Schlagwort: Crystal Cruises

Ehemaliges Crystal Expeditionskreuzfahrtschiff demnächst für Lindblad Expeditions in Fahrt

Auf den Namen National Geographic Islander II wurde mittlerweile das kleine, nur 85,2 Meter lange Expeditionskreuzfahrtschiff umbenannt, das bis zum Sommer letzten Jahres noch als Crystal Esprit für die bis dahin zum Genting-Konzern gehörende und mittlerweile insolvente amerikanische Kreuzfahrtreederei Crystal Cruises verkehrte.

Noch vor der Insolvenz verkaufte Crystal das Schiff an die amerikanische Reederei Lindblad Expeditions. Seit November letzten Jahres liegt das Schiff nun für umfangreiche Umbauarbeiten auf der dänischen Orskov Yard in Frederikshavn und soll nach Abschluss der Umbauarbeiten vermutlich auf den Galapagos-Inseln zum Einsatz kommen.

CRYSTAL ESPRIT (Archiv), Foto: enapress.com

Gebaut wurde der Kreuzfahrer 1989 zusammen mit einem Schwesterschiff unter der Baunummer 647 als Lady Diana auf der Flender Werft in Lübeck für einen griechischen Auftraggeber, der die Schiffe nach der Fertigstellung aufgrund finanzieller Probleme nicht abnehmen konnte. Als neuer Eigner übernahm dann die New Frontier Cruise Line aus den Bahamas beide Schiffe, die dann nach einem ersten Umbau auf der Lloyd Werft Bremerhaven als Aurora I und Aurora II in Fahrt kamen. Im Jahr 1994 übernahm dann Star Cruises das Schiff und setzte es als MegaStar Taurus ein, bis es im November 2008 aufgelegt wurde. 

Foto: Christian Eckardt

Ab 2015 kam dann das Schiff mit Platz für maximal 62 Passagiere für Crystal Cruises als Crystal Esprit in Einsatz, nachdem der Mutterkonzern von Star Cruises, Genting Hong Kong, die Reederei von der japanischen Reederei Nippon Yusen Kaisha übernommen hatte. 

In der Zeit unter Crystal Cruises war das Schiff hauptsächlich in der Karibik, auf den Seychellen, im Orient und in Europa unterwegs. Bekannt war das Schiff vor allem für seinen Butler-Service, das luxuriöse Spa und das umfangreiche Sortiment an Wassersportausrüstung, das an Bord verfügbar war. Anfang September 2021 teilte Crystal Cruises den Verkauf des Schiffes mit, und kurze Zeit später wurde bekannt, das Lindblad Expeditions das Schiff übernommen hat.

Foto: Christian Eckardt

Crystal Cruises erklärte seinerzeit, dass das Schiff ein „wunderbarer Teil der Flotte“ gewesen sei, der ein „in der Branche unübertroffenes Boutique-Yachterlebnis“ geboten und zahlreiche Fans aus aller Welt immer wieder neu begeistert habe.

„Jedoch passt das Konzept einer einzelnen kleinen Yacht aber nicht in unsere Zukunftspläne“, so Crystal Cruises seinerzeit. Nachdem das Kreuzfahrtschiff zunächst im Oktober 2021auf der Viktor Lenac Werft in Rijeka lag, wurde es kurze Zeit später nach Norddänemark überführt, wo derzeit noch umfangreiche Umbauarbeiten durchgeführt werden.

Das börsennotierte amerikanische Unternehmen Lindblad Expeditions gilt als Pionier der Expeditionsreisen. Das Unternehmen wurde 1958 unter dem Namen Lindblad Travel von dem Schweden Lars-Eric Lindblad gegründet. Er plante Reisen in einige der exotischsten Teile der Welt, darunter die erste Touristenexpedition in die Antarktis im Jahr 1966, auf die Osterinsel und die Galápagos-Inseln im Jahr 1967 und entlang der Küste von China und Bhutan im Jahr 1978. Seit 1979 wurde das Unternehmen von Lars-Erics Sohn Sven-Olof Lindblad fortgeführt. Er setzte wichtige Elemente und Ideen seines Vaters fort und hat das Engagement des Unternehmens für Naturschutz und Feldforschung verstärkt, insbesondere durch die Partnerschaft von Lindblad mit National Geographic, die 2004 begann. 2012 kaufte das Unternehmen Orion Expedition Cruises mit Sitz in Australien, wodurch seine Reichweite auf der ganzen Welt erweitert wird. 

