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Umbenannt: Carnival nicht mehr Namensbestandteil des US-chinesischen Kreuzfahrt-Joint Ventures

Weniger die aktuellen Spannungen zwischen der USA und China als vielmehr Marketing-Erwägungen vor dem Hintergrund der Fokussierung auf den chinesischen Kreuzfahrtmarkt dürften ausschlaggebend für den überraschenden Namenswechsel gewesen sein: Nur wenige Tage nach unserem Bericht über die bevorstehende Infahrtsetzung der ersten Schiffe für ihre neue Marke Adora Cruises („an Bord“-NL vom 27.5.2023) teilte die CSSC Carnival Cruise Shipping Ltd. – ein 2018 zur Entwicklung des chinesischen Kreuzfahrtgeschäftes von der amerikanischen Carnival Corporation als weltgrößtem Kreuzfahrtkonzern und der China State Shipbuilding Corporation (CSSC) als weltgrößter Schiffbaugruppe gegründetes Gemeinschaftsunternehmen – am 15. Juni mit, dass man sich mit sofortiger Wirkung in Adora Cruises Limited umbenannt habe.

„Unser neuer Firmenname steht im Einklang mit dem Namen unserer Kreuzfahrtmarke, der einprägsamer und wiedererkennbar ist. Er bringt unser Ziel, eine der beliebtesten Kreuzfahrtmarken in China aufzubauen, besser zum Ausdruck“, begründete Chen Ranfeng, Geschäftsführer von Adora Cruises Limited, den Verzicht auf die Namen der Partner bei der Firmierung.

Parallel mit der Umbenennung bereite man sich darauf vor, den chinesischen Kreuzfahrtmarkt wieder voll in Schwung zu bringen. Die taktische Entscheidung für das Rebranding verkörpere das Bestreben des Unternehmens, den Kunden „A Voyage in Love“ zu bieten und sich gleichzeitig als Chinas „wichtigste einheimische Kreuzfahrtgesellschaft“ zu positionieren. „Nach Jahren der Entwicklung ist Adora Cruises Limited ein unabhängiges und voll funktionsfähiges Kreuzfahrtunternehmen mit einer eigenen Marke geworden“, ergänzt der Adora Cruises Limited-Vorsitzende Yang Guobing.

Erst Mitte April dieses Jahres hatte das Unternehmen den Namen ihres ersten in China gebauten großen Kreuzfahrtschiffes bekannt gegeben: Das Anfang November 2020 im Baudock 2 der Shanghai Waigaoquiao Shipbuilding (SWS) auf Kiel gelegte und am 6. Juni dieses Jahres endgültig ausgeschwommene 135 500-BRZ-Schiff mit einer Länge von 323 m und 2125 Kabinen für bis zu 5246 Gäste, das mit zwei je 16,8 MW leistenden Podantrieben eine Maximalgeschwindigkeit von 22,6 kn erreichen soll, soll später in diesem Jahr unter dem Namen Adora Magic City in Fahrt kommen und in seiner ersten Saison von Shanghai als Basishafen eingesetzt werden.

Der über 16 Decks verfügende Neubau werde durch die Partnerschaft der Reederei mit China Telecom Corp. Ltd. als erstes Kreuzfahrtschiff weltweit mit einem 5G-Netzwerk ausgestattet und auch das bisher größte Duty-free-Shopping-Center auf See bieten, heißt es.

Der Brennstart für den Bau eines zweiten und mit einer Länge von 341 m sowie einer Vermessung von 142 000 BRZ deutlich größeren Schiffes (Bau-Nr. H1509) ist bereits Anfang August 2022 bei der gleichen Werft erfolgt. Diese noch namenlose vergrößerte Version der „Vista“-Klasse ist für bis zu 5232 Gäste ausgelegt und soll schon 2024 in Fahrt kommen. Mindestens ein weiterer Neubau sei in der Pipeline.

Ankauf nach Rebranding ab vierten Quartal für Adora im Einsatz


„Mediterranea“, Abbildung: Adora Cruises

Im vierten Quartal von Tianjin als Basishafen einsetzen will Adora Cruises Limited die – wie auch das Schwesterschiff Costa Atlantica – von Costa Crociere übernommene und zunächst aufgelegte frühere Costa Mediterranea. Das über 12 Decks verfügende 85619-BRZ-Schiff soll nach Umbenennung in Mediterranea kurze internationale Routen bedienen. Zuvor ist ein Upgrading und Rebranding vorgesehen, um das Schiff auf Adora-Standard zu bringen. Bei der Rumpfbemalung soll die blaue, grüne und weiße Farbgebung mediterranes Flair assoziieren. JPM