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Kreuzfahrthafen Kiel: 922.000 Passagiere Indiz für Aufwärtstrend im Seetourismus

Foto: Jens Meyer

Der Kieler Seehafen hat 2021 mit einem Zuwachs des Ladungsvolumen um 9,3 Prozent auf 7,6 Millionen Tonnen nicht nur einen neuen Rekord beim Frachtumschlag erzielt, sondern kann auch im Seetourismus mit 921.796 Fähr- und Kreuzfahrtpassagieren nahezu eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr (517.540) vermelden.

„Für 2022 rechnen wir mit einer weiteren Verbesserung und mit einer Rückkehr zur neuen Normalität“, kommentierte der über die auch im Passagierbereich registrierten guten Zahlen erfreute Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH & Co. KG, Dr. Dirk Claus, das Jahresergebnis des Förde-Hafens.

„Wir haben in 2021 gesehen, dass Reisen, sowohl auf Fähr- als auch auf Kreuzfahrtschiffen, auf Basis unserer gemeinsam mit den Reedereien entwickelten, guten Hygienekonzepte möglich sind. Die Nachfrage nach Schiffsreisen ist da.“ Die bisherige Buchungslage lasse auf eine stärkere Kreuzfahrtsaison 2022 hoffen.

2021 sei ein gutes Jahr, sowohl für den Fährverkehr mit 633.000 Passagieren (Vorjahr 483.000) als auch insbesondere für den Kreuzfahrtbereich mit 289.000 Passagieren (Vorjahr 34.500) gewesen. Mit 134 Anläufen von Kreuzfahrtschiffen im Jahr 2021 (29 im Vorjahr) habe sich Kiel als einer der erfolgreichsten nordeuropäischen Kreuzfahrthäfen positioniert, auch wenn die Passagierzahlen natürlich noch niedriger lagen als in normalen Zeiten. „Ohne Corona wären eine Million Passagiere in 2021 durchaus eine realistische Größe gewesen“, ist Claus überzeugt.

HAMBURG, Foto: Jens Meyer

Für 2022 lägen bereits deutlich über 200 Anmeldungen von Kreuzfahrtschiffen vor, wobei die Saison am 2. April mit dem Flusskreuzer Katharina von Bora eröffnet werde, gefolgt am 20.04.2022 von dem von Plantours vermarkteten Seeschiff Hamburg. Die meisten Anläufe werden in diesem Jahr von dem Rostocker Anbieter AIDA Cruises geboten, dessen Schiffe 39 Mal Flagge werden, gefolgt von MSC Cruises mit 38 Anläufen. Dabei dürfte es mit der Abfertigung von fünf Schiffen am 11.6. einen spektakulären Höhepunkt geben. Insofern blicke man optimistisch in eine weiter verbesserte Saison mit weiter steigenden Passagierzahlen. Gemeinsam mit seinen Partnern bietet der Kieler Hafen die entsprechenden Konzepte, dies umweltverträglich und sicher von Kiel aus zu gewährleisten. Die vorübergehende Aussetzung der RoPax-Fähren Color Fantasy und Color Magic im Oslo-Dienst der Color Line bedauere man und sei optimistisch, dass der Liniendienst auch für Passagiere eher kurzfristig wieder aufgenommen werden kann. Die Frachtfähre Color Carrier verkehrt weiter zwischen Oslo und Kiel.

Katharina von Bora, Foto: nicko cruises

Der Seehafen Kiel habe sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 alle von ihm verursachten Kohlendioxidemissionen (CO2) auf null zu reduzieren. Der am 24. November 2021 vorgestellte Drei Stufen-Plan des Hafens sieht vor, in 2022/2023 bereits 60 Prozent des Energiebedarfs der Kiel anlaufenden Schiffe mit Ökostrom zu decken. In 2025 sollen es dann 80 bis 90 Prozent sein, bevor in 2030 Klimaneutralität erreicht wird. Landstrom ist dabei das zentrale Element der Emissionsreduzierung. Die bestehenden Landstromanlagen am Ostseekai, am Schwedenkai und am Norwegenkai seien einsatzbereit und werden von Fähr- und Kreuzfahrtschiffen genutzt. Der Baustart für die Landstromanlage am Ostuferhafen ist in diesem Jahr vorgesehen… In den Jahren 2022/2023 sollen am Ostseekai bereits 60 bis 80 Kreuzfahrtschiffe klimaneutral im Kieler Hafen abgefertigt werden, so Claus. JPM

Color Line legt jetzt auch „Color Hybrid“ auf

COLOR HYBRID, Foto: Ulstein

Aufgrund der rigiden Infektionsschutzmaßnahmen sowohl in Norwegen als auch in Schweden hat die norwegische Fährreederei Color Line beschlossen, auch ihre im August 2019  in Dienst gestellte und auf der Route Sandefjord-Strømstad eingesetzte Ro/Pax-Fähre  Color Hybrid (Foto) ab dem 2. Januar vorübergehend aufzulegen.