National Geographic Endurance (Archiv), Foto: Frank Behling

Lindblad Expeditions hatte im Sommer 2021 mit der National Geographic Endurance den ersten Neubau seit mehr als 50 Jahren in Dienst gestellt. Im Herbst 2021 folgte das für maximal 126 Passagiere konzipierte Schwesterschiff National Geographic Resolution, ebenfalls mit dem patentierten „Ulstein X-Bow“ Chr. Eck

Crystal Riverships von Schweizer Managementfirma übernommen

Für das Management und die Bereederung der Hochseeflotte von Crystal Cruises nach der Einstellung der Aktivitäten war entschlossen worden, die international aufgestellte Schiffsmanagement-Firma V-Ships zu verpflichten, solange kein Käufer für die Schiffe gefunden werde.

Noch keinerlei Neuigkeiten gab es bis jetzt für die Zukunft der Flusskreuzfahrtschiffe von der Tochtergesellschaft der Reederei, Crystal River Cruises. Hierzu gehören vier neue Ultra-Luxusschiffe Crystal Bach, Crystal Debussy, Crystal Mahler, Crystal Ravel sowie eines der größten Donauschiffe, die komplett und äusserst aufwändig renovierte Crystal Mozart.

Crystal Mozart, Foto: enapress.com

Von Insidern und Mitarbeitern konnte „an Bord“ erfahren, dass die Schiffe jetzt im Layup-Management ähnlich wie bei V-Ships von der Schweizer Schiffsmanagement-Firma River Advice übernommen wurden. Die Schiffe befinden sich auf der Fahrt von ihren Winterhäfen am Rhein und an der Donau in Richtung des holländischen Arnheim, wo sie im Süsswasser besser geschützt sind. Die Crystal Mozart wird wegen ihrer besonderen Schiffsgröße in Linz verbleiben.

Es ist davon auszugehen, dass in einigen Wochen nach Regelung der administrativen Themen von Banken und Insolvenzverwaltern die Schiffe dann im Markt angeboten werden.

Insider berichten, dass die neuen Schiffe mit nicht unwesentlichen Hypotheken belastet sind. Sie wurden in Deutschland gebaut (MV Werften) und wie bekannt mit Exportfinanzierung der KfW mitfinanziert.

Die beiden Büros von Crystal River Cruises in Amsterdam und Malta mit insgesamt etwa 25 Mitarbeitern befinden sich derzeit in Auflösung. Für eine mögliche Übernahme der nautischen Crews auf den Schiffen scheint sich dagegen eine Lösung abzuzeichnen.

Crystal Cruises hat bis zum heutigen Tag kein einziges Statement zur Insolvenz der Reederei, der Zukunft der Beschäftigten und der Firma abgegeben. Das könnte aber eventuell auch dafür sprechen, dass man noch in letzter Sekunde auf Interessenten setzt, die das gesamte Brand übernehmen möchten.

Crystal Mahler, Foto: enapress.com


Interview mit Robert Straubhaar (CEO United Rivers) vom 18.02.22: „Wir haben allen technischen und nautischen Mitarbeitern ein Jobangebot gemacht“

Crystal-Flotte liegt jetzt komplett still

Die drei Hochseeschiffe von Crystal liegen vor Anker. Die Kreuzfahrtschiffe Crystal Serenity und Crystal Symphony ankern mit reduzierter Besatzung von Freeport auf den Bahamas. Die Crystal Endeavor ankert im Rio de la Plata vor Montevideo. Eine Perspektive gibt es nach Meldungen aus Crew-Kreisen für die drei Schiffe aktuell nicht. 

Crystal Symphony, Foto: Frank Behling

Der dringlichste Grund sind Außenstände von etwa 2,2 Millionen US Dollar der Crystal Symphony aus einer offenen Rechnung beim Bunkerlieferanten Peninsular Far East aus Singapur. Um einem möglichen Arrest in den USA zu entgehen, sind die beiden älteren Crystal-Schiffe vor dem Hafen von Freeport auf den Bahamas vor Anker gegangen. Das Problem: Dort können sie aber auch nicht mehr weg, da die Treibstoffvorräte limitiert sind und nicht mehr für längere Reisen reichen. Alle drei Crystal-Schiffe sind in Nassau auf den Bahamas registriert. 

Wie die Schiffe an Treibstoff kommen sollen, ist noch unklar. In diesen Fällen verlangen Bunker-Händler in der Regel Vorkasse. Die Reederei versucht nach eigenen Angaben bis 29. April wieder einen Betrieb auf die Beine zu stellen. Klappt das nicht, droht den drei Schiffen der Verkauf oder sogar die Versteigerung.

