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2020 mehr als 1,9 Passagiere abgefertigt: Hafen Ystad bereit für neue Fähren

Mit Fördermitteln der Europäischen Union hat der schwedische Hafen Ystad seine seeseitige Infrastruktur deutlich verbessert: Neben zwei neuen Fähranlegern wurden auch die bestehenden Liegeplätze ausgebaut. Jetzt wollen Hafenverwaltung und Kunden die größeren Potentiale heben: Mit ausgebautem Hinterland und dem Einsatz neuer und effizienterer Fähren. Für Verkehre von Zentral- und Osteuropa nach Stockholm, Göteborg oder Mittelschweden ist Ystad schon heute ein wichtiger Knotenpunkt.

Animation: Bornholmslinjen

Trotz pandemiebedingter leichter Rückgänge im Jahr 2020 wurden zuletzt 2,6 Millionen Tonnen Ladung und knapp 210.000 Frachteinheiten in Ystad umgeschlagen. Noch stärker ist der Standort im Passagierverkehr: 2020 nutzten mehr als 1,9 Millionen Passagiere das Angebot der Fährlinien von und nach Ystad, dabei wurden mehr als 600.000 Pkw befördert. Um den landseitigen Anschluss nach Norden und in Richtung Öresundregion weiter zu verbessern, setzt sich die Hafenverwaltung für einen Ausbau der Zufahrtsstraße E65 von Ystad nach Malmö ein. Die Maßnahme könnte den Hafenverkehr insbesondere zu Stoßzeiten entzerren und die Fahrzeiten in die Metropolen Malmö, Göteborg und Stockholm deutlich verkürzen. In Folge des seeseitigen Ausbaus setzen auch die Kunden des Hafens auf Wachstum: Die dänische Reederei Bornholmslinjen plant im Frühjahr 2022 mit der bei der Austal-Werft 5 in Cebu auf den Philippinen für 83, 65 Mio. Euro (136 Mio. AUD) mit Sektionszulieferungen von der Schwesterwerft im vietnamesischen Vung Tau in Bau befindlichen Express 5 den größten Katamaran der Welt auf der Route Ystad-Rønne/Bornholm einzusetzen. Das 115 Meter lange, 30 m breite Aluminiumschiff, das mit vier 16-Zylinder-4-Tktmotordeen des Typs W16V31 mit zusammen 53694 PS von Wärtsilä als Antrieb ausgerüstet wird und durch seine DF-Auslegung auch alternative Treibstoffe verbrennen kann, bietet Platz für 1.610 Passagiere und 451 Pkw. Brennstart für den als Werft-Nr.423 geführten RoPax-Neubau war am 8. Juli 2020.

Knotenpunkt in Südschweden: der Hafen Ystad und seine neuen Fähranleger. Foto: Ystad Hamn

Die Route Ystad-Rønne ist die kürzeste Verbindung nach Bornholm, und konnte auch im Coronajahr 2020 dank des hohen dänischen Inlandsreiseverkehrs stabile Passagierzahlen vermelden. Auf den Verbindungen nach Swinoujscie haben die beiden Reedereien Unity Line und Polferries im letzten Jahr den Transportkorridor zwischen Schweden und Polen aufrechterhalten. Angesichts des stetigen Wachstums der Passagier- und Frachtverkehre plant die Reederei Polferries nun die Verlängerung einer Ihrer Fähren, sowie die Bestellung einer brandneuen Fähre für 2024. „Wir freuen uns über den Ausbau unseres Hafens, ruhen uns aber darauf nicht aus. Mit dem Commitment der Kunden und einer stärkeren Infrastruktur im Hinterland sind wir zuversichtlich, dass das starke Wachstum des Standorts der letzten Jahre in allen Segmenten auch in Zukunft weitergehen kann. In Bezug auf Deutschland sind wir optimistisch, dass wir im Sommer viele Tagesgäste und Urlauber aus Sassnitz und von der Insel Rügen bei uns begrüßen können“, sagt der Geschäftsführer der Hafenverwaltung Ystad Hamn, Björn Boström. JPM

Erfolgreicher Probe-Anlauf: Hafenerweiterung in Ystad sichert weiteres Wachstum

Der Ausbau des südschwedischen Hafens Ystad in Südschweden ist beendet. Zwei neue Fähranleger mit neuen RoRo-Rampen und Landstromanschluss ermöglichen es jetzt, mehr Verkehre und größere Schiffe abfertigen zu können. Am 25. November 2020 absolvierte die erste Fähre erfolgreich ihren Probeanlauf im neuen Hafenteil, um sicherzustellen, dass die neuen Anleger einwandfrei funktionieren. Ab dem neuen Jahr werden die neuen Liegeplätze dann regelmäßig genutzt.

„Der Hafen von Ystad hat jetzt gute Voraussetzungen und Kapazitäten, um sowohl im Passagier- als auch im Frachtbereich weiter zu wachsen. Nach der Eröffnung der neuen Route Ystad-Sassnitz im September freuen wir uns besonders auf regelmäßige Verkehre von und nach Deutschland”, sagt Björn Boström, Geschäftsführer der Hafenverwaltung Ystad Hamn. Der südschwedische Hafen verzeichnet seit Jahren einen deutlichen Anstieg im Güter- und Personenverkehr und ist nach seinen Angaben größter Hafen in Schweden mit täglichen Fährverkehr nach Polen und Bornholm sondern auch drittgrößter Fährpassgierhafen des Landes.

Foto: Ystad Hamn

Prognosen zufolge wird das Wachstum trotz der Pandemie weiter anhalten. Das gilt sowohl für den Verkehr von und nach Swinoujscie in Polen sowie nach Bornholm, als auch für die neue Verbindung nach Sassnitz auf Rügen. Um den positiven Zukunftsaussichten bestmöglich entgegenzukommen, musste die Kapazität des Hafens bedarfsgerecht erhöht werden. Das abgeschlossene Bauvorhaben ist eines der größten Infrastrukturprojekte Südschwedens und wurde mit EU-Fördermitteln in Höhe von fast 700 Mio. Euro unterstützt. Im Mai 2019 haben die Arbeiten begonnen, eineinhalb Jahre später ist der neue Hafenabschnitt für den Fährverkehr nun fertiggestellt. Der neue Fährhafen vergrößert den Hafen land- und seeseitig, und beinhaltet unter anderem neue Vorstauflächen, Ankunftsbereiche, neue Wellenbrecher, Flächen für Zoll- und Grenzkontrollen und nicht zuletzt moderne Fähranleger. Bis Ende 2021 soll zudem die Möglichkeit der LNG-Betankung für die Fähren der Swinoujscie-Routen geschaffen werden. JPM