Schlagwort: Refit

Frische Farben und Landstrom

Phoenix Reisen machte die Artania auf der Lloyd Werft in Bremerhaven fit für die Weltreise 2019/2020 und überraschte nicht nur mit Young Generation Möbeln in frischen Farben. Oliver Asmussen berichtet.

In den vergangenen Jahren hat Phoenix Reisen etliche Millionen Euro in die Modernisierung der Artania fließen lassen, die im Jahr 2011 von P&O Cruises als Artemis übernommen wurde. Der 44.588 BRZ große, schmucke Kreuzfahrer mit Baujahr 1984 war schon bei seiner Indienststellung als Royal Princess seiner Zeit weit voraus. Kein anderes Kreuzfahrtschiff hatte seinerzeit so viele Balkonkabinen zu bieten und verfügte über ähnlich viele Außendeckflächen. Heute, rund 36 Jahre nach der Jungfernfahrt, ist die Artania technisch auf dem neuesten Stand. Das 231 m lange Kreuzfahrtschiff erfüllt alle Standards, die für weltweite Kreuzfahrten in den kommenden Jahren gefordert werden. So wurden nun auf der Lloyd Werft die Räumlichkeiten vorbereitet, um im kommenden Jahr die Technik für einen Landstrom-Anschluss zu komplettieren.

Ab sofort mit Marinediesel statt Schweröl
Um den verschärften, internationalen Bestimmungen für den Ausstoß von Schadstoffen, insbesondere von Schwefel, Feinstaub und Ruß gerecht zu werden, sind die Tanks komplett gereinigt worden. Die Artania fährt ab sofort nur noch mit dem deutlich umweltfreundlicheren Marinediesel. Die vier Hauptmotoren wurden bei einem langen Werftaufenthalt im Herbst 2014 komplett ausgewechselt und bieten nahezu perfekte Voraussetzungen, um für viele weitere Jahre auf einem technisch sehr hohen Niveau unterwegs zu sein. Sämtliche Generatoren und Zuleitungen sind in den letzten acht Jahren durch neue Technik ersetzt worden, so verfügt die Artania auch über eine neue Anlage zur Abwasseraufbereitung.

Nicht nur 272 Kabinen renoviert
Bereits seit über acht Jahren fährt das von Lady Diana getaufte Kreuzfahrtschiff nun unter der Charterflagge von Phoenix Reisen und ist seither auf allen Decks mindestens einmal renoviert worden. Beim aktuellen Werftaufenthalt haben insgesamt bis zu 1.300 Menschen dafür gesorgt, dass die Artania am 12. Dezember fein herausgeputzt mit neuen Gästen von Hamburg aus in See stechen konnte. Rund 1,2 Millionen EUR sind bei diesem Werftaufenthalt in die technischen Bereiche geflossen. Es wurden beeindruckende 65km Kabel neu verlegt und 272 Kabinen auf Deck 4 und 5 renoviert. Die Leuchtmittel in den Kabinen wurden komplett auf LED umgestellt. Es wurde aber auch in anderen Bereichen zum Teil auffällig renoviert….

… Lesen Sie weiter in AN BORD.

Fotos: Oliver Asmussen/oceanliner-pictures.com

Legerer Luxus

Das traditionelle Hapag Lloyd-Flaggschiff EUROPA fährt nach seinem Werftaufenthalt in eine moderne Zukunft. Peggy Günther berichtet.

„Seit 5:22 Uhr liegt die EUROPA an der Pier des Cruiseterminals“, sagt Gabi Haupt beim Empfang in der mit Blautönen neu gestalteten Lobby des Schiffsklassikers. Die Produktmanagerin bei Hapag-Lloyd Cruises hat gerade einen der aufwändigsten Werftaufenthalte seit Indienststellung des Schiffes abgeschlossen. Neben zahlreichen technischen Neuerungen standen auch viele Umbauten im Passagierbereich auf der To-Do-Liste mit 1.500 Punkten.

850 Arbeiter haben während des 14-tägigen Werftaufenthaltes bei Blohm & Voss in Hamburg 5.000 Quadratmeter Teppich verlegt und 3.500 Liter Farbe verpinselt. Aus dem Multifunktionsraum „Atelier“ ist eine reine Sportlocation geworden, passend zum neuen Gesundheitsprogramm EUROPA REFRESH – mit gesunden kulinarischen Alternativen von Dr. Anne Fleck und dem Fitnessprogramm LES MILLS. Manche kleinen Verbesserungen zogen große Arbeiten nach sich: Für die Espressomaschinen in den Suiten mussten erst einmal zusätzliche Stromleitungen gezogen werden. Und im Hauptrestaurant wurden zwei Wände versetzt, um mehr Platz in den Spezialitätenrestaurants zu schaffen.

Foto: Hapag-Lloyd Cruises / Christian Wyrwa

So wuchs das italienische Venezia – jetzt in moderner rot-schwarz-weißer Optik – von 30 auf 50 Sitzplätze. Und das neue Restaurant „The Globe by Kevin Fehling“ bietet 26 Passagieren am Abend erlesenen Sterne-Genuss. Gleichzeitig ist es aber auch gelungen, dem Wunsch vieler Stammgäste nach mehr Zweier-Tischen im Hauptrestaurant nachzukommen: Die Anzahl hat sich von 20 auf 50 erhöht. Insgesamt bietet das Europa-Restaurant nun 265 Sitzplätze in stylischen weißen Ledersesseln. Sie sind mit zwei praktischen Features ausgestattet: einem Griff im Rücken, der es der Crew erleichtert, den Sessel für die Passagiere zurechtzurücken und einem Knopf an der Seite, an dem die Dame ihre Handtasche aufhängen kann. Das ist Liebe zum Detail!

Doch zurück zum neuen Stern am kulinarischen EUROPA-Himmel: „The Globe by Kevin Fehling“. Mit strahlenden Augen kredenzt der 42-Jährige zum ersten Mal Auszüge aus seiner weltoffenen Kreativküche, inspiriert von all seinen Reisen als Küchenchef an Bord der EUROPA zwischen 2000 und 2003. Dazu zählen eine Neuinterpretation von Egg Benedict mit weißem Alba-Trüffel oder ein Carabinero, sous-vide gegart und begleitet von einer feinen Gurkenrelish sowie einem Exotic-Chutney und Tandoori-Hollandaise. Fein abgestimmte Entdeckungsreisen für dem Gaumen aus den besten Zutaten. Selbst beim Interieur hat der Sternekoch selbst Hand angelegt: Von der Decke hängen runde Lampen, die an beleuchtete Globen erinnern, an den schlicht-grauen Wänden erscheint am Abend eine Sternenprojektion….

Fotos: enapress.com, Hapag-Lloyd Cruises / Christian Wyrwa, Peggy Günther