Schlagwort: Viking River Cruises

Acht Viking-Flusskreuzer-Neubauten in Paris und Amsterdam getauft

Nach einer gemeinsamen Taufe von sechs Flusskreuzer Neubauten im März 2016 in Amsterdam sind am 16. März in Paris und Amsterdam insgesamt acht über die beiden Städte verteilte neue Flusskreuzfahrtschiffe der Viking River Cruise-Flotte gleichzeitig getauft worden. Von den acht neuen Viking Longships sind vier Schiffe – Viking Fjorgyn, Viking Kari, Viking Radgrid und Viking Skaga – speziell für den Einsatz auf der Seine gebaut worden und sollen ihre Passagiere mit einem exklusiven Liegeplatz am Port de Grenelle in der Nähe des Eiffelturms direkt in das Herz der französischen Metropole bringen. Die vier übrigen Schiffe – Viking Egdir, Viking Gersemi, Viking Gymir und Viking Hervor – werden zu Kreuzfahrten auf dem Rhein, Main und der Donau eingesetzt.

Foto: Viking

Die spektakuläre Zeremonie fand in einem Jahr statt, in dem die von Torstein Hagen gegründete Reedereigruppe ihr 25-jähriges Bestehen feiert und das trotz der Beeinträchtigungen durch die weltweite Pandemie ein Jahr mit vielen Meilensteinen ist. Im Januar 2022 stellte der neue Unternehmensbereich Viking Expeditions sein erstes Schiff der Polar-Klasse, die Viking Octantis, in Dienst. Bis Ende des Jahres wird Viking außerdem ein zweites baugleiches Expeditionsschiff, zwei neue baugleiche Hochseeschiffe, neue Spezialschiffe für den Nil und den Mekong in Dienst stellen sowie neue Reisen mit Neubauten auf dem Mississippi lancieren.

„Es ist immer ein stolzer Tag, wenn wir neue Schiffe in unsere Flotte aufnehmen und neugierigen Reisenden mehr Möglichkeiten bieten, die Welt bequem zu erkunden“, sagte Torstein Hagen, Vorstandsvorsitzender von Viking. „Heute freuen wir uns besonders, acht talentierte und versierte Persönlichkeiten als Taufpaten unserer neuesten Flussschiffe zu ehren, und wir freuen uns auf den Beginn einer weiteren Saison europäischer Flussreisen.“

Bernard Meyer (Meyer Werft/Meyer Neptun-Geschäftsführer) und
Viking-Gründer Torstein Hagen.
Foto: Viking

Als Patin der Viking Gymir fungierte Alma Deutscher, ein musikalisches Phänomen, das die klassische Welt mit ihren Talenten als Geigerin, Pianistin, Komponistin und Dirigentin in seinen Bann zieht und mit nur 17 Jahren schon früh als „neuer Mozart“ gefeiert wurde. Helen Deutscher, Patin der Viking Egdir, ist als Geigerin, Pianistin und Sängerin eine versierte Musikerin, die ihre musikalischen und darstellerischen Fähigkeiten am Musikgymnasium in Wien und als Mitglied des Kinderchors der Wiener Staatsoper verfeinert und auch in mehreren Produktionen der Oper Cinderella ihrer Schwester Alma Deutscher mitgewirkt hat.

Die Autorin Pädagogin Dr. Janie Deutscher, Patin der Viking Radgrid, ist auch eine versierte Musikerin und erhielt ein Orgelstipendium an der Universität Oxford, wo sie später mittelalterliche Literatur unterrichtete. In den letzten Jahren konzentrierte sie sich auf die Heimerziehung und die Unterstützung der musikalischen Ambitionen ihrer beiden Töchter Alma und Helen, Patinnen von Viking Gymir bzw. Viking Egdir.

Foto: Viking

Brenda Hunsberger, Patin von Viking Hervor, ist seit mehr als vier Jahrzehnten Senior Vice President of Travel Services bei AAA Club Alliance, in der Branche als erfahrene Reiseberaterin tätig; sie glaubt an die Kraft des Reisens, die Perspektiven und das Leben zu verändern. Karryn Christopher, Patin von Viking Gersemi, ist Executive Vice President of Preferred Partnerships & Marketing bei Signature Travel Network, einer 1956 gegründeten Reisekooperative in Mitgliederbesitz, wo sie die Umwandlung der Vertriebs- und Marketingabteilung des Unternehmens geleitet hat.

Ghislaine Wood, Patin von Viking Fjorgyn, kuratiert als stellvertretende Direktorin des Sainsbury Centre der University of East Anglia, einer der bedeutendsten öffentlichen Universitätskunstgalerien in Großbritannien, sorgfältig Ausstellungen, darunter die bevorstehende Ausstellung „Visions of Ancient Egypt“, die in Zusammenarbeit mit Viking entwickelt wurde. Die Ausstellung, die im September 2022 eröffnet wird, würdigt den hundertsten Jahrestag der Entdeckung des Grabes von König Tutanchamun. Muriel Wilson, Patin von Viking Skaga, ist als Director of Event Strategy & Sponsorships für Virtuoso, Ltd. seit mehr als 40 Jahren ein angesehenes Mitglied des globalen Agenturnetzwerks und nutzt ihr tiefes Wissen über die Branche, um hochwertige Gastfreundschaft und Reiseerlebnisse für die Reiseberater und bevorzugten Partner von Virtuoso zu entwickeln. Und Kari Garmann, Patin von Viking Kari, hat als ehemaliges Mitglied des norwegischen Parlaments und des Stadtrats von Oslo im Laufe ihrer Karriere wertvolle Beiträge für Norwegen in den Bereichen Regierung, Wirtschaft und Bankwesen geleistet.

Foto: Viking

Bei der Taufe wurden die neuen Schiffe per Satellit über zwei europäische Städte hinweg miteinander verbunden: Paris und Amsterdam. Die Viking Fjorgyn, die Viking Kari, die Viking Radgrid und die Viking Skaga legten in Paris im Port de Grenelle an, wo sie von ihren Taufpatinnen getauft wurden. Die anderen vier Schiffe – Viking Egdir, Viking Gersemi, Viking Gymir und Viking Hervor – lagen in Amsterdam vor Anker und wurden dort von ihren Taufpatinnen getauft, die ebenfalls an der Feier in Paris teilnahmen. Gemäß einer anderen maritimen Tradition wurde am Bug jedes neuen Schiffes eine Flasche Gammel Opland Aquavit angeschlagen. Gammel Opland stammt aus demselben Bezirk in Norwegen, wie die Mutter des Vorsitzenden Hagen, Ragnhild – auch liebevoll „Mamsen“ genannt. JPM

Viking River Cruises zeigt erstmals Flagge auch auf dem Mississippi

Bereits in 12 Monaten will die von dem Norweger Torstein Hagen 1997 gegründete und mit Hauptsitz im schweizerischen Basel ansässige Viking River Cruises AG erstmals Flusskreuzfahrten auch in amerikanischen Gewässern bieten. Das zu den weltweit größten Anbietern für Flusskreuzfahrten gehörende Unternehmen, das bisher zu den größten Kunden der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde gehörte und auf europäischen sowie deutschen Flüssen erfolgreich mit einem hohen Anteil amerikanischer Gäste tätig ist, setzt dazu die Viking Mississippi ein, die sich derzeit bei der Werft der Edison Chouest Offshore-Gruppe in Houma, Louisiana, in Bau befindet.

Rendering: Viking River Cruises

Der für 386 Gäste in 193 Außenkabinen ausgelegte und speziell für Mississippi-Reisen konzipierte Neubau zeichnet sich nach Reedereiangaben durch Aufnahme von bekannten Stilelementen der in Fahrt befindlichen Fluss- und Seekreuzfahrtschiffe von Viking Cruises durch ein klares skandinavisches Design und öffentliche Räume mit Reminiszenzen an traditionelle Mississippi-Reisen aus. Das über fünf Decks, raumhohe Verglasung sowie hohen Komfortstandard verfügende Schiff sei nicht nur das modernste, sondern auch umweltfreundlichste Kreuzfahrtschiff der Region. Zur seiner Ausstattung gehören neben einem Hybrid-Antrieb auch Solarpaneele und LED-Beleuchtung.

Damit die Bedingungen für den Jones-Act erfüllt werden, der Verkehre innerhalb der USA nur für Schiffe zulässt, die in den USA erbaut wurden, einen US-amerikanischen Eigentümer haben und von US-Bürgern mit einem bestimmten Anteil amerikanischer Besatzungsmitglieder unter US-Flagge betrieben werden, musste ein kompliziertes Konstrukt gefunden werden, das Viking USA, der mit Hauptsitz in Los Angeles ansässigen Viking-Marketing-Organisation, den geplanten Einsatz des 173 585 941 US-Dollar teuren Neubaus ermöglicht. Die Maritime Administration (MARAD) befürwortet eine Genehmigung für die River 1 LLC, eine Langfrist-Zeitcharter mit Viking USA vorwiegend für Kreuzfahrten auf dem Mississippi abzuschließen. Bei River 1 handelt es sich um eine in Louisiana ansässige Firma mit beschränkter Haftung, die von der Edison Chaouest Offshore (ECO)-Firmengruppe gegründet wurde. ECO ist eine Organisation privater Betreiber, Eigner und Erbauer von Schiffen unter US-Flagge, die sich zu 100 Prozent im Eigentum von US-Bürgern befinden. Nach MARAD-Angaben erfolgt die Finanzierung der Viking Mississippi durch eine Kreditvereinbarung zwischen JP Morgan Chase und River 1. Viking USA ist weder an diesem Vertrag noch an dem Schiff beteiligt und hat keine Berechtigung, auf die Geschäfte, das Management oder den Betrieb von River 1 außerhalb der Zeitcharter einzuwirken. JPM

Längste Neubau-Serie der Welt beendet – Auftragsbuch leer

Konzept für Flusskreuzfahrtschiff der Zukunft im Fokus

Nach der erfolgreichen Überführung hat die zur Meyer Werft gehörende Rostocker Neptun Werft mit der am 25. März erfolgten Übergabe der beiden Schwesterschiffe Viking Gymir und Viking Egdir an die in Basel ansässige Reederei Viking River Cruises die letzten beiden Flusskreuzfahrtschiffsneubauten ihres derzeitigen Auftragsbestandes abgeliefert. Damit endet zunächst die langjährige Zusammenarbeit zwischen Werft und Reederei, die 2010 mit dem Auftrag für ein einziges Flusskreuzfahrtschiff startete. Mit 65 Einheiten bilden diese Longships nach Werftangaben die längste Serie von Flusskreuzfahrtschiffen weltweit.

Beim finalen Duo wurden zwei Diesel durch Batteriepacks ersetzt, Foto: Neptun Werft

„Zum Abschluss der Serie haben wir mit der Viking Gymir und Viking Egdir noch einmal zwei tolle Schiffe gebaut“, sagt Neptun Werft-Betriebsleiter Lars-Gunar Klasen nicht ohne Stolz. So ist das Duo mit einem hybriden Antriebssystem ausgestattet, d.h. eine Kombination aus Diesel-Motoren und Batterien. In der Vergangenheit waren insgesamt fünf Dieselmotoren für die Energieerzeugung auf den Schiffen dieser Serie installiert. Darunter ein Not- und Hilfsdiesel. Diese beiden Motoren wurden durch Batterien ersetzt und stellen zukünftig den Notbetrieb sicher. Außerdem können sie benötigte Energie bei Lastspitzen abdecken. Die Motoren werden damit im optimalen Bereich betrieben und verbrauchen so weniger Kraftstoff und erzeugen weniger Abgas.

Die Corona-Pandemie und der momentane Stillstand der Flusskreuzfahrtflotte in Europa sorgen derzeit für deutlich weniger Nachfrage nach neuen Schiffen. Der Neptun Werft, die in diesem Segment über viele Jahre hinweg zu den Weltmarktführern gehörte und zudem auch die Maschinenraummodule für die Kreuzfahrtschiffsneubauten der Meyer Werften in Papenburg und Turku zuliefert, fehlt damit in den kommenden Jahren viel Arbeit.

„Wir müssen uns deshalb an die neue Situation anpassen und die Werft schnellstmöglich darauf einstellen“, so Klasen. Aktuell laufen Verhandlungen zwischen der Werftleitung, dem Betriebsrat und der IG Metall, um die Werft schlagkräftig für die Zukunft aufzustellen und die Belegschaftsgröße an die neuen Marktbedingungen anzupassen. Sie hofft, die erfolgreiche Partnerschaft mit Viking River Cruises fortsetzen zu können, sobald sich der Markt wieder erholt. Dafür arbeitet man bereits intensiv an neuen innovativen Konzepten für emissionsarme und umweltfreundliche Flusskreuzfahrtschiffe der Zukunft. JPM