Gründe für die Probleme sind die weiter ungeklärte Zukunft der Genting Hong Kong und der Reederei Dream Cruises. Von der Dream Cruises Flotte fährt nur noch die World Dream ab Singapur und die Explorer Dream ab Keelung (Taiwan). Die Genting Dream ankert auch seit Wochen vor Hongkong.

GENTING DREAM, Foto: enapress.com

Die neue Explorer-Yacht Crystal Endeavor hat ihr Antarktis-Revier am 5. Februar auch verlassen und von Ushuaia aus Kurs auf Montevideo in Uruguay genommen. Dort ging sie am 10. Februar auf der Außenrede im Rio de la Plata vor Anker. Der Insolvenzverwalter hat für die kommende Woche neue Informationen angekündigt.

Die fünf Flussschiffe der Reederei liegen derzeit noch im Winterlager. Auch hier ist noch unklar, ob es im Mai einen Saisonstart geben wird.

Zur Suche nach einem Ausweg sollen die Banken der Reederei bereits auf der Suche nach einer günstigen Lösung für den Betrieb sein. Hier wird der Name von V.Ship genannt. Der britisch-amerikanische Konzern mit Schwerpunkt auf maritimen Dienstleistungen betreut weltweit für Reeder 2200 Schiffe mit 44000 Seeleuten.

Zum Portfolio von V.Ships gehört die komplette Palette des Betriebs. Ein Geschäftsfeld ist die korrekte Betreuung von Aufliegern.

Nach Berichten vor allem amerikanischer Medien sind die Geschäftsräume der Reederei seit kurzem geschlossen. Ein offizielles Statement von Crystal Cruises steht bis heute aus. Die Zukunft der Crew auf den Schiffen ist derzeit ungewiss, ein Teil soll in diesen Tagen von den Schiffen nach Hause geflogen werden. FB

Crystal-Schiffe ankern vor Freeport

Die beiden Kreuzfahrtschiffe Crystal Serenity und Crystal Symphony sitzen fest. Der Grund sind Außenstände von etwa 2,2 Millionen US Dollar aus offenen Rechnungen beim Bunkerlieferanten Peninsular Far East aus Singapur. Um einem Arrest in den USA zu entgehen, sind beide Schiffe vor dem Hafen von Freeport auf den Bahamas vor Anker gegangen. Das Problem: Dort können sie aber auch nicht mehr weg, da die Treibstoffvorräte limitiert sind.

Der Treibstofflieferant hat inzwischen in allen größeren Häfen Anwälte auf die Crystal-Schiffe angesetzt. Bei einem Einlaufen kann dann vor dem lokalen Gericht sofort ein Titel erwirkt und das Schiff in die Kette gelegt werden. Deshalb bleiben die beiden Crystal-Schiffe vorerst wohl auf Reede vor Freeport.

Gründe für die Probleme sind die weiter ungeklärte Zukunft der Genting Hong Kong und der Reederei Dream Cruises. Von der Dream Cruises Flotte fahren zur Zeit nur noch die World Dream ab Singapur und die Explorer Dream ab Keelung (Taiwan). Die Genting Dream ankert auch seit Wochen vor Hongkong. Die neue Explorer-Yacht Crystal Endeavor hat ihre Antarktis-Saison am 5. Februar auch verlassen und von Ushuaia aus Kurs auf Montevideo in Uruguay genommen. Dort wird sie am 10. Februar erwartet. Was danach mit dem erst im Sommer 2021 von den MV Werften abgelieferten Schiff passiert, steht noch nicht fest. Auch für dieses Schiff steht in Montevideo das Auffüllen der Treibstofftanks an. FB

Auch „Crystal Serenity“: Zweites Crystal-Schiff wegen Arrest-Drohung nach Bimini umdirigiert

Die durch Umroutung in den Bahamas-Hafen Bimini einem im Bestimmungshafen Miami drohenden Arrest entkommene Crystal Symphony hat hauseigene Gesellschaft bekommen: Mit der Crystal Serenity liegen seit Montag nunmehr bereits zwei Schiffe der zum in finanzieller Schieflage befindlichen Genting Hong Kong-Konzern gehörenden Reederei Crystal Cruises auf Warteposition in Bimini, wo ein dem Konzern nahestehendes Unternehmen über ein eigenes Resort verfügt.

