstadtterminals des Seehafens Kiel Landstromanschlüsse zur Verfügung stehen, so dass dann bis zu sechs Schiffe gleichzeitig mit Ökostrom versorgt werden können.

Das Bauprojekt in Höhe von 17 Mio. € umfasst eine 50/60-Hz-Landstromanlage für Kreuz- und Fährschiffe sowie eine 50-Hz-Landstromanlagefür Fährschiffe im Ostuferhafen. Ein entsprechender Auftrag wurde nach einer EU-weiten Ausschreibung in der vergangenen Woche von der Seehafen Kiel GmbH & Co. KG an die Siemens AG vergeben. Auch die bereits bestehenden Kieler Landstromanlagen am Ostsee-/Schwedenkai und Norwegenkai wurden von der Siemens AG gebaut. Mit Art und Umfang der Anlage ist sie nicht nur eine der größten in Europa, Der Baubeginn ist für Herbst dieses Jahres geplant, die Inbetriebnahme soll ein Jahr später in 2023 erfolgen.

Die erste der beiden Landstromanlagen ist für die Versorgung von bis zu zwei Fähr- bzw. Kreuzfahrtschiffen konzipiert und bindet vier Liegeplätze am Ostuferhafen an Landstrom an. Sie verfügt über eine Leistung von 16 MVA und kann Kreuzfahrt- und Fährschiffe mit einer Frequenz von 50 bzw. 60 Hz und einer Spannung von 6,6 kV oder 11 kV versorgen. Die zweite Landstromanlage mit einer 50-Hz-Netzfrequenz ist ausschließlich für RoRo-Schiffe konzipiert und versorgt zwei Liegeplätze mit einer Spannung von 6,6 kV oder 11 kV bis zu einer maximalen Leistung von 5 MVA. Insgesamt können mit den Anlagen am Ostuferhafen dann bis zu drei Schiffe parallel mit Landstrom versorgt werden.

„Der Landstrom ist ein wesentlicher Baustein unserer nachhaltigen Ausrichtung. Mit der Versorgungsinfrastruktur von sechs Schiffen hoffen wir dann ab 2024/25 ca. 80 Prozent der Schiffe während der Liegezeit an die Steckdose zu bekommen“, so Seehafen-Chef Dr. Dirk Claus. Neben der CO2 Ersparnis führe die Landstromversorgung von Schiffen während der Liegezeit auch zu einer drastischen Reduktion der Lärm- und Schadstoffbelastung. JPM

Landstromanlage am Kieler Ostseekai offiziell eröffnet

Wichtiger Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität im Kieler Hafen       

Pressemitteilung

  • Landstromanlage mit 16 Megawatt Leistung kann zwei Schiffe parallel versorgen.
  • Nach erfolgreichem Integrationstest wird „AIDAsol“ im Regelbetrieb angeschlossen.
  • Fährschiffe der Stena Line beziehen seit Jahresbeginn Landstrom am Schwedenkai. 
  • Einsparung von ca. 8.000 Tonnen CO2 durch die Landstromanlage am Ostseekai. 

Ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz im Kieler Hafen. Am Ostseekai nahmen der Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Verkehr und Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Bernd Buchholz, Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer gemeinsam mit dem CEO der Costa Gruppe, Michael Thamm und Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer PORT OF KIEL, eine der leistungsstärksten Landstromanlagen in Europa offiziell in Betrieb. Nach dem erfolgreichen Integrationstest wurde am 16. Juni als erstes Kreuzfahrtschiff die „AIDAsol“ an die Landstromversorgung angeschlossen. Mit 16 Megawatt kann die Anlage ein Kreuzfahrtschiff am Ostseekai und die Fährschiffe der Stena Line am Schwedenkai parallel mit klimaneutral produziertem Strom aus Wasserkraft versorgen. Minister Buchholz: „Mit dem heutigen Tag machen wir einen großen Schritt, die Schifffahrt in Schleswig-Holstein noch umweltfreundlicher zu gestalten.“ Das Land Schleswig-Holstein hat den Bau der 13,5 Millionen Euro teuren Anlage mit rund 9 Millionen Euro unterstützt und sich auf Bundesebene erfolgreich für eine Reduzierung der EEG-Umlage auf Landstrom eingesetzt. „Mit dieser Investition, die Landstrom nun an insgesamt drei Stellen in Kiel ermöglicht, dürfte der Seehafen auch im internationalen Vergleich sehr weit vorn liegen. Die Anlage wird tausende von Tonnen CO2 einsparen und damit die Menschen in der Landeshauptstadt erheblich entlasten“, so Buchholz. Dies zeige einmal mehr, dass Ökologie und Ökonomie gut in Einklang zu bringen sind. „Denn wir wollen als Kreuzfahrt-Metropole im Spiel bleiben, aber wir wollen es mit den besten umwelttechnischen Voraussetzungen – und genau das ist hier gegeben.“