„Die Zahl der Reisenden auf der Strecke Sandefjord-Strømstad ist durch die aktuelle Infektionslage in Norwegen bereits stark beeinträchtigt, weshalb wir die Color Viking Mitte Dezember vorübergehend aus dem Verkehr gezogen haben. Wenn Schweden das Tarifniveau anhebt und ab dem 28. Dezember neue Zulassungsbedingungen einführt, müssen wir auch die Color Hybrid vorläufig außer Betrieb nehmen. Die Entscheidung bedeutet die Entlassung von etwa 150 Mitarbeitern auf See und an Land“, so Color Line-CEO Trond Kleivdal.

COLOR FANTASY, Foto: Jens Meyer

Aufgrund der zunehmenden Infektionen und des Auftretens der neuen Omicron-Variante haben die schwedischen Behörden beschlossen, dass alle ausländischen Reisenden bei der Einreise nach Schweden ab Dienstag, dem 28. Dezember, einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Diese Anforderung gilt auch für vollständig geimpfte Personen.

Die Entscheidung, die Color Hybrid vorübergehend außer Dienst zu stellen, hat die Entlassung von rund 150 Mitarbeitern zur See und an Land zur Folge. Die Kündigungen kommen zu den rund 800 Mitarbeitern hinzu, die bereits aufgrund der Entscheidung, die Color Viking und die beiden auf der Route Kiel-Oslo eingesetzten Schwesterschiffe Color Magic und Color Fantasy aus der Fahrt zu nehmen, gekündigt wurden. Die Color Viking wurde am 13. Dezember aus dem Verkehr gezogen, während die Color Magic bis zum 29. Dezember und die Color Fantasy (Foto) bis zum 10. Januar in Fahrt bleiben. JPM

„Color Magic“ startet am 9. Juni

Die Normalisierung des Reiseverkehrs geht weiter. Die norwegische Reederei Color Line wird den seit Januar ruhenden Betrieb der Kreuzfahrtfähren zwischen Kiel und Oslo im Juni wieder aufnehmen. Wie die Reederei am Freitag in Oslo bekanntgab, wird am 9. Juni die Color Magic wieder Kurs auf Kiel nehmen. Zunächst nur mit norwegischen Passagieren und Lastwagenfahrern an Bord. Am 24. Juni soll dann auch das Schwesterschiff Color Fantasy starten.

„Es ist ein Tag der Freude für die Mitarbeiter und alle Gäste des Unternehmens“, so Trond Kleivdal, Vorstand der Reederei. Die Freigabe des Reiseverkehrs für norwegische Kreuzfahrtgäste bedeute den nächsten Schritt hin zur Normalisierung. Vorerst dürfen aber nur Gäste aus Norwegen mit den Schiffen nach Kiel fahren. Landgang ist gemäß den geltenden Vorgaben der Regierung in Oslo noch nicht erlaubt.

Color Fantasy, Foto: Frank Behling

Die schrittweise Öffnung Norwegens sei ein wichtiges Signal, so die Reederei. Das nächste Ziel ist die Wiederaufnahme des Tourismusverkehrs mit den nordischen Ländern und Deutschland im Sommer. In diesem Sommer zu öffnen. Auch mit Blick auf dieses Ziel sei Erlaubnis der schrittweisen Wiedereröffnung der Linie Kiel-Oslo ein wichtiges Signal, so Kleivdal. Diese Öffnung für Touristen aus nordischen Nachbarstaaten Schweden und Dänemark sowie aus Deutschland könne die Color Line dazu beitragen, Tausende norwegischer Arbeitsplätze im Tourismus zu sichern.  FB

Norwegen weitet Lockdown aus

Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg bleibt bei ihrem harten und kompromisslosen Kurs in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Am 5. Januar musste deshalb auch die Color Line die Beförderung norwegischer Passagiere bei Kurzkreuzfahrten einstellen.

Nach dem zweiten Lockdown im September hatte die Regierung der Reederei zumindest die Beförderung von norwegischen Passagieren auf der Route Oslo-Kiel erlaubt. Da aber auch in Norwegen die Infektionszahlen weiter steigen, sind auch dort jetzt alle touristischen Reiseaktivitäten bis auf weiteres untersagt.