Crystal Serenity, Foto: enapress.com

Alle Passagiere wurden per Schnellfähre nach Port Everglades gebracht und Montagnacht in einem Hotel in Fort Lauderdale untergebracht. Sie sollen nach Reedereiangaben für die angefallenen Flugumbuchungskosten entschädigt werden. Das 2003 in St. Nazaire erbaute 68870-BRZ-Schiff war am 17. Januar von Miami zu einer Reise ausgelaufen, von der es planmäßig erst im Mai in Kalifornien zurückerwartet wurde. Allerdings wurden die Gäste schon wenige Tage später darüber informiert, dass Hafenanläufe kurzfristig abgesagt werden müssten. Nachdem am Freitag überraschend auch der Anlauf von Aruba von den dortigen Behörden verweigert wurde, obwohl die Reederei nach eigenen Angaben zuvor die Bezahlung aller anfallenden Abfertigungskosten sichergestellt hatte, wurde die Crystal Serenity ebenfalls nach Bimini geschickt, wo die beiden Schiffe zunächst den Ablauf des von Genting auf den Bermudas beantragten Insolvenzverfahrens abwarten dürften.

Wie berichtet, hatte der mit Hauptsitz in Singapur ansässige Bunkerlieferant Peninsula Petroleum Far East Pte. Ltd. am 19.01.2022 beim United States District Court Southern District of Florida eine Klage gegen das 27 Jahre alte 51044-BRZ-Schiff Crystal Symphony und die Reedereien Crystal Cruises und Star Cruises wegen unbezahlter Rechnungen für Treibstoff in Höhe von insgesamt 4,6 Mio. Euro erhoben, von denen 2,104 Mio. Dollar auf Crystal Cruises entfallen, deren Crystal Symphony zwischen Dezember 2021 und Januar 2022 zwei Mal und Crystal Serenity sechsmal in Miami bebunkert wurden, ohne dass die dafür fälligen Kosten beglichen wurden.

Am Folgetag ordnete dann District-Richter Darrin P. Gayles an, dass das Gericht einen Vollstreckungsbeschluss für die Arretierung der unter Bahamas-Flagge betriebenen Crystal Symphony erteilt, die zwar am 22.01.2022 in Miami zurückerwartet wurde, stattdessen aber nach Bimini auswich, um dort die Reise zu beenden.

Mit der vorzeitigen Stilllegung der Crystal Serenity schmilzt die Hoffnung auf eine Weiterführung der unter den Marken Crystal Cruises Star Cruises und Dream Cruises betriebenen Kreuzfahrtaktivitäten, die sowohl Genting Hong Kong mit seinem am 18. Januar 2022 vor dem Supreme Court of Bermuda gestellten Antrag auf vorläufige Insolvenz als auch Jack Anderson, Präsident der Genting-Tochter Crystal Cruises, mit seiner Entscheidung zur Auflegung aller drei Seeschiffe bis Ende April und Verschiebung des Saisonstarts der fünf Flusskreuzer auf Ende Mai verbunden hatten.

Auch Dream Lines insolvent

Ein weiteres Indiz für die Erosion des Genting-Imperiums ist auch die Tatsache, dass inzwischen auch die 2015 von Genting gegründete Reederei Dream Cruises in Bermuda einen Insolvenzantrag gestellt hat. Die Reederei war Auftraggeber des bei dem 2016 von Genting übernommenen und seit Januar dieses Jahres insolventen MV Werften-Verbund zu 75 Prozent fertiggestellten Neubaus Global Dream. Für das für rd. 10 000 Gäste ausgelegte 1,5 Mrd. Euro-Schiff werden derzeit nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters der Bauwerft Käufer gesucht. Angeblich soll es vier Interessenten geben. Erste Gespräche seien schon geführt worden. Ob sich die von Genting gehegten Hoffnungen erfüllen, dass nach der kurzfristig erwarteten Einberufung eines vorläufigen Insolvenzverwalters für Dream Cruises eine Lösung zur Weiterführung statt Zerschlagung der Reederei erfüllen und wie es um die Zukunft von Star Cruises bestellt ist bleibt ungewiss. JPM

Genting bröckelt weiter – Führung zurückgetreten

Der wirtschaftlich ins Straucheln geratene Touristik-Konzern Genting kommt nicht zur Ruhe. Am Freitag reichten der Gründer und Hauptaktionär Lim Kok Thay sowie der Präsident Au Fook Yew, bekannt als Colin Au, ihren Rücktritt von den Führungspositionen ein. 

Bereits am Dienstag war ein Großteil der Genting-Führung von ihren Funktionen zurückgetreten.