Vor gut drei Jahren, am 26. April 2018, unterzeichneten das Land Schleswig-Holstein, die Landeshauptstadt Kiel, der PORT OF KIEL und die Costa-Gruppe am Ostseekai an Bord der „AIDAluna“ die Absichtserklärung zur gemeinsamen Förderung eines umweltfreundlichen Kreuzfahrttourismus im Kieler Seehafen. Damit wurden die Weichen für die weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Ziel gestellt, die maritime Infrastruktur, die Wirtschaft und den Tourismus in Norddeutschland nachhaltig weiterzuentwickeln. Michael Thamm, CEO der Costa Gruppe: „Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung und Innovationen stehen im Fokus unseres Handelns. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Form der Zusammenarbeit auch auf andere Häfen in Europa eine Signalwirkung haben wird.“ Mit der „AIDAsol“ wurde seit dem 17. Mai die Landstromanlage am Ostseekai getestet und zertifiziert. Das Schiff soll in Kiel ab sofort Landstrom im Regelbetrieb beziehen.

Die neue Landstromanlage versorgt bereits seit Jahresbeginn auch die Fähren der Stena Line täglich mit Ökostrom. Pro Jahr werden so rund 5.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) allein am Schwedenkai eingespart. Für jedes Kreuzfahrtschiff, das mit Landstrom versorgt wird, kommt eine Einsparung von durchschnittlich ca. 45 Tonnen CO2 am Ostseekai hinzu. Darüber hinaus werden seit Mai 2019 die Fähren der Color Line am Norwegenkai an das landseitige Netz angeschlossen, wodurch weitere 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr weniger anfallen. Oberbürgermeister Kämpfer: „Alle innerstädtischen Terminalanlagen verfügen nunmehr über einen Landstromanschluss. Die skandinavischen Fährreedereien gehen bei der Stromnutzung voran und ich freue mich sehr, dass mit AIDA Cruises jetzt auch die erste Kreuzfahrtreederei Landstrom in Kiel bezieht. Wir decken so bereits den überwiegenden Teil des Energiebedarfs, der im Innenstadtbereich liegenden Schiffe, emissionsfrei und klimaneutral. Diesen Weg wollen wir konsequent weiter gehen und planen schon eine weitere Landstromanlage für den Ostuferhafen.“

Landstrom für Fähr- und Kreuzfahrtschiffe ist für den PORT OF KIEL ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum klimaneutralen Hafen. Dirk Claus: „Ich bedanke mich beim Land Schleswig-Holstein und bei der EU für die finanzielle Unterstützung beim Bau der Landstromanlage. Mein Dank gilt ebenso dem Bundeswirtschaftsministerium für die Reduzierung der EEG-Umlage. So kann annähernd Wirtschaftlichkeit erreicht werden, sodass die Anlagen auch tatsächlich genutzt werden und damit zum Schutz des Klimas beitragen.“ Landstrom stellt neben der wirtschaftlichen auch eine technische Herausforderung dar. „Ich möchte mich auch ausdrücklich bei der Hamburg Port Authority (HPA) bedanken, die mit der Pilotanlage am Kreuzfahrtterminal in Altona und durch die Zusammenarbeit beim Thema EEG-Umlage den Weg zu mehr Klimaschutz geebnet hat“, so Dirk Claus weiter: „Ich freue mich, dass die Landstromanlage zudem architektonisch herausragend gestaltet wurde. Mein Dank gilt den Architekten, Bauunternehmen, Fassadenbauern und Lichtdesignern.“ Im ersten vollen Betriebsjahr plant der Kieler Hafen 70 Kreuzfahrtanläufe mit Landstrom zu versorgen.

Siemens lieferte die elektrischen und elektronischen Kernelemente der Landstromanlage. Sie besteht im Wesentlichen aus Umrichtern, Mittelspannungsschaltanlagen, Automation und einem Energiemonitoring. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Landstromanlage am Kieler Ostseekai und am Schwedenkai nun das erste System in Betrieb nehmen, das zwei große Seeschiffe parallel von Land aus mit Strom versorgen kann. Die elektrische Verbindung von Bord- und Landnetz ist nicht trivial. Unser bewährtes Landstromsystem SIHARBOR sorgt dafür, dass nicht nur die unterschiedlichen Netzfrequenzen an Bord und an Land automatisch miteinander synchronisiert werden, sondern koordiniert hier erstmals auch die Parallelversorgung der zwei mit unterschiedlicher Leistung abnehmenden Schiffe“, so Lars Nürnberger, Leiter der Siemens-Niederlassung in Kiel. Die fahrbare Vorrichtung für die Übergabe der Starkstromkabel zum Schiff stammt von der Firma Stemmann-Technik, einem Unternehmen der Wabtec Corporation. Das Kabelsystem ist in Verbindung mit den Anschlussboxen auf dem Terminalgelände flexibel einsetzbar und ist damit für Kreuzfahrtschiffe unterschiedlicher Größe und Bauform geeignet.

Text: PM Port of Kiel