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Zweiter Neubau für Adora Cruises in der Ausrüstung

Ein Jahr nach der am 17.12.2021 erfolgten Ausdockung und Verholung des mit 135 000-BRZ bisher größten in China nach italienischen Plänen in Bau befindlichen Kreuzfahrtschiffes an den Ausrüstungskai der Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding (SWS) konnte auch der Rohbau des ebenfalls für den chinesischen Markt und chinesische Rechnung bestimmten etwas größeren Schwesterschiffes, der im erst im Sommer 2022 auf Kiel gelegten Bau-Nr. H1509, am 29. Dezember 2022 das Baudock verlassen.


Soll 2025 abgeliefert werden: der zweite und größere Neubau für Adora Cruises. Rendering: CSSC 

Die im November 2018 fest bestellten Schiffe sind Teil der 2017 von dem italienischen Fincantieri-Werftkonzern, der China State Shipbuilding Corporation (CSSC) und der Carnival Corporation & plc unterzeichneten Vereinbarungen im Wert von 1,5 Mrd. USD über den Bau von zunächst zwei von vier Kreuzfahrtschiffen, die für die Ende 2022 vorgestellte und ab 2023 mit der Kreuzfahrtmarke Adora Cruises auf dem chinesischen Markt aktive CSSC Carnival Cruise Shipping Ltd, ein Joint Venture von Carnival und CSSC, in Fahrt kommen sollen. Während das erste als Bau-Nr. H1508 geführte Schiff im September dieses Jahres in Fahrt kommen soll, ist die Ablieferung des Folgebaus für Ende 2025 terminiert.

Mit den beiden noch namenlosen Schiffen will Adora Cruises als auf den chinesischen Markt fokussiertes CSSC/Carnival-Joint Venture ganzjährig Kreuzfahrten in Asien von verschiedenen chinesischen Basishäfen bieten. Zusätzlich zu den beiden Neubauten hat Adora Cruises die beiden bereits 2021 an die CSSC Carnival Cruise Shipping Ltd. übertragenen ehemaligen Costa-Kreuzfahrtschiffe Costa Atlantica (85861 BRZ) und Costa Mediterranea (85619 BRZ) erworben. Die beiden Schiffe, die unter Bahamas-Flagge gewechselt sind, aber noch immer das Branding von Costa tragen, liegen derzeit vor der Insel Zypern im Mittelmeer vor Anker. Wie für die beiden Neubauten wurden auch für diese beiden Schiffe noch keine Namen genannt.


Soll im September 2023 in Fahrt kommen: Nach italienischen Plänen für den chinesischen Markt in der Ausrüstung befindlicher Cruiser.
Foto: CSSC

Warten vor Zypern auf neue Namen und den Start für Adora Cruises: „Costa Atlantica“ und „Costa Mediterranea“.

(Archiv), Fotos: Jens Meyer


Anlässlich des Beginns der Ausrüstungsphase des zweiten Neubaus würdigte Zhou Qi, stellvertretender Generaldirektor von Waigaoqiao Shipbuilding, die Anstrengungen und Leistungen der zuständigen Abteilungen während der ersten Bauphase und appellierte an das Projektteam, den Bau des Schiffes in geordneter Weise durchzuführen und dabei die Sicherheit zu gewährleisten sowie die beim Bau des ersten in China gebauten großen Kreuzfahrtschiffes gesammelten Erfahrungen zu nutzen.

Der Bau des ersten Anfang November 2020 auf Kiel gelegten Neubaus erfolgt nach den Vorschriften und unter Aufsicht der italienischen Klassifikationsgesellschaft RINA, wobei auch die Anforderungen für die Klasse-Zusatznotierungen „Green Plus“ und High Voltage Shore Connection (HVSC) und den Biosafe Ship für die an Bord-Infektionskontrolle erfüllt werden sollen. Das mit einer  dieselelektrischen Maschinenanlage von insgesamt 62,4 MW auszurüstende 323 Meter lange und 8,53 m tiefgehende 135 000-BRZ-Schiff, das für bis zu 5.246 Gäste in 2125 Kabinen und 1.400 Besatzungsmitglieder ausgelegt wird, basiert auf dem von Fincantieri für Carnival entwickelten Vista-Klasse-Design, das entsprechend den Anforderungen des chinesischen Marktes adaptiert wurde. Zwei 16,8 MW leistende Podantriebe sollen eine Maximalgeschwindigkeit von 22,6 kn ermöglichen. 

Bei dem zweiten Schiff, dessen italienisches Design ebenfalls von den Chinesen adaptiert wurde, handelt es sich um eine knapp 18 m auf insgesamt 341,07 m verlängerte Version, die eine um knapp 7000 auf rd. 142 000 BRZ erhöhte Vermessung kommen soll. Sie wird über insgesamt 2144 Kabinen sowie über chinesische und westliche Merkmale wie u.a. eine Shopping-Plaza und ein über zwei Decks reichendes Restaurant verfügen.

80 000-BRZ-Cruiser als Eigenentwicklung.  
Rendering: CSSC

Inzwischen setzen die chinesischen Werften auch bei den Kreuzfahrtschiffen nicht mehr ausschließlich auf ausländisches Design und Know how: Nachdem Ende 2021 nicht nur die Design-Zulassung der italienischen Klassifikationsgesellschaft RINA für ein erstmals eigenständig in China entwickeltes 150 000-BRZ-Kreuzfahrtschiff erteilt worden war, wurde Ende November 2022 von der China Classification Society (CCS) die Grundsatz-Zulassung (Approval in Principle – AiP) für das Design eines 80 000 BRZ großen Kreuzfahrtschiffes erteilt, das von der China State Shipbuilding Corporation (CSSC)-Tochter CSSC Cruise Technology Development Co. selbstständig entwickelt worden ist. Dieses Schiff soll bei einer Gesamtlänge von 293,5 Metern eine Breite von 34 Metern aufweisen. Um die Energieeffizienz zu verbessern, hat CSSC die aerodynamischen und hydrodynamischen Eigenschaften von Aufbauten und Rumpf optimiert und eine Reihe von energiesparenden Anlagen und Einrichtungen vorgesehen. Damit wird den Anforderungen der dritten Phase des IMO Energy Efficiency Design Index (EEDI) entsprochen. Darüber hinaus hat CSSC den Kabinenbereich und die Klimaanlagen so ausgelegt, dass die EPC3-Standards erfüllt werden, die in den CCS-Leitlinien für die Epidemieprävention und -kontrolle von Kreuzfahrtschiffen festgelegt sind. Die Geschwindigkeit und die Kapazität des Schiffes sollen denen der weltweit modernsten vergleichbaren Luxusschiffe ebenbürtig sein. Der Anteil der Balkonkabinen soll 69 Prozent übersteigen. JPM