Dieser Schritt ist bei Unternehmen nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens üblich, damit die Insolvenzverwaltung freie Hand bei der Erarbeitung einer möglichen Perspektive für den Konzern hat. Lim Kok Thay ist mit 76 Prozent der Anteile an der Reederei beteiligt.

Gleichzeitig werden gerade nach und nach die Kreuzfahrt-Aktivitäten heruntergefahren, da die Liquidität schwindet. Die drei Schiffe der Marke Crystal Cruises sollen bis zum Monatsende ihren Betrieb einstellen. 

Auch ein Teil der drei Schiffe der Dream Cruises-Flotte ruht bereits. Das Kreuzfahrtschiff Genting Dream von Dream Cruises ankert seit 6. Januar vor Hongkong. 

Das Kreuzfahrtschiff Crystal Symphony hat die Rückreise nach Miami am Sonnabend kurzfristig abgebrochen und ankert vor der Insel Bimini in den Bahamas. Es wird erwartet, dass die Liquidität für den Betrieb der Kreuzfahrtaktivitäten in den kommenden Tagen nach und nach komplett schwinden könnte.

Außerdem ist damit zu rechnen, dass Gläubiger für die Schiffe und andere Vermögenswerte der Gruppe bei Gerichten Arreste bewirken können. 

Es bedeutet aber nicht, dass Genting verschwindet. Die Entscheidungen über die Zukunft treffen nun Banken und Gläubiger. Zu den größten Gläubigern gehören die Banken BNB Paribas, Credit Agricole SA, DNB Bank ASA und die Overseas-Chinese Banking Corporation. Auf Genting Hong Kong lasten Schulden von 2,78 Milliarden Dollar.

Die beiden größten und modernsten Schiffe der Flotte von Genting sind aktuell die World Dream und die Genting Dream gehören bereits chinesischen Banken und Leasing-Gesellschaften. Die 2016 und 2017 von der Meyer Werft gebauten Schiffe sind in Hongkong und Singapur stationiert.

Der Unternehmer Lim Kok Thay hatte den Kreuzfahrtbetrieb im November 1993 mit der Reederei Star Cruises aufgebaut. Zunächst waren  ehemalige Fähren der Viking-Gruppe aus der Ostsee das Fundament. Zeitweise war Star Cruises durch die Beteiligung an der Norwegian Cruise Line die Nummer drei in der Kreuzfahrtszene. 

2018 verkaufte Genting jedoch die letzten Anteile an NCL und fokussierte sich ganz auf den Neubau eigener Schiffe in Mecklenburg-Vorpommern.

In Fahrt ist aber weiterhin die Luxusyacht von Lim Kok Thay. Die 2014 von Oceanco in Italien gebaute Megayacht Tranquility traf am Montag im Hafen von Philipsburg an der Karibik-Insel St. Marten ein. 

Seit einigen Tagen hält sich die 91 Meter lange Privatyacht in den Gewässern der zu den niederländischen Überseegebieten gehörenden Karibikinsel auf. FB

Arrest-Beschluss für „Crystal Symphony“ erwirkt

Foto: Crystal Cruises

Erstmals ist am Donnerstag in den USA dem Antrag eines Gläubigers stattgegeben worden, zur Sicherung seiner Forderungen ein Kreuzfahrtschiff des in Liquiditätsschwierigkeiten befindlichen Genting-Konzerns für eine Zwangsversteigerung in die Kette legen zu lassen.  

Damit hat sich die Hoffnung auf eine Weiterführung der unter den Marken Crystal Cruises, Star Cruises und Dream Cruises betriebenen Kreuzfahrtaktivitäten als wertsicherndes Kerngeschäft, die sowohl Genting Hong Kong mit einem am 18. Januar 2022 vor dem Supreme Court of Bermuda gestellten Antrag auf vorläufige Insolvenz als auch Jack Anderson, Präsident der Genting-Tochter Crystal Cruises, mit seiner Entscheidung zur Auflegung aller drei Seeschiffe bis Ende April und Verschiebung des Saisonstarts der fünf Flusskreuzer auf Ende Mai verbunden hatten, früher als erwartet zerschlagen.