Die Color Magic steuerte deshalb am 5. Januar einen Liegeplatz in Oslo an und bleibt zusammen mit ihrer bereits seit November aufliegenden Schwester Color Fantasy an der Pier.

Nur die Frachtfähre Color Carrier pendelt weiter zwischen Oslo und Kiel. Auf einer Pressekonferenz stimmte Solberg die Norweger auf einen längeren Kampf gegen die Pandemie ein. Zu Fragen für den Sommer machte die Regierung noch keine Ansagen und verwies auf die Gesundheitsbehörden.

Bei der Color Line Zuvor hatte es im Dezember elf positive Corona-Tests in der Crew der Color Magic gegeben. Die Fähre musste eine Woche in Oslo an der Pier bleiben.

In Norwegen gelten seit dem 6. Januar auch strenge Kontaktbeschränkungen. Alkohol darf nicht mehr in der Öffentlichkeit getrunken werden und in Innenräumen dürfen bei öffentlichen Veranstaltungen nur noch zehn Besucher zusammenkommen.

Die Fähren nach Dänemark sowie die Flughäfen sind aber weiterhin geöffnet. Anders als in Deutschland bleiben in Norwegen auch die Restaurants weiter geöffnet. Freizeitaktivitäten wie der Wintersport sind ausdrücklich erlaubt.

Die Color Magic hatte bis zur Einstellung im Schnitt 900 bis 1000 Passagiere als Kreuzfahrtgäste befördert. Die Passagiere durften in Kiel aber weder von Bord noch Kontakt mit deutschem Personal haben.

Als direkte Konsequenz hatte die Reederei am 6. Januar 500 Mitarbeiter von den Schiffen entlassen. Zuvor waren im Herbst bereits 1000 der rund 2200 Mitarbeiter entlassen worden. Vier der sieben Schiffe der Flotte liegen jetzt auf. FB

Corona-Fälle: Die Color Line stoppt „Color Magic“

Die Color Line zieht die Reißleine. Nach mehreren positiven Tests wird die Color Magic am Montag in Oslo vorerst aus dem Verkehr genommen. Grund sind positive Tests in der Crew. Zuerst waren vor Weihnachten in Oslo acht der 150 Crewmitglieder positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Nachdem dann die komplette Crew getestet und das Schiff desinfiziert wurde, gaben die norwegischen Behörden am 26. Dezember wieder grünes Licht für weitere Fahrten.

Doch die Ruhepause währte nur kurz. Wie die Reederei mitteilte, gab es am 27. Dezember bei Routinetests an Bord gleich wieder drei positive Ergebnisse.

Damit sind bei insgesamt 11 der über 150 Crewmitglieder die Tests positiv ausgegangen. Die 900 norwegischen Passagiere sollen aber nicht betroffen sein. „Alle positiv getesteten Crewmitglieder wurden gemäß der Hygienerichtlinien sofort an Bord isoliert“, so der deutsche Color-Geschäftsführer Dirk Hundertmark.

Aufgrund dieser drei neuen Infektionsfälle unter der Besatzung hat die Reederei beschlossen die Überfahrten am 28. und 30. Dezember von Oslo nach Kiel abzusagen, wie Reedereisprecher Helge Otto Mathisen am Sonntag in Oslo mitteilte. Über den weiteren Fahrplan im neuen Jahr werde zeitnah entschieden, hieß es.

Die Passagiere und auch die norwegische Gesundheitsbehörde wurden über die Situation an Bord informiert. Ob alle 900 Passagiere bei der Ankunft in Oslo ebenfalls getestet werden müssen, hängt von der Kontaktnachverfolgung der Behörden und der Reederei ab. 

Alle Passagiere für Reisen am Montag und Mittwoch ab Oslo wurden inzwischen über die Stornierung informiert. Wie es mit den Abfahrten im Januar aussieht hängt jetzt von den weiteren Untersuchungen an Bord ab.

Bei der Color Line gibt es, wie bei skandinavischen Reedereien üblich, ein Zwei-Besatzungskonzept. Die Crewmitglieder haben jeweils zwei Wochen am Stück Dienst und dann zwei Wochen frei. Dabei besteht die Chance, dass sich die Crewmitglieder im privaten Umfeld daheim in Norwegen anstecken.

