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Color Line mustert Fähren aus

Die Perspektiven für 2023 haben bei der größten norwegischen Fährreederei zu ersten Maßnahmen geführt. Wie das Unternehmen in Oslo bekanntgab, werden zwei der sieben Schiffe die Flotte noch im November verlassen und verkauft.

Color Viking, Foto: Frank Behling

Die Passagier- und Autofähre Color Viking soll von der Route Sandefjord-Strömstad abgezogen werden. Von der Kiel-Oslo-Route wird die Frachtfähre Color Carrier abgezogen. Beide Schiffe sollen kurzfristig verkauft werden. Die Reederei erhofft sich dadurch für 2023 ein um mindestens fünf Millionen Euro besseres Ergebnis.

Gründe für die Entscheidung sind die derzeit schlechten Wirtschaftsprognosen für 2023, die unverändert hohen Energiekosten für Treibstoff und Landstrom sowie Änderungen bei der Besteuerung von den an Bord der Fähren verkauften Tabakwaren.

Color Carrier, Foto: Frank Behling

Da Norwegen nicht zur EU gehört, ist auf den Schiffen der Reederei der Verkauf von Alkohol und Tabak steuerbegünstigt möglich. Dieses Geschäft macht einen großen Teil des An-Bord-Verkaufs aus. Besonders die Kurzstrecke zwischen Sandefjord und Strömstad in Schweden wird durch Einnahmen aus dem Verkauf von Tabakwaren und Spirituosen finanziert. Für norwegische Staatsbürger wurde der pro Fahrt erlaubte steuerfreie Tabakeinkauf halbiert. Bislang durften Norweger 400 Zigaretten oder 500 Gramm Tabak pro Fahrt einführen.

Mit der Reduzierung auf 200 Zigaretten gleicht sich Norwegen an die Zollbestimmungen der EU an, wo bereits jetzt 200 Zigaretten aus Nicht-EU-Staaten eingeführt werden dürfen. Beim Tabak wird die erlaubte steuerfreie Menge auf 250 Gramm reduziert.

Color Viking fährt seit mehr als 20 Jahren eine ganzjährige, tägliche Route zwischen Norwegen und Schweden, aber aufgrund hoher Energiekosten und geschwächter Rahmenbedingungen ist es leider nicht mehr finanziell tragbar, dieses Schiff auf der Route zu betreiben“, sagt sie Geschäftsführer Trond Kleivdal.

In Zukunft wird auf dieser Route für die Reederei die moderne Fähre Color Hybrid allein fahren. Das 2019 in Dienst gestellte Schiff ist eine der modernsten Fähren Nordeuropas.

Ein weiterer Grund für die Entscheidung ist neue Subventionsregelung für norwegische Seeleute. Für 2023 soll es laut Reederei eine weitere Abschwächung der Regelung geben. Damit sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb der Fähren unter norwegischer Flagge schlechter geworden.  

Color Line wird auch den Betrieb des Frachters Color Carrier auf der Route Kiel-Oslo einstellen. Der Betrieb ist aufgrund stark steigender Treibstoffkosten und gestiegener Besatzungskosten bei gleichzeitig schwächeren Rahmenbedingungen wirtschaftlich nicht mehr tragbar, so die Reederei.

„Dies sind anspruchsvolle, aber notwendige Entscheidungen zur Straffung. Wir beginnen jetzt mit einem Prozess mit dem Ziel, die Zahl der Entlassungen zu minimieren, unter anderem durch die Versetzung auf andere Schiffe der Flotte sowie durch das Angebot freiwilliger Programme“, sagt Kleivdal.

Color Magic, Foto: enapress.com

Die Color Viking wird am 20. November stillgelegt. Die Color Carrier hat am 14. November ihre letzte Fahrt. Auf der Route Oslo-Kiel wird Color Line das Angebot für Frachttransporte mit den Schwesterschiffen Color Fantasy und Color Magic fortsetzen, die sich mit einer guten Transportbilanz ebenfalls in einem positiven Trend befinden. „Wir haben beim Passagierverkehr eine positive Entwicklung“, so Dirk Hundertmark, Geschäftsführer von Color Line in Kiel. FB

Color Line legt jetzt auch „Color Hybrid“ auf

COLOR HYBRID, Foto: Ulstein

Aufgrund der rigiden Infektionsschutzmaßnahmen sowohl in Norwegen als auch in Schweden hat die norwegische Fährreederei Color Line beschlossen, auch ihre im August 2019  in Dienst gestellte und auf der Route Sandefjord-Strømstad eingesetzte Ro/Pax-Fähre  Color Hybrid (Foto) ab dem 2. Januar vorübergehend aufzulegen.