Der mit Hauptsitz in Singapur ansässige Bunkerlieferant Peninsula Petroleum Far East Pte. Ltd. hatte am 19.01.2022 beim United States District Court Southern District of Florida eine Klage gegen das 27 Jahre alte 51044-BRZ-Schiff Crystal Symphony, und die Reedereien Crystal Cruises und Star Cruises wegen unbezahlter Rechnungen für Treibstoff erhoben, der in Miami geliefert worden war. Am Folgetag ordnete dann District-Richter Darrin P. Gayles an, dass das Gericht einen Vollstreckungsbeschluss für die Arretierung der unter Bahamas-Flagge betriebenen Crystal Symphony erteilt, die heute (22.01.2022) in den frühen Morgenstunden in Miami zurückerwartet wurde. Mit der Überwachung des Vollzugs wurde die Global Maritime Security (GMS) beauftragt. Allerdings befand sich das Schiff bei Redaktionsschluss stattdessen mit rd. 1040 Gästen auf dem Weg zum Bahamas-Kreuzfahrthafen Bimini, wo es gegen 17.30 Uhr Ortszeit erwartet wurde und die Reise beendet wird. 

Die unbezahlten Brennstofflieferungen, für die das Pfandrecht geltend gemacht wurden, stammen aus Bebunkerungen der Crystal Symphony am 29.12.2021 und 08.01.2022 in Miami, wo auch die Crystal Serenity zwischen Dezember 2021 und Januar 2022 insgesamt sechs Mal mit Brennstoff versorgt wurde, ohne dass dafür eine Zahlung erfolgte.  

Star Cruises soll insgesamt fünf Bebunkerungen ihrer Superstar Libra im Jahr 2017 in Penang nicht bezahlt haben. Damit belaufen sich die Gesamtansprüche des Bunkerlieferanten auf 1,200 Millionen US-Dollar gegen das Schiff Crystal Symphony bzw. insgesamt 2,104 Millionen US-Dollar gegen die Marke Crystal Cruises und 1,295 Millionen US-Dollar gegen die Marke Star Cruises, zu denen noch Gebühren Anwaltskosten und Zinsen kommen. JPM


Meldung vom 24.01.2022: Genting bröckelt weiter – Führung der zurückgetreten

Crystal Cruises stellt Betrieb bis Ende April ein

MV Werften werden überprüft – „Superstar Libra“ liegt weiter in Wismar

Die unklare Lage bei der angeschlagenen Genting-Gruppe trifft auch die Premium-Kreuzfahrtmarke Crystal Cruises. Bis Ende April werden die drei Schiffe der Marke stillgelegt. Die Flusskreuzfahrtschiffe werden den Saisonstart auf Ende Mai verschieben. Eigentlich sollten die Flussschiffe im April starten.

In einer Mitteilung der Reederei heißt es, die Einstellung des Betriebs biete dem Managementteam von Crystal die Möglichkeit, den aktuellen Geschäftsstand zu bewerten und verschiedene Optionen für die Zukunft zu prüfen.

Dabei ist auch eine Lösung aus dem Genting-Konzern die Möglichkeit. In erster Linie geht es aber um die Sicherstellung der Liquidität für den Betrieb der Schiffe. Auch müsse geklärt werden, ob durch Ansprüche von Gläubigern eine Arretierung der Crystal-Schiffe möglich ist. Die in Los Angeles ansässige Marke Crystal Cruises ist eine Tochter der Genting Hong Kong.

Crystal Endeavor, Foto: enapress.com

Crystal betreibt drei Hochseeschiffe und fünf Flusskreuzfahrer. Die beiden großen Premium-Schiffe Crystal Serenity und Crystal Symphony sind aktuell in der Karibik. Die Crystal Symphony wird nach dem regulären Ende der aktuellen Reise am Sonnabend in Miami aufgelegt. Die Crystal Serenity beendet am 30. Januar in Aruba (Niederländische Antillen) ihre aktuelle Reise.

Das erst im Juni von den MV Werften abgelieferte Expeditionsschiff Crystal Endeavor wird nach der Antarktis-Reise am 4. Februar in Ushuaia die Wintersaison beenden und Kurs auf Nordeuropa nehmen.

„Dies war eine äußerst schwierige Entscheidung, aber angesichts des aktuellen Geschäftsumfelds und der jüngsten Entwicklungen bei unserer Muttergesellschaft Genting Hong Kong eine umsichtige Entscheidung“, sagte Jack Anderson, Präsident von Crystal.

Genting Hong Kong ist durch die Zahlungsunfähigkeit der MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern in ein Insolvenzverfahren gerutscht. In der Folge kam es auch bei Genting zu Liquiditätsengpässen und der Handel mit Genting-Aktien wurden eingestellt.

„Crystal ist seit mehr als 30 Jahren ein Synonym für Luxuskreuzfahrten und wir freuen uns darauf, unsere geschätzten Gäste wieder willkommen zu heißen, wenn wir den Betrieb wieder aufnehmen. Wir möchten unseren Gästen und Reiseberatern für ihre unglaubliche Unterstützung in diesen anhaltend herausfordernden Zeiten danken“, so Anderson.

Alle gebuchten Passagiere bekommen den vollen Reisepreis erstattet. Crystal erstattet nach eigenen Angaben den bezahlten Kreuzfahrtpreis vollständig zurück, der automatisch mit der ursprünglichen Zahlungsweise verarbeitet wird, sodass seitens des Gastes keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind.

SuperStar Libra im Wismarer Westhafen,
Foto: enapress.com

Superstar Libra“ bleibt in Wismar

Durch das Insolvenzverfahren hat sich auch die Verschleppung des Kreuzfahrtschiffes Superstar Libra von Wismar zu einem Abbrecher in der Türkei verschoben. Das Kreuzfahrtschiff hatte Genting 2018 nach Wismar geschickt, damit es dort als Hotelschiff für die am Projekt Global Dream beteiligten Mitarbeiter und Crewmitglieder genutzt zu werden.

Im November war bekannt geworden, dass Genting das Kreuzfahrtschiff zum Abbruch in die Türkei verkaufen wollte. Dabei hatte Genting aber die Rechnung ohne die Export-Auflagen für Abwrackschiffe in Deutschland gemacht. Die Prüfung der zuständigen Behörden dauerten noch an, als der Insolvenzantrag gestellt wurde. Der bereits im November nach Wismar beorderte Hochseeschlepper Fairplay 33 hat Wismar am Freitag nach sechs Wochen Liegezeit ohne die Superstar Libra verlassen.

Die geplante Verschleppung des Kreuzfahrtschiffes wurde abgesagt, da das Schiff jetzt Teil des Insolvenzverfahrens ist. Wann es Wismar verlassen wird, ist weiter unklar.

Foto: Frank Behling

MV Werften werden weiter durchleuchtet

Bei den MV Werften geht die Suche nach einem Ausweg weiter. Insolvenzverwalter Christoph Morgen versucht weiter eine Lösung für die Werft und das unfertige Kreuzfahrtschiff Global Dream zu bekommen.

Das Schiff liegt im Baudock in Wismar und ist inzwischen schwimmfähig. Der Verwalter und sein Team sind weiter bei der Sichtung der Unterlagen. Verwiesen wird bei Fragen auf den 1. März. Dann soll eine Transfergesellschaft stehen und Teile der Belegschaften mit dem Start des Insolvenzverfahrens übernehmen.

Erste Abwanderungen von Ingenieuren gibt es bereits. In Schleswig-Holstein sucht die Werft ThyssenKrupp Marine Systems händeringend Ingenieure für Rüstungsprojekte. So wird gerade ein Team für Fregatten der Marine Brasiliens zusammengestellt.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern könnte möglicherweise im Frühling den unfertigen Neubau als „Sicherheit“ für die Bürgschaften bekommen. 300 Millionen Euro an Bürgschaften sind allein vom Land in dem Projekt eingebunden.

Einen Lichtblick gibt es für die 1900 Mitarbeiter der MV Werften. In der nächsten Woche sollen die Gehälter endlich ausgezahlt werden. Die Agentur für Arbeit zahlt die Gehälter aus dem Insolvenzgeld.

Für Verwunderung sorgte bei der Sichtung der Unterlagen in Wismar auch die Tatsache, dass die unfertige Global Dream bereits seit dem 1. Januar 2022 für die Genting Cruise Ship Management in Kuala Lumpur registriert ist. Dieser Schritt war möglich, weil Genting sowohl Eigentümerin der Werft und gleichzeitig des Auftrags ist. Normalerweise wird eine Reederei erst dann Eigentümerin eines Schiffes, wenn sie das von ihr bestellte Schiff nach der Fertigstellung und erfolgter Abnahmefahrt vollständig bezahlt hat. FB


Meldung vom 23.01.2022: Arrest-Beschluss für „Crystal Symphony“ erwirkt

Betriebsaussetzung

Crystal Cruises hat nach den finanziellen Problemen der Mutterfirma Genting Hong Kong vorerst den Betrieb eingestellt. Die Hochseeflotte (Crystal Serenity, Crystal Symphony & die Expeditionsyacht Crystal Endeavor) setzt bis Ende April (29.4.) und die Flussschiffssparte Crystal River Cruises bis Ende Mai aus.