Seit August befördern die Fähren der Color Line zwischen Kiel und Oslo nur noch Lastwagen sowie norwegische Kreuzfahrtpassagiere, die in Kiel nicht an Land dürfen. FB

Corona trifft jetzt auch die Fährgesellschaften

Die Entwicklung im Reiseverkehr schien sich im Sommer zu normalisieren. Doch spätestens seit dieser Woche ist klar, es wird ein sehr ungemütlicher Winter. Die Fährreedereien stellen die Weichen für den Winter. Zusätzlich belastet noch der Brexit in Westeuropa den Fährmarkt.

Die Color Line wollte eigentlich im Oktober das 30 jährige Jubiläum der Gründung feiern. Doch statt Freude und Feste bereitet Reedereivorstand Trond Kleivdal das Unternehmen auf einen stürmischen Winter vor.

Bereits im ersten Halbjahr 2020 hat die Reederei durch eine fast dreimonatige Unterbrechung auf der Linie Kiel-Oslo einen Verlust von rund 500 Millionen norwegischer Kronen eingefahren.

Nachdem im Juni die Grenzen in Norwegen wieder geöffnet wurden, gab es zarte Entwarnung. Seit September ist jetzt wieder Unruhe im Haus. Die Linie Strömstad – Sandefjord wurde komplett eingestellt und die Linie Kiel-Oslo wieder auf eine Frachtlinie mit kleinem Kreuzfahrtangebot für norwegische Urlauber weiter betrieben.

Da auch in Norwegen die Regierung vor der Ausweitung der Pandemie warnt, ging die Nachfrage nach Kurzkreuzfahrten mit der Color Line deutlich zurück. „Deshalb musste die Reederei reagieren und wird eine der beiden Kreuzfahrtfähren auf der Route Kiel-Oslo durch eine Frachtfähre ersetzen“, sagte der deutsche Geschäftsführer Dirk Hundertmark.

Ab dem 4. November wird die Color Fantasy im Oslofjord geparkt. Grund sind die Reiseeinschränkungen und die damit einhergehenden Einbrüche bei den Buchungszahlen.

Eine Reaktivierung soll es laut Color Line erst geben, wenn sich das Infektionsgeschehen bessert und die Reisebeschränkungen der norwegischen Regierung gelockert werden. Die Schiffe verfügen über knapp 1000 Passagierkabinen für 2990 Passagiere. Auf den Fahrzeugdecks ist Platz für 1270 Lademeter, was etwa 120 Ladungseinheiten entspricht. Das jüngere Schwesterschiff Color Magic wird weiter im Liniendienst bleiben und nur norwegische Kreuzfahrtpassagiere und Lastwagen befördern.

Die norwegischen Passagiere dürfen in Kiel aber nicht an Land. „Die Kapazitätsreduzierung ist leider erneut erforderlich. Es ist auch von entscheidender Bedeutung, dass die norwegische Regierung und das Parlament im Herbst und auch für das nächste Jahr Entschädigungsregelungen vorsehen“, sagt Trond Kleivdal, Vorstand der Color Line.

Color Magic, Foto: enapress.com

Die Reederei hat bereits im ersten Halbjahr einen Verlust von umgerechnet 45 Millionen Euro eingefahren und mit drastischen Maßnahmen versucht, die Kosten zu reduzieren. Die 2004 gebaute Color Fantasy und die drei Jahre jüngere Color Magic fahren seit Ende August nur als Kreuzfahrtschiffe für norwegische Gäste.

Deutsche Urlauber dürfen wegen der strikten Abschottung Norwegens seit August nicht mehr an Bord. Bereits eingestellt wurde die Verbindung zwischen Sandefjord in Norwegen und Strömstad in Schweden. Die Schiffe Color Hybrid und Color Viking liegen auf. Auch der Wettbewerber Fjord Line nimmt eine Fähre außer Betrieb nehmen und kündigte einen Personalabbau an.

Gleichzeitig wird der Ruf nach staatlichen Hilfen laut. In einem weiteren Schritt hatte die Reederei im September einen Hybrid-Kredit über 44 Millionen Euro aufgenommen und den Abbau von 300 der 2400 Mitarbeiter eingeleitet. Mit der Stilllegung der Color Fantasy sollen nach Angaben der Reederei weitere 400 Mitarbeiter vorübergehend entlassen werden.

Damit der Gütertransport nicht leidet, wird in den Fahrplan der Color Fantasy die Frachtfähre Color Carrier eingesetzt. Die Color Carrier hat auf ihren Fahrzeugdecks 1775 Lademeter – 500 mehr als die Fantasy. „Die Aufrechterhaltung des Güterverkehrs ist für die Lieferketten sehr wichtig“, so Hundertmark. FB