„Die Zahl der Reisenden auf der Strecke Sandefjord-Strømstad ist durch die aktuelle Infektionslage in Norwegen bereits stark beeinträchtigt, weshalb wir die Color Viking Mitte Dezember vorübergehend aus dem Verkehr gezogen haben. Wenn Schweden das Tarifniveau anhebt und ab dem 28. Dezember neue Zulassungsbedingungen einführt, müssen wir auch die Color Hybrid vorläufig außer Betrieb nehmen. Die Entscheidung bedeutet die Entlassung von etwa 150 Mitarbeitern auf See und an Land“, so Color Line-CEO Trond Kleivdal.

COLOR FANTASY, Foto: Jens Meyer

Aufgrund der zunehmenden Infektionen und des Auftretens der neuen Omicron-Variante haben die schwedischen Behörden beschlossen, dass alle ausländischen Reisenden bei der Einreise nach Schweden ab Dienstag, dem 28. Dezember, einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Diese Anforderung gilt auch für vollständig geimpfte Personen.

Die Entscheidung, die Color Hybrid vorübergehend außer Dienst zu stellen, hat die Entlassung von rund 150 Mitarbeitern zur See und an Land zur Folge. Die Kündigungen kommen zu den rund 800 Mitarbeitern hinzu, die bereits aufgrund der Entscheidung, die Color Viking und die beiden auf der Route Kiel-Oslo eingesetzten Schwesterschiffe Color Magic und Color Fantasy aus der Fahrt zu nehmen, gekündigt wurden. Die Color Viking wurde am 13. Dezember aus dem Verkehr gezogen, während die Color Magic bis zum 29. Dezember und die Color Fantasy (Foto) bis zum 10. Januar in Fahrt bleiben. JPM

Entlassungen wegen Corona-Maßnahmen: „Color Viking“ wird vorübergehend aufgelegt

Die norwegische Fährreederei Color Line hat beschlossen, ihre auf der Route Sandefjord – Strømstad eingesetzte Ro/Pax-Fähre Color Viking (19 763 BRZ) ab Montag, 13.12.2021, vorübergehend aus dem Verkehr zurückzuziehen. Hintergrund ist der deutliche Rückgang bei der Anzahl der Passagiere, nachdem die norwegische Regierung neue nationale Corona Maßnahmen eingeführt hat, die die sozialen Kontakte beschränken sollen. Mit dieser Entscheidung ist Freisetzung von knapp 100 Mitarbeitern verbunden.

Foto: Color Line

„Dies ist eine sehr schwere Nachricht für unsere Mitarbeiter, die zuvor von der Pandemie stark betroffen waren. Wir hoffen nun dringend, dass die Regierung spezifische Regelungen, wie zum Beispiel einen Lohnausgleich, in Kraft setzt, um die realen die Auswirkungen staatlicher Maßnahmen zu kompensieren. Dies kann helfen, unseren Mitarbeiter das Vertrauen in der Weihnachtszeit und darüber hinaus bis zu einer dauerhaften Normalisierung zu sichern, so Color Line-CEO Trond Kleivdal.

Auf der Route Sandefjord – Strømstad betreibt Color Line neben der 1985 erbauten Color Viking und auch die 2019 in Dienst gestellte Color Hybrid (27164 BRZ) als größte Plug-in-Hybrid-Fähre der Welt. Die Schiffe bieten in der Regel ganzjährig je zwei Tagesrundreisen auf dieser für den Personen- und Güterverkehr zwischen Norwegen und Schweden wichtigen Route Durch den Rückzug der Color Viking wird das Angebot auf täglich zwei Hin- und Rückfahrten mit der Color Hybrid reduziert.

Die Color Line AS mit Hauptsitz in Oslo ist mit rund 2.000 Mitarbeitern in vier Ländern tätig. Mit der Beförderung von rd. 3,8 Mio. Passagieren, 900 000 Autos und 180 000 Frachteinheiten pro Jahr lwird ein Jahresumsatz von mehr als 5 Milliarden NOK eingefahren. Das Unternehmen verfügt über eine Flotte von sieben im norwegischen Schiffsregister registrierten Schiffen und betreibt vier internationale Fährverbindungen zwischen sieben Häfen in Norwegen, Deutschland, Dänemark und Schweden, darunter auch die Route Kiel-Oslo. JPM