Ausschnitt aus dem Statement vom 19. Januar 2022 auf der Crystal Cruises Website:

„Dies war eine äußerst schwierige Entscheidung, aber angesichts des derzeitigen Geschäftsumfelds und der jüngsten Entwicklungen bei unserer Muttergesellschaft Genting Hong Kong eine kluge Entscheidung“, sagte Jack Anderson, Präsident von Crystal.

„Crystal ist seit mehr als 30 Jahren ein Synonym für Luxuskreuzfahrten, und wir freuen uns darauf, unsere geschätzten Gäste bei der Wiederaufnahme des Betriebs wieder begrüßen zu dürfen. Wir möchten unseren Gästen und Reiseberatern für ihre unglaubliche Unterstützung in diesen schwierigen Zeiten danken.“, heißt es weiter.

Weitere Informationen finden Sie in unserem AN BORD-Newsletter am Freitag.


Luxus-Expeditionen zu Pinguinen, Eisbergen und Gletschern

Aviation & Tourism International präsentiert Antarktis-Specials mit der „Crystal Endeavor“ – Außergewöhnliches Schiff mit Sechs-Sterne-Service

Pressemitteilung

Für den bevorstehenden antarktischen Sommer präsentiert Aviation & Tourism International (ATIWORLD) mehrere Reise-Specials an Bord der erst im vergangenen Sommer in Stralsund getauften „Crystal Endeavor“. Das rund 20.000 Tonnen große Schiff mit Sechs-Sterne-Service gilt als die derzeit größte und luxuriöseste Expeditionsyacht der Welt und wird seine Gäste von Dezember 2021 bis Anfang März 2022 zu den faszinierenden Schönheiten des südlichsten Kontinents unserer Erde führen. ATIWORLD offeriert insgesamt sechs Abfahrten einschließlich zahlreicher Extraleistungen wie die Nonstop-Flüge ab/bis Miami und eine Hotelübernachtung in Ushuaia auf Feuerland, dem Abfahrtshafen für die Entdeckerreisen in die Antarktis. 

Crystal Endeavor, Foto: enapress.com

Expeditionsreisen auf höchstem Niveau 

Die zwölf- bis 20-tägigen Antarktis-Expeditionen der „Crystal Endeavor“ führen zunächst durch die Drake Passage und weiter zu besonderen Zielen wie Elephant Island, die Süd-Shettlandinseln, Paradise Bay und natürlich zur antarktischen Halbinsel mit ihren Eisbergen und Gletschern. Auch stehen die Chancen gut, Wale oder Pinguine in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten zu können. Die Expeditionsteilnehmer der Reise-Specials von ATIWORLD erleben diese einzigartige Natur und Landschaft an Bord eines Expeditionsschiffes, das keine Wünsche offenlässt. Maximal 200 Gäste werden von den 200 Crewmitgliedern umsorgt. Die Ausflüge finden mit Zodiac-Schlauchbooten und unter der Führung ausgewiesener Experten für die Region statt. Die preisgekrönte, von Michelin-prämierten Köchen inspirierte Küche sowie die erlesene Auswahl an Weinen, Champagnern und Spirituosen runden dieses außergewöhnliche Seereiseerlebnis ab.  

ATIWORLD-Reise-Specials mit vielen Extras 

ATIWORLD bietet die Expeditionen als Paket zusammen mit den Nonstop-Flügen ab/bis Miami, je einer Hotelübernachtung in Miami und Ushuaia, den Transfers zum/vom Schiff sowie einem exklusiven Bordguthaben von 1.000 US-Dollar an. Preisbeispiel: Die Reisen ab 9. Dezember 2021, 4. Januar 2022 und 3. Februar 2022 mit elf Übernachtungen an Bord der „Crystal Endeavor“ kosten pro Person in der Deluxe-Veranda-Suite (2er Belegung) ab 15.790 Euro. 

Auf Wunsch organisiert der renommierte Reiseveranstalter auch die Anreise ab Deutschland, Österreich und der Schweiz, ebenso einen Aufenthalt in Florida zum Sonnetanken vor oder nach der Antarktisexpedition. Darüber hinaus arbeitet ATIWORLD mit ausgewählten Reisebüros zusammen. 

Weitere Informationen zu den Antarktis-Reise-Specials mit der „Crystal Endeavor“ erteilt ATIWORLD unter Telefon +49 (0)6023 917150 sowie per E-Mail an info@atiworld.de.

Text: PM ATIWORLD