An der US-Ostküste werden neue Liegeplätze für die „United States“ begutachtet
500.000 US-Dollar werden für die Verlegung benötigt, die nun per Spendenaufruf eingesammelt werden sollen
Die gemeinnützige Organisation SS United States Conservancy macht Fortschritte bei der Suche nach einem neuen Zuhause für den letzten amerikanischen Transatlantikliner, der 1952 erbauten United States. So wird in den Sozialen Medien erläutert, dass man derzeit mehrere Standorte on der Ostküste in den Vereinigten Staaten begutachtet. Darunter sind Liegeplätze in Philadelphia, Baltimore, Savannah und in den Bundesstaaten Virginia, Florida und Texas. „Unsere Suche nach einem neuen vorübergehenden oder dauerhaften Standort läuft bereits seit längerem und hat schon lange vor dem Rechtsstreit begonnen“, erklärte hierzu die Organisation.
Der United States, die schon seit 28 Jahren im Hafen von Philadelphia vor Anker liegt, droht nach einem Rechtsstreit um die Mietzahlungen für den Pier, die Räumung. Hierbei hatte Mitte Juni die leitende Richterin des US-Bezirksgerichts, Anita Brody entschieden, dass das Schiff seinen Liegeplatz bis zum 12. September 2024 räumen muss.
Das Urteil beruht auf einen Streit über Liegeplatzgebühren zwischen dem aktuellen Eigner des Schiffes, der gemeinnützigen Organisation SS United States Conservancy und dem Eigner der Pier, der Penn Warehousing. So soll Penn Warehousing die tägliche Liegegebühr im August 2021 von 850 auf 1.700 Dollar verdoppelt haben. Die Conservancy zahlte weiterhin den vertraglich festgesetzten Satz. Im März 2022 kündigte Penn Warehousing dann den Mietvertrag mit der Begründung, dass die Miete nicht bezahlt worden und dass Schäden am Pier entstanden seien.
„Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit, um die United States an einen neuen Standort zu bringen. Der Einsatz könnte nicht höher sein. Dies ist ein Moment für uns, uns zusammenzuschließen, um dieses Symbol unserer Nation zu retten“, beschrieb die Organisation die aktuelle Situation auf ihrer Website. Daraufhin startete eine Kampagne zur Rettung des knapp 300 Meter langen Schiffes. Ziel dieser Aktion ist es, mindestens 500.000 US-Dollar zu sammeln, mit denen die Kosten für eine mögliche Verlegung des Schiffs sowie andere wichtige Ausgaben gedeckt werden sollen.
„Seit der Ankündigung unserer Kampagne sind wir überwältigt von der großen Unterstützung aus allen Teilen des Landes – und darüber hinaus“, erklärte die Conservancy. Neben der Beschaffung von Finanzmitteln für den notwendigen Umzug bemüht sich die Gruppe auch um Unterstützung von Häfen und der US-Regierung.
„Die Conservancy hat Kontakt zu den regionalen Hafenbehörden entlang der gesamten Ostküste sowie zu Regierungsvertretern aufgenommen, um sie in diesen Kampf zur Rettung des Flaggschiffs der Nation einzubinden“. In den nächsten Tagen will die Organisation dann ein Update zum Fortschritt bei der Erreichung ihres Spendenziels veröffentlichen.
Bis heute ist das Schiff Trägerin des Blauen Bandes, für die bislang immer noch schnellste Atlantiküberquerung eines Passagierschiffes. 1952 überquerte die „Big U“ mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,51 Knoten in 3 Tagen, 10 Stunden und 40 Minuten den Atlantik zwischen New York und Southampton. Das Schiff war als Prestigeobjekt so konzipiert, dass es im Kriegsfall schnell für den Transport von bis zu 15.000 US-Soldaten umgerüstet werden konnte. Zu einem solchen Einsatz kam es jedoch nie. Zwischen 1953 und bis zur Betriebseinstellung im Jahr 1969 lief das Schiff 167-mal die Columbuskaje in Bremerhaven an, zu einer Zeit, als noch Besatzungssoldaten und Truppentransporter das Bild der Häfen bestimmte. Bis zu seiner letzten Fahrt am 7. November 1969 beförderte das legendäre Schiff auf seinen insgesamt 400 Reisen mehr als eine Millionen Passagiere über den Atlantik. ChrEck
Foto: Frank